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Pregabalin (Lyrica®) – Gegen Angststörungen, Nervenschmerzen und Epilepsie – Gefahr von Abhängigkeit?

Was ist Pregabalin?

  • Antiepileptikum
  • seit 2004 zugelassen
  • in der Liste der Top-15-Medikamente mit Patentschutz gemessen am Umsatz (220 Millionen Euro im Jahr 2009)

Welche Wirkung hat Pregabalin?

  • krampflösend
  • schmerzlindernd
  • angstlösend

Wann wird Pregabalin angewendet? (Auszug)

  • Epilepsie
  • neuropathische Schmerzen
  • generalisierte Angststörungen

Was sind die Nebenwirkungen von Pregabalin? (Auszug)

  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Benommenheit

Wer darf Pregabalin nicht bekommen?

  • Überempfindliche gegen den Wirkstoff und andere Bestandteile des Präparats
  • Schwangere

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Pregabalin ist ein Wirkstoff, der bei Erwachsenen bei der Behandlung von Epilepsie, neuropathischen Schmerzen (sowohl peripher als auch zentral) sowie generalisierten Angststörungen verwendet wird. Schon 2011 berichtete das Deutsche Ärzteblatt über ein mögliches Abhängigkeitspotenzial des entspannenden und betäubenden Wirkstoffs. Darüber hinaus geht Pregabalin mit zahlreichen möglichen Nebenwirkungen einher, darunter am häufigsten Benommenheit, Schläfrigkeit und Kopfschmerzen. Welche Gefahren von dem Wirkstoff ausgehen, wann er richtig angewendet wird und wie genau sich die Gefahr der Abhängigkeit gestaltet, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Wenn Sie selbst bereits Erfahrungen mit dem Wirkstoff gemacht haben, können Sie auch die Kommentarfunktion weiter unten nutzen, um von dem Erlebten zu berichten und sich mit anderen Menschen auszutauschen.

Was ist Pregabalin?

Pregabalin ist ein Wirkstoff der Gruppe der Antiepileptika bzw. Antikonvulsiva. Er wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Epilepsie, Nervenschmerzen und generalisierten Angststörungen angewendet. Das Medikament wird seit 2004 unter dem Namen Lyrica® von dem Pharma-Unternehmen Pfizer vertrieben. Schon 2009 belegte Lyrica® Platz 12 der umsatzstärksten, patentgeschützten Medikamente in Deutschland mit etwa 220 Millionen Euro Umsatz. 2017 belegte das Präparat weltweit Rang 14 – bei einem weltweiten Umsatz von 5,318 Milliarden US-Dollar.

Aber hält das Medikament, was es verspricht und rechtfertigen die sehr zahlreichen Nebenwirkungen den Einsatz? Wir fühlen dem Thema Pregabalin im Folgenden genau auf den Zahn und beleuchten den Wirkstoff aus allen Perspektiven. Unter anderem thematisieren wir weiter unten auch aktuelle Forschung zum Thema, die darauf vermuten lässt, dass Pregabalin unter jüngeren Patienten zu erhöhter Suizidalität und Gewaltproblemen führt.

Wenn Sie sich vorab grundlegende Informationen direkt von Dr. Dr. Tobias Weigl geben lassen wollen, können Sie sich den nachfolgenden Video-Beitrag anschauen. In diesem beschäftigt er sich mit den drei wichtigen Antiepileptika Pregabalin, Gabapentin und Carbamazepin.

Medikamente Pregabalin, Gabapentin & Carbamazepin bei Schmerzen – Antikonvulsiva/ Antiepileptika

Welche Wirkung hat Pregabalin?

Pregabalin hat grundlegend drei wichtige Wirkungen, nämlich:

  • Krampflösung, es wirkt antikonvulsiv
  • Schmerzstillung, es wirkt analgetisch
  • Angstlösung, es wirkt anxiolytisch

Außerdem wirkt es sowohl entspannend als auch betäubend (‚sedierend‘). Der betäubende Effekt hat dazu geführt, dass Pregabalin missbräuchlich als Rauschmittel zum Einsatz kommt. Aber wie erzielt der Wirkstoff diese Effekte?

Pregabalin ist ein sogenanntes GABA-Analogon. Als Analogon bezeichnet man in der Medizin synthetisch hergestellte Wirkstoffe, die bezüglich ihrer Wirkung einem natürlich im menschlichen Körper vorkommenden Stoff entsprechen. In unserem Fall ist dieser natürliche Stoff die Gamma-Aminobuttersäure (kurz: GABA, von engl. gamma-Aminobutyric acid). Pregabalin wirkt aber nicht, indem es wie GABA an die entsprechenden GABA-Rezeptoren bindet, sondern einen etwas anderen Weg geht.

In unserem zentralen Nervensystem (kurz: ZNS) bindet Pregabalin an eine Untereinheit spannungsabhängiger Kalziumkanäle, genauer an die α2δ-Untereinheit. Bei Patienten mit neuropathischen Schmerzen, also Nervenschmerzen, ist diese Untereinheit vermehrt ausgebildet – die Nervenendigungen sind dann übererregbar. Durch die Bindung an diese Untereinheit reduziert Pregabalin das Einströmen von Kalzium in die Nervenendigung. Auf diese Weise wird die Freisetzung der Neurotransmitter Noradrenalin und Glutamat sowie des Neuropeptids Substanz P auf ein normales Niveau gebracht. Neurotransmitter dienen in der Regel dazu, Reize von einer Nervenzelle auf die andere zu übertragen oder diese zu verstärken.

Zusammengefasst und vereinfacht: Pregabalin bindet an Untereinheiten bestimmter Kalziumkanäle, hemmt auf diese Weise die Freisetzung reizübertragender Neurotransmitter und senkt letztlich die Erregbarkeit des zentralen Nervensystems.

Wie schnell wirkt Pregabalin?

Wenn Sie das Medikament auf leeren Magen nehmen, erreicht es nach etwa einer Stunde seine maximale Konzentration im Blut. Der Mediziner spricht hier von einer schnellen Resorption, der Wirkstoff wird von Gewebe und Zellen schnell aufgenommen. Das „Gegenteil“ der Resorption ist die sogenannte Elimination, also der Ausscheidungsprozess.

Die beiden Begriffe werden wichtig, wenn wir vom „steady state“ sprechen, zu Deutsch Kumulationsgleichgewicht. Dieser beschreibt einen bestimmten Punkt beim Konzentrationsniveau von Wirkstoffen, bei dem die eben erwähnten Prozesse Resorption und Elimination gleich schnell ablaufen – der Wirkstoff wird also im gleichen Tempo aufgenommen wie abgegeben. Bei Pregabalin ist dieser „steady state“ nach 24–48 Stunden erreicht. Wenn Sie den Wirkstoff zu den Mahlzeiten einnehmen, kann sich die Aufnahme entsprechend verändern. Allerdings hat dies keinen Einfluss auf die Resorptionsrate, also die prozentuale Menge des Wirkstoffs, die von unserem Körper aufgenommen wird. Dies bedeutet für den Patienten: Das Medikament kann von den Mahlzeiten unabhängig eingenommen werden.

Pregabalin wird im Körper selbst kaum verstoffwechselt und unverändert über die Nieren ausgeschieden. Für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, bspw. In Form von Niereninsuffizienz, ist es daher wichtig, auf ein vorsichtiges Einnehmen des Medikaments zu achten. Hierbei wird in Absprache mit dem Arzt eine geringere Menge eingenommen oder größere Zeitabstände zwischen den einzelnen Einnahmen bemessen.

Pregablin erreicht nach etwa 6 ½ Stunden seine Halbwertszeit. Das heißt, dass die Konzentration des Wirkstoffs im Blutplasma nach ebendieser Zeit nur noch halb so hoch ist.

Was sind die Anwendungsgebiete von Pregabalin?

Die drei wichtigen Anwendungsgebiete von Pregabalin sind:

  • Epilepsie
  • Nervenschmerzen (zentral und peripher)
  • generalisierte Angststörung

Wichtig: Das Medikament wird lediglich zur Behandlung erwachsener Patienten eingesetzt.

Wie wird Pregabalin dosiert?

Vorab: Wir beziehen uns im Folgenden auf die Angaben zu Pregabalin in Form von Lyrica® Hartkapseln (den Wirkstoff gibt es auch in Form einer Lösung). Die Hartkapseln stehen von der Firma Pfizer in insgesamt sieben verschiedenen Packungsgrößen zur Verfügung. Die Kapseln selbst gibt es in acht verschiedenen Ausfertigungen, nämlich als 25-, 50-, 75-, 100-, 150-, 200-, 225- und 300-mg-Hartkapseln, jeweils mit leicht veränderter Optik.

Die Dosierung von Pregabalin hängt natürlich von der Erkrankung ab, die mit dem Wirkstoff behandelt werden soll.

Dosierung von Pregabalin bei neuropathischen Schmerzen

Nervenschmerzen werden in der Regel behandelt, indem anfangs zunächst eine tägliche Dosis von 150 mg gegeben wird. Diese Menge wird auf 2–3 Einzeldosen aufgeteilt.

Das weitere Vorgehen ist dann stark davon abhängig, wie der Patient auf die Dosis anspricht und wie das Medikament vertragen wird. Wenn sich keine Probleme ergeben und eine erhöhte Dosis erforderlich ist, kann nach einigen Tagen (3–7 Tage) die Menge auf 300 mg verdoppelt werden.

In einem nächsten Schritt würde mit 600 mg dann die Maximaldosis erreicht werden. Diese Anpassung kann nach einer weiteren vergangenen Woche erfolgen, wenn entsprechend Bedarf besteht.

Dosierung von Pregabalin bei Epilepsie

Auch hier beginnt die Therapie mit einer täglichen Dosis von 150 mg, die auf 2–3 Gaben verteilt wird.

Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann nach einer Woche eine Verdopplung auf 300 mg erfolgen.

Die Maximaldosis liegt auch hier bei 600 mg, die frühestens nach einer weiteren vergangenen Woche gegeben werden sollte.

Dosierung von Pregabalin bei generalisierten Angststörungen

Bei generalisierten Angststörungen liegt die Dosis zwischen 150 und 600 mg täglich, immer verteilt auf 2–3 Einzeldosen.

Auch hier fängt die Behandlung mit 150 mg an und kann nach einer Woche auf 300 mg gesteigert werden. Allerdings verdoppelt sich die Menge nach einer weiteren Woche nicht direkt, sondern es werden zunächst 450 mg verordnet.

Hier kann die Dosis nach einer weiteren Woche ebenso auf die Maximaldosis von 600 mg erhöht werden.

Wie setze ich Pregabalin richtig ab?

Damit es nicht zu starken Entzugserscheinungen kommt, darf Pregabalin nicht abrupt abgesetzt werden. Man muss das Medikament ausschleichen. Das bedeutet hier, dass die normale Dosis über mindestens eine Woche lang langsam gesenkt wird.

„Setzen Sie Pregabalin nicht abrupt ab. Sie müssen das Medikament langsam ausschleichen, damit es nicht zu Entzugserscheinungen kommt.— Dr. Dr. Tobias Weigl

Was sind die Nebenwirkungen von Pregabalin?

Kaum ein Medikament entfaltet seine heilsame Wirkung ohne potenzielle Nebenwirkungen – dies trifft vor allem auf Pregabalin zu. Immer wieder vor Augen führen kann man sich diesen Umstand mit einem einfachen Leit- und Merksatz: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Wir führen für Sie im Folgenden die Nebenwirkungen auf, die in den Fachinformationen der Lyrica® Hartkapseln enthalten sind. Sie werden feststellen, dass die Nebenwirkungen sehr zahlreich sind.

Die nachfolgenden Auflistungen enthalten die Nebenwirkungen gemessen an ihrer Häufigkeit. Dabei gilt für die Angabe „sehr häufig“ ein Aufkommen von ≥1/10 (mehr als 1 von 10 Behandelten), für „häufig“ ≥1/100 bis <1/10 (1 bis 10 Behandelte von 100), für „gelegentlich“ ≥1/1.000 bis <1/100, für „selten“ ≥1/10.000 bis <1/1.000 und für „sehr selten“ ein Aufkommen von <1/10.000 (weniger als 1 Behandelter von 10.000).

Als sehr häufige Nebenwirkungen gelten:

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen:

  • Nasen- und Rachenentzündung
  • mehr Appetit
  • Reizbarkeit, Verwirrung, Euphorie, Desorientierung, Schlaflosigkeit, verringertes sexuelles Verlangen
  • gestörte Muskelbewegungen (sog. ‚Ataxie‘), Koordinationsstörungen, Zittern, Sprachstörungen, Gedächtnisstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Missempfindungen, herabgesetzte Empfindlichkeit, Betäubung, Störungen des Gleichgewichts, starke Schläfrigkeit (sog. ‚Lethargie‘)
  • Doppeltsehen und verschwommenes Sehen
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Blähbauch, trockener Mund
  • Gelenkschmerzen, Muskelkrämpfe, Rückenschmerzen, Nackenkrämpfe, Schmerzen in Armen und Beinen
  • erektile Dysfunktion
  • Ödeme (Flüssigkeitseinlagerungen), auch in Armen und Beinen, Stürze, Störungen des Gangs, ein Gefühl von Trunkenheit, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl
  • Gewichtszunahme

Daneben gibt es noch weitere potentielle Nebenwirkungen, die aber seltener vorkommen als die soeben genannten. Auf diese kann ein Arzt mit Ihnen zusammen im Patientengespräch eingehen. Wichtig ist hierbei: Sie werden nicht alle Nebenwirkungen spüren.

Nehmen Sie regelmäßig Pregabalin? Haben Sie Erfahrungen mit einer der zahlreichen Nebenwirkungen gemacht? Wenn ja: Welche Nebenwirkungen haben sich ergeben? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Lesern, ihre Situation besser einzuschätzen und geben darüber hinaus uns wertvolles Feedback in Bezug auf Themengebiete, in denen wir noch mehr Aufklärung betreiben sollten.

Auf einen Blick – Pregabalin

Pregabalin aus der Wirkstoffgruppe der Antiepileptika
Wirkung

  • krampflösend
  • schmerzstillend
  • angstlösend

Anwendungsgebiete

  • Epilepsie
  • generalisierte Angststörung
  • Nervenschmerzen

Wichtigste Nebenwirkungen (sehr häufige)

Dosierung für Hartkapseln

  • bei Epilepsie: anfangs 150 mg verteilt auf 2–3 Einzeldosen; nach einer Woche Erhöhung auf 300 mg möglich, nach einer weiteren Woche auch 600 mg
  • bei generalisierter Angststörung: zwischen 150 und 600 mg verteilt auf 2–3 Einzeldosen; anfangs 150 mg, nach einer Woche Erhöhung auf 300 mg möglich, nach einer weiteren Woche auf 450 mg und nach noch einer Woche auch 600 mg
  • bei Nervenschmerzen: anfangs 150 mg verteilt auf 2–3 Einzeldosen, nach 3–7 Tagen Erhöhung auf 300 mg möglich, nach einer weiteren Woche auch 600 mg

Darreichungsformen zur oralen Einnahme

  • Hartkapsel
  • Lösung

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Pregabalin?

Unter einer Kontraindikation, möglicherweise auch bekannt als Gegenanzeige, versteht man einen Umstand, der die Einnahme eines bestimmten Medikaments streng untersagt. In Zusammenhang mit Pregabalin existiert im Grunde nur eine Gegenanzeige. Wenn Sie überempfindlich gegen den Wirkstoff selbst oder andere Bestandteile des Präparats sind, dürfen Sie das Präparat nicht nehmen. Bei dem bekanntesten Präparat Lyrica® sind die sonstigen Bestandteile:

  • Lactose-Monohydrat
  • Maisstärke
  • Talkum
  • Gelatine
  • Titandioxid
  • Natriumdodecylsulfat
  • Silicumdioxid
  • Wasser

Neben den Gegenanzeigen sind aber auch die sogenannten Wechselwirkungen zu beachten. Diese beschreiben die gengenseitige Beeinflussung von Medikamenten oder auch den Einfluss von Lebensmitteln auf die Einnahme bzw. Wirkung eines Medikaments. Zwar ist die Einnahme von Pregabalin dann nicht untersagt. Vorsicht walten lassen sollte man aber trotzdem.

Wenige Wechselwirkungen möglich

Allerdings muss man auch die Verstoffwechselung von Pregabalin berücksichtigen. Da diese im Körper kaum erfolgt und der Wirkstoff unverändert über die Niere ausgeschieden wird, ergeben sich nur wenige Wechselwirkungen. Nichtsdestoweniger sollen sie im Folgenden Erwähnung finden.

Pregabalin kann beeinflusst werden durch Arzneistoffe, die unser zentrales Nervensystem beeinflussen. Dazu zählen bspw. Ethanol (Trink-Alkohol) oder das zur Behandlung von bspw. Angst eingesetzte Benzodiazepin Lorazepam, deren Wirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Pregabalin verstärkt werden kann. Außerdem gab es nach Markteinführung Berichte über Fälle von Atemversagen und Koma. Nämlich dann, wenn Patienten Pregabalin und andere Arzneistoffe, die zentral dämpfend wirken, einnahmen. Zu guter Letzt kann Pregabalin auch mit Opioiden, spezielle Oxycodon, wechselwirken. Wenn Oxycodon bei Patienten kognitive und grobmotorische Beeinträchtigungen verursacht, werden diese Effekte durch Pregabalin möglicherweise noch verstärkt.

Gibt es bei der Anwendung von Pregabalin noch weitere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten?

Tatsächlich gibt es hier noch einiges zu beachten. Denn bestimmte Erkrankungen oder Umstände können zur Folge haben, dass das Risiko für Nebenwirkungen von Pregabalin steigt oder bestimmte Beschwerden begünstigen. Die Umstände im Nachfolgenden erfordern eine besondere Vorsicht.

  • Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, wenn sich bei Ihnen unter Pregabalin-Behandlungen Schwellungen im Bereich von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals ergeben. Das sind Zeichen für allergische Reaktionen.
  • Da das Medikament zu Schläfrigkeit und Benommenheit führen kann, steigt vor allem für ältere Menschen das Risiko für unfallbedingte Verletzungen. Gewöhnen Sie sich langsam an die Wirkung von Pregabalin.
  • Wenn Sie feststellen, dass sich Ihre Sehkraft verändert, setzen Sie Ihren Arzt davon umgehend in Kenntnis.
  • Sind Sie Diabetiker, ist es möglicherweise erforderlich, die entsprechende Diabetes-Medikation anzupassen, wenn Pregabalin dazu führt, dass Sie zunehmen.
  • Patienten mit Verletzungen am Rückenmark können häufiger von z. B. Schläfrigkeit häufiger betroffen sein, da sie zur Behandlung ihrer Schmerzen bereits entsprechende Medikamente bekommen, die derlei Nebenwirkungen haben.
  • Setzen Sie Ihren Arzt unbedingt von bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Kenntnis, da unter Pregabalin bereits von der Entstehung einer Herzinsuffizienz, also Herzschwäche, berichtet wurde.
  • Da Pregabalin Nierenversagen verursachen kann, sollten Sie darauf achten, ob sich Ihre ausgeschiedene Menge Urin stark verringert. Wenn ja, teilen Sie dies Ihrem Arzt mit. In der Regel kann ein Absetzen des Medikaments diesen Umstand rückgängig machen.

Nicht zu unterschätzen: Auch Suizidgedanken können sich entwickeln.

  • Unter der Behandlung mit Pregabalin ist es bei Behandelten schon dazu gekommen, dass sie suizidale Gedanken entwickelten. Sie dachten also daran, sich selbst zu verletzen oder sich gar das Leben zu nehmen. Auch dies sollten Sie umgehend Ihrem Arzt mitteilen.
  • Auch Verstopfungen sind ein Umstand, den Sie bei Ihrem Arzt ansprechen sollten. Denn diese können sich auch durch andere Medikamente ergeben und von Pregabalin verstärkt werden.
  • Sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt unbedingt genauestens ab, wenn sie alkohol– oder drogenabhängig sind.
  • Während der Einnahme oder nach Beendigung der Einnahme von Pregabalin kam es bei Patienten schon zu Krampfanfällen. Teilen Sie dies unbedingt unmittelbar Ihrem Arzt mit.
  • Zu guter Letzt: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt immer offen bereits bestehende oder überstandene (schwere) Erkrankungen. Denn bei Patienten mit Vorerkrankungen ist es bei der Behandlung mit Pregabalin schon zu Hirnschäden gekommen.

Können Schwangere Pregabalin einnehmen? Wie wirkt es sich auf die Fruchtbarkeit aus?

Bisher ist nicht ausreichend bekannt, wie sich Pregabalin auf Frauen im gebärfähigen Alter auswirkt. Sie sind daher dazu angehalten, wirksam zu verhüten.

Ebenso liegen bisher nur unzureichende Daten für Pregabalin in der Schwangerschaft vor. Tierexperimente legen nahe, dass sich der Wirkstoff reproduktionstoxisch auswirkt. Schwangere sollten daher von einer Einnahme absehen, da potenzielle Risiko für den Menschen nicht bekannt ist. Der Einsatz von Pregabalin in der Schwangerschaft ist nur dann gestattet, wenn er tatsächlich erforderlich ist und der Nutzen für die Mutter den potenziellen Schaden für das Ungeborene überwiegt.

Wenn Sie sich in der Stillzeit befinden und Pregabalin einnehmen sollen, müssen Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob Sie die Einnahme vorerst lieber unterbrechen. Denn Pregabalin geht in die Muttermilch über. Mögliche Auswirkungen auf das Neugeborene sind aber nicht bekannt. Der Arzt wägt in diesem Fall den Nutzen für Sie gegen das Risiko für Ihr Kind ab.

In Bezug auf die Fruchtbarkeit liegen bisher keine klinischen Daten vor, wenn es um die weibliche Fruchtbarkeit geht. Experimente an weiblichen Ratten haben aber auf unerwünschte Reproduktionseffekte hingewiesen. In einer Studie wurde der Effekt von Pregabalin auf die Spermienbeweglichkeit untersucht – auf diese hatte Pregabalin aber keinen Einfluss. Auch bei männlichen Ratten haben sich in Experimenten unerwünschte Reproduktions- sowie Entwicklungseffekte gezeigt. Wie bzw. ob sich die tierexperimentellen Ergebnisse letztlich auf den Menschen übertragen lassen, ist bisher unbekannt.

Pregabalin und die Abhängigkeit

Im Jahr 2011 wurde die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft von einem Arzt kontaktiert. Dieser berichtete von einem seiner Patienten, der Pregabalin zur Behandlung einer generalisierten Angststörung erhielt. Der Patient hatte des Öfteren versucht, sich Pregabalin zu erschleichen und gestand letztlich, etwa 3.000 mg des Wirkstoffs täglich zu sich zu nehmen – bei einer Maximaldosis von 600 mg. Der Arzt ging von einer Abhängigkeit aus und setzte die Kommission auch davon in Kenntnis, seine Kollegen hätten von ähnlichen Fällen berichtet.

Schon damals hielt die Kommission die Entwicklung einer Abhängigkeit für plausibel – aufgrund der Wirkweise und der damit zusammenhängenden passenden psychischen Reaktionen (Sedierung, Entspannung). Auch andere Substanzen, die GABA-erg wirken – also GABA enthalten oder auf diese reagieren (Beispiele sind Benzodiazepine, Alkohol oder Barbiturate) – gingen mit einem erhöhten Abhängigkeitspotenzial einher.

Nach und nach wurden auch Missbrauchsfälle bekannt. Ein ehemals Heroinabhängiger hatte Pregabalin mit bis zu 7.500 mg täglich aufgrund der euphorisierenden Wirkung konsumiert, in Kombination mit Cannabis und Alkohol.

2016 mahnte die Polizei, die Verordnungen von Pregabalin aufgrund erhöhter Missbrauchszahlen und der Präsenz von Pregabalin in der Straßendrogen-Szene zu prüfen. Zahlen aus diesem Jahr weisen darauf hin, dass Abhängige bis zu 25 Hartkapseln zu je 300 mg pro Tag einnehmen. Durchschnittliche Tages-Dosen von 7.500 mg seien so keine Seltenheit.

Der Missbrauch von Pregabalin nimmt zu. Während der Münchener Giftnotruf im Jahr 2008 noch 3 Anrufe wegen Pregabalin bearbeitete, waren es 2015 schon ganze 71.

Ein Missbrauch des Wirkstoffs geht üblicherweise einher mit Beschwerden wie:

  • Atemnot
  • Unruhe
  • Aggression
  • Halluzination
  • getrübtem Bewusstsein
  • Epileptischen Anfällen

Typische Entzugserscheinungen sind:

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Unruhe
  • Zittern
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen

Aktuelle Forschung – Pregabalin-Einnahme erhöht Selbstmordrisiko bei jungen Patienten

Eine für Schweden durchgeführte Studie ergab: Bei jüngeren Patienten, die mit Gabapentin oder Pregabalin behandelt werden, sind die Zahlen für Suizide, Überdosierungen, Unfälle und Verstöße im Straßenverkehr sowie Kopf- und Körperverletzungen erhöht. Dies fanden Seena Fazel von der University of Oxford und seine Kollegen heraus. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift The British Medical Journal.

Die Forscher haben sich in Bezug auf die Einnahme von Gabapentin und Pregabalin einmal genauer Patientendaten der Jahre 2006-2013 angesehen – der Zeitraum, in dem 191,973 Schwedinnen und Schweden eines der Medikamente erhielten. Dabei stellten sie fest, dass 5,2 Prozent der Patienten entweder infolge eines Suizids starben oder wegen des Versuchs dessen im Krankenhaus waren. Ganze 8,9 Prozent wurden wegen Überdosierung (Drogen oder Medikamente) notfallmäßig behandelt. Außerdem waren 6,3 Prozent an Verkehrsvergehen und -unfällen beteiligt, 36,7 Prozent wurden aufgrund von Körper- oder Kopfverletzungen behandelt und 4,1 Prozent wurden festgenommen, weil sie ein Gewaltverbrechen verübt hatten. Diese Zahlen liegen über dem schwedischen Durchschnitt.

Welchen Einfluss haben die Medikamente?

Um diese Frage zu beantworten, haben die Forscher sich die Zeiten angesehen, in denen die Patienten ihre Medikamente genommen und nicht genommen haben. Das Ergebnis: Während der Behandlung mit den Wirkstoffen häuften sich die untersuchten Aspekte. Es kam 26 Prozent öfter zu Selbstmordgefährdung, es ereigneten sich 24 Prozent mehr Überdosierungen, es kam 22 Prozent häufiger zu Körper- und Kopfverletzungen und im Straßenverkehr stieg die Häufigkeit für Straftaten um 13 Prozent. Die Zahlen für Gewaltverbrechen waren nicht aussagekräftig genug.

Tatsächlich scheinen diese Ergebnisse vorwiegend auf Pregabalin zurückzuführen zu sein. Diese negativen Folgen ereigneten sich am häufigsten in der Altersgruppe von 15–24 Jahren.

Quelle: Fazel u. a. (2019) : Associations between gabepentinoids and suicidal behaviour, unintentional overdoses, injuries, road traffic incidents, and violent crime: population based cohort study in Sweden. In: The British Medical Journal 2019;365:l2147.

Häufige Patientenfragen

Was passiert bei einer Überdosis Pregabalin?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn Sie mehr Pregabalin nehmen als empfohlen, kann es zu mehreren Beschwerden kommen. Diese umfassen vor allem:

Eine Überdosierung wird unterstützend behandelt. Im Zweifel müssen Sie sich sogar einer Hämodialyse, also einer „Blutreinigung“ unterziehen.

Kann ich unter Pregabalin noch Auto fahren?

Dr. Dr. T. Weigl
Die Hersteller geben an, dass sich Pregabalin gering bis mäßig auf Ihre Verkehrstüchtigkeit auswirkt. Die häufigen Nebenwirkungen Benommenheit und Schläfrigkeit können Ihre Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr beeinflussen. Sehen Sie also solange vom Autofahren ab, wie noch nicht geklärt ist, welche Reaktionen Sie persönlich auf das Medikament zeigen.

Kann ich Pregabalin bei Kreuzschmerzen nehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Man kann annehmen, dass sich Schmerzen am Ischias (sog. ‚Ischialgie‘), auch Kreuzschmerzen, mit Pregabalin behandeln lassen – letztlich ist der Nervus ischiadicus verletzt und man geht von Nervenschmerzen aus. Eine Studie aus dem Jahr 2017 hat allerdings gezeigt, dass sich derlei Schmerzen mit Pregabalin nicht besser als mit einem Placebo behandeln lassen. Bis auf die vielen möglichen Nebenwirkungen ist also nicht von einem Effekt der Behandlung auszugehen. Daher wird Pregabalin bei akuten Kreuzschmerzen nicht empfohlen.

In meinem Video zum Thema gehe ich genauer auf die Studie ein.

Falsche Einnahme: Wieso ist Pregabalin (Lyrica) bei akuten Kreuzschmerzen, Ischias nicht sinnvoll?

Ich habe gelesen, dass Pregabalin auch bei chronischen Schmerzen zum Einsatz kommt – ist das sinnvoll?

Dr. Dr. T. Weigl
Tatsächlich werden Pregabalin oder Gabapentin immer häufiger auch bei Schmerzen verschrieben, bei denen keine neuropathische Grundlage diagnostiziert wurde. Einer aktuellen Studie zufolge hat dies aber keinen Nutzen – das zeige auch die vergleichsweise hohe Abbruchrate. Vielmehr vermuten die Autoren der Studie, dass Ärzte Pregabalin verschreiben, wenn andere Therapien keinen Nutzen haben. Sie hoffen dann sozusagen, dass Nervenschmerzen eine Rolle spielen könnten. Letztlich haben sich dadurch oft keine Besserungen ergeben oder es ist sogar zu Nebenwirkungen gekommen. Die Autoren raten deshalb bei chronischen Schmerzen zu konservativen Maßnahmen. Sie sehen in Pregabalin hier keinen Nutzen, wenn die Schmerzen nicht von den Nerven herrühren.

Kann ich Pregabalin einfach absetzen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie sollten das Medikament auf keinen Fall von jetzt auf gleich abrupt absetzen. Denn dann laufen Sie Gefahr, Entzugserscheinungen und damit zusammenhängend sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden zu erleiden. Das Medikament muss über einen Zeitraum von etwa einer Woche langsam ausgeschlichen werden.

Typisches Patientenbeispiel

Auf dem Weg nach Hause liest sich Jutta in der Bahn den Beipackzettel ihres neuen Medikaments durch. Wirkstoff Pregabalin. Ihr Arzt hat gesagt, das kann mit den Schmerzen helfen, die sich durch den Diabetes entwickelt hat. Denn dabei handele es sich um neuropathische Schmerzen, also Nervenschmerzen. Erstmal soll Sie mit einer kleinen Dosis anfangen – und wenn das nicht hilft, wieder beim Arzt vorbeischauen…

Jutta hat jetzt eine Woche Pregabalin genommen und fühlt sich dauerhaft benommen. Sie hat sich heute schon zwei Mal für ein Nickerchen hingelegt, weil sie so müde war, aber die Kopfschmerzen bleiben. Das kann doch nicht sein. Liegt das etwa am neuen Medikament? Klar, die Nervenschmerzen fühlen sich um einiges besser an, aber will sie das eine Leid gegen das andere tauschen? Sollte sie die Tabletten vielleicht einfach absetzen? Sie hat da was von ausschleichen gelesen, Pregabalin kann man wohl nicht einfach so direkt absetzen. Lieber mal den Arzt anrufen…

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht: 26.08.2019

Quellen

  • Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (2011) : Abhängigkeitspotenzial von Pregabalin (Lyrica®). In: Deutsches Ärzteblatt 108/4, S. 183.
  • Michael Dobe, Boris Zernikow (Hrsg.) (2019): Therapie von Schmerzstörungen im Kindes- und Jugendalter: Ein Manual für Psychotherapeuten, Ärzte und Pflegepersonal. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Fazel u. a. (2019) : Associations between gabepentinoids and suicidal behaviour, unintentional overdoses, injuries, road traffic incidents, and violent crime: population based cohort study in Sweden. In: The British Medical Journal 2019;365:l2147.
  • Lorenz Fischer, Elmar T. Peuker (Hrsg.) (2011): Lehrbuch Integrative Schmerztherapie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • gelbe-liste.de: Pregabalin.
  • Brigitte M. Gensthaler (2007): Pregabalin – Gegen krankhafte Ängste. In: Pharmazeutische Zeitung 41/2007.
  • Christian Kretschmer (2016): Missbrauch von Pregabalin – Verordnungen prüfen. In: gelbe-liste.de.
  • Pfizer (2019): Fachinformation Lyrica® Hartkapseln. In: pfizermed.de.
  • pharmacompass.com (2018): Top drugs by sales in 2017: Who sold the blockbuster drugs?
  • pharmazeutische-zeitung.de (2017): Pregabalin: Ärzte warnen vor Missbrauch.
  • Bernd Pohlmann-Eden, Bernhard J. Steinhoff: Antiepileptika verstehen – Ein Wegweiser durch den Medikamenten-Dschungel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Annika Viniol u. a. (2019) : Prescribing practice of pregabalin/gabapentin in pain therapy: an evaluation of German claim data. In: The British Medical Journal Open 2019;9:e021535.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]
1 Kommentar
  • Alex
    03.10.2019 17:29

    Hallo, mein Name ist Alex. Ich hatte 2006/07 noch ohne Medikament zuhause heftige sich aufstauhende Ganzkörperzuckungen, zum Glück ohne Schmerzen, jedoch zuvor aber hatte ich 6 Monate ein sehr Lebensbeeinflussendes und eingeschränktes Leben. Im Alter von 22 Jahren bekam ich von meinem Hausarzt erstmals Lyrica verordnet (Tagesdosis 3mal 75mg). Am ersten Tag am abend, war es ein Traum, als meine Zuckungen wie weggeblasen waren. Ich war selbstverständlich überglücklich. So ca. 1 Jahr später, aufgrund sich stehts, steigender seltsamer Gedanken, steigerte sich mein Alkoholkonsum immer heftiger, um den komischen Gedanken gegenzusteuern. Da ich Krankenpfleger war, waren mir Medikamente zwar frei zugänglich, aber ohne Gedanken daran, dass manche davon mir vermeintlich auch helfen könnten, konnte ich mir theoretisch zwar vorstellen, aber ohne Gedanken daran, sie selbst zu nehmen, ich hatte ja meinen Alkohol der mir aber auch zunehmend nur noch bei vollster Sedierung half. 2012, nach heftigen vorangegangen Jahren verlor ich meinen Führerschein und meinen Job. Ich begab mich freiwillig in eine psychiatrische Einrichtung zur Alkoholentgiftung, anschließend anfangs 2013 zur Therapie. Dort wurde auch mein Lyrica schrittweise entzogen, aber zugleich die Umstellung auf Gabapentin. Da ich keinen enttäuschen wollte, machte ich die 4 Monate, trotz keiner Besserung meiner Gedanken bis zum Schluss. Ich konnte den Tag zur Entlassung kaum erwarten, um wie gewohnt mit Alk Abhilfe zu schaffen. Natürlich lernte ich dort auch viele Drogis kennen. Anschließend hatte ich nicht nur Alkohol als Laster. Anschließend durch neue Freunde wurde ich auch noch Benzo,- u Opiatsüchtig. Bis Januar diesen Jahres war ich ca. 20 mal zur Entgiftung, 2 Mal im Koma und bin seit 3 Jahren substituiert. Nehme se it Jahren nun 2400mg Gabapentin. Habe die letzten Jahre übelste Panikattacken, und das Gefühl zu ersticken, außerdem heftige Krampfanfälle. Ich dachte, dass es nur mir so ergeht, und als ich dieses Forum heute entdeckte, da kamen mir Tränen. Da ich nun weis, nicht mehr alleine Kämpfen zu müssen. All die Schickanierungen der letzten 13 Jahre,
    wie Geh arbeiten Du Simulant, und auch das Gefühl als Versuchskaninchen zu dienen. Ich fühle mich im Augenblick sehr kraftlos, und weis nicht wie es weitergehen soll .. Wir die betroffenen, sind ja jetzt für die Studie beim aufhören dieser Medikamente, traurigerweise an Platz 1. Ich wünsche uns das beste. Danke von mir, Alex.

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