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Top 10 der häufigsten Todesursachen in Deutschland

Die häufigsten Todesursachen in Deutschland auf einen Blick

Zahlen zu Todesfällen in Deutschland

  • neueste Statistik für das Jahr 2017
  • insgesamt 932.272 Todesfälle
  • 457.756 Männer – 474.507 Frauen
  • Anstieg von 2,3 % im Vergleich zu 2016
  • Zahlen vergleichbar zu anderen Industrienationen

Was sind die 10 häufigsten Todesursachen?

  1. Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems
  2. Neubildungen (Krebs)
  3. Krankheiten des Atmungssystems
  4. psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen
  5. Verletzungen, Vergiftungen, sonstige äußere Ursachen
  6. Krankheiten des Verdauungssystems
  7. Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten
  8. Krankheiten des Nervensystems
  9. Krankheiten des Urogenitalsystems
  10. nicht näher klassifizierte Symptome

Veränderungen zu den Vorjahren

  • hohe Steigerung bei psychischen Erkrankungen, mehr Neubildungen (Krebs)
  • höhere Überlebensrate bei Krebserkrankungen
  • Infektionen seltener mit tödlichem Ausgang

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Das Bundesamt für Statistik hat im September 2019 die aktuelle Todesursachenstatistik für das Jahr 2017 veröffentlicht und sie gibt einen interessanten Einblick in das deutsche Gesundheitswesen. In dem Jahr sind in Deutschland insgesamt 932.272 Menschen gestorben. Der Begriff Todesursache beschreibt den letztendlichen Grund des Versterbens einer Person. Auch bei unklaren oder mehreren Ursachen muss der wahrscheinlichste bzw. entscheidende Grund in die Todesbescheinigung eingetragen werden. Das führt zu einer umfangreichen Statistik, die jährlich vom Statistischen Bundesamt aktualisiert wird. Aufgrund der großen Datenmenge und eines engen Zeitplans wird in der Todesursachenstatistik das Jahr 2017 dargestellt. Der folgende Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die Top 10 der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Zusätzlich finden Sie auf doktorweigl.de zu vielen dieser Themen detaillierte Artikel. Klicken Sie dazu einfach auf die markierten Wörter im Text.

„An den häufigsten Todesursachen erkennt man den Stand der heimischen Medizin und welche gesundheitlichen Problemfelder in einer Gesellschaft vorhanden sind.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Überblick über die Statistik der Sterbefälle 2017

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht in regelmäßigen Abständen neue Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik. Besonders aufschlussreich ist dabei die Aufteilung der Sterbefallstatistik in bestimmte Todesursachen. Diese Aufteilung erfolgt nach Diagnosekapiteln der ICD-10. Das ist die internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der amtlichen Statistik werden Todesfälle und Krankheiten anhand ihrer ärztlichen Diagnose erfasst. Dadurch bilden sich Themengebiete, die einen schnelleren Überblick liefern. Zusätzlich können die Todesursachen weltweit verglichen werden und ermöglichen damit Aussagen über die Effektivität der Gesundheitssysteme in verschiedenen Ländern.

Top 10 der häufigsten Todesursachen in Deutschland

1. Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems

Häufige Todesursachen:

Herz-Kreislaufkrankheiten sind die mit Abstand häufigste Todesursache in Deutschland. Über 344.000 Menschen verstarben im Jahr 2017 daran. Das sind 37 % aller Todesfälle in der Bundesrepublik. Bei mehr als 156.000 Männern und 188.000 Frauen diagnostizierte man Krankheiten dieser Art als Todesursache. Besonders Herzinfarkte und Folgen von Bluthochdruck (Hypertonie) oder einer Herzinsuffizienz können tödlich verlaufen. Bluthochdruck gilt auch als Volkskrankheit in der Bundesrepublik. Ca. 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter und riskieren dadurch Schäden an Herz, Gehirn, Nieren oder Augen zu erleiden.

Blutdrucksenkende Medikamente wie beispielsweise Lisinopril, Valsartan, Moxonidin oder Amlopidin und eine Umstellung auf einen gesünderen Lebensstil wirken vorbeugend. Weitere Erkrankungen dieser Kategorie sind Entzündungen der Herzinnenhaut (Endokarditis), Herzklappenfehler, Herzrhythmusstörungen oder der Schlaganfall. Letzterer zählt einzeln betrachtet zu einer der häufigsten Krankheiten mit Todesfolge, wird in dieser Statistik aber in der Kategorie Herz-Kreislaufkrankheiten geführt.

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2. Neubildungen

Häufige Todesursachen:

Der Begriff Neubildungen umfasst alle Arten von Krebserkrankungen. In der Kategorie wird zwischen gutartigen und bösartigen Neubildungen unterschieden, wobei bösartige Neubildungen über 99 % der krebsbedingten Todesfälle ausmachen. Von 227.500 Todesfällen entfallen lediglich 768 auf gutartige Neubildungen. In dieser Kategorie sind Männer wesentlich häufiger betroffen – 123.000 männliche Todesfälle stehen 104.500 weiblichen Opfern gegenüber. Die am häufigsten diagnostizierte Krebsart bei Männern ist der Lungen- und Bronchialkrebs, bei Frauen führt der Brustkrebs die Statistik an.

Weitere Krebsarten mit hoher Sterblichkeit sind Dick- bzw. Dünndarmkrebs, Tumoren der Bauchspeicheldrüse sowie Krebserkrankungen der Galle und der Genitalorgane (z. B. Prostatakrebs). Auch wenn einige dieser Krebsarten ebenfalls in Kategorien weiter unten eigeordnet werden könnten, zählen sämtliche Tumorerkrankungen mit Todesfolge zur Kategorie der Neubildungen. Über 50 % aller Todesfälle in der Bundesrepublik werden damit von Herz-Kreislaufkrankheiten oder Krebs verursacht.

3. Krankheiten des Atmungssystems

Häufige Todesursachen:

Diese Kategorie beinhaltet alle Atemwegserkrankungen. Obwohl sie Platz 3 in unserer Liste belegt, sind die Opferzahlen wesentlich geringer als bei Platz 1 und 2. Über 68.000 Todesfälle wurden im Jahr 2017 der Kategorie der Atemwegserkrankungen zugeordnet. Zu den Krankheiten gehören Lungenentzündungen, COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung), Asthma bronchiale, Bronchitis und Heuschnupfen (Rhinitis) aber auch Erkrankungen der Nase, wie beispielsweise Nasennebenhöhlenentzündungen oder Nasenpolypen. Im Vergleich zum Vorjahr (2016: 64.000) sind die Zahlen leicht gestiegen, Männer liegen mit 36.000 Todesfällen leicht vor den Frauen mit 32.000 Opfern. Erkrankungen wie Lungenkrebs sind nicht in dieser Kategorie eingeordnet, sondern finden sich unter Neubildungen (Kategorie 2).

4. Psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen

Häufige Todesursachen:

Auf Platz 4 dieser Liste stehen psychische Krankheiten und Verhaltensstörungen, die ursächlich für ein Ableben der betroffenen Person sind. Über 52.000 Menschen sind im Jahr 2017 an Krankheiten dieser Kategorie verstorben. Auffällig ist hierbei die hohe Zahl der weiblichen Todesfälle. Während in anderen Kategorien häufig ähnliche Betroffenenzahlen zwischen den Geschlechtern erkennbar sind, zeigt sich hier bei Frauen eine über eineinhalbfach so hohe Sterblichkeitsrate wie bei Männern. Über 32.000 Frauen sind betroffen, während es bei Männern nur knapp 20.000 Betroffene gibt. Krankheiten dieser Kategorie umfassen psychische Störungen durch Substanzmissbrauch wie beispielsweise Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit.

Ebenfalls sind schizophrene und wahnhafte Störungen, Depressionen aber auch verschiedene Formen von Demenz (vaskuläre Demenz, Parkinson-Demenz) in dieser Kategorie angesiedelt. Zusätzlich fallen Verhaltensstörungen, neurotische Erkrankungen (z. B. Borderline Störung) und Entwicklungsstörungen in diese Kategorie.

5. Verletzungen, Vergiftungen, sonstige äußere Ursachen

Häufige Todesursachen:

  • Verkehrsunfälle
  • Stürze
  • Operationskomplikationen

In dieser Kategorie finden sich alle Verletzungen, Verbrennungen, ungewollte Vergiftungen sowie Todesfälle durch operative Komplikationen. 41.000 Menschen starben im Jahr 2017 daran. Unfälle und Stürze sind dabei die größten Faktoren. Während die insgesamte Anzahl verstorbener Männer nur leicht höher liegt als die der Frauen, zeigt sich insbesondere bei Verkehrsunfällen eine deutlich erhöhte Sterblichkeitsrate der Männer. Die Anzahl männlicher Opfer ist fast dreimal so hoch wie bei Frauen (2500 Männer : 900 Frauen). Versehentlich erlittene Vergiftungen werden auch registriert, spielen mit insgesamt 1.100 Fällen aber eine untergeordnete Rolle.

6. Krankheiten des Verdauungssystems

Häufige Todesursachen:

Auf Platz 6, knapp hinter den Verletzungen, liegen Krankheiten des Verdauungssystems. Ebenfalls ca. 41.000 Menschen starben daran. Männliche Opfer liegen hier mit fast 22.000 Betroffenen vor den 19.000 verstorbenen Frauen. Die Kategorie der Krankheiten des Verdauungstraktes umfasst alle Erkrankungen des Magens, der Leber, des Darms, des Wurmfortsatzes des Blinddarms und ebenfalls der Mundhöhle und des Kiefers. Gastro-intestinale Blutungen, Morbus-Crohn, Gastritis, Appendizitis und nicht behandelte Leistenbrüche (Hernie) sind beispielhafte Krankheiten. Viele davon sind in den wenigsten Fällen an sich schwerwiegend, eine fehlende Behandlung oder auftretende Komplikationen können jedoch zu Todesfällen führen. Eine starke Verbreitung von Krankheiten des Verdauungssystems führt zu der verhältnismäßig hohen Zahl an Todesfällen in Deutschland.

7. Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten

Häufige Todesursachen:

In dieser Kategorie finden sich Krankheiten wie Diabetes mellitus, Erkrankungen der Schilddrüse (Über- bzw. Unterfunktion, Hashimoto), Stoffwechselstörungen (z. B. Fettstoffwechselstörung) aber auch Folgen von Mangelernährung oder Überernährung. Beinahe 34.000 Opfer verzeichnet die Statistik für das Jahr 2017, davon sind 15.000 Männer und fast 19.000 Frauen. Insbesondere krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und dessen Folgen sind Hauptgründe für die Todesfälle dieser Kategorie. Wie auch bei den Krankheiten des Verdauungssystems, sind viele der hier gesammelten Krankheiten durch Medikamente behandelbar (beispielsweise Metformin bei Diabetes mellitus, Levothyroxin bei einer Schilddrüsenunterfunktion) und führen im Normalfall nicht zum Tod.

8. Krankheiten des Nervensystems

Häufige Todesursachen:

32.000 Menschen starben im Jahr 2017 an den Folgen einer Erkrankung ihres Nervensystems. Männliche und weibliche Todesopfer halten sich in dieser Kategorie die Waage, jeweils 16.000 tödliche Fälle sind aufgeführt. Angeborene Defekte werden in dieser Statistik nicht berücksichtigt, lediglich im Laufe des Lebens erworbene Krankheiten sind entscheidend.

Unterteilt sind die Krankheiten in Störungen des zentralen Nervensystems (ZNS) und des peripheren Nervensystems (PNS). Multiple Sklerose ist eine der bekanntesten Krankheiten des ZNS, beim peripheren Nervensystem sind es beispielsweise Neuropathien (diabetische Polyneuropathie). Von den krankheitsbedingten Störungen sind einzelne oder mehrere Nerven betroffen. Die Motoneuropathien kündigen sich zum Beispiel durch Muskelzucken an und führen zu einer Schädigung der Nervenzellen der Muskeln. Diese Erkrankungen sind selten, äußerst schmerzhaft, können nicht geheilt werden und führen zum Tod.

9. Krankheiten des Urogenitalsystems

Häufige Todesursachen:

Platz 9 auf dieser Liste nehmen die Urogenitalkrankheiten ein. Für das Jahr 2017 erfasst diese Kategorie über 23.000 Menschen. An Urogenitalkrankheiten sind ca. 13.000 Frauen und 10.000 Männer erkrankt und verstorben. Krankheiten des Urogenitalsystems umfassen Niereninsuffizienz, chronische Nierenkrankheiten, Nierensteine, Erkrankungen des Harnsystems (Harnverhalt), aber auch Krankheiten der Genitalorgane (Prostatavergrößerung, Endometriose).

10. Nicht näher klassifizierte Symptome

In die letzte Kategorie fallen alle Todesfälle, die durch unklare Umstände zustande gekommen sind oder nicht eindeutig zugeordnet werden können. Obwohl diese rechnerisch auf Platz 9 liegen, führt die Anzahl an verschiedensten Symptomen und unklaren Gründen für eine Kategorisierung zu der Einordnung auf Platz 10. Über 25.000 Menschen konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht abschließend diagnostiziert werden. Patienten, die nicht zu einer weiteren Behandlung erschienen sind, werden hier gelistet, genauso wie seltene Fälle, in denen keine Diagnose möglich war. Senilität ist ebenso einer der Gründe, wie auch unspezifische Schmerzen, die keinem Auslöser zugeordnet werden können. In dieser Kategorie sind wesentlich mehr Männer (15.000) als Frauen (10.000) aufgeführt. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich Männer häufiger einer Behandlung entziehen und keine ärztliche Aufsicht suchen.

Welche der obengenannten Todesursachen halten Sie für unterrepräsentiert in der Berichterstattung? Zu welchem Thema sollte dringend mehr Aufklärung betrieben werden? Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage geben Sie uns wertvolle Rückmeldung über drängende Themen und ermöglichen es uns, Artikel direkt auf Ihre Bedürfnisse und Fragen zuzuschneiden. Nur durch steigende Aufklärung kann der Gesundheitszustand der gesamten Bevölkerung verbessert werden. (Kombinationen der Todesursachen bitte unter „Andere“ eintragen)

Todesursachen im 5-Jahres-Vergleich

Um eine Aussage über die Entwicklung verschiedener Krankheitsbilder treffen zu können, ist es wichtig, sich die Entwicklung der Todesfälle über einen längeren Zeitraum hinweg anzuschauen. Bei den hier aufgelisteten Kategorien zeigt sich insgesamt ein leichter Anstieg der Todesfälle zwischen den Jahren 2013 und 2017 von ca. 840.000 auf 900.000 Verstorbene. Dies ist auf die steigende Bevölkerungszahl in Deutschland von 80,52 Millionen in 2013 auf 82,52 Millionen Menschen im Jahr 2017 zurückzuführen. Zusätzlich stieg in dieser Zeit das Durchschnittsalter der Bevölkerung von 44,6 Jahren auf 45 Jahre.

Insbesondere der Bereich der psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen weist einen Anstieg der Mortalität (Sterblichkeit) auf. Während im Jahr 2013 nur 36.000 Todesfälle erfasst wurden, steigt der Wert im Jahr 2017 auf über 52.000. Ansonsten ist in fast allen Bereichen ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Lediglich die Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems zeigen eine Reduktion von 354.000 auf 344.000. Die sinkende Zahl der Todesfälle spricht für eine bessere medizinische Versorgung oder funktionierende Präventionsstrategien.

Eine Studie aus dem Jahr 2019 prophezeit europaweit sinkende Todesfälle infolge von Krebserkrankungen. Trotz ansteigender Krebsfälle soll es insbesondere bei Brustkrebs und bei Lungenkrebs weniger Opfer geben. Durch die verbesserte medizinische Behandlung sollen übergreifend für alle Krebsarten 6 % weniger männliche und 4 % weniger weibliche Patienten an den Folgen ihrer Krebserkrankung sterben. Mehr dazu weiter unten im Artikel.

Weltweiter Vergleich

Im weltweiten Vergleich zeigt sich für alle hochentwickelten Industrieländer ein ähnliches Bild. In den USA sind ca. 33 % der Todesfälle auf Herz- und Kreislaufkrankheiten zurückzuführen. Weltweit sind es lediglich 31 %, in Deutschland 37 %. Die ähnlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, die Angleichung der Ernährungsgewohnheiten und die, im Vergleich zu Entwicklungsländern, frühzeitig verfügbaren medizinischen Innovationen führen in den USA, den hochentwickelten Teilen Europas und Asiens zu vergleichbaren Zahlen.

In weniger entwickelten Ländern sind hingegen andere Ursachen ausschlaggebend und führen zu einer abweichenden Verteilung der Todesursachen. Steigende Umweltverschmutzung, Infektionskrankheiten wie Malaria oder AIDS und Mangelernährung haben hier einen deutlichen Einfluss sowohl auf die Bevölkerungsverteilung als auch auf die Lebenserwartung. Krebserkrankungen und Herzkreislaufprobleme treten überwiegend in höherem Alter auf. Die geringere Lebenserwartung in minderentwickelten Ländern führt zu Abweichungen bei den Todesursachen. Hier ist ein Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Zustand und Todesursachen erkennbar, wirtschaftlich stärkere Länder haben die bessere medizinische Versorgung und damit auch die älteren Einwohner. Diese erkranken wiederum mit höherer Wahrscheinlichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen oder Neubildungen (Krebs).

Aktuelle Forschung – Steigende Anzahl an Krebsdiagnosen

Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im ‚Cancer Journal for Clinicians’ vor einer steigenden Anzahl an Krebsdiagnosen auf der Erde gewarnt. Weltweit ist die Zahl alleine im Jahr 2018 um 18,1 Millionen angestiegen, die Zahl der Todesfälle nach Krebserkrankung liegt bei 9,5 Millionen. Die Gründe dafür sind vielzählig und komplex, eine immer weiter steigende Weltbevölkerung und die höhere Lebenserwartung sind aber die beiden Hauptursachen. Die WHO warnt davor, dass jeder fünfte Mann und jede sechste Frau in ihrem Leben an einer Variante von Krebs erkranken wird.

Geographische Unterschiede

Der Bericht der WHO macht die steigende Lebenserwartung und die wirtschaftliche Entwicklung der Länder dafür verantwortlich. Während in ärmeren Ländern infektionsbedingte Krebserkrankungen (Magenkrebs, Leberkrebs) weiter verbreitet sind, ist die Anzahl an Brustkrebs- und Darmkrebserkrankungen in Industrieländern höher.

Besonders betroffen von den steigenden Krebsraten sind Europa und Amerika. Während nur 9 % der Weltbevölkerung in Europa leben, entfallen 23,4 % der weltweiten Krebserkrankungen auf Europäer. In Amerika sind es 13,3 % der Bevölkerung und 21 % der Erkrankungen. Dafür ist die Sterblichkeitsrate geringer. Während in Asien 57,3 % alle weltweiten Krebstode vorkommen, liegt Europa mit 20,3 % unterhalb der Erkrankungsrate von 23,4 %. Ein Zeichen für bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung. In Afrika wurden 5,8 % der Krebserkrankungen weltweit und 7,3 % der Todesfälle registriert. Die Gründe dafür liegen laut WHO in der fehlenden Möglichkeit der Krebsbehandlung und den in Afrika und Asien vorherrschenden Krebsarten. Diese haben eine besonders schlechte Überlebensprognose.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen zwischen zwei und dreimal höher ist als in ärmeren Ländern.

Quelle: Freddie Bray u.a. (2018): Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. In: CA: A Cancer Journal for Clinicians. Volume 68, Issue 6: S. 396–424.

Häufige Patientenfragen

Finde ich in der Statistik auch Daten über die Anzahl der Selbstmorde in Deutschland im Jahr 2017?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, die Statistik gibt auch darüber Aufschluss, allerdings nicht als eigens bezeichnete Kategorie. Bei Selbstmorden ist die Art des Ablebens entscheidend dafür, in welche Kategorie der Todesfall eingeordnet wird. Im Jahr 2017 kam es in Deutschland zu 9.235 Todesfällen durch Suizid. Männer sind dabei wesentlich häufiger vertreten als Frauen. Die Zahl der Selbstmorde ist stark rückläufig, im Jahr 1980 nahmen sich noch fast doppelt so viele Menschen das Leben.

Woher stammen die Daten dieser Statistik?

Dr. Dr. T. Weigl
Als Datengrundlage dienen die ausgestellten Totenscheine aller Verstorbenen im Jahr 2017. Diese werden automatisch bei jedem Todesfall ausgestellt und geben neben persönlichen Daten auch die Todesursache an. Diese wird von den Gesundheitsämtern an die Vertretungen des Statistischen Bundesamtes in den einzelnen Bundesländern weitergegeben.

Wieso sind die Statistiken schon über ein Jahr alt, bevor sie veröffentlicht werden?

Dr. Dr. T. Weigl
Die zugrundeliegenden Daten aus dem Jahr 2017 werden an das Statistische Bundesamt weitergereicht. Da dies sehr viel Koordination und Aufwand bedeutet, dauert es im Normalfall bis zum August des darauffolgenden Jahres, bis alle Daten eingereicht wurden. Dann beginnt das Statistische Bundesamt mit der Auswertung und erstellt daraus diese Statistik.

Kann man mit dieser Statistik erkennen, wie gut das Gesundheitssystem in Deutschland funktioniert?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, aber die Statistik eines Jahres liefert dazu nur einen kleinen Einblick. Interessant wird es, sobald man die Statistiken mehrerer Jahre vergleicht und so überprüfen kann, ob bestimmte Krankheitskategorien häufiger oder seltener in der Statistik auftauchen. So kann man beispielsweise Rückschlüsse zur Effektivität bestimmter Präventionsstrategien treffen und erkennt möglicherweise auch Versorgungsengpässe im Gesundheitssystem.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Timo Hülsmann
Lektorat: Clara Spottke
Veröffentlicht:

Quellen

  • Emilia J. Benjamin u. a. (2017): Heart Disease and Stroke Statistics – 2017 Update: A Report From the American Heart Association. Circulation 2017: Jan 25. In: acc.org.
  • Freddie Bray u. a. (2018): Global cancer statistics 2018: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. In: CA: A Cancer Journal for Clinicians. Volume 68, Issue 6: S. 396–424.
  • Destatis: Todesursachen. 04.11.2019. In: destatis.de.
  • GCO: Cancer Today. Data visualization tools for exploring the global cancer burden in 2018. 07.11.2019. In: gco.iarc.fr.
  • Dr. med. Dirk Krollner: ICD-Code 2019. 04.11.2019. In: icd-code.de.
  • Internisten im Netz: Herz-Kreislauferkrankungen. 04.11.2019. In: internisten-im-netz.de.
  • Statista: Anzahl der Todesfälle in Deutschland nach Todesursachen und Geschlecht 2017. 04.11.2019. In: statista.com.
  • Demografieportal des Bundes und der Länder: Immer mehr ältere Menschen in Deutschland. 04.11.2019. In: demografie-portal.de.
  • Matteo Malvezzi u. a. (2019): European cancer mortality predictions for the year 2019 with focus on breast cancer. In: Annals of Oncology, Volume 30, Issue 5, May 2019: S. 781–787.
[Gesamt:9    Durchschnitt: 5/5]

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