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Spannungskopfschmerzen lösen mit meinem Geheimtipp – Ursachen | Symptome | Behandlung

Auf einen Blick – Spannungskopfschmerzen

Was sind Spannungskopfschmerzen?

  • häufigste Form von Kopfschmerzen
  • Ursachen unklar
  • vermutlich Probleme mit der Schmerzverarbeitung, nicht Verspannung oder Depression

Was sind die Symptome von Spannungskopfschmerzen?

  • meistens beidseitig (bifrontal) auftretende Schmerzen
  • dumpfer, drückender Schmerz, Gefühl von Enge
  • leichte bis mittlere Schmerzintensität
  • keine Verstärkung der Schmerzen durch körperliche Betätigung
  • teilweise Linderung der Schmerzen durch körperliche Betätigung
  • keine Begleiterscheinungen wie z. B. Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit (Ausnahme: chronischer Spannungskopfschmerz ist oft begleitet von Übelkeit)

Wen kann es erwischen?

  • jede Altersgruppe und jedes Geschlecht
  • Frauen etwas häufiger betroffen als Männer
  • häufigster Erkrankungsbeginn: drittes Lebensjahrzehnt
  • episodische Form: jedes Alter gleichermaßen betroffen
  • chronische Form: Wahrscheinlichkeit steigt mit dem Alter

Behandlung (Auszug)

  • Medikamente (nicht an mehr als 10 Tagen im Monat)
  • Entspannungstechniken
  • Kombination vorbeugender Maßnahmen (z. B. Kopfschmerztagebuch, Physiotherapie, Sport, Ernährungsumstellung)
Die Diagnose von Spannungskopfschmerzen ist nicht immer einfach, da die Gründe bzw. Auslöser vielfältig sein können und nicht immer offensichtlich sind. Eine ganz konkrete Ursache für das Auftreten dieser Art von Kopfschmerzen ist bis heute nicht geklärt.

Die Symptome lassen sich hingegen genauer beschreiben: Ein dumpfer, drückender Schmerz, der sich häufig vom Nacken ausgehend über den gesamten Kopf ausbreitet. Oft spricht man auch von einem „Schraubstock-Gefühl“, da es sich anfühlt, als würde ein immenser Druck auf dem Kopf lasten. Anhand dieser Symptomatik lässt sich der Spannungskopfschmerz gut von bspw. der Migräne unterscheiden, deren Schmerz sich pochend und pulsierend anfühlt.

Man unterscheidet weiter zwischen episodischen und chronischen Spannungskopfschmerzen.

Die Ursache für Spannungskopfschmerzen: Muskuläre Anspannung und eine gestörte Schmerzverarbeitung

Das Gehirn selbst ist absolut schmerzfrei, die Hirnhäute und die darin verlaufenden Gefäße hingegen nicht. Sie werden von einem Nerv, dem Nervus trigeminus, versorgt und stimuliert und können somit Schmerzempfindungen verursachen. Wo genau der Schmerz entsteht und was genau ihn auslöst, ist für die meisten Arten von Kopfschmerzen allerdings bis heute noch nicht ausreichend erforscht. Es bestehen lediglich Theorien und Annahmen.

„Spricht man allgemein von Kopfschmerzen, so sind meistens Spannungskopfschmerzen gemeint. Sie sind die am häufigsten auftretende Art dieser Beschwerden.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Ursachen und Auslöser von Kopfschmerzen können z. B. muskuläre Anspannungen, vor allem im Nackenbereich, verstärken, die dann die Schmerzzentren im Gehirn alarmieren. Bei den überwiegend auftretenden Spannungskopfschmerzen geht man davon aus, dass vermehrt auftretende Verspannungen eine Sensibilisierung auslösen, was eine gestörte Schmerzhemmung bzw. Schmerzverarbeitung nach sich zieht: In der Folge wird die Verspannung direkt als Schmerz wahrgenommen und verarbeitet. Der Mediziner spricht hier auch von einem Circulus vitiosus – also einem Teufelskreis. Das heißt, dass die Faktoren – Verspannung und gestörte Schmerzverarbeitung – sich gegenseitig verstärken und so letztlich den Kopfschmerz hervorrufen.

Die Kopfschmerzarten im Überblick

Bei Migräne weiß man hingegen dank intensiver Forschung schon mehr und geht davon aus, dass die Erweiterung von Blutgefäßen in den Hirnhäuten für die Schmerzattacken verantwortlich ist. Bei Clusterkopfschmerzen hingegen verursachen vermutlich Gefäße hinter dem Auge, die sich wegen der überregten Nervenzellen entzünden, die Schmerzen.

Gut zu wissen!
Lange nahm man an, dass Muskelverspannungen oder Depressionen als Ursache für Spannungskopfschmerzen gelten. Heute ist man schlauer und weiß: Es handelt sich dabei nicht um Ursachen, sondern Folgen ebendieser Art von Kopfschmerz.

Was ist denn nun ursächlich?

Wie bereits erwähnt, sind die Ursachen im Detail unklar. In der Medizin geht man aber von einer sogenannten multifaktoriellen Genese aus, was bedeutet, dass mehrere Aspekte gemeinsam letztlich für die Kopfschmerzen sorgen. Wichtige Einflussfaktoren sind:

  • depressive Störungen
  • Stress (sowohl psychosozial als auch muskulär)
  • Angst
  • Schmerzmittelmissbrauch (eigentlich gegen die Kopfschmerzen gedacht)
  • Fehlfunktionen von Kiefer, Mund und Gesicht

Wichtig ist hier anzumerken: Viele Patienten mit Spannungskopfschmerzen weisen die in der Auflistung genannten Umstände gar nicht auf, sodass auch hier kein verlässlicher Zusammenhang festgehalten werden kann.

Einteilung des Spannungskopfschmerzes

Eingangs haben wir bereits davon gesprochen, dass der Spannungskopfschmerz noch einmal unterteilt wird, nämlich in den episodischen und den chronischen Spannungskopfschmerz. Diese Unterteilung ist so wichtig, weil es ganz klare Unterschiede in Bezug auf die Beeinträchtigung für Betroffene gibt. Während Menschen mit episodischem Spannungskopfschmerz im Alltag selten so stark eingeschränkt sind, dass sie bspw. ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, sind Betroffene mit dem chronischen Typ oft so stark beeinträchtigt, dass es erhebliche soziale sowie wirtschaftliche Folgen für sie haben kann.

Aber wie erkennt man nun, welcher Form Betroffene zugeteilt werden? Dafür gibt es Zahlen.

Man spricht vom episodischen Spannungskopfschmerz, wenn Betroffene insgesamt 10 oder mehr Episoden an weniger als 15 Tagen im Monat über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten haben. Hier wird in der Medizin noch einmal weiter unterschieden in sporadischen und häufig auftretenden episodischen Spannungskopfschmerz:

  • sporadisch → 10 oder mehr Episoden an weniger als einem Tag pro Monat bzw. 12 Tagen pro Jahr
  • häufig → 10 oder mehr Episoden an einem Tag oder mehr pro Monat (aber weniger als 15 Tage pro Monat) über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten

Demgegenüber stehen die chronischen Spannungskopfschmerzen. Von diesen spricht der Mediziner, wenn es an mindestens 15 Tagen im Monat über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten zu Spannungskopfschmerzen kommt. In den meisten Fällen sind chronische Spannungskopfschmerzen die Folge nicht ausreichend behandelter episodischer Spannungskopfschmerzen.

Die Symptome: Woran erkenne ich, dass es sich um Spannungskopfschmerzen handelt?

Die Symptome, die bei Spannungskopfschmerzen hervorgerufen werden, können vielfältig sein. In der Regel vermischen sich einzelne Symptome im Verlauf der Schmerzentwicklung zu einer Mischung aus Druck, Schmerzintensität und einem den ganzen Kopf umspannenden Schmerzgefühl. Die Symptome, die bei Spannungskopfschmerzen auftreten können, sind im Einzelnen:

  • meistens beidseitig (bifrontal) auftretende Schmerzen
  • dumpfer, drückender Schmerz, Gefühl von Enge
  • leichte bis mittlere Schmerzintensität
  • keine Verstärkung der Schmerzen durch körperliche Betätigung
  • teilweise Linderung der Schmerzen durch körperliche Betätigung
  • keine Begleiterscheinungen wie z. B. Lichtempfindlichkeit oder Übelkeit (Ausnahme: chronischer Spannungskopfschmerz ist oft begleitet von Übelkeit)

Mehr Informationen zur Abgrenzung von Spannungskopfschmerzen und Migräne hält Dr. Dr. Tobias Weigl im folgenden Video für Sie parat. Wie fühlt sich der Schmerz an? Wo tritt er auf? Welche Begleiterscheinungen treten auf? Basierend auf diesen und weiteren Fragen leitet Dr. Dr. Tobias Weigl Sie durch den Selbsttest, mit dem Sie Ihren Kopfschmerz besser bestimmen können.

Selbsttest🖊Habe ich Migräne, "normale" Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen? sogehtgesund Test#3

Wer leidet an Spannungskopfschmerzen?

Grundsätzlich können jede Altersgruppe und jedes Geschlecht von Spannungskopfschmerzen betroffen sein. Frauen trifft es etwas häufiger als Männer, wobei der Unterschied nur sehr gering ist. Betrachtet man das Alter der Patienten, so lassen sich ebenfalls Unterschiede feststellen. Die episodische Form der Spannungskopfschmerzen tritt in jedem Alter gleichermaßen auf, der chronische Spannungskopfschmerz nimmt hingegen mit steigendem Alter zu.

Genauere Aussagen, wer von Spannungskopfschmerzen betroffen ist, lassen sich nicht treffen, da die Ursachen sehr vielfältig sein können. Stress, Depressionen oder Angststörungen sowie muskuläre Verspannungen sind nur einige Faktoren, die hier genannt werden sollen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Spannungskopfschmerzen

Kopfschmerzen vom Spannungstyp lassen sich in der Regel immer durch ein Anamnesegespräch (ärztliche Patientenbefragung) feststellen. Wenn Sie mit Kopfschmerzen in die Praxis kommen, erfolgt die sogenannte Kopfschmerzanamnese. Dabei geht es vor allem darum, die folgenden Fragen zu klären:

  • Wann sind die Schmerzen zum ersten Mal aufgetreten?
  • In welcher Form treten die Schmerzen auf (plötzlich, langsam)?
  • Wie lange halten die Kopfschmerzen in der Regel an?
  • Wie häufig ereignen sich die Kopfschmerzen?
  • Welche Stärke haben die Kopfschmerzen?
  • Wo genau schmerzt es im Kopf?
  • Haben Sie Beschwerden, die zeitgleich mit den Kopfschmerzen auftreten?
  • Wie verhalten Sie sich während der Kopfschmerzen (meiden sie bspw. Licht, Geräusche oder körperliche Aktivität)?

Bei einer zusätzlichen körperlichen Untersuchung können weitere Verletzungen oder Erkrankungen als Ursache der Kopfschmerzen ausgeschlossen werden. Maßnahmen, die ein Arzt hier ergreift, sind unter anderen eine neurologische Untersuchung, die Feststellung der Blutdruckwerte und ggf. die Erstellung eines Schlafprofils. Gemeint ist damit folgendes:

  • neurologische Untersuchung: systematische Untersuchung vom Kopf an abwärts; Untersuchung des Kopfes, des Gehirns und der Nerven erfolgt u. a. durch eine Kontrolle der Haltung und Motorik, Testen der Druckempfindlichkeit, Beurteilung der Muskulatur, etc.
  • Blutdruckwerte: Bei einer Blutdruckmessung werden Herz– und Kreislauffunktionen beurteilt.
  • Schlafprofil: Darstellung der unterschiedlichen Phasen des Schlafes, um einen möglichen Zusammenhang zwischen Schlaf(-störungen) und Kopfschmerzen sichtbar zu machen. Die dargestellten Phasen sind: Wachzustand, Einschlafstadium, leichter Schlaf, Tiefschlaf und die REM-Phase (auch Traumschlaf genannt).

Sind die Befunde in allen drei Punkten normal bzw. unauffällig, handelt es sich in der Regel um Spannungskopfschmerzen. Andere Ursachen und Erkrankungen, wie bspw. Migräne, kann der Arzt auf diese Weise ausschließen.

Fakten-Box – Spannungskopfschmerzen

episodischer Spannungskopfschmerz

  • trifft auf 40–90 % der von Kopfschmerzen Betroffenen zu
  • wird mit gängigen Schmerzmitteln behandelt (Ibuprofen, Paracetamol)
  • unterstützende Maßnahmen wie Entspannungstechniken sind essentiell

Chronischer Spannungskopfschmerz

  • betrifft nur 3 % der Patienten
  • tritt im Alter gehäuft auf
  • auch hier sind weitere Maßnahmen wie Entspannungstechniken und Massagen hilfreich

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Spannungskopfschmerzen

Bei gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen beschränkt sich die Therapie meist auf eine sogenannte symptomatische Therapie mit Schmerzmitteln wie z. B. Paracetamol, Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Naproxen. Ebenso empfiehlt sich oft eine lokale Behandlung mit Pfefferminzöl im Bereich der Schläfen und des Nackens. Allerdings ist dabei Vorsicht geboten, da sich bei falscher und übermäßiger Anwendung von Schmerzmitteln ein sogenannter medikamenteninduzierter, also durch Medikamente ausgelöster, Dauerkopfschmerz (chronischer Spannungskopfschmerz) entwickeln kann. Daher raten Ärzte zu einer zusätzlichen Prophylaxe – also zu vorbeugenden Maßnahmen.

Vorbeugende Maßnahmen können sein:

  • Antidepressiva wie bspw. Amitriptylin
  • Kombination aus Antidepressivum und Stressbewältigungstraining
  • Physiotherapie
  • Akupunktur
  • Ernährungsumstellung
  • Kopfschmerztagebuch
  • progressive Muskelentspannung
  • ergonomisches Sitzen am Arbeitsplatz
  • zwei bis drei Einheiten Ausdauertraining pro Woche
  • EMG-Biofeedback, um zu erkennen, wie sich Entspannungsmaßnahmen auswirken
Gut zu wissen!
Um chronischen Spannungskopfschmerzen vorzubeugen, können auch noch andere Wirkstoffe zum Einsatz kommen, bspw. Venlafaxin oder Mirtazapin. Allerdings sind diese nicht für diese Form der Behandlung zugelassen, sodass sie im Rahmen eines sogenannten „Off-label-use“ zum EInsatz kämen.

Hat ein Arzt bei Ihnen schon einmal Spannungskopfschmerzen diagnostiziert? Welche Symptome traten bei Ihnen auf (Mehrfachnennungen möglich)? Mit Ihren Antworten helfen Sie anderen Betroffenen, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Aktuelles – Nicht leichtfertig zu Medikamenten greifen!

Oft ist der Griff zur Tablette der einfachste und schnellste Weg, um sich bei Kopfschmerzen Abhilfe zu verschaffen – diese Ansicht teilen deutschlandweit viele Menschen. Häufig greifen Kopfschmerzpatienten an mehr als 10 Tagen im Monat zu Schmerzmitteln. Allerdings haben sich auf lange Sicht andere Methoden auch als wirksam erwiesen, wenn es darum geht, die Häufigkeit von Kopfschmerzen dauerhaft zu reduzieren. Viele Menschen sind sich außerdem nicht über eine wichtige Sache bewusst: Eine zu häufige Medikamenteneinnahme kann die Kopfschmerzen sogar verschlechtern!

Dies geht aus einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie hervor, die anlässlich des Weltkopfschmerztages am 5. September eine Bestandsaufnahme zum Thema Kopfschmerzen lieferte. Darin betont Pressesprecher Hans-Christoph Diener, dass sich durch Ausdauersport, Stressbewältigungsmaßnahmen und Entspannungstechniken die Anfallshäufigkeit bei sowohl Spannungskopfschmerzen als auch Migräne senken ließe, ebenso wie die damit einhergehende Häufigkeit der Medikamenteneinnahme. Leider würden aber gerade diese langfristigen Maßnahmen oft nicht konsequent umgesetzt. Diener erklärt dazu: „Diese Verfahren zeigen erst langfristig Wirkung, aber auch in der Akutsituation gibt es eine Alternative für Schmerztabletten: Vielen Menschen mit Spannungskopfschmerzen hilft es, wenn sie großflächig auf Nacken und Schläfen Pfefferminzöl auftragen.“

Am wichtigsten sei es in diesem Zusammenhang, den Teufelskreis zu vermeiden, der sich ergeben kann, wenn Schmerzmedikamente an mehr als 10 Tagen pro Monat eingenommen werden.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (2019): Kopfschmerztag am 5. September: Oft helfen auch „sanfte“ Methoden. In: dgn.org.

Häufige Patientenfragen

Muss ich mit Spannungskopfschmerzen zum Arzt gehen oder kann ich sie selbst behandeln?

Dr. Dr. T. Weigl
Gelegentlich auftretende Spannungskopfschmerzen können meist selbst mit entsprechenden Schmerzmitteln wie Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden. In geringen Dosen sind diese frei verkäuflich in der Apotheke zu erhalten. Um jedoch die genauen Ursachen abzuklären und andere Krankheiten auszuschließen, empfiehlt sich bei vermehrt auftretenden Kopfschmerzattacken eine ärztliche Untersuchung.

Können Spannungskopfschmerzen Anzeichen für eine andere Krankheit sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Handelt es sich wirklich um Spannungskopfschmerzen, so sind sie kein Anzeichen weiterer Erkrankungen.

Wie kann ich Spannungskopfschmerzen vorbeugen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie können versuchen, die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren, indem sie bspw. regelmäßig (etwa 2–3 Mal pro Woche) leichten Ausdauersport wie Laufen oder Radfahren betreiben oder Entspannungsübungen machen. Chronischen Spannungskopfschmerzen lässt sich am besten mit dem Antidepressivum Amitriptylin vorbeugen. Selten hat dieser Wirkstoff aber Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Gewichtszunahme oder Mundtrockenheit.

Warum darf ich nicht zu lange Medikamente gegen die Schmerzen einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Abgesehen von den möglichen Medikamenten-Nebenwirkungen kann es zu einem sogenannten medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz kommen. Das bedeutet, dass sich die Kopfschmerzen durch zu viele Medikamente sogar verschlechtern können. Als Faustregel können Sie bspw. festhalten: Nehmen Sie Medikamente gegen die Kopfschmerzen nicht öfter als 10 Tage im Monat und nicht mehr als 3 Tage am Stück. Wenn es trotzdem so weit kommt, dass Sie durch die Medikamente Kopfschmerzen bekommen, dann müssen Sie für 14 Tage auf die Schmerzmittel verzichten. Ungefähr 4 von 5 Patienten berichten dann wieder von einer Besserung.

Muss man Spannungskopfschmerzen behandeln?

Dr. Dr. T. Weigl
In den allermeisten Fällen können und sollten Spannungskopfschmerzen behandelt werden. Dies geht meist unkompliziert durch Schmerztabletten oder eine Veränderung der Lebensweise, um z. B. Muskelverspannungen vorzubeugen. Die Behandlung kann sich aber auch umfangreicher gestalten, wenn ggfs. emotionaler Stress der Auslöser ist. Schmerztabletten bekämpfen zwar den Schmerz, in dem Fall aber nicht die Ursache. Um eine dauerhafte Linderung zu erreichen und weiteren Kopfschmerzen vorzubeugen, müssen zusätzlich andere Maßnahmen ergriffen werden (Stressbewältigungstraining, u. ä.). Dies betrifft vor allem Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen.

Nach einer erneuten Auseinandersetzung mit seinem Chef verbringt Georg das Wochenende mit seinen Kollegen, Bier und zu vielen Zigaretten. Als er am Sonntag Morgen aufwacht, spürt er einen immensen Druck im Kopf. Der Nacken schmerzt, der Kiefer tut weh. Nach einer Dusche und einer großen Tasse Tee kriechen die Schmerzen langsam vom Nacken über den Kopf bis hin zu den Augen. Alles, was jetzt noch zu helfen scheint, sind eine Kopfschmerztablette und frische Luft, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Georg nutzt den restlichen Sonntag und das gute Wetter, um eine Runde joggen zu gehen, was sowohl seinem Kopf als auch dem verspannten Nacken sichtlich guttut. Er beschließt, beim nächsten Abend mit seinen Kollegen auf die Zigaretten zu verzichten und sich von ihnen vor allem einen Rat einzuholen, wie er die ständigen Auseinandersetzungen mit seinem Vorgesetzten aus der Welt schaffen kann.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Spannungskopfschmerzen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Katharina Mraz, Tobias Möller
Redaktion: Christine Pepersack
Veröffentlicht am: 14.05.2018, zuletzt aktualisiert: 14.11.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Hans-Christoph Diener (2006): Migräne. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Hartmut Göbel (2016): Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Medizin Verlag, Berlin, Heidelberg, New York.
  • Svenja Happe und Stefan Evers (2016): Kopfschmerz & Schlaf. In: Schlaf 1/2016.
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (2018): Spannungskopfschmerzen. In: gesundheitsinformation.de.
  • Wolfram Karges, Sascha Al Dahouk (2009): Innere Medizin …in 5 Tagen. Springer Medizin Verlag, Heidelberg.
  • Matthias Keidel (Hg.) (2006): Kopfschmerz-Management in der Praxis. Georg Thieme Verlag, Stuttgart, New York.
  • Medizinische Datenbank AMBOSS: Spannungskopfschmerz. In: amboss.com.
  • neurologen-und-psychiater-im-netz.org (2019): Bei Spannungskopfschmerzen rezeptfreie Schmerzmittel nicht längerfristig anwenden.
  • Schmerzklinik Kiel: Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen. In: schmerzklinik.de.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]
3 Antworten
  • Luise
    20.12.2018 10:39

    Ich hatte auch immer wieder einen stark verspannten Nacken und daraus resultierende Kopfschmerzen. Ich habe alle möglichen Behandlungen ausprobiert, bin regelmäßig zur Massage gegangen und habe autogenes Training gemacht. Was mir letztlich geholfen hat, war der Besuch in einer Zahnarztpraxis, in der Zähneknirschen festgestellt wurde. Hierin lag die Ursache für meine Probleme.

  • Johannes
    07.02.2019 09:45

    Seit Wochen habe ich starke Kopfschmerzen, die auch schon neurochirurgisch abgeklärt wurden. Die Untersuchungen kamen zu keinem Befund, aber man hatte gleich die Vermutung, dass es ein ungewöhnlich starker Spannungskopfschmerz sein könnte. Das von Ihnen empfohlene Stressbewältigungstraining werde ich vielleicht mal ausprobieren.

  • Nora
    15.10.2019 13:10

    Ich leide seit Monaten ziemlich oft an Kopfschmerzen. Die sind am meisten bifrontale Schmerzen und habe bemerkt, dass wenn ich Sport mache, reduzieren sich die Schmerzen irgendwie. Die Ursache ist mir aber noch nicht klar. Gut zu wissen, dass das mit Stress, Depression und Angststörungen verbunden sein kann. Das kann sein, dass es für mich eine stressige Zeit momentan ist, aber werde bald meinen Arzt kontaktieren.

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