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Migräne – Symptome | Diagnose | Therapie

Obwohl die Ursachen der Migräne noch nicht gänzlich erforscht sind, gibt es inzwischen viele wirksame Therapiemöglichkeiten.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Als Migräne werden halbseitige Kopfschmerzen bezeichnet, bei denen andere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden können. Typischerweise verläuft die Migräne in periodisch auftretenden, sogenannten Migräneattacken, die oft, aber nicht zwingend in wechselnden Phasen vorkommen. Die genauen Umstände und Ursachen sind bislang ungeklärt, doch lässt sich bei Migräneanfällen eine Erweiterung und Reizung der Blutgefäße im Gehirn feststellen, weswegen führende Hypothesen den Arterien im Gehirn eine besondere Bedeutung zumessen.

Migräne wird von Ärzten in verschiedene Formen unterschieden, deren Abgrenzung jedoch problematisch ist und deren konkreter Verlauf sehr individuell sein kann.

In diesem Video erklärt Dr. T. Weigl ob Intervallfasten, ein aktueller Hype, bei Migräne sinnvoll ist oder nicht. Mehr zum Thema Intervallfasten bei Migräne können Sie auch hier nachlesen:

 
Ein wichtiger Begriff im Zusammenhang mit Migräne ist die Aura: So wird eine vorhergehende Phase bezeichnet, die von Reizstörungen wie etwa visuellen Effekten geprägt ist. Die verbreitetste Form der Migräne tritt jedoch ohne diese Auraphase auf.

Die Migräne kündigt sich schon vormittags an: Karla kann sich zunehmend schlechter auf ihre Arbeit konzentrieren. Ihre Kollegen nerven sie zunehmend und sie muss sich zusammenreißen, ihnen nicht zu roh zu begegnen. Kurz vor der Mittagspause sieht sie Objekte in ihrem Büro zeitweise verschwommen. Die Blumentöpfe auf der Fensterbank wirken unwirklich klein und ein Kribbeln macht sich in ihren Beinen und Armen bemerkbar. Über die nächsten Minuten werden die visuellen Effekte intensiver und Karla sieht zeitweise zickzackförmige Lichtblitze vor ihren Augen. Sie weiß inzwischen, was ihr bevorsteht – keine angenehme Zeit. Nach einer Stunde setzen schließlich die Kopfschmerzen ein, die wie ein Hammer immer wieder in ihre Schläfen schlagen und ihr wird übel. Die grelle Beleuchtung im Flur, die quasselnden Kollegen und die lärmenden Drucker aus den Büros, alles sticht in ihrem Kopf. Die Übelkeit führt sie schließlich auf die Toilette, wo sie unter pochenden Schmerzen darauf wartet sich zu übergeben.

Das Gehirn und seine Blutversorgung

Das Gehirn beansprucht bereits im Ruhezustand rund ein Zehntel des Sauerstoffbedarfs unseres gesamten Körpers. Es besteht zum Großteil aus Nervenzellen. Im Gegensatz zu vielen anderen Zellen sind Nervenzellen nicht dazu in der Lage, ihren Energiebedarf ohne Sauerstoff zu decken. Um eine kontinuierliche Versorgung aufrecht zu erhalten, ist die Blutversorgung unseres Denkorgans stark differenziert und verfügt über mehrere Sicherheitssysteme.

Grob lässt sich die Blutversorgung des Gehirns in einen vorderen und einen hinteren Kreislauf unterteilen. Die Zuflüsse des vorderen Kreislaufs bilden die rechte und linke innere Halsschlagader (lat. Arteria carotis interna dextra et sinistra), während der hintere Kreislauf durch die Schlüsselbein-Schlagadern gespeist wird, die entlang der Halswirbelsäule verlaufen.

Das Gehirn benötigt viel Sauerstoff und verfügt über eine besonders komplexe Blutversorgung

Vor Ort übernehmen die Kapillaren die Versorgung mit Blut in den einzelnen Regionen des Gehirns. Das sind kleine, gut vernetzte Arterien, die so eng sind, dass sie größere Moleküle nicht passieren lassen; ein Prinzip, welches auch als Blut-Hirn-Schranke bekannt ist und einen wichtigen Schutzmechanismus unseres Gehirns ausmacht.

Den größten Abfluss unseres Gehirns bildet die Große Hirnvene (lat. vena magna cerebri), die sich zentral unterhalb des Balkens befindet, welcher unsere zwei großen Hirnhälften miteinander verbindet.

Unklare Ursachen: Bei Migräne tritt eine Weitung der Blutgefäße im Gehirn auf

Die Blutversorgung unseres Gehirns ist essentiell für unser Überleben und bei Kreislaufversagen beginnt schon nach wenigen Minuten Gehirngewebe abzusterben, während Verstopfungen von Arterien zu Schlaganfällen führen. Obwohl die konkreten Ursachen der Migräne bisher ungeklärt sind, lässt sich feststellen, dass in deren Verlauf die Wände der Blutgefäße im Gehirn stark gereizt sind.

Bei etwa einem Fünftel der Patienten geht den Kopfschmerzen eine sog. Aura voraus, welche darauf hinweist, dass die Migräne auch Nervenzellen betrifft: Die Migräneaura geht vor allem mit Sinnesstörungen einher. Das deutlichste und am weitesten verbreitete Kennzeichen der Migräne, die Kopfschmerzen, wird jedoch auf eine Weitung der Arterien zurückgeführt. Vorbeugende Medikamente wirken daher in der Regel verengend auf diese Blutgefäße.

Die Tatsache, dass Migräneattacken auch durch psychische Faktoren wie Stress ausgelöst werden können, spricht ihrerseits für die enge Verbindung hormoneller Prozesse im Gehirn mit dessen komplexer Blutversorgung.
Zusammenfassend lässt sich nach dem aktuellen Forschungsstand festhalten, dass sich eine Migräne vor allem als Durchblutungsstörung des Gehirns bemerkbar macht, aber in keinem Falle ausschließlich vasculär, d. h. die Arterien betreffend abläuft.

Leiden Sie an Migränekopfschmerzen? Wo empfinden Sie die Schmerzen? (Mehrfachnennungen sind möglich) Mit Ihren Antworten helfen Sie unseren Lesern, ihre Symptome besser einschätzen zu können.
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Symptome und Phasen der Migräne

Eine Migräne lässt sich in vier Phasen unterteilen, in denen typische Symptome vorliegen, die sich von Fall zu Fall jedoch stark voneinander unterscheiden können.

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen tritt eine sogenannte Vorbotenphase, auch Prodromalphase genannt auf. Diese kann wenige Stunden bis zu zwei Tage vor der eigentlichen Migräneattacke auftreten und ist durch charakteristische Symptome geprägt, die sie von der im folgenden Abschnitt erläuterten Auraphase deutlich unterscheiden. Dazu gehören Müdigkeit, Gereiztheit, aber auch Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel.

Symptome der Vorbotenphase:

  • Müdigkeit
  • Gereiztheit
  • Heißhunger

Die Phasen der Migräne treten nicht bei allen Patienten auf – allen gemein sind nur die Kopfschmerzen

Etwa ein Fünftel aller Migränepatienten erlebt vor der Kopfschmerzphase die sogenannte Migräneaura. Oft treten in dieser Phase visuelle Störungen auf. Dazu gehören zeitweise Teilerblindungen, schwarze Flecken im Sichtfeld, Unschärfe im Sehen, oder Verlust der räumlichen Wahrnehmung. Sensibilitätsstörungen, die auftreten können von Taubheit oder einem Kribbeln in Armen und Beinen begleitet werden. Es können auch Gleichgewichtsstörungen, falsches Geruchsempfinden, oder sogar Sprachstörungen auftreten. Besonders die Auraphase verläuft von Patient zu Patient sehr unterschiedlich. Was oft als charakteristisch empfunden wird, ist der dynamische Verlauf dieser Phase, etwa dass optische Störungen sich verändern, oder dass das Kribbeln im Körper wandert.

Symptome der Auraphase:

  • visuelle Störungen
  • zeitweise Teilerblindung
  • schwarze Flecken im Sichtfeld
  • unscharfes Sehen
  • Verlust der räumlichen Wahrnehmung
  • Sensibilitätsstörungen
  • Taubheit/Kribbeln in Armen oder Beinen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • falsches Geruchsempfinden
  • Sprachstörungen

Die Kopfschmerzphase kann zwischen einer Stunde und mehreren Tagen andauern. Die Kopfschmerzen treten meistens halbseitig oder punktuell auf und betreffen Schläfen, Stirn oder den Augenbereich. Bei manchen Patienten kann der Schmerz auch in den Rücken oder die Zähne wandern. Der Schmerz selbst wird als pochend, hämmernd, oder auch stechend beschrieben. Ein Großteil der Betroffenen ist dabei besonders Empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen, von einigen wird dabei auch eine Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen beschrieben. Licht, Lärm und körperliche Betätigung wirken verstärkend auf die Schmerzen, während Dunkelheit und Ruhe lindernd wirken.

Symptome der Kopfschmerzphase:

  • halbseitige oder punktuelle Schmerzen
  • Schmerzen in Schläfen, Stirn und Augenbereich
  • ausstrahlender Schmerz in die Zähne oder den Rücken
  • pochender, hämmernder oder stechender Schmerz
  • Licht-/Geräuschempfindlichkeit
  • Licht, Lärm und Bewegung verstärken die Symptome
  • Dunkelheit und Ruhe wirken lindernd

Mehr Informationen zu Migräne in diesem Video

In diesem Video erfahren Sie, ob Sie an Migräne leiden und wie Sie Migräne von anderen Arten von Kopfschmerzen unterscheiden können:

Gut zu wissen!
Die eigentümlichen visuellen Störungen der Migräneaura haben unter anderem Maler wie Giorgio de Chirico und vermutlich auch Vincent van Gogh zu großen Werken inspiriert.

Wer ist betroffen?

Jeder Zehnte in Deutschland leidet an Migräne. Davon sind in etwa dreimal so viele Frauen betroffen wie Männer. Am häufigsten tritt Migräne ab dem jungen Erwachsenenalter auf, jedoch zeigen Studien, dass Migräne unter Jugendlichen seit den 70er Jahren stark zugenommen hat.

Ab dem 30. Lebensjahr treten Migräneattacken in der Regel weniger häufig auf.

Geht Ihren Migräneattacken eine visuelle Migräneaura voraus? Welche Erscheinungen äußern sich dabei? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihren Antworten können Sie Betroffenen helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen.
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Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Den Beginn einer Diagnose bildet ein detailliertes Gespräch zwischen Arzt und Patient. Während dieser sog. Anamnese erkundigt sich der Arzt zunächst nach den konkreten Beschwerden. Relevant sind neben der Krankengeschichte unter anderem die Häufigkeit der Migräneattacken, die Art der Kopfschmerzen, wo sie genau auftreten und wie stark sie sind. Auch nach weiteren Symptomen wie Übelkeit und Sehstörungen wird gefragt.

Durch eine ausführliche Anamnese kann die Diagnose der Migräne oft schon von anderen Formen von Kopfschmerzen und anderen Erkrankungen abgegrenzt werden. Oft treten bei Patienten auch verschiedene Arten von Kopfschmerzen gleichzeitig auf, daher ist es wichtig, dass sowohl Arzt als auch Patient ein detailliertes Wissen über deren Beschaffenheit und Behandlung entwickeln.

International vereinheitlichter Fragenkatalog für Migräne-Diagnose

Im nächsten Schritt werden neurologische Untersuchungen durchgeführt. Da sich Symptome der Migräne oft mit denen anderer Erkrankungen überschneiden, gibt es je nach Bedarf die Möglichkeit, weitere Untersuchungsarten hinzuzuziehen, bspw. die Computertomografie (CT), das Elektroenzephalogramm (EEG), die Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) oder die Ultraschall-Untersuchung.

Im Verlauf dieser Untersuchungen können auch verschiedene Arten der Migräne voneinander unterschieden werden. Solch eine Eingrenzung ist zwar erforderlich, um ein so vielseitiges Phänomen wie die Migräne besser verstehen zu können, jedoch sollte jeder Fall individuell betrachtet werden. Neue auftretende Symptome sollten möglichst zeitnah mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Es kann sinnvoll sein, dass Patienten nach einem ersten Gespräch mit ihrem Arzt einen Kopfschmerzkalender führen, in dem sie das Auftreten verschiedener Arten von Kopfschmerzen und deren Häufigkeit notieren. Hierdurch wird dem Arzt ermöglicht, sich ein detaillierteres Bild von der Beschaffenheit der Kopfschmerzen und einer gezielten Therapie zu verschaffen.

Fakten-Box
Migräne
Etwa ein 10% der Bevölkerung leidet an Migräne
Verhältnis Frauen:Männer – 3:1
Nur etwa 10% der Fälle von Migräne sind mit einer vorhergehenden Aura verbunden
Schmerzmittel verschaffen Linderung, sollten aber nicht zu häufig eingenommen werden

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die richtige Therapie kann, je nach Art der Migräne und je nach Patient, variieren. Der Prozess, bis die beste Behandlungsform gefunden wird, kann unter Umständen sehr herausfordernd sein, da nicht alle Medikamente in jeder Situation helfen. In der Regel werden Medikamente gegen Entzündungen, Übelkeit und Schmerzen verschrieben. Eine individuelle ärztliche Beratung ist in jedem Fall aber unbedingt notwendig.

Patienten, die unter verschiedenen Arten von Kopfschmerzen leiden, müssen lernen diese zu differenzieren, damit sie später auch in Abwesenheit ihres Arztes die richtige Behandlung durchführen können.

Bei der Behandlung von Migräne wird unterschieden zwischen der Akuttherapie, also der Behandlung, die während eines Anfalls erfolgt, und der Prophylaxe, also der vorbeugenden Behandlung zwischen einzelnen Migräneattacken.

Während eines Migräneanfalls helfen bei leichten bis mittelschweren Symptomen oft geläufige Schmerzmittel (Nichtopioid-Analgetika) wie Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac oder ASS. Zur schnellen Aufnahme sollte Paracetamol am besten als Zäpfchen, die meisten anderen Schmerzmittel in Form von Brause- oder Kautabletten eingenommen werden. Zu beachten ist dabei, dass diese Schmerzmittel nicht zu häufig eingenommen werden, da sonst dauerhafte Kopfschmerzen auftreten können.

Informationen über den weiteren möglichen Einsatz von Medikamenten in diesem Video:

Für die Schmerztherapie können u. a. auch Antidepressiva eingesetzt werden. In diesem Video erklärt Dr. Tobias Weigl, wie diese bei Migräne und anderen Schmerzerkrankungen zum Einsatz kommen.

Bei starken Beschwerden können außerdem sogenannte Triptane helfen. Das sind Medikamente, die geweitete Gefäße verengen und somit gegen die Kopfschmerzen wirken. Triptane enthalten jedoch auch Risiken. So sollten sie nicht bei Herzbeschwerden eingenommen werden und in keinem Falle zu häufig, da sie sonst andauernde Kopfschmerzen verursachen können.Gegen auftretendes Erbrechen können Medikamente gegen Übelkeit eingesetzt werden, die den Magen anregen, welcher durch die Migräne verlangsamt wird.

Gut zu wissen!
Bereits in der Steinzeit versuchten die Menschen Kopfschmerzen zu behandeln, wie mehrere Funde operierter Schädel vermuten lassen. Die frühesten medizinischen Beschreibungen von Kopfschmerzen wurden auf dem Papyrus Ebers (ca. 1550 v. Chr.) gefunden. Die älteste konkrete Beschreibung migräneartiger Kopfschmerzen findet sich auf einer Keilschriftentafel aus mittelbabylonischer Zeit (ca. 1100 v. Chr.).

Prophylaxe: Migräneattacken im Vorfeld bekämpfen

Bei Migräne wird auch von sogenannten Auslöserfaktoren oder Triggerfaktoren gesprochen. Dabei handelt es sich meist um äußere Umstände: Selbst wenn die meisten Migräneattacken ohne konkret bestimmbaren Auslöser auftreten und diese Faktoren sehr individuell sein können, gibt es darunter einige sehr verbreitete, die beim Verdacht auf Migräne gemieden werden sollten:

  • Stress
  • Wechsel im Tagesrhythmus
  • Ausgelassene Mahlzeiten
  • Überanstrengung
  • Starke Emotionen

Insgesamt lässt sich feststellen, dass Wechsel im Tagesablauf, Stress und Unausgeglichenheit Migräneattacken bedingen und verstärken können. Im Umkehrschluss ist daher zu empfehlen, dass Migräne-Patienten einen möglichst ausgeglichenen Tagesrhythmus für sich erarbeiten und Stress nach Möglichkeit vermeiden.
Zur vorbeugenden Behandlung von Migräne gehören regelmäßige Pausen und Mahlzeiten. Auch am Wochenende sollten Betroffene früh aufstehen, um zumindest ihr Frühstück zur gewohnten Zeit einzunehmen. Danach kann man sich wieder hinlegen. Ruhe und Entspannung, aber auch Meditation können sich positiv auswirken und Migräneattacken lindern oder deren Auftreten hinauszögern.

Vorbeugende Behandlung durch Medikamente und Ausdauersport

Bei häufigen und schweren Migräneattacken sollte eine prophylaktische, also vorbeugende Behandlung mit Medikamenten in Erwägung gezogen werden. Der geeignete Wirkstoff muss in Vereinbarung mit dem behandelnden Arzt gefunden werden. Dabei ist es unter Umständen nötig, dass die Verabreichung des geeigneten Wirkstoffes ausprobiert und angepasst wird.

Zudem ist es ratsam, auch nichtmedikamentöse Therapien hinzuzuziehen. Verfahren wie Akupunktur, Biofeedback oder medizinische Entspannungsmethoden zeigen positive Wirkung, ebenso wie regelmäßiger Ausdauersport.

Häufige Patientenfragen

Was kann ich während einer Migräneattacke tun?

Dr. T. Weigl
Besprechen Sie den Einsatz von Schmerzmitteln unbedingt mit Ihrem Arzt, aber tun Sie etwas dagegen! Den Schmerz einfach zu überdauern ist eine altmodische Herangehensweise, die sich langfristig negativ auf Ihre Körperfunktionen auswirken kann.
Neben Schmerzmitteln tragen auch Dunkelheit und Ruhe zur Schmerzlinderung bei. Verdunkeln Sie Ihr Zimmer und isolieren Sie sich möglichst von Geräuschquellen.

Wie kann ich Migräneattacken vorbeugen?

Dr. T. Weigl
Leben Sie möglichst nach einem geordneten Tagesrhythmus, vermeiden Sie Stress und nehmen Sie regelmäßige Mahlzeiten ein. Identifizieren Sie Ihre persönlichen Auslöserfaktoren und fertigen Sie eine Checkliste in Ihrem Kopfschmerzkalender an. So können Sie Ihrem Arzt helfen, Sie langfristig besser zu behandeln.
Zusätzlich zu der mit Ihrem Arzt vereinbarten medikamentösen Behandlung können regelmäßiger Ausdauersport, Akupunktur und Muskelentspannungsübungen helfen, Migräneattacken vorzubeugen.

Wie sollte ich mich bei Migräne im sozialen Umfeld verhalten?

Dr. T. Weigl
Sie können Ihre Migräne offen ansprechen und sollten dies auch tun, wenn Sie Ruhe brauchen. Da Migräne sehr verbreitet ist, werden Sie auf Verständnis treffen. Schließlich kennen die meisten Menschen Betroffene in ihrem eigenen Umfeld.
Lernen Sie ‚Nein‘ zu sagen, wenn Sie das Gefühl haben, sich zu viel Stress aufzubürden und besorgt sind, dass dies eine Migräneattacke bei Ihnen auslösen kann. Sprechen Sie auch offen an, wenn Sie alleine sein möchten.

Wie gefährlich ist Migräne?

Von vielen Betroffenen werden Migräneattacken als Qual empfunden. Sie können die Psyche stark belasten, das Sozialleben negativ beeinflussen, nächtliche Schlaflosigkeit und dadurch wiederum Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hervorrufen.

Extreme Formen wie der Status migraenosus, bei dem die Migräne über mehr als drei Tage hinweg besteht, sind glücklicherweise eher selten.

In sehr seltenen Fällen kann es während der Migräne auch zu einem Schlaganfall kommen. Hierbei spricht man von einem migränösen Infarkt.

Karla hat inzwischen mit ihrer Chefin gesprochen und sich den Tag frei genommen. Da diese auch Bekannte hat, die unter Migräne leiden, hat sie vollstes Verständnis für ihre Situation. Bereits auf der Arbeit hat Karla sich eine Brausetablette gegen die Schmerzen in Wasser aufgelöst und diese beginnt nun langsam zu wirken. Zuhause angekommen schließt Karla ihre Fenster gegen den Lärm von draußen und dunkelt ihre Wohnung ab. Sie weiß, dass sie nun Ruhe braucht und beschließt, dass sie – wenn die Migräneattacke endlich überwunden ist – wieder regelmäßig joggen gehen will. Natürlich trägt sie diesen Vorfall auch in ihren Kopfschmerzkalender ein, um sich und ihrem Arzt ein besseres Bild ihrer Beschwerden zu verschaffen.

Haben auch Sie Erfahrungen mit Migräne? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Alexander Z.

Lektorat: Christine Pepersack

Quellen:

  • Reto Agosti (Hg.) (2015): Migräne und Kopfschmerzen: ein Fachbuch für Hausärzte, Fachärzte, Therapeuten und Betroffene. Karger, Basel
  • Hartmut Göbel (2016): Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg
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