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Brustkorbschmerzen – Schmerzen in der Brust

Brustschmerzen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Von harmlosen Verspannungen bis zum lebensbedrohlichen Herzinfarkt gibt es viele Ursachen für Schmerzen im Brustraum.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Brustkorbschmerzen fühlen sich für die meisten Menschen wie ein deutliches Alarmzeichen an. Doch nicht immer ist das Herz das verantwortliche Organ für die Schmerzen – auch die Lunge oder Speiseröhre, selbst der Bauch oder Rücken können ursächlich für Schmerzen im Brustraum sein.
Schmerzen in der Brust können unterschiedlich stark und von unterschiedlicher Schmerzqualität sein. Um abzuklären, ob es sich um harmlose Verspannungsschmerzen oder eine lebensbedrohliche Situation wie einen Herzinfarkt handelt, sollten Sie bei Brustkorbschmerzen so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Als Olaf im 4. Stock ankommt, ist er ganz schön aus der Puste. „Du warst auch schon mal fitter, alter Mann“, denkt der 40-jährige und hält sich erschöpft am Treppengeländer fest. Er atmet tief ein und aus, doch plötzlich verzieht er das Gesicht, als er einen schmerzhaften Stich im Brustkorb fühlt. Er muss sich vorbeugen, bis das schmerzhafte Gefühl etwas nachlässt. Obwohl er wieder normal atmen kann, bleibt ein dumpfes Schmerzgefühl. Olaf wischt sich den kalten Schweiß von der Stirn. Vielleicht sollte er doch mal schleunigst einen Termin beim Kardiologen machen, sein Vater ist schließlich auch nur knapp über 60 Jahre alt geworden …

Der Brustkorb: Mittelpunkt des menschlichen Organismus

Im Brustkorb versammeln sich viele Organe, die lebenswichtig für den menschlichen Organismus sind. Vom Herzen, das Organe und Gehirn mit Sauerstoff versorgt, über die Lunge, ohne die wir nicht atmen könnten, bis hin zu Hauptschlagader und Speiseröhre ist der Brustraum anatomisch gesehen lebensnotwendig. Geschützt werden die starken, aber dennoch empfindlichen Organe durch den Brustkorb: Ein knöchernes Konstrukt aus Brustbein und Rippenbögen umschließt die Organe und bildet einen wichtigen Schutzraum.
Krankheiten, Unfälle oder stumpfe Gewalteinwirkung können die Funktionalität des Brustkorbs oder einzelner Organe jedoch aus dem Gleichgewicht bringen. Treten im Brustkorb Schmerzen auf, können die Ursachen vielfältig sein – aus ärztlicher Sicht gilt es, diese anhand ihrer Symptome voneinander abzugrenzen und entsprechend zu behandeln.

Die Symptome: Woran erkennt man Brustkorbschmerzen?

Weil Brustkorbschmerzen nicht auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden können, sind auch die Symptome der Beschwerden vielfältig und können Patienten bereits einen Hinweis darauf geben, woher die Schmerzen möglicherweise kommen. Um die Ursachen für Brustkorbschmerzen zu erkennen, ist es wichtig, zu wissen, wo genau die Schmerzen auftreten. Je nach Lage und Stärke der Beschwerden kann nämlich eine Vielzahl von Ursachen verantwortlich für die Schmerzen sein, die oberflächlich oder tief im Brustraum liegen, schwach und anhaltend oder heftig und anfallartig sein können. Die folgende Auflistung erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Sie soll lediglich zur Orientierung dienen, wie Brustkorbschmerzen sich äußern können und welche Ursachen dahinterstecken.

Symptome bei Herzbeschwerden

Schmerzen im Brustkorb, die vom Herzen kommen, sind in der Regel sehr gut erkennbar. Viele Patienten empfinden den Brustkorbschmerz als linksseitig und tief hinter dem Brustbein sitzend. Diese Verortung ist typisch für Herzbeschwerden, die in der Regel auf der linken Seite des Brustkorbs sitzen, wo das Herz im Allgemeinen liegt. Gehen mit dem tief sitzenden Brustschmerz auch ausstrahlende Schmerzen in die linke Schulter, den linken Arm oder den Bauch einher, kann fast immer vom Herzen als Ursache ausgegangen werden.
Löst ein Herzinfarkt die Schmerzen aus, handelt es sich meist um drückende, beklemmende Schmerzen, die man auch als sog. Vernichtungsschmerzen bezeichnet. Sie werden begleitet von Symptomen wie Übelkeit, Blässe, Atemnot oder Schweißausbrüchen. Ursächlich für Schmerzen dieser Art kann jedoch auch eine Angina pectoris sein, die häufig im Zusammenhang mit einer Verkalkung der Herzkranzgefäße (sog. koronare Herzkrankheit) auftritt.
Die Symptome bei Herzbeschwerden im Überblick:

  • linksseitige Schmerzen hinter dem Brustbein
  • strahlender Schmerz
  • Schmerzqualität: drückend, beklemmend, vernichtend
  • Übelkeit
  • Blässe
  • Atemnot
  • Schweißausbrüche

Symptome bei einer Aortendissektion

Vernichtende Schmerzen müssen aber nicht zwingend auf einen Herzinfarkt oder eine andere Erkrankung des Herzens hindeuten. Ebenfalls von starken Schmerzen in der Nähe des Brustbeins begleitet und lebensgefährlich ist die sog. Aortendissektion: Die Aorta, die Hauptschlagader des menschlichen Körpers, die diesen mit Blut versorgt, führt vom Herzen durch den Brustkorb bis in den Bauchraum. Durch einen Unfall oder starke Gewalteinwirkung kann diese einreißen (sog. ‚Aortendissektion‘) oder gar infolge einer stumpfen Verletzung gänzlich abreißen (sog. ‚Aortenruptur‘).
Eine Verletzung der Aorta stört den Blutfluss im Körper oder stoppt ihn sogar. Dieses Ereignis kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige ärztliche bzw. notärztliche Hilfe. Typische Symptome für einen Einriss bzw. Durchriss sind:

  • extreme Schmerzen im Brustkorb, die als vernichtend empfunden werden
  • Lage kann sowohl vorne als auch hinten im Brustkorb sein, abhängig vom Ort der Verletzung
  • ggf. akute Schmerzen zwischen den Schulterblättern (bei Verletzung im oberen Bereich der Aorta).

Am häufigsten kommt eine Aortendissektion im Bauchraum vor. Ein Einriss der Aortenwand führt zu einer Ausstülpung in den Bauchraum, in der sich Blut sammelt (sog. ‚Aneurysma‘). Platzt diese Ausstülpung im Bauchraum, kommt es zu einer lebensbedrohlichen Blutung, die ebenfalls notfallmäßig behandelt werden muss.

Symptome bei Lungen-, Lungenfell- oder Brustfellerkrankungen

Weil der Brustraum neben dem Herzen auch die Lunge beherbergt, können Schmerzen im Brustkorb auch mit der Lunge oder dem Brustfell zusammenhängen. Ausgehend von der Lunge treten Brustkorbschmerzen häufig atemabhängig auf. Das bedeutet, dass der Schmerz sich beim Ein- oder Ausatmen verstärkt. Gleichzeitig auftretende Atemnot oder Husten können ebenfalls ein Anzeichen für einen Zusammenhang mit der Lunge sein.
Mögliche Ursachen für atemabhängige Brustkorbschmerzen sind:

  • Bronchitis
  • Erkrankungen des Brustfells
  • Lungenkollaps (sog. ‚Pneumothorax‘)
  • Lungenentzündung
  • Lungenkrebs
  • Lungenembolie
Achtung!
Eine Lungenembolie ist lebensgefährlich und kann ebenso wie ein Herzinfarkt zum sofortigen Tod führen! Atemnot, Schmerzen beim Atmen und blutiger Husten sind Anzeichen, dass Sie sofort den Notarzt rufen sollten!

Symptome bei Erkrankungen der Speiseröhre

Ein weiterer Bereich von Erkrankungen, die sich durch Schmerzen im Brustkorb äußern können, betrifft die Speiseröhre. Die Beschwerden liegen in der Regel dann zentral hinter dem Brustbein oder im unteren Brust- bzw. oberen Bauchbereich. In einigen Fällen verstärken sie sich, wenn Nahrung zu sich genommen wird.
Erkrankungen, bei denen Schmerzen aus der Speiseröhre bin in den Brustraum ausstrahlen, sind bspw. eine Speiseröhrenentzündung aufgrund von Säurerückfluss aus dem Magen (sog. ‚Refluxösophagitis‘) oder eine Störung der Beweglichkeit der Speiseröhre. Weitere mögliche Ursachen sind ein Speiseröhrenriss, der z. B. nach heftigem Erbrechen auftreten kann, sowie Speiseröhrenkrebs.

Exkurs: Weitere Herzerkrankungen im Zusammenhang mit Brustkorbschmerzen

Neben dem Infarkt und der koronaren Herzkrankheit können sich auch andere Herzerkrankungen durch Brustkorbschmerzen äußern. Dazu zählen neben Herzrhythmusstörungen auch die Herzbeutelentzündung (sog. ‚Perikarditis‘), die Herzmuskelentzündung (sog. ‚Myokarditis‘) oder Bluthochdruck (sog. ‚Hypertonie‘).

  • Herzrhythmusstörungen: Ist der Rhythmus des Herzschlags verändert, kann ein Engegefühl im Brustkorb ausgelöst werden. Von einigen Betroffenen wird dies als schmerzhaft empfunden.
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung): Ein stechender Schmerz, der nicht in andere Organe oder Körperteile ausstrahlt, kann auf eine Entzündung des Herzbeutels hinweisen.
  • Herzklappenerkrankungen/Herzmuskelentzündung: Brustkorbschmerzen können auch durch Erkrankungen der Herzklappen oder des Herzmuskels ausgelöst werden.
  • Bluthochdruck: Ein krisenhafter Druckanstieg des Blutdrucks kann sich durch Schmerzen im Brustkorb äußern.

Oberflächliche Brustkorbschmerzen

Brustkorbschmerzen müssen aber gar nicht tief hinter dem Brustbein sitzen. Sie können auch oberflächlich auftreten und entweder vom Brustkorb selbst oder von der Muskulatur ausgehen. Sind die Schmerzen direkt im Brustkorb zu spüren, kann ein Rippenbruch die Ursache sein. Jedoch können auch Muskelverspannungen oder Nervenirritationen oberflächliche Schmerzen auslösen.

Gut zu wissen!
Bei Frauen können hinter oberflächlichen Brustkorbschmerzen auch die Brustdrüsen stecken: Erkrankungen der Brustdrüsen können ziehende Schmerzen oder eine Druckempfindlichkeit in einer oder beiden Brüsten auslösen. Grund dafür ist die Veränderung des hormonellen Haushaltes im Laufe des Menstruationszyklus’. Schmerzen können jedoch auch durch Entzündungen, Abszesse oder Tumoren, z. B. durch Brustkrebs, ausgelöst werden.

Mehr Informationen zu Schmerzen und wie diese entstehen in diesem Video

Nicht immer enstehen Schmerzen nach demselben Muster. Vor allem zwischen Frauen und Männern sind deutliche Unterschiede zu beobachten, wie Schmerzen wahrgenommen werden und wie diese entstehen. In diesem Video erklärt Dr. Tobias Weigl, wie es zu unterschiedlichem Schmerzempfinden kommt.

Wen kann es betreffen?

Weil Brustkorbschmerzen viele Ursachen haben können, lässt sich die Gruppe der Betroffenen zunächst einmal nur schlecht eingrenzen. Mangelnde Bewegung und eine sitzende Tätigkeit können bspw. Verspannungsschmerzen auslösen, die aus Schultern, Nacken und Rücken bis in die Brust ausstrahlen.
Kommen die Beschwerden vom Herzen, so gehören in erster Linie Patienten zur Risikogruppe, die eine erbliche Veranlagung für Herzbeschwerden haben (oft gibt es bereits andere Fälle in der Familie). Auch wenn bereits Herzbeschwerden festgestellt worden sind, bspw. eine Angina pectoris, sollte schnellstmöglich ein Arzt alarmiert werden.
Um festzustellen, ob es sich um lebensbedrohliche Ereignisse handelt oder die Ursache an sich harmlos ist, sollten Sie bei Brustschmerzen nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Nur eine gesicherte Diagnose kann die genauen Ursachen abklären und die entsprechende Therapie einleiten.

Haben Sie auch an Schmerzen im Brustkorb gelitten? Welche Ursache wurde bei Ihnen festgestellt? Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Am Anfang der Diagnose steht, wie bei jedem Arztbesuch, das Anamnesegespräch. Es handelt sich dabei um ein Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem der akute Befindlichkeitsstatus festgehalten wird. Vor allem, wenn der Patient den behandelnden Arzt zum ersten Mal aufsucht, ist es wichtig, die Krankengeschichte sowie eventuelle erbliche Faktoren zu besprechen, bevor eine Diagnose gestellt wird. Zudem wird der Arzt in diesem Gespräch auf die akuten Beschwerden eingehen und erfragen, wie stark die Schmerzen sind, wo sie auftreten und wie deren Qualität ist.
Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt den genauen Ort der Schmerzen ertastet. Ebenfalls werden in diesem Zusammenhang der äußerlich fühlbare Brustkorb, d. h. die Rippen, sowie die Muskulatur und ggf. das Bindegewebe durch Abtasten untersucht. Beim Verdacht auf Atembeschwerden oder Atemnot wird zudem die Lunge abgehört.
Um Herzkrankheiten zu erkennen bzw. auszuschließen, ist die Erstellung eines EKGs (Elektrokardiogramm) unverzichtbar. Anhand von Veränderungen der Herzkurve kann der Arzt bspw. einen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder eine Angina pectoris erkennen.
Mithilfe bildgebender Verfahren kann der Arzt die Diagnose weiter eingrenzen. So zeigt ein Röntgenbild z. B. Veränderungen an Skelett oder Lunge auf, eine Ultraschalluntersuchung wiederum weist auf Störungen der Herzfunktion, Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder einen Zwerchfelldurchbruch hin. Veränderungen der Speiseröhre und des Magens können mit einer Magenspiegelung sichtbar gemacht werden. Ähnlich funktioniert die Lungenspiegelung (sog. ‚Bronchoskopie‘), die Veränderungen der Lunge zeigt.

Fakten-Box Brustkorbschmerzen

  • viele verschiedene Ursachen, von harmlos bis lebensbedrohlich
  • die meisten Ursachen müssen umgehend behandelt werden und erfordern einen sofortigen Arztbesuch
  • die ärztliche Diagnose gibt die Therapie vor

Symptome

  • Schmerzen im Brustbereich, häufig hinter dem Brustbein
  • Schmerzqualität von ziehend über beklemmend bis stechend möglich
  • oftmals Begleiterscheinungen wie Schwitzen, Übelkeit, Atemnot

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Weil die Grunderkrankungen, die Brustkorbschmerzen auslösen können, vielfältig sind, unterscheiden sich auch die Therapiemaßnahmen zum Teil deutlich voneinander. Abhängig davon, welche Ursache der behandelnde Arzt im Zuge der Diagnose feststellt, wird er eine Therapie vorschlagen, die individuell auf Ihre akute Situation zugeschnitten ist.
Allen Behandlungsformen von Brustkorbschmerzen gemein ist, dass sie sowohl danach streben, den akuten Schmerz zu lindern, als auch die Grunderkrankung, also die Ursache der Schmerzen, zu bekämpfen. In den meisten Fällen, sofern die Brustkorbschmerzen nicht lebensbedrohlich sind, kommt eine ganzheitliche, d. h. multimodale Therapie zum Einsatz. Sie besteht aus einer individuell abgestimmten Mischung aus Medikamenten zur Schmerzlinderung sowie weiteren Maßnahmen, die sich nach der Grunderkrankung richten.
Die Behandlung von Erkrankungen der Speiseröhre, der Lunge oder des Magens folgen in der Regel einem festgelegten Ablauf und stellen die Behandlung der Grunderkrankung in den Vordergrund. Ist diese geheilt, verschwinden in der Regel auch die Brustschmerzen. Sind Skelett und Muskulatur ursächlich für den Schmerz, können Massagen, Krankengymnastik oder Osteopathie als ergänzende Maßnahmen erfolgen. Vermutet der behandelnde Arzt eine Ursache in der Ernährung, kann er eine Ernährungsumstellung sowie ausreichende Bewegung verordnen.
In einigen Fällen genügt jedoch weder eine konservative noch eine multimodale Therapie. Bei sog. Notfällen, also einem Herzinfarkt, einer Aortenruptur oder einer Lungenembolie, muss in aller Regel notfallmäßig operiert werden, um die lebensbedrohliche Situation zu behandeln. Besonders wichtig ist hier bereits die medizinische Erstversorgung durch einen Notarzt, bevor der Patient in ein Krankenhaus gebracht werden kann.

Achtung!
Viele Menschen denken bei Schmerzen im Brustbereich direkt an einen Herzinfarkt. Falsch ist das grundsätzlich nicht: Vor allem wenn die Schmerzen auf der linken Körperseite auftreten, anhaltend hinter dem Brustbein sitzen oder gar in die Schulter, den Arm und den Bauch ausstrahlen, sollten Sie umgehend einen Arzt alarmieren!

Häufige Patientenfragen

Kann ich Brustkorbschmerzen selbst behandeln?

Dr. T. Weigl:
Ohne die Ursache von Brustkorbschmerzen ärztlich abzuklären, rate ich dringend von einer Selbstdiagnose sowie Selbsttherapie ab. Nur wenn die ärztliche Untersuchung ergeben hat, dass eine harmlose Ursache wie bspw. eine Muskelverspannung zu den Beschwerden geführt hat, sollten Sie zu Hausmitteln greifen. Verspannte Muskeln lassen sich z. B. mit Wärme und Bewegung lösen; es können auch Wärmepflaster eingesetzt werden, um die Durchblutung anzuregen.

Kann Sodbrennen Brustkorbschmerzen verursachen?

Dr. T. Weigl:
Grundsätzlich ist es möglich, dass durch Sodbrennen Schmerzen im Brustraum ausgelöst werden. Häufig ist ein Defekt des Mageneingangs dafür verantwortlich, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Ein anderer Grund für Sodbrennen ist aber auch eine ungesunde Ernährung. Der Verzicht auf schwere Mahlzeiten, scharfe Gewürze sowie säurebildende Stoffe wie Alkohol und Nikotin kann das Problem bereits beheben.

Muss man Brustkorbschmerzen behandeln?

Dr. T. Weigl:
Weil niemand gerne vom Schlimmsten ausgeht und Arztbesuche von vielen Patienten gerne aufgeschoben werden, erkennen viele die Dringlichkeit, die von Brustkorbschmerzen ausgeht, nicht. Vor allem Patienten, bei denen die Beschwerden öfter bis regelmäßig auftreten, spielen die Problematik gerne herunter. Da die Ursachen ohne ärztliche Untersuchung aber kaum voneinander abgegrenzt werden können, sollten Sie bei Brustkorbschmerzen unbedingt einen Arzt aufsuchen und diese behandeln lassen. Vor allem, wenn sich zu den eigentlichen Schmerzen weitere Symptome wie Atemnot, Druckgefühl oder Benommenheit gesellen, sollten Sie umgehend einen Termin vereinbaren.
Einen echten Notfall stellen die Symptome eines Herzinfarkts dar: Bei starken, ausstrahlenden Schmerzen in den linken Arm, körperlicher Schwäche und blau gefärbten Lippen sollten sie sofort den Notruf wählen!

 

Als er die Praxis seines Kardiologen verlässt, ist Olaf froh, direkt nach seinem „Anfall“ angerufen und einen Termin vereinbart zu haben. „Ein Herzinfarkt war das zum Glück noch nicht“, hat der Arzt festgestellt, „aber weit entfernt davon waren Sie heute nicht.“ Vermutlich sind Herzrhythmusstörungen die Ursache, doch das bleibt noch abzuwarten, bis das 24-Stunden-EKG ausgewertet ist. „Eigentlich kein Wunder“, denkt Olaf, „Herzprobleme liegen schließlich irgendwie in der Familie.“ Er wird auf jeden Fall auf seinen Kardiologen hören und neben den Medikamenten, die dieser empfohlen hat, auch wieder anfangen, leichtes Kreislauf- und Herztraining zu machen.

Haben auch Sie Erfahrungen mit Brustkorbschmerzen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
Autoren: Dr. Tobias Weigl, Christine Pepersack
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 17.07.2018, zuletzt aktualisiert: 11.11.2018

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Christian Albus u. a. (2017): Klinische Leitlinie: Diagnostik der chronischen koronaren Herzkrankheit. In: Deutsches Ärzteblatt International 114 (42): S. 712–719
  • Doris Henne-Bruns (2012): Duale Reihe Chirurgie, 4. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Gerd Herold u. a. (2013): Innere Medizin. Gerd Herold Verlag, Köln.
  • M. Müller (2014/15): Chirurgie für Studium und Praxis, 12. Auflage. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach.
  • Klaus-Peter Schaps/Oliver Kessler/Ulrich Fetzner (2007): Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg.
[Gesamt:7    Durchschnitt: 5/5]

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