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Brustschmerzen rechts – Wie gefährlich kann es sein? Hinweis auf Krebs oder Herzinfarkt

Auf einen Blick – Brustschmerzen rechts

Welche Ursachen haben Brustschmerzen rechts?

  • Brust: Brustentzündung, Brustabszess, Brustkrebs (kein Leitsymptom)
  • Muskel-Skelett-System: Tietze-Syndrom, Rippenprellung, Muskelkater
  • Herzinfarkt
  • Sonstiges: Gürtelrose, Reflux, psychisch bedingt

Zusätzliche Symptome (Auszug)

  • Schmerzen beim Einatmen
  • Druckschmerz
  • Rötung und Überwärmung der Haut
  • eingeschränkte Beweglichkeit

Behandlung (Auszug)

  • richtet sich nach der Ursache
  • Schmerzmittel

Tipps

  • Bei Begleitsymptomen wie Atemnot, Kaltschweißigkeit oder ausstrahlenden Schmerzen können die Brustschmerzen möglicherweise eine bedrohliche Ursache haben!

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

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Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Schmerzen im Brustbereich lösen schnell ein Panikgefühl bei den Betroffenen aus. Könnte es ein Herzinfarkt sein? Oder möglicherweise Brustkrebs? Schmerzen in der rechten Brust haben teilweise andere Ursachen als Schmerzen auf der linken Seite, wo sich das Herz befindet. Die zugrundeliegenden Krankheiten können vielfältig sein: So kommen Erkrankungen der Brust (sog. ‚Mamma’) selbst und Erkrankungen der inneren Organe sowie des Muskel-Skelett-Systems in Frage.

Ziel des Artikels ist es, Ihnen einen Überblick darüber zu geben, wie die Beschwerdebilder der Krankheiten aussehen und natürlich auch, wie man diese behandelt.

Was sind Brustschmerzen rechts?

Die Brustwand setzt sich aus Knochen (Brustbein, Rippen, Brustwirbel), Muskeln, Bändern und Gelenken zusammen. Sie wird von verschiedenen Nerven und Blutgefäßen versorgt. Direkt durch die Brusthöhle verläuft die Speiseröhre (beispielhafte Erkrankungen sind Speiseröhrenkrebs und Speiseröhrenruptur). In der Nähe der Brusthöhle befinden sich einige innere Organe – zum Beispiel Gallenblase, Magen und Bauchspeicheldrüse. Relevant ist außerdem die Brust (sog. ‚Mamma’) – sie besteht aus Drüsen-, Binde- und Fettgewebe und liegt den Muskeln auf. Sie sehen: der Brustraum besteht aus ‚mehr’ als nur dem Herzen.

Nicht nur Herzerkrankungen Auslöser für Brustschmerzen

Daraus ergibt sich eine Vielfalt an Entstehungsorten für Brustschmerzen rechts. Bestimmte Krankheiten sind durch eher linksseitige Brustschmerzen charakterisiert, beispielweise Herzerkrankungen. Diese werden wir im Folgenden nicht erläutern, da es um rechtsseitige Brustschmerzen gehen soll. Vorweg sei gesagt, dass viele Ursachen für rechtsseitige Brustschmerzen dahingegen auch linksseitige Brustschmerzen auslösen können. Dies hat den Hintergrund, dass einige Strukturen – anders als das Herz – beidseits vorkommen. Beispielhaft dafür sind die Brüste/Mammae.

Wieso empfinden wir Schmerzen als schmerzhaft? Wann spricht man von einem chronischen Schmerz? Auf seinem YouTube-Kanal ‚Video-Visite’ bringt Ihnen Schmerzexperte Dr. Dr. Weigl dieses komplexe Thema in einem Video verständlich näher.

Schmerz & Schmerzen: Was ist Schmerz? Wer hat Schmerzen? // Schmerzen verstehen

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Wer ist am ehesten betroffen?

Der rechtsseitige Brustschmerz ist als Symptom verschiedener Krankheiten etc. anzusehen. Es gibt daher bestimmte Risikofaktoren für diese Erkrankungen. Risikofaktoren sowie häufig betroffene Patientengruppen stellen wir Ihnen in den Abschnitten zu den jeweiligen Krankheiten vor.

Ursachen für Brustschmerzen rechts – Mamma

Zunächst stellen wir Ihnen Ursachen in der Brust (sog. ‚Mamma’) selbst vor, die rechtsseitige Brustschmerzen auslösen können:

Brustentzündung während des Wochenbetts

Entzündungen der Brustdrüse werden in der Fachsprache als Mastitis bezeichnet. Man unterscheidet dabei eine Mastitis puerperalis (im Wochenbett) von einer Mastitis non-puerperalis (außerhalb des Wochenbetts/Schwangerschaft). Das Wochenbett beginnt nach der Geburt und umfasst einen Zeitraum von ca. 6 Wochen – währenddessen findet die Rückbildung der Geburts- und Schwangerschaftsveränderungen statt.

Zu den begünstigenden Faktoren einer Mastitis puerperalis zählt unter anderem ein Milchstau in der Brust. Außerdem kann eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus eine Mastitis auslösen. Die Bakterien können über kleine Hautdefekte in das Brustgewebe eindringen. Häufig findet sich eine Mastitis puerperalis im äußeren oberen Bereich der Brust.

Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts

Als Mastitis non-puerperalis bezeichnet man eine Brustentzündung außerhalb der Schwangerschaft oder des Wochenbetts. Sie kann bakteriell oder ohne Bakterien (sog. ‚abakteriell’) entstehen. Insbesondere jüngere Frauen sind von dieser Brustentzündung betroffen.

Als Erreger einer bakteriellen Mastitis non-puerperalis kommen vor allem Staphylokokken in Frage. Ohne Bakterien kann eine Brustentzündung zum Beispiel aufgrund einer Hyperprolaktinämie entstehen. Das Hormon Prolaktin fördert das Wachstum der Milchdrüsen und regt die Milchproduktion an. Aus einem Überschuss dieses Hormons (sog. ‚Hyperprolaktinämie’) können sich Milchstau und Entzündung entwickeln.

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Abszess in der Brust

Der sogenannte Mammaabszess kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise:

  • Entstehung in Folge einer Mastitis
  • Entstehung aufgrund von Wundheilungsstörungen nach Brustoperationen

Die Mastitis ist zu Beginn verstreut im Gewebe ausgebreitet – die Entzündungsform wird Phlegmone genannt. Wenn sich die Entzündung abkapselt, spricht man von einem Abszess. Er ist von einer Abszessmembran umgeben und kann Eiter enthalten. Anderenfalls können Bakterien bei Operationen im Brustbereich in das Gewebe gelangen und dort einen Abszess ausbilden.

Spannungsschmerz in der Brust

Schmerzen in der Brust können zyklusabhängig auftreten. Das Fachwort für diese Art von Brustschmerzen ist Mastodynie. Typischerweise treten sie in der zweiten Hälfte des Zyklus auf. Bei einem regelmäßigen Zyklus wäre dies ca. in den beiden Wochen vor Eintreten der Regelblutung. Mit dem Beginn der Periode nimmt der Brustschmerz ab.

Mastodynie kann im Rahmen einer Mastopathie auftreten. Bei diesem Krankheitsbild ist das Brustdrüsengewebe – aufgrund hormoneller Fehlregulation – verändert. Meist sind beide Brüste betroffen.

Bösartiger Tumor der Brust – Brustkrebs

Als Tumor bezeichnet man eine Neubildung von Gewebe. Gutartige (sog. ‚benigne’) Tumoren verdrängen beim Wachstum das sie umgebende Gewebe. Bösartige (sog. ‚maligne’) Tumoren hingegen zerstören das sie umgebende Gewebe und verstreuen ihre malignen Zellen. Umgangssprachlich werden maligne Tumoren als Krebs bezeichnet. Sie zeichnen sich durch ein schnelleres Wachstum als gutartige Tumoren aus.

„Nicht jeder Tumor ist bösartig und bedeutet, dass Sie an Krebs erkrankt sind. Einige Tumore werden nie entdeckt, weil Sie nie Probleme bemerken.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Gutartige Tumoren der Brust sind beispielshalber Fibroadenome und Lipome. Im Gegensatz zu malignen Tumoren sind sie meist schmerzlos – in diesem Artikel zum Thema Brustschmerz gehen wir daher nicht weiter auf gutartige Brusttumoren ein.

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Bösartige, maligne Brusttumoren wiederum können eine mögliche Ursache für Brustschmerzen darstellen. Statistisch gesehen erkrankt etwa jede 8. – 10. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, dem sogenannten Mamma-Karzinom. Brustkrebs ist sogar die häufigste Krebserkrankung bei Frauen! Veränderungen in zwei Genen, den BRCA1- und BRCA2-Genen, gelten als Risikofaktoren für eine genetisch bedingte Brustkrebserkrankung. Es gibt natürlich noch weitere Faktoren, die das Brustkrebsrisiko erhöhen, zum Beispiel:

  • frühe erste Regelblutung
  • spätes Einsetzen der Menopause (ein Jahr nach der letzten Periode trat keine Blutung ein)
  • keine einzige Schwangerschaft (sog. ‚Nulliparität’)
  • Hormonersatztherapie mit Östrogenen nach der Menopause
  • Mastopathie

Die Tumorzellen haben ihren Ursprung im Gewebe des Milchgangs (sog. ‚duktal’) oder in den Milchdrüsenläppchen (sog. ‚lobulär’). Je nach Lage haben die Tumoren unterschiedliche Bezeichnungen. Da der Brustkrebs aus sogenannten Epithelzellen hervorgeht, bezeichnet man den Tumor als Karzinom.

Gut zu wissen!
Es ist ein weit verbreiteter Glaube, dass Brustkrebs nur bei Frauen auftritt. Falsch! Das Verhältnis von Männern zu Frauen mit Mammakarzinom beträgt zwar 1:100, dennoch ist diese Zahl nicht zu unterschätzen. Eine Gefahr besteht darin, dass der bösartige Tumor bei Männern möglicherweise erst später als bei Frauen entdeckt wird.

Weitere Ursachen für Brustschmerzen rechts

Hinter Schmerzen im Brustbereich können nicht nur Erkrankungen der Mamma selbst stecken, sondern auch jene des Bewegungsapparates oder der inneren Organe:

Tietze-Syndrom

Unter dem Tietze-Syndrom versteht man eine schmerzhafte Schwellung am Übergang von Rippen und Brustbein, genauer gesagt an den knorpeligen Strukturen. Eine spezifische Ursache ist unbekannt (sog. ‚idiopathisch’) – vermutet wird zum Beispiel eine Überlastung. Das Tietze-Syndrom tritt häufig am Übergang der 2. oder 3. Rippe zum Brustbein auf.

Rippenfraktur/-prellung

Bei einem Schlag auf den Brustkorb oder einem unglücklichen Sturz kann eine Rippenprellung (sog. ‚Rippenkontusion’) entstehen. Der Knochen ist hierbei nicht gebrochen – allerdings können unter anderem Blutgefäße verletzt werden, dadurch entstehen Blutergüsse.

Bei starker Verletzung ist es möglich, dass Rippenknochen sogar brechen. In der Fachsprache bezeichnet man einen Bruch als Fraktur. Dabei ist der Knochen komplett oder teilweise durchtrennt. Von einer Rippenserienfraktur sprechen Mediziner, wenn mindestens drei benachbarte Rippen gebrochen sind.

Muskelkater im Brustmuskel

Brustmuskelkater: eine harmlose Ursache für Brustschmerzen. Muskelkater gehört im Allgemeinen zu den Sportverletzungen. Wie entsteht der Schmerz? Früher ging man davon aus, dass eine Übersäuerung des Muskels mit Milchsäure (sog. ‚Laktat’) dazu beiträgt. Die aktuelle Forschung ergibt jedoch, dass bei bestimmten Bewegungen kleine Risse im Muskelgewebe entstehen können. In diese Risse dringt Flüssigkeit ein, durch die anschließende Dehnung verspürt der Sportler Schmerzen – den Muskelkater.

Muskelkater kann also in Folge eines anstrengenden Brustmuskeltrainings entstehen. Überlegen Sie einmal – Haben Sie in der letzten Zeit Sport gemacht? Oder Bewegungen, die Sie sonst eher nicht ausführen? Haben Sie (mit dem rechten Arm) schwere Dinge getragen? Wussten Sie übrigens, dass auch lang andauernder Husten Muskelkater auslösen kann?

Gürtelrose

Eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren (sog. ‚VZV’) führt zur Ausbildung der bekannten Windpocken, die auch als Varizellen bekannt sind. VZV werden in Tröpfchen aus den Atemwegen übertragen. Die Viren verbleiben nach Abheilen der Windpocken im Körper – in den Nervenzellen. Beim ersten Ausbruch der Krankheit spricht man von einer Primärinfektion. Bei einer erneuten Aktivierung der VZV handelt es sich um die Gürtelrose. Da die VZV zu den Herpesviren gehören, bezeichnet man eine Gürtelrose auch als Herpes Zoster. Begünstigende Faktoren für eine Gürtelrose sind Stresssituationen, schwaches/unterdrücktes Immunsystem und hohes Alter.

Refluxkrankheit – Sodbrennen

Etwa 20 % der Bevölkerung leiden an der Refluxkrankheit. Durch aufsteigenden Mageninhalt (sog. ‚Reflux’) und Magensäure wird die Schleimhaut der Speiseröhre gereizt. Als Folge kann sich eine Entzündung der Speiseröhre ausbilden. Häufig schließt der untere Schließmuskel der Speiseröhre nicht ausreichend, sodass Mageninhalt auslaufen kann. Weiterhin kann erhöhter Druck im Bauch (bei Schwangerschaft und Adipositas) zum Reflux beitragen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse/Gallenblase

Zu einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pankreatitis’) kann es durch übermäßigen Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente oder Erkrankungen der Gallenwege kommen. Die Drüse befindet sich im Oberbauch und gibt Verdauungsenzyme sowie Hormone ab. Eine akute Pankreatitis sollte als mögliche Diagnose bei rechtsseitigen Brustschmerzen ausgeschlossen werden.

Etwa 15 – 20 % der Menschen haben Gallensteine. Ein Großteil der Steine weist einen hohen Anteil an Cholesterin auf. Gallensteine können die Gallengänge verlegen und dadurch Gallenkoliken auslösen. Um sich die Risikofaktoren für Gallensteinbildung zu merken, gibt es die sogenannte 6xF-Regel. Ein höheres Risiko besteht demnach bei:

  1. Female: Frauen
  2. Forty: über 40-Jährigen
  3. Fertile: Fruchtbarkeit
  4. Fair: Hellhäutigen
  5. Fat: Menschen mit Adipositas
  6. Family: Menschen, bei denen Gallensteinleiden in der Familie bekannt ist

Erkrankungen von Herz und Lunge

Informieren Sie sich gerne in unserem Artikel ‚Brustkorbschmerzen – Schmerzen in der Brust ’ über Ursachen für Brustschmerzen, die vom Herzen oder der Lunge ausgehen können.

Exkurs: Rechtsseitige Brustschmerzen typisch bei Herzinfarkt?

Die Angst, dass hinter Schmerzen in der Brust ein Herzinfarkt steckt, ist verständlicherweise groß. Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs lösen schließlich eine größere Panik aus als beispielweise ein einfacher Magen-Darm-Infekt. Aber sind Brustschmerzen rechts überhaupt typisch für einen Herzinfarkt? Prinzipiell gilt: Schmerzen auf der rechten Brustseite sind bei Herzinfarkten möglich. Die typische Stelle ist allerdings hinter dem Brustbein, man spricht auch von retrosternal. Typisch sind auch Schmerzen in der linken Brust mit Ausstrahlen in den linken Arm und die linke Schulter. Was viele Patienten nicht wissen: Etwa 20 % der Infarkte verlaufen stumm, also ohne Schmerzen! Ein sogenannter Myokardinfarkt kann jedoch nicht nur zu Schmerzen im Brustkorb führen: (kalte) Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen sowie Blässe sind mögliche Hinweise auf einen Herzinfarkt.

Psychogener Brustschmerz

In der Psychosomatik geht es um den gegenseitigen Einfluss von Psyche und Körper aufeinander. Als psychosomatische Beschwerden bezeichnet man körperliche Symptome, bei denen jedoch keine körperliche Ursache festgestellt werden kann. Stattdessen wird eine Übertragung von psychischen Stresssituationen auf die körperliche Ebene (sog. ‚Somatisierung’) angenommen. Zu diesen körperlichen Beschwerden zählen auch Brustschmerzen.

Brustschmerzen können außerdem bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Panikattacken auftreten. Möglich ist auch ein verstärktes Empfinden körperlicher Symptome bei psychischem Leiden. Dies gilt unter anderem für Angststörungen und depressive Erkrankungen.

Die Symptome: Welche Beschwerden verursachen Brustschmerzen rechts?

Im Folgenden stellen wir Ihnen einen Auszug an Symptomen vor, die im Zuge der obengenannten Erkrankungen auftreten können. Insbesondere bei Ursachen im Brustgewebe könnte auch die linke Brustseite betroffen sein. Teilweise ist auch ein beidseitiger Brustschmerz möglich.

Symptome – Brustentzündung während des Wochenbetts

Äußerlich zeigt die entzündete Brust die sogenannten Kardinalsymptome einer Entzündung. Dazu zählen:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Überwärmung
  • Schmerz
  • eingeschränkte Funktion (beim Stillen)

Darüber hinaus kann sich die Frau allgemein krank fühlen und Fieber entwickeln, das über 38 °C reichen kann. Die nahen Lymphknoten – in der Achsel – sind wegen der Entzündung eventuell geschwollen. Aus der Entzündung kann sich ein Abszess entwickeln.

Symptome – Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts

Die Symptome bei einer Mastitis non-puerperalis sind vergleichbar mit denen einer Mastitis puerperalis. Auch die Lymphknoten sind bei etwa der Hälfte der Patientinnen geschwollen. Weiterhin kann sich ein Abszess ausbilden.

Symptome – Abszess in der Brust

Die betroffene Brust zeigt typische Entzündungszeichen: Rötung und Überwärmung. Meist wird ein schmerzhafter Knoten ertastet. Frauen mit Brustabszess nehmen häufig ein Spannungsgefühl wahr. Auch hier ist eine Lymphknotenschwellung häufig vorhanden. Zu den Allgemeinsymptomen zählen Fieber und ein allgemeines Schwächegefühl.

Symptome – Spannungsschmerz in der Brust

Der Schmerz wird von den betroffenen Patientinnen als spannend beschrieben. Sie weisen keine Entzündungszeichen, wie zum Beispiel Rötung auf. Da der Schmerz hormonell beeinflusst wird, tritt er häufig beidseitig auf.

Bei Vorliegen einer Mastopathie können Knoten in der Brust ertastet werden. Man bezeichnet dieses Phänomen als Schrotkugelbrust. Darüber hinaus kann Sekret aus der Brust austreten.

Symptome – Bösartiger Tumor der Brust

Um den Ort (sog. ‚Lokalisation’) eines Brusttumors festhalten zu können, wird die Brust in vier Quadranten eingeteilt:

  • oberer äußerer Quadrant
  • oberer innerer Quadrant
  • unterer äußerer Quadrant
  • unterer innerer Quadrant

Am häufigsten sind Mammakarzinome mit ca. 55 % im oberen äußeren Teil der Brust lokalisiert. Am zweithäufigsten sind mit jeweils 15 % der obere innere Quadrant sowie die Brustwarze befallen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Brustschmerzen nur bei einem geringen Anteil der Patientinnen zu den ersten beziehungsweise wegweisenden Symptomen bei Brustkrebs zählen – dies ist nur bei ca. 7 % der Fall. Diese Zahl verdeutlicht, dass Brustschmerzen rein statistisch gesehen nicht in jedem Fall auf Krebs hindeuten. Wie Sie in diesem Artikel erfahren, gibt es zahlreiche Möglichkeiten für Brustschmerzen. Ein entscheidendes Merkmal für Brustkrebs ist ein tastbarer harter Knoten.

Es gibt weitere Symptome, die bei Brustkrebs auffällig werden können:

  • Hauteinziehung oder Vorwölbung der Haut im Bereich des Tumors
  • (blutiges) Sekret aus der Brustwarze
  • Größenunterschiede zwischen rechter und linker Brust, die über den natürlichen Größenunterschied hinausgehen
  • Rötung der Haut
  • Orangenhaut
  • Einziehung der Brustwarze (sog. ‚Mamille’)
Gut zu wissen!
Die Verschleppung von bösartigen Tumorzellen bezeichnet man als Metastasierung. Die Zellen werden entweder über die Blutbahn oder die Lymphwege gestreut. Aus diesen Zellen können sich Metastasen entwickeln, die – genau wie der ursprüngliche Tumor – zerstörend in das umgebende Gewebe hineinwachsen. Metastasen des Mammakarzinoms siedeln sich in Lymphknoten und Knochen an. Weiterhin können sie Lunge, Gehirn und Leber befallen.

Symptome – Tietze-Syndrom

Die Brustschmerzen treten spontan oder bei Bewegung (auch: Atmung) auf. Ausstrahlen des Schmerzes in Schulter, Arm und bis in den Nacken ist möglich. Zeitlich gesehen tritt der Schmerz plötzlich oder an Intensität zunehmend ein. Meist ist nur eine Seite betroffen – also auch die rechte Seite. Die betroffene Stelle im Bereich von Rippen und Brustbein kann geschwollen sein.

Symptome – Rippenfraktur/-prellung

Sowohl bei einer Rippenprellung als auch -fraktur schmerzen Berührungen an der betroffenen Stelle. Im Bereich der Verletzung kann sich ein Bluterguss (sog. ‚Hämatom’) bilden. Man erkennt das Hämatom an einer dunklen, lilafarbenen Färbung der Haut. Die Farbe ändert sich später zu einem gelben/grünen Ton. Betroffene klagen häufig über Schmerzen beim Einatmen und Husten. Die Atmung kann dadurch (stark) beeinträchtigt sein. Bei einer offenen Fraktur durchspießt der Knochen die Haut und ist sichtbar.

Symptome – Muskelkater im Brustmuskel

Der Muskelkater tritt nicht direkt nach Beendigung der körperlichen Belastung ein. Am stärksten ist er meist nach 24 – 48 Stunden. Danach nimmt die Schmerzintensität zunehmend ab. Der Schmerz hat einen spannenden Charakter und erstreckt sich über den Bereich der Brustmuskeln (sog. ‚Musculus pectoralis’). Je nachdem, wie Sie die Brustmuskeln belastet haben, ist der Schmerz eher beidseitig oder auf einer Seite stärker als auf der anderen.

Symptome – Gürtelrose

Wie es der Name schon vermuten lässt, bildet sich die Gürtelrose gürtelförmig am Rumpf aus. Bei einer Reaktivierung der Krankheit gelangen die Varizella-Zoster-Viren aus den Nervenzellen in die Haut – genauer gesagt in den Hautbereich, der von dem entsprechenden Spinalnerv versorgt wird. Spinalnerven treten seitlich aus dem Rückenmark aus. Meist sind die Spinalnerven der Brustwirbel betroffen, weshalb sich Gürtelrose als Schmerz im Bereich der Brust äußern kann: An der Hautoberfläche bilden sich schmerzhafte Bläschen aus. Die Haut kann an den Stellen bei Berührung schmerzen und gerötet sein. Begleitend können Patienten Fieber aufweisen.

Symptome – Refluxkrankheit

Im Volksmund wird oft von Sodbrennen gesprochen. Sodbrennen ist eines von vielen Symptomen, die Patienten mit Refluxkrankheit bemerken. Es bezeichnet einen brennenden Schmerz im Bereich hinter dem Brustbein. Außerdem können die Betroffenen ein Druckgefühl in der Brust verspüren. Weitere Beschwerden sind zum Beispiel:

  • Aufstoßen der Nahrung
  • Aufstoßen von Luft
  • Übelkeit
  • Schmerzen im oberen Bauch
  • Husten

Symptome – Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse/Gallenblase

Das häufigste Symptom einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung ist der heftige (gürtelartige) Oberbauchschmerz. Es ist möglich, dass der Schmerz bis in Brust (auch rechtsseitig) und Rücken ausstrahlt. Übelkeit und Erbrechen sind weitere häufige Symptome.

Ein ähnliches Beschwerdebild ergibt sich bei Gallenkoliken:

  • Schmerzen im (rechten) Oberbauch
  • Ausstrahlen bis in Rücken und rechte Schulter, ggf. Brustschmerzen
  • Übelkeit, Erbrechen

Symptome – Psychogener Brustschmerz

Brustschmerzen sind meist nicht das einzige Syndrom bei Patienten mit einem psychischen Grundleiden. Je nach Krankheit können zum Beispiel Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfung oder Angstzustände auftreten. Außerdem können sie Herzrasen, Luftnot, Schwindel und Beklemmungsgefühle wahrnehmen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Brustschmerzen rechts

Ein Symptom – viele Ursachen. Dies trifft auch auf rechtsseitige Brustschmerzen zu. Bevor man mit der Behandlung beginnen kann, muss also eine Diagnose her: Der Hausarzt kann einschätzen, ob eine Mitbehandlung durch Internisten, Orthopäden oder Unfallchirurgen notwendig ist. Gerade bei Erkrankungen der Brust selbst sollte Ihr Gynäkologe Ansprechpartner sein.
Anamnesegespräch
Im Anamnesegespräch können folgende Informationen relevant sein:

  • Seit wann haben Sie die Brustschmerzen?
  • An welcher Stelle verspüren Sie den Schmerz besonders? Wandert der Schmerz?
  • Stillen Sie?
  • Bestehen die Schmerzen beim Atmen oder bei Bewegungen?
  • Haben Sie Veränderungen an der Haut festgestellt?
  • Haben Sie Vorerkrankungen? Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Haben Sie auch Schmerzen in anderen Körperregionen?

Im Gespräch mit dem Patienten erhält der Arzt einen ersten Einblick in das aktuelle Wohlbefinden des Patienten. Er muss außerdem das psychische Wohlbefinden des Patienten berücksichtigen, da auch dies Einfluss auf Brustschmerzen haben kann.

Körperliche Untersuchung

Anhand der Informationen aus dem Anamnesegespräch kann der Arzt gezielt eine körperliche Untersuchung durchführen. Zunächst wird der Brustkorb betrachtet. Hier können bestimmte Veränderungen schon entdeckt werden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Mamma liegt der Fokus auf der Brustuntersuchung. In verschiedenen Positionen wird die Brust abgetastet. Liegt die Vermutung nahe, dass das Muskel-Skelett-System betroffen ist, werden orthopädische Tests durchgeführt. Zu einer körperlichen Untersuchung gehören auch Untersuchungen von Bauchorganen, Herz und Lunge. Blutdruck-, Puls – und Temperaturmessung sind ebenfalls unerlässlich.

Weiterführende Untersuchungen

Ergänzt werden kann die körperliche Untersuchung durch apparative, radiologische Untersuchungsmethoden wie Ultraschall, Röntgen, MRT, Mammographie oder CT. Darüber hinaus kann eine Blutuntersuchung sinnvoll sein: Hier lassen sich beispielweise die Entzündungswerte bestimmen. Besteht der Verdacht auf eine Tumorbildung, muss eine Gewebeprobe (sog. ‚Biopsie’) entnommen werden, um die Gut- oder Bösartigkeit bestimmen zu können.

Fakten-Box Brustschmerzen rechts

Ursachen für rechtsseitige Brustschmerzen

  • Brust: Brustentzündung, Brustabszess, Brustkrebs (kein Leitsymptom)
  • Muskel-Skelett-System: Tietze-Syndrom, Rippenprellung, Muskelkater
  • Herzinfarkt
  • Sonstiges: Gürtelrose, Reflux, psychisch bedingt

Zusätzliche Symptome

  • Schmerzen beim Einatmen & Husten
  • Druckschmerz, Rötung der Haut
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Brustkorbs

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Brustschmerzen rechts

Die Behandlung von (rechtsseitigen) Brustschmerzen muss entsprechend der Ursache erfolgen:

Behandlung – Brustentzündung während des Wochenbetts

Die Brust sollte regelmäßig entleert werden. Im Anschluss daran sollte die entzündete Brust gekühlt und ruhiggestellt werden. Im Falle einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika zur Behandlung des Bakteriums verabreicht.

Behandlung – Brustentzündung außerhalb des Wochenbetts

Die Brust muss gekühlt werden. Wie eine bakterielle Mastitis puerperalis, muss auch die bakterielle Mastitis non-puerperalis mit Antibiotika behandelt werden. Dahingegen muss eine abakterielle Mastitis non-puerperalis nicht mit Antibiotika behandelt werden – sie wären in diesem Falle unwirksam. Bei einer Hyperprolaktinämie können sogenannte Prolaktinhemmer verwendet werden. Diese wirken dem Überschuss an Prolaktin entgegen.

Behandlung – Abszess in der Brust

Die Behandlung eines Brustabszesses sieht eine Punktion oder Eröffnung (sog. ‚Abszesspaltung’) des Abszesses vor. Dadurch kann man sowohl das enthaltene Sekret gewinnen als auch das Gewebe entlasten. Im Rahmen eines solchen Eingriffs kann außerdem eine Drainage in den Abszess gelegt werden. Die Drainage ermöglicht ein Abfließen der Flüssigkeit – auch nach der Operation. Ergänzend zur chirurgischen Behandlung sollte eine Antibiotikatherapie eingeleitet werden.

Behandlung – Spannungsschmerz in der Brust

Wichtig ist zunächst ein gut passender Büstenhalter (sog. ‚BH’): Viele Frauen tragen unwissender Weise Büstenhalter in der falschen Größe. Zur Linderung der Schmerzen können Sie Ihre Brüste kühlen: Es eignen sich zum Beispiel kalte Umschläge. Bei diagnostizierter Mastopathie sollte außerdem auf Kaffee, Schokolade und Tee verzichtet werden. Sie fragen sich warum? Die genannten Lebensmittel enthalten sogenannte Methylxanthine, die Einfluss auf das Brustgewebe haben können. Bei starker Ausprägung der Mastopathie können unter anderem folgende Präparate verschrieben werden:

  • Gele oder Tabletten, die das Hormon Gestagen enthalten
  • Medikamente, die dem Hormon Prolaktin entgegenwirken (sog. ‚Prolaktinhemmer’)
  • Medikamente, die dem Hormon Östrogen entgegenwirken (sog. ‚Antiöstrogene’)

Behandlung – Bösartiger Tumor der Brust

Die Behandlungsmöglichkeiten des Mammakarzinoms müssen bei jeder Patientin individuell analysiert werden. Entscheidend ist unter anderem wie groß der Tumor ist, ob Lymphknoten befallen sind und ob der Tumor auf Hormone reagiert. Die Therapie kann operativ und/oder medikamentös mit beispielweise Chemotherapie und/oder Strahlentherapie erfolgen.

In unserem Artikel ‚Knoten in der Brust: Brustkrebs (Mammakarzinom) – Ursachen | Therapie | Vorsorge’ können Sie noch mehr rund um das Thema Brustkrebs, natürlich auch über spezifische Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, erfahren.

Behandlung – Tietze-Syndrom

Eine Besserung der Brustschmerzen wird medikamentös mit nicht-steroidalen Antirheumatika (sog. ‚NSAR’) wie zum Beispiel Ibuprofen angestrebt. NSAR haben eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Bei stark ausgeprägten Schmerzen können Schmerzmittel lokal in das Gewebe gespritzt werden. Weiterhin ist es möglich, die Beweglichkeit des Brustkorbs durch Physiotherapie zu erhalten und zu verbessern. Das Tietze-Syndrom verschwindet in der Regel nach einem variablen Zeitraum von selbst.

Behandlung – Rippenfraktur/-prellung

Damit die Schmerzen gelindert werden, können Sie die geprellten Rippen kühlen. Achtung: Vermeiden Sie eine direkte, zu starke Kälteeinwirkung auf die Haut, damit diese keinen Schaden nimmt. Gut geeignet sind feuchte kalte Umschläge. Gegen die Schmerzen können Präparate wie Ibuprofen eingenommen werden.

Einfache Rippenfrakturen können ebenfalls mit Schmerzmitteln therapiert werden. Ein operativer Eingriff ist häufig nicht nötig. Bei komplizierten Brüchen oder Rippenserienfrakturen hingegen muss gegebenenfalls operiert werden. Falls die Atmung des Patienten durch den Bruch stark eingeschränkt ist, muss er möglicherweise intubiert – also maschinell beatmet – werden. Wenn aufgrund des Bruches Luft in den Brustkorb gelangt (sog. ‚Pneumothorax’) muss eine Drainage angelegt werden.

Behandlung – Muskelkater im Brustmuskel

Muskelkater ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne, die einer konkreten Behandlung bedarf. Wärme (z. B. eine warme Dusche, Badewanne, Sauna) kann dabei helfen, die Muskeln zu entspannen. Trinken Sie ausreichend, um den Flüssigkeits- und Salzhaushalt des Körpers auszugleichen! Um Muskelkater zukünftig vorzubeugen, empfiehlt es sich, vor jedem Training eine Aufwärmphase einzubauen. Dadurch werden Körper und Muskulatur auf die kommenden Bewegungen vorbereitet. Außerdem wird einem Übertrainingssyndrom vorgebeugt, dabei handelt es sich um eine langwierige Erkrankung infolge zu hartem Trainings.

Behandlung – Gürtelrose

Zur Behandlung der Gürtelrose werden Medikamente eingesetzt, die die Vermehrung von Varizella-Zoster-Viren hemmen (z. B. Aciclovir). Diese antivirale Therapie soll eine schnelle Verbesserung der Symptome bedingen und Komplikationen verhindern. In folgenden Fällen muss eine antivirale Therapie erfolgen:

  • über 50-jährige Patienten
  • Patienten mit schwachem Immunsystem
  • Herpes Zoster im Kopf-Hals-Bereich
  • Patienten, die eine dauerhafte Therapie mit Cortison oder Salizyl-Präparaten erhalten (z. B. ASS/Aspirin)

Darüber hinaus erhalten die Patienten Schmerzmittel.

Behandlung – Refluxkrankheit

Nicht jeder Patient mit Refluxkrankheit muss umgehend Medikamente einnehmen. Bei leichten Formen kann man versuchen, den Reflux durch eine Umstellung des Lebensstils (sog. ‚Gesundheitsförderung‘) zu verbessern. Maßnahmen sind beispielsweise möglichst fettarme Speisen, Gewichtsreduktion sowie Alkohol- und Nikotinverzicht. Nachts kann ein Hochstellen des Kopfteils vom Bett den Reflux verbessern. Sollte eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein, sind Protonenpumpeninhibitoren (sog. ‚PPI’) das Mittel der Wahl. Bekannte Vertreter dieser Klasse sind Omeprazol und Pantoprazol.

Behandlung – Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse/Gallenblase

Patienten mit akuter Pankreatitis müssen konsequent überwacht werden. Sie sollten ausreichend Flüssigkeit erhalten. Gegen starke Schmerzen müssen gegebenenfalls Opioide verabreicht werden. Die Behandlung richtet sich anschließend nach der Ursache: beispielsweise können Antibiotika oder (minimal invasive) Eingriffe erforderlich sein.

Bei einer Gallenkolik muss der Patient (entkrampfende) Medikamente gegen seine Schmerzen erhalten. Bei Gallensteinleiden, das Symptome verursacht, sollte die Gallenblase operativ entfernt werden. Wenn keine Schmerzen durch die Steine verursacht werden, sollte die Gallenblase im Körper belassen werden.

Behandlung – Psychogener Brustschmerz

Die Behandlung psychisch (mit-)bedingter Brustschmerzen richtet sich nach der psychischen Erkrankung. Eine häufig angewandte Behandlungsmethode ist die Psychotherapie. Weiterhin kann man eine medikamentöse Therapie erwägen – Einfluss darauf haben unter anderem die Art der Erkrankung, die Intensität und der Leidensdruck des Patienten.

Aktuelles aus der Forschung – Depression und Angst bei Patienten mit gaströsophagealer Refluxkrankheit (GERD) mit und ohne Brustschmerzen

Dass Sodbrennen beziehungsweise die Refluxkrankheit (im Folgenden: ‚GERD’) ein möglicher Auslöser für Brustschmerzen sein kann, haben wir in diesem Artikel bereits erläutert. Gastroösophageal bedeutet, dass Magen (sog. ‚Gaster’) und Speiseröhre (sog. ‚Ösophagus’) von der Krankheit betroffen sind. Die refluxbedingten körperlichen Symptome können die Lebensqualität der Betroffenen beeinflussen. In einer Studie wurde daher untersucht, wie viele GERD-Patienten mit und ohne Brustschmerzen an Angst und Depressionen leiden.

Studienablauf

Die untersuchte Gruppe bestand aus 258 Personen mit gastroösophagealer Refluxkrankheit. 112 davon gaben Brustschmerzen an. Mithilfe von Fragebögen wurden die Refluxbeschwerden, Angst- und Depressionssymptome erfasst.

Studienergebnis

Man fand heraus, dass 41,4 % der Teilnehmer an Depressionen, 34,4 % an Angstzuständen (sog. ‚Anxiety’) und 27,1 % an beidem litten. Weiterhin wurde untersucht, ob ein Unterschied zwischen GERD-Patienten mit und ohne Brustschmerzen bestand – sowohl Angst als auch Depressionen waren bei den Patienten mit Brustschmerz signifikant höher als bei Patienten ohne Schmerzen. Aus der Studie lässt sich entnehmen, dass Angst und Depression häufige Begleiterscheinungen bei Patienten mit Refluxkrankheit sind. Somit sollte bei einem (Hausarzt-)Besuch auch die psychische Gesundheit evaluiert werden.

Quelle: Channa Saleh Mohammad u. a. (2019): Depression and Anxiety in Patients with Gastroesophageal Reflux Disorder With and Without Chest Pain. In: The Cureus Journal of Medical Science. 8. November 2019. 11(11): e6103. doi:10.7759/cureus.6103.

Häufige Patientenfragen

Woher weiß ich, ob ich mit meinen Brustschmerzen sofort zum Arzt muss?

Dr. Dr. T. Weigl
Nicht jeder Brustschmerz ist direkt ein Hinweis auf eine akut bedrohliche Erkrankung. Zur Sicherheit können Sie allerdings immer zu einem Arzt gehen, um Ihre Beschwerden abklären zu lassen! Es gibt einige Begleitsymptome, die bei Patienten umgehend abgeklärt werden müssen. Dies gilt natürlich auch, wenn Sie selbst bei Mitmenschen, die über Brustschmerzen klagen, diese Symptome feststellen. Mögliche gefährliche Begleitsymptome sind beispielweise:

  • blasse oder bläuliche Hautfarbe
  • mehr als 20 Atemzüge pro Minute
  • ein Puls von unter 40 Schlägen pro Minute oder über 100 Schlägen pro Minute
  • Luftnot in Ruhe
  • Schmerzen, die in Schulter, Hals oder Kiefer ausstrahlen
  • desorientierter Zustand

Können die Ursachen für rechtsseitige Brustschmerzen auch auf der linken Seite auftreten?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja. Viele der vorgestellten Krankheitsbilder sind nicht nur auf die rechte Brustseite beschränkt. Beispielweise kann sich ein Brusttumor sowohl rechts als auch links bilden.

Kann ich mein Baby trotz Brustentzündung weiterhin stillen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja! Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe soll die Brust sogar regelmäßig entleert werden. Selbst bei einer bakteriell ausgelösten Brustentzündung müssen Sie nicht unbedingt abstillen. Wenn Sie Antibiotika einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen, ob das Stillen in diesem Zeitraum möglich ist.

Mein Arzt hat schon zu, was mache ich bei akuten Brustschmerzen?

Dr. Dr. T. Weigl
In der ersten Frage haben wir Symptome genannt, die auf bedrohliche Krankheiten hindeuten können. Sollten Sie (oder ein Mitmensch) zum Beispiel keine Luft bekommen, sollten Sie umgehend den Rettungsdienst (Nummer: 112) anrufen. Außerhalb der Sprechzeiten gibt es einen ärztlichen Bereitschaftsdienst (Nummer: 116117) für nicht-lebensbedrohliche Fälle.

Typisches Patientenbeispiel

Hannah ist total glücklich: Vor drei Wochen ist sie Mama geworden und genießt seitdem jede Minute mit ihrem kleinen Mädchen. Seitdem ist sie vor allem mit Stillen, Windelwechseln, und Einschlafbegleitung beschäftigt. Viel mehr benötigt ein kleines Baby ja auch noch nicht. Allerdings hat sie seit ein paar Tagen Schmerzen in der Brust. Erst hat sie versucht, die Schmerzen zu ignorieren und sich gedacht: „Ach, die verschwinden schon wieder!“ Besser ist es aber leider nicht geworden.

Hannahs rechte Brust ist stark gerötet und sehr warm. Sie beschließt, noch am gleichen Tag zum Arzt zu gehen. Das Wort Brustentzündung kennt sie schon von ihren Freundinnen. „Damit ist wohl nicht zu spaßen, ich lasse es lieber einmal abklären!“
Am Nachmittag hat sie spontan einen Termin bei ihrer Gynäkologin bekommen. Diese erkundigt sich zunächst nach Hannahs Beschwerden und untersucht sie anschließend. „Gut, dass Sie gekommen sind. Ich kann eine Schwellung an Ihrer rechten Brust feststellen. Sie haben eine klassische Brustentzündung.“

Hannah ist zunächst besorgt und fragt sich, ob sie etwas falsch gemacht hat beim Stillen. Die Frauenärztin erklärt ihr, dass Bakterien zum Beispiel durch Verletzungen an der Brustwarze in Milchgänge und Lymphgewebe gelangen können und dort eine Entzündung auslösen. Und was ist jetzt zu tun?

Hannah soll die Brust weiterhin regelmäßig entleeren. „Stillen Sie Ihr Kind weiterhin so gut wie möglich. Vor dem Stillen können Sie Ihre Brust wärmen, zum Beispiel mit einer Wärmflasche. Auch das Ausstreichen der Brust zur Brustwarze hin kann förderlich sein. Nach dem Stillen heißt es Kühlen!“ Gegen die Schmerzen erhält sie Paracetamol – ein Schmerzmittel, das auch stillende Frauen einnehmen können. Hannah soll am übernächsten Tag wiederkommen, damit die Ärztin sie erneut untersuchen kann. Wenn sich ihr Zustand in der Zwischenzeit verschlechtert oder sie starkes Fieber bekommt, soll sie sofort wiederkommen. Gegebenenfalls muss sie dann ein Antibiotikum einnehmen.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Rabea Niehues
Lektorat: Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 10.01.2020

Quellen

    Deutsches Ärzteblatt (2019): Brustkrebs endet bei Männern häufiger tödlich. In: aerzteblatt.de
    Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (2011 ): Brustschmerz. DEGAM-Leitlinie Nr. 15. In: awmf.org
    Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe u. a. (2013): S3 Leitlinie Therapie entzündlicher Erkrankungen in der Stillzeit. In: awmf.org
    Walter de Gruyter GmbH, Psychrembel: Medizinsiches Lexikon (2020): Tumor. Psychosomatik. Somatisierung. Tietze-Syndrom. In: psychrembel.de
    Doris Henne-Bruns, Michael Dürig, Bernd Kremer (2008): Duale Reihe. Chirurgie. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart.
    Gerd Herold (2020): INNERE MEDIZIN. Dr. med. Gerd Herold, Köln.
    Kassenärztliche Bundesvereinigung KdöR (2020): Der Patientenservice. In: 116117.de
    Michael M. Kochen (2017): Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart.
    Fritz U. Niethard, Joachim Pfeil, Peter Biberthaler (2009): Duale Reihe. Orthopädie und Unfallchirurgie. 6. Auflage. Thieme, Stuttgart.
    Channa Saleh Mohammad u. a. (2019): Depression and Anxiety in Patients with Gastroesophageal Reflux Disorder With and Without Chest Pain. In: The Cureus Journal of Medical Science. 8. November 2019. 11(11): e6103. doi:10.7759/cureus.6103
    Manfred Stauber, Thomas Weyerstahl (2007): Duale Reihe. Gynäkologie und Geburtshilfe. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart.
[Gesamt: 2   Durchschnitt:  5/5]
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