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Pankreatitis – wenn die Bauchspeicheldrüse entzündet ist

Auf einen Blick – Was ist eine Pankreatitis?

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (des sog. ‚Pankreas‘)
  • tritt als akute oder chronische Variante auf
  • durch gestörten Abfluss des Pankreassafts (Ursachen oftmals Gallensteine oder Alkoholkonsum) kommt es zu einer Druckerhöhung und Rückstau. Die Folge: Die Bauchspeicheldrüse zersetzt sich selbst.
  • verschiedene Schweregrade bei akuter Pankreatitis, schlimmstenfalls Organ- und Multiorganversagen

Wer erkrankt an Pankreatitis?

  • an der chronischen Variante v. a. durch Alkohol- oder Nikotinmissbrauch

Symptome akut (Auszug)

  • Schmerzen im Oberbauch, strahlen in den Bauch und in den Rücken
  • Gummibauch
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Meteorismus
  • Darmverschluss und -geräusche
  • Fieber
  • Herzrasen
  • niedriger Blutdruck

Symptome chronisch (Auszug)

  • Schmerzen im Oberbauch, gürtelförmiges Strahlen, auch in Rücken und Seiten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Durchfall
  • Mangel an Vitamin D, K und A

Behandlung (Auszug)

  • Stationäre Behandlung sowohl bei akuter wie auch chronischer Pankreatitis
  • Schmerzstillende Medikation (bspw. Novaminusulfon)
  • Unter Umständen operativer Eingriff zur Beseitigung der Ursachen (Entfernung von Gallenstein)

Tipps

  • Verzicht auf Alkohol oder Nikotin als Ursachen bzw. Risikofaktoren

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist die Folge einer frühzeitigen Aktivierung von Verdauungsenzymen. Aufgrund von erhöhtem Alkoholkonsum oder Alkoholmissbrauch, aber auch durch Erkrankungen wie Gallensteine können die Enzyme bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiviert werden und das Organ selbst zersetzen. Darauf folgt eine Immunantwort des Körpers. Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten und einer chronischen (immer wiederkehrenden) Entzündung. Bei beiden Formen haben Betroffene starke Schmerzen im Oberbauch, die teilweise in den Rücken strahlen und von weiteren Beschwerden wie einem Gummibauch, Erbrechen und Übelkeit begleitet werden können. Die Diagnose ist nicht leicht, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen. Grundsätzlich werden aber die Blutwerte erhoben und bildgebende Verfahren angewendet. Die Behandlung sieht bei beiden Formen einen Aufenthalt im Krankenhaus vor.

Mehr zum Thema Bauchspeicheldrüsenentzündung erfahren Sie im folgenden Artikel!

Was ist eine Pankreatitis?

Mit diesem Begriff bezeichnen Mediziner die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (des sog. ‚Pankreas‘). Es gibt vor allem zwei Arten: die chronische, also dauerhafte Pankreatitis und die akute Entzündung des Organs.

Die akute Entzündung lässt sich in verschiedene Schweregrade unterteilen. Dies ist die sog. Atlanta-Klassifikation.

  • leichte akute Pankreatitis: Nicht mit lokaler Gewebeschädigung oder Organversagen verbunden
  • mittelschwere akute Pankreatitis: Lokale oder organische Komplikationen; Möglichkeit zeitweiligen Organversagens
  • schwere Pankreatitis: Organversagen, das länger als 48 Stunden anhält; Multiorganversagen

Bei einer chronischen Pankreatitis tauchen die Symptome immer wieder auf. Mediziner bezeichnen dies als rezidivierend. Langfristig kommt es zu einem Um- und Abbau des Bauchspeicheldrüsengewebes. Die Folge ist, dass das Organ nicht mehr oder nicht mehr richtig funktioniert (sog. ‚Dysfunktion‘). Eine chronische Erkrankung tritt somit in Schüben auf. Mehr Informationen zur Klassifikation dieser Form finden Sie im Abschnitt „Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose einer Pankreatitis.“

Was tut die Bauchspeicheldrüse?

Die Bauchspeicheldrüse, oder das Pankreas ist ein Organ, welches im Oberbauch, rechts von der Wirbelsäule, sitzt. Es erfüllt in unserem Körper zwei Hauptaufgaben:

  • Ausbildung des Bauchspeicheldrüsen- oder Pankreassafts, der für die Verdauung benötigt wird
  • Produktion der Hormone Insulin und Glukagon zur Steuerung des Blutzuckerspiegels

Die Bauchspeicheldrüse besteht aufgrund dieser Funktionen aus zwei Teilen: dem exokrinen Pankreas und dem endokrinen Pankreas. Während letztere Drüse für die Bildung der Hormone zuständig ist, ist die exokrine Drüse für den Verdauungssaft zuständig. Diese macht auch physisch den Großteil der Bauchspeicheldrüse aus. Die für die Hormonproduktion zuständigen Zellen liegen als sog. Langerhans-Inseln in der exokrinen Pankreasdrüse verstreut. Die Funktion der Bauchspeicheldrüse wird wiederum von Hormonen und dem vegetativen Nervensystem gesteuert: Der Sympathikus hemmt die Produktion, der Parasympathikus fördert die Produktion von Hormonen.

Am Tag stellt die Pankreas zwischen 1,5 bis 2 Liter Verdauungssaft her, welcher Verdauungsenzyme enthält. Diese sind in der Lage Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette und bestimmte Säuren zu spalten. Die Menge der Enzyme hängt von den Nahrungsbestandteilen ab. Um Proteine spalten zu können, bildet das Pankreas Verdauungsenzyme, die erst im Dünndarm aktiv werden. Auf diese Weise verhindert der Körper, dass sich die Bauchspeicheldrüse selbst zersetzt.

Was passiert bei einer Pankreatitis?

Im Rahmen einer akuten Entzündung des Pankreas kommt es zu einem gesteigerten Einsatz des Immunsystems. Ursache hierfür ist eine Schädigung des Bauchspeicheldrüsengewebes. Dieses wird wiederum hervorgerufen durch eine frühzeitige Aktivierung der sog. ‚Proteasen‘. Das sind Enzyme, die zur Spaltung von Proteinen eingesetzt werden. Normalerweise werden diese im Dünndarm eingesetzt und aktiviert, um Nährstoffe aufnehmen zu können. Bei einer Pankreatitis passiert dies aber nicht. Stattdessen werden die Enzyme frühzeitig aktiviert und schädigen die Bauchspeicheldrüse. Aufgrund dieser Schädigung wird unser Immunsystem aktiv und es kommt zu Entzündungsreaktionen.

Bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung kommt es immer wieder zu Pankreatitisschüben, die mit der Entzündungsreaktion der Krankheit einhergehen. Diese Schübe haben einen Umbau des Organgewebes (sog. ‚Fibrose‘) zur Folge, was langfristig in eine Unterfunktion (sog. ‚Insuffizienz‘) der Bauchspeicheldrüse münden kann. Der Verlauf kann nicht pauschal bestimmt werden, da dieser von verschiedenen weiteren Risikofaktoren abhängt. (Im Abschnitt „Ursachen“ gehen wir weiter darauf ein!)

Ursachen für die akute Entzündung

Einer akute Pankreatitis können vor allem zwei Ursachen zugrunde liegen: eine Erkrankung des Gallenweges oder erhöhter Alkoholkonsum. Gallenwege sind organische Strukturen, die zum Transport der Galle von der Leber in den Zwölffingerdarm dienen. Auch die Galle selbst gehört dazu. So kann, wenn die Galle nicht aus dem Gallenweg austreten kann (etwa durch Gallensteine), auch ein Stau des Pankreassafts die Folge sein. Durch den erhöhten Druck kann dann es zu einer Entzündung kommen: Die rückgestaute Flüssigkeit zersetzt die Bauchspeicheldrüse. Etwa 45 % der Betroffenen einer Pankreatitis hatten Gallenwegsprobleme.

Bei weiteren 35 % liegt die Ursache in einem erhöhten Alkoholkonsum. Hierbei spielt nicht die konkrete Menge eine Rolle. Auch eine geringe Menge kann schon eine Entzündungsreaktion auslösen.

Schließlich ist bei 15 Prozent nicht auszumachen, was die konkrete Ursache ist. Es gibt eine Reihe weiterer möglicher Gründe für die Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Oft sind das andere Krankheiten. Einen großen Anteil haben dabei Mangelerkrankungen. Zu diesen anderen Erkrankungen gehören:

  • Hypertriglyzeridämie
  • Hyperkalzämie
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente wie Azathioprin, Statine
  • Virusinfekte wie Mumps
  • Nachwirkungen einer Gewalteinwirkung in den Bauchraum (sog. ‚stumpfes Bauchtrauma‘)
  • bestimmte Autoimmunerkrankungen bzw. rheumatologische Grunderkrankungen
  • bestimmte genetische Voraussetzungen durch die Mutation eines bestimmten Gens
  • iatrogene Pankreatitis: Folge einer ärztlichen Behandlung, bspw. bei einer ERCP-Untersuchung (Röntgen der Gallengänge, Gallenblase und der Bauchspeicheldrüse)

Achtung! Medikamente können Ursache sein

Medikamente können ursächlich sein für die Entstehung einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung. Während die Liste der möglichen Auslöser lang ist, ist die der nachgewiesenen vergleichsweise kurz. Mediziner teilen die Medikamente in insgesamt fünf Gruppen ein, die sich in der Wahrscheinlichkeit, tatsächlich Grund einer Entzündung zu sein, unterscheiden. Konkret machen Ärzte das an der Zahl der Fallbeispiele fest. Gesicherte Auslöser sind Statine, Enalapril, Carbimazol, Metronidazol oder Codein.

Ursachen für eine chronische Pankreatitis

Die Ursachen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung sind vergleichsweise eindeutig: 80 % der Betroffenen leiden infolge chronischen Alkoholmissbrauchs an einer chronischen Pankreatitis. Wie konkret der Zusammenhang aussieht, wird in der Forschung noch diskutiert. Einige Forscher sehen den Grund in dem Gifteffekt von Alkohol. Dieser führe dazu, dass die Pankreas als Reaktion auf den Alkohol unangemessen viele Enzyme ausschüttet. Als Folge kommt es zu einer Nekrose-Fibrose-Sequenz: Das bedeutet, dass Zellen absterben (sog. ‚Nekrose‘) und dann Bindegewebe nachwächst (sog. ‚Fibrose‘). Es handelt sich dabei um sich wiederholende akute Pankreatitis-Schübe, die chronisch werden. Diese Theorie, nach ihrem Erfinder Maillet-Theorie genannt, wird bis heute als wahrscheinlichste Ursache einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung gewertet.

Mediziner gehen aber davon aus, dass auch weitere Faktoren eine wesentliche Rolle spielen, da verhältnismäßig wenige Alkoholabhängige daran erkranken. Zu diesen Faktoren können gehören:

  • Genetische Veranlagung (bspw. bei einer Mukoviszidose) bzw. Mutationen bestimmter Gene
  • Nikotinmissbrauch, welcher die Entstehung zumindest befördert
  • Medikamentöse Auslöser (potenziell die, die auch für eine akute Pankreatitis verantwortlich sind)
  • Hyperkalzämie
  • Hypertriglyceridämie
  • Autoimmunpankreatitis

Bauchschmerzen sind eines der Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung – sowohl im akuten wie auch chronischen Zustand. Im folgenden Videobeitrag geht Dr. Dr. Tobias Weigl geht auf dieses Symptom ein. Was sind die Ursachen? Gibt es Alarmzeichen?

Bauchschmerzen Ursachen + Alarmzeichen // Bauchschmerzen rechts unten, links, oberbauch // Tipps

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht eine Pankreatitis?

Sowohl eine akute wie auch eine chronische Pankreatitis zeichnen sich durch Schmerzen im Oberbauch aus. Der Schmerz strahlt gürtelförmig um den Bauch sowie in den Rücken. Bei der chronischen Pankreatitis strahlt der Schmerz zusätzlich in die Seiten. Dieses Leitsymptom ist zudem an Übelkeit und Erbrechen gekoppelt.

Weitere akute Symptome

Zu einer akuten Pankreatitis können weitere Symptome hinzukommen. Darunter fallen beispielsweise übermäßig viel Darmgas (sog. ‚Meteorismus‘), Darmverschluss (sog. ‚paralytischer Ileus‘) mit Darmgeräuschen, ein sog. ‚Gummibauch‘, also ein praller und elastischer Bauch, Fieber, Herzrasen (sog. ‚Tachykardie‘), niedriger Blutdruck (sog. ‚Hypotonie‘), Produktion von zu wenig Harn (sog. ‚Oligurie‘/‚Anurie‘) sowie Mangelversorgung des Körpers mit Sauerstoff (sog. ‚Hypoxie‘). Darüber hinaus kann es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum (sog. ‚Aszites‘ oder auch ‚Wasserbauch‘) kommen. Auch die Haut ändert sichtbar ihr Aussehen: Sie färbt sich gelb (sog. ‚Ikterus‘) und es tauchen bläuliche oder grün-braune großflächige Hauteinblutungen (sog. ‚Ekchymosen‘). Absterbende Zellen können ebenfalls in Form von Unterblutungen von außen sichtbar sein. Je nach Lage werden sie bezeichnet als:

  • Cullen-Zeichen (vordere Bauchwand)
  • Grey-Turner-Zeichen (in den Flanken)
  • Fox-Zeichen (in der Leistenregion)

Weitere Symptome der chronischen Pankreatitis

Eine chronische Pankreatitis äußert sich neben den Schmerzen und der Übelkeit vor allem in den inneren Organen des Bauchraums. Daher kann sie Mangelerscheinungen nach sich ziehen. Durch die Schmerzen kann die Nahrungsaufnahme erschwert werden. Das wiederum zu führt zu Gewichtsverlust. Weitere Problematiken sind:

  • Maldigestion (Nahrung kann nur unzureichend vom Körper aufgenommen und verwertet werden)
  • Durchfall
  • Mangel fettlöslicher Vitamine (Vitamin D, Vitamin K, Vitamin A)
  • Meteorismus
  • Hormoninsuffizienz
  • Wiederkehrender Ikterus

Gerade diese Mangelerscheinungen, ausgelöst durch die langsame Zerstörung des Bauchspeicheldrüsengewebes, können zu weiteren, schwerwiegenden Erkrankungen führen. Beispielhaft zu nennen sind hier Osteoporose, Gerinnungsstörungen, Nachtblindheit oder Diabetes mellitus.

Wen kann Pankreatitis treffen?

Gerade eine chronische Pankreatitis betrifft Menschen, die jahrelang übermäßig Alkohol und Nikotin zu sich genommen haben. Allerdings spielen wohl noch weitere Faktoren eine Rolle.

Im Schnitt erkranken besonders Frauen zwischen dem 50. und dem 70. Lebensjahr wegen Gallensteinen an einer akuten Pankreatitis. Männer zwischen 30 und 45 erleiden dagegen zumeist aufgrund von Alkohol einen Schub.

Leiden Sie unter einer akuten Pankreatitis? Kreuzen Sie die folgenden Symptome an, die Sie an sich beobachtet haben. Dadurch können Sie anderen Betroffenen bei der Einordnung ihrer Beschwerden helfen!

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose einer Pankreatitis

„Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse stellt eine große Herausforderung für Ärzte dar. Die Diagnose ist nicht einfach.“
— Dr. Dr. Tobias Weigl

Im Rahmen einer Anamnese, also eines Patientengesprächs, wird Ihr behandelnder Arzt zunächst mehr über Ihre Symptome und die Begleitumstände Ihrer Erkrankung herausfinden. Wann traten die Symptome das erste Mal auf? Wo haben Sie genau Schmerzen? Leiden Sie an anderen (chronischen) Krankheiten? Auch relevante Aspekte Ihrer Verwandten sind von Interesse für Ihre Diagnose: Sind erbliche Erkrankungen vorhanden?

Blutuntersuchungen

Eine wichtige Diagnosebasis sowohl für die akute als auch für die chronische Pankreatitis sind die Untersuchungen des Blutes im Labor. Für eine akute Pankreatitis sind folgende Werte von Relevanz für die Diagnose:

  • Anzahl der Pankreasenzyme im Blutserum: ein dreimal so hoher Wert wie normal deutet eindeutig auf eine akute Entzündung hin; allerdings kann auch bei durchschnittlichen Werten eine Entzündung vorliegen
  • Lipase: Enzyme, die Fette spalten. Dies ist der spezifischste Wert; bei mehr als 180 U/ L liegt der Verdacht der Pankreatitis nahe
  • Erhöhte Transaminasen-Werte können Hinweise auf den Ursprung der Entzündung liefern
  • Weitere Werte liefern keine eindeutige Diagnose, aber gelten als ungünstige Zeichen: erhöhte Hämatokrit-Werte (hoher Zellenanteil im Blut), erhöhte LDH-Werte, erhöhte CRP(C-reaktive Protein)-Werte (Entzündungsparameter), wenig Calcium, hohe Kreatinin– und Harnstoffwerte

Die Blutwerte bei einer chronischen Pankreatitis ähneln denen der akuten. Auch bei einem akuten Schub ist die Zahl der Pankreasenzyme im Serum erhöht. Allerdings gibt es doch einige Unterschiede,

  • Der Lipase-Wert ist erhöht
  • Der Amylase-Wert ist erhöht (Verdauungsenzym)
  • Der Elastase-1-Wert ist erhöht (in der Pankreas gebildetes Verdauungsenzym)

Die Blutwerte können auch einen Hinweis auf die Ursache der chronischen Entzündung liefern. Ist Alkohol der Grund, sind Transaminasen-Werte und möglicherweise der Triglycerid-Wert erhöht.

Achtung! Pankreasenzyme nicht immer eindeutiges Zeichen

Eine chronische Entzündung kann auch in Fällen vorliegen, in denen die Zahl der Pankreasenzyme im Blut nicht erhöht sind. Das liegt daran, dass normalerweise bei der Zerstörung von Pankreaszellen ihre Enzyme in das Serum gelangen. Ist die Bauchspeicheldrüse allerdings schon fortgeschritten zerstört, ist die Zahl der Enzyme nicht mehr erhöht.

Stuhluntersuchung

Neben dem Blutwert ist bei der chronischen Pankreatitis die Untersuchung des Stuhls nötig. Auf diese Weise kann Ihr Arzt die Funktion der exokrinen Pankreas untersuchen. Wesentlich hierfür ist erneut das Enzym Elastase-1. Je niedriger die Konzentration, desto schwerer die Dysfunktion der exokrinen Pankreas!

Bildgebende Verfahren

Da die Blutwerte allein als Anhaltspunkte nicht für eine gesicherte Diagnose reichen, müssen bildgebende Verfahren herangezogen werden. Auf diese Weise kann Ihr Arzt einen Blick auf das betroffene Organ werfen. Es stehen verschiedene Verfahren zur Wahl.

Sowohl für die akute wie auch chronische Pankreatitis bietet sich zunächst die Sonographie an. Die umgangssprachlich auch Ultraschalluntersuchung genannte Methode gilt in Verbund mit den anderen Ergebnissen als richtungsweisend. Über die sonographische Darstellung lässt sich bspw. erkennen, ob Komplikationen wie Nekrosen oder Abszesse vorhanden sind oder ob sich Flüssigkeit gesammelt hat. Auch die Gallenwege können über die Sonografie dargestellt werden. Sind die verstopft oder erweitert? Im Falle einer chronischen Pankreatitis kann Ihr Arzt Pankreasverkalkungen und die Pankreasgänge einsehen.

Lässt sich die Diagnose nach einer Sonographie noch nicht eindeutig stellen, zieht Ihr behandelnder Arzt eine Endosonographie hinzu. Im Gegensatz zu einer Sonographie bietet eine Endosonographie eine höhere Auflösung. Damit lassen sich selbst kleine Gallensteine oder Tumore zu erkennen.

Eine ERCP (endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie) dient als weitere Darstellung der Gallen- und Pankreaswege. Zudem bietet sie direkte Eingriffsmöglichkeiten. Das Vorgehen ist dann sinnvoll und nötig, wenn die Ursache der akuten Pankreatitis in den Gallenwegen liegt.

Weitere bildgebende Verfahren

Neben den hier vorgestellten Verfahren kann eine CT-Diagnostik noch wertvolle Hinweise zur Einschätzung des Schweregrads der akuten Pankreatitis und zur Struktur und den Zustand des Organs geben. Auch Tumore bei einer chronischen Pankreatitis können auf diese Weise erkannt und eingeordnet werden. Ähnliches gilt bei einer akuten Pankreatitis zur Darstellung der Galle. Dann nutzen Ärzte das MRT, um die Struktur der Gallenwege eindeutig erkennen zu können. Auch hier ist die darstellerische Auflösung vergleichsweise hoch und so der Zustand des Organs gut einsehbar.

Röntgen ist nur in Fällen der akuten Pankreatitis bei Patienten unter 50 Jahren sinnvoll. Nämlich dann, um bei unklarer Herkunft mögliche Karzinome, also bösartige Tumore, ausschließen zu können. Darüber hinaus bietet Röntgen die Möglichkeit, den größeren Bauchraum zu betrachten und so bspw. Flüssigkeit oder Ergüsse zu erkennen.

Fakten-Box Pankreatitis

  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse (des sog. ‚Pankreas‘)
  • Akute und chronische Variante
  • Durch gestörten Abfluss des Pankreassafts (Ursachen oftmals Gallenstein und Alkoholkonsum) kommt es zu einer Druckerhöhung und Rückstau. Die Folge: Das Pankreas zersetzt sich selbst
  • Verschiedene Schweregrade bei akuter Pankreatitis, schlimmstenfalls Organ- und Multiorganversagen
  • Gerade chronische Pankreatitis kann schwerwiegende Folgeerkrankungen nach sich ziehen, wie bspw. Diabetes mellitus, Gerinnungsstörungen, Osteoporose
Mögliche Symptome einer akuten Pankreatitis
  • Schmerzen im Oberbauch, strahlen in den weiteren Bauch und in den Rücken
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Viel Darmgas (sog. ‚Meteorismus‘)
  • Darmverschluss und Darmgeräusche
  • Gummibauch
  • Fieber
  • Herzrasen (sog. ‚Tachykardie‘)
  • Niedriger Blutdruck (sog. ‚Hypotonie‘)
  • Erhöhte Produktion von Harn (sog. ‚Oligurie/ Anurie‘)
  • Mangelversorgung an Sauerstoff (sog. ‚Hypoxie‘)
  • Wasserbauch (sog. ‚Aszites‘)
  • Ikterus („Gelbsucht“)
  • bläuliche oder grün-braune großflächige Hauteinblutungen (sog. ‚Ekchymosen‘)
Mögliche Symptome einer chronischen Pankreatitis
  • Schmerzen im Oberbauch, gürtelförmiges Strahlen, auch in Rücken und Seiten
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gewichtsverlust
  • Maldigestion
  • Durchfall
  • Mangel an den Vitaminen A, D und K
  • Meteorismus (viel Darmgas)
  • Hormoninsuffizienz
  • Wiederkehrender Ikterus (Gelbfärbung von Augen und Haut, „Gelbsucht“)

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung einer Pankreatitis

Hat Ihr behandelnder Arzt eine akute Pankreatitis festgestellt, werden Sie zunächst stationär aufgenommen. Bei einer akuten Entzündung ist eine stetige, medizinische Überwachung wichtig.

Achtung! Intensivstation bei Pankreatitis?
Eine Verlegung auf eine Intensivstation ist in folgenden Fällen bei einer akuten Pankreatitis nötig: bei einer Blutvergiftung (sog. ‚Sepsis‘) und systematischem inflammatorischem Response-Syndrom (kurz: SIRS), bei Anzeichen eines Organversagens, sich verschlechternden Laborparametern, niedrigem Blutdruck in den ersten zwei Tagen, erhöhtem Risiko bei vorhandener Adipositas oder hohem Alter des Betroffenen (70+).

Vorgehen bei einer akuten Pankreatitis

Auf der Station erhalten Sie in den ersten 48 Stunden Flüssigkeit über eine Infusion, da eine Pankreatitis einen starken Flüssigkeitsverlust nach sich zieht. Zusätzlich erhalten Sie eine spezifische Kost. Diese sieht bei einer leichten akuten Pankreatitis fettreduzierte Vollkost vor, die den Magentrakt schont. Bei Intensivpatienten besteht die Möglichkeit einer Sondenkost. Die Menge wird mit der Behandlungszeit gesteigert. Kommt es nicht zu einem r, wird die Menge gesteigert. Sollte die Aufnahme von Nährstoffen auf diese Weise über fünf Tage nicht erreicht werden, ist eine parenternale Ernährung angeraten. Das bedeutet, dass die Nährstoffe direkt ins Blut injiziert werden.

Neben der Stabilisierung im Krankenhaus gibt es noch weitere Pfeiler einer Pankreatitis-Behandlung. Gegen die Schmerzen werden entsprechende Medikamente (sog. ‚Analgetika‘) verschrieben, die einen wichtigen Teil der Therapie darstellen. Angeraten sind nicht-opioide Schmerzmittel wie Novaminusulfon. Reichen diese nicht, können Opioide, die stärker sind, verabreicht werden. Beispielhaft zu nennen ist hier Piritramid. Daneben ist eine medikamentöse Thrombosevorsorge wichtig. Ist die Ursache eine Infektion der Gallenwege oder haben sich die Nekrosen infiziert, erhalten Sie zusätzlich Antibiotika.

In einigen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Diese Fälle wären:

  • Bei Gallenstein: Dieser kann mit einem Eingriff entfernt werden.
  • Entfernung von abgestorbenem Bauchspeicheldrüsengewebe
  • Entfernung von Flüssigkeit in Hohlräumen um die Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pseudozysten‘)

In der Regel dauert die Genesung bei einer akuten Pankreatitis bis zu zwei Wochen, wenn keine Komplikationen auftreten.

Vorgehen bei einer chronischen Pankreatitis

Auch bei einer chronischen Pankreatitis ist ein stationärer Krankenhausaufenthalt sinnvoll. Zunächst steht auch die der Erhalt des Flüssigkeitshaushalts im Vordergrund. Die Leitlinien ähneln denen der akuten Pankreatitis. Leiden Sie unter einer chronischen Pankreatitis, besteht die Therapie vor allem in einer Veränderung Ihres Lebensstils, um eine dauerhafte Besserung Ihres Zustandes zu erreichen. Zwei Maßnahmen sind dabei zentral:

  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • Umstellung der Ernährungsweise: mehrere, kleine Mahlzeiten, die viele Kohlenhydrate und wenig Fett enthalten

Neben der Ernährungs- und Lebensweise werden Sie mit Medikamenten behandelt. Welche das sind, hängt von der konkreten Situation ab. Haben Sie momentan einen akuten Schub, entspricht die Therapie der einer akuten Pankreatitis: Sie werden Schmerzmittel wie Novaminsulfon oder bei Bedarf Opioide erhalten. Um die Beschwerden des Magen-Darm-Trakts zu lindern, erhalten Sie zudem Protonenpumpenhemmer (kurz: PPI), die die Produktion von Magensäure reduzieren. Bekanntes Beispiel hierfür ist Pantoprazol. Zusätzlich nehmen Sie zu Ihren Mahlzeiten Präparate als Ersatz für das pankreatische Enzym. Ziel ist es, eine Gewichtszunahme zu erreichen, die Schmerzen zu lindern und den Gehalt fettlöslicher Vitamine wie Vitamin D zu normalisieren. Bei Bedarf können noch Insulin bzw. zusätzlich fettlösliche Vitamine gegeben werden.

In einigen Fällen ist ein operativer Eingriff sinnvoll. Dies ist vor allem dann nötig, wenn ein bösartiges Karzinom vorliegt, Störungen im Dünndarm vorliegen oder der Schmerz trotz Therapieansätze nicht weniger wird.

Im Anschluss an den stationären Aufenthalt muss Ihre chronische Pankreatitis engmaschig in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. So kann man frühzeitig eingreifen, wenn Komplikationen oder Begleit- oder Folgeerkrankungen auftreten. Eine Kontrolle alle sechs bis zwölf Monate ist angeraten.

Eine ausführliche Ausarbeitung der verschiedenen Behandlungsmethoden finden Sie auch in der aktuellen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

Mögliche Komplikationen

Selbst bei einer stationären Überwachung, wie sie sowohl bei der akuten als auch der chronischen Pankreatitis Praxis ist, kann es zu Komplikationen kommen. Diese können den Krankheitsverlauf erheblich verschlechtern. Aus diesem Grund ist die engmaschige Kontrolle durch das medizinisch geschulte Personal so wichtig. Folgende Komplikationen können bei einer akuten Pankreatitis auftreten:

  • Bakterielle Infektion des geschädigten Gewebes der Bauchspeicheldrüse
  • Infizierte Nekrose mit Wandbildung, auch Pankreasabszess genannt
  • Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt, konkret in Milz oder Dünndarm
  • Thrombosen
  • Fistelbildung im Darm
  • SIRS und Sepsis
  • Ateminsuffizienz
  • Schock
  • Überwässerung infolge der Infusion
  • Nierenversagen
  • Mikroinfarkte

Bei einer chronischen Pankreatitis können sich Pankreaspseudozysten bilden. Hierbei umschließen Kollagen und Gewebe das Sekret. Aber anders als bei einer echte Pankreaszyste fehlt die sog. ‚Epithelschicht‘ drum herum. Pseudozysten können sich innerhalb von sechs Wochen zurückbilden. Sie können sich aber auch infizieren oder Gefäße zusammendrücken.

Weitere mögliche Komplikationen sind:

  • Schmerzen trotz entsprechender (medikamentöser) Therapie (v. a. bei Tumoren im Pankreas)
  • Blockade von Teilen des d (v. a. bei Tumoren im Pankreas)
  • Cholestase (Stau von Gallenflüssigkeit in den Gallengängen)
  • Chronische Stenosen, also Verengungen des Pankreasgangsystems
  • Pankreasabszess
  • Thrombose der Pfortadern
  • Milzvenenthrombose
  • Endokrine Pankreasinsuffizienz mit daraus folgender Diabetes mellitus
  • Pankreaskarzinom

Viele der soeben genannten Komplikationen erfordern einen chirurgischen Eingriff, oft verbunden mit einer Drainage, also dem Abfluss von Körperflüssigkeiten.

Beachten Sie: Die soeben genannten Komplikationen können, müssen aber nicht auftreten!

Aktuelle Forschung – erhöhtes Risiko eines Karzinoms bei erhöhtem Nüchternglukose-Wert

Ein Forscherteam des Kangbuk Samsung Hospitals in Seoul hat 2019 eine Studie veröffentlicht, in der das Team einen Zusammenhang zwischen einem erhöhten Nüchternblutzucker und dem Risiko von Bauchspeicheldrüsenkrebs erkannt hat. Insgesamt hat das Team um Cheol-Young Park 25 Mio. Menschen untersucht, die zwischen 2009 und 2014 an einem präventiven Gesundheitscheck teilgenommen haben. Bei der Auswertung der Ergebnisse dieser fünf Jahre ergab sich, dass die Wahrscheinlichkeit von Pankreaskrebs steigt, je höher der Nüchternglukosewert ist.

Unabhängig von Diabetes

Auffallend sei laut dem Forscherteam, dass ein erhöhter Glukosespiegel nicht zwangsläufig einher geht mit einer Diabetes-Erkrankung. Anders gesagt: Ein höherer Glukosewert ist ein Risikofaktor für eine Karzinomerkrankung.

Das Forschungsteam schließt hieraus, dass man korrigierend in den Lebens- und Ernährungsstil eingreifen kann, wenn die Hyperglykämie frühzeitig erkannt wird. Auf diese Weise könnte das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs reduziert werden.

Quellen: Deutsches Ärzteblatt (Hg.) (2019): Erhöhtes Pankreaskarzinomrisiko bei höherer Nüchternglukose – auch ohne Diabetes

Dong-Hoe Koo, Kyung-Do Han,Cheol-Young Park (2019): The Incremental Risk of Pancreatic Cancer According to Fasting Glucose Levels: Nationwide Population-Based Cohort Study. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

Häufige Patientenfragen

Ist eine Pankreatitis heilbar?

Dr. Dr. T. Weigl:
Eine chronische Pankreatitis ist, wie der Name bereits hinweist, von Dauer. Sie können mittels einer entsprechenden Ernährungsweise und der Umstellung Ihres Lebensstils die Schübe eindämmen. Allerdings ist dennoch von einer reduzierten Lebenserwartung auszugehen, schlichtweg auch durch die auftretenden Begleiterkrankungen, ausgehend von dem Nährstoffmangel. Gerade die Fortführung von Alkohol- oder Nikotinmissbrauch kann den Verlauf einer chronischen Pankreatitis erheblich verschlechtern. Dies liegt an den damit zusammenhängenden Folgeerkrankungen wie COPD, arteriosklerotischen Krankheiten oder der Ausbildung von bösartigen Karzinomen in Lungen oder Blase. So liegt die derzeitige 10-Jahres-Überlebensrate bei 70 %, die 20-Jahres-Überlebensrate bei 45 %.

Anders sieht der Fall bei einer akuten Pankreatitis aus. Grundsätzlich ist die akute Spielart der Bauchspeicheldrüsenentzündung heilbar und führt unkompliziert nur bei 1 % aller Betroffenen zum Tod. Bei einer Pankreatitis mit totem Gewebe (sog. ‚Nekrose‘), der sog. ‚nekrotisierenden Pankreatitis‘, liegt die Letalität, also die Todesrate, bei 10 bis 25 %. Bestimmte Risikofaktoren können einen negativen Verlauf beeinflussen. Hier spielen die Blutwerte und das Alter des Betroffenen eine Rolle.

Was muss ich unmittelbar nach einer akuten Pankreatitis beachten?

Dr. Dr. T. Weigl:
Eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung gilt nach bis zu zwei Wochen geheilt. Die konkrete Heilungszeit ist individuell. Komplikationen können den Krankheitsverlauf beeinträchtigen. Grundsätzlich empfehlen Mediziner im Anschluss viel Bewegung und eine gesunde Ernährung. Beachten Sie, dass Sie lieber mehrere kleine anstelle weniger großen Mahlzeiten zu sich nehmen. Ist die Entzündung durch Alkoholkonsum hervorgerufen worden, sollten Sie zukünftig auf Alkohol verzichten oder den Konsum einschränken.

Um zukünftigen Erkrankungen vorzubeugen, sollten Sie überlegen, wie sie mögliche oder tatsächliche Auslöser vermeiden können. So können Sie bspw. mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob Sie auslösende Medikamente gegen andere austauschen können oder dass Gallensteine entfernt werden.

Was passiert bei einer Sonographie?

Dr. Dr. T. Weigl:
Eine Sonographie stellt das bevorzugte Mittel zur Untersuchung einer Pankreatitis, ob akut oder chronisch, dar. Sie kennen das Ultraschallverfahren vielleicht von der Untersuchung von Schwangeren und ihren Ungeborenen.

Bei der Sonographie handelt es sich um ein Verfahren der Radiologie. Es dient dazu, innere Körperprozesse für uns sichtbar zu machen. Dies funktioniert mittels Ultraschallwellen. Je nach Darstellung erhalten wir zweidimensionale Bilder mit Grauabstufungen, einen Bildausschnitt oder Strömungsrichtungen. Der Vorteil einer Sonographie ist, dass Ultraschall im Gegensatz zum Röntgen das Gewebe nicht schädigt. Darüber hinaus ist auf diese Weise ein schneller Befund möglich.

Neben der Beurteilung des Zustandes der Bauchspeicheldrüse setzen Mediziner die Sonographie auch bei weiteren organischen oder strukturellen Problemen (bspw. Schilddrüse, Leber, Nieren, Gelenke, Sehnen etc.) sowie eben in der Schwangerschaft ein.

Einer der Nachteile einer Sonographie besteht darin, dass es in einigen Fällen zu schwarzen Strukturen auf der Darstellung kommt, den sog. ‚Schallschatten‘. Sie entstehen durch zu starke Reflexion der Schallwellen. Diese können die Abbildung der Strukturen verzerren. Eine zu starke Reflexion kann auch zu Mehrfachechos führen, die zu einer überlagerten und damit ungenauen Darstellung führen.

Wie soll ich mich bei einer akuten oder chronischen Pankreatitis ernähren?

Dr. Dr. T. Weigl:
Im Gegensatz zu einer chronischen Pankreatitis müssen Sie bei der akuten Verlaufsform nach der Abheilung in Bezug auf Ihre Ernährung keine bestimmte Diät halten.

Bei einer chronischen Pankreatitis aber müssen Sie auf eine grundlegend fettarme Ernährungsweise achten. Die Lebensmittel sollten leicht zu verdauen sein. Auf diese Weise verhindern Sie eine Verschlechterung Ihres Zustandes. Darüber hinaus sollten Sie darauf achten, dass Sie im Alltag über den Tag verteilt mehrere kleine Portionen essen und nicht wenige große. Neben diesen Punkten sollten Sie darauf achten, genug fettlösliche Vitaminen zu sich zu nehmen, um nicht in eine Mangelversorgung zu rutschen. Dies sind vor allem die Vitamine A, D und K. Verzichten Sie lieber auf ballaststoffreiche Lebensmittel.

Typisches Patientenbeispiel

Unglaublich. Pablo schluckt und drückt stöhnend seine Hand gegen den Oberbauch. Das tut vielleicht weh! Er ist vorhin erst nach einer kurzen Nacht mit Schmerzen im Bauchbereich aufgewacht. Als er sich auf die Seite gedreht hat, hatte auch noch sein Rücken weh getan. Der dämmrigen Sonne in seinem Schlafzimmer nach zu urteilen, ist es noch relativ früh. Als Pablo versucht sich aufzusetzen, wird ihm übel. Gestern Abend ist er noch lange mit seinen Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr unterwegs gewesen; einer seiner Kollegen hat Junggesellenabschied gefeiert. Ist das etwa ein ganz übler Kater, den Pablo da hat? Das fühlt sich doch sonst nicht so an! Er beschließt zunächst, eine Ibuprofen zu nehmen. Er muss aber erkennen, dass auch eine Stunde später die Schmerzen unvermindert anhalten.

Das war’s!, beschließt er und fährt unter Schmerzen in die Notaufnahme der nahe gelegenen Klinik. Nach einer längeren Untersuchung steht das Ergebnis fest: eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Pablo ist erleichtert, dass es nicht nur ein Kater ist, wundert sich aber. Und noch mehr, als die behandelnde Ärztin ihn auf die Station schickt, wo er die nächsten Tage bleiben soll und unter anderem Schmerzmittel erhält.

Nach zehn Tagen Klinikaufenthalt kann Pablo das Krankenhaus wieder verlassen. Nach diesem Schock beschließt er, wie seine Stationsärztin ihm geraten hat, erst einmal auf Alkohol zu verzichten!

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Autoren: Andrea Lorenz, Dr. Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 15.08.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

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Quellen

  • jn/ÄrzteZeitung (2013): CT bei akuter Pankreatitis nicht zu früh! In: aerztezeitung.de
  • Lars Dieter Bretz (2005): Exokrine Pankreasinsuffizienz bei Cholelithiasis. Eine Fall-Kontroll-Studie zur Untersuchung der exokrinen Pankreasfunktion und gastrointestinalen Symptomatik bei Gallensteinpatienten. Dissertation, Gießen.
  • Markus W. Büchler u. a. (2004): Pankreaserkrankungen. Akute Pankreatitis. Chronische Pankreatitis. Tumore des Pankreas. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Karger-Verlag, Basel/Freiburg.
  • Markus W. Büchler u. a. (2013): Erkrankungen des Pankreas. Evidenz in Diagnostik, Therapie und Langzeitverlauf. Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Deutsche ApothekerZeitung (2002): Ernährungstherapie: Empfehlungen bei akuter und chronischer Pankreatitis. In: deutsche-apotheker-zeitung.de
  • Deutsches Ärzteblatt (2019): Erhöhtes Pankreaskarzinomrisiko bei höherer Nüchternglukose – auch ohne Diabetes.
  • Dong-Hoe Koo, Kyung-Do Han,Cheol-Young Park (2019): The Incremental Risk of Pancreatic Cancer According to Fasting Glucose Levels: Nationwide Population-Based Cohort Study. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.
  • Hoffmeister u. a. (2012): S3-Leitlinie Chronische Pankreatitis: Definition, Ätiologie, Diagnostik, konservative, interventionell endoskopische und operative Therapie der chronischen Pankreatistis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Martina Melzer (2018): Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. In: Apotheken-Umschau.
  • Schmidt (Hrsg.) (2004): Checkliste Sonographie. 3., vollständig überarbeitete Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Walter Siegenthaler und Hubert E. Blum (2006): Klinische Pathophysiologie. 9., völlig neu bearbeitete Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart.
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