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Diclofenac (Voltaren, Diclac) bei Fieber und Entzündungen – Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen

Auf einen Blick – Diclofenac

Was ist Diclofenac?

  • Schmerzmittel (NSAR, nicht-steroidales Antiphlogistikum)

Wie wirkt Diclofenac?

  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • fiebersenkend

Wann wird Diclofenac eingesetzt?

  • Fieber
  • Entzündungen
  • Schmerzen

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Diclofenac? (Auszug)

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Verstopfungen

Wann darf man Diclofenac nicht bekommen?

  • schwere Funktionsstörungen der Niere (z.B. Niereninsuffizienz)
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Magengeschwür

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Diclofenac ist ein häufig verwendetes Medikament und gehört zur Gruppe der sogenannten ‚NSAR’. In den 1960ern konnten Alfred Sallmann und Rudolph Pfister in der Schweiz erstmal Diclofenac künstlich herstellen. Es kommt in vielen Bereichen zum Einsatz, etwa bei Entzündungen, Gelenkschmerzen, Gicht oder Migräne. Was aber sind die Nebenwirkungen dieses Schmerzmittels? Und wann sollte man Diclofenac auf keinen Fall einnehmen? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist Diclofenac?

Diclofenac wird bei Schmerzen, Fieber und bei Entzündungen eingesetzt. Im Verkauf findet man es zum Beispiel unter den bekannten Handelsnamen Diclac, Diclofenac-Rathiopharm, Voltaren und Voltaren Dolo. Es ist ein oft verwendetes nicht-opioides bzw. nicht-steroidales Antiphlogistikum, also ein Medikament, welches Entzündungen hemmt.

Nichtopioid und nichtsteroidal bedeutet, dass es sich hierbei nicht um ein Opioid (also um eine mit dem Opium verwandte Substanz, wie etwa Morphin) handelt und dass keine Glucocorticoide in dem Medikament enthalten sind. Ein anderer Name für die nicht-steroidalen Anthiphlogistika ist ‚nichtsteroidales Antirheumatikum‘. Die geläufige Abkürzung lautet „NSAR“. Die NSAR sind einander sehr ähnlich und unterscheiden sich nur geringfügig. Ein weiteres populäres Beispiel für diese Gruppe ist Ibuprofen.

Diclofenac ist auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich (in niedriger Dosierung). Dieser Fakt ist Fluch und Segen zugleich, da es zum einen einfacher erhältlich ist und vielen Menschen mit akuten Schmerzen sehr gut hilft. Andererseits unterschätzen viele das Medikament, nur weil es ohne Rezept erhältlich ist. Ein chronischer Gebrauch dieses Mittels oder auch des ähnlichen Ibuprofens kann beispielsweise zu erheblichen unangenehmen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich führen.

Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl, wie Diclofenac wirkt, welche Nebenwirkungen existieren und wann man Diclofenac nicht einnehmen sollte.

Schmerzmittel Ibuprofen & Diclofenac – Wirkung und Nebenwirkungen // IHR Medikamenten-Check

Wie wirkt Diclofenac?

Diclofenac hemmt die sogenannten Cyclooxygenasen I und II. Das sind zwei Enzyme, die bei der körpereigenen Herstellung von Prostaglandinen beteiligt sind. Prostaglandine sind ebenfalls Enzyme, die z.B. bei Entzündungsprozessen eine Rolle spielen. In diesen Zusammenhang behindert Diclofenac dementsprechend u. a. Entstehung von Entzündungsprozessen.

In der folgenden Liste finden Sie die wichtigsten Wirkungen von Diclofenac:

  • Fiebersenkung
  • Schmerzlinderung
  • Entzündungshemmung

Welche Anwendungsgebiete hat Diclofenac?

Diclofenac wird ähnlich wie Ibuprofen bei Fieber, Entzündungen und Schmerzen eingesetzt. Hierbei handelt es sich meist um Sportverletzungen, Rheuma, Gicht, Gelenkschmerzen oder Migräne. Wird Diclofenac zur Behandlung von Rheuma und Gicht eingesetzt, wird meist jedoch eine höhere Dosierung benötigt. Es wird also dann verwendet, wenn es sich um entzündlich bedingte Krankheiten handelt.

Gut zu wissen!
Wussten Sie, dass Diclofenac auch bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt werden kann?
Oft werden Frauen während ihrer monatlichen Menstruationsblutung von krampfartigen und dumpfen Unterleibsschmerzen geplagt. Des Weiteren können Kopfschmerzen, Migräne, Übelkeit, Durchfall oder auch Schwindel auftreten. Diese Unterleibsschmerzen werden durch spezielle Gewebshormonen, den Prostaglandinen, ausgelöst. Das NSAR hemmt die Bildung der Gewebshormone. Dadurch treten weniger oder weniger intensive Schmerzen auf.

Wie wird Diclofenac angewendet?

Diclofenac ist in unterschiedlichen Darreichungsformen, welche an den Patienten angepasst und dosiert werden, erhältlich: Gele, Salben, Pflaster oder Tabletten. Man kann es auch zur Behandlung von nicht-spezifischen Entzündungen des äußeren Auges und zur lokalen Schmerztherapie am Auge in Form von Augentropfen verwenden (Difen-Stulln, Voltaren opththa). Des Weiteren gibt es, um einer Gastritis oder sogar Magen-Darm-Geschwüren vorzubeugen, eine Kombination aus Diclofenac und einem anderen Wirkstoff, nämlich Misoprostol. Das Misoprostol unterstützt die Magen- und Darm-Schleimhaut, in dem es die Schleimproduktion fördert. Somit können die durch Schmerzmittel verursachten Schäden im Magen- und Darm-Bereich verringert werden. Dieses kombinierte Medikament trägt den Namen Arthotec.

Diclofenac wirkt so, dass dort, wo der Schmerz auftritt, die Arbeitsfähigkeit der Schmerzrezeptoren gesenkt wird. Es wird weniger Schmerz am Ort der Verletzung aufgenommen und somit werden auch weniger als Schmerz empfundene Signale zum Gehirn weitergeleitet.
— Dr. Dr. Tobias Weigl

Vergleicht man Diclofenac und Ibuprofen, nimmt man Diclofenac in viel geringeren Mengen ein. Dies liegt an der höheren Wirkung. Die Maximaldosierung liegt bei 150 mg pro Tag. Dies entspricht ungefähr zwei Tabletten. Mehr als diese Menge sollte nicht überschritten werden. Außerdem sollte Diclofenac höchstens drei bis vier Tage hintereinander eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen hat Diclofenac?

Die meisten Arzneimittel verursachen Nebenwirkungen. Diese müssen für die Patienten im Beipackzettel oder Packungsbeilage des jeweiligen Medikaments verzeichnet sein. Dabei gilt, dass Nebenwirkungen auftreten können, aber nicht müssen. Nebenwirkungen werden nach ihrer Häufigkeit und ihrem Schweregrad eingeteilt. Die nachfolgende Auflistung nennt Ihnen die nach ihrer Häufigkeit eingeteilten Nebenwirkungen.

Die Angabe „sehr häufig“ bedeutet, dass durchschnittlich mehr als 1 von 10 Patienten von diesen Nebenwirkungen betroffen sind. Sehr häufige Nebenwirkungen bei Diclofenac sind u.a.:

Die Angabe „häufig“ bedeutet, dass bei 100 Behandelten etwa 1 bis 10 diese Nebenwirkungen erfahren (≥1/100 bis <1/10). Häufiger auftretende Nebenwirkungen von Diclofenac sind u.a.:

„Gelegentlich“ bedeutet, dass die Nebenwirkungen bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten auftreten können. (≥ 1/1.000 bis < 1/100). Bei der Einnahme von Diclofenac können u.a. folgende Nebenwirkungen gelegentlich auftreten:

Treten Nebenwirkungen selten auf, ist 1 von 1.000 Patienten betroffen. Bei Diclofenac zählen u. a. folgende Nebenwirkungen als selten:

  • niedriger Blutdruck (sog. ‚Hypotonie’)
  • Unverträglichkeitsreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
  • Asthma

Die Angabe „sehr selten“ bedeutet, dass weniger als 1 Behandelter von 10.000 von dieser Nebenwirkungen betroffen ist. Bei Diclofenac zählen als sehr seltene Nebenwirkungen u.a.:

Mussten Sie schon einmal Diclofenac einnehmen? Wenn ja, hatten Sie Nebenwirkungen? Welche der sehr häufigen Nebenwirkungen sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich)

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen hat Diclofenac?

Als Kontraindikation, auch Gegenanzeige, beschreiben Mediziner einen Umstand, der die Einnahme eines bestimmten Medikaments streng untersagt. Es gibt u.a. folgende Kontraindikationen für Diclofenac:

  • schwere Funktionsstörungen der Niere (z.B. Niereninsuffizienz)
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Blutbildungsstörungen, die noch ungeklärt sind
  • Hämorrhagie – der Begriff bedeutet Blutung und wird benutzt, wenn infolge von z.B. Verletzungen Blut aus Gefäßen in benachbartes Gewebe austritt. Je nach Blutungsort kann diese Blutung harmlos oder sogar lebensgefährlich sein. Gehirnblutungen können bspw. einen Schlaganfall auslösen
  • Magengeschwür
  • letztes Schwangerschaftsdrittel
  • gastrointestinale Blutungen im Zusammenhang mit einer zuvor erfolgten Behandlung mit NSAR (etwa Ibuprofen)
  • es gab in der Vergangenheit Reaktionen von z.B. Bronchospasmen (Verkrampfen der Atemwegsmuskeln) oder Asthma, die im Zusammenhang mit der Einnahme von NSAR stehen

Welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gibt es?

Folgende Wechselwirkungen gibt es bei Diclofenac u.a.:

    • werden Diclofenac und kaliumsparenden Medikamenten wie einige Diuretika (z.B. Amilorid) oder Ciclosporin (sog. ‚Immunsupressivum’) zusammen eingenommen, kann dies zu einer Hyperkaliämie (erhöhte Kaliumkonzentration im Blut) führen.
    • Diclofenac sollten Sie nicht einnehmen, wenn Sie gleichzeitig Glucocorticoide einnehmen. Dabei kann es nämlich zu einer Erhöhung der Gefahr von gastrointestinalen Komplikationen wie Magen-Darm-Geschwüren kommen. Auch kann das Mittel die blutzuckersenkende Wirkung von oralen Antidiabetika steigern oder auch die Blutdruck senkende Wirkung von Antihypertonika, wie den ACE-Hemmern (z. B. Ramipril) verringern.
    • werden Antidiabetika mit Diclofenac eingenommen, kann es dazu kommen, dass der Blutzuckerspiegel beeinflusst wird. Möglicherweise muss deshalb die Antidiabetikadosis angepasst werden.
    • Diclofenac kann die die Wirkung von Diuretika (z.B. Furosemid) und blutdrucksenkenden Medikamenten (z.B. Valsartan) vermindern.
    • Medikamente, die Probenecid (u.a. ein Mittel gegen Gicht) enthalten, können dafür sorgen, dass Diclofenac verzögert ausgeschieden wird.
    • die gemeinsame Gabe von Diclofenac und Ciclosporin (ein Immunsuppresivum) kann dafür sorgen, dass die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin verstärkt wird.
    • NSAR wie Diclofenac können dafür sorgen, dass die Wirkung von gerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Warfarin) verstärkt wird.

 

Diclofenac auf einen Blick

Diclofenac ist ein oft verwendetes nicht-opioides bzw. nicht-steroidales Antiphlogistikum, also ein entzündungshemmendes Medikament.

Wirkungen

  • Schmerzlinderung
  • fiebersenkend
  • entzündungshemmend

Anwendungsgebiete

Häufigste Nebenwirkungen

Empfohlene Dosis

  • Dosierung hängt von der Stärke der Schmerzen ab
  • je nach Präparat bis zu max. 150 mg
  • Einnahme höchstens drei bis vier Tage hintereinander

Darreichungsform

  • Tablette
  • Salbe

Was sind die Gefahren einer dauerhaften Einnahme?

Bei einer dauerhaften Einnahme von Diclofenac kann es zu einigen unerwünschten Nebenwirkung kommen. Die größte Gefahr liegt hier bei der Entstehung von Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Geschwüren.
Es können gastrointestinale Störungen, Bauchschmerzen, Übelkeit und auch Blutungen auftreten. Auch kann es zu Allergien, Asthma (sog. ‚Analgetikaasthma’) oder auch zu Kopfschmerzen kommen. Zudem kann ein langfristiger Gebrauch auch zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen.
Menschen mit Bluthochdruck sollten also vorsichtig sein. Außerdem führt Diclofenac häufiger als andere NSARs zur Erhöhung von Leberenzymwerten.
Aus diesen Gründen sollte Diclofenac als Medikament ernst genommen werden und nicht dauerhaft angewendet werden. Viele Menschen denken, dass Medikamente ohne Rezeptpflicht keine Risiken bergen. Dies ist jedoch ein Denkfehler. Überall wo eine Wirkung ist, kann es auch eine Nebenwirkung geben.

Neben Diclofenac oder Ibuprofen zählt auch Naproxen zu den NSAR und hat eine ähnliche Wirkung. Wie Naproxen wirkt, welche Nebenwirkungen existieren und wann man Naproxen nicht einnehmen sollte, erklärt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl in seinem Videobeitrag.

Schmerzmittel Naproxen: Dosierung, Wirkung & Nebenwirkungen – Unterschiede zu Ibuprofen

Aktuelles auf der Forschung – Erhöht Diclofenac das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle?

Eine dänische Studie bestätigt, dass Diclofenac das Risiko erhöht, schwere kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zu begünstigen. Bereits seit 2004 steht Diclofenac im Verdacht, das Risiko für derartige Vorfälle zu erhöhen. Ein konkreter, wissenschaftlich fundierter Beleg stand bisher noch aus. Da nach jetzigem Stand vermutlich keine randomisierte kontrollierte Studie mehr erfolgt, haben die Wissenschaftler eine solche Studie simuliert. Dafür haben sie epidemiologische Daten zwischen Januar 1996 bis Dezember 2016 herangezogen. Vergleichend prüften die Wissenschaftler bei den Patienten, denen ein NSAID verschrieben wurde, ob es darauffolgend innerhalb von 30 Tagen zu thrombotisch-arteriellen Krankheiten kam. Wie in einer normalen klinischen Studie wurden Diclofenac-Patienten mit Patienten verglichen, denen andere NSAID oder gar keine Schmerzmittel verschrieben worden sind. Monat für Monat wurde nun überprüft, ob sich Korrelationen zwischen der Diclofenac-Einnahme und schweren kardiovaskulären Ereignissen ergaben. Insgesamt haben die Forscher damit 252 klinische Studien simuliert.

Dabei kam es in den jeweils ersten 30 Tagen, nachdem die Behandlung mit Diclofenac begonnen wurde, häufiger zu Ereignissen wie etwa einem Herzinfarkt als bei Paracetamol, anderen NSAID oder bei keiner Einnahme von Schmerzmitteln. Problematisch sei das Medikament ebenfalls, wenn es um Komplikationen im Verdauungstrakt geht: Das Blutungsrisiko im oberen Verdauungstrakt war in den ersten 30 Tagen erheblich höher als bei Personen, die keine NSAID einnehmen mussten.

Diese Beobachtungen bestätigen die Bedenken der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA), die schon 2013 gefordert hatte, Diclofenac-Verordnungen einzuschränken. Die Autoren der Studie betonen aber, dass das Risiko für Einzelpersonen eher überschaubar sei: Die Gefahr, infolge einer Diclofenac-Einnahme innerhalb eines Monats einen Schlaganfall oder vergleichbare schwere kardiovaskuläre Vorfälle zu erleiden, liege bei 0,10%.

Quelle: Morten Schmidt et al. (2018): Diclofenac use and cardiovascular risks: series of nationwide cohort studies, in: British Medical Journal 362:k2426.

Häufige Patientenfragen

Sollte ich bei Entzündungen Diclofenac lieber als Salbe anwenden oder als Tablette einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl:

Bei gleicher Dosierung ist bei beiden Formen dieselbe Wirkungsstärke gegeben. Manche finden es angenehmer die Salbe zum Beispiel nach einer Sportverletzung oder bei einer Gelenkentzündung auf die betroffene Stelle aufzutragen, andere bevorzugen die Tablette. Somit ist es Ihnen selbst überlassen, für welche Darreichungsform Sie sich entscheiden.

Ist Diclofenac verschreibungspflichtig?

Dr. Dr. T. Weigl:
Prinzipiell ist Diclofenac rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Passen Sie jedoch auf, das Mittel nicht chronisch einzunehmen. In höheren Dosen, zum Beispiel zur Behandlung von Rheuma,, ist es verschreibungspflichtig. Somit ist die Dosierung ein Kriterium für die Rezeptfreiheit. Eine kurze Diskussion über die Rezeptfreiheit von Diclofenac und auch Ibuprofen führe ich außerdem in dem Video oben.

Ist Diclofenac oder Ibuprofen besser verträglich?

Dr. Dr. T. Weigl:
Allgemein kann man sagen, dass beide Arzneimittel Entzündungen und Schmerzen lindern. Beide haben auch sehr ähnliche Nebenwirkungen. Diclofenac hat jedoch eine stärkere Wirkung im Vergleich zu Ibuprofen. Dies ist mitunter ein Grund, wieso es dementsprechend auch schneller zu Magen-Darm-Beschwerden beziehungsweise Schleimhautreizungen führen kann.

Gibt es pflanzliche Alternativen zu Diclofenac?

Dr. Dr. T. Weigl
Die folgenden beiden Pflanzen beziehungsweise pflanzlichen Stoffe sind eine Alternative zu NSAR. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Arzneimittel im herkömmlichen Sinne. Aus diesem Grund stellen sie eine pflanzliche Alternative zur Linderung von Entzündungen oder auch Schmerzen dar.

  • Weihrauch – Weihrauch war früher bei den Ägyptern nicht nur bloß ein Hilfsmittel bei der Mumifizierung, sondern auch ein Heilmittel in der Medizin. Er galt schon früher als entzündungshemmend und wird auch heute als Alternative gegen Entzündungen eingesetzt. Weihrauch findet schon längst Einsatz bei Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder auch bei Darmentzündungen wie Morbus Crohn.
  • Apfelessig – Was viele Menschen nicht wissen, ist, dass Apfelessig viele verschiedene wertvolle Inhaltsstoffe enthält, die zum Teil schmerzlindernd wirken und vitaminreich sind. Viele dieser Inhaltsstoffe können bei Bauchschmerzen, Muskelschmerzen und auch Sodbrennen helfen. Daneben kann Apfelessig Verdauungsstörungen oder Erkältungserscheinungen lindern.

Typisches Patientenbeispiel

Seit zwei Tagen hat Elisabeth Bauchschmerzen. „Ich gehe doch wegen sowas nicht zum Arzt“, meckert sie ihre Tochter Ulrike an, als diese Elisabeth zu ihrem Hausarzt bringen möchte. „Hast du etwas Verdorbenes gegessen? Das hattest du schonmal, dass du nicht aufs Ablaufdatum geschaut hast…“, schaut Ulrike sie stirnrunzelnd an. „Ich bin doch nicht verkalkt“, raunt Elisabeth zurück und schmeißt sich Tabletten in den Mund. „Ist das gegen deine Gicht? Wie viele nimmst du davon? Hast du mal den Beipackzettel gelesen oder in der Apotheke nachgefragt?“ „Keine Ahnung. Ich nehme immer so 4 oder 5 Tabletten am Tag, dann hilft das bestimmt mehr.“ Entsetzt liest Ulrike den Beipackzettel und blickt ihre Mutter böse an: „Spinnst du? So viel dazu, dass du nicht verkalkt bist – hier steht, dass du von dem Diclofenac max. 150 mg nehmen sollst. Du nimmst ja bei der Menge das Doppelte! Ne, wir fahren jetzt sofort zum Arzt!“

„Ja, Frau Semmel, das haben sie aber deutlich übertrieben“, erklärt Elisabeths Arzt. „Wir hatten das auch eigentlich so besprochen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, fragen Sie bitte nochmal nach. Das ist ja gar kein Problem. Bei Diclofenac kommt es leider häufiger mal zu Problemen im Verdauungstrakt, deswegen darf man das auch nicht allzu lang einnehmen. Schon gar nicht in diesen Mengen!“ Geduldig erklärt er Elisabeth, wie viel sie für ihre Schmerzen einnehmen muss und schreibt ihr alles noch einmal auf. „Am besten lesen Sie immer selbst noch den Beipackzettel. Dann passiert ihnen so etwas nicht“, verabschiedet er sie. Etwas triumphierend schaut Ulrike ihre Mutter an – „ja ja, ist gut, du hattest recht“, winkt Elisabeth ab.

Verwandte Themen

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Sebastian Mittelberg
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 14.03.2018, zuletzt aktualisiert: 08.07.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Alfred Sallmann, Rudolf Pfister (1967): Verfahren zur Herstellung einer neuen, substituierten Phenylessigsäure. Schweizerische Patentschrift Nr. 487 116.
  • Ernst Mutschler (2013): Arzneimittelwirkungen: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie, 10. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2013
  • Klaus Aktories u. a. (2017): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 2017
  • gelbe-liste.de: Diclofenac.
  • ratiopharm.de (2017): Gebrauchsinformation – Informationen für Anwender. Diclofenac- ratiopharm® 75 mg SL Retardkapseln.
  • rme/aerzteblatt.de (2018): Diclofenac: Studie bestätigt erhöhtes Herz-Kreis­lauf-Risiko.
  • Morten Schmidt et al. (2018): Diclofenac use and cardiovascular risks: series of nationwide cohort studies, in: British Medical Journal 362:k2426.
[Gesamt:19    Durchschnitt: 4.2/5]
1 Kommentar
  • Dr. Torsten Hentsch
    30.04.2019 07:40

    Ebenso hat Diclofenac verheerende Auswirkungen in unseren Gewässern. Nicht nur bei Geiern, sondern auch bei Fischen ist ein akutes Nierenversagen bekannt und belegt. Über 99% des Wirkstoffes finden wir nach dem Duschen in unseren Gewässern! Deshalb sollte man auf Alternativen zurück greifen!

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