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Hautausschlag ohne Juckreiz – Typhus und Scharlach als mögliche Ursachen

Hausausschlag ohne Juckreiz auf einen Blick

Was ist Hautausschlag?

  • Entzündungsreaktion der Haut
  • kann sich unterschiedlich äußern
  • überall am Körper möglich

Welche Ursachen hat Hautausschlag ohne Juckreiz?

  • bakterielle oder virale Infektionen wie Ringelröteln, Scharlach, Typhus
  • Irritation der Haut, bspw. Akne, Pilzbefall

Wen kann es erwischen?

  • potenziell jeden

Behandlung (Auszug)

  • Behandlung der eigentlichen Ursache
  • bakterielle Infekte: Antibiotika
  • Salben gegen den Hautausschlag (bspw. Cortison)

Hautausschlag ist, wenn die Haut angegriffen ist? Nicht unbedingt. Gerade Hautausschlag, der nicht von nervendem Juckreiz begleitet wird, kann auch die Folge von anderen Erkrankungen sein. Diese können von Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Hautausschlag ohne Juckreiz ist in solchen Fällen dann ein Symptom einer tiefer liegenden Erkrankung. Neben solchen Auslösern können aber auch primär die Haut betreffende Krankheiten zu Hautausschlag ohne Juckreiz führen. Hormonelle Umstellungen, Veränderungen in der Umwelt oder auch Pilzbefall haben ggf. auch Hautveränderungen zur Folge, die unter anderem ohne Juckreiz einhergehen.

In diesem Artikel gehen wir den Ursachen für Hautausschlag ohne Juckreiz auf den Grund. Wichtige Punkte sind natürlich auch, wie ein Arzt die Ursache für Hautausschlag herausfindet und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt!

Haben Sie oder Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis Erfahrungen mit Hautausschlag ohne Juckreiz gemacht? Informieren Sie sich in unserem Artikel und teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen mit uns und weiteren Lesern – nutzen Sie doch hierfür den Kommentarbereich unter dem Artikel!

Was ist Hautausschlag?

Unter einem Hautausschlag verstehen wir die Veränderung des Erscheinungsbildes der Haut. Die Haut als größtes Organ übernimmt die Aufgabe eines Schutzschildes und wehrt Eindringlinge von außen ab. Sie reagiert daher empfindlich auf jegliche Veränderungen. Das können Einflüsse wie externe Wetter- und Klimaeinflüsse (Temperaturen, Wind, Niederschlag), Reizungen durch Wirkstoffe in Pflegeprodukten, Erreger wie Bakterien, falsche bzw. ungesunde Ernährungsweise oder auch Stress sein.

Es gibt verschiedene Arten des Hautausschlags. Diese unterscheiden sich in ihrer Erscheinungsform und dem Ort, an dem sie auftreten:

  • Exanthem: Ein Exanthem nennen Mediziner Hautveränderungen, die einheitlich aussehen. Sie können sowohl innerhalb eines Areals auftreten oder am ganzen Körper.
  • Enanthem: Dieser Ausschlag tritt nicht auf der Haut auf, sondern auf der Schleimhaut. Ein prominentes Beispiel wären gleich aussehende Ausschläge auf der Zunge.
  • Erythem: Hierunter fallen sämtliche Ausschläge auf der Haut, die Rötungen sind.
  • Erythrodermie: Auch das sind Rötungen. Diese erstrecken sich über die gesamte Hautoberfläche.

Für uns relevant ist das Exanthem, das wir im Folgenden daher detaillierter vorstellen.

Hautausschlag bei Krankheiten – Das Exanthem als Symptom

Der medizinische Fachbegriff für Hautausschläge, Exanthem, stammt aus dem Griechischen und bedeutet: Ich blühe auf. Dies bezieht sich auf die auftretenden, quasi aufblühenden Hautveränderungen. Wie wir bereits erklärt haben, sind Exantheme Hautausschläge. Diese sind eigentlich nichts anderes als entzündliche Reaktionen auf äußere oder innere Vorgänge. Exantheme sind nie chronisch, sondern treten lediglich zeitlich begrenzt auf. Sie können allerdings immer wieder in Schüben auftauchen. Exantheme können an einzelnen, klar umgrenzten Regionen auftreten oder am ganzen Körper, also generalisiert. Mediziner unterscheiden dabei verschiedene Erscheinungsformen, die sog. Effloreszenztypen. Darunter fallen Veränderungen wie Papeln oder Pusteln. Je nach Erkrankung bzw. Ursache können verschiedene Effloreszenzen auftauchen.

Üblicherweise verbinden wir Hautausschlag mit Juckreiz. Doch die Veränderungen unserer Haut treten auch ohne den teilweise nervenden und den Alltag einschränkenden Juckreiz auf.

Exkurs: Juckreiz

Juckreiz ist ein häufiges Symptom von Hautkrankheiten und oftmals mit enormem Leidensdruck verbunden. Juckreiz kann sowohl auf oder unter der Haut liegen und überall am Körper auftreten. Das Gefühl von Juckreiz ist individuell. Meist kratzen wir uns unbewusst an der Stelle, um das Gefühl zu lindern. Stellen, die wir häufig reiben oder kratzen, weisen Veränderungen auf. Sie sind häufig trocken und überempfindlich.

Die Ursachen für Juckreiz sind unterschiedlich. So handelt es sich auch um eine Reaktion auf externe oder interne Stressfaktoren. Solche Stressfaktoren können Klima- und Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen, Wind oder Temperaturen sein, aber auch Hautpflegeprodukte. Wenn wir eine Creme oder eine Seife nicht vertragen, juckt unsere Haut. Auch Vorgänge in unserem Inneren können sich in juckender Haut äußern. Nierenversagen oder Diabetes führen ebenfalls zu Juckreiz.

Auf der anderen Seite können Sie Juckreiz durch ein grundlegend gesundes Leben vorbeugen: eine gesunde Ernährung, Stressabbau, Bewegung und Sport sowie natürlich der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol können helfen, um dem Juckreiz Einhalt zu gebieten.

Behandlung

Die Behandlung von Juckreiz ist symptomatisch, also an den Beschwerden orientiert. Ihr Arzt wird aber versuchen, den eigentlichen Grund für die Hautirritation herauszufinden. Symptomatische Therapiemöglichkeiten sind beispielsweise Cortison-Salben, die entzündungshemmend wirken und die Beschwerden lindern.

Mehr Informationen zu Juckreiz finden Sie in unserem Artikel „Juckreiz – Ursachen, Symptome und Behandlung“.

Hautausschläge werden gerne mit dem Hormon Cortison behandelt. Cortison gehört zudem zur der Medikamentengruppe der Glukokortikoide. Doch was verbirgt sich dahinter und welche Nebenwirkungen hat die dauerhafte oder erhöhte Medikation mit Cortison? Dr. Dr. Tobias Weigl erklärt alles Wichtige rund um Cortison im nachfolgenden Video!

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Häufige Ursachen für Hautausschlag ohne Juckreiz

Die Ursachen für einen Hautausschlag ohne Juckreiz können vielfältig sein. Zumeist steckt eine Erkrankung dahinter. Es muss aber nicht die Haut sein, die betroffen ist. Manchmal führen auch Erkrankungen innerer Organe zu Hautveränderungen. Die folgende Aufzählung bietet Ihnen einen Überblick über die häufigsten Ursachen für Hautausschlag ohne Juckreiz, erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zunächst stellen wir Infektionserkrankungen vor, die sich in Hautausschlägen ohne Juckreiz äußern. Danach zeigen wir Ihnen einige direkte Erkrankungen der Haut.

Scharlach

Ausgelöst wird Scharlach, eine üblicherweise in der Kindheit auftretende Erkrankung, durch Bakterien namens Streptokokken. Sie gehört zu den häufigsten Kinder-Krankheiten und tritt in zwei Phasen auf, die unterschiedliche Symptome umfassen.

  • Prodromalstadium: Gekennzeichnet durch u. a. hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Halsschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten, weiße oder rötliche Zunge (Himbeer- oder Erdbeerzunge), allgemeines Unwohlsein
  • Exanthemstadium: Kennzeichen sind Wangenrötung, blassrote, fleckige Ausschläge an Leiste und Gelenken (nach 2 Tagen scharlachrot, nach 3–7 Tagen verschwinden die Ausschläge wieder), Schuppungen im Gesicht, am Stamm und an den Leisten 2–4 Wochen nach Erkrankung
Gut zu wissen!
Scharlach ist unbehandelt 21 Tage lang ansteckend und ist die Ursache für 5 Prozent aller Arztbesuche in Deutschland!

Ringelröteln

Auch Ringelröteln ist eine im Kindes- und Jugendalter auftretende Infektionserkrankung. Sie ist erkennbar an den charakteristischen Verfärbungen der Wangen sowie dem girlanden- und netzartigen Hautausschlag. Bei der Hälfte der Betroffenen tritt diese Hautveränderung ohne Juckreiz auf. Weitere mögliche Symptome sind grippeartige Beschwerden sowie leichtes Fieber. Ausgelöst wird dies durch das Parvovirus B19. Ist der Hautausschlag aufgetreten, sind Betroffene schon nicht mehr ansteckend! Wer einmal erkrankt ist, ist lebenslänglich immun.

„Hautausschlag ohne den schrecklichen Juckreiz muss nicht zwingend die Folge einer Hauterkrankung sein. Auch Infekte äußern sich mitunter durch Hautveränderungen.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Pfeiffersches Drüsenfieber

Der zu den Herpes-Viren gehörende Epstein-Barr-Virus (EBV) ist für das Pfeiffersche Drüsenfieber verantwortlich. Die hochansteckende Erkrankung führt unter anderem zu einer Mandelentzündung, geschwollenen Lymphknoten sowie fleckigen, papelartigen Exanthemen am Körperrumpf. Zusätzlich kann es zur Gelbsucht kommen, weitere Organe können in seltenen Fällen ebenfalls betroffen sein. Betroffene fühlen sich über Wochen hinweg abgeschlagen (sog. ‚Fatigue‘), was den Alltag zusammen mit der hohen Ansteckungsgefahr teilweise stark einschränken kann.

Typhus

Typhus gehört ebenfalls zu den Erkrankungen, die durch Bakterien (Salmonellen) ausgelöst werden. Die Krankheit entwickelt sich in drei Stufen: Erst die zweite Stufe (2.-3. Krankheitswoche) führt zu hohem Fieber und den typischen Roseolen. Das sind Hautausschläge ohne Juckreiz, die im Bauch- und Brustbereich auftreten, kleinfleckig und rot sind. Weitere Symptome sind dauerhaftes, hohes Fieber ohne Schüttelfrost, unspezifische Bauchschmerzen sowie erbsbreiartiger Stuhl. Aufgrund des langwierigen Durchfalls besteht die Gefahr der Austrocknung durch den hohen Wasserverlust! Die Dauer und die Symptome machen die Krankheit so unangenehm.

Akne – Hautausschlag in Stufen

Talgüberschuss, häufig ausgelöst durch Hormone, führt zur Bildung von Akne. Akne ist in der milden Verlaufsform gekennzeichnet durch Mitesser, die sich entzünden und zu Papeln, Pusteln oder anderen Ausschlägen werden. In den schweren Verlaufsformen bilden diese Narben und Zysten. Dadurch, dass maßgeblich das Gesicht betroffen ist, ist der Leidensdruck teilweise hoch. Das betrifft vor allem Jugendliche, die häufig an der Acne vulgaris erkranken. Die psychischen Auswirkungen führen dazu, dass betroffene Jugendliche die Hautausschläge schwerer bewerten als sie tatsächlich sind! Je nach Unterart können auch Rücken, Hals und Oberarme befallen sein.

Seborrhoisches Ekzem

Dieser Befall der Haut führt zu verschiedenen Lokalisationen von Hautausschlag. Besonders Regionen Ihres Körpers, an denen sich verstärkt Talgdrüsen befinden, sind betroffen. Dazu zählen:

  • der (behaarte) Kopf
  • das Gesicht
  • die Brustmitte
  • Bereich der Schamhaare

Gerade Kinder bis zum 4. Lebensjahr sowie Erwachsene (besonders mit heller Haut) sind vom Seborrhoischen Ekzem betroffen. Die Ursachen sind zwar unbekannt, aber Forscher vermuten, dass der Hefepilz Pityrosporum ovale mit verantwortlich ist. Der Hautausschlag äußert sich unterschiedlich, je nachdem, an welcher Stelle er auftritt. Von den genannten Optionen ist der Befall des Gesichts ohne Juckreiz. Dafür entstehen dort zwischen den Augenbrauen sowie an der Nasenfalte Streifen. Bei Männern treten diese auch im Bartbereich auf. Die betroffenen Stellen sind gerötet und schuppen sich, was für Betroffene unangenehm sein kann. Anders als jedoch am Kopf oder der Brust müssen Sie mit maximal geringem Juckreiz kämpfen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Hautausschlag ohne Juckreiz

Ein Arztbesuch kann Ihnen helfen, den Hautausschlag einzuordnen und die Ursache herauszufinden. Im ersten Abschnitt der mehrteiligen Untersuchung spricht Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen über die Symptome und Ihre Beschwerden. Es könnten Sie Fragen wie diese erwarten:

  • Wann hat der Ausschlag angefangen?
  • Welche anderen Symptome treten auf?
  • Hat sich etwas in Ihrem Alltag verändert?
  • Nehmen Sie Medikamente?
  • Wie lange haben Sie den Ausschlag?

Nach dem Patientengespräch wird Ihr Arzt nachprüfen, ob es sich bei Ihnen um einen infektiösen oder nicht-infektiösen Hautausschlag handelt. Es gilt, zunächst mögliche infektiöse Ursachen auszuschließen.

Körperliche Untersuchung

Manche Hautausschläge sind charakteristisch. Das bedeutet, dass ihre Form, Färbung und Lage bereits Hinweise auf die Erkrankung liefern. Deswegen ist die körperliche Untersuchung auch hier ein wichtiger Bestandteil der Diagnose. Einige Erkrankungen, wie beispielsweise Scharlach, werden darüber identifiziert – das nennen Mediziner Blickdiagnose.

Laboruntersuchung

Um ausschließen zu können, dass es sich um einen Infekt handelt, lässt Ihr behandelnder Arzt Ihre Blutwerte im Labor auf Unregelmäßigkeiten untersuchen. Entzündungswerte – das sind Blutwerte, die wegen eines Infekts abseits der Norm sind – können einen Hinweis auf mögliche Ansteckungen liefern. Im Fall von Ringelröteln wäre das z. B. ein erhöhter IgM-Antikörper-Wert. Antikörper werden vom Körper als Abwehrmechanismus produziert. Erhöhte Werte bedeuten demnach eine Aktivität Ihres Immunsystems! Die Blutuntersuchung ist für den Nachweis von Typhus zentral.

Ein Abstrich Ihres Rachens kann ebenfalls Hinweise liefern, bspw. über eine bakteriologische Kultur.

Eine umfassende Laboruntersuchung ist beispielsweise bei der Diagnostik von Pfeifferschem Drüsenfieber zentral.

Haben Sie oder Angehörige auch schon Hautausschlag ohne begleitenden Juckreiz gehabt? Wenn ja, kreuzen Sie bitte die Ursachen dafür an. (Mehrfachnennungen möglich) Diese Umfrage dient dazu, Ihnen auf Grundlage von Informationen anderer Teilnehmer mehr Einblick in das Beschwerdebild zu geben und zeigt uns, an welcher Stelle wir mehr Aufklärung betreiben sollten.

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Hautausschlag ohne Juckreiz

Nachdem Ihr Arzt eine Diagnose stellen konnte, geht es nun um eine entsprechende Behandlung Ihres Leidens. Die Behandlung ist multimodal, also mehrgleisig, ausgelegt. Je nach Ursache muss Ihr Arzt neben dem Ausschlag natürlich auch die dafür verantwortliche Grunderkrankung bekämpfen. Im Folgenden stellen wir Ihnen eine Übersicht üblicher Behandlungsmethoden vor.

Symptomatisch gegen den Ausschlag: Salbe

Um eine Verbesserung des Hautbildes zu erzielen, verschreiben Mediziner Salben. Diese wirken entzündungshemmend, wodurch die Rötungen und Pusteln sich zurückziehen sollen. Bei einem Seborrhoischen Ekzem an Brust und Gesicht erhalten Sie Salben, die den Wirkstoff Imidazol enthalten. Dieser Wirkstoff wird auch gerne bei Pilzbefall der Haut eingesetzt. So eine Creme tragen Sie in der Regel zwei Mal am Tag auf. Ein weiteres wichtiges Element bilden Glucocorticoide wie Cortison. Das im Körper auftauchende Hormon wird gegen eine große Bandbreite von Krankheiten, u. a. zur Bekämpfung von Hautausschlägen, eingesetzt. Cortison wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern schränkt auch die Aktivität des Immunsystems ein. Das unterstützt zusätzlich die Abmilderung des Hautausschlages. Auch wenn Cortison gerne verschrieben wird, kann der Wirkstoff zu einer Reihe von Nebenwirkungen wie Hautveränderungen, Rötungen oder Gewebeschwund führen. Cremes zur Abheilung sollten Sie deswegen nur für einige Tage verwenden.

Weitere symptomatische Therapien

Gegen weitere Symptome wie Fieber oder Halsschmerzen können Sie als Patient oftmals selbst etwas tun. Im Fall von Ringelröteln verschwinden die Symptome häufig von selbst. Achten Sie immer darauf, Ihren (geschwächten) Körper mit Ruhe und genügend Flüssigkeit zu versorgen.

Gegen Beschwerden wie Fieber verweisen Ärzte auf fiebersenkende Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen.

Antibiotika gegen Bakterien

Krankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden, können mit Antibiotika bekämpft werden. Bei einer Scharlach-Erkrankung sollten z. B. grundsätzlich solche Medikamente Anwendung finden, da somit u. a. die Ansteckungszeit und die Dauer der Symptome verkürzt werden. Normalerweise erhalten Sie als Betroffener Penicillin-basierte Antibiotika. Bei einer Allergie verschreiben Ärzte den Wirkstoff Erythromycinestolat. Auch Erkrankungen wie Typhus werden mit Antibiotika behandelt.

Fakten-Box – Hautausschlag ohne Juckreiz

Ursachen

  • bakterielle oder virale Infekte
  • Irritationen der Haut durch äußere oder innere Faktoren (bspw. Pilzbefall, hormonelle Veränderungen)

Behandlung

  • Behandlung von der Ursache abhängig
  • einige Hautveränderungen verschwinden von selbst
  • Salben mit bspw. Cortison können Entzündungen hemmen
  • bei bakteriellen Infektionen: Antibiotika

Aktuelle Forschung – weniger Antibiotika verordnet

Bei Erkrankungen wie Scharlach ist es üblich, Betroffene mit Antibiotika zu behandeln. Die seit Jahren zunehmenden Resistenzen der Bakterien gegen Antibiotika führt jedoch immer wieder zu Diskussionen. Ist die dauerhafte Gabe so sinnvoll? Eine Forschergruppe der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) und des BKK-Landesverbands Nordwest hat sich die Sensibilisierung für Antibiotika zur Aufgabe gemacht. Das Ergebnis des zweijährigen Modellprojektes in Essen und Duisburg: Die teilnehmenden Ärzte haben weniger Antibiotika verschrieben. Wie kommt das?

Schnelltest zur Einordnung

Ärzte haben sich verpflichtet, vor der Gabe von Antibiotika ein sogenanntes Antibiogramm durchzuführen. Dahinter verbirgt sich eine spezielle Untersuchungsmethode, mit der Ärzte die mögliche Wirksamkeit von Antibiotika gegen die krankheitserregenden Bakterien testen. Insgesamt haben die teilnehmenden Ärzte 20 Prozent weniger Antibiotika gegen Scharlach oder aber auch Mandelentzündungen verschrieben als vergleichbare Gruppen.

Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung für den Umgang mit Antibiotika. Es soll konkret darum gehen, die Menge verschriebener Antibiotika zu reduzieren, um der Entstehung weiterer Resistenzen vorzubeugen. Laut Ärzteblatt sei Ärzten in diesem Zusammenhang schon damit geholfen, wenn man ihnen entsprechende Instrumente wie das Antibiogramm zur Seite stellte. Damit könnten sie auch Patienten leichter davon überzeugen, von einer Antibiotika-Einnahme abzusehen.

Quelle: Ärzteblatt (2019): Sensibilisierte Ärzte verordnen weniger Antibiotika, Artikel vom 23. Oktober 2019. In: aerzteblatt.de.

Häufige Patientenfragen

Wann sollte ich mit einem Hautausschlag zum Arzt gehen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ich empfehle Ihnen, Ihren Haus- oder Hautarzt dann aufzusuchen, wenn der Ausschlag plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftritt. Auch weitere Symptome, die auf eine Krankheit deuten, sind ein Grund für einen Arztbesuch, bspw. Fieber oder weitere Beschwerden. Auch eine allmähliche Entwicklung und Veränderung der Hautausschläge ohne Juckreiz sollte sich Ihr Arzt ansehen. Taucht ein Hautausschlag bei Ihren Säuglingen und Kindern auf, sollten Sie immer den Kinderarzt aufsuchen!

Was ist der Unterschied zwischen einem Exanthem und einem Enanthem?

Dr. Dr. T. Weigl
Die ähnlichen Begriffe beziehen sich beide auf Ausschläge. Ein Exanthem ist ein Hautausschlag auf der Oberhaut, wohingegen ein Enanthem den Ausschlag auf den Schleimhäuten bezeichnet, beispielsweise im Mundraum. Ähnlich wie ein Exanthem kann auch der Ausschlag der Schleimhaut verschiedene Formen haben. So können diese großflächig auftreten oder Papeln ausbilden.

Kann hinter dem Hautausschlag ohne Juckreiz eine allergische Reaktion stecken?

Dr. Dr. T. Weigl
Eher nicht. Was wir allgemein als allergische Reaktion bezeichnen, ist der Allergietyp I, der auch Soforttyp genannt wird. Bekannte Allergien wie die Hausstauballergie oder die Nahrungsmittelallergie fallen unter diese Kategorie. Eine Allergie ist eigentlich die Immunantwort des Körpers auf als gefährlich eingestufte Reize, bspw. Hausstaubmilben oder Erdnüsse. Entzündungsbotenstoffe führen zu den üblichen Reaktionen wie Schnupfen, Schwellungen und Rötungen bis hin zu Juckreiz. Ein Ausschlag ohne Juckreiz ist eher unüblich.

Wieso sollte ich nicht dauerhaft eine Cortison-Salbe nutzen?

Dr. Dr. T. Weigl
So hilfreich Cortison-basierte Medikamente auch sind, darf man nicht die Reihe an Nebenwirkungen außer Acht lassen. Cortison ist vor allem deswegen so beliebt, weil der Wirkstoff die Aktivität des Immunsystems einschränkt – dies nennen wir Ärzte Immunsuppression – und auch Entzündungen lindert. Problematisch ist aber, dass Cortisonprodukte dauerhaften Schaden anrichten können. So verändert sich beispielsweise die Hautstruktur – sie wird dünner, es kann zu dauerhaften Veränderungen kommen. Das ist gerade bei einer Gesichtsanwendung problematisch. Bei einer zu hohen Dosis oder dauerhaften Anwendung kann es sogar zum Cushing-Syndrom kommen. Darunter fallen eine Reihe von Symptomen, die bei einem Zuviel an Cortison im Körper auftreten. Dazu gehören ein aufgedunsenes Gesicht, Stammfettsucht, Osteoporose und Bluthochdruck. Unbehandelt kann diese Stoffwechselerkrankung lebensgefährlich werden, weswegen ein vorsichtiger Umgang mit Cortison wichtig ist!

Typisches Patientenbeispiel

„Elias, komm jetzt zum Frühstück, oder du kommst zu spät zur Schule!“ Nichts zu sehen oder zu hören von seinem 6-jährigen Sohn – Frederik seufzt. Da soll einer nochmal sagen, mit Kindern sei es leicht! Andererseits ist es unüblich, dass Elias sich die Gelegenheit entgehen lässt, seinen Vater wie jeden Morgen um einen Kakao anzubetteln. Nach einem Klopfen betritt Frederik das Zimmer des Jungen. Dieser liegt, mit einem geröteten Gesicht, im Bett. „Elias, was ist denn los?“ Die Hand auf die Stirn gelegt, erkennt Frederik, dass sein Sohn fiebert. Der Junge klagt zudem über Kopf- und Halsschmerzen. Beim Sprechen fällt Frederik ein weißer Belag der Zunge auf …

Beim Kinderarzt um die Ecke kommt heraus, dass Elias Scharlach hat. „Die weiße Färbung der Zunge ist normal. Sie werden spätestens übermorgen auch weiteren Ausschlag am Körper finden.“ Nach einem Schnelltest entschließt sich der Arzt, ein Penicillin-Antibiotikum zu verschreiben. Natürlich versichert er sich zuerst, ob Elias gegen den Wirkstoff allergisch ist. Als sie rausgehen, zupft der immer noch gerötete Elias an der Jacke seines Papas: „Darf ich gleich einen Kakao haben?“ Frederik lächelt: „Klar doch, Großer!“

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Haben Sie Erfahrungen mit einer der hier aufgeführten Erkrankungen? Möchten Sie mehr Informationen zum Themenfeld Hautausschlag? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 11.11.2019

Quellen

  • Peter Altmeyer (2007): Dermatologische Differenzialdiagnose. Der Weg zur klinischen Diagnose. Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Peter Altmeyer (2018): Exanthem. In: Altmeyers Enzyklopädie.
  • Ärzteblatt (2019): Sensibilisierte Ärzte verordnen weniger Antibiotika, Artikel vom 23. Oktober 2019. In: aerzteblatt.de.
  • Marina Bährle-Rapp (2004): Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege, 2. Auflage. Springer-Verlag, Heidelberg/Berlin.
  • Konrad Bork und Wolfgang Bräuninger (2005): Hautkrankheiten in der Praxis. Diagnostik und Therapie, 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Schattauer-Verlag, Stuttgart.
  • Walter Siegenthaler (2005): Siegenthalers Differenzialdiagnose. Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose, 19., vollständig neu bearbeitete Auflage. Georg Thieme-Verlag, Stuttgart.
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