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Kopfschmerzen – Ursachen | Symptome | Was tun?

Die Ursachen für Kopfschmerzen sind ebenso verschieden und komplex wie die Arten von Kopfschmerzen und ihre Symptome selbst.
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Bevor also erklärt werden kann, was Kopfschmerz ist, muss zwischen den Formen, in denen sich diese Krankheit äußert, unterschieden werden. Die International Headache Society (IHS) unterscheidet daher drei Hauptformen:

  1. Primäre Kopfschmerzerkrankungen: Der Kopfschmerz ist die Erkrankung selbst, hat keine andere zugrundeliegende Ursache bzw. Krankheit (wie z. B. Allergien). Die häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Clusterkopfschmerzen.
  2. Sekundäre Kopfschmerzerkrankungen: Diese werden auch als symptomatische Kopfschmerzen beschrieben. Sie treten als Symptom einer anderen Krankheit auf.
  3. Kraniale Neuralgien, zentrale und primäre Gesichtsschmerzen: Sie treten eher selten auf und zeichnet sich durch eine spezielle Erkrankung des zentralen Nervensystems, der Kopf- oder Gesichtsnerven aus.
Nach einer erneuten unruhigen und viel zu kurzen Nacht fühlte sich Susanne schon nach dem Aufstehen schlapp – wie schon die Wochen zuvor. Auf der Arbeit angekommen verschlechtere sich ihr Zustand bei stickiger Büroluft zunehmend. Erholung versprach sich Susanne von einem Spaziergang an der frischen Luft in der Mittagspause, doch ihr Kopf fühlte sich an, als drücke ein Schraubstock ihn zusammen. Der Schmerz legte sich dumpf und drückend auf ihre Stirn, dass ihr die weitere Arbeit am Computer kaum möglich war. Da sie sich ansonsten jedoch gesund fühlte, hoffte Susanne, dass die Kopfschmerzen wie sonst auch schnell vergehen würde. Nach weiteren 2 Stunden verließ sie das Büro an diesem Tag trotzdem früher und beschloss zum Arzt zu gehen, Nach einem ausführlichen Gespräch diagnostizierte ihr der Arzt Spannungskopfschmerzen aufgrund von Schlafmangel, möglichem Stress und Muskelverspannungen aufgrund ihrer sitzenden Tätigkeit am Computer.

 

Wie Kopfschmerzen entstehen

Susanne aus unseren Beispiel ist wahrscheinlich von Spannungskopfschmerzen betroffen, eine Art der primären Kopfschmerzen. Diese entstehen durch eine Veränderung in unserem Sinnsystem für Schmerzen. Die Veränderungen können durch vielfältige Faktoren ausgelöst werden.

Hormonschwankungen, Ernährungsgewohnheiten, Emotionen oder ein sich verändernder Tagesrhythmus – sie alle haben Einfluss auf unser hochsensibles Nervensystem, das unser Schmerzzentrum direkt beeinflusst. Die Faktoren zu identifizieren und zu behandeln kann sich als umfangreicher und schwieriger Prozess erweisen, da die Ursachen häufig nicht mit den Kopfschmerzen in Verbindung gebracht werden.

Bei den sekundären Kopfschmerzen ist die Lage eine andere. Die Ursachen sind eindeutiger und leichter zu identifizieren, da die zugrundeliegende Erkrankung oder Verletzung „sichtbar“ ist. Ähnlich verhält es sich bei Kopfneuralgien und Gesichtsschmerzen.

Die Symptome: Woran erkenne ich, um welche Art von Kopfschmerzen es sich handelt?

Wie schon erwähnt, sind die Symptome stark abhängig von der Art des Kopfschmerzes. Eine allgemeine Symptomatik lässt sich daher nicht beschreiben. Die primären Kopfschmerzen unterteilen sich in Spannungskopfschmerz, Migräne und Clusterkopfschmerz. Eine genauere Beschreibung der Symptome können Sie den jeweiligen Artikel zu den einzelnen Kopfschmerzarten entnehmen.

Ähnlich verhält es sich bei den sekundären Kopfschmerzen, da die Symptome von der jeweiligen zugrunde liegenden Erkrankung abhängen. Diese wiederum sind nur in einer ausführlichen Anamnese, also einer ärztlichen Befragung, zu klären, in der nicht nur Dauer und Häufigkeit der auftretenden Schmerzen geklärt werden, sondern auch, die Lokalisierung und Art des Schmerzes, Begleiterscheinungen (z. B. Übelkeit), Schmerzauslöser und -verstärker, etc.

Machen Sie den Selbsttest – Von welcher Art von Kopfschmerzen sind Sie betroffen?
Wie genau kann ich meine Kopfschmerzen bestimmen und beschreiben? Woher weiß ich, ob ich „normale“ Kopfschmerzen habe oder gar eine Migräne? Diese und weitere Fragen erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video – testen Sie die Art Ihrer Kopfschmerzen.

 

Wer ist von Kopfschmerzen betroffen?

Kopfschmerzen sind die Volkskrankheit Nr. 1. Jeder Mensch jeden Alters und Geschlechts kann davon betroffen sein. Eine Untersuchung der Schmerzklinik Kiel hat ergeben, dass 71 % der Befragten in Deutschland (zeitweise) an Kopfschmerzen leiden. Grundsätzlich lässt sich noch sagen, dass Frauen im Vergleich etwas häufiger von Kopfschmerzen betroffen sind als Männer.

Gut zu wissen!
Unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Göbel wurde an der Scherzklinik Kiel eine therapieunterstützende Migräne-App in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse entwickelt. Möglich wird die Erfassung und Behandlung von chronischen Schmerzen in der App z. B. mit der Apple Watch oder anderen Smartwatches. Seit Dezember 2016 nutzen bereits mehr als 10.000 Menschen diese kostenlose Anwendung. Die App für Apple und Android erfasst den Verlauf der eingegebenen Daten, analysiert sie und ist sogar in der Lage, den Patienten zu informieren und zu reagieren, wenn die analysierten Daten besorgniserregend sind oder sich z. B. eine Migräne-Attacke andeutet. Der App liegt jahrzehntelange Erfahrung von Wissenschaftlern, Experten und betroffenen Patienten zugrunde.
Kopfschmerzdiagnose
Eine sichere Kopfschmerzdiagnose benötigt eine umfangreiche ärztliche Patientenbefragung (Anamnese) nach den Charakteristika und Verläufen der Kopfschmerzen, sowie eine ärztliche Untersuchung, falls der Verdacht besteht, dass die Schmerzen nur als Symptom einer weiteren Erkrankung auftreten. Eine solche Befragung und Untersuchung beansprucht Zeit und selbst erfahrene Experten benötigen dazu bis zu einer Stunde. Der Weg zur abschließende Diagnose kann sich über mehrere Wochen strecken.

 

Häufige Patientenfragen

Wann sollte ich mit meinen Kopfschmerzen zum Arzt gehen?

Dr. T. Weigl
Leichte, gelegentliche Kopfschmerzen sind meist unproblematisch. Treten diese jedoch regelmäßig an immer mehr Tagen im Monat auf, werden die Attacken häufiger und stärker oder zeigen Schmerzmittel keine Wirkung mehr, dann sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Können Kopfschmerzen Symptome einer ernsthaften Krankheit sein?

Dr. T. Weigl
Ja, in diesem Fall spricht man von sekundären Kopfschmerzen, die durch eine andere Verletzung oder Erkrankung, wie z. B. Kopfverletzungen, Stoffwechselerkrankungen, Hirnblutungen oder ein Schädelhirntrauma, ausgelöst werden. Da es sich hier mitunter um Erkrankungen handelt, die einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen können, empfiehlt es sich, bei entsprechenden Symptomen zügig einen Arzt zu konsultieren.

Kann ich Kopfschmerzen selbst behandeln?

Dr. T. Weigl
In vielen Fällen lassen sich Kopfschmerzen selbst behandeln. Ein entsprechendes Schmerzmittel aus der Apotheke kann ebenso gut und schnell wirken wie frische Luft, ausreichend Schlaf, kalte Umschläge oder eine Massage. Dies gilt z. B. für Spannungskopfschmerzen, Schmerzen in Folge einer Verletzung oder Erkrankung lassen sich auf diese Weise allerdings nicht behandeln.
Jedoch sollte man v.a. vor einem zu häufigen Gebrauch von sog. Kopfschmerzmitteln aufpassen. Prinzipiell gilt die sog. 10-20-Regel, also nicht öfter als 10mal pro Monat eine Kopfschmerztablette zu nehmen (z. B. Paracetamol).
In diesem Video klärt Dr. Tobias Weigl über die Gefahren von Kopfschmerzmedikamenten bei Kindern und Jugendlichen auf.

 

Wie können und müssen Kopfschmerzen behandelt werden?

In den allermeisten Fällen lassen sich Kopfschmerzen schnell und unkompliziert behandeln. Für eine erste Schmerzlinderung helfen Kopfschmerztabletten, wobei auch da darauf geachtet werden sollte, um welche Art der Kopfschmerzen es sich handelt. Andere Behandlungsmethoden, die leicht ausgeführt werden können, sind Kältetherapie in Form von kalten Umschlägen oder Nackenmassagen, um die Muskulatur zu lockern und Verspannungen zu lösen. Wissenschaftliche Studien zur eindeutigen Wirksamkeit dieser „Hausmittelchen“ stehen allerdings noch aus.

Es sei abschließend gesagt, dass Kopfschmerzen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen sind, besonders nicht dann, wenn es sich wohlmöglich um sekundäre Kopfschmerzen mit einer anderen zugrundeliegenden Erkrankung handelt. Gerade die sollten möglichst schnell erkannt und therapiert werden, da die Krankheit sonst unter Umständen einen gefährlichen Verlauf annehmen kann. Einen solchen gefährlichen Verlauf gilt es frühzeitig abzuwenden. Dabei hilft es z. B. auch ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Susanne hat sich nun vorgenommen, regelmäßig und ausreichend zu schlafen. Auch hat sie beschlossen, es am Wochenende ruhig angehen zu lassen, damit sie Zeit hat, sich zu erholen. Die Kopfschmerztabletten, die ihr Arzt ihr empfohlen hat, helfen, den Schmerz zügig abzumildern, aber die Ursachen für ihre stetigen Kopfschmerzen muss sie nun selbst in Angriff nehmen, was in ihrem Fall kein schwieriges Unterfangen ist. Für die nächste Woche hat Susanne einen Termin mit dem Betriebsarzt vereinbart, um zu überlegen, ob ein neuer Schreibtischstuhl helfen könnte, die stetigen Verspannungen zu vermeiden.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Kopfschmerzerkrankungen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Katharina Mraz
Redaktion: Dr. Tobias Weigl
Veröffentlicht: 23.03.2018, zuletzt aktualisiert: 06.10.2018
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Hartmut Göbel (2016): Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Berlin Heidelberg.
  • Schmerzklinik Kiel: https://www.schmerzklinik.de/
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