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Echinacea-Präparate, die pflanzlichen Erkältungsmittel – Nutzen, Nebenwirkungen und Anwendung

Auf einen Blick – Was ist ein Echinacea-Präparat?

  • pflanzliches Medikament mit dem Extrakt des Sonnenhuts
  • als Tabletten, Saft oder Tee-Zubereitung

Welche Wirkung haben Echinacea-Präparate?

  • (angebliche) Stimulation des Immunsystems bei Anzeichen einer Erkältung

Wann werden Echinacea-Präparate angewendet?

  • zur Vorbeugung von Infekten
  • nur zu Beginn einer Erkältung (Kratzen im Hals, Nasenkribbeln)

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Echinacea-Präparaten?

  • schwache allergische Reaktion: rote und juckende Haut
  • starke allergische Reaktion: starker Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot, Schwäche, Herzrasen, Schwindel

Wann darf man Echinacea-Präparate nicht bekommen?

  • Tuberkulose
  • Multiple Sklerose
  • Chronische Virusinfektionen wie HIV
  • Kinder unter 6 Jahren
  • Schwangere und Stillende

Pflanzliche Medikamente sind in Deutschland beliebt – im Jahr 2018 betrug der Umsatz rezeptfreier pflanzlicher Arzneimittel in den Apotheken rund 1 Milliarde Euro. Echinacea ist ein solches pflanzliches, rezeptfreies Medikament. Wirkstoff ist ein Extrakt aus der Pflanzengattung Sonnenhut (Echinacea) und es wird bei einer beginnenden Erkältung eingesetzt. Echinacea soll bei den ersten Anzeichen eingenommen werden und das Immunsystem aktivieren, sodass Krankheitserreger besser bekämpft werden können. Es gibt jedoch widersprüchliche Studienergebnisse darüber, wie gut und sinnvoll der Einsatz des Arzneimittels wirklich ist. Fakt ist: pflanzlich ist nicht gleichbedeutend mit unbedenklich! Bei einer Allergie gegen Korbblütler-Pflanzen dürfen Echinacea-Präparate beispielsweise nicht eingenommen werden. Welche weiteren Einschränkungen es gibt und wie Sie einer Erkältung sinnvoll vorbeugen können, werden wir Ihnen in diesem Artikel erklären.

Was ist Echinacea?

Echinacea ist eine Pflanzengattung, die im Volksmund auch „Sonnenhut“ genannt wird. Sie stammt aus Nordamerika, erfreut sich mittlerweile aber auch hierzulande wachsender Beliebtheit als Zierpflanze. Die Pflanzen werden bis zu 1,40 m groß. Charakteristisch für sie ist der köpfchenförmige Blütenstand, in dem sich der Pollen befindet: Er sieht aus wie ein kleiner, orange- bis rotgefärbter Igel, weshalb die Blumen auch „Igelköpfe“ genannt werden. Die wohl bekannteste Pflanzenart unter den Echinacea ist der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea).

Echinacea als Heilpflanzen

Echinacea-Pflanzen enthalten eine Reihe an Substanzen wie Kaffeesäuren, Zucker, Alkamide und Glykoproteine. Diese werden als Presssaft, Extrakte und Tinkturen aus allen Teilen der Pflanze gewonnen, jedoch insbesondere aus den Wurzeln. Die Europäische Arzneimittel-Kommission (EMA, European Medicines Agency) kam 2014 zu dem Urteil, dass Echinacea-Substanzen einen positiven Effekt auf den Erkältungsverlauf bei Erwachsenen haben. Sie beurteilte dies anhand von Studien.

Gut zu wissen: Korbblütler
Echinacea-Pflanzen zählen zur Familie der Korbblütler (sog. Asteraceaen). Manche Menschen zeigen allergische Reaktionen, wenn sie in Kontakt mit ihnen kommen. Zählen Sie zu diesen Menschen, sollten Sie diese Pflanzen und auch die Einnahme von Echinacea-Präparaten meiden!

Besser, als eine einsetzende Erkältung mit Medikamenten zu bekämpfen, ist es, sich erst gar zu erkälten. Dafür können Sie selbst proaktiv sorgen. Was Sie beachten müssen und welche Methoden Sie besser meiden sollten, bringt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl im folgenden Video näher:

Erkältung erfolgreich vorbeugen: Mit diesen 7 Tipps kommen Sie sicher durch die Erkältungszeit 👍😀

Welche Wirkung haben Echinacea-Präparate?

Bei einer Erkältung sollen diese Medikamente einer Ausbreitung der Infektion entgegenwirken, indem das Immunsystem angeregt und die Schleimhäute unempfindlicher gegenüber den Erregern gemacht werden. Der Effekt ist dann am größten, wenn die Erkrankung gerade erst einsetzt – wenn also beispielsweise erst ein Kratzen im Hals als „Vorbote“ der Erkältung spürbar ist. Wenig Sinn macht es, das Mittel im bereits immungeschwächten Zustand zu nehmen – nämlich dann, wenn Sie die Erkältung bereits im Griff hat.
„Pflanzliche Mittel sind nicht per se ungefährlich – Echinacea beispielsweise darf nicht bei Allergien gegen Korbblütler, in der Schwangerschaft oder Stillzeit eingenommen werden. — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Was sind die Anwendungsgebiete von Echinacea-Präparaten?

Echinacea-Arzneimittel können Infekten vorbeugen, insbesondere einer Erkältung.

Achtung: vorbeugend bedeutet nicht dauerhaft!
Mit Echinacea-Präparaten soll bei den ersten Anzeichen einer Erkältung deren Ausbreitung verhindert werden. Eine durchgängige Einnahme um einer Erkältung vorzubeugen ist jedoch nicht ratsam! Es ist nämlich nicht nachgewiesen, dass sich Erkältungen so auch wirklich verhindern lassen.

Kinder tragen nach den vorliegenden Studien keinen positiven Nutzen von Echinacea-Präparaten davon. Im Gegenteil: Bei ihnen traten öfter allergische Reaktionen wie Hautausschläge auf als bei Erwachsenen.
Die in Echinacea vorkommenden Vielfachzucker (sog. Polysaccharide) sind für die immunanregende Wirkung verantwortlich. Die ebenfalls enthaltene Cichoriensäure soll diese Wirkung verstärken, indem sie die Ausbreitung von Keimen und Entzündungen eindämmt.

Erkältung – was genau umfasst dieses Krankheitsbild?

Bei einer Erkältung handelt es sich um eine akute Infektion, wobei meist Rhinoviren die Erreger sind. Betroffen sind die Nasenschleimhäute und Nasennebenhöhlen, die Rachenschleimhaut und schließlich die Bronchien. Durchschnittlich erkranken Erwachsene zwei bis dreimal pro Jahr an einer Erkältung, während Kinder und Säuglinge sowie Ältere und Immungeschwächte öfter betroffen sind.
Die Erkältung verläuft typischerweise in 3 Phasen: Zu Beginn verspürt man Halskratzen, einen trockenen Husten und eventuell Schluckbeschwerden. In der nächsten Phase, nach ungefähr drei bis fünf Tagen, kommen Kopf– und Gliederschmerzen hinzu, die auch mit erhöhter Körpertemperatur einhergehen können. Dies hält wiederum ungefähr drei bis fünf Tage an. In der letzten Phase kann ein trockener Reizhusten eintreten. Die Erkältung ist insgesamt nach anderthalb bis zwei Wochen ausgestanden. Sie wird auch „grippaler Infekt“ genannt, jedoch verläuft sie verglichen mit einer echten Grippe eher harmlos.

Exkurs: Sport und Erkältung – wann geht es, wann geht es nicht?

Wer seinen Sport mit Leidenschaft betreibt, der verzichtet ungern darauf, wenn er mal erkältet ist. Wenn es einen aber doch erwischt, fragen sich viele: Kann ich nun Sport machen? Wie lange sollte ich warten, bis ich wieder anfangen kann? Schließlich braucht der Körper auch genug Energiereserven, um die Krankheitserreger bekämpfen zu können.

Wann Sie trainieren können

Wenn Sie nur eine leichte Erkältung haben, können Sie Sport mit geringer Belastung weiterhin ausüben. Bei 70 % der maximalen Herzfrequenz und einer Trainingsdauer von 30 Minuten fünfmal wöchentlich zeigten sich in einer Studie keine gesundheitlichen Nachteile gegenüber Erkälteten, die überhaupt keinen Sport betrieben.

Was Sie besser nicht trainieren sollten

Bei einer schweren Erkältung (starkes Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen) oder gar einer echten Grippe sollten Sie besser keinen Sport betreiben. Hier braucht der Körper mehr Energiereserven, die ihm durch den Sport genommen würden. Dadurch kann es zu einer gefährlichen Herzmuskelentzündung kommen, an der der Sportler sogar sterben kann. Sie sollten erst wieder in Ihr Training einsteigen, wenn Sie sich vollständig auskuriert haben und sich nicht mehr krank fühlen, keinen Husten und kein Fieber mehr haben. Und auch dann sollten Sie es anfangs langsam angehen lassen.

Mehr zum Thema: Erkältung und Sport – Wann möglich und wann gefährlich?

Welche Unterschiede gibt es zu der echten Grippe?

Bei einer echten Grippe treten die Symptome schneller und stärker auf als bei einem grippalen Infekt. Die echte Grippe ist ferner zu erkennen an:

  • einem starken Krankheitsgefühl
  • (hohem) Fieber von bis zu 40°C, manchmal auch mehr
  • Schüttelfrost
  • Kopf– und Gliederschmerzen
  • trockenem Reizhusten.

Wie nehme ich Echinacea ein?

Echinacea-Präparate können als Lösung oder als Tabletten eingenommen werden. Generell beachten sollte man, dass bei Kindern kein Nutzen über den Placebo-Effekt hinaus gezeigt werden konnte. Daher ist es fragwürdig, ob ein solches Medikament bei Kindern angewandt werden sollte. Echinacea-Medikamente sollten nur zu Beginn einer Erkältung eingenommen werden, da der positive Nutzen schwach ist, wenn das Immunsystem bereits durch die Erreger geschwächt ist. Die Präparate sollten ferner nicht langfristig eingenommen werden, sondern höchstens 10 Tage lang.

Bei Echinacea als Lösung kann Alkohol enthalten sein, was die Einnahme für bestimmte Menschen wie (trockenen) Alkoholikern und Lebergeschädigten verbietet bzw. einschränkt. Durch den Alkohol kann außerdem die Wirkung anderer Medikamente verstärkt oder vermindert werden.

Beispielhaft ist nun die Dosierung für Echinacea-Tabletten zu 100 mg/Tablette aufgeführt:

  • Kinder von 6–11 Jahren: 1 Tablette, 2–3 mal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten
  • Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene: 1 Tablette, 3–4 mal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten

Symptome einer Überdosierung

Sollten Sie zu viel Echinacea eingenommen haben, können folgende Symptome auftreten:

Was sind die Nebenwirkungen von Echinacea-Präparaten?

In der Regel werden sie dann Nebenwirkungen verspüren, wenn Sie allergisch auf die Pflanzenfamilie der Korbblütler reagieren. Dies kann entweder mit leichten oder schweren Symptomen einhergehen.

Die leichten Allergiesymptome umfassen primär gerötete und juckende Haut. Wenn Sie diese Hautveränderung an sich beobachten, sollten Sie das Medikament nicht mehr einnehmen. Hat sich ihre Haut nach einigen Tagen dann immer noch nicht normalisiert, sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Die schweren Allergiesymptome umfassen:

Vielleicht haben auch Sie schon einmal zu einem Echinacea-Präparat gegriffen. Wenn ja: Hatten Sie das Gefühl, dass Ihnen das Arzneimittel geholfen hat? (Mehrere Antwortmöglichkeiten wählbar) Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie anderen Menschen, ein Bild über die wirkliche Effektivität des Medikaments zu bekommen.

Fakten-Box: Echinacea-Präparate

  • Echinacea, Sonnenhut (Pflanze) aus der Familie der Korbblütler (sog. Asteraceae)

Wirkung

  • soll das Immunsystem aktivieren, um Infekte abzuwehren

Anwendungsgebiete

Wichtigste Nebenwirkungen

Darreichungsform

  • Tabletten
  • Saft
  • Teezubereitung

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Echinacea-Präparate?

Kontraindikation bedeutet, dass es einen Umstand gibt, der eine bestimmte Therapie oder die Anwendung eines bestimmten Medikaments untersagt, weil es sonst zu nachteiligen gesundheitlichen Folgen käme. Synonym dazu verwendet man das Wort Gegenanzeige. Auch pflanzliche Medikamente wie Echinacea-Präparate dürfen nicht uneingeschränkt eingenommen werden.

Zu den Kontraindikationen von Echinacea zählen:

  • Allergien gegen Korbblütler wie z. B. Ringelblume und Kamille
  • Multiple Sklerose
  • Rheumathoide Arthritis
  • Schuppenflechte (sog. Psoriasis)
  • Kollagenosen
  • Tuberkulose
  • AIDS oder HIV-Infektion
  • Hepatitis oder andere chronische Viruserkrankungen

Dürfen Schwangere und Stillende Echinacea einnehmen?

Nach aktuellem Kenntnisstand sollten Sie Echinacea-Präparate meiden, wenn Sie schwanger sind oder sich in der Stillzeit befinden. Es gibt Studien, die eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer spontanen Fehlgeburt in Zusammenhang mit Echinacea ergeben haben. Aus diesem Grund empfiehlt Stiftung Warentest Echinacea nicht während dieser Zeit einzunehmen. Auch ist zu beachten, dass einige Echinacea-Präparate Alkohol enthalten, der in der Schwangerschaft grundsätzlich gemieden werden sollte.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Kinder unter 1 Jahr sollten das Medikament nicht einnehmen. Bei Kindern unter 12 Jahren wurde kein positiver Effekt zur Vorbeugung und Therapie einer Erkältung festgestellt, der über den Placebo-Effekt hinausging. Es wurden aber verstärkt allergische Reaktionen beobachtet. Daher ist eine Anwendung bei Kinder bis 12 Jahren nicht sinnvoll.

Was sind Wechselwirkungen und welche bestehen bei Echinacea-Präparaten?

Wenn mehr als ein Medikament gleichzeitig eingenommen wird, können diese im Körper miteinander in Kontakt treten und sich beeinflussen – man spricht von Wechselwirkungen. Dabei können Wirkung und Nebenwirkung verstärkt oder verringert werden oder es treten neue Nebenwirkungen auf.

Nach vorläufiger Datenlage geht man davon aus, dass Echinacea Effekte auf verschieden Enzyme des menschlichen Körpers ausübt, über die auch eine Vielzahl anderer Medikamente verstoffwechselt werden. Daher könnte Echinacea die Wirkung dieser Medikamente beeinflussen. Dies sind zum einen Medikamente, die über das Enzym CYP1A2 umgesetzt werden, wie z. B.:

Zum anderen können auch Wechselwirkungen mit Medikamenten auftreten, die über das Enzym CYP3A4 verstoffwechselt werden. Dies sind unter anderem:

  • Ciclosporin, ein immununterdrückender Wirkstoff, der z. B. während und nach einer Organ-Transplantation eingesetzt wird
  • Lovastatin, ein Wirkstoff gegen einen zu hohen Cholesteringehalt im Blut
  • Clarithromycin, ein Antibiotikum
  • Etoposid, ein Zytostatikum

Aktuelle Forschung – Wie effektiv ist Echinacea wirklich?

In einer Studie aus dem Jahr 2014 wollte ein deutsches Forscherteam aus München wissen, ob man Echinacea wirklich effektiv gegen Erkältungen einsetzen kann. Sie untersuchten dabei Datenbanken und Studien, in denen sowohl die Verhinderung einer einsetzenden Erkältung als auch die Therapie einer bereits bestehenden Erkältung mit Echinacea behandelt wurde. Auswahlkriterium für die betrachteten Studien war, dass es sich um randomisierte kontrollierte Studien handelte, die ein Einzelpräparat mit einem Placebo-Präparat verglichen.

Unterschiedliche Zusammensetzungen der Präparate

Die Anwendung von Echinacea-Präparaten ist in Europa und Nordamerika weit verbreitet. Jedoch wissen die wenigsten, dass es Unterschiede in der Zusammensetzung von Echinacea-Medikamenten gibt: Die Präparate unterscheiden sich darin, welche Echinacea-Unterart (z. B. Echinacea purpurea oder Echinacea angustifoli) verwendet wurde, wie die Wirkstoffe extrahiert wurden oder in welchen Mengenverhältnissen die Komponenten zusammengegeben wurden. Somit kann auch der therapeutische Nutzen variieren.

Das Ergebnis

Eine Behandlung mit Echinacea bei einsetzender Erkältung verringert das Risiko um 10-20 Prozent, dass sich die Erkältung vollständig entwickelt. Dies sind Zahlen, die sich für das Forscherteam aus den verschiedenen Studien als Gesamtwert ergaben. Von sieben Studien, die sich der Behandlung einer bestehenden Erkältung mit Echinacea widmen, gibt es nur eine, in der der positive Effekt durch das Medikament über den Placebo-Effekt hinaus geht.
Insgesamt lässt sich festhalten: Die Therapie einer bestehenden Erkältung mit Echinacea gelingt nicht. Bei den ersten Erkältungsanzeichen eingesetzt, scheinen einige Patienten einen positiven Nutzen aus Echinacea-Medikamenten zu ziehen – in Form einer Verhütung der weiteren Ausbreitung der Erkältung. Die klinische Relevanz dieser Anwendung ist jedoch zweifelhaft, weil die Wirkung gering ist.

Quelle: M. Karsch-Völk u. a. (2014): Echinacea for treating and preventing the common cold. The Cochrane Database of Systematic Reviews.

Häufige Patientenfragen

Zu welchem Zeitpunkt der Erkältung sollte ich Echinacea einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn Sie Echinacea-Präparate einnehmen möchten, sollten Sie dies möglichst schon bei Einsetzen der Erkältung tun. Hier zeigt sich der größte Effekt das Immunsystem zu stimulieren und damit die Erreger frühzeitig an ihrer Ausbreitung zu hindern. Sind Sie bereits erkäktet, ist kaum ein positiver Effekt durch die Einnahme zu erwarten.

Wollen Sie mehr zum Thema Erkältung erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen folgende Artikel auf unserer Website zu lesen:

Wie ist das Medikament unter anderen Erkältungsmitteln einzuordnen?

Dr. Dr. T. Weigl
Echinacea-Präparate stellen eine pflanzliche Alternative zu anderen Medikamenten dar, die gegen eine Erkältung eingesetzt werden können. Im Gegensatz zu diesen liegt der Fokus bei Echinacea aber nicht auf einer Linderung der Symptome, sondern auf der Verhütung des Ausbruchs der Erkrankung. Die Datenlage zur tatsächlichen Wirksamkeit der Mittel ist uneinheitlich und ihr positiver Nutzen nicht eindeutig nachgewiesen. Unterschiede bestehen auch in den Nebenwirkungen: Gerade Erkältungsmittel in Form von Kombinationspräparaten bringen eine Vielzahl an möglichen Nebenwirkungen mit sich bringen. Echinacea-Nebenwirkungen sind nach aktuellem Stand nur auf allergische Reaktionen zurückzuführen – die aber trotzdem schwere Symptome wie Herzrasen und Atemnot erzeugen können.

Ich habe gelesen, dass Echinacea auch gegen Krebs eingesetzt werden könnte – stimmt das?

Dr. Dr. T. Weigl
Echinacea wird eine antineoplastische Wirkung zugeschrieben, also krankhaft übermäßige Gewebsneubildungen wie bei Krebs zu verhindern. Es wurden mehrere Studien dazu durchgeführt, diese positive Wirkung auf ihre klinische Relevanz zu prüfen. Darin zeigte sich, dass Echinacea als Komedikation bei Chemotherapie zwar von den Patienten gut vertragen wurde, jedoch kein ausgeprägter Unterschied im Therapieverlauf gegenüber Placebo-Studienteilnehmern bestand.

Wann sollte ich Echinacea-Präparate besser nicht einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ungeeignet sind diese Medikamente, wenn Sie bereits mitten in der Erkältung stecken. Außerdem sollten Schwangere und Stillende sowie Kinder unter 12 Jahren Echinacea nicht einnehmen. Weitere Gegenanzeigen sind Autoimmunerkrankungen und eine Allergie gegen Echinacea und andere Korbblütler-Gewächse wie Kamille und Ringelblume.

Typisches Patientenbeispiel

Svenja ist zu Besuch bei ihrer Freundin Lara. „Ich hoffe, du bist gut durchgekommen, Svenja. War viel los auf der Autobahn?“, will Lara wissen. „Naja, ein bisschen. Kurz vor der Ausfahrt gab es…“, weiter kommt Svenja aber nicht, denn sie muss husten. Lara ihrer Freundin, indem sie ihr ein Glas stilles Wasser holt. Svenja nimmt dankbar an. „Danke dir. Seit heute Morgen habe ich dieses Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden. Echt lästig. Hoffentlich brüte ich nichts aus.“ „Klingt nach einer Erkältung. Warte mal, das hatte ich auch letztens. Da kenne ich ein Mittel, mit dem du sie vielleicht noch aufhalten kannst…“

Nach ein wenig Stöberei in ihrer Medikamentenbox findet Lara schließlich ihre Echinacea-Tabletten. „Probier es mal hiermit. Das ist Echinacea, was pflanzliches. Hab ich sogar bei mir im Garten stehen, die Blume, aus der der Wirkstoff ist. Wenn du es bei einer einsetzenden Erkältung nimmst, wird dein Immunsystem wohl aktiviert und die Erkältung effektiver bekämpft. Mir hat es letztens geholfen.“. Svenja zögert jedoch und will erstmal wissen: „Was für eine Pflanzensorte ist denn diese Echinacea? Steht das in dem Beipackzettel?“ Lara überfliegt die Packungsbeilage und findet schnell die Pflanzenfamilie: Korbblütler. „Nein, danke.“, sagt Svenja daraufhin, „Auf Korbblütler reagiere ich allergisch. Ist z.B. bei Kamillenblüten genauso.“ „Oh, nein, dann lassen wir das besser.“, stimmt Lara zu, „dann mach ich dir jetzt einfach erstmal einen Salbeitee mit Honig, das wird deinem kratzigen Hals gut tun.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Christopher Keck
Lektorat: Arlen-Celina Lücke
Datum: 02.12.2019

Quellen

  • Aktories u. a. (2017): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban und Fischer Verlag, Elsevier GmbH
  • M. Karsch-Völk u. a. (2014): Echinacea for treating and preventing the common cold. The Cochrane Database of Systematic Reviews.
  • Ernst Mutschler et al. (2013): Mutschler Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart. 10. Auflage
  • Ratiopharm (2019): Fachinformation Echinacea 100mg-Tabletten
  • Stiftung Warentest (2019): Pflanzliches Mittel Echinacea purpurea
  • Stiftung Warentest (2004): Echinacea-Präparate: In der Schwangerschaft verzichten
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