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Schuheinlagen – wann braucht man sie und worauf müssen Sie achten?

Auf einen Blick – Schuheinlagen

Was sind Schuheinlagen?

  • sie korrigieren v. a. Fußfehlstellungen
  • sie werden in die Schuhe eingelegt
  • angefertigt von Orthopädietechniker*innen

Wann benötige ich Schuheinlagen?

  • Fußfehlstellungen verursachen Schmerzen
  • diabetisches Fußsyndrom
  • möglicherweise bei neurologischen Erkrankungen

Was sind Symptome von Fußfehlstellungen? (Auszug)

  • die Fußanatomie verändert sich teils deutlich sichtbar
  • Schmerzen bei Bewegungen oder Belastungen des Fußes
  • der eigene Gang wird unsicherer

Tipps für gesunde Füße (Auswahl)

  • tragen Sie verschiedene Paar Schuhe
  • machen Sie regelmäßig Fußbäder
  • laufen Sie bei Gelegenheit barfuß

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

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Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Orthopädische Schuheinlagen sind in Deutschland mittlerweile keine Seltenheit mehr, ganz im Gegenteil: 2019 haben hierzulande rund 12 Millionen Menschen orthopädische Schuheinlagen getragen – das sind 19 % der Gesamtbevölkerung. Und nicht nur das: Schuheinlagen sind das am häufigsten eingesetzte medizinische Hilfsmittel in Deutschland. Der Grund für den Einsatz von Schuheinlagen sind meistens (leichte) Fußfehlstellungen, die in vielen Fällen durch unpassendes, v. a. zu enges Schuhwerk, verursacht werden. Die Bedeutung von Schuheinlagen dürfte in den nächsten Jahren weiter steigen, da hierzulande rund 60 % der Erwachsenen von Fußfehlstellungen betroffen sind.

Die häufigste Ursache für orthopädische Schuheinlagen sind Schmerzen, die bedingt durch die Fußfehlstellung entstehen. Diese Fehlstellungen können sich auf Dauer auch auf andere Körperbereiche, etwa den Rücken, negativ auswirken, indem sie weitere Fehlhaltungen verursachen. In den meisten Fällen lassen sich diese Probleme aber mit den Schuheinlagen leicht und kostengünstig beheben.

Im folgenden Artikel erläutern wir Ihnen, was Schuheinlagen überhaupt sind, wann Sie Schuheinlagen brauchen, welche es gibt und wie Sie selbst Ihre Füße gesund halten können.

Was sind Schuheinlagen und wann brauche ich sie?

Einlagen – genauer gesagt orthopädische Schuheinlagen – sind ein medizinisches Hilfsmittel, mit dem Fußleiden bzw. Fehlstellungen des Fußes korrigiert werden können. Sie werden in der Regel im Sanitätshaus individuell für die Patient*innen nach Maß angefertigt. Nach der Anfertigung können diese Einlagen problemlos in die (meisten) Alltagsschuhe gelegt werden und fallen nicht weiter auf. Schuheinlagen werden größtenteils aufgrund ärztlicher Verordnung getragen. Aber auch ohne Rezept ist es möglich, Schuheinlagen anfertigen zu lassen.

Meistens werden sie benötigt, weil Betroffene Schmerzen beim Gehen oder Laufen haben. Dabei dauert es oft Jahre, bis der Arzt/die Ärztin aufgesucht wird, obwohl es bereits zu Schmerzen kommt oder Druckstellen auftreten. Diese Schmerzen bzw. Druckstellen hängen häufig damit zusammen, dass wir unsere Füße oft jahrelang in zu kleine oder zu enge Schuhe quetschen – oft aus ästhetischen Gründen.

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Welche Arten von Schuheinlagen gibt es?

Welche Einlagen die richtigen für Sie sind, hängt ganz davon ab, welche Erkrankungen bzw. Fehlstellungen des Fußes zu Ihren Schmerzen führen. Die hier aufgeführten Schuheinlagen werden mit am häufigsten verwendet.

  • Korrigierende Einlagen: Mit diesen Einlagen werden leichte Fehlstellungen korrigiert, z. B. der Knick-Senkfuß.
  • Stützende Einlagen: Diese Einlagen werden am häufigsten verwendet. Sie entlasten und stützen bestimmte Fußregionen und verbessern damit auch das Abrollverhalten des Fußes. Dies kommt auch dem eigenen Gang und der Körperhaltung zugute. Stützende Einlagen werden z. B. beim Knick-Senk-Fuß oder Spreizfuß verwendet.
  • Bettende Einlagen: Füße, die empfindlich oder verletzungsgefährdet sind, bedürfen einer bettenden Einlage. Das kann z. B. bei diabetischen Füßen oder rheumatischen Erkrankungen der Fall sein. Durch Schaumstoff wird der Druck beim Auftreten entsprechend verteilt, sodass die schmerzempfindlichen Regionen so gut wie möglich geschützt werden.
  • Einlagen für das diabetische Fußsyndrom: Diese Einlagen dürfen nur in dem dafür vorgesehen und bearbeiteten Schuh getragen werden. Sie stützen die belastbaren Bereiche der Fußsohle ab und betten verletzungsgefährdete Bereiche. So möchte man verhindern, dass sich womöglich bspw. Geschwüre bilden, die aufgrund diabetischer Nervenschädigungen spät bemerkt werden.
  • Sensomotorische Einlagen: Diese kommen bei Fehlstellungen zum Einsatz, die neurologisch bedingt sind. Besonders an diesen Einlagen sind spezielle Druckpolster, die die Sinneszellen stimulieren, die für die körpereigene Tiefenwahrnehmung zuständig sind. Über diese Reize weiß das Gehirn, wo unser Körper sich im Raum befindet. Mögliche Erkrankungen, die solche Einlagen erforderlich machen, können bspw. Morbus Parkinson oder auch Multiple Sklerose sein.

Unterschiede gibt es auch bei den verwendeten Werkstoffen. Möglich sind, je nach den spezifischen Erfordernissen, Weichschäume, Kork, Leder, Kunststoffe oder sogar Metall. Orthopädisch gesehen unterscheidet man dabei zwischen starren, halbstarren und weichen Materialien. Oft wählen die Orthopädietechniker*innen den Werkstoff aus, falls es keine genauen Vorgaben gibt.

Exkurs: Der diabetische Fuß

Der sog. diabetische Fuß kann als Komplikation durch die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus entstehen und wird auch ‚Diabetisches Fußsyndrom‘ genannt – dieses betrifft v. a. Typ-2-Diabetiker. Das Blut wird am sogenannten Kapillarbett vorbeigeführt, es findet aber kein Gasaustausch mehr statt, sodass die Füße nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt werden. Außerdem kommt es bei Diabetes möglicherweise zu einer Nervenschädigung, der sogenannten diabetischen Polyneuropathie, was auch die Nervenzellen der Füße in Mitleidenschaft zieht, sodass an den Füßen keine Schmerzreize mehr wahrgenommen werden. Daraus ergibt sich, dass Betroffene kaum Schmerzen spüren und sie für die Entstehung von Druckgeschwüren oder auch Infektionen anfälliger werden, da derlei Umstände spät bemerkt werden.

Wenn Sie mehr über diese gefährliche Komplikation erfahren wollen, schauen Sie sich gerne den folgenden YouTube-Beitrag zum Thema an.

Diabetes und die Folgen: Nervenschäden, Durchblutungsstörungen, Diabetischer Fuß, Polyneuropathie

Wer kann von Fußfehlstellungen betroffen sein?

Grundsätzlich kann jeder von Fußfehlstellungen betroffen sein. Tatsächlich leiden in Deutschland bereits ca. 60 % der Erwachsenen unter Fußfehlstellungen. Das hängt v. a. damit zusammen, dass wir Menschen natürlicherweise keine Schuhe tragen. Gerade unsere Zehen haben in Schuhen so gesehen zu wenig Platz. Doch auch unser Fußgewölbe leidet darunter. Besonders Frauen, die häufig hohe Absätze tragen, haben auf Dauer oft Probleme mit Fußfehlstellungen.

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Gleichzeitig ist als weiterer Grund zu nennen, dass wir bei unserer Körperpflege eher unsere Hände und unser Gesicht in den Vordergrund rücken – unsere Füße vernachlässigen wir allerdings oftmals sträflich. Die häufigsten Fußdeformitäten sind der Spreiz-, Senk- oder Plattfuß.

Was sind Symptome von Fußfehlstellungen?

Mögliche Symptome von Fußfehlstellungen können u. a. sein:

  • Fußanatomie verändert sich teils deutlich sichtbar
  • Schmerzen bei Bewegungen oder Belastungen des Fußes
  • der eigene Gang wird unsicherer
  • Bewegungsfähigkeit des Fußes ist eingeschränkt
  • Muskelverspannungen
  • Deformierungen der Zehen – dies kann sehr häufig bei Frauen beobachtet werden
  • Schwielen oder Druckgeschwüre am Fuß

Langfristig gesehen können Fußfehlstellungen zu Fehlhaltungen im Bereich der Knie, der Hüfte oder sogar der Wirbelsäule führen und dadurch die Lebensqualität massiv einschränken.

„Mein Tipp: Nutzen Sie mehrere Paar Schuhe und zwei verschiedene Einlagen. Somit wird Ihr Fuß immer wieder anders belastet und gewöhnt sich nicht an eine Haltung. Das beugt Schmerzen vor!“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Worauf muss ich bei orthopädischen Schuheinlagen achten?

Es ist völlig normal, dass Sie die ersten 1–3 Tage möglicherweise ein ungewohntes Druckgefühl spüren. Ihre Füße müssen sich schließlich erst an die neue Haltung gewöhnen. Nach wenigen Tagen sollte dies aber kein Problem mehr sein. Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie Ihre Einlagen konsequent tragen, also am besten jeden Tag.

Achtung!
Wenn die Eingewöhnungsschmerzen eine längere Zeitspanne anhalten, sollten Sie Ihren Orthopäden bzw. ihre Orthopädin aufsuchen – u. U. ist bei der Herstellung ein Fehler passiert oder die Ursachen Ihrer Schmerzen liegen woanders.

Empfehlenswert ist, Schuhe zu tragen, bei denen die Sohle problemlos herausgenommen werden kann und genug Platz für die Schuheinlagen ist. Enge Damenschuhe und Sandalen eignen sich nicht für Schuheinlagen. Grundsätzlich ist es wichtig, möglichst bequeme Schuhe zu tragen, bei denen Ihre Füße ausreichend Platz haben – die Orthopädieschuhtechniker*innen können nur sehr bedingt Rücksicht auf bevorzugte Schuhmodelle nehmen, da Ihre Fußgesundheit im Vordergrund steht. Zudem müssen die Einlagen fest im Schuh liegen und sollten nicht rutschen. Daher kann es ratsam sein, die Schuhe, die Sie regelmäßig tragen, mit zum Sanitätshaus zu bringen, um die Schuheinlagen vor Ort testen zu können. Bei Bedarf können dann noch Anpassungen vorgenommen werden.

Bei Menschen mit dem diabetischen Fußsyndrom ist es wichtig, dass sie Ihre Füße gerade nach Erhalt der Schuheinlagen regelmäßig auf Verletzungen hin prüfen. Falls Probleme auftauchen, sollten diese rasch behoben werden.

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Was tut der Arzt? – Diagnose einer Fußfehlstellung und Schuheinlagen

In der Regel suchen Sie Ihren Orthopäden/Ihre Orthopädin auf, weil Ihr Fuß plötzlich bei bestimmten Belastungen oder beim Tragen verschiedener Schuhe schmerzt. Sie werden dann dazu befragt, bei welchen Belastungen Probleme auftreten. Wahrscheinlich werden Sie gebeten, Ihre Schuhe auszuziehen und einmal barfuß zu gehen. Ebenso wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihren Fuß abtasten, um mögliche Fehlstellungen zu ertasten.

Lässt sich eine andere Ursache für die Schmerzen ausschließen, liegt höchstwahrscheinlich eine Fehlstellung vor, sodass Ihnen Schuheinlagen verschrieben werden. Damit die Einlagen bei Orthopädieschuhtechniker*innen für Sie hergestellt werden können, braucht es eine Vorlage. Diese Vorlagen werden mit Maß- und Modellverfahren hergestellt, wobei sehr häufig Trittschaum zum Einsatz kommt. Das ist ein mit medizinischem Abdruckschaum gefüllter ‚Schuhkarton‘. Sie treten barfuß mit den Füßen in den Schaum, um einen Abdruck Ihrer Füße zu hinterlassen. Gemeinsam mit dem Rezept, das noch genauere Informationen bzgl. Ihrer Fehlstellung beinhaltet, geben Sie diesen Karton beim Sanitätshaus ab. Meist können Sie dann binnen einer Woche Ihre Einlagen abholen. Andere Möglichkeiten für ein Abbild ihres Fußdrucks sind bspw. elektronische Druckmessungen, Gipsabdrücke oder Trittspuren. Die Wahl der Abmessung hängt z. T. auch davon ab, welches Fußleiden vorliegt. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, dass diese Abnahmen auch im Sanitätshaus selbst durchgeführt werden und nicht in der Arztpraxis.

Kontrolle der Schuheinlagen

Nachdem Sie die Einlagen einige Zeit getragen haben, steht in der Regel ein Kontrollbesuch in der Arztpraxis an, meist nach 3–6 Wochen. Anders ist es bei diabetischen Füßen, bei denen oft direkt geprüft wird, ob die Einlagen passend sind, um Komplikationen zu vermeiden. Ansonsten prüft Ihr Arzt/Ihre Ärztin, ob die Einlagen die gewünschte Wirkung erzielen. Möglicherweise werden Sie darauf hingewiesen, dass Ihre Schuhe für die Einlagen nicht optimal sind, weshalb Sie sich u. U. um neues Schuhwerk bemühen müssten. Falls es Probleme mit den Einlagen gibt, werden ggf. neue angefertigt. Treten die Beschwerden weiterhin auf, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin nach anderen möglichen Ursachen suchen. Wenn die Einlagen ansonsten passend sind, ist die Behandlung damit abgeschlossen. Ein erneuter Besuch z. B. im Sanitätshaus steht dann erst wieder an, wenn Sie neue Einlagen benötigen. Das wird wahrscheinlich 1–2 Male im Jahr der Fall sein.

5 Tipps für gesunde Füße

  • Gehen Sie Barfuß! Nutzen Sie Gelegenheiten, bei denen Sie barfuß gehen können. So haben Ihre Füße die Chance so aufzutreten, wie es die Natur eigentlich vorgesehen hat – nämlich zuerst auf den Zehenballen! Zudem trainiert das Barfußlaufen die Muskulatur der Zehen und des Fußgewölbes.
  • Tragen Sie nicht immer dasselbe Paar Schuhe! Eine gesunde Abwechslung zwischen Absatzschuhen und z. B. Sportschuhen oder Sandalen tut Ihren Füßen gut.
  • Massieren Sie bei Gelegenheit ihre Füße! Wenn Sie sich nicht immer eine professionelle Fußmassage gönnen wollen, dann legen Sie sich Faszienrollen oder Massagebälle zu und massieren Sie Ihre Füße abends beim Fernsehen.
  • Gönnen Sie sich regelmäßig ein Fußbad! Vergessen Sie auch nicht, Ihre Füße einzucremen. So halten Sie sich Bakterien vom Leib, verhindern das Austrocknen der Haut und sorgen für gesunde und weiche Fußnägel.
  • Dehnen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Füße! Das ständige Tragen von Schuhen presst den Fuß in eine ungesunde Form und sorgt so für eine Verkürzung der Sehnen. Entspannen Sie Ihre Fußsohlen, indem Sie Ihre Zehen nach oben dehnen und eine Weile gedehnt halten.

Aktuelle Forschung – Wie wirksam sind Einlagen bei Diabetesfüßen?

Das diabetische Fußsyndrom ist eine mögliche Komplikation der Diabetes-Typ-2-Erkrankung. Dabei kann sich starker Druck auf die Fußsohle – man spricht medizinisch auch von ‚Plantardruck‘ – nachteilig auswirken und u. U. Geschwüre verursachen. Der Nutzen derartiger Schuheinlagen wurde in der Vergangenheit allerdings häufiger angezweifelt. In einer Übersichtsarbeit hat ein Forschungsteam rund um Hrishikesh Korada deshalb nun geprüft, wie wirksam speziell angefertigte Einlagen beim diabetischen Fußsyndrom tatsächlich sind. Hierfür wurden insgesamt 5 bereits durchgeführte Studien analysiert, die bestimmten, vorher festgelegten Kriterien entsprachen.

Die Forscher*innen kommen bei der Auswertung zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Verwendung individueller angepasster Schuheinlagen ganz erheblich den maximalen Plantardruck verringern konnte. Derartige Einlagen seien absolut zu empfehlen, um Komplikationen zu vermeiden und die diabetischen Füße möglichst zu schonen. Wichtig sei aber eine regelmäßige Kontrolle, um mögliche Probleme möglichst früh zu erkennen.

Gleichwohl muss mit Blick auf die Studienlage angemerkt werden, dass die Zahl der ausgewerteten Untersuchungen recht gering war. Die Aussagekraft dieser Übersichtsstudie ist aus unserer Sicht damit etwas eingeschränkt.

Quelle: Hrishikesh Korada u. a. (2020): Effectiveness of customized insoles on maximum plantar pressure in diabetic foot syndrome: A systematic review. In: Diabetes & Metabolic Syndrome 14/5: 1093–1099.

Häufige Patientenfragen

Werden Schuheinlagen von meiner Krankenkasse bezahlt?

Dr. Dr. T. Weigl:
Das hängt von Ihrer Krankenkasse ab. Oft werden aber 1–2 Paar orthopädische Schuheinlagen von den Krankenkassen übernommen. Das gilt allerdings für die Standardausführungen. Bei speziellen Sonderanfertigungen oder Sporteinlagen können Zusatzkosten anfallen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Krankenkasse näher beraten.

Sollte ich meine Einlagen immer tragen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Im Normalfall sollten orthopädische Einlagen immer getragen werden, ja. Die Einlagen sollen entweder – abhängig von der Diagnose – den Druck von schmerzhaften Fußregionen, eine Haltungskorrektur oder eine statische Korrektur des Bewegungsapparats des Fußes bewirken. Wichtig ist aber, dass Sie u. U. die Einlegesohlen Ihrer Schuhe entfernen. Ansonsten kann es für Ihren Fuß unangenehm eng in den Schuhen werden, womöglich passen Ihre Füße auch nicht mehr in die Schuhe.

Wann brauche ich neue orthopädische Einlagen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Das hängt auch davon, wofür Sie diese Einlagen benutzen, also z. B. im Alltag oder für Ihre Sportschuhe. Bei Bedarf kann es für Sie also wichtig sein, sich Einlagen in verschiedenen Ausführungen zu besorgen. Als grobe Orientierung lässt sich aber sagen, dass orthopädische Einlagen nach einem Jahr erneuert werden sollten. Bei intensiver Nutzung kann es sinnvoll sein, diese zwei Mal pro Jahr zu ersetzen. Achten Sie aber darauf, dass u. U. dann Zusatzkosten für Sie anfallen könnten, da die gesetzlichen Krankenkassen meist nur 1–2 Paar orthopädische Einlagen übernehmen.

Worauf muss ich achten, wenn ich mir mit den Einlagen neue Schuhe kaufen will?

Dr. Dr. T. Weigl:
Wenn Sie neue Schuhe kaufen, sollten Sie beim Anprobieren möglichst Ihre Einlagen einlegen – es wäre ärgerlich, wenn Sie die Schuhe kaufen und erst zu Hause feststellen, dass die Einlagen nicht passen. Im Optimalfall kaufen Sie Schuhe, deren Innensohlen Sie problemlos wechseln können. Laufen Sie im Schuhladen einige Male auf und ab, um zu testen, wie sich der Schuh mitsamt Einlage anfühlt. Wenn Sie sich unsicher sind, sollten Sie sich beraten lassen. Kompromisse sollten Sie beim Schuhkauf nicht eingehen! Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass Sie möglichst bequeme Schuhe tragen oder zumindest regelmäßig zwischen 2 Paaren wechseln. So geben Sie Ihren Füßen immer neue Reize, wodurch Sie auch weniger Probleme haben werden, sich an neues Schuhwerk zu gewöhnen.

Verwandte Themen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Schuheinlagen gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über Schuheinlagen erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Sebastian Mittelberg
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 30.08.2021

Quellen

  • René Baumgartner & Bernhard Greitemann (Hg.) (2018): Technische Orthopädie. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflagen. Thieme, Stuttgart.
  • Ernst Chantelau (Hg.) (2010): Diabetische Füße und ihre Schuhversorgung. 2. Auflage. De Gruyter, Berlin/New York.
  • Eurocom e. V. (Hg.) (2021): Nutzen und Wirksamkeit orthopädischer Einlagen: Steigende Lebensqualität durch weniger Schmerz und mehr Mobilität. Ergebnisse der repräsentativen Umfragen des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag vom eurocom e. V., Berlin.
  • Hrishikesh Korada u. a. (2020): Effectiveness of customized insoles on maximum plantar pressure in diabetic foot syndrome: A systematic review. In: Diabetes & Metabolic Syndrome 14/5: 1093–1099.
  • Ulrike Szeimies u. a. (Hg.) (2021): Bildgebende Diagnostik des Fußes und Sprunggelenks. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Thieme, Stuttgart.
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6 Antworten
  • michael metzger
    31.08.2021 01:49

    ….mit dem Thema bin ich komplett durch.
    Laufe seit >11 Jahren ohne Schuhe und meinen Füssen geht es besser den je.
    Keine Fehlstellung und viel mehr Spass beim Laufen, dazu seit >11 Jahren keine echte Erkältung mehr gehabt.
    Die Natur ist halt doch die Beste, was die Praxis angeht, da hält kein Schuhhersteller mit.

  • Nina Hayder
    01.09.2021 14:23

    Ich möchte mir Schuheinlagen kaufen. Gut zu wissen, dass es sogar welche speziell für das diabetische Fußsyndrom gibt. Ich bin davon betroffen, aber mein Arzt hat mir davon noch nie etwas gesagt.

  • Jana
    05.09.2021 11:44

    Danke für den informativen Beitrag zu Schuheinlagen. Ich selber brauche orthopädische Schuheinlagen, da eine Fehlstellung meines Fußes korrigiert werden muss. Ich wusste nicht, dass es Einlagen für das diabetische Fußsyndrom gibt und die aber nur für den vorgesehenen Schuh verwendet werden dürfen!

  • Andreas Lampe
    28.09.2021 08:36

    Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema orthopädische Einlagen. Gut zu wissen, dass bei den ersten Tagen des Tragens sich die Einlagen unangenehm anfühlen können, da der Fuß nicht an die neue Stellung gewöhnt ist. Ist recherchiere gerade zu dem Thema, da ich auch überlege, mir solche Einlagen zu kaufen.

  • Dennis Becker
    12.10.2021 22:28

    Meine Tante hat oft Probleme mit ihren Füßen. Da ist es gut zu wissen, dass gelegentliches Barfußlaufen hilft. Zusätzlich möchte sie sich allerdings einmal von einem professionellen Orthopäden beraten lassen.

  • Sandra Geier
    28.10.2021 12:02

    Danke für diesen Beitrag zum Thema orthopädische Einlagen. Gut zu wissen, dass sie sich die ersten Tage etwas ungewohnt anfühlen und drücken können. Ich bin schon gespannt, ich hole meine ersten Einlagen morgen vom Sanitätshaus ab.

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