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Die Prostata – welche Funktion hat die Vorsteherdrüse und wie gefährlich sind Erkrankungen?

Auf einen Blick – Die Prostata

Was ist die Prostata?

  • alternative Bezeichnung: Vorsteherdrüse
  • Geschlechtsdrüse des Mannes
  • liegt unterhalb der Blase

Welche Aufgaben hat die Prostata?

  • stellt einen Teil des Spermas her, genauer das Sekret
  • dieses Sekret vermischt sich in der Harnröhre mit den Spermien
  • Verflüssigung des Ejakulats

Häufige Erkrankungen der Prostata

  • Prostatakrebs (bösartige Tumorerkrankung, die Tochtergeschwüre erzeugen kann)
  • gutartige Prostatavergrößerung

Häufige Beschwerden

  • Unterleibsschmerzen
  • häufiger Harndrang
  • Restharngefühl (das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben)
Über ihre Prostata machen sich jüngere Männer oft keine Gedanken. Je älter Männer aber werden, desto mehr Probleme können sich aber mit ihrer Vorsteherdrüse ergeben – sie wird sozusagen zum wunden Punkt. Rund 40 Prozent aller Männer über 50 Jahren haben eine gutartig vergrößerte Prostata. Daraus folgen u. a. Probleme beim Wasserlassen oder Funktionsstörungen der Sexualität. Kennen Sie den typischen ständigen Harndrang oder das Restharngefühl, wenn sich die Blase nicht mehr vollständig leert? Mehr dazu erfahren Sie im Artikel.

Überwinden Sie auch gerne Ihre Hemmungen und setzen Sie sich im Kommentarbereich unter dem Artikel mit anderen Betroffenen in Verbindung oder stellen Sie uns weitere Fragen zum Thema.

Was ist die Prostata und wo liegt sie?

Die Vorsteherdrüse, fachsprachlich Prostata, kommt ausschließlich bei Männern vor. Sie gehört zu den männlichen Geschlechtsorganen und liegt im Becken unterhalb der Blase.

Wie ist die Prostata aufgebaut?

Die Prostata ist bei gesunden Männern im Anschluss an die Pubertät etwa kastaniengroß, kann in ihrer Größe aber stark variieren. Das hat damit zu tun, dass sie mit fortschreitendem Alter zunimmt. Die Prostata umschließt Teile der Harnröhre – diese läuft mitten durch die Prostata hindurch. In der Prostata selbst befinden sich kleine Drüsen, die Sekret produzieren.

Die Prostata ist in drei Zonen unterteilt:

  • Die periurethrale Zone ist die „Übergangszone“ und umgibt um die Harnröhre.
  • Die zentrale Zone (auch „Innendrüse“) wächst unter Einfluss des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen – denn dieses findet sich in geringem Maße auch bei Männern.
  • Die periphere Zone (auch „Außendrüse“) wächst durch den Einfluss der männlichen Geschlechtshormone Testosteron und Dihydrotestosteron.

Mediziner unterscheiden einen linken und einen rechten Prostatalappen, die miteinander verbunden sind. Die Prostata ist umschlossen von einer fibrösen Kapsel, durch die das Organ prall elastisch ist.

Die beiden Samenleiter – diese sind dafür zuständig, die in den Hoden produzierten Spermien zu transportieren – führen in die Prostata. Die Ausführungsgänge der Samenblasen enden hier. Hinzukommen die Ausführungsgänge der Drüsen in der Prostata.

Die Prostata ist also ein Ort verschiedener Zusammenflüsse und daher auch stark durchblutet. Außerdem ist sie von zahlreichen Nervenfasern umgeben.

Achtung!
Wir gehen in unserem Artikel ausschließlich von der Prostata des Mannes aus, auch wenn es bei den meisten Frauen die sogenannte Paraurethraldrüse gibt, die mitunter auch als „weibliche Prostata“ bezeichnet wird.

Welche Aufgaben hat die Prostata?

Die Prostata stellt ein Sekret her, das zusammen mit den Spermien die Samenflüssigkeit (sog. ‚Ejakulat‘) bildet. Das Sekret aus der Prostata sorgt dafür, dass das Ejakulat flüssig ist und die Spermien beweglich sind. Es ist also für die Fortpflanzung des Menschen unverzichtbar. Ohne das Sekret (und ohne das Sekret der Samenbläschen, die hinter der Prostata liegen) kann ein Mann keine Nachkommen zeugen.

In der Prostata befindet sich Muskelgewebe, durch dessen Zusammenziehen das Sekret beim Samenerguss ausgestoßen wird. Das Sekret der Vorsteherdrüse beinhaltet ein Enzym, ohne das die Samenflüssigkeit keine Befruchtung erreichen könnte. Es heißt prostata-spezifisches Antigen (PSA). Will der Arzt einen Prostatakrebs früh diagnostizieren, kann eine Blutuntersuchung diesen anhand des PSA anzeigen.

Gibt es Symptome, die auf Erkrankungen der Prostata hindeuten können?

Dieser Abschnitt benennt allgemeine urologische Leitsymptome. Diese können mit der Prostata zusammenhängen, weisen aber auch auf Probleme mit bspw. der Blase oder den Hoden hin.

Gut zu wissen!
Die Prostata kann verschiedene, nicht immer eindeutige Symptome verursachen. Meistens können Mediziner nicht anhand eines Schmerzes o. Ä. schlussfolgern, dass eine Erkrankung der Prostata vorliegt. Schmerzen, Probleme beim Wasserlassen oder sexuelle Funktionsstörungen deuten allgemein auf urologische Probleme hin.

Die wichtigsten urologischen Probleme auf einen Blick:

Schmerzen bei urologischen Krankheiten

Wenn Männer urologische Erkrankungen haben, treten in vielen Fällen Schmerzen auf. Diese sind bei den einzelnen Organen und Krankheiten unterschiedlich. Gesundheitliche Probleme im Bereich der oberen Harnwege sind in der Regel kolikartig – Schmerzen sind dann bewegungsunabhängig und treten wehenartig auf. In seltenen Fällen kommt es auch zu dauerhaften Schmerzen, zum Beispiel bei Krankheiten der Nieren.

Hat ein Mann Schmerzen in der Blase, den Genitalien oder der Prostata, zeigen sich diese meist nicht kolikartig. Stattdessen fühlen sie sich meist dumpf an. Es kann dann zu einem Brennen oder zu Krämpfen kommen. Prostataschmerzen äußern sich in vielen Fällen in einem schmerzhaften Stuhlgang und einem dumpfen Druckgefühl im Dammbereich. Der Damm ist der Bereich, der die Genitalien vom After trennt. Die Ursache ist hier häufig eine Entzündung der Prostata –diese ist meist akut und nur selten chronischer Natur. Der Arzt sollte bei einer entsprechenden Problematik ausschließen, ob vielleicht Hämorrhoiden vorliegen – denn diese äußern sich ähnlich.

Mehr zu Schmerzen in den Nieren erfahren Sie in unserem Artikel „Nierenschmerzen & Nierenkolik – Ursachen, Diagnose und Behandlung“. Für einen Überblick über das Organ können Sie sich das folgende Video von Dr. Dr. Tobias Weigl anschauen, in dem er auf die wichtigen Funktionen der Nieren eingeht.

Unsere Nieren: Aufbau, Aufgaben & Funktionsweise einfach erklärt – filtern, Hormone (Vitamin D) etc.

Veränderung der Menge oder der Zusammensetzung des Urins

Veränderungen der Urinmenge können sich unterschiedlich äußern. Bei gesundheitlichen Problemen mit der Prostata sind die folgenden Veränderungen häufig:

  • Anurie: Scheidet ein Mensch weniger als 100 ml Harn pro Tag aus, sprechen Mediziner von Anurie. Dieser Begriff bezeichnet die (annähernde oder vollständige) Unfähigkeit, Urin auszuscheiden.
  • Hämaturie: Bei einer Hämaturie ist Blut im Urin zu finden. Laut medizinischer Definition müssen 0,5 Milliliter Blut in einem Liter Urin sein, damit eine Hämaturie vorliegt. Wer eine Hämaturie hat, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, denn eine Tumorerkrankung könnte die Ursache sein. Dieser Verdacht besteht solange, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Probleme beim Wasserlassen

Der Begriff Miktion bezeichnet das Wasserlassen; Miktionsstörungen sind also Probleme beim Wasserlassen. Es gibt verschiedene Typen von Miktionsstörungen, die mit der Prostata zusammenhängen können:

  • Akuter Harnverhalt: Bei einem akuten Harnverhalt kann Urin nicht abgelassen werden und es besteht ein qualvoller Harndrang. Es handelt sich dabei um einen urologischen Notfall, den der Arzt meist mit dem Einführen eines Blasenkatheters behebt – durch einen solchen kann der Urin dann ablaufen.
  • Algurie: Mit dem Begriff Algurie bezeichnet der Mediziner ein schmerzhaftes, brennendes Wasserlassen infolge von bspw. Entzündungen.
  • Nachträufeln: Nach dem Wasserlassen treten noch weitere Tropfen Urin aus.
  • Restharngefühl: Die Blase entleert sich beim Wasserlassen nicht vollständig.
  • Dysurie: Die Urinentleerung ist bei einer Dysurie verlangsamt, der Strahl ist abgeschwächt. Dies ist in der Regel von Missempfindungen begleitet und kommt bei Verengungen des Urinabflusses und Entzündungen vor.
  • Imperativer Harndrang: Der Patient empfindet den Drang zum Urinieren als unbeherrschbar, das Wasserlassen ist schmerzhaft. Dies kommt bei verschiedenen urologischen Krankheiten vor, zum Beispiel bei einer Prostatavergrößerung.
  • Harninkontinenz: Dies beschreibt den unfreiwilligen Abgang von Harn – ein für viele Betroffene beschämender Umstand. Ursachen für eine Harninkontinenz sind bspw. ein defekter Verschlussmechanismus, ein neurologisches Problem oder eine Missbildung.
  • Initiales Warten: Dieser Begriff bezeichnet den verzögerten Beginn der Entleerung der Blase. Dies ist häufig bei einer vergrößerten Prostata der Fall.
  • Nykturie: Müssen Sie nachts häufig aufstehen und kleine Mengen Harn ausscheiden, nennen Medizinier dies Nykturie. Mehr zum Thema können Sie unserem Artikel „Häufiges Wasserlassen – Polyurie: Ursachen | Symptome | Therapie“ entnehmen.
  • Pollakisurie: Leiden Patienten an einer Pollakisurie, müssen sie oft kleine Mengen Urin lassen. Dies passiert häufig bei Behinderungen des Abflusses, die mit der Prostata zusammenhängen können (zum Beispiel Prostatavergrößerung).

Probleme durch sexuelle Funktionsstörungen

Erkrankungen der Prostata können verschiedene sexuelle Funktionsstörungen auslösen:

  • Hämatospermie: Eine Hämatospermie (auch Hämospermie) bezeichnet blutige Samenflüssigkeit. Betroffene reagieren meist erschrocken und besorgt. Allerdings ist dieser Erscheinung meist keine größere Bedeutung beizumessen. Häufige Ursachen sind Entzündungen an den Samenblasen oder der Prostata, selten sind Tumoren der Entstehungsgrund.
  • Ausbleiben der Ejakulation: Nach operativen Eingriffen an der Prostata kann es vorkommen, dass die Ejakulation nicht mehr stattfindet.
  • Erektile Dysfunktion: Eine große Belastung für Männer stellt die erektile Dysfunktion dar. Damit bezeichnet der Mediziner die länger dauernde Unfähigkeit, eine Erektion zu erzielen, die für einen Geschlechtsverkehr geeignet ist.
  • Infertilität: Ein anderes Wort für Infertilität ist Sterilität. Damit ist die Zeugungsunfähigkeit gemeint (die Unfähigkeit, Nachkommen zu zeugen).

Die Prostata auf einen Blick

  • zählt zu den männlichen Geschlechtsorganen und liegt unterhalb der Blase
  • ungefähr kastaniengroß
  • bedingt durch die männlichen Geschlechtshormone wächst die Prostata (sog. ‚Prostatahyperplasie‘) im Laufe eines Lebens und verursacht so Probleme beim Wasserlassen und in der Sexualität

Aufbau

  • die Prostata besteht aus einer periurethralen Zone (um die Harnröhre herum), einer Innendrüse und einer Außendrüse

Aufgaben

  • Herstellung des Sekrets, das die Samenflüssigkeit flüssig macht

Welche Erkrankungen der Prostata gibt es?

Die Medizin kennt verschiedene Erkrankungen der Prostata, vor allem die Prostatavergrößerung (sog. ‚Prostatahyperplasie‘) und den Prostatakrebs (sog. ‚Prostatakarzinom‘).

Prostatavergrößerung

Die männlichen Geschlechtshormone (Testosteron und sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron) zirkulieren im Blut des Mannes und haben verschiedene Aufgaben. Sie regen bspw. die Teilung der Zellen der Prostata an. Dadurch entsteht ein gutartiges Prostatawachstum und die Prostata wächst. Dieser Prozess findet bei beinahe allen Männern statt und führt oft nicht zu gesundheitlichen Problemen.

Vor allem die Prostatazellen, die im Zentrum der Prostata um die Harnröhre liegen, vermehren sich. Dieser Prozess drängt die umliegende Drüse weiter nach außen. Wie stark die Prostata des Mannes wächst, ist in erster Linie erblich bedingt. Die Ernährung spielt dabei eine Rolle.

„Bei allen Männern wächst die Prostata im Laufe des Lebens. Die männlichen Geschlechtshormone begünstigen die (gutartige) Zellteilung der Prostatazellen. Auch die Ernährung ist ein wichtiger Faktor dafür, dass dieses Wachstum im Alter… Klick um zu Tweeten

Die Prostata wächst nicht immer gleichmäßig. Es kann vorkommen, dass nur einzelne Bereiche der Prostata wachsen. Die Harnröhre kann durch dieses Wachstum verengt sein, weil sie mitten durch die Prostata verläuft. Die Folge sind nicht selten Probleme beim Wasserlassen. Häufig treten die ersten Beschwerden im fünften Lebensjahrzehnt auf. Besteht eine Behinderung des Urinabflusses, kann die Blase eine kräftigere Muskulatur entwickeln, wodurch sich wiederum weitere gesundheitliche Probleme ergeben können.

Mehr dazu können Sie unserem Artikel „Prostatavergrößerung – eine Volkskrankheit?“ entnehmen.

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist der häufigste Krebs beim Mann. Er tritt gehäuft in fortgeschrittenem Alter auf. Die Diagnose Prostatakarzinom bekommen jedes Jahr in Deutschland rund 60.000 Männer – rund 12.000 Männer sterben pro Jahr daran.

Gut zu wissen!
Es gibt bei Männern sogar das sogenannte latente Prostatakarzinom. Dies wurde im Rahmen von Autopsien bei Männern, die 70 Jahre oder mehr alt waren, festgestellt. Es trat durchschnittlich bei 40 Prozent der untersuchten Männer auf. Klinisch waren diese Fälle zu Lebzeiten nicht in Erscheinung getreten.

Warum manche Männer an Prostatakrebs erkranken und andere nicht, liegt noch weitgehend im Dunkeln. Es gibt jedoch einige Aspekte, die eine Erkrankung wahrscheinlicher machen. Dazu gehören:

  • zunehmendes Alter
  • hormonelle Faktoren; Androgene (männliche Geschlechtshormone) scheinen den Krebs in seinem Wachstum anzuregen
  • Umweltfaktoren, zum Beispiel eine fettreiche Ernährung
  • Leben in Industriestaaten
  • genetische Faktoren

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema Prostatakrebs bekommen möchten, zum Beispiel zu den unterschiedlichen Therapieformen, schauen Sie sich unseren Artikel „Prostatakrebs – welche Risikofaktoren gibt es? Wie werden Prostatakarzinome behandelt?“ an.

Wenn Sie seriöse Informationen zu fünf Mythen rund um das Thema Krebs bekommen möchten, können Sie sich gerne auch Dr. Dr. Tobias Weigls folgenden Video-Beitrag anschauen.

5 Fragen & Mythen über Krebs: Krebs durch Rauchen? Vererbbar? Heilbar? Gibt es Krebs Symptome?

Welche Beschwerden im Zusammenhang mit der Prostata hatten/haben Sie? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Beschwerden besser einschätzen zu können.

Aktuelle Forschung – Zeugungsunfähigkeit begünstigt Prostatakrebs

Schon länger geht man in der Forschung von einem Zusammenhang zwischen Prostatakrebs und Zeugungsunfähigkeit aus. Hinweise auf einen tatsächlichen Zusammenhang konnten Yvonne Lundberg Giwercman und ihre Kollegen von der schwedischen Universität Lund jetzt finden. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im British Medical Journal.

Für ihre Untersuchungen standen den Forschern Daten von mehr als 1 Million Kindern und Vätern zur Verfügung. Diese wurden verschiedenen Patienten- und Personenregistern aus den Jahren 1994–2014 entnommen. 3 Prozent der Kinder in diesem Register wurden künstlich gezeugt. Allerdings konnten die Forscher aus den Daten nicht ableiten, ob für diese Art der Befruchtung die männliche Zeugungsunfähigkeit verantwortlich war oder ob das Vorgehen aufgrund weiblicher Unfruchtbarkeit durchgeführt wurde.

Nichtsdestoweniger ließen die Ergebnisse am Ende der Untersuchungen den Schluss zu, dass Männer, die ihre Kinder durch künstliche Befruchtung gezeugt haben, ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs haben gegenüber Vätern, die ihre Kinder natürlich gezeugt hatten. Es ist also möglich, dass Männer mit „künstlich gezeugten“ Kinder im Alter eine erhöhte Gefahr für Prostatakrebs haben.

Letztlich sollten die Ergebnisse aber nicht überbewertet werden, da die Studie einigen Einschränkungen unterlag. So wurden bspw. nur diejenigen Männer untersucht, bei denen die künstliche Zeugung am Ende auch erfolgreich war. Es ist möglich, dass eine nicht erfolgreiche Umsetzung also mit einem noch größeren Risiko für Prostatakrebs einhergeht.

Wenn Sie mehr zum Thema erfahren wollen, empfehlen wir unseren Artikel „Aktuelles aus der Forschung – Männer mit Zeugungsunfähigkeit erkranken häufiger an Prostatakrebs“, in dem wir uns im Detail mit der Forschung auseinandergesetzt haben.

Quelle: Yvonne Lundberg Giwercman (2019): Risk of prostate cancer for men fathering through assisted reproduction: nationwide population based register study. In: The British Medical Journal, 25. September 2019.

Häufige Patientenfragen

Wer ist alles von einer Prostatavergrößerung betroffen?

Dr. Dr. T. Weigl
Im Grunde betrifft eine gutartige Prostatavergrößerung irgendwann jeden Mann. In der Regel fängt die Volumenzunahme mit dem 30. Lebensjahr an – ab dann steigt die Häufigkeit für eine Vergrößerung alle 10 Jahre um ungefähr 10–15 %. Ab einem Alter von 80 Jahren sind etwa 90 % aller Männer betroffen. Gehen Sie daher regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrem Hausarzt oder Urologen, denn nur so lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln.

Mein Vater und mein Großvater sind an Prostatakrebs gestorben. Sollte ich mich regelmäßig untersuchen lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Männer ab einem Alter von 45 Jahren sollten einmal pro Jahr zur Prostata-Vorsorgeuntersuchung gehen. Der Arzt tastet dabei die Prostata ab und ermittelt den PSA-Wert. Wenn Verwandte ersten Grades (bspw. Vater oder Bruder) an Prostatakrebs erkrankt waren, steigt auch das Risiko, selbst zu erkranken, an – um das Zwei- bis Dreifache. Eine Vorsorgeuntersuchung ist dann auf jeden Fall empfehlenswert.

Ist die rektale Abtast-Untersuchung schmerzhaft?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein, in der Regel nicht. Mehr als ein unangenehmes Gefühl haben Sie nicht zu befürchten. Aber das ist normal, denn das Rektum ist ein sensibler, intimer Körperbereich.

Welches Medikament sollte ich bei einer gutartigen Prostatavergrößerung einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Grundsätzlich gibt es zum Beispiel Prostagutt, Tamsu-Generice oder Pollstimol. Allerdings sollten Sie bei der Wahl des richtigen Medikaments einen Arzt hinzuziehen und stets die möglichen Nebenwirkungen beachten.

Oben wurde erwähnt, dass Frauen auch eine Prostata haben – stimmt das?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, es handelt sich dabei um die sogenannte Paraurethraldrüsen, die auch als Prostata feminina bezeichnet werden. Diese Geschlechtsdrüsen liegen neben der weiblichen Harnröhre, die in den Scheidenvorhof und/oder die Schleimhaut um den Harnröhrenausgang laufen. In der Medizin gibt es einige Autoren, die diese Drüsen mit der weiblichen Ejakulation und dem G-Punkt in Zusammenhang bringen.

Typisches Patientenbeispiel

Manfred, 76 Jahre alt, sucht wegen unklarer Schmerzen seinen Hausarzt auf. Dieser stellt einen PSA-Wert von 700 fest. Der Urologe konkretisiert die Diagnose: metastasierender Prostatakrebs. Die Metastasen betreffen die Knochen, die Lymphknoten und das Knochenmark. Sogar der Kiefer und die Hüften und Beine sind schmerzhaft verändert.

Um den Krebs möglichste lange zu beherrschen, beginnt der behandelnde Arzt mit einer Hormonentzugstherapie. Nach sechs Wochen beginnt die Chemotherapie. Da der Krebs weit fortgeschritten ist und als aggressiv gilt, wissen Manfred und seine Angehörigen nicht weiter.

Der behandelnde Arzt empfiehlt Manfred einen stationären Aufenthalt in einem zertifizierten Prostatazentrum. Grundsätzlich ist ein Prostatazentrum speziell auf alle Fragen rund um dieses Organ ausgerichtet. Eine Klinik erhält die streng geprüfte Zertifizierung dann, wenn sie auf alle diagnostischen, therapeutischen und organisatorischen Probleme im Bereich der Prostata perfekt vorbereitet ist. Die Messlatte liegt hoch. Das heißt: Wer sich mit Prostata-Problemen konfrontiert sieht, findet in einem zertifizierten Prostatazentrum die bestmögliche Versorgung.

Bei Manfred ist am Ende nochmal alles gut gegangen, ihm konnte im Prostatazentrum tatsächlich geholfen werden, auch wenn es ein steiniger Weg war. Jetzt muss er regelmäßig zu Nachuntersuchungen. Er hat auch schon überlegt, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen, um das Erlebte besser verarbeiten zu können. Mal schauen, wo in der Nähe dazu ein treffen stattfindet…

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 24.11.2019

Quellen

  • Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Prostata. In: internisten-im-netz.de.
  • Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (2011): Was tun, wenn die Prostata wächst? Eine Patienteninformation des Arbeitskreises Benignes Prostatasyndrom der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. In: urologen-portal.de.
  • Thomas Gasser (2015): Basiswissen Urologie, 6., überarbeitete Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • Yvonne Lundberg Giwercman (2019): Risk of prostate cancer for men fathering through assisted reproduction: nationwide population based register study. In: The British Medical Journal, 25. September 2019.
  • Oliver W. Hakenberg (2014): Prostatakarzinom. In: Hans-Ulrich Schmelz, Christoph Sparwasser & Wolfgang Weidner (Hrsg.) (2014): Facharztwissen Urologie. Differenzierte Diagnostik und Therapie, 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • Richard Hautmann & Jürgen E. Gschwend (Hrsg.) (2014): Urologie, 5. Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • Hans-Ulrich Schmelz, Christoph Sparwasser & Wolfgang Weidner (Hrsg.) (2014): Facharztwissen Urologie. Differenzierte Diagnostik und Therapie, 3. Auflage. Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • Dorit Schöller (2016): Paraurethraldrüsen. In: pschyrembel.de.
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