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Übergewicht – Ursachen und Risiken von Fettleibigkeit

Von Übergewicht sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland betroffen. Es gibt unterschiedlichen Möglichkeiten, dagegen anzugehen!
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Laut aktueller Erhebungen des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahre 2014 sind etwa zwei Drittel (67%) der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig – Tendenz steigend.
Übergewicht ist definiert als das Abweichen von der für eine bestimmte Körpergröße festgelegten Gewichtsnorm. Dabei dient der Body Mass Index (kg/m²) als Orientierungswert. Liegt der Zahlenwert unter 25,0, bewegt man sich im Normbereich – liegt er darüber, kann von Übergewicht, bei Werten über 30 gar von Fettleibigkeit (sog. ‚Adipositas‘) gesprochen werden. Es handelt sich um eine ernstzunehmende körperliche Störung, die neben der oft schmerzhaften Überbelastung von Knochen und Gelenken mit deutlich erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall), Diabetes und Krebs bis hin zu Altersdemenz einhergeht. Dabei können eine ungesunde Ernährung (Fast Food, Lebensmittel mit einem hohen Fett- und Kohlenhydratgehalt) und Bewegungsmangel, aber auch Fettstoffwechselstörungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion ursächlich sein. Die Behandlung erfolgt nach Höhe des BMI und reicht von Ernährungs- und Bewegungsprogramm bis hin zu chirurgischen Eingriffen (z. B. Magenband).

Sabrina fühlt sich unwohl. Schon als Kind gehörte sie eher zu den „fülligen“ Mädchen, musste sich oftmals dumme Sprüche ihrer Mitschüler anhören und gewöhnte sich über die Jahre an, unangenehme Gefühle und innere Leere mit Essen zu kompensieren. Mittlerweile passen ihr nur noch Kleidungsstücke der Größe XXL, jede Form von Bewegung fällt ihr nach kurzer Zeit schwer, aus ihrem Umfeld hat sie sich weitgehend zurückgezogen und zeigt auch sonst kaum Lust an sozialen Aktivitäten oder Ausflügen mit Freunden. Sie weiß selbst, dass sie etwas an ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Essverhalten ändern muss – aber wie? In ihrer Familie sind alle übergewichtig. Wirklich Ahnung, wo sie anfangen soll, hat sie auch nicht, denn an Diäten hat sie ziemlich alles hinter sich – ohne langfristigen Erfolg. Sabrina beschließt schließlich ihren Arzt ins Vertrauen zu ziehen und ihn um Hilfe zu bitten.

Wie entsteht Übergewicht?

Entgegen manch reißerischer Artikel, die suggerieren, an Übergewicht seien allein „die Gene“ oder ein „träger Stoffwechsel“ schuld, zeichnet die wissenschaftliche Datenlage ein ganz anderes Bild. Ob wir zu- oder abnehmen, hängt primär von unserer Energiebilanz ab. Was bedeutet das konkret?
Führen wir mehr Energie in Form von Nahrung zu, als wir verbrauchen, nehmen wir langfristig an Gewicht/Fettmasse zu. Das funktioniert auch umgekehrt. Die Nahrungszusammensetzung spielt dabei ebenfalls eine Rolle, indem sie unser Hunger- und Sättigungsgefühl sowie den Hormonhaushalt beeinflusst. Grundsätzlich ist aber die Anzahl der Kalorien entscheidend – ganz gleich ob sie nun in Form von Eiweiß (sog. ‚Proteinen‘), Kohlenhydraten oder Fett zugeführt wird.

Gut zu wissen!
Im Laufe der Evolution bot die Fähigkeit, Fettmasse für Hungerperioden anzulegen, einen enormen Überlebensvorteil, weshalb der menschliche Organismus auch in Zeiten ubiquitärer Nahrungsverfügbarkeit Fett speichert, um für eine Nahrungsknappheit gewappnet zu sein. Dabei signalisieren die Fettzellen ihren Füllungszustand über das Hormon Leptin ins Gehirn zurück. Über diesen Mechanismus werden bei erhöhter Fettmasse normalerweise das Hungergefühl und die Nahrungsaufnahme gedrosselt. Bei schwer übergewichtigen Personen kann dieser Regelmechanismus durch einen dauerhaft erhöhten Leptinspiegel gestört sein – die Leptinrezeptoren im Gehirn reagieren nicht mehr adäquat auf das Hormon und signalisieren dem Organismus „Hunger“, obwohl gar kein Energiebedarf besteht.
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Was sind Grund- und Leistungsumsatz?

Wir nehmen Gewicht zu, wenn wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als wir verbrauchen. Um Übergewicht zu vermeiden oder Gewicht zu verlieren, müssen wir also wissen, wie viele Kalorien wir verbrauchen und entsprechend weniger essen. Beim Kalorienverbrauch spricht man von Grundumsatz und Leistungsumsatz. Doch was ist das?

Grundumsatz – Der Körper verbraucht immer etwas Kalorien

Der Grundumsatz ist definiert als Energiebedarf des Körpers für die reine Aufrechterhaltung der Körperfunktionen, also den Organ- und Hormonhaushalt. Diese Energie verbrauchen wir beispielsweise auch als bettlägeriger Krankenhauspatient, also selbst wenn wir uns gar nicht bewegen. Diese Energiemenge ist abhängig von Geschlecht, Körpergröße, dem Alter und der Zusammensetzung des Körpers. Muskeln brauchen zu ihrer Versorgung im Ruhezustand mehr Energie als Fett. Der Grundumsatz kann dementsprechend zwischen ca. 1.400 kcal bei einer kleinen, untrainierten weiblichen Person und über 3.000 kcal bei Athleten liegen.

Einer zusätzlichen Variabilität ist diese Energiemenge durch Wachstums- und Schilddrüsenhormone unterworfen. Wachstumshormone werden beim Erwachsenen vor allem im Schlaf ausgeschüttet, sorgen für die Geweberegeneration und regulieren das Hungergefühl. Bei Schlafmangel kann es daher zu Fehlregulationen mit vermehrtem Appetit kommen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion schlägt sich beispielsweise in allgemeiner „Verlangsamung“ des Stoffwechsels und damit einer Reduktion des Grundumsatzes nieder. Auch epigenetische Muster und die „Erfahrungen“ des Organismus wirken sich aus. Somit haben Menschen mit zahlreichen Hungerperioden in der eigenen und/oder Familiengeschichte tendenziell einen niedrigeren Grundumsatz beziehungsweise eine effizientere Energieverwertung als Patienten, deren Vorgeschichte solche Phänomene nicht aufweist.

Leistungsumsatz – Der Energieverbrauch in Bewegung

Als Leistungsumsatz wird die Energiemenge bezeichnet, die wir durch Bewegung im Alltag sowie in zusätzlicher Form als Sport verbrauchen. Auch hier gibt es je nach Sportart und Trainingsintensität und -dauer erhebliche Unterschiede in Hinblick auf die Energiemenge. Auch unwillkürlichen Alltagsbewegungen, wie im Sitzen mit dem Fuß zu wippen, und Gewohnheiten, wie Treppen anstelle des Aufzugs zu nehmen oder kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, bestimmen in Summe und auf längere Zeiträume gerechnet, wie viel Energie wir täglich zusätzlich verbrauchen.

Grund- und Leistungsumsatz berechnen

Als Erhaltungskalorien wird die Kalorienmenge bezeichnet, die Grund- und Leistungsumsatz berücksichtigt und uns weder zu- noch abnehmen lässt. Rechnerisch wird sie wie folgt beschrieben:

30 bis 33 x Gewicht in kg

Dabei sollten Personen mit einem sitzend-stehenden Alltag und geringer sportlicher Aktivität ihr Gewicht eher mit dem Faktor 30 oder 31 multiplizieren, während körperlich schwer arbeitende oder im Leistungssport aktive Menschen mit 33 multiplizieren.
Die genannte Formel ist eine erste Annäherung. Wer es genauer wissen möchte, kann sich folgender Formeln bedienen.

  • Männer:
    Grundumsatz [kcal/24 h] = 66,47 + (13,7 * Körpergewicht [kg]) + (5 * Körpergrösse [cm]) – (6,8 * Alter [Jahre])
  • Frauen:
    Grundumsatz [kcal/24 h] = 655,1 + (9,6 * Körpergewicht [kg]) + (1,8 * Körpergrösse [cm]) – (4,7 * Alter [Jahre])

Um den tatsächlichen Leistungsumsatz zu ermitteln, wird der errechnete Wert um den Faktor 1,2-2,5 multipliziert, je nachdem, wie Ihr Alltag aussieht.

  • 1,2 – sitzend, liegend; bettlägrige, kranke, alte Menschen
  • 1,3-1,5 – sitzend, stehend; Büroangestellte, Schüler, Studenten
  • 1,6-1,7 – sitzend, stehend, gehend; Schüler, Studenten, Verkäufer
  • 1,8-1,9 – stehend, gehend; Kellner, Handwerker
  • 2,0-2,4 – hohe körperliche Belastung; Leistungssportler

Was tut der Arzt? Diagnose und Behandlung

Zuerst wird der Arzt Ihren BMI bestimmen und je nach Bedarf eine Körperzusammensetzungsanalyse durchführen, die Ihren Anteil an Fett- und Magermasse (Muskelgewebe) widergibt. Diese Analyse ist ein präziseres Kontrollinstrument als eine reine Gewichtsbeobachtung. Bereits hier ist eine annähernde Unterscheidung zwischen subkutanem (Unterhautfettgewebe) und viszeralem Fett (Bauchfett zwischen den Organen) möglich. Diese Trennung ist dahingehend relevant, als dass ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System oder Diabetes vor allem mit einem hohen Anteil an viszeralem Fett korreliert. Unterhaut-Fettpolster an Oberschenkeln und Hüfte (wie sie vor allem bei Frauen physiologisch sind) wirken sich hingegen sich in deutlich geringerem Maße auf Herz- und Gefäß-Funktionen aus.

Ein exaktes Werkzeug dafür ist die Darstellung mittels MRT (Magnetresonanztomografie). Diese Methode wird eher bei stark fettleibigen Patienten eingesetzt, um den Anteil sowie die Veränderungen des viszeralen Fettes überwachen und entsprechende Fortschritte als Form der Risikoreduktion nachvollziehen zu können.

Neben der rein körperlichen Untersuchung wird der Arzt nach Ihren Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten sowie auffälligem Essverhalten fragen. Bei letzterem geht es um psychologischen Hunger in Form von „Frust- und Trostessen“ oder unkontrollierten Essattacken (sog. binge eating). Und auch der Anlass und die Häufigkeit solcher Vorfälle sind relevant.

Anschließend folgt in der Regel die gemeinsame Erarbeitung eines Ernährungs- und Bewegungsplans, der sich jeweils nach Ihren Bedürfnissen und Vorlieben richten und Sie auch ein wenig fordern sollte. Regelmäßige Kontrolltermine unterstützen Sie langfristig bei Ihrem Vorhaben und sollten als externes Rückmeldesystem etabliert werden, um über einen längeren Zeitraum motiviert zu bleiben und die Ernährung sowie den Bewegungsumfang an die aktuelle Situation anpassen und nachjustieren zu können.

Video-Exkurs: Welcher Sport ist der richtige für mich?

Um wieder Freude an der Bewegung zu finden, ist es sinnvoll, sich einen Sport herauszusuchen, der Spaß macht. Sie sollten jedoch auch darauf achten, dass einige Sportarten problematisch in Bezug auf beispielsweise die Gelenke sind – ein Effekt, der gerade durch Übergewicht verstärkt werden kann. Welche Vor- und Nachteile populäre Sportarten wie Fußball, Joggen oder Zumba haben, stellt Dr. Tobias Weigl in diesem Video vor.

Häufige Patientenfragen

Spielt es neben der Kalorienmenge eine Rolle, welche Nahrungsmittel ich zu mir nehme?

Dr. T. Weigl
Grundsätzlich ist die Kalorienbilanz entscheidend. Die Wahl der Lebensmittel kann Ihnen den Weg zum Normalgewicht jedoch erheblich leichter oder eben auch schwerer machen.

Für die Grundbausteine unserer Nahrung gilt: 1 g Eiweiß oder Kohlenhydrate hat 4 kcal, 1 g Fett schlägt mit 9 kcal zu Buche und 1 g Ethanol (Alkohol) mit ca. 7 kcal. Entsprechend können wir mit einer Mahlzeit, die vorwiegend aus Fett und Kohlenhydraten (wie es bei vielen verarbeiteten Lebensmitteln der Fall ist) besteht, schon mit einer geringen Menge so viele Kalorien zu uns nehmen wie mit einer vollwertigen Mahlzeit. In beiden Fällen hätten wir dem Körper also gleich viel Energie zugeführt. Allerdings würde ein gefüllter Magen nach der vollwertigen Mahlzeit dem Gehirn viel länger ein Gefühl der Sättigung melden. Nach der kalorienreichen, aber volumenmäßig kleinen Mahlzeit bekommen wir dagegen schneller wieder Hunger und wollen somit tendenziell mehr Nahrung zu uns nehmen. Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index wie Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, aber auch Bananen und Trockenobst lassen den Hunger schnell wiederkehren. Das beruht in erster Linie darauf, dass sie zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels führen, dem der Körper mit schneller Aufnahme des Zuckers in Fett- und Muskelgewebe entgegenwirkt. Deshalb fällt der Blutzuckerspiegel ebenso rasant wieder. Ein neues Hungergefühl wird ausgelöst.

Man darf jedoch nicht vergessen, dass Teile unseres Organismus essenziell auf Zucker (sog. ‚Glukose‘) angewiesen sind. Das gilt vor allem für rote Blutkörperchen und das Gehirn. Führen wir dem Körper also gar keine Kohlenhydrate zu, kann sich das in Abgeschlagenheit, Blässe sowie verminderter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit äußern und den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen.
Die Wahl der Lebensmittel ist neben der Energiebilanz somit ganz entscheidend für das Sättigungsempfinden, den Hormonhaushalt und letztlich auch den Abnehmerfolg.

Muss ich also generell auf Süßes verzichten?

Dr. T. Weigl:
Nein. Letztlich führt die Summe unserer Entscheidungen dazu, ob wir auf lange Sicht zu- oder abnehmen. Sie werden ebenso wenig durch eine Festtagsmahlzeit übergewichtig, wie Sie durch einen Tag ausgewogener Ernährung Normalgewicht erreichen. Allerdings sollten Sie sich vor Augen führen, dass ein tägliches Kaloriendefizit von 200 kcal über mehrere Tage durch ein oder zwei fett- und kohlenhydratreiche Mahlzeiten am Wochenende oder entsprechend ausgeprägten Alkoholkonsum schnell wieder zunichtegemacht wird. Maßhalten lautet die Devise. Sie können zu festlichen Anlässen gern nach Lust und Laune essen, wenn Sie das Mehr an Kalorien im Nachhinein wieder ausgleichen. Oftmals reicht es schon, die folgenden Tage etwas mehr Gemüse und dafür weniger Sättigungsbeilagen zu sich zu nehmen und ein paar Spaziergänge oder eine zusätzliche Sporteinheit einzulegen. Und seien Sie versichert: Abnehmen darf Spaß machen!

Welchen Rat haben Sie für jemanden, der sich bisher nicht mit ausgewogener oder gesunder Ernährung beschäftigt hat?

Dr. T. Weigl
Allgemein können Sie damit beginnen, mehr Gemüse in ihre Ernährung zu integrieren. Dies sollte möglichst ohne fetthaltige Dressings oder Soßen angerichtet sein – Gewürze, Zwiebeln, Nüsse, Zitrone und ein hochwertiges Speiseöl können in Maßen für den Geschmack sorgen und Ihren Gerichten das gewisse Etwas verleihen.

Daneben empfiehlt sich ein Proteinanteil von ca. 1 g pro kg Körpergewicht – bei Hochleistungssportlern oder Menschen, die Muskeln aufbauen wollen auch mehr. Gut geeignet sind mageres Fleisch, Geflügel, Fisch, magere Milchprodukte, Eier, Tofu und Hülsenfrüchte. Eine proteinreiche Ernährung hat mehrere Vorteile. Erstens werden circa 30 % der z. Bsp. in Fleisch enthaltenen Energie vom Körper für die Verdauung des Lebensmittels verbraucht. Zweitens dauert die Verdauung selbst vergleichsweise lange. Deshalb sorgt sie für ein entsprechend langwährendes Sättigungsgefühl, das Ihnen dabei hilft, ein bisschen weniger Energie aufzunehmen, als Sie verbrauchen.

Zucker ist nicht immer schlecht

Den eher kleineren Anteil dürfen die Kohlenhydrate ausmachen, wobei auf möglichst unverarbeitete und komplexe Kohlenhydrate zurückzugreifen ist. Diese finden sich in Getreide (Haferflocken), Vollkornprodukten, Kartoffeln, ungeschältem Reis und zuckerarmen Obstsorten. Nach längeren Fastenzeiten (also morgens nach dem Schlafen) können die Kohlenhydrate getrost den Hauptanteil der Mahlzeit ausmachen und liefern Ihnen damit die nötige Energie für das Tagesgeschäft.

Ein weiterer Abnehmhelfer sind sogenannte Ballaststoffe. Sie sind besonders in Gemüse, Obst, aber auch in Hafer- oder Weizenkleie enthalten, verlängern die Darmpassagezeit und damit das Gefühl der Sättigung und wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Diese bestimmt unser Essverhalten maßgeblich mit.

Daneben sollten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form von Wasser und ungesüßtem Tee, achten.

 

Drei Monate später: Sabrina hat nach dem intensiven Gespräch mit ihrer Hausärztin einen Ernährungsleitfaden sowie unzählige Tipps zu einem aktiveren Alltag mitbekommen und schon viele Anregungen umgesetzt. Wenn ein Großteil ihrer früheren Mahlzeiten aus Fastfood und Süßigkeiten bestand, so probiert und variiert sie nun verschiedene Gemüsesorten, die neben langkettigen Kohlenhydraten (wie in Kartoffeln und Vollkornprodukten) sowie hochwertigen Proteinquellen, den Hauptanteil ihrer Mahlzeiten ausmachen. Zusätzlich hat sie sich angewöhnt, kürzere Strecken zu Fuß zu gehen und an sonnigen Tag mit dem Rad zur Schule zu fahren. Auch das Schwimmen – ein Sport, den sie als Kind sehr mochte – hat sie für sich wiederentdecken können und trifft sich nun regelmäßig mit einer Freundin, um gemeinsam Bahnen zu ziehen. Ohne zu hungern hat sie mit diesen kleinen Veränderungen schon 5 Kilogramm abgenommen. Sie fühlt sich großartig und ist sich sicher, dass sie die 10 Kilogramm, die sie von einem BMI im Normbereich trennen, genauso unmerklich und fast von allein verlieren wird.

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Litten oder leiden Sie an Übergewicht? Welche Faktoren haben Ihrer Meinung nach maßgeblich zu der Gewichtszunahme beigetragen? Mit welchen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten hatten Sie Erfolge bei der Gewichtsreduktion? Und welche Form von Unterstützung würden Sie Sich von Ihrem Arzt wünschen?! Nutzen Sie die Kommentarfunktion unten!

Autor: Dr. Tobias Weigl, Anna-Alice Ortner
Lektorat: Andrea Lorenz
Veröffentlicht am: 08.05.2018, zuletzt aktualisiert: 09.11.2018

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski u. a. (Hg.) (2017): Ernährungsmedizin – Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Georg Thieme Verlag.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (Hg.) (2007): Ursachen für Übergewicht und Fettsucht sind hinreichend bekannt. DGE beklagt Verunsicherung durch plakatives Infotainment. In: dge.de.
  • I. Gellhaus u. a. (2018): Ambulante Reha und Nachsorge für Kinder und Jugendliche mit Adipositas. Chancen und Hürden für Leistungserbringer und Rehabilitanden. In: Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 12(03), S. 120–126.
  • W. Keuthage, T. Schoppe (2018): Strukturierte Gewichtsreduktionsprogramme bei Adipositas: Welches Angebot für welchen Patienten!? Erfahrungen aus einer Schwerpunktpraxis für Diabetologie und Adipositas. In: Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 12(03), S. 127–133.
  • Gert Mensink u. a. (2014): Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). In: Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz Mai/Juni 2018.
  • Hans-Christian Pape, Armin Kurtz, Stefan Silbernagl (2014): Physiologie. Georg Thieme Verlag.
  • P. von Philipsborn u. a. (2018): Prävention von Adipositas und Diabetes mellitus als gesundheitspolitische Herausforderung. In: Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie 12(03), S. 113–119
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