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Schmerzhaftes/Brennendes Wasserlassen (Algurie) – Blasenentzündung und Co.

„Wenn es beim Wasserlassen brennt, steckt in den meisten Fällen eine Harnwegsinfektion wie eine Blasenentzündung dahinter. Besonders Männer sollten aber angesichts ihrer anatomischen Gegebenheiten bei Problemen mit der Harnröhre unmittelbar einen Arzt aufsuchen.“
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Im Zusammenhang mit Harnsteinen, Tumoren, Prostataerkrankungen, Infektionen der Harnwege usw. kommt es häufig zu Problemen bzw. Veränderungen beim Wasserlassen. Der Harndrang kann sich häufen und das Wasserlassen erschwert, schmerzhaft und schlicht unmöglich sein. In diesem Artikel widmen wir uns dem schmerzhaften, brennenden Wasserlassen, auch bekannt als Algurie. Oft stecken hinter dem Leiden vergleichsweise harmlose Harnwegsinfektionen wie eine Blasenentzündung (Blasenentzündung bei der Frau versus Blasenentzündung beim Mann). In seltenen Fällen kann schmerzhaftes Wasserlassen aber auch mit schwerwiegenden Erkrankungen wie bspw. Blasenkrebs zusammenhängen. Wir erörtern in diesem Artikel daher die möglichen Ursachen, Begleiterscheinungen, die Methoden zur Diagnose sowie die möglichen Behandlungsansätze der Algurie.

Bis gerade eben war noch alles in Ordnung. Marcel hat mit seiner Freundin entspannt auf der Couch gelegen und die beiden haben zusammen einen Serien-Marathon durchlaufen. Danach musste er aber ziemlich dringend aufs Klo. Doch das Pinkeln hat… irgendwie weh getan. Und jetzt hat er ständig das Gefühl, auf die Toilette zu müssen, während eigentlich kaum Urin rauskommt. Und wenn, dann unter Schmerzen, Brennen. Kann das eine Blasenentzündung sein? Ist das nicht eine Frauenkrankheit? Er weiß, dass seine Freundin schon öfter damit zu kämpfen hatte, aber seine männlichen Freunde haben von sowas noch nicht erzählt. Vielleicht sollte er vor der großen Panikmache mal das Internet zu Rate ziehen …

Was ist Algurie?

Algurie (von gr. algos ‚Schmerz‘ und ouron ‚Harn‘) ist der medizinische Fachbegriff für schmerzhaftes Wasserlassen. Sie stellt eine von insgesamt fünf Beschwerdearten im Zusammenhang mit dem Wasserlassen dar. Die Beschwerden, die im Zusammenhang mit dem Wasserlassen bestehen können, sind neben Algurie:

  • Pollakisurie: Hierunter versteht man einen häufigen Harndrang trotz geringer Urinmengen. Die Pollakisurie tritt häufig in Kombination mit einer Algurie auf.
  • Ischurie: Unter Ischurie versteht man Harnverhalt, also das Unvermögen, spontan Wasser zu lassen.
  • Dysurie: Eine Dysurie beschreibt ein erschwertes, oftmals auch schmerzhaftes Wasserlassen.
  • Strangurie: Hierbei handelt es sich um ein dauerhaftes Bedürfnis, Wasser zu lassen, das auch dann besteht, wenn gar kein oder nur geringfügig Wasser ausgeschieden werden kann.
Exkurs: Harnverhalt
Der Harnverhalt, fachsprachlich Ischurie (von gr. íschein ‚zurückhalten‘, ‚hemmen‘ und ouron ‚Harn‘) beschreibt das Unvermögen, Wasser zu lassen und stellt einen der häufigsten urologischen Notfälle dar. Betroffene können nicht mehr selbst urinieren und bedürfen einer Harnableitung, da der Blasendruck nicht mehr dazu ausreicht, den Blasenschließmuskel zum Ablassen von Harn zu überwinden. Die Ursachen für einen Harnverhalt sind vielfältig. So können Hindernisse (sog. ‚Obstruktionen‘) wie eine Prostatavergrößerung, Infektionen, bestimmte Medikamente, Nervenschäden, Operationen und die Psyche eine wichtige Rolle bei der Blasenentleerungsstörung spielen.Wenn Sie mehr über das Thema Ischurie erfahren möchten, empfehlen wir die Lektüre unseres Artikels „Harnverhalt (Ischurie) – Wenn die Blase nicht entleert werden kann“.

Andere Unstimmigkeiten beim Wasserlassen

Die bereits aufgeführten Aspekte beschreiben tatsächliche Beschwerden, die das Wasserlassen per se verursachen kann. Nichtsdestoweniger gibt es auch weitere Unstimmigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Wasserlassen bestehen können. So unterscheidet man neben den bereits aufgeführten Beschwerden zusätzlich noch nach Quantität und Qualität.
Im Rahmen der Quantität steht die Menge des ausgeschiedenen Harns im Fokus. Dort unterscheidet man grundsätzlich zwischen:

  • Polyurie: Krankhafte erhöhte Produktion von Harn beginnend bei mehr als 2 Liter pro Tag.
  • Oligurie: Geringe täglich produzierte Menge Harn von unter 500 Milliliter.
  • Anurie: Weniger als 100 Milliliter produzierter Urin pro Tag. In der Folge verweilen Substanzen, bspw. Abfallprodukte, die normalerweise über den Urin ausgeschieden werden, im Körper. Die Anurie ereignet sich häufig im Zusammenhang mit einem Nierenversagen.
Exkurs: Häufiges Wasserlassen
Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Polyurie (von gr. poliurá ‚viel Harn‘) um ein Symptom, das häufiges Wasserlassen beschreibt. Dabei wird eine Menge von mehr als 2 Litern Urin pro Tag ausgeschieden. Die Ursachen sind dabei vor allem zu finden in folgenden Erkrankungen:

Mehr Informationen zum Thema Polyurie können Sie unserem Artikel „Häufiges Wasserlassen – Polyurie: Ursachen | Symptome | Therapie“ entnehmen. In diesem wird im Detail auf Ursachen, Begleitbeschwerden, mögliche Folgen, Diagnose und Behandlung eingegangen.

In Bezug auf die Qualität lassen sich noch weitaus mehr Unterscheidungen treffen. Die in diesem Zusammenhang notwendigen Nachweise müssen aber häufig durch Laboruntersuchungen erbracht werden. So können bspw. der Glukose-, Protein-, Leukozyt- oder Bakterienanteil im Urin bestimmt werden, was bei bestimmten Krankheiten sehr wichtig ist. Des Weiteren können sich auch Geruch und Farbe des Urins verändern.

Videoexkurs: Diabetes insipidus
Möchten Sie mehr über Diabetes insipidus erfahren? Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl, welche Ursachen dieser Erkrankung zugrunde liegen, welche Symptome es gibt und wie sie behandelt wird.

Was sind die möglichen Ursachen für schmerzhaftes Wasserlassen?

Als häufigste Ursache von schmerzhaftem Wasserlassen gelten Harnwegsinfektionen. Allerdings kann es auch seltenere Gründe dafür geben, dass es beim Wasserlassen weh tut. Im Folgenden wird daher ein Überblick über diejenigen Grunderkrankungen und körperlichen Veränderungen gegeben, die für Schmerzen beim Wasserlassen verantwortlich sein können.

Erkrankungen der Harnwege

  • Harnwegsinfektionen: Hierbei handelt es sich um einen Oberbegriff, der sämtliche Infektionen der Harnwege umfasst. Unterteilt wird in Infektionen der oberen Harnwege (bspw. Nierenbeckenentzündung) und der unteren bzw. ableitenden Harnwege (bspw. Blasenentzündung). Weiterhin unterteilt man die Harnwegsinfektion in unkomplizierte, komplizierte und rezidivierende Formen. Man spricht von einer unkomplizierten Harnwegsinfektion, wenn sie nicht mit besonderen Einschränkungen hinsichtlich Anatomie oder Funktion einhergeht und keine begünstigenden Begleiterkrankungen vorliegen. Werden diese Kriterien nicht erfüllt, liegt eine komplizierte Harnwegsinfektion vor. Bei einer Blasenentzündung des Mannes muss aufgrund der anatomischen Gegebenheiten (viel längere und schlechter erreichbare Harnröhre als bei der Frau) immer von einer komplizierten Infektion ausgegangen werden, weshalb diese auch bei Beschwerden sofort einen Arzt aufsuchen sollten. Eine rezidivierende Harnwegsinfektion beschreibt den Umstand, dass ein und dieselbe Infektion mehr als 2 oder 3 Mal pro Jahr auftritt. Ein Großteil der Harnwegsinfektionen wird verursacht durch das Darmbakterium Escherichia coli, das in der Harnröhre aufsteigt und sich dort ansiedelt.
  • Harnwegskonkremente: Bei Konkrementen handelt es sich um Festkörper, die sich bilden, wenn in Körperflüssigkeiten gelöste Substanzen in Hohlräumen oder Organen ausgefällt werden. Im Rahmen dieses Artikels kommt vor allem den Harnsteinen (sog. ‚Urolithen‘) besondere Bedeutung zu. Das Krankheitsbild bezeichnet man dann als Harnsteinleiden (sog. ‚Urolithiasis‘). Diese Steine können sich in Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre finden lassen. Die Ursachen für die Bildung von Harnsteinen sind vielfältig. So ist es bspw. möglich, dass der Urin mit steinbildenden Substanzen wie Kalzium übersättigt ist, sodass sich dieses in der Folge in Form kleiner Kristalle und letztlich als Stein ablagert. Des Weiteren können auch Veränderungen des Urins, bspw. eine Säuerung, zur Entstehung von Steinen beitragen. Weitere mögliche Ursachen sind anatomische Unregelmäßigkeiten der Harnwege und Nieren, Harnwegsinfekte, die Austrocknung des Körpers (sog. ‚Exsikkose‘) und viele mehr.

Weitere Ursachen

  • Prostataentzündung: Hierbei handelt es sich um die sogenannte Prostatitis, eine Entzündung der männlichen Vorsteherdrüse. Diese kann sowohl akut als auch chronisch und sowohl bakteriell als auch abakteriell auftreten. Die akute bakterielle Form ist häufig auf das auch bei Harnwegsinfektionen relevante Darmbakterium Escherichia coli zurückzuführen. Der häufigste Auslöser für die chronische bakterielle Form ist eine Harnwegsinfektion. In Hinblick auf die nicht bakteriellen Formen ist die Ursache häufig unklar.
  • Tumore: Im Bereich der Harnwege können sich verschiedenste Tumoren bilden. Am häufigsten ist aber der Blasenkrebs. Bundesweit kommt es jährlich zu etwa 15.850 Neuerkrankungen. Er zählt somit zu den häufigeren Krebsarten. Zwar gilt als Leitsymptom von Blasenkrebs durch Blut verfärbter, rötlicher oder brauner Urin. Allerdings kann er sich auch durch Brennen bzw. Schmerzen beim Wasserlassen äußern.
  • Strikturen: Hierbei handelt es sich um narbige Verengungen der Harnröhre, die in der Folge Störungen beim Wasserlassen verursachen und sich damit auf den gesamten Harntrakt auswirken. In der Folge wird die Lebensqualität Betroffener stark eingeschränkt und es kann sich möglicherweise sogar ein Verlust der Nierenfunktion ergeben. Ein Großteil dieser Strikturen entsteht infolge einer Diagnose- bzw. Behandlungsmethode bzw. durch ärztliche Einwirkung (sog. ‚iatrogene‘ Einwirkung). So kann es bspw. infolge eine Dauerkatheteranlage oder einer Prostataentfernung zu Verletzungen der Harnröhre kommen, die letztlich vernarben.

Die Symptome: Welche Beschwerden können mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergehen?

Vorab sollte geklärt werden, dass es sich bei der Algurie um ein eigenständiges Symptom handelt und es daher nicht möglich ist, die Symptome von Algurie per se zu beschreiben. Vielmehr ist es aber möglich, mit Algurie gegebenenfalls in Zusammenhang stehende Symptome zu erläutern. So ist es bspw. häufig der Fall, dass Algurie als Beschwerde beim Wasserlassen mit zwei weiteren Beschwerden einhergeht, nämlich der Pollakisurie und der Dysurie. Wer also unter einer Algurie leidet, der hat häufig auch das Gefühl, Wasser lassen zu müssen, ohne es zu können, und leidet überdies zusätzlich an erschwertem Wasserlassen.

Die weiteren Symptome hängen von der jeweiligen Grunderkrankung ab, die letztlich dafür sorgt, dass unter Algurie Leidende beim Wasserlassen Schmerzen empfinden. Da die häufigste Ursache für ebendiese Schmerzen eine Harnwegsinfektion ist, besprechen wir die Symptome im Folgenden am Beispiel einer Blasenentzündung.

Symptome einer Blasenentzündung

Zu den Symptomen einer Blasenentzündung gehören bei beiden Geschlechtern die folgenden:

Bei einem Mann kommen durch die anatomischen Gegebenheiten – die Harnröhre ist etwa 4–5 Mal so lang wie bei einer Frau – noch Schmerzen im Penis hinzu, da sich die Entzündung auf die gesamte Harnröhre ausbreiten kann.

Achtung!
Die Blasenentzündung beim Mann ist zwar um einiges seltener als bei der Frau, da es (Darm-)Bakterien nicht so leicht haben, in die Harnröhre zu gelangen. Allerdings wird der Umstand der viel längeren Harnröhre dann zum Nachteil, wenn Bakterien dennoch ihren Weg hineinfinden. Männer sollten daher umgehend einen Arzt aufsuchen, sobald sie unter den Symptomen einer Blasenentzündung leiden.
Hatten Sie schon einmal Schmerzen beim Wasserlassen? Welche Ursache führte zu dem brennenden Gefühl beim Urinieren? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Betroffenen dabei, ihre Situation besser einschätzen zu können.

Was tut der Arzt? Teil 1: Diagnose

In den meisten Fällen besuchen Sie Ihren Arzt, der sich dann zunächst mit Ihnen unterhält, und zwar in Form eines sogenannten Anamnesegesprächs. In diesem beschäftigt sich der Arzt mit Fragen rund um Ihr Anliegen und Ihre Beschwerden und konkretisiert auf diese Weise erste Vermutungen oder verwirft sie. Im Zusammenhang mit schmerzhaftem Wasserlassen erkundigt sich der Arzt bspw. nach:

  • Schmerzart, auch Qualität des Schmerzes
  • Stärke der Schmerzen
  • Zeit, die der Schmerz bereits besteht
  • Menge ausgeschiedenen Urins
  • Farbe des Urins
  • Geruch des Urins
  • Begleitbeschwerden (z. B. Infektzeichen)

In diesem Zusammenhang wird im nächsten Schritt, wenn möglich, eine Urinprobe zu labordiagnostischen Zwecken gewonnen. Denn Schmerzen beim Wasserlassen deuten in den meisten Fällen auf einen Harnwegsinfekt hin, und dieser erfordert oft die Untersuchung des Urins sowie das anschließende Anlegen einer Urinkultur. Je nach Art und Ausmaß der Beschwerden kann die Gewinnung des Urins entweder durch den Patienten selbst oder mithilfe bspw. eines Blasenkatheters erfolgen. Anhand dieser Probe kann der Arzt sich dann selbst ein Bild von der Beschaffenheit des Urins machen.

Weitere Untersuchungsmethoden kommen in Abhängigkeit von der vermuteten Ursache zum Einsatz. So können im Rahmen einer Blasenentzündung bspw. auch bildgebende Verfahren angewandt werden. Dazu gehört unter anderem eine Ultraschalluntersuchung, mithilfe derer sich sowohl Blase als auch Niere genauer untersuchen lassen. Des Weiteren ist die Anfertigung eines sogenannten Urogramms möglich, und zwar im Rahmen der Urographie, der radiologischen Darstellung unseres harnableitenden Systems. Bei diesem Verfahren kommen zur verbesserten Sichtbarkeit Kontrastmittel zum Einsatz. Eine Blasenspiegelung, fachsprachlich Zystoskopie, ermöglicht es letztlich noch, mithilfe einer in die Harnröhre eingeführten Kamera Unregelmäßigkeiten im Harntrakt auszumachen, bspw. Tumoren.

Faktenbox Algurie

beschreibt das schmerzhafte Wasserlassen

in den meisten Fällen auf eine Harnwegsinfektion zurückzuführen

seltene Ursachen sind: Tumore, Strikturen (narbige Verengungen)

Symptom
das Wasserlassen bereitet brennende Schmerzen

Begleitsymptome
Abhängig von der jeweiligen Grunderkrankung

Am Beispiel Blasenentzündung:

  • häufiges Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • stechende bzw. brennende Schmerzen beim Wasserlassen
  • plötzlich entstehender Harndrang
  • nur wenige Tropfen Urin werden ausgeschieden
  • Blasenentleerung ist erschwert
  • Blasenkrämpfe
  • übelriechender Urin
  • getrübter Urin
  • blutiger Urin
  • Harninkontinenz
  • Fieber

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die Behandlung von schmerzhaftem Wasserlassen richtet sich im Wesentlichen nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Im Rahmen dieses Artikels gehen wir von einer Harnwegsinfektion in Form einer Blasenentzündung aus, da diese ein relativ häufiges Krankheitsbild darstellt.

Zunächst sei anzumerken, dass es wichtig ist, eine Blasenentzündung ärztlich abklären zu lassen, da diese mitunter schwere Komplikation verursacht, vor allem in Zusammenhang mit den Nieren.

Bei der Behandlung einer Blasenentzündung, die wie zuvor erwähnt in den meisten Fällen durch einen Befall des Harntrakts mit dem Darmbakterium Escherichia coli verursacht wird, werden in den meisten Fällen Antibiotika verschrieben. Es ist wichtig, dass ebendieses Medikament streng nach ärztlicher Vorschrift eingenommen wird. Es sollte nicht abgesetzt werden, sobald sich die Beschwerden verflüchtigen, sondern erst dann, wenn die vom Arzt vorgegebene Menge eingenommen wurde. Der Grund dafür ist, dass Sie sich möglicherweise zwar als beschwerdefrei betrachten, die Gefahr einer erneuten Entzündung aber deutlich erhöht ist, wenn das Antibiotikum zu früh abgesetzt wird.

Wenn die antibiotische Behandlung nicht ausreicht und sich durch die Entzündung Komplikationen ergeben, also in der Nähe befindliche Organe funktionell eingeschränkt werden, muss die Therapie entsprechend angepasst werden, bspw. bei einer Entzündung des Nierenbeckens.

Tipps für das eigene Verhalten bei einer Blasenentzündung

Im Rahmen einer Blasenentzündung können Sie bestimmte Maßnahmen ergreifen, mithilfe derer sich bei Blasenentzündung Abhilfe schaffen lässt. Dazu gehören:

  • Trinkmenge von mindestens 2 Liter täglich
  • Häufiges Wasserlassen
  • Wasserlassen nach dem Geschlechtsverkehr
  • Sitzen auf kaltem Untergrund vermeiden

Häufige Patientenfragen

Was ist Nykturie?

Dr. T. Weigl:
Die Nykturie bezeichnet ein vermehrtes Wasserlassen während der Nacht. Während viele Betroffene dies als Erscheinung des Alters abtun, erklärt bspw. die Deutsche Gesellschaft für Urologie, dass es oft der Abklärung der Ursachen bedarf. Denn hinter Nykturie können behandlungsbedürftige Erkrankungen wie Diabetes oder Herzinsuffizienz stecken. Abgesehen von den Ursachen und deren Bedeutung für das Leben, hat auch die mehrfache Unterbrechung des Schlafs in der Nacht auf Dauer Folgen. Betroffene leiden oft an Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, einer verminderten geistigen Leistung und Kopfschmerzen. Gegebenenfalls kann dies letztlich auch zu Depressionen führen.

Was bedeutet stinkender Urin?

Dr. T. Weigl:
Oftmals hängen Geruchsveränderungen des – normalerweise geruchsarmen – Urins mit dem Verzehr bestimmter Lebensmittel wie Knoblauch oder Spargel zusammen. Allerdings ist es auch möglich, dass sich der Geruch des Urins aufgrund einer vorliegenden Erkrankung verändert. So riecht der Urin bei Harnwegsinfektionen bspw. stark nach Ammoniak, während eine Ketoazidose – eine Stoffwechselentgleisung im Rahmen einer Zuckerkrankheit – einen obstartigen Geruch verursacht.
Ausführlicher haben wir uns mit dem Thema in unserem Artikel „Stinkender Urin/Übelriechender Urin“ auseinandergesetzt.

Gibt es verschiedene Formen der Harninkontinenz?

Dr. T. Weigl:
Ja, es gibt sogar einige verschiedene Formen mit eigenen Charakteristika. Die am weitesten verbreitete Blasenschwäche von Frauen ist die sogenannte Belastungs- oder auch Stressinkontinenz. Dabei werden unter körperlicher Belastung unfreiwillig stets kleinere Mengen Urins ausgeschieden. Weitere Formen der Blasenschwäche sind bspw. die Dranginkontinenz (starker Harndrang bei kaum gefüllter Blase; durch das verschobene Empfinden wird oft die Toilette nicht erreicht) oder die Mischinkontinenz, eine Kombination aus den beiden bereits genannten Formen.
Es gibt aber noch einige weitere Formen, über die Sie sich gerne in unserem Artikel „Blasenschwäche/Harninkontinenz“ informieren können.

Die Internetrecherche hat ergeben, dass man gerade als Mann schnell einen Arzt aufsuchen soll, wenn man beim Pinkeln Schmerzen hat. Und das hat Marcel dann auch gemacht. Und Tatsache: Er hat eine Blasenentzündung. Die wird jetzt aber erstmal mit Antibiotika behandelt. Sein Arzt meinte, es sei gut, dass er dann doch so früh gekommen ist. Aber als Mann macht man sich ja nun einmal auch besonders Sorgen, wenn es um eine Erkrankung im Intimbereich geht… Wie dem auch sei: Die nächste Serie für einen weiteren Marathon wurde schon ausgesucht und rausgehen möchte Marcel unter diesen Bedingungen ohnehin erstmal nicht. Viel Trinken, Wärme und Ruhe. Dann wird das innerhalb von ein paar Tagen schon wieder.

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Haben Sie Erfahrungen mit Schmerzen beim Wasserlassen gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über das Thema erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Tobias Möller
Redaktion: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht am: 14.01.2019, zuletzt aktualisiert: 13.05.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Petra Becker, Anna-Luise Jordan (2009): Checklisten Pflegeplanung. Elsevier, Urban & Fischer, München.
  • Richard A. Feely (Hg.) (2015): I care Krankheitslehre. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • gie/aerzteblatt.de (2016): Nykturie: Unterschätztes Symptom anderer Störungen.
  • Steffen Geberth, Christine Keller, Steffen Geberth (2007): Praxis der Nephrologie. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Andrea Kurz, Johannes Rey (2018): Pflege konkret – Innere Medizin. Elsevier, München.
  • Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V.: Blasenkrebs. In: krebsgesellschaft-nrw.de.
  • Redaktion von krebsgesellschaft.de: Blasenkrebs, Harnblasenkrebs, Harnblasenkarzinom. In: krebsgesellschaft.de.
  • Stefan Tritschler u. a. (2013): Harnröhrenstrikturen – Ursachen, Diagnose und Therapie. In: Deutsches Ärzteblatt International 110/13, S. 220–226.
  • Florian M. E. Wagenlehner et al. (2009): Prostatitis und männliches Beckenschmerzsyndrom – Diagnostik und Therapie. In: Deutsches Ärzteblatt International 106/11, S. 175–183.
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