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Klassische Massage, Fußreflexzonenmassage, Triggerpunktmassage

Massagen sorgen nicht nur für Schmerzlinderung, sondern gehen auch den Ursachen von Krankheiten und Beschwerden nach.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Massagen sind eine Behandlungsform, die sowohl zur Schmerzlinderung als auch als vorbeugende Maßnahme angewendet werden kann: Darunter versteht man die Bearbeitung von Haut sowie Muskel- und Bindegewebsschichten, aber auch knöchernen Strukturen mit der Hand. Es gibt verschiedene Methoden innerhalb der Massage, die unterschiedlichen theoretischen Ideen entspringen. Allen ist jedoch gemein, dass sie neben der Schmerzlinderung auch den Ursachen von Krankheiten und Beschwerden nachgehen. Somit dienen Massagen nicht der Krankheitsbekämpfung im eigentlichen Sinne, sondern eher der Ursachenbekämpfung.

Jana muss die Zähne zusammenbeißen, als der Therapeut seine Daumen mit aller Kraft in ihren Schultermuskel drückt. Ein heftiger Schmerz explodiert in ihrer Schulter, strahlt heiß in den Rücken hinein. Unbewusst spannt sie die Muskeln an. „Nicht anspannen“, murmelt der Therapeut, „da müssen Sie jetzt durch. Aber danach wird es besser sein.“ Leicht gesagt, denkt Jana, doch sie reißt sich zusammen. Nach langen Sekunden spürt sie, wie der Druck langsam nachlässt.

Was ist eine Massage?

Die Massage (griechisch „massein“ für kneten, hebräisch „massa“ für betasten, arabisch „massah“ für reiben oder streichen) ist die älteste Behandlungsform des Menschen. Teil der Schulmedizin wurde sie jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter dem Begriff Massage versteht man heute die Beeinflussung der Haut und des darunterliegenden Muskel- und Bindegewebes auf mechanische Weise mit der Hand. Deswegen sind Formen, die die Verwendung von Gegenständen oder Apparaturen vorsehen, im engeren Sinne keine Massagen mehr.

Die Ziele der Massage sind vielfältig. Im Vordergrund steht die Schmerzlinderung. Weitere Ziele sind die Förderung der Durchblutung und der Lymphzirkulation, die Mobilisation der Gewebestrukturen und Muskeln, die Minderung der Muskelspannung sowie die Freisetzung von Botenstoffen des Nervensystems.

Durch eine entsprechende Technik beeinflusst Massage nicht nur die Haut, sondern auch die darunterliegenden Zellen: Bindegewebe, Muskelgewebe, Arterien, Kapillaren und Venen, das Nerven- und Lymphsystem sowie das Knochenskelett.

Wie funktioniert eine klassische Massage?

Eine klassische Massage bildet die Grundlage der meisten Massagetechniken. Sie dient vor allem der Normalisierung des Spannungszustands der Haut sowie der Anregung der Blut- und Lymphzirkulation.

Ihre Grundtechniken sind das Streichen (sog. ‚Effleurage‘), Reiben (sog. ‚Friktion‘) und Kneten (sog. ‚Pétrissage‘). Verwendet werden sowohl beide Hände (sog. ‚Zweihandstreichung‘) als auch nur eine Hand. Je nach Methode verwendet der Therapeut verschiedene Teile der Hand: Finger, Fingerkuppen, Handflächen, Knöchel der Finger, die gesamte Hand.

Die Wirkung wird im Einzelnen durch mechanische Lockerungen und rexflexbedingte Wirkungen erzielt und erfasst nicht nur die massierte Zone, sondern hat mit seinem belebenden Effekt auch positive Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Diese Massageform bietet sich für verschiedene gesundheitliche Problematiken wie rheumatische Beschwerden, neurologische Störungen wie Lähmungen (sog. ‚Parese‘), Haltungsschäden an der Wirbelsäule durch Skoliose, Verspannungen im muskulären Bereich sowie psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, die durch Stress ausgelöst werden.

Gut zu wissen!
Die klassische Massage wird auch schwedische Massage genannt. Dieser Name erinnert an den Miterfinder der Massagetechnik, den Stockholmer Gymnastiklehrer Per Henrik Ling.

Die Triggerpunktmassage

Triggerpunkte (sog. ‚myofasziale Triggerpunkte‘) sind verhärtete Stellen in den Muskeln, die oftmals verantwortlich für Beschwerden oder Schmerzen sind. Die Triggerpunktmassage, geprägt von Janet G. Travell und David G. Simons, dient der Lösung dieser dauerhaft angespannten Knoten im Muskel, die strahlend sind; das bedeutet, dass die vom Patienten empfundenen Schmerzen oft anderswo auftreten als der Triggerpunkt selbst sitzt.

Sog. Kartennetze legen dar, welcher Schmerz von welchem Triggerpunkt ausgelöst werden kann. Beispielsweise kann ein Kopfschmerz von einem Triggerpunkt im Schultermuskel ausgelöst werden.

Das Ziel der Triggerpunktmassage ist das Lösen des Triggerpunktes: Dies erreicht der Therapeut in der Regel durch Kompression. So übt der Therapeut massiven Druck auf die jeweilige Stelle aus. Sowohl für den Therapeuten als auch für den Patienten ist diese Form der Massage mit Schmerzen verbunden. Andererseits liegt die Erfolgsrate einer solchen Massage innerhalb der ersten Behandlung bei 70 bis 80 Prozent!

Exkurs: Massagen für jeden Fall
Neben den in diesem Artikel vorgestellten Massagetechniken gibt es weit mehr Methoden. Es folgt eine kleine Auswahl an Methoden:

  • Bindegewebsmassage: Eine gezielte Massage des Bindegewebes. Nach deren Erfinder, dem Neurologen Dr. Henry Head, zeigen sich Anzeichen für Krankheiten und Störungen am Zustand des Bindegewebes.
  • Manuelle Lymphdrainage: Diese entstauende Massage dient der Entschlackung von überschüssigem Gewebswasser über die Lymphbahnen.
  • Akupressur: Ähnlich der Akupunktur werden mit dem Finger punktuell Reize ausgelöst.
  • Aroma-Massage: Gerüche von ätherischen wie auch Pflanzenölen können den Organismus während einer Massage zusätzlich stimulieren.
  • Ayurveda-Massage: Bei der indischen Form der Synchronmassage mit zwei Therapeuten werden auch beruhigende Öle angewendet.
  • Biodynamische Massage: Durch gezielte Atemtechnik und Massage erhält der Patient Zugang zu seinem Unterbewusstsein. Muskelverspannungen sind laut Erfinderin Gerda Boyesen die Folge von emotionalen Konflikten und Anspannungen.
Umfrage: Welche Formen der Massage haben Sie bereits ausprobiert? (Mehrfachnennungen möglich)

Entwickelt wurde die sogenannte Fußreflexmassage von der englischen Masseurin Eunice D. Ingham. Die Grundthese: Jeder Bereich des menschlichen Körpers hat einen äquivalenten Bereich in den Füßen und in den Händen. Von dort aus können diese Partnerregionen beeinflusst werden. Gleichzeitig spiegeln diese Reflexzonen auch den Zustand des Organismus wider: Tut Ihnen eine Reflexzone weh, wenn Sie sie massieren, stimmt etwas mit dem dazugehörigen Organ nicht.

Angewendet wird diese Methode nicht nur bei muskulären Verspannungen, sondern auch bei Erkrankungen der Atemwege, allergischen Reaktionen und stressbedingten Beschwerden.

Mehr Informationen zu manuellen Therapieformen in diesem Video

Die Massage wird in erster Linie bei Rückenbeschwerden angewendet. Es gibt jedoch auch noch weitere manuelle Therapieformen wie Liebscher und Bracht, Rolfing, Shiatsu oder die Osteopathie, die Dr. Tobias Weigl in diesem Video vorstellt.

Moderne Aspekte in der Massage

In Zeiten der Digitalisierung ist auch die Massage nicht mehr nur dem Therapeuten in seinem Behandlungszimmer vorbehalten. Medien haben die heilende Wirkung längst für sich entdeckt und für den Heimgebrauch fit gemacht.

So offenbart ein Blick in die App-Stores für Smartphones eine große Anzahl an Apps, die Informationen und Übungsvideos für Massage bieten. Die für Android-Geräte verfügbare App „Massage Videos (All Therapy)“ bietet hunderte Videos mit Techniken für den Partner sowie dazugehörigen, fundierten Erklärungen. Die Arbeitssprache ist Englisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass in einigen Videos die Erklärungen der Technik parallel angezeigt wird und somit noch anschaulicher ist. Neben den Händen werden für diese Massagetechniken Hilfsmittel wie Tennisbälle verwendet. Die App ist kostenlos.

Eine weitere App, ebenfalls nur für Android-Geräte, ist „Massage – The Art of Healing“. Wie auch in „Massage Video Lessons“ bietet der Hersteller eine Mischung aus fundierten Informationen zu den Grundlagen der Massage – Was für Muskelgruppen gibt es? Wie halte ich meine Finger richtig? – sowie praktische Video-Einheiten. Dabei wird der Fokus auf die zu Beginn typischen Fehler gelegt, um diese direkt zu vermeiden. Ein zusätzliches Feature ist der Blick auf verschiedene Massagemethoden, die ebenfalls ausführlich vorgestellt werden. Mit 1,47 Euro ist diese App zwar nicht kostenlos, es gibt aber eine kostenlose Testversion mit eingeschränkter Funktion.

Neben Informations-Apps arbeiten Hersteller auch an Apps, die selbstständig massieren: Dafür machen sie sich die Vibrationsfunktion der Smartphones zunutze. Erste Versuchsangebote gibt es bereits auf dem Markt. Deren Massagen dienen allerdings in erster Linie der Entspannung.

Es bleibt aber zu beachten: Die vorgestellten Applikationen ersetzen nicht die Therapie durch einen geschulten und fachkundigen Therapeuten in medizinisch notwendigen Fällen!

Häufige Patientenfragen

Dient Massage nur der Entspannung?

Dr. T. Weigl
Keineswegs! Obwohl die einzelnen Methoden unterschiedliche Subziele haben, haben sie doch gemein, dass die Ursachen von Beschwerden aufgedeckt und möglichst beseitigt werden sollen. Darüber hinaus werden sowohl Muskeln als auch der Patient selbst entspannt, die Blut- und Lymphkreisläufe werden angeregt.

Ist Massage eine neue Therapieform?

Dr. T. Weigl
Nein. Formen der Massage waren bereits in den alten Hochkulturen wie China bekannt und wurden dort praktiziert. Das Wissen um die heilende Wirkung von entsprechenden manuellen Berührungen ist demnach tausende Jahre alt. Dennoch: Erst im 20. Jahrhundert wurde die Massage als Therapieform in Deutschland vonseiten der Schulmedizin anerkannt.

Als der Therapeut den Raum verlässt und Jana sich langsam auf die Seite dreht und dann aufsetzt, merkt sie, dass es ihrem Rücken tatsächlich schon besser geht. Vorsichtig tastet sie nach der Stelle an der Schulter, in die der Therapeut seine gesamte Kraft gepresst hat. Die Haut ist heiß, doch sie kann die Schulter besser bewegen als zuvor.

Haben auch Sie Erfahrungen mit Massagen? Haben Sie Fragen zu den einzelnen Methoden oder dem Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  
Autoren: Andrea Lorenz, Dr. Tobias Weigl
Lektorat: Christine Pepersack
Veröffentlicht am: 22.03.2018, zuletzt aktualisiert: 06.07.2018

Quellen

  • Hentschel, Hans-Dieter: Naturheilverfahren – Grundlagen, Möglichkeiten, Grenzen, in: Deutsches Ärzteblatt 1995; 92: A-2635-2646 [Heft 40].
  • Hüter-Becker, Antje; Dölken, Mechthild (Hrsg.) (2011): Physikalische Therapie,
    Massage, Elektrotherapie und Lymphdrainage, Zweite Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Kolster, Bernard C. (2016): Massage. Klassische Massage, Querfriktionen, Funktionsmassage, Faszienbehandlung, 4. Auflage, Springer-Verlag, Berlin.
  • Schutt, Karin (2017): Massagen, Nikol-Verlag, Hamburg.
  • Storck, Ulrich (2010): Technik der Massage, 20. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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