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Akute und chronische Oberbauchschmerzen – Ein Symptom, viele mögliche Ursachen

Bauchschmerzen sind ein großes Rätsel. Während man die Symptome meist gut behandeln kann, kennt man oft nicht die Ursache, die hinter den Schmerzen steckt. Dies kann eine Odyssee an Arztbesuchen nach sich ziehen, an deren Ende dennoch keine klare Diagnose steht.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Als Oberbauchschmerzen bezeichnet man all jene Schmerzen, die sich im Bereich zwischen Rippenbogen und Nabel ereignen. Dazu gehören alle im Oberbauch, oberhalb des Nabels als auch um den Nabel herum gelegenen Schmerzen. Oberbauchschmerzen sind ein häufiges Symptom, das meist in Kombination mit anderen Beschwerden wie einem Völlegefühl, Übelkeit oder Sodbrennen auftritt. Dahingehend unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Bauchschmerzen, die auf jeweils unterschiedliche Grunderkrankungen zurückzuführen sind. Darüber hinaus werden von den akuten oder chronischen Bauchschmerzen die heftigen Schmerzen abgegrenzt, da diese auf ein sog. akutes Abdomen hinweisen können. Die Diagnose erfordert ein umfassendes Arzt-Patienten-Gespräch sowie körperliche Untersuchungen und eine Bildgebung. Die Therapie von Oberbauchschmerzen richtet sich indes nach dem Beschwerdebild und der zugrundeliegenden Ursache.

Sascha kann sich kaum noch vom Fleck rühren und muss doch auf die Toilette. Schon das sechste Mal heute. Den geplanten Segelausflug sollte er wohl vorerst absagen. Seit zwei Tagen quält er sich schon mit immer stärker werdenden Bauchschmerzen herum, die ihn in halbstündigem Takt auf die Toilette führen, wo er dann per Durchfall jede Flüssigkeit loswird, die er zu sich nimmt. In einer „Klo-Pause“ nimmt er sich die Zeit und setzt sich an den Rechner, um herauszufinden, was dahinterstecken könnte. „Mesenterialinfarkt, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa … Schlimm hört sich das alles an.“ Sascha beschließt, seinen Hausarzt aufzusuchen, um das Symptom abklären zu lassen.

Was sind Oberbauchschmerzen und was sind ihre möglichen Ursachen?

Der Begriff Oberbauchschmerzen beschreibt alle Schmerzen, die sich im Bereich zwischen Rippenbogen und Nabel finden. Der Mediziner spricht in diesem Zusammenhang von allen im Oberbauch (‚epigastrisch‘), oberhalb des Nabels (‚supraumbilikal‘) als auch um den Nabel herum (‚periumbilikal‘) gelegenen Schmerzen. Diese Schmerzen gelten als sogenanntes dyspeptisches, also die Verdauung erschwerendes, Symptom. Häufig treten die Schmerzen in Zusammenhang mit anderen dyspeptischen Beschwerden wie

  • einem Druck- oder Völlegefühl,
  • Aufstoßen,
  • Übelkeit oder
  • Sodbrennen auf.

Es ist wichtig, dass zwischen akuten und chronischen Oberbauchschmerzen unterschieden wird, da zum Teil gänzlich unterschiedliche Grunderkrankungen für die Schmerzen verantwortlich sein können.

Mögliche Ursachen akuter Oberbauchschmerzen

Ereignen sich Oberbauchschmerzen akut, also unvermittelt und nicht über einen längeren Zeitraum, kann es dafür verschiedene Ursachen geben. Im Folgenden sind daher einige Erkrankungen gelistet, auf die akute Oberbauchschmerzen zurückgeführt werden können. Die möglichen Ursachen sind dabei nach ihrer Wahrscheinlichkeit geordnet, mit der am häufigsten zu Grunde liegenden Erkrankung beginnend.

  • Gastroenteritis: Die Gastroenteritis beschreibt eine Entzündung der Schleimhaut des Magens (sog. ‚Gastritis‘) oder des Darms (sog. ‚Enteritis‘). Sie gilt als häufigste Ursache für akute Oberbauchschmerzen.
  • Gallenkolik: Einer oder mehrere Gallensteine gelangen über den Gallengang in den Dünndarm. Dieser Weg geht mit starken Schmerzen, oft nach fettreichen Mahlzeiten, einher.
  • Akute Cholezystitis: Durch Keimbesiedlung kommt es zu einer Gallenblasenentzündung, deren klassische Symptome rechtsseitige Oberbauchbeschwerden, Fieber und lokaler Druckschmerz sind.
  • Ulcus ventriculi/duodeni: Dabei handelt es sich um ein Magen- (sog. ‚Ulcus ventriculi‘) bzw. Zwölffingerdarmgeschwür (sog. ‚Ulcus duodeni‘). Oft verursachen diese Erkrankungen Oberbauchbeschwerden, können mitunter aber auch symptomlos verlaufen.
  • Akute Appendizitis: Umgangssprachlich auch als Blinddarmentzündung bezeichnet. Dabei entzündet sich genauer der Fortsatz (sog. ‚Appendix‘) des Blinddarms, wodurch die Beschwerden entstehen.
  • Akute Pankreatitis: Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die Bauchschmerzen verursacht und sowohl mild, also ohne besondere Komplikationen, als auch schwer, samt Multiorganschäden, verlaufen kann.
  • Akute Pyelonephritis: Dabei handelt es sich um eine gleichzeitige Entzündung von Nieren und Nierenbecken. Als Leitsymptome gelten Schmerzen in den Nierenlagern und Fieber.
  • Mesenterialinfarkt: Hierbei handelt es sich um einen Verschluss der oberen Darmarterie. Leitsymptome sind starke Bauchschmerzen mit blutigem Durchfall und blutigem Erbrechen, an die sich eine schmerzfreie Phase anschließt.
  • Basale Pneumonie: Bei einer Pneumonie handelt es sich um eine Lungenentzündung. Sie gilt als häufigste zum Tode führende Infektionserkrankung in Industrienationen.
  • Herzinfarkt: Ein lebensbedrohliches Ereignis, bei dem es zu einem akuten Verschluss der Herzkranzgefäße kommt.
  • Milzinfarkt: Ein Milzinfarkt ereignet sich, wenn die Blutversorgung der Milz durch einen Verschluss der Milzarterie unterbrochen wird. Dabei handelt es sich um eine eher seltene Ursache für Bauchschmerzen.
  • Urämie: Eine Harnvergiftung, bspw. infolge einer Niereninsuffizienz.
  • Familiäres Mittelmeerfieber: Eine erbliche Erkrankung bei Personen aus dem Mittelmeerraum, die mit Fieberschüben einhergeht.
  • Akute Porphyrie: Eine Stoffwechselerkrankung, die mit akuten Abdominalkoliken sowie neurologischen und psychiatrischen Symptomen und Bluthochdruck (sog. ‚Hypertonie‘) einhergeht.
  • Diabetische Pseudoperitonitis: Häufige Folge einer Entgleisung bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1. Neben Bauchschmerzen zählen zu den Symptomen Übelkeit und ein geblähter Bauch.

Nicht alle der hier gelisteten Erkrankungen haben Oberbauchschmerzen als Leitsymptom. Allerdings sollte bei solchen Schmerzen keine der hier genannten möglichen Ursachen direkt ausgeschlossen werden, auch wenn ihre Wahrscheinlichkeit stark schwankt.

Exkurs: Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit – eine Erkrankung, an der deutschlandweit sehr viele Menschen leiden. Unterschieden wird vor allem zwischen Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2. Als allgemeine Symptome der Erkrankung gelten Leistungsminderung, Müdigkeit, verstärktes Wasserlassen und Wadenkrämpfe. Die Erkrankung ist zwar nicht heilbar, kann aber unter Umständen gut im Zaum gehalten werden. Welchen Stellenwert eine ausgewogene Ernährung bei Diabetes einnimmt, wie man seine körperliche Aktivität gestalten sollte und warum der regelmäßigen Blutzuckerkontrolle eine so große Bedeutung zuteil wird, lesen Sie im Artikel zum Thema Diabetes mellitus.

Im nachfolgenden Video geht Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl ebenfalls auf Diabetes ein und erklärt detailliert die Folgen der Stoffwechselerkrankung.

Eine dieser Folgen ist die sogenannte Diabetische Polyneuropathie. Dr. Tobias Weigl geht in folgendem Beitrag vor allem auf den Aspekt der Schmerzbehandlung bei diabetischer Polyneuropathie ein.

Mögliche Ursachen chronischer Oberbauchschmerzen

Auch chronischen, also sich langsam aufbauenden und nicht mehr verschwindenden Oberbauchschmerzen können viele verschiedene ursächliche Erkrankungen zugrunde liegen. Allerdings machen hier drei Erkrankungen den Großteil aller Fälle chronischer Oberbauchschmerzen aus: die funktionelle Dyspepsie, die gastroösophageale Refluxerkrankung sowie ein Ulcus ventriculi/duodeni.

  • Funktionelle Dyspepsie: Diese Erkrankung wird auch als Reizmagen bezeichnet. Menschen mit Reizmagen leiden dauerhaft unter Übelkeit, Blähungen und Magenschmerzen, obwohl keine organische Erkrankung des Magens vorliegt.
  • Gastroösophageale Refluxerkrankung: Diese Erkrankung gehört mittlerweile zu den häufigsten internistischen Krankheitsbildern und erhielt somit den Status einer Volkskrankheit. Dabei kommt bei zehn Prozent der deutschen Bevölkerung zwei- bis dreimal wöchentlich zu Sodbrennen, das in wiederum zehn Prozent der Fälle gar in einer Speiseröhrenentzündung gipfelt.
  • Ulcus ventriculi/duodeni: Es handelt sich um Geschwüre in Magen oder Zwölffingerdarm, die Oberbauchschmerzen verursachen. Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre treten ungefähr gleich häufig auf und auch Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen.

Die weniger wahrscheinlichen Gründe für chronische Bauchschmerzen finden sich im Folgenden:

  • Malignome: Ein bösartiger (sog. ‚maligner‘) Tumor, bspw. Magenkrebs.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Dazu gehören z. B. der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa, auch wenn diese öfter Beschwerden im unteren Bauch verursachen.
  • Magenentleerungsstörungen: Als solche gelten z. B. ein Verschluss oder eine Verstopfung (sog. ‚Obstruktion‘) oder eine Magenlähmung (sog. ‚Gastroparese‘).
  • Darm- oder kardiale Ischämie: Bei einer Ischämie kommt es zu einer verminderten Durchblutung eines Organs, was zu einer verminderten Sauerstoffversorgung (sog. ‚Hypoxie‘) oder sogar zum Absterben von Zellen (sog. ‚Nekrose‘) dieses Organs führen kann. Als Beispiel ist die koronare Herzkrankheit zu nennen.
  • Chronische Pankreatitis: Die chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pankreas‘) verläuft oft in Schüben und geht einher mit sowohl unumkehrbaren Veränderungen als auch Funktionsstörungen dieser Drüse.
  • Nierensteine: Dabei handelt es sich um kristalline Ablagerungen in den Nierengängen, dem Nierenbecken und den ableitenden Harnwegen. Diese lösen als Leitsymptom eine Nierenkolik, also krampfhafte Schmerzen in der Flanke, aus und können zu einer sogenannten Urosepsis führen, bei der sich eine bakterielle Entzündung in den Harnwegen ergibt und sich von dort ausbreiten kann.
  • Stoffwechselerkrankungen und Vergiftungen: Dazu zählen z. B. die zuvor bereits erwähnte Porphyrie, die mit Bauchkrämpfen einhergeht, sowie bspw. eine Urämie. Dabei handelt es sich um die Ansammlung von Harnstoff, Harnsäure und weiteren Substanzen, die normalerweise mit dem Harn ausgeschieden werden, im Blut. Sie kann das Ergebnis einer Niereninsuffizienz sein und schlimmstenfalls zum Tod endführenen.

Video: Ursachen für Bauchschmerzen

Im nachfolgenden Beitrag geht Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl auf die mannigfaltigen Gründe ein, aufgrund derer es zu Bauchschmerzen kommen kann. Haben Sie Bauchschmerzen wegen Problemen mit der Galle oder sind Ihre Beschwerden auf eine Darmerkrankung zurückzuführen? Diese und weitere Fragen werden im Video zum Thema beantwortet.

Die Symptome: Woran erkennt man Oberbauchschmerzen?

Als Oberbauchschmerzen bezeichnet man alle Schmerzen, die im Oberbauch, im Bereich zwischen Nabel und Rippenbogen sowie um den Nabel herum gelegen sind. Häufig treten sie in Kombination mit mehreren weiteren Symptomen auf, dazu gehören:

  • Völlegefühl
  • Druckgefühl
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen

Diese Symptome werden zusammengefasst als dyspeptische Symptome bezeichnet.

Die Begleitsymptome von Oberbauchschmerzen können vielfältig sein. Unter anderem zählen dazu:

  • Erbrechen
  • Blutungen
  • Hell- bis dunkelgelbe Färbung der Haut (sog. ‚Ikterus‘)
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Verändertes Stuhlverhalten oder Wasserlassen (sog. ‚Miktion‘)

Kommt es darüber hinaus zu sehr heftigen Bauchschmerzen und weiterer peritonealer, also das Bauchfell betreffenden, Symptomatik, z. B. eine Abwehrspannung, Stuhl- und Windverhalt oder einem Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘) und einem Kreislaufschock, spricht man von einem sogenannten akuten Abdomen, dem häufig eine potenziell tödliche Erkrankung zu Grunde liegt.

Wen kann es erwischen?

Mit bis zu 45 Prozent zählen Oberbauchschmerzen zu den wichtigsten Befindlichkeitsstörungen. Während in etwa einer Hälfte der Fälle eine organische Ursache ausgemacht werden kann, besteht in der anderen Hälfte eine funktionelle Dyspepsie, bei der Beschwerden bestehen, diese aber nicht auf eine Ursache zurückzuführen sind.

Umfrage: Hatten Sie schon einmal Schmerzen im Oberbauch und sind damit zum Arzt gegangen? Welche Symptome traten bei Ihnen auf? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Lesern dabei, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Im Rahmen der Diagnose von Oberbauchschmerzen ist ein umfassendes Anamnesegespräch unabdingbar. Dabei handelt es sich um das Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem wichtige Informationen ausgetauscht werden. Der Arzt wird vorrangig danach fragen, wie sich der Schmerz anfühlt (Art), wo er sich befindet (Lokalisation), wohin er sich ausbreitet (Ausstrahlung) und welches Ausmaß die Beschwerden haben. Auf diese Weise kann er bereits zwischen Schmerzen, die von den Eingeweiden ausgehen (‚viszeral‘) und Schmerzen aufgrund der Veränderung des Bauchfells (‚somatisch‘) unterscheiden. Des Weiteren erkundigt sich der Arzt nach begleitenden Symptomen wie Blutungen, Erbrechen, Gewichtsverlust, Veränderungen des Stuhlgangs etc. Zu guter Letzt werden noch Vorerkrankungen wie Gallensteine oder Risikofaktoren wie Alkohol oder regelmäßig eingenommene Medikamente erfragt.

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Diese ist sowohl bei akuten als auch bei chronischen Oberbauchschmerzen häufig unauffällig. Meist lässt sich aber zumindest ein Oberbauchdruckschmerz ertasten.

Ergänzend zur körperlichen Untersuchung erfolgt ein sogenanntes basales Laborprogramm, das u. a. ein Blutbild, Elektrolyt- und Retentionswerte, Leber- und Pankreasenzyme und den Enzymstatus umfasst.

Gut zu wissen!
Bei Retentionswerten handelt es sich um Werte, die zur Bestimmung der Nierenfunktion verwendet werden.

Im Rahmen der Bildgebung erfolgen zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung des Bauches (sog. ‚Abdomensonographie‘) sowie, bei Hinweisen auf Probleme mit dem Herzen, ein Elektrokardiogramm (kurz EKG). In einigen Fällen ist die Diagnose mit diesem Schritt bereits abgeschlossen. Oft kann in diesem Punkt auch eine symptomatische Therapie mit Medikamenten beginnen. Sollte diese allerdings keinen Erfolg bringen, sind weitergehende Maßnahmen erforderlich. Dazu zählt insbesondere eine Ösophagogastroduodenoskopie, bei der eine Sonde in eine Körperhöhle eingeführt wird. Mithilfe dieser Untersuchung können Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm in einer einzigen Untersuchung begutachtet werden.

Fakten-Box
Oberbauchschmerzen

  • Sehr häufige Befindlichkeitsstörung
  • Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Oberbauchschmerzen
  • Bei heftigen Schmerzen Gefahr für akutes Abdomen (mitunter lebensgefährlich)

Symptome

  • Schmerzen im Oberbauch, zwischen Nabel und Rippenbogen und um den Nabel herum
  • Völlegefühl
  • Druckgefühl
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen

Mögliche Begleitsymptome

  • Erbrechen
  • Blutungen
  • Hell- bis dunkelgelbe Färbung der Haut (sog. ‚Ikterus‘)
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Verändertes Stuhlverhalten oder Wasserlassen (sog. ‚Miktion‘)

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die Behandlung von Oberbauchschmerzen kann teilweise schon im Rahmen der Diagnose erfolgen. So besteht bspw. die Möglichkeit, zur Klärung der Diagnose (‚probatorisch‘) über einen Zeitraum von 2–4 Wochen bestimmte Magenschutzmedikamente (sog. ‚Protonenpumpeninhibitoren‘, kurz PPI) oder krampflösende Medikamente (sog. ‚Spasmolytika‘) zu verabreichen, aufgrund derer sich Beschwerden in einigen Fällen bereits beheben lassen.

Ist dies nicht der Fall, so sind weitere Untersuchungen erforderlich, um auszumachen, welche Grunderkrankungen für das jeweilige Beschwerdebild verantwortlich sind. Die Therapie richtet sich dann nach den Behandlungsvorgaben für die jeweilige Grunderkrankung.

Häufige Patientenfragen

Wie kommt man besser mit der Refluxerkrankung zurecht?

Dr. T. Weigl
Die Refluxerkrankung geht einher mit brennendem Schmerz hinter dem Brustbein. Ursächlich können dahingehend zwei Aspekte genannt werden: Zu viel Magensäure, die über die Speiseröhre aufsteigt und ein nicht korrekt funktionierender Schließmuskel (sog. ‚Sphinkter‘) zwischen Magen und Speiseröhre. Wichtige Tipps für zu Hause betreffen vor allem das Schlafverhalten. Sie sollten bspw. Ihre letzte Mahlzeit 3–4 Stunden vor dem Zubettgehen zu sich nehmen, vor allem abends auf fettige Lebensmittel und Süßigkeiten verzichten, nach dem Abendessen einen kurzen Spaziergang unternehmen und während des Schlafs den Oberkörper höher sowie sich selbst auf Ihre linke Seite legen.

Video: Welche Erkrankung steckt hinter Sodbrennen?

Weitere Tipps und Tricks im Rahmen von Reflux können Sie dem nachfolgenden Beitrag entnehmen, in dem Dr. Tobias Weigl einige Fakten zum Thema Reflux und Sodbrennen darlegt und erklärt, warum Sie sich beim Essen mehr Zeit lassen und vor allem gründlich kauen sollten.

Was ist eine Gastritis?

Dr. T. Weigl
Bei einer Gastritis handelt es sich um eine Magenschleimhautentzündung. Auslöser dafür können akute Infektionen, zu viel Nikotin, Alkohol oder Kaffee, psychischer oder körperlicher Stress, diverse Medikamente und vieles mehr sein. Dies führt dann zu häufigen Magenschmerzen und einem Völlegefühl. Behandelt wird eine Gastritis meist, indem gemieden wird, was den Magen reizt und die Ernährung auf Magenbekömmlichkeit ausgerichtet wird. Des Weiteren helfen verschiedene Medikamente wie Magensäureblocker bei der Therapie.

Was sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Dr. T. Weigl
Sowohl bei Morbus Crohn als auch bei Colitis ulcerosa handelt es sich um chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Die Ursache für Morbus Crohn ist oftmals unklar. Das Beschwerdebild der Erkrankung umfasst Durchfall, Gewichtsverlust und meist rechtsseitige Unterbauchschmerzen. Auch die Colitis ulcerosa ist oft nicht auf eine eindeutige Ursache zurückzuführen. Das Leitsymptom der Erkrankung ist schleimiger, blutiger Durchfall. Hinzu kommen Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe sowie Fieber.

Video: Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Mehr über Morbus Crohn erfahren Sie im nachfolgenden Video-Beitrag, in dem Dr. Tobias Weigl sich der schmerzhaften Darmerkrankung widmet und erklärt, welche Folgen diese haben kann.

Auch zur Colitis ulcerosa finden Sie ein Video. Dort erfahren Sie, wie man die Darmerkrankung am besten erkennt und behandelt.

Sascha ist erleichtert. Der Arzt konnte schnell eine chronische und gefährliche Erkrankung ausschließen. Er hat wohl „nur“ eine Magenschleimhautentzündung. Was auch nicht schön ist, sich aber leicht behandeln lässt. Innerhalb einiger Tage sollte er beschwerdefrei sein. Und mit ganz viel Glück schafft er es sogar bis zum Wochenende und kann doch noch mit seinen Freunden Segeln gehen.

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Welche Erfahrungen haben sie mit Oberbauchschmerzen gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über das Thema erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller

Lektorat: Christine Pepersack

Veröffentlicht: 09.08.2018

Quellen

  • Reinhard Brunkhorst, Jürgen Schölmerich (Hrsg) (2010): Differenzialdiagnose und Differenzialtherapie – Entscheidungen in der Inneren Medizin. Urban & Fischer, München.
  • Stefan Eisoldt (2010): Fallbuch Chirurgie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Wolfgang Hartig (Hrsg) (2004): Ernährungs- und Infusionstherapie – Standards für Klinik, Intensivstation und Ambulanz. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Linus Geisler (2006): Innere Medizin – Lehrbuch für Pflegeberufe. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart.
    internisten-im-netz.de (2007): Punktueller Schmerz im Oberbauch kann von Magengeschwür stammen.
  • Harald Kämper (2010): Notfälle in der Heilpraktikerpraxis – Wissen für Praxis und Prüfung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Klinisches Wörterbuch Pschyrembel Online
  • Helmut Messmann (Hrsg) (2012): Klinische Gastroenterologie – Das Buch für Fort- und Weiterbildung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Burkhard Paetz, Brigitte Benzinger-König (2004): Chirurgie für Pflegeberufe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Wolfgang Rösch, Daniel Jaspersen (2001): Gastroösophageale Refluxkrankheit: Klotzen, nicht kleckern. In: Dtsch Arztebl 2001; 98(31–32): A-2030 / B-1718 / C-1614.
  • Günter Schmidt (Hrsg) (2008): Kursbuch Ultraschall. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Susanne Schewior-Popp, Renate Fischer (2007): Examen Pflege – Schriftliche Prüfung Tag 1. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Thomas Standl et al (Hrsg) (2010): Schmerztherapie: Akutschmerz – Chronischer Schmerz – Palliativmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
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