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Durchfall – ein häufiges Symptom und viele mögliche Ursachen

Auf einen Blick – Durchfall

Was ist Durchfall?

  • über drei Stuhlgänge pro Tag, dabei flüssige Konsistenz des Stuhls
  • akut: Unter 2 Wochen, chronisch: 2–4 Wochen und länger

Wer bekommt Durchfall?

  • alle Altersgruppen
  • auf Säuglinge, Kinder und Ältere muss wegen des Wasser- und Salzverlustes gut Acht gegeben werden

Begleitsymptome

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Blähungen
  • Fieber

Behandlung

  • meist selbstlimitierend, daher symptomatische Behandlung
  • auf ausreichend Flüssigkeit und Salzzufuhr achten
  • Antibiotikagabe nur, wenn Bakterien als Verursacher des Durchfalls diagnostiziert werden

Tipps

  • am wichtigsten ist die ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr, da der Körper dies vermehrt ausscheidet
  • zum Arzt sollten Sie gehen wenn bestimmte Begleiterscheinungen vorhanden sind: z. B. Fieber, Durchfall kurz nach einer Reise oder Blut im Stuhl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Oft grummelt es im Bereich des Magens und plötzlich verspürt man einen immensen Druck, auf die Toilette gehen zu müssen. Von Durchfall ist eigentlich jeder meist mehrere Male während seines Lebens betroffen. Bei Durchfall handelt es sich um ein oftmals unspezifisches Symptom, das häufiger von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird. In vielen Fällen ist Durchfall selbstlimitierend und verschwindet nach einiger Zeit wieder. Aber gerade bei länger anhaltendem Durchfall ist ein Gang zum Arzt unbedingt notwendig, da es sich möglicherweise um eine ernste, dem Symptom zugrundeliegende Erkrankung handelt. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Durchfall überhaupt definiert ist, welche Erkrankungen das Symptom verursachen können und wie es behandelt wird.

Was ist Durchfall?

Der Begriff Durchfall (medizinisch Diarrhö) wird dann verwendet, wenn man mehr als dreimal täglich seinen Stuhl ausscheiden muss oder wenn das Gewicht des Stuhls mehr als 200g/Tag beträgt. Die Konsistenz des Stuhls ist eher flüssig und hat einen Wassergehalt von mehr als 80%. Alle drei Aspekte werden durch Faktoren wie Stress, Medikamente oder auch Ballaststoffgehalt der Nahrung beeinflusst.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen akutem und chronischem Durchfall.

Unterschied akuter und chronischer Durchfall

Als akut wird Durchfall bezeichnet, der nicht länger als zwei Wochen andauert, während chronischer Durchfall länger als 2–4 Wochen anhält. Oftmals wird Durchfall von weiteren Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen oder Fieber begleitet. Durchfall ist keine eigenständige Erkrankung, sondern kann das Symptom von vielen verschiedenen Krankheiten sein. Gerade akuter Durchfall ist oft nicht gefährlich und selbstlimitierend, er klingt also nach einiger Zeit von selbst ab. Gefährlich wird Durchfall oft dann, wenn der teils massive Flüssigkeits- und Elektrolytverlust nicht ausgeglichen wird.

Gut zu wissen: Durchfall sollte nicht unterschätzt werden

Pro Jahr haben ungefähr 4 Milliarden Menschen mindestens einmal Durchfall, was fast die Hälfte der derzeitigen Weltbevölkerung ist. Mehr als 7 Millionen von ihnen sterben an den Folgen, die meisten im Kindesalter.

Wie entsteht Durchfall?

Es gibt verschiedene Mechanismen, durch die Durchfall entstehen kann:

  • Osmotische Diarrhö: ist der Körper nicht fähig, etwa bestimmte Teile der Nahrung oder Medikamente zu verstoffwechseln, fließt Flüssigkeit in die entgegengesetzte Richtung durch die Darmschleimhaut ins Innere des Darms. Dort wird dann der Inhalt verflüssigt. Eine Laktoseintoleranz ist eine der häufigsten Ursachen der osmotischen Diarrhö. Der Durchfall verschwindet meistens dann sehr schnell, wenn die Ernährung entsprechend umgestellt wird.
  • Sekretorische Diarrhö: Hierbei gibt der Darm vermehrt Wasser ins Innere des Darms ab, wodurch der Stuhlgang oft sehr wässrig ist. Diese Art von Diarrhö tritt u.a. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder auch Lebensmittelvergiftungen auf.
  • hypermotile Diarrhö: Ursächlich für diesen Mechanismus sind erhöhte Bewegungen der Darmmuskulatur. Durch diese Bewegungen passiert der Speisebrei den Darm in kürzerer Zeit als normalerweise vorgesehen wäre, wodurch der Darm den Speisebrei nicht genügend Flüssigkeit entziehen kann. Häufigste Ursache ist das Reizdarmsyndrom.
  • exsudative Diarrhö: Liegt eine Entzündung der Darmschleimhaut vor, sondert diese unter Umständen vermehrt Schleim, aber auch teilweise Blut ab. Sowohl der Schleim und das Blut werden dann beim Stuhlgang abgeführt. Beides kann von Betroffenen leicht im Stuhl erkannt werden. Beispiele für Ursachen sind Morbus Crohn oder auch Colitis ulcerosa.
Videoexkurs: Mehr Wissenswertes zum Reizdarm-Syndrom
Das Reizdarm-Syndrom ist gar nicht so selten, wie man annehmen könnte. Typischerweise werden die Symptome bei Stress sogar schlimmer. In diesem Videobeitrag geht Dr. Tobias Weigl auf die Ursachen und Symptome ein und erklärt, welche Therapiemöglichkeiten es beim Reizdarm-Syndrom gibt.

Der Darm: Reizdarm😱Wie entstehen chronische Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen & Durchfall ohne Ursache?

Durchfall – ein Symptom, viele Ursachen

Durchfall ist ein Symptom, das durch zahlreiche verschiedene Erkrankungen verursacht werden kann. Dadurch wird die exakte Diagnose für den Arzt mitunter kompliziert und viele unterschiedliche Untersuchungen können die Folge sein. Vielfach liegen einer Diarrhö Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts zugrunde, manchmal lassen sich die Ursachen aber auch in anderen Körperregionen feststellen. Im Folgenden wird Ihnen eine Auswahl von möglichen Ursachen vorgestellt, die für akuten oder chronischen Durchfall verantwortlich sein können.

Akuter Durchfall

Magen-Darm-Infektionen

Umgangssprachlich wird die Gastroenteritis, also eine Entzündung der Schleimhäute von Magen (Gastritis) und Dünndarm (Enteritis), als Magen-Darm-Grippe bezeichnet. Dieser Begriff ist allerdings irreführend, da eine Gastroenteritis von anderen Erregern verursacht wird als die eigentliche Grippe (Influenza) und zwischen diesen beiden Krankheiten keine Verbindung besteht. Einige Beispiele für Ursachen von Magen-Darm-Infektionen werden im Folgenden aufgelistet:

Bestimmte Viren
  • Rotaviren: Rotaviren sind die häufigste Ursache einer virusbedingten Darminfektion bei Kindern. In westlichen Industrieländern sind vor allem Säuglinge und Kinder im Alter von 6 Monaten bis 2 Jahren betroffen. Die Häufung in dieser Altersgruppe ist auf die noch nicht ausgebildete Immunität zurückzuführen. Rotaviren werden meistens durch eine Schmierinfektion, aber auch durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Neben Durchfall und Erbrechen können noch Fieber und Bauchschmerzen auftreten. Im Stuhl lassen sich oft Schleimbeimengungen finden. Die gastrointestinalen, also Magen und Darm betreffenden Symptome klingen oft nach 2–6 Tagen wieder ab. Seit 2006 gibt es eine Impfung gegen Rotaviren, eine allgemeine Impfempfehlung gibt es in diesem Fall aber noch nicht.
  • Noroviren: Noroviren sind hochansteckenden Viren, die akut einsetzende Gastroenteritiden verursachen und oftmals durch Schmierinfektionen übertragen werden. Besonders häufig betroffen sind Kinder unter 5 Jahren und Personen über 70 Jahren. Kennzeichen einer Noroviren-Infektion sind starkes Erbrechen und heftige Durchfälle, wodurch Betroffene erhebliche Mengen an Flüssigkeit verlieren. Andere Symptome, die auftreten können, sind u.a. Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen.
andere Infektionen
  • Lebensmittelvergiftung: Als Lebensmittelvergiftung bzw. lebensmittelbedingte Infektionskrankheiten bezeichnet man Erkrankungen, die durch das Verzehren von Lebensmitteln hervorgerufen werden, die durch Viren, Bakterien, Pilze oder auch Parasiten verunreinigt sind. Die größte Rolle spielen aber bakterielle Erreger, da diese sich in Lebensmitteln zum Teil sehr schnell vermehren und dementsprechend in einer Menge vorhanden sind, die krankheitsauslösend sein kann (dann spricht man von einer relevanten Infektionsdosis oder Toxinkonzentration). In diesem Zusammenhang sind besonders die Bakterien Samonella enteritidis und Staphylococcus aureus zu nennen. Salmonella enteritidis lassen sich häufig auf rohen Eiern, Milchprodukten und nicht ausreichend erhitztem Geflügel finden. 12–48 Stunden, nachdem die entsprechend verunreinigten Lebensmittel verzehrt wurden, treten neben Durchfall oft noch Bauchschmerzen und Übelkeit und Erbrechen auf. Den Erreger Staphylococcus aureus findet man ebenfalls oft in Milch-, Fleisch- oder Eiprodukten, aber bspw. auch in Kartoffelsalaten. Binnen kurzer Zeit nach dem Verzehr (ca. 1–6 Stunden) kommt es zu Bauchkrämpfen mit Brechdurchfall.
  • Reisedurchfall: Mit Reisedurchfall wird in der Regel eine akute infektiöse Dünndarmentzündung beschrieben, die typischerweise während oder auch nach Reisen in Ländern auftritt, deren hygienische Standards niedrig(er) sind. Häufigste Auslöser sind enterotoxische E. coli (kurz ETEC), die durch kontaminierte, also verunreinigte Nahrung oder Wasser in den Körper gelangen. Typisch für Reisedurchfall sind krampfartige Bauchschmerzen, gepaart mit Übelkeit und Erbrechen. Der Durchfall tritt plötzlich auf und ist zumeist wässrig.

Medikamente als Ursache

Einige Medikamente können als Nebenwirkung Durchfall verursachen. Dazu zählen bspw. Abführmittel mit dem Wirkstoff Laktulose, einige Antibiotika (z. B. Ampicillin), Zytostatika (Medikamente bei einer Chemotherapie) oder auch Schleifendiuretika wie Furosemid.

Strahlenbehandlung

Bei einer Strahlentherapie werden, je nach Bestrahlungsort, auch die Schleimhäute gereizt. Sie können wund werden und sich entzünden. Dies verursacht wahrscheinlich Schmerzen und möglicherweise Übelkeit. Wird bei der Therapie auch der Darm bestrahlt, kann es zu Durchfall kommen. Zudem ist die Nährstoffaufnahme zumindest vorübergehend gestört. Bei den allermeisten Bestrahlungspatienten klingen diese Beschwerden nach Behandlungsende nach einiger Zeit wieder ab.

Chronischer Durchfall

Lebensmittelallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten

Umgangssprachlich unterscheiden die meisten nicht zwischen einer Lebensmittelallergie und einer Lebensmittelunverträglichkeit. Bei einer Lebensmittelallergie reagiert das körpereigene Immunsystem irrtümlicherweise auf eigentlich harmlose Stoffe. Bei Lebensmittelunverträglichkeiten hingegen werden Nahrungsstoffe nicht richtig verstoffwechselt, das Immunsystem spielt hierbei keine Rolle. Der Körper kann diese Stoffe nicht ordnungsgemäß verwerten, da bestimmte Enzyme in nicht ausreichender Zahl vorhanden sind oder nicht richtig funktionieren. Werden bei vorliegender Unverträglichkeit diese Stoffe dennoch zu sich genommen, führt das in vielen Fällen zu Beschwerden des Magen-Darm-Trakts. Zwei häufiger vorkommende Lebensmittelunverträglichkeiten sind die Laktose- bzw. Fruktoseintoleranz:

  • Laktoseintoleranz: In Milchprodukten wie Käse ist Laktose bzw. Milchzucker enthalten. Damit der Milchzucker über die Darmschleimhaut ins Blut gelangen kann, muss der Milchzucker zunächst aufgespalten werden. Dies geschieht durch das Enzym Laktase. Bei Menschen mit Laktoseintoleranz ist ebendieses Enzym gar nicht oder nur in unzureichender Menge vorhanden. Werden nun milchhaltige Produkte verzehrt, treten in der Folge u.a. Bauchkrämpfe und Blähungen aber auch Durchfall auf.
  • Fruktoseintoleranz: Die Vorgänge im Körper bei einer Fruktoseintoleranz gleichen der einer Laktoseintoleranz: Fruchtzucker kann nicht richtig verarbeitet werden und verursacht in der Folge Beschwerden wie Durchfall oder Bauchschmerzen.
Organe im Bauch

Über den Magen gelangt die Nahrung in den Dünndarm, danach in den Dickdarm und anschließend in den Mastdarm, wo die verwertete Nahrung durch den After ausgeschieden wird

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

häufige Erkrankungen
  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung: Eine immer wiederkehrende Entzündung der Bauchspeicheldrüse (sog. ‚chronische Pankreatitis‘) kann zu regelmäßigem Durchfall führen. Durch die Entzündung kann die Bauchspeicheldrüse immer weniger ihre Aufgaben wahrnehmen. In den meisten Fällen kann eine chronische Pankreatitis auf langfristigen Alkoholismus zurückgeführt werden.
  • chronische Magenschleimhautentzündung: Bei einer chronischen Magenschleimhautentzündung (sog. ‚Gastritis) kann die Magenschleimhaut ihre eigentlichen Aufgaben nicht mehr richtig wahrnehmen. Es kann zur Entzündung kommen, wenn die Schleimhaut nicht oder kaum in der Lage ist, ihren eigenen Schleim herzustellen. Dieser schützt im Normfall die Magenwand vor der aggressiven Magensäure. Andersherum kann der Körper aber auch zu viel Magensäure produzieren, wodurch die Magenschleimhaut angegriffen wird. Die chronische Gastritis bleibt oftmals unbemerkt, kann aber u. a. neben Oberbauchschmerzen und Übelkeit seltener auch Durchfall verursachen.
  • Pankreasinsuffizienz: Durchfall ist eines der typischen Symptome einer Insuffizienz der Bauchspeicheldrüse (des sog. ,Pankreas‘). Die Bauchspeicheldrüse ist u.a. für die Produktion von Verdauungsenzymen zuständig. Bei einer Bauchspeichelinsuffizienz werden diese Enzyme in nicht mehr ausreichender Form gebildet, wodurch die Verdauung beeinträchtigt wird. In diesem Fall spricht man von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz, bei der Symptome erst dann auftreten, wenn schon 80–90 % der Organfunktion ausgefallen sind. Problematisch ist besonders die Fettverdauung, die dann kaum noch stattfindet. Typischerweise treten dann fettige Durchfälle auf, wobei der der Stuhl übelriechend und fettig aussieht. Dementsprechend redet man von ,Fettstühlen‘.
  • Reizdarm-Syndrom: Als Reizdarm werden mehrere unterschiedliche Krankheitszeichen bezeichnet, für die auch nach diversen Untersuchungen – etwa Blutuntersuchungen, Ultraschall oder auch eine Magen-Darmspiegelung – keine biochemischen oder organischen Ursachen ausfindig gemacht werden können und über drei Monate bestehen. Durchfall ist dabei eines der typischen Symptome. Ein möglicher Entstehungsprozess des Reizdarm-Syndroms kann darin liegen, dass durch eine falsche Ernährung oder auch durch Antibiotika die Darmflora aus ihrem Gleichgewicht gerät.
Weitere Ursachen
  • entzündete Darmdivertikel: Darmdivertikel sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die meistens ungefährlich sind. Entzünden sich diese Divertikel allerdings, können mitunter Schmerzen im gesamten Bauchraum auftreten. Neben den Schmerzen können u.a. Blähungen, Verstopfungen, aber auch Durchfall auftreten.
  • Glutenunverträglichkeit: Durchfall ist gemeinsam mit Bauchschmerzen das typische Symptom einer Glutenunverträglichkeit (sog. ‚Zöliakie‘). Zöliakie gehört zu den chronischen Erkrankungen des Dünndarms und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Die Erkrankung beruht darauf, dass Gluten Entzündungen im Dünndarm, genauer der Dünndarmzotten verursachen. Die Dünndarmzotten sind v.a. für die Resorption, d.h. für die Stoffaufnahme zuständig. Die durch die Gluten hervorgerufenen Entzündungen verursachen eine Zurückbildung der Darmzotten, sodass die Nährstoffaufnahme durch den Dünndarm reduziert sind. Das führt dazu, dass verschiedene Bestandteile der Nahrung – besonders bei einem schweren Verlauf – nur noch unzureichend verwertet werden können.
  • mikroskopische Kolitis: Die mikroskopische Kolitis ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Welche Ursachen der Erkrankung zugrunde liegen, konnte bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Die Diagnose der Erkrankung ist tückisch, da der Arzt nicht ohne Weiteres erkennen kann, ob eine Kolitis vorliegt, da die Darmschleimhaut keinerlei Auffälligkeiten zeigt. Erst durch kleine Gewebeproben, die mikroskopisch untersucht werden, kann eine gesicherte Diagnose gestellt werden. Der Name der Erkrankung leitet sich von diesem Umstand ab. Wichtigstes Symptom ist ein wässriger, chronisch auftretender Durchfall.

Chronisch-entzündliche Darmkrankheiten

  • Colitis Ulcerosa: Bei Colitis Ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit. (kurz CED). Als CED werden Krankheiten bezeichnet, deren Merkmal es ist, dass wiederkehrende oder auch permanente aktive Entzündungen des Darms auftreten. Sie tritt häufig bei jungen Menschen zwischen 20–35 Jahren auf. Leitsymptom der Erkrankung ist ein blutiger, schleimiger Durchfall. Ein anderes, häufiger auftretendes Symptom sind Bauchschmerzen, teils auch Fieber. Welche Ursachen für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich sind, ist nicht bekannt.
  • Morbus Crohn: Neben Colitis Ulcerosa ist Morbus Crohn die häufigste chronisch-entzündliche Darmerkrankung Welche Ursache Morbus Crohn zugrunde liegt, ist bisher nicht bekannt, Raucher sind allerdings eher betroffen, teils scheinen erbliche Faktoren eine Rolle zu spielen. Immer wieder auftretende Bauchschmerzen und Durchfall sind die wichtigsten Symptome der Erkrankung.
Videoexkurs: Was ist Morbus Crohn?
Da nach heutigem Kenntnisstand Morbus Crohn bisher nicht heilbar ist, zielt eine Therapie darauf ab, ein Fortschreiten der Erkrankung und das Wiederauftreten entzündlicher Schübe zu verhindern. Wieso die Diagnose alles andere als einfach ist, erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl in seinem Videobeitrag zum Thema.https://www.youtube.com/watch?v=pLmyQx2QmYc&list=PLP1YH0Y52E55m1i7MD1Z7uJ6MuC3Y3IMB&index=

Endokrine und stoffwechselbedingte Erkrankungen

  • Schilddrüsenüberfunktion: Durch die erhöhte Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen werden die Stoffwechselprozesse im Körper beschleunigt. Dies kann u.a. zu Durchfall führen.
  • Diabetes mellitus: Diabetes kann zu verschiedenen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes führen. Dazu zählt auch Durchfall: Rund 20% der Diabetiker sind von einer regelmäßig auftretenden Diarrhö betroffen. Das hängt damit zusammen, dass es infolge des erhöhten Blutzuckerspiegels bei Diabetikern unbehandelt zu Nervenschädigungen kommen, von denen auch der Magen und der Darm betroffen sein können. Mögliche Symptome können – je nach Ort der Nervenschädigung – neben Durchfall auch Blähungen, Erbrechen oder Verstopfungen sein.
  • Morbus Addison: Morbus Addison ist eine seltene, aber unter Umständen lebensbedrohliche Erkrankung, bei der die Nebennierenrinde zu wenig von einigen wichtigen Hormonen – Androgene (Sexualhormone), Aldosteron und Cortisol – produziert. Bei Morbus Addison handelt es sich um eine sog. primäre Nebennierenrinden-Insuffizienz, die Störung liegt also in der Nebennierenrinde selbst. Die häufigste Ursache für das Auftreten dieser Erkrankung sind Autoimmunerkrankungen, bei denen sich körpereigene Zellen gegen das Gewebe der Nebenniere wenden und es zerstören. Zentrale Symptome sind eine braungefärbte Haut, ein großer, durch den Aldosteronmangel verursachter Hunger auf salzige Nahrungsmittel sowie ein niedriger Blutdruck. Durch den Mangel an Cortisol kann es dabei aber auch zu Verdauungsproblemen kommen, die in Übelkeit oder auch Durchfall münden können. Meist treten die Beschwerden erst auf, wenn das Gewebe der Nebennierenrinde schon weitgehend zerstört wurde.

Weitere mögliche Ursachen für Durchfall

  • einige Krebserkrankungen, etwa Darmkrebs
  • Stress
  • Angst
  • nach Magen-Darm-Operationen kann es zu Durchfall kommen
  • (langfristiger) Alkoholmissbrauch
  • starker Koffeinkonsum
  • HIV-Infektion: Nachdem man sich mit HIV infiziert hat, können nach rund drei Wochen akute Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, aber auch Durchfall auftreten. Diese Symptome verlaufen häufig grippeähnlich und klingen nach einiger Zeit wieder ab, wodurch die Infektion oft unentdeckt bleibt, da sie nicht mit HIV assoziiert werden.
  • Malabsorptionssyndrom: Bei dem sogenannten Malabsorptionssyndrom verwertet der Darm des Betroffenen einige oder sogar keine Nährstoffe mehr aus der Nahrung, sodass die jeweiligen Nährstoffe nicht mehr ins Blut gelangen. Infolgedessen tritt ein Nährstoffmangel auf. Ursächlich für dieses Syndrom sind u.a. krankhafte Veränderungen des Darms, wie sie z.B. durch Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa verursacht werden. Durchfall ist dann eines der möglichen Symptome.

Begleitsymptome: Welche Beschwerden können in Zusammenhang mit Durchfall auftreten?

Durchfall als Symptom tritt in vielen Fällen nicht alleine auf. Je nachdem, welche Art von Erkrankung dem Durchfall zugrunde liegt, kann es zu einer umfassenden Begleitsymptomatik kommen. Typische Begleitsymptome, die begleitend zu Durchfall eintreten können, sind u.a.:

Wer ist von Durchfall betroffen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch jeden Alters von Durchfall betroffen sein. Aufgrund des zum Teil immensen Salz- und Wasserverlustes zählen alte Personen, Säuglinge, aber auch Kinder tendenziell zu den Gruppen, auf die bei Durchfall besonders Acht gegeben werden muss.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Akuter Durchfall ist häufig selbstlimitierend und klingt nach einigen Tagen also von selbst ab. Ein Arztbesuch ist dann nicht zwingend nötig. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie aber Ihren Arzt aufsuchen, um möglicherweise schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen vorzubeugen:

  • starker, unbeabsichtigter Gewichtsverlust
  • im Stuhl ist Blut oder Schleim sichtbar
  • Sie sind vor kurzem von einer Reise zurückgekehrt
  • es treten Entzündung in anderen Körperbereichen auf
  • heftiger oder lange anhaltender Durchfall
  • Symptome wie Fieber treten zusammen mit dem Durchfall auf

„Durchfall ist ein häufiges Symptom, das bei vielen unterschiedlichen Erkrankungen auftreten kann. Oft ist es vergleichsweise harmlos und klingt meist nach einer kurzen Zeit wieder ab. Hält der Durchfall aber länger an und treten noch weitere Symptome auf, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl

Hinzukommt, dass besonders alte Menschen und kleine Kinder/Säuglinge durch Durchfall sehr geschwächt werden können, weshalb ein Arztbesuch in diesen Fällen dringend angeraten ist.

Fakten-Box

Durchfall/Diarrhö

  • ein Symptom, keine eigenständige Krankheit
  • Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Durchfall
  • zahlreiche Ursachen sind möglich
  • nicht immer, aber oft liegen die Gründe im Magen-Darm-Trakt
  • ist in vielen Fällen nicht das einzige Symptom, sondern geht einher mit Begleitsymptomen

wichtige mögliche Begleitsymptome

  • Blähungen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schmerz
  • Gewichtsverlust
  • Flüssigkeitsverlust
  • Bauchschmerzen

Dann sollten Sie ihren Arzt aufsuchen:

  • Durchfall tritt kurz nach der Rückkehr nach einer Reise auf
  • Durchfall, der nach einigen Tagen immer noch besteht
  • Entzündung in anderen Körperbereichen treten auf
  • es treten außer Durchfall weitere Symptome auf
  • hoher, nicht beabsichtigter Gewichtsverlust
  • im Stuhl sind Blut- und Schleimbeimengungen zu erkennen
  • besondere Vorsicht sollten Sie vor allem bei Säuglingen und Kindern an den Tag legen

Was tut der Arzt? Teil 1: Diagnose

Ausgangspunkt einer jeden Untersuchung ist die Erhebung der Anamnese. In einem ausführlichen Gespräch wird der Arzt Sie nach verschiedenen Dingen fragen, um sich ein erstes Bild von den Ursachen Ihrer Diarrhö machen zu können:

  • Wie oft müssen Sie zur Toilette gehen?
  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • Wann genau haben Sie Durchfall? Tritt er z.B. nur tagsüber auf?
  • Wie sieht Ihr Stuhl aus? Welche Farbe hat er?
  • Welche Konsistenz hat der Stuhl?
  • Wie viel scheiden Sie ungefähr aus? Stinkt der Stuhl stark?
  • Nehmen Sie Medikamente? Wenn ja, welche? (Nennen Sie dabei auch Mittel, die Ihnen nicht ärztlich verschrieben worden sind, wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel.)
  • Wann sind die Beschwerden das erste Mal aufgetreten?
  • Sind Sie gegen bestimmte Substanzen allergisch? Gibt es Nahrungsmittelunverträglichkeiten?
  • Sind Sie noch von anderen Krankheiten betroffen? Im Zusammenhang mit Durchfall sind u.a. Diabetes mellitus, Alkoholismus oder Magen-Darm-Erkrankungen wichtig.
  • Sind sie vor kurzem von einer Reise zurückgekehrt?
  • Stehen Sie derzeit unter großem Stress?
  • Gibt es Begleitsymptome wie z.B. Blähungen, Erbrechen, Übelkeit oder Bauchschmerzen?
  • Was essen Sie normalerweise? Treten die Beschwerden auf, wenn Sie bestimmte Lebensmittel essen?

Akuter und chronischer Durchfall

Oft kann der Arzt nach der Anamnese schon einschätzen, ob akuter oder chronischer Durchfall vorliegt. Vielfach ist bei einer akuten Diarrhö keine spezifische Diagnose- oder Therapiemaßnahme angezeigt; die meisten akuten Durchfälle nicht schwerwiegend, dauern nur wenige Tage an und klingen dann wieder ab. Erst, wenn der Durchfall ungefähr länger als drei Tage anhält, und sich weitere Symptome wie ein blutiger Stuhlgang oder Fieber einstellen, ist eine weiterführende Diagnose vonnöten.

Eine chronische Diarrhö bedarf unter Umständen eine umfangreiche Diagnostik, wenn diätetische, medikamentöse oder auch OP-bedingte Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Je nach Einschätzung und Verdacht des Arztes, welche Ursache dem Durchfall zugrunde liegen könnte, können verschiedene weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Laboruntersuchungen

Wichtige Laboruntersuchungen bzw. Werte, die geprüft werden können, sind u.a.:

  • HIV-Test
  • Schilddrüsenwerte (TSH-Wert)
  • CRP (C-reaktives Protein) und BKS (Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit) – beide Werte geben Hinweise auf Entzündungsreaktionen im Körper
  • Amylase – dieses Enzym, dass auch in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird, ist am Glukosestoffwechsel beteiligt. Lässt sich das Enzym vermehrt im Blut feststellen, ist dies ein Hinweis auf eine Bauchspeichelentzündung.
  • Überprüfung der Elektrolytkonzentration
  • ggf. sogenannte Tumormarker

Magen- und Darmspiegelung

Eine Darm- bzw. Magenspiegelung ist eine endoskopische Untersuchung, bei der das Endoskop – ein dünnes Metallrohr bzw. ein biegsamer Gummischlauch, der mit einer Kamera versehen ist – in den Darm oder Magen eingeführt wird. Auf einem Monitor werden die Bilder der Kamera gezeigt, sodass der Arzt die entsprechenden Regionen begutachten kann. Es ist auch möglich, kleine Gewebeproben während der Untersuchung zu entnehmen, die später im Labor untersucht werden können. Die Behandlung fühlt sich für den Patienten oft unangenehm an, Schmerzen treten eher weniger auf. Die Magen- oder Darmspiegelung ist die wichtigste Untersuchung für die Diagnose chronischen Durchfalls.

H2-Atemtest

Vermutet der Arzt, dass der Durchfall etwa durch Nahrungsmittelunverträglichkeiten – z. B. einer Laktoseintoleranz – hervorgerufen wurde, kann der sogenannte H2-Atemtest (auch Wasserstoffatemtest genannt) durchgeführt werden. Dieser Atemtest gründet darauf, dass beim Abbau eines zugeführten Zucker im Magen-Darm-Trakt Wasserstoff gebildet wird. Wird im Dünndarm ein Zucker, z. B. Milchzucker, nicht richtig abgebaut oder es befinden sich zu viele Bakterien im Dünndarm, bildet sich Wasserstoff. Über das Blut und den Lungenkreislauf gelangt er in die Atemluft.

Die Wasserstoffkonzentration kann in der Atemluft gemessen werden. Der Patient pustet bei der Untersuchung über ein Mundstückadapter in einen kleinen Wasserstoffmonitor. Der Monitor zeigt einen Wert an, der als Ausgangspunkt für die Untersuchung dient. Nun trinkt der Patient den im Wasser gelösten Zucker aus; in Abständen von ungefähr 30 Minuten wird erneut die Wasserstoffkonzentration gemessen. Der Atemtest dauert rund 2 Stunden, da der zugeführte Zucker zunächst noch in den Dickdarm gelangen muss. Ist dieser Vorgang beendet, liegen die Ergebnisse des Tests vor.

Ihr Arzt wird Sie im Vorfeld der Untersuchung noch auf einige Verhaltensweisen hinweisen, dass Sie vor dem Test u.a. keine kohlenhydratreiche Ernährung zu sich nehmen dürfen und vorher ausreichend trinken sollten. Fragen Sie im Zweifelsfall mehrfach nach!

Stuhlproben und Stuhluntersuchung

Mit einer Stuhluntersuchung ist in der Regel eine Untersuchung des Stuhls auf Durchfallerreger gemeint. Dies bezeichnet man als mikrobiologische Untersuchung. Außerdem geben Farbe, Masse, Härte, Schleim- und/oder Blutbeimengungen und Geruch des menschlichen Kots dem Arzt weitere Informationen über den Zustand des Verdauungstraktes und somit Hinweise auf die mögliche Erkrankungsursache. Sie erhalten für die Probeentnahme ein kleines Plastikröhrchen mit einem kleinen Plastiklöffel, mit dem Sie kleine Proben des Stuhls entnehmen und in das Plastikröhrchen füllen.

Stuhlprotokoll

Unter Umständen kann der Arzt Sie bitten, eine Zeit lang die Beschaffenheit ihres Stuhl zu protokollieren (Farbe, Geruch, Form, Beimengungen, etc.). Angegeben werden sollte ebenfalls, ob der Stuhlgang schmerzhaft war, ob Sie großen Druck für die Entleerung ausüben mussten und wie viele Toilettengänge Sie am Tag machen mussten.
Abhängig von den Ergebnissen der bisherigen Untersuchungen kann es sein, dass der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes, möglicherweise auch eine Röntgenuntersuchungen und andere radiologische Untersuchungsverfahren wie das MRT anordnet. Mehr zu diesen Untersuchungsmethoden erfahren Sie in unserem Artikel „Die Radiologie: Nutzen von Röntgen, MRT, CT und Myelografie“.

Was tut der Arzt? Teil 2: Therapie

Behandlung bei akutem Durchfall

Da akuter Durchfall in vielen Fällen selbstlimitierend ist und dementsprechend nach einiger Zeit selbstständig abklingt, ist hier eine symptomatische Behandlung angezeigt, um die Beschwerden des Patienten bis zur Genesung zu lindern. Wichtigste Therapiemaßnahme ist, dass ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt werden, um eine Austrocknung des Körpers zu vermeiden. Deshalb sollten Sie viel Flüssigkeit, etwa in Form von Suppen oder Tee, zu sich nehmen. Empfohlen wird die Einnahme einer Elektrolytlösung (bestehend aus Kaliumionen, Natriumionen, Chloridionen etc.).

Bei bakteriellen und viralen Infektionen, z. B. durch Noroviren, wird Ihnen ihr Arzt für die Zeit ihrer Erkrankung ein Arbeitsverbot erteilen, falls sie in der Gastronomie oder im Lebensmittelgewerbe arbeiten. Zudem sollten Sie Gemeinschaftseinrichtungen vermeiden, da die Erreger dort leicht auf andere Menschen übertragen werden können. Sport sollten Sie außerdem während der Erkrankung nicht treiben. Grundsätzlich sollten Sie sich schonen und körperliche Anstrengung meiden.

Medikamentöse Behandlung

Antibiotika werden nur bei Verdacht oder Nachweis bestimmter bakteriellen Erregern eingesetzt (z.B. Vibrio cholerae, Erreger für Cholera). Bei Bedarf und unkompliziertem Krankheitsbild kann der Arzt aber sog. Antidiarrhoika (z.B . Loperamid) verschreiben. Antidiarrhoika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von Durchfallerkrankungen eingesetzt werden können. Eine konkrete antivirale Therapie gegen Rota- und Noroviren gibt es nicht, die Behandlung ist rein symptomatisch.

Wichtig – Hygiene bei Durchfall
Falls möglich, sollten Sie während des Durchfall ihre eigene, private Toilette nutzen und unbedingt nach jeder Benutzung gewissenhaft reinigen, im Optimalfall auch desinfizieren. Waschen Sie sich nach jedem Gang zur Toilette gründlich die Hände mit Seife – dann stecken Sie höchstwahrscheinlich niemanden an.

Behandlung bei chronischem Durchfall

Falls möglich, sollte immer die Grunderkrankung behandelt werden, die Durchfall verursacht. Ist dies nicht im Bereich des Möglichen, wird Durchfall – in Abhängigkeit von der eigentlichen Erkrankung – symptomatisch behandelt. Durchfall kann sich mitunter stark auf das Wohlbefinden des Patienten auswirken, weshalb dann vor allem eine Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund steht. Auch hier gilt grundsätzlich, dass ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt werden, um einer Austrocknung entgegenzuwirken.

Häufige Patientenfragen

Helfen Cola und Salzstangen gegen Durchfall?

Dr. Dr. T. Weigl:
Nein, es ist leider ein Mythos, der sich allerdings hartnäckig in der Welt hält. Bei Durchfall ist es in erster Linie wichtig, die verlorengegangene Flüssigkeit und die Elektrolyte wieder zuzuführen. Dies leistet Cola nun gar nicht, ganz im Gegenteil: Das Softgetränk kann den Durchfall unter Umständen sogar verstärken. Salzstangen sind dagegen nicht allzu schlimm, helfen aber kaum beim Durchfall, da sie die benötigen Salze wie Kalium nicht enthalten.

Ist das Medikament Loperamid verschreibungspflichtig?

Dr. Dr. T. Weigl:
Kleinere Packungen sind ohne Rezept in der Apotheke verfügbar. Allerdings dürfen Sie die Tabletten nicht länger als die empfohlenen zwei Tage einnehmen, da ansonsten schwere Verstopfungen drohen. Eine weitere Einnahme darf nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt erfolgen.

Was sollte ich bei Reisen beachten, um keinen Reisedurchfall zu bekommen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Falls Sie planen, in Entwicklungs- oder Schwellenländern zu reisen, sollten Sie sich an folgende Empfehlung halten: „Koch es, schäl es oder lass es bleiben!“. Da die hygienischen Standards etwa bei der Lebensmittellagerung in den nichtwestlichen Industrienationen teilweise problematisch sind, sollten Sie deshalb auf Lebensmittel verzichten, die Sie nicht kochen oder schälen können. Grundsätzlich sollten Sie sich regelmäßig mit sauberem Wasser die Hände waschen!

Typisches Patientenbeispiel

Daniel fühlt sich mulmig. Er hatte bis heute Nachmittag Schicht im Altenheim und wollte später abends eigentlich zu seiner Freundin fahren, wenn sie von der Arbeit zurück ist. Aber seit zwei Stunden muss er dauernd zur Toilette: „Boah ne, hab ich mir irgendwas eingefangen? Vom Kaffee kann das ja nicht kommen, ich hab ja nur eine Tasse heute morgen getrunken. Blöder Mist, jetzt muss ich wohl Janine absagen.“ Am nächsten Tag das gleiche Spiel – wieder sitzt Daniel dauernd auf der Toilette und fühlt sich komplett schlapp und krank. Zu geschwächt, sich weiter über seine Situation zu ärgern, ruft er Janine an und bittet sie, ihn zum Arzt zu bringen. „Pack mich besser aber nicht an … nachher holst du dir dann auch noch was …“.

Nach einigen Untersuchungen ist klar: Daniel hat sich das Norovirus eingefangen. „Das haben Sie sich bestimmt bei ihrer Arbeit im Altenheim geholt, das geht beim Norovirus ganz schnell. Sie bleiben jetzt erstmal zu Hause und schonen sich“, schaut ihn seine Ärztin mitleidig an.
„Bei dem Durchfall bleibt mir auch nicht viel anderes übrig …“, antwortet Daniel und schaut sie mühevoll lächelnd an. Seine Ärztin gibt ihm noch einige Ernährungs- und Hygienehinweise, damit sich niemand bei ihm ansteckt. Daniel freut sich, als er sich wieder zu Hause angekommen ins Bett werfen kann und sich ausruhen kann, so schlapp, wie er sich fühlt – wären da nicht die dauernden Toilettengänge …

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
Redaktion: Christopher Keck
Veröffentlicht am: 13.07.2019, zuletzt aktualisiert: 19.08.2019

Quellen

  • Frank Antwerpes: Amylase. In: flexikon.doccheck.com.
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  • Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) (Hg.) (2009): S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie.
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  • S. Hagel u. a. (2005): S2k-Leitlinie Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple.
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  • Ahmed Madisch (2012): Ursachen und Diagnostik der mikroskopischen Kolitis. In: Medizin + Forschung, BR 3, S. 52–56.
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  • Robert-Koch-Institut (Hg.) (2018): RKI-Ratgeber HIV-Infektion/AIDS. In: rki.de
  • Robert-Koch-Institut (Hg.) (2019): RKI-Ratgeber Norovirus-Gastroenteritis. In: rki.de
  • Robert-Koch-Institut (Hg.) (2019): RKI-Ratgeber Rotaviren-Gastroenteritis. In: rki.de
  • J. Stein (2006): Diarrhö – Leitsymptome und diagnostisches Vorgehen. In: J. Stein und T. Wehrmann (Hg.): Funktionsdiagnostik in der Gastroenterologie. Medizinische Standards, 2. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer Verlag, Heidelberg, S. 222–230.
  • H. Tschäpe (2000): Lebensmittelbedingte Infektionskrankheiten durch Bakterien. In: Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 43, S. 758–769.
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