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Erbrechen auslösen – schnelle Erste-Hilfe oder ungesund?

Auf einen Blick – Erbrechen auslösen

Was bedeutet „Erbrechen auslösen“?

  • der Inhalt des Magens wandert zurück in den Rachen- und Mundraum
  • ausgelöst durch eine Reizung des Magens, zum Beispiel durch Magen-Darm-Grippe

Wann kann es sinnvoll sein, Erbrechen auszulösen? (Auszug)

  • bei Vergiftungen, zum Beispiel Alkohol
  • kann eine Erste-Hilfe-Maßnahme des Körpers sein, zum Beispiel bei verschluckten Fremdkörpern

Was sind Nebenwirkungen von Erbrechen? (Auszug)

  • Übersäuerung des Magens
  • Schädigung des Rachenraums
  • Abbau des Zahnschmelzes

Krankhaft ausgelöstes Erbrechen

  • wenn das Erbrechen sehr häufig ausgelöst wird, kann es sich um krankhaftes Erbrechen handeln
  • das Erbrechen ist ein Symptom einer anderen Erkrankung, zum Beispiel einer Essstörung

Tipps

  • wenn Sie aufgrund einer Erkrankung sehr häufig erbrechen müssen, dann suchen Sie einen Arzt auf
  • putzen Sie sich nach dem Erbrechen die Zähne, damit der Zahnschmelz keinen Schaden nimmt
  • absichtliches, häufiges Erbrechen kann auf eine Essstörung hindeuten

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Sich zu erbrechen, ist ein unangenehmes Gefühl. Man verbindet Brechreiz mit Ekel, Unwohlsein und Krankheit. Kann es dennoch normal und sogar hilfreich sein, dass man sich erbrechen muss? Ja, denn Erbrechen auszulösen ist eine Schutzreaktion unseres Körpers. Diese Reaktion verhindert, dass ungewollte Substanzen wie Giftstoffe oder Fremdkörper tiefer in den Verdauungstrakt gelangen.

Erbrechen ist ein Symptom vieler Erkrankungen. Es tritt auch als Nebenwirkung bei der Einnahme von Medikamenten auf. Sich hin- und wieder zu erbrechen, stellt normalerweise keine Gefahr für den Körper dar.

Wenn das Erbrechen jedoch überhandnimmt, dann sind schwere Nebenwirkungen die Folge: Übersäuerung des Rachens, kaputter Zahnschmelz oder erhöhte Magensäurekonzentration. Bei akutem häufigem Erbrechen besteht zudem die Gefahr, dass der Patient dehydriert.

Erbrechen auszulösen, muss jedoch kein Schutzreflex sein: wenn man Erbrechen absichtlich auslöst – ohne dass es nötig ist – dann ist das kein normales Verhalten. Krankhaftes Erbrechen tritt zum Beispiel bei Patienten mit einer Essstörung auf. Eine Essstörung ist – im Gegensatz zu körperlichen Beschwerden wie einer Magen-Darm-Infektion – eine psychische Erkrankung.

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Erfahren Sie in diesem Artikel mehr dazu, wann es sinnvoll ist, dass der Körper erbrechen auslöst – und wann gefährlich.

Was bedeutet Erbrechen auslösen?

Erbrechen löst der Körper durch das Zusammenziehen von Magen, Zwerchfell und Bauchmuskulatur aus. Der Schließmuskel des Magens öffnet sich, sodass der Inhalt des Magens aus dem Körper entweichen kann. Die Nahrung nimmt den umgekehrten Weg zurück – sie wandert durch die Speiseröhre in den Mund zurück nach draußen.

Dieser ganze Ablauf erfolgt reflexartig. Viele kennen es ¬– wenn man sich erbricht, dann wandert der Mageninhalt ziemlich schnell durch den Mund heraus. Erbrechen geht oft mit Würgen und Übelkeit einher. Daher ist es für die Betroffenen keine angenehme Erfahrung.

Gut zu wissen!
Der sogenannte Würgereflex kündigt das Erbrechen oft an. Es handelt sich um eine reflexartige Kontraktion des hinteren Rachenraums. Diese Kontraktion löst Würgen aus. Der Würgereflex ist – wie das Erbrechen – eine Schutzreaktion des Körpers. Würgen soll davor schützen, dass giftige, bitter schmeckende Substanzen oder Fremdkörper in den Verdauungstrakt gelangen. Würgt man Giftiges also rechtzeitig aus, dann ist Erbrechen nicht nötig.

Was löst Erbrechen aus?

Übelkeit und Erbrechen sind Begleiterscheinungen einer Vielzahl von Erkrankungen:

  • Infektionen, zum Beispiel durch Bakterien
  • Grippe (sog. ‚Influenza‘)
  • Fremdkörper, die sich im Verdauungstrakt befinden
  • Vergiftungen, zum Beispiel durch übermäßigen Alkoholkonsum oder verdorbene Lebensmittel
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel Magen-Darm-Grippe, Magenkrebs
  • Einnahme brechreizender Medikamente (sog. ‚Emetika‘ oder ‚Vomitiva‘)
  • Umstellung des Hormonhaushalts in der Schwangerschaft
  • Begleiterscheinung von Migräne
  • erhöhter Gehalt an Magensäure im Magen (sog. ‚Hyperazidität)

Abhängig von den Ursachen ist das Erbrechen eine direkte Folge (wie im Fall eines verschluckten Fremdkörpers) oder eine indirekte Folge einer vorliegenden Erkrankung, beziehungsweise ein Begleitsymptom.

Was kann man gegen zu viel Magensäure tun? In diesem Video spricht Dr. Dr. Tobias Weigl über wichtige Alternativen zu Magensäureblockern.

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Magenschmerzen? Wichtige Alternativen zu Magensäureblockern: Magen schützen & Magensäure reduzieren

Wann kann es sinnvoll sein, Erbrechen auszulösen?

Wie bereits erwähnt, ist das Erbrechen ein Schutzreflex des Körpers. Im Idealfall kontrolliert der Körper selbst, welche Substanzen in den Verdauungstrakt gelangen sollen und welche nicht. Das Erbrechen ist daher eine Art Regulierung und vollkommen natürlich – auch wenn es sich für den Patienten unangenehm anfühlt.

„Erbrechen auslösen kann im Notfall Schlimmeres verhindern. Wenn man einen Fremdkörper verschluckt hat, aktiviert der Körper den Brechreiz. Es ist, als würde sich der Magen gegen den störenden Gegenstand wehren.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Der Körper verhindert in vielen Fällen Schlimmeres, indem er zum Beispiel Fremdkörper nach außen befördert. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn das Erbrechen zu häufig erfolgt – und man kein Wasser mehr bei sich behalten kann. In diesem Fall sollten Patienten einen Arzt aufsuchen, um nicht zu viel Flüssigkeit zu verlieren (sog. ‚Dehydration‘).

Gut zu wissen!
Nicht alle Lebewesen sind in der Lage zu Erbrechen. Der Schließmuskel des menschlichen Magens ermöglicht, dass der Nahrungsbrei in beide Richtungen wandern kann. Dieser Mechanismus ist jedoch nicht bei allen Spezies gleich. Pferde zum Beispiel haben eine Magenklappe. Diese öffnet sich nur in eine Richtung – nach innen. Die Tiere können also nicht erbrechen. Wenn sie giftige Pflanzen fressen, hat der Körper also nicht die Möglichkeit, das Gift durch Erbrechen auszuscheiden.

Künstliches Erbrechen auslösen durch Brechmittel

Man kann das Erbrechen auch durch Medikamente (sog. ‚Emetika‘) hervorrufen. Dies war lange Zeit die Methode der Wahl, um den Magen gewollt zu entleeren. Ein möglicher Grund für eine solche Maßnahme ist, dass sich Gift im Magen des Patienten befindet, dieser sich aber nicht erbrochen hat.

Eine alternative Methode ist die Magenspülung. Denn die Magenspülung ist laut mancher Forschungsergebnisse effektiver und birgt weniger Nebenwirkungen. Beide Methoden sind jedoch mit Vorsicht zu betrachten. Neuere Studien haben gezeigt, dass sich eine Vergiftung kaum aufhalten lässt – weder durch die Gabe von Brechmitteln noch durch eine Magenspülung. Denn das Gift gelangt sehr schnell vom Magen in den Darm und in das Blut. Daher lässt sich das Gift nicht mehr über den Magen aus dem Körper herausholen.

Exkurs: Alkoholvergiftung

Eine Alkoholvergiftung liegt vor, wenn eine Person zu viel Alkohol getrunken hat. Der Blutalkoholspiegel ist stark erhöht. Die Symptome umfassen Verlust der koordinativen Fähigkeiten, Schwierigkeiten zu sprechen, aggressives Verhalten, Übelkeit und Erbrechen. In sehr schweren Fällen sind die Körperfunktionen so stark beeinträchtigt, dass der Patient ins Koma fällt.

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Oftmals erbrechen sich die Betroffen von selbst. Falls dies jedoch nicht der Fall ist, sieht man heutzutage meistens davon ab, den Magen zu entleeren. Gängige Behandlungsmethoden umfassen eher die Gabe einer Nährlösung über eine Infusion. So stellen die Ärzte sicher, dass der Patient genügend Flüssigkeit (und bei Bedarf Elektrolyte) aufnimmt.

Möchten Sie mehr zum Thema Alkoholvergiftung erfahren? Lesen Sie unseren Artikel: „Alkoholvergiftung – Wann muss der Krankenwagen kommen?

Haben Sie in letzter Zeit erbrochen? Was war die Ursache? Mit Ihrer Antwort helfen Sie anderen Patienten dabei, ihre Symptome einzuschätzen. Nutzen Sie gerne auch die Kommentarfunktion am Ende dieses Textes, um sich zum Thema erbrechen auslösen auszutauschen.

Was sind die Nebenwirkungen von Erbrechen?

Wenn der Schutzreflex Erbrechen den Körper selbst schädigt, dann führt das zu Nebenwirkungen. Diese treten vor allem dann auf, wenn man zu häufig erbricht. Auch hierfür existieren vielfältige Gründe.

Zum Beispiel bei einer schweren Vergiftung erbricht der Betroffene so häufig, dass der Magen übersäuert und das Erbrechen nicht mehr aufhört. So wird das Erbrechen also zu einer Nebenwirkung des Erbrechens selbst. Um diesen Kreislauf zu stoppen, hilft in vielen Fällen nur noch medizinische Hilfe.

Übersäuerung ist eine ernstzunehmende Nebenwirkung

Die im Magen vorhandene Säure ist dazu da, die Nahrung zu lösen, damit die enthaltenen Nährstoffe weiter verdaut werden können. Die Säure ist allerdings nicht dazu gedacht, in großen Mengen in die Speiseröhre und den Rachen zu gelangen. Erbricht man zu häufig, dann schädigt die Magensäure den Magen, die Speiseröhre und den Rachen. Eine mögliche Folge sind Blutungen im Magen-Darm-Trakt und in der Speiseröhre (sog. ‚gastrointestinale Blutungen‘).

Auch die Zähne können von einer Schädigung durch Magensäure betroffen sein: Zu viel Säure baut den Zahnschmelz ab. Es ist daher empfehlenswert, sich die Zähne zu putzen, nachdem man sich erbrochen hat.

Krankhaft ausgelöstes Erbrechen: Bulimie

Wenn eine Person immer wieder erbricht und dies zur Gewohnheit wird, dann könnte es sich um krankhaftes Erbrechen als Symptom einer Essstörung handeln. Eine Erkrankung, bei der die Betroffenen bewusst das Erbrechen auslösen, ist die Ess-Brech-Sucht (sog. ‚Bulimie‘ oder ‚Bulimia nervosa‘). Die Erkrankung hat psychologische Ursachen. Das Erbrechen stellt in diesem Fall also keinen Schutzreflex des Körpers dar, sondern schadet dem Organismus auf Dauer. Diese Nebenwirkung nehmen die Bulimie-Patienten jedoch in Kauf.

Bulimiker haben zunächst einen unkontrollierten Drang danach, Nahrung zu sich zu nehmen. Diese Heißhungerattacken kehren häufig wieder. Auf die Essattacken folgt das gewollte Erbrechen. Die Erkrankung geht mit weiteren Symptomen, wie zum Beispiel einer gestörten Wahrnehmung des Körperschemas einher: die Patienten nehmen sich als viel dicker wahr, als sie in Wirklichkeit sind.

Fakten-Box

Erbrechen auslösen

  • Schutzreflex des Körpers
  • der Mageninhalt wandert durch die Speiseröhre zurück

Sinnvolle Reaktion bei

  • Vergiftungen
  • nach Verschlucken von Fremdkörpern

Nebenerscheinung von einigen Erkrankungen

Nebenwirkungen

  • Übersäuerung des Magens
  • Schädigung des Rachenraums
  • Abbau des Zahnschmelzes

Aktuelle Forschung – Cannabis gegen das Auslösen von Erbrechen?

Bei vielen Erkrankungen ist Erbrechen ein Symptom. Aber auch Therapien ¬ haben Übelkeit und Erbrechen als mögliche Nebenwirkung. Ein Beispiel ist die Chemotherapie gegen Krebs durch sogenannte ‚Zytostatika‘. Wie kann man dieser Nebenwirkung entgegenwirken? Mit dieser Frage hat sich Désirée Louise Dräger, Mitarbeiterin an der Poliklinik für Urologie in Rostock, in einer Übersichtsstudie befasst. Die Studie fokussiert sich auf die Gabe von Cannabinoiden als Mittel gegen Übelkeit.

Klinische Forschung als Grundlage

Die Übersichtsstudie hat 23 klinische Forschungsergebnisse betrachtet. Die Studien haben die Patienten jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt: Die eine Gruppe hat ein Cannabinoid erhalten, die andere Gruppe ein gleich aussehendes, wirkungsloses Präparat (sog. ‚Placebo‘). Die Patienten wussten jeweils nicht, welches der beiden Mittel sie erhielten.

Cannabis als Hilfe gegen den Brechreiz

Die Studien haben ergeben, dass Cannabis gegen Übelkeit und Erbrechen als Folge einer Chemotherapie hilft. Denn die Patienten, die das Cannabinoid erhielten, zeigten weniger Übelkeit und Erbrechen als die Patienten, die das wirkungslose Präparat erhielten.

Sollte man Cannabinoide in Zukunft einsetzen?

Gegen einen flächendeckenden Einsatz von Cannabinoiden sprechen die Nebenwirkungen. Derzeit stehen Cannabinoide als Ersatzmittel zur Verfügung, falls die Patienten herkömmliche Mittel gegen Übelkeit (sog. ‚Antiemetika‘) nicht vertragen. In Zukunft sind Cannabinoide daher weiterhin eine wertvolle Ergänzung zu den bestehenden Therapiemöglichkeiten.

Quelle: Désirée Louise Dräger (2018): Einsatz von Cannabinoiden bei chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen. Der Urologe, 57/1, S. 54-58.

Häufige Patientenfragen

Kann man eine Alkoholvergiftung verhindern, wenn man sich rechtzeitig erbricht?

Dr. Dr. T. Weigl
Das kommt darauf an, wie viel Alkohol schon in die Blutbahnen gelangt ist. Wenn man alkoholische Getränke langsam zu sich nimmt, dann gelangt der Alkohol weniger schnell ins Blut. Ein Glas Bier, das man gemächlich zum Essen trinkt, wird bei gesunden Menschen keine Alkoholvergiftung auslösen.

Es kommt auch sehr darauf an, was man trinkt: Stark alkoholhaltige Getränke wie Schnaps sind mit besonderer Vorsicht zu genießen. Denn in einigen Fällen ist der Blutalkoholspiegel sehr schnell so hoch, dass das Entleeren des Magens keinen Effekt mehr hat. Vor allem dann, wenn man viel Schnaps ‚auf Ex‘ trinkt, hat der Körper keine Möglichkeit, sich durch Erbrechen zu schützen.

Besondere Vorsicht sollten Menschen walten lassen, die unter einer Alkoholunverträglichkeit leiden. Der Körper kann den Alkohol nicht abbauen, sodass bereits kleine Mengen an Alkohol eine Alkoholvergiftung zur Folge haben.

Hilft Erbrechen, wenn man Bauchweh hat? Verschwinden die Schmerzen danach?

Dr. Dr. T. Weigl
Bauchschmerzen haben sehr viele Ursachen. Es kann sein, dass die Schmerzen durch einen Fremdkörper im Magen verursacht werden. In einem solchen Fall ist es recht wahrscheinlich, dass die Bauchschmerzen nach dem Erbrechen verschwinden.

Liegt eine andere Ursache vor, zum Beispiel ein Verschluss des Darms (sog. ‚Kolik‘), dann hilft Erbrechen auslösen nicht. Die Art und der Ort der Bauchschmerzen geben Hinweise auf deren Ursache.

Meine Tochter sagt, dass ihr in letzter Zeit nach dem Essen oft übel wird. Ich habe bereits mehrmals mitbekommen, dass sie sich erbricht. Was kann man tun, damit sie die Nahrung besser verträgt? Leidet sie unter einer Essstörung?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn Ihre Tochter die Nahrung nicht verträgt, dann ist Ursachenforschung wichtig. Es könnte sich um eine Unverträglichkeit gewisser Lebensmittel handeln. Eine weitere mögliche Ursache für eine schlechte Verträglichkeit der Nahrung ist eine Übersäuerung des Magens. Um die Ursache sicher festzustellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Aus der Ferne lässt sich nicht feststellen, ob es sich um eine Essstörung handeln könnte. Wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen sind, dann fragen Sie Ihren Arzt danach, ob er eine Vermutung hat, die in diese Richtung geht. Zunächst sollten Sie vorurteilsfrei mit Ihrer Tochter über die Symptome sprechen. Achten Sie umso mehr auf einen offenen, verständnisvollen Umgang, falls sich herausstellt, dass diese unter einer psychisch bedingten Essstörung leidet. Denn es besteht die Gefahr, dass Ihre Tochter die Störung zukünftig verheimlicht. Dies ist Teil der Symptomatik.

Die Magensäure greift beim Erbrechen ja den Zahnschmelz an. Sollte man zum Zahnarzt gehen, nachdem man erbrochen hat?

Dr. Dr. T. Weigl
Es ist nicht nach jedem Erbrechen von Nöten, einen Zahnarzt aufzusuchen. Die Zähne gründlich zu putzen reicht zumeist aus. Jedoch sollte man insgesamt regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen. So kann der Zahnarzt rechtzeitig feststellen, falls Veränderungen am Zahnschmelz vorhanden sind. Achten Sie immer auf eine ausreichende Mundhygiene und putzen Sie Ihre Zähne regelmäßig – auch wenn Sie sich nicht erbrechen mussten.

Typisches Patientenbeispiel

„Endlich wird es besser“, sagt Lea. Ihre Eltern sehen sie beunruhigt an. Lea war bei ihren Eltern zu Besuch und hatte mit ihrem kleinen Sohn mit Bauklötzchen gespielt, während sie ihrer Mutter beim Gemüseschneiden geholfen hat. Hin und wieder hat sie etwas vom Gemüse genascht ¬– und da war es passiert: Sie hatte ein kleines Bauklötzchen verschluckt.

Mit viel Husten und Würgen war es im Magen gelandet. Lea hatte sofort Bauchschmerzen. „Das ist unglaublich – eigentlich sollte man Kinder davor bewahren, Kleinteile zu schlucken und nicht die Eltern!“, dachte sie. Ihre Mutter war sehr besorgt und wollte Lea schon zum Arzt fahren.

Erbrechen als Hilfe

Schließlich jedoch kam der Brechreiz. Lea kann zwar nicht von sich behaupten, dass das angenehm war, aber es half. Sie hat sich übergeben und den kleinen Klotz wieder ausgespuckt. Nach ein bisschen Bauchweh und kurzem Hinlegen ging es Lea dann auch schon wieder besser. „Ja, Mama. Du hast Recht. Man sollte wirklich darauf aufpassen, dass Kinder – jeden Alters – keine Kleinteile verschlucken“, gibt die lächelnd zu.

Verwandte Themen

Haben Sie Erfahrungen mit dem Auslösen von Erbrechen? Möchten Sie sich bei uns weiter über zum Thema Erbrechen erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

 

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda A. Mende
Lektorat: Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 17.02.2020

Quellen

  • Amboss Medizinerwissen (2019): Lebensmittelvergiftung. In: amboss.com.
  • Hugo Karel van Anken u. a. (2014): Intensivmedizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Désirée Louise Dräger (2018): Einsatz von Cannabinoiden bei chemotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen. In: Der Urologe, 57/1, S. 54-58.
  • Patrick Janiak / Michael Fried (2007): Differenzialdiagnose Nausea und Erbrechen. In: Der Gastroenterologe, 2/3, S. 201–211.
  • Klaus-Michael Keller (2018): Akutes und chronisches Erbrechen. Differenzialdiagnose Pädiatrie. Urban & Fischer Verlag, München, Jena.
  • Neurologen und Psychiater im Netz (2020): Was ist Bulimie bzw. Ess-Brechsucht? In: neurologen-und-psychiater-im-netz.de.
  • Roland Seifert (2018): Behandlung von Arzneimittelvergiftungen. In: Basiswissen Pharmakologie, S. 47–55. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • Andreas Stallmach / Frank Lammert (Eds.) (2019): FAQ Gastroenterologie. Elsevier Health Sciences Verlag, London u. a.
  • Alex Straumann / M. Pirovino (2001): Nausea und Erbrechen. Spezieller Teil. In: Swiss Medical Forum Band 1, S. 19–25. EMH Media Verlag, Basel.
  • R. V. Trubuhovich (2019): Pioneering early Intensive Care Medicine by the ‚Scandinavian Method‘ of treatment for severe acute barbiturate poisoning. In: Anaesthesia and intensive care 43/1, S. 29–39.
  • Sabine Waadt u. a. (2014): Bulimie. Ursachen und Therapie. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg.
[Gesamt: 1   Durchschnitt:  5/5]
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