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Das Herz: Motor unseres Kreislaufs – Aufbau, Funktion und mögliche Erkrankungen

„Das Herz treibt lebenswichtige Prozesse im Körper an. Versagt es, versagen wir – 40 Prozent aller Sterbefälle hängen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammen. Am häufigsten betroffen sind wir von Bluthochdruck und der Koronaren Herzkrankheit.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Das Herz bildet sozusagen den Motor unseres Organismus. Es ist dafür verantwortlich, Blut durch unser Kreislaufsystem zu pumpen. Auf diese Weise versorgt es sowohl Organe als auch Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Herz fungiert damit als treibendes Organ, indem es für diesen Transport sorgt. Es ist aber auch die Verbindung zwischen dem Lungen- und dem Körperkreislauf. Unser Herz-Kreislaufsystem kann übrigens auch „trainiert“ werden: Regelmäßige sportliche Betätigung veranlasst das System dazu, sich anzupassen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren. Trotzdem gibt es zahlreiche Erkrankungen, die mit dem Herzen in Verbindung stehen. Dazu zählen die „Volkskrankheit“ Bluthochdruck, die Koronare Herzkrankheit oder die Herzinsuffizienz. Was es mit diesen Erkrankungen auf sich hat, wie das Herz aufgebaut ist und welche Funktionen es im Detail erfüllt, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

„Wenn ihr euren Zeige- und Mittelfinger so auf eine bestimmte Stelle an eurem Unterarm legt …“, sagt Frau Brandt und legt die beiden besagten Finger auf eine Stelle nahe ihres Handgelenks an der Innenseite ihres Unterarms legt, „…dann könnt ihr so ein Pochen verspüren. Das ist euer Puls!“ Neugierig versuchen die Schüler, etwas zu ertasten. Einige schaffen es und machen große Augen, als sie damit anfangen, die Schläge zu zählen, andere brauchen etwas Hilfe, können aber dank Frau Brandts Anleitung auch bald das Pulsieren wahrnehmen. „Bei jedem dieser Schläge, die Ihr spürt, pumpt unser Herz Blut in unseren Kreislauf, um alle wichtigen Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen“, beginnt Frau Brandt ihre Erklärungen zum Thema Herz.

Puls

Was ist das Herz und wo liegt es?

Die Schüler der 7A sollten jetzt die Ohren spitzen. Denn Frau Brandt widmet die heutige Unterrichtsstunde dem Herzen. Das Herz ist sozusagen der „Motor“ unseres Körpers und übernimmt viele lebenswichtige Funktionen, unter anderem die Versorgung von Gewebe und Organen mit Sauerstoff und Nährstoffen. Und das nicht zu knapp: Tagtäglich pumpt das Herz circa 8.000 Liter durch unsere Blutgefäße und zieht sich dafür etwa 100.000 Mal zusammen. Natürlich haben wir nicht so viel Blut im Körper. Es sind nur etwa 5–6 Liter. Aber die zirkulieren dann entsprechend mehr als tausend Mal am Tag durch den Organismus.
Wir finden das muskulöse Hohlorgan mittig in unserem Brustkorb auf unserem Zwerchfell sitzend, innerhalb der sog. Thoraxhöhle. Der untere Pol des Herzens, auch Herzspitze genannt, ist leicht nach links ausgerichtet. Das Herz wird seitlich von unseren Lungenflügeln eingegrenzt, vorne trifft es auf den Brustkorb, hinten auf Speiseröhre, Hauptschlagader sowie Wirbelsäule. Oft hat das Herz in etwa die Größe der Faust seines Besitzers. Sein Gewicht beträgt in der Regel etwa 300–350 Gramm. Bei Sportlern oder Personen mit bestimmten Herzerkrankungen – wenn das Herz also regelmäßig hoher Belastung ausgesetzt ist – kann das Herz durchaus auch größer bzw. schwerer sein und bspw. 500 Gramm wiegen.

Wie ist das Herz aufgebaut?

Dabei ist das Herz noch einmal mehr eingebettet, und zwar in die sogenannte Perikardhöhle. Auch verschiedene Bauchorgane oder die Lunge sind in eine solche Höhle eingebettet. Das Perikard bezeichnet den sogenannten Herzbeutel. Die Perikardhöhle besteht aus zwei gegeneinander verschiebbaren, aufeinander liegenden Blättern, nämlich dem visceralen sowie dem parietalen Perikardblatt. Das viszerale Perikardblatt wird auch Epikard genannt und liegt direkt auf dem Herzen auf. Das parietale Perikardblatt wiederum besteht aus einer Innen- und einer Außenschicht. Die Innenschicht ist serös, was bedeutet, dass sie unser Blutserum enthält. Die Außenschicht ist fibrös, besteht also aus Bindegewebe. Die beiden Blätter gehen ineinander über und sind umgeschlagen, sodass sich – wenn man so will – „Sackgassen“ ergeben. Zwischen den beiden Blättern befindet sich ein dünner Feuchtigkeitsfilm aus etwa 10–15 Millilitern Flüssigkeit, der vom Epikard in die Höhle abgegeben wird. Grundlegend schützt der Herzbeutel das Herz sowohl vor Überdehnung als auch vor Entzündungen.

Ein Aufbau in Schichten

Das Herz selbst ist in drei wesentliche weitere Schichten unterteilt. Von innen nach außen sind dies:

  • Endokard
  • Myokard
  • Epikard

Das Endokard besteht aus Bindegewebe und Endothel. Es kleidet die gesamten Herzinnenflächen aus. Der Begriff Endothel beschreibt die innerste Schicht in Blut- und Lymphgefäßen sowie in den Herzhöhlen. Das Endokard sorgt dafür, dass unser Blutfluss sowohl reibungs- als auch verwirbelungsarm vonstattengehen kann. So kommt es nicht zu Blutgerinnseln.

Mit dem Begriff Myokard beschreibt man den Herzmuskel (von gr.-lat. myocardium). Es stellt die mittlere und auch stärkste Wandschicht des Herzens dar. Diese setzt sich wiederum aus Herzmuskelzellen (sog. ‚Kardiomyozyten‘) zusammen. Das Myokard setzt elektrische Erregungen in koordinierte Muskelbewegungen um, sodass Blut in den Kreislauf transportiert werden kann.

Auf dem Myokard liegt letztlich das Epikard auf. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie den Begriff ein Stück weiter oben schon einmal gelesen haben. Das hier besprochene Epikard stellt nämlich gleichzeitig auch das viszerale Perikardblatt dar. Es ist dafür verantwortlich, eine reibungsarme Oberfläche innerhalb des Herzbeutels zu gewährleisten und ermöglicht elastische Anpassungen, wenn sich das Herzvolumen verändert.

Nicht nur ein Pumpsystem, sondern gleich zwei

Unser Herz wird getrennt durch eine muskulöse Scheidewand. Die Fachbezeichnung dafür ist Septum. Auf diese Weise wird unser Herz in zwei verschiedene Pumpsysteme unterteilt, vereinfacht gesagt in das linke sowie das rechte Herz. Jede dieser Hälften besteht wiederum aus einem Vorhof (dem sog. ‚Atrium‘) und einer Herzkammer (dem sog. ‚Ventrikel‘). Die linke Herzkammer muss das Blut mit erhöhtem Druck durch unseren ganzen Kreislauf pumpen, weshalb sie auch kräftiger ist als die rechte. Das rechte Herz muss nämlich weitaus weniger Druck aufbringen, da sie das Blut „nur“ durch die Lungenstrombahn pumpt.

Damit das Blut nach einem Herzschlag nicht wieder zurückfließen kann, befinden sich zwischen Vorhof und Herzkammer jeweils sogenannte Segelklappen. Diese Einlassventile lassen sich nur in eine Richtung öffnen, und zwar in Richtung Herzkammer.

Beide Herzkammern verfügen über ein großes Blutgefäß, das von ihnen abgeht. Aus der linken Herzkammer geht unsere Körperschlagader, auch bekannt als Aorta oder Hauptschlagader, hervor. Die rechte Herzkammer verfügt über die Lungenarterie (die sog. ‚Pulmonalarterie‘). Dem Namen nach kann man den Gefäßen auch ihre Funktionen zuordnen: Die Körperschlagader befördert Blut in alle Bereiche unseres Körpers, die Lungenarterie befördert das Blut in den Lungenkreislauf hin zur Lunge. Auch hier spielen Klappen wieder eine Rolle, diesmal allerdings sogenannte Taschenklappen. Diese befinden sich zwischen Herzkammer und Körperschlagader bzw. Lungenarterie und sind auch dafür verantwortlich, den Rückfluss des Blutes in die jeweilige Herzkammer zu verhindern.

Gut zu wissen! Das Herzminutenvolumen

Pro „Pump“ befördert unser Herz etwa 70 Milliliter Blut, auf eine Stunde hochgerechnet sind das etwa 300 Liter. In diesem Zusammenhang stößt man sehr oft auf den Ausdruck Herzminutenvolumen. Dieser bezeichnet die Menge Blut, die pro Minute befördert wird.

Versorgung des Herzens

Um effektiv arbeiten zu können, muss auch das Herz selbst versorgt werden, und zwar vor allem mit Sauerstoff und Nährstoffen. Diese erhält es über die sogenannten Herzkranzgefäße, auch bekannt als Koronarien oder Koronar-Arterien. Diese in rechte und linke Herzkranzarterie unterteilten Gefäße entspringen unserer Körperschlagader kurz nach ihrem Austritt aus der linken Herzkammer. Die linke Herzkranzarterie verästelt sich noch einmal. Sie verläuft dann vorne zwischen den Herzkammern sowie um das Herz herum. Auf diese Weise gelangen alle notwendigen Stoffe in die bereits erwähnten Herzmuskelzellen. Dort findet dann der Stoffaustausch statt. Sauerstoffreiches Blut wird hinzugeführt und sauerstoffarmes Blut findet über die sogenannten Koronarvenen seinen Weg zurück in den rechten Vorhof.

Das hört sich alles erst einmal recht kompliziert an, aber vielleicht wird es etwas deutlicher, wenn wir uns unseren Blutkreislauf im Großen und Ganzen im folgenden Kapitel etwas genauer ansehen und seine Funktionalität verstehen.

Wie fließt unser Blut durch den Körper – und warum?

Grundlegend kann man unser Herz-Kreislauf-System in zwei Bereiche unterteilen, und zwar in den großen und den kleinen Blutkreislauf.

Der große Blutkreislauf umfasst alle Gefäße unseres Körpers, die vom Herzen ausgehen und sich im gesamten Gewebe verteilen. Ihren Anfang nehmen die Gefäße in der Körperschlagader, die an der linken Herzkammer austritt. Von ihr gehen an unterschiedlichen Stellen weitere Blutgefäße ab, bspw. in Richtung des Kopfes, der Nieren des Darms oder der Beine. Auf diesem Weg gelangt das Blut an allen Stellen in sogenannte Kapillaren, auch bekannt als Haargefäße. Damit bezeichnet man die kleinsten Gefäße, über die das umliegende Gewebe mit allem versorgt wird, was es braucht. Das ist vor allem Sauerstoff. Bis zu dieser Stelle ist das Blut sauerstoffreich, es fließt durch Arterien und wird daher auch als arterielles Blut bezeichnet.

An diesem Punkt, in den Kapillaren, findet dann der Stoffaustausch statt: Sauerstoffreiches Blut gelangt in das Gewebe, sauerstoffarmes Blut wird wieder dem Blutkreislauf zugeführt. Das sauerstoffarme Blut fließt dann weiter Richtung Herz. Die Gefäße, durch die es fließt, werden jetzt nicht mehr kleiner, sondern immer größer, bis sich das Blut in einem großen Gefäß vor dem Herzen sammelt. Diese zum Herzen zurückführenden Gefäße heißen Venen. Sie transportieren demnach venöses, sauerstoffarmes Blut.

Gut zu wissen! Nicht jede Vene führt sauerstoffarmes Blut

In fast jedem Fall transportieren Arterien sauerstoffreiches und Venen sauerstoffarmes Blut. Blut, das Sauerstoff enthält, ist in der Regel hellrot, während sauerstoffarmes Blut sehr dunkelrot gefärbt ist. Beim Arzt wird in der Regel Blut aus einer Vene entnommen. Die Proben weisen deshalb häufig eine sehr dunkle Rotfärbung auf. Man kann aber nicht per se davon ausgehen, dass eine Arterie sauerstoffreiches und eine Vene sauerstoffarmes Blut mit sich führen. Die Arterien, die vom rechten Herzen zur Lunge führen, enthalten nämlich sauerstoffarmes Blut. Und die Venen, die von der Lunge zurück zum Herzen führen, enthalten sauerstoffreiches Blut.

Das Blut mit Sauerstoff anreichern

Der kleine Blutkreislauf umfasst das Herz, die Lunge sowie die eingebetteten Blutgefäße. Er hat im Wesentlichen die Aufgabe, das Blut aus dem rechten Herzen in die Lunge zu transportieren und es von Kohlensäure (Kohlendioxid, CO2 zu befreien. Kohlensäure fällt im Rahmen des Stoffwechsels an. Kehrt das Blut letztlich wieder zum Linken herzen zurück, beginnt der Kreislauf von Neuem.

Im Grunde ist es so, dass „verbrauchtes“ Blut vor dem rechten Herzen ankommt und dort über den rechten Vorhof in die rechte Herzkammer gelangt. Diese sorgt nun dafür, dass das Blut über die Lungenarterien zur Lunge gelangt. Dort bahnt es sich seinen Weg bis in die kleinsten Blutgefäße der Lungenbläschen (der sog. ‚Alveolen‘). Hier werden Kohlenstoffdioxid und Sauerstoff ausgetauscht. Das Blut ist dann wieder mit Sauerstoff angereichert und folgt seinem Weg dann über die Lungenvenen in den linken Vorhof und in die linke Herzkammer. Letztere befördert das Blut dann wieder in den Körper hinaus.

Der gesamte Blutkreislauf ist sozusagen angetrieben von einem „Motor“ – unserem Herzen. Es sorgt mit täglich etwa 100.000 Schlägen dafür, dass jede lebende Zelle unseres Körpers mit allem versorgt wird, was sie benötigt.

Exkurs: Unser Blut

Herz und Blut sind untrennbar mit einander verbunden. Und beide erfüllen lebenswichtige Aufgaben. Vom Herzen kennen wir die Aufgaben bereits. Aber wie steht es um das Blut? Transportiert es „nur“ Sauerstoff und Nährstoffe?

Tatsächlich bildet das Blutsystem den wichtigsten Transport- und Kommunikationsweg unseres Körpers. Es befördert aber nicht nur die erwähnten Stoffe, sondern auch andere Gase, Hormone, Nährstoffe, Giftstoffe sowie Wärme. Außerdem ist es wesentlicher Bestandteil unserer Immunabwehr und reguliert unseren Säure-Basen-Haushalt. Diese Aufgaben wiederum werden von einzelnen Bestandteilen unseres Blutes übernommen, zu denen Sie im Detail mehr in unserem zugehörigen Artikel lesen können.

Das Blut hat noch mehr Aufgaben. Möchten Sie mehr über den sprichwörtlichen „Lebenssaft“ erfahren? Informieren Sie sich gerne ausgiebig in unserem Artikel „Blut – Aufgaben & Funktion von Blut“.

Dr. Tobias Weigl hat sich auch in einem Video-Beitrag ausgiebig mit dem Thema Blut befasst. Er erklärt darin im Detail, wie das Blut aufgebaut ist und worin seine wichtigen Aufgaben bestehen.

Gibt es Symptome, die möglicherweise durch das Herz verursacht werden? Können sie erste Hinweise auf eine Erkrankung liefern?

Grundsätzlich ist es nicht so leicht, Symptome hervorzuheben, die auf Herzprobleme hinweisen können. Denn sie können beizeiten recht unspezifisch sein und vom jeweiligen Krankheitsbild abhängen. Es existieren aber Beschwerdebilder, bei denen Sie skeptisch werden sollten. Zögern Sie nicht, den Notruf zu kontaktieren, wenn

  • Sie starke Schmerzen über eine Dauer von minimal fünf Minuten im Bereich des Brustkorbs oder direkt hinter dem Brustbein verspüren. (Diese Schmerzen können u. a. auch in Arme, den Oberbauch, den Rücken, den Hals, den Kiefer und zwischen die Schulterblätter ausstrahlen.)
  • Sie ein massives Engegefühl im Bereich des Herzens verspüren. (Möglicherweise ein Hinweis auf einen Herzinfarkt.)
  • Sie unter Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch und Atemnot leiden. (Hierbei handelt es sich um unspezifische Anzeichen, die auch mit anderen Erkrankungen einhergehen können. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, den Notarzt zu rufen, sobald die Beschwerden ein Ausmaß annehmen, das Sie noch nie zuvor erlebt haben.)
  • Sie kaltschweißig sind und Angst verspüren. (Ein Herzinfarkt geht mit einer blassen Gesichtsfarbe und Angstschweiß einher.)

Weitere Symptome stehen mit bestimmten Erkrankungen im Zusammenhang. Daher gehen wir im Folgenden auf einzelne Erkrankungen ein und erläutern deren Beschwerdebilder in Kürze. Für umfangreiche Informationen zu den jeweiligen Krankheitsbildern empfehlen wir, die zugehörigen Artikel zu lesen. Darin erläutern wir im Detail mögliche Ursachen, Beschwerden sowie diagnostische und therapeutische Methoden.

Welche Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es?

Zu den häufigsten Erkrankungen von Herz und Kreislauf gehören Bluthochdruck, die Koronare Herzkrankheit (kurz: KHK), Herzrhythmusstörungen sowie Herzmuskelentzündungen.

Bluthochdruck

Bluthochdruck, der medizinische Fachausdruck ist Hypertonie, ist die mit Abstand häufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung. Etwa 20 Prozent aller Erwachsenen sind bundesweit davon betroffen. Bei dieser Erkrankung ist unser Blutdruck dauerhaft erhöht. Der Blutdruck gibt im Allgemeinen denjenigen Druck an, mit dem Blut durch unseren Gefäßkreislauf gepumpt wird. Besonders im Anfangsstadium macht sich ein erhöhter Blutdruck oft nicht bemerkbar. Allerdings kann schon eine minimale Erhöhung des Blutdrucks auf Dauer Organe schädigen. Man kann einen gewissen Symptomenkomplex eingrenzen, bei dem man Vorsicht walten lassen sollte. Dieser umfasst:

Zum Thema Bluthochdruck haben wir übrigens auch einen detaillierten Beitrag verfasst. Darin informieren wir Sie nicht nur über mögliche Symptome, sondern auch zu Ursachen, Diagnose und Therapie der Erkrankung. Lesen Sie gerne weiter im Artikel „Bluthochdruck (Hypertonie) – Symptome | Diagnose | Therapie“.

Mehr Informationen in diesem Video!

Mit dem Thema Bluthochdruck hat sich Dr. Tobias Weigl auch bereits ausgiebig in Video-Beiträgen befasst. Im nachfolgenden finden sie drei Beiträge, die mit der Erkrankung in Verbindung stehen.

Haben wir alle Bluthochdruck?

Medikamente bei Bluthochdruck

ACE-Hemmer zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzschwäche

Koronare Herzkrankheit

Bei der Koronaren Herzkrankheit lagern sich Fett und Bindegewebe in den Herzkranzgefäßen ab. Diese Gefäße liegen kranzförmig um das Herz und tragen daher auch den Namen Koronargefäß (von lat. coronarius ‚kronenförmig, kranzförmig‘). Aufgrund dieser Ablagerungen kommt es zu Verengungen und möglicherweise sogar zu Verschlüssen ebendieser Gefäße. Das Herzmuskelgewebe kann in der Folge nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Unbehandelt kann dies zum Absterben von Herzmuskelgewebe (sog. ‚Myokardinfarkt‘) und letztlich zum Herztod führen. Deutschlandweit sind etwa 3 Millionen Menschen betroffen.

Gut zu wissen! Terminus bei Ausfall der Terminalarterien

Die Koronararterien, die für die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff verantwortlich sind, werden auch Terminalarterien genannt. Das rührt daher, da es bei einem Ausfall dieser keinen alternativen Kreislauf gibt, der die Versorgung stellvertretend übernehmen könnte.

Das häufigste Symptom der koronaren Herzkrankheit ist ein charakteristischer Brustschmerz samt Engegefühl, in der Medizin bekannt als Angina pectoris. Dieser Schmerz breitet sich in der Regel flächenhaft über den gesamten Brustraum aus und kann auch die Schultern oder den Unterkiefer betreffen.

Es können auch noch weitere, unspezifische Symptome auftreten. Von diesen sind überwiegend Frauen betroffen. Zu diesen Beschwerden zählen:

Mehr Informationen zum Thema Koronare Herzkrankheit können Sie unserem ausführlichen Artikel zum Thema entnehmen. Im Beitrag „Koronare Herzkrankheit – Symptome | Diagnose | Therapie“ gehen wir auf Ursachen, Beschwerden, die Diagnose sowie die Behandlung im Detail ein.

Mehr Informationen in diesem Video!

Im nachfolgenden Video-Beitrag finden Sie das große Herz-Interview mit Dr. Tobias Weigl. Darin erklärt er verständlich den Zusammenhang zwischen Arteriosklerose, Herzinfarkt, Angina Pectoris und der koronaren Herzkrankheit. Außerdem gibt er Ratschläge dazu, wie man sich im Zweifelsverfall verhalten sollte.

Herzrhythmusstörungen

Unter Herzrhythmusstörungen versteht man im Grunde den Umstand, dass Herzschlagfrequenzen vom Normalzustand abweichen. Der sogenannte Sinusrhythmus gibt mit etwa 60–80 Schlägen die Minute diesen Normalzustand vor. Es handelt sich hierbei nicht um eine Erkrankung selbst, sondern um ein Symptom. Es gibt mehrere Situationen, in denen sich unser Herzrhythmus verändert. So steigt er bspw. bei körperlicher Anstrengung oder nach dem Konsum von Alkohol, während er abnimmt, wenn wir schlafen. In der Regel klingt dieser Zustand aber nach kurzer Zeit wieder ab.

Krankhaft werden Herzrhythmusstörungen aber möglicherweise dann, wenn es keinen erkennbaren Grund für ihr Eintreten gibt. Ärztliche Abklärung ist dann vonnöten. Überdies gibt es viele verschiedene Formen der Herzrhythmusstörungen, die nach verschiedenen Unterscheidungskriterien angeführt werden, bspw. nach Entstehungsort oder Auswirkung. In Bezug auf die Auswirkung sind dann vor allem die medizinischen Effekte der Herzrhythmusstörung relevant, bspw. Herzrasen oder verlangsamter Puls.

Je nach Art der Herzrhythmusstörung können sich dann diverse Symptome ergeben. Dazu zählen u. a.:

  • Herzrasen, Herzklopfen, Herzstolpern
  • Schmerzen in der Brust
  • Schwächeanfälle
  • Schwindel
  • Krampfanfälle
  • Ohnmacht
  • Verwirrtheit

Auch zum Thema Herzrhythmusstörungen haben wir einen ausführlichen Artikel für Sie parat. Lesen Sie in „Herzrhythmusstörungen: Woran kann es liegen? – Ursachen, Diagnose & Behandlung“ alles wichtige über eines der häufigsten Herz-Kreislauf-Phänomene nach.

Herzmuskelentzündung

Bei einer Herzmuskelentzündung, in der Fachsprache Myokarditis, entzünden sich, wie der Name andeutet, zunächst die Herzmuskelzellen. Oft passiert dies infolge einer Virusinfektion, seltener durch andere Erreger wie Bakterien oder Pilze. Eine Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts weitet sich dabei auf den Herzmuskel aus und zieht diesen auch in Mitleidenschaft. Oft bemerkt man die Erkrankung selbst zu Beginn gar nicht, da sie keine auffälligen Beschwerden verursacht.

Allerdings kann eine bestehende (auch unbemerkte) Herzmuskelentzündung ein großes Risiko darstellen, vor allem bei körperlicher Anstrengung. Denn diese bedeutet eine größere Belastung für das Herz. Die Folge kann eine Herzinsuffizienz oder im Äußersten sogar ein plötzlicher Herztod sein. Umso wichtiger ist es daher, sich bei akuten Erkrankungen zu schonen und mit körperlicher Aktivität so lange zu warten, bis Symptome wie Fieber, Husten, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen abgeklungen sind. Das gilt auch dann, wenn die akute Infektion nicht mit Fieber einhergeht. Die Grippe ist ein gutes Beispiel für eine Infektion, nach der man sich möglichst noch etwas länger schonen und auf Sport verzichten sollte. Allerdings können sich nach einer solchen Infektion bestimmte Symptome ergeben, die Sie dringend dazu veranlassen sollten, einen Arzt aufzusuchen. Dazu gehören:

Dies sind nämlich Symptome, die auf einen Herzinfarkt hinweisen können!

Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz, umgangssprachlich auch Herzschwäche, beschreibt den Umstand, dass unser Herz nicht mehr dazu imstande ist, seine normale Pump- bzw. Förderleistung zu erbringen. Es kann dann gleichzeitig möglicherweise zu einem Blutstau in den Venen kommen, was diverse Beschwerden zur Folge haben kann, unter anderem Flüssigkeitseinlagerungen oder Luftnot.

Die Herzinsuffizienz wird gemäß ihrer Schwere in vier verschiedene Stadien unterteilt:

  • In Stadium I besteht zwar eine Herzerkrankung, diese verursacht aber keinerlei Beschwerden. Das Herzminutenvolumen bleibt normal.
  • Stadium II ist dann gekennzeichnet durch Beschwerden, die sich bei mittelschwerer Belastung (z. B. zwei Stockwerke Treppensteigen) ergeben. Das Herzminutenvolumen ist bei leichter Belastung ausreichend.
  • In Stadium III stellen sich Beschwerden wie Luftnot und Erschöpfung schon bei leichter Belastung (möglicherweise schon bei ebenem Gehen) ein. Das Herzminutenvolumen ist bei Belastung reduziert.
  • Stadium IV zeichnet sich durch Beschwerden selbst im Ruhezustand aus. Auch das Herzminutenvolumen ist dann bereits in Ruhe eingeschränkt.

Verursacht werden kann eine Herzschwäche durch viele verschiedene Faktoren. Dazu gehören vor allem Funktionsstörungen der Herzkammern (bspw. durch koronare Herzkrankheit oder Herzinfarkt) und Herzrhythmusstörungen, aber auch seltenere Ursachen wie Erkrankungen der Herzmuskulatur oder ein Calciummangel. Zu den Beschwerden einer Herzinsuffizienz zählen einige allgemeine Symptome wie:

Links- und Rechtsherzinsuffizienz

Da man die Erkrankung überdies in eine Links- bzw. Rechtsherzinsuffizienz unterteilt, ergeben sich für die jeweiligen Seiten noch einmal weitere Symptomenkomplexe.

Mögliche Symptome einer Linksherzinsuffizienz sind:

  • erschwerte Atmung, schon im liegenden Zustand
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Hustenanfälle in der Nacht
  • Flüssigkeitsansammlungen im Raum zwischen Lunge und Brustwand
  • Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge (Lungenödeme)
  • blutig gefärbter Auswurf
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Verwirrtheit
  • Schwächegefühl
  • Leistungsabnahme

Eine Rechtsherzinsuffizienz ist indes möglicherweise durch die folgenden Beschwerden gekennzeichnet:

  • erhöhter Blutdruck
  • Flüssigkeitsansammlungen im Raum zwischen Zellen, Gewebe und Organen
  • Beinödeme
  • vermehrtes Wasserlassen in der Nacht
  • Flüssigkeitsansammlungen im Bauchfellraum (sog. ‚Aszites‘)
  • Gelbsucht (da auch die Leber in Mitleidenschaft gezogen werden kann)
  • Halsvenen werden sichtbar
  • Stauungen in Venen (diese können verschiedene Organe beeinflussen, bspw. den Magen, und dann u. a. Übelkeit oder Appetitlosigkeit verursachen)

Wenn Sie mehr über das Thema Herzinsuffizienz erfahren wollen, empfehlen wir die Lektüre unseres Artikels „Chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – Wenn das Herz nicht mehr ausreichend pumpt“.

Mehr Informationen in diesem Video!

Dr. Tobias Weigl hat sich auch in einem Video ausgiebig mit dem Thema befasst. Darin erklärt er grundlegende Zusammenhänge zur Entstehung und Behandlung einer Herzschwäche.

Weitere Krankheitsbilder

Zu den anderen Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Herzen zählen bspw. Herzklappenerkrankungen, bei denen die erwähnten Klappen nicht mehr richtig schließen oder verengt sind. Das stört den Blutfluss. Weiterhin existieren die sogenannten Kardiomyopathien, bei denen es sich um eine Gruppe von Erkrankungen handelt, die muskuläre Dysfunktionen des Herzens umfassen. Ebenso ist es möglich, an der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit zu erkranken. Dabei sind unsere Arterien im Bereich der Arme sowie Beine verengt, sodass sie nur unzureichend durchblutet werden.

Von Geburt an Probleme mit dem Herzen

An dieser Stelle sollen auch einmal in Kürze angeborene Herzfehler Erwähnung finden. Denn jährlich kommen etwa 6.000 Neugeborene (etwa jedes 100. Baby) mit einer solchen Fehlbildung auf die Welt. Mittlerweile hat der medizinische Fortschritt dazu geführt, dass diese auch das Erwachsenenalter erreichen können – und das in 9 von 10 Fällen. Mit dem Überbegriff „angeborene Herzfehler“ bezeichnet man viele Fehlbildungen des Herzens sowie der Blutgefäße, die vom Herzen ausgehen. Am häufigsten ist bundesweit der sogenannte Ventrikelseptumdefekt, bei dem das Septum, das die beiden Herzseiten normalerweise voneinander trennt, zwischen den Herzkammern ein Loch aufweist. Diese Löcher können sich auch im Bereich zwischen den Vorhöfen, an Engstellen der Körperschlagader oder an den Herzklappen ergeben. Grundsätzlich führen viele angeborene Herzfehler dazu, dass das Blut nicht so fließt, wie es soll.

Wie Sie sehen, ist das Feld der möglichen Herz-Kreislauferkrankungen mannigfaltig. Daher soll es auch an dieser Stelle nicht in Gänze dargestellt werden. Es ist immer wichtig, Beschwerden ernst zu nehmen und sich besser früh als spät untersuchen zu lassen. Aber welcher Arzt befasst sich speziell mit dem Thema Herz? Dazu erfahren Sie im nachfolgenden Kapitel mehr.

Achtung!

Unterschätzen Sie Herz-Kreislauferkrankungen nicht! In Deutschland sind Sie die führende Todesursache – etwa 40 Prozent aller Sterbefälle sind auf eine Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems zurückzuführen. Scheuen Sie also nicht davor zurück, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Dr. Tobias Weigl stellt Ihnen im folgenden Video ein Ampelsystem für Herzrisiken vor. Damit können Sie das eigene Risiko für eine Herzinsuffizienz einschätzen. Zudem lernen Sie, welche Anzeichen auf das Vorliegen der Erkrankung hindeuten.

Das Herz auf einen Blick

  • das Herz wiegt etwa 300–350 Gramm, bei Menschen, die regelmäßig hoher Belastung ausgesetzt sind, sind sogar 500 Gramm möglich
  • es ist der „Motor“ unseres Körpers → tagtäglich pumpt das Herz etwa 8.000 bis 10.000 Liter Blut und zieht sich dafür etwa 100.000 Mal zusammen

Aufbau

  • das Herz liegt mittig innerhalb unseres Brustkorbs und sitzt auf dem Zwerchfell, rechts und links wird es von den Lungenflügeln eingegrenzt
  • die Herzspitze (der untere Pol) ist leicht nach links ausgerichtet
  • das Herz ist noch einmal in die Perikardhöhle „eingepackt“. Das gibt Schutz vor Überdehnung und Entzündung
  • von innen nach außen ist das Herz in die drei Schichten Endokard, Myokard und Epikard unterteilt
  • weiterhin ist das Herz in eine linke und eine rechte Seite unterteilt, und zwar durch das sogenannte Septum
  • jede Seite verfügt über einen Vorhof und eine Herzkammer
  • aus der linken Kammer geht die Körperschlagader (sog. ‚Aorta‘) ab, aus der rechten die Lungenarterie (sog. ‚Pulmonalarterie‘)
  • die sogenannten Herzkranzgefäße versorgen das Herz selbst mit Sauerstoff und Nährstoffen

Aufgaben

  • etwa 60–80 Herzschläge pro Minute
  • so garantiert das Herz die Versorgung aller Organe und allen Gewebes in unserem Körper mit Blut und entsprechend mit Sauerstoff und Nährstoff
  • es betreibt also die Blutkreisläufe und veranlasst demnach den Stoffaustausch im Körper
Litten oder leiden Sie an einer Herz-Kreislauferkrankung? Wenn ja, um was für eine Erkrankung handelt es sich dabei? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Beschwerden besser einschätzen zu können. Außerdem können wir unsere Inhalte dann besser auf Ihre Bedürfnisse anpassen.

Wer behandelt Herz-Kreislauferkrankungen?

In der Regel werden Herz-Kreislauferkrankungen von einem Kardiologen behandelt. Dabei handelt es sich um einen Facharzt der Inneren Medizin, also einen Internisten, mit einer Spezialisierung auf Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Erforschung des Herz-Kreislauf-Systems. Der Arbeitsbereich des Kardiologen umfasst demnach alle Erkrankungen, die mit dem Herz-Kreislauf-System in Verbindung stehen und kann in Teilen sogar noch darüber hinausgehen, da sich diverse Krankheitsbilder mit anderen Fachbereichen überschneiden. Dem Kardiologen stehen für die Diagnose neben den bekannten Instrumenten (bspw. dem Stethoskop) noch weitere Methoden zur Verfügung, mit denen er die Herzfunktion seiner Patienten untersuchen kann. Seine Einschätzung bestimmt letztlich die diagnostischen sowie die therapeutischen Schritte bei Herzerkrankungen.

Wenn Sie sich im Detail über die Arbeit eines Kardiologen informieren möchten, werfen Sie gerne einmal einen Blick in unseren umfassenden Artikel „Was macht ein Kardiologe? Medizin des Herzens und des Kreislaufs (Kardiologie)“.

Mehr Informationen in diesem Video!

Dr. Tobias Weigl hat sich passend zum Thema gemeinsam mit dem Kardiologen Dr. Stefan Waller, auch bekannt als Dr. Heart, ausgetauscht. In diesem reden die beiden Ärzte verständlich über die Arbeit eines Kardiologen – und zum Schluss gibt Dr. Heart noch drei Tipps für die eigene Herzgesundheit.

Aktuelle Forschung: Die Genetik angeborener Herzfehler

Etwa 1 Prozent der Neugeborenen kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt – die Gene spielen dabei eine große Rolle. Deutsche Forscher konnten jüngst zeigen, dass ein angeborener Herzfehler seinen Ursprung in mehreren Genen hat. Überdies stellten sie dar, wie die Veränderungen der Gene zusammenwirken. Seine Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam Anfang 2019 in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

Gegenstand der Untersuchung war eine 19 Mitglieder zählende Familie, in der 12 Personen eine bestimmte Genveränderung aufweisen. Die Familienmitglieder haben unterschiedlich schwere Herzfehler, darunter bspw. den atrioventrikulären Septumdefekt oder die Ebstein-Anomalie. Fehlbildungen des Herzens gehen meist auf viele verschiedene Gene zurück. Nur selten ist eine Mutation eines einzelnen Gens für die Entstehung einer solchen Erkrankung verantwortlich. Es wird vielmehr vermutet, dass viele angeborene Herzerkrankungen auf gleichzeitige Mutationen in verschiedenen Genen zurückzuführen sind. In ihrer Studie versuchten die Forscher deshalb, mehr über das Zusammenspiel dieser multiplen Mutationen herauszufinden.

Bei insgesamt 12 der 19 Familienmitglieder konnte eine Mutation im Gen BMPR1A auf Chromosom 10 festgestellt werden. Mit dieser Mutation geht eine weitere, bis dato unbekannte Mutation im Bereich von Chromosom 1 einher. Dies führt letztlich zur Entstehung der Fehlbildungen.

Studie eröffnet Möglichkeiten

BMPR1A ist ein Rezeptorprotein, das an der Übertragung chemischer Signale von der Zellmembran zum Zellkern beteiligt ist. Es ist demnach mitverantwortlich für das Zellwachstum und ihre Teilung. Die Forscher modellierten die oben erwähnten Genveränderungen im Zebrafisch. So konnten sie letztlich zeigen, dass drei wichtige Dinge mit der Mutation von BMPR1A in Verbindung stehen, nämlich:

  • Entwicklung kleinerer Herzklappen
  • Herabregulation des Signalwegs, der wichtig für die Herzentwicklung ist
  • Gewebswucherungen an den Herzklappen

Jetzt kann untersucht werden, wie BMPR1A und andere mögliche Gene im Bereich von Chromosom 1 miteinander interagieren, um auch komplexere genetische Ursachen für Herzfehlbildungen ausmachen zu können.

Quelle: Salim Abdelilah-Seyfreid u. a. (2019): A familiar congenital heart disease with a possible multigenic origin involving a mutation in BMPR1A. In: Scientific Reports 9.

Häufige Patientenfragen

Ist Übergewicht gefährlich für das Herz-Kreislauf-System?

Dr. T. Weigl:
Ja, das ist es. Sogar schon geringes Übergewicht fördert das Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall. In Zusammenhang mit anderen Risikofaktoren entfaltet das Übergewicht aber seinen negativen Einfluss, als Teil des sogenannten metabolischen Syndroms. Dieses umfasst die vier Faktoren Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulinresistenz und veränderte Blutfettwerte. Diese Faktoren fungieren in einem Wechselspiel, beeinflussen sich gegenseitig und können letztlich zur Ablagerung von Kalk, Fett, Bindegewebe usw. (sog. ‚Arteriosklerose‘) führen. Das wiederum kann viele gefährliche Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zur Folge haben.

Gemeinsam mit Dr. Stefan Waller alias Dr. Heart gehe ich in dem folgend Video den Folgen von Übergewicht auf den Grund, einmal aus der Sicht eines Kardiologen und einmal aus schmerztherapeutischer Perspektive.

Was sind ACE-Hemmer?

Dr. T. Weigl:
ACE (von engl. angiotensin converting enzyme) beschreibt ein Enzym, mithilfe dessen das Hormon Angiotensin I zu Angiotensin II umgewandelt wird. Angiotensin II sorgt in unserem Körper unter anderem dafür, dass Bluthochdruck entsteht, da es unsere Gefäße verengt. Ein ACE-Hemmer ist ein Medikament, das die Umwandlung verhindert, sodass kein blutdruckerhöhendes Angiotensin II entsteht. Wie Sie vielleicht schon erahnen können, kommen diese Medikamente vor allem bei Bluthochdruck, aber auch zur Behandlung von Herzinsuffizienz zum Einsatz. Gängige Wirkstoffe sind Ramipril, Enalapril oder Lisinopril.

In meinem Video-Beitrag zum Thema gehe Ich übrigens noch detaillierter auf diese sehr häufig verschriebenen Medikamente ein und erkläre noch einmal bildlich ihre Wirkweise.

Was soll ich machen, wenn ich starke Schmerzen im Bereich des Brustkorbs bzw. direkt hinter dem Brustbein habe?

Dr. T. Weigl:
Zögern Sie nicht, den Notruf zu wählen, wenn diese Schmerzen länger als 5 Minuten anhalten – es könnte sich um einen Herzinfarkt handeln. Sie sollten außerdem auch dann den Notruf wählen, wenn Sie ein massives Engegefühl in der Brust verspüren und sie kalt schwitzen und blass werden. Außerdem können auch unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch und Atemnot auf einen Herzinfarkt hinweisen. Wenn Sie diese in einer noch nie zuvor wahrgenommenen Intensität erleben, sollten Sie auch nicht zögern, den Notarzt zu rufen.

Am Ende der Unterrichtsstunde blickt Frau Brandt in ein paar scheinbar aufgeklärte Gesichter, andere Schüler vermitteln den Eindruck, weniger von ihren Ausführungen über die beiden Blutkreisläufe verstanden zu haben. „Wenn ihr jetzt noch nicht alles auf Anhieb verstanden habt über den Sauerstoff-Transport in unserem Körper …“, sagt Frau Brandt und verweist mit ihrer Hand noch einmal auf das Tafelbild mit blauer und roter Kreide, „… macht euch nichts draus. Wir reden darüber noch einmal ausgiebig nächste Woche, dann auch im Detail. Dann zeige ich euch die Stellen, an denen der bereits angesprochene Stoffaustausch stattfindet, wo also unser Blut den Sauerstoff abgibt und mit diesem angereichert wird.“ Frau Brandt schaut auf die Uhr im Klassenraum, stellt fest, dass es bereits 9.34 Uhr ist und hört einige kleine Momente später auch schon die Schulglocke. „Eine Sekunde“, ruft sie in die Klasse, die schon ganz hibbelig wird, weil sie nicht pünktlich in die Pause entlassen wird. „Als Hausaufgabe lest Ihr bitte Seite 341 in eurem Buch. Dort findet Ihr wichtige Informationen zum grundlegenden Aufbau des Herzens. Wir schauen dann nächste Woche mal, was Ihr alles behalten habt. Und jetzt viel Spaß beim Tischtennis spielen!“

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Autoren: Tobias Möller, Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 14.04.2019

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