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Hypnose und Hypnotherapie als Methode der Schmerzbekämpfung

Auf einen Blick – Hypnose als Teil der Schmerztherapie

Wie hilft Hypnose bei Schmerzen?

  • kann Teil einer ganzheitlichen Therapie sein
  • ergänzendes Therapieverfahren
  • zielt auf die emotionalen und psychosozialen Komponente der Schmerzen

Wie wirkt die Hypnose?

  • Verknüpfung von Schmerzen und Emotionen im Gehirn
  • Hypnosetherapie setzt an dieses Schmerzsignal an
  • soll dem Patienten langfristig die Möglichkeit geben, den Schmerz besser zu bewältigen

Ersetzt Hypnose andere Therapieverfahren?

  • Hypnose ist nicht bei jedem Patienten gleich wirkungsvoll
  • Einsatz muss von Einzelfall zu Einzelfall entschieden werden
  • individuelle Krankengeschichte muss beachtet werden
  • schlimmstenfalls können u. a. negative emotionale Zustände ausgelöst werden

Hypnose – sie ist vielen Menschen aus Romanen und Filmen bekannt und wird dort oft von eher zweifelshaften Figuren praktiziert. Viele tun sie als esoterischen Unsinn ab. Richtig eingesetzt kann die Hypnose aber sogar ein Baustein einer ganzheitlichen Schmerztherapie sein: Chronischen Schmerzen liegt häufig eine Kombination aus körperlichen und psychosozialen Faktoren zugrunde. Genau hier setzt die Hypnose an und soll langfristig den Patienten ermöglichen, im Optimalfall seine Schmerzen im Alltag besser bewältigen zu können.

Hypnose als Therapieform bei Schmerzen

Welche Art von Therapie bei Schmerzen die richtige ist, hängt von einem entscheidenden Faktor ab: Abhängig davon, ob es sich um akute oder chronische Schmerzen handelt, bestehen für den behandelnden Arzt verschiedene Möglichkeiten, Schmerzen zu therapieren.

Hypnose kommt bei akuten Schmerzen in der Regel nicht zum Einsatz; sie ist einer von vielen Bausteinen, die zum sogenannten ganzheitlichen Therapieansatz gehören. Dabei handelt es sich um eine Behandlungsmethode, die über die rein körperliche Symptomatik des Schmerzes hinausgeht und manuelle sowie psychotherapeutische Therapieansätze individuell auf den Patienten zuschneidet.

Akute vs. chronische Schmerzen und der ganzheitliche Therapieansatz

Die Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Schmerzen spielt in Bezug auf die medizinische Behandlung eine äußerst wichtige Rolle. Der akute Schmerz nimmt für die menschliche Gesundheit nämlich eine bedeutende Funktion ein: Er ist in erster Linie Warnsignal und weist den Körper auf eine bedrohte oder bereits geschädigte Körper- oder Gewebestelle hin. Er ist daran zu erkennen, dass er plötzlich und intensiv auftritt, nach Behandlung der Ursache aber relativ schnell wieder abklingt.

Anders der chronische Schmerz: Er entwickelt sich vom Symptom zu einem eigenständigen Krankheitsbild, wenn der Schmerz über einen Zeitraum anhält, der länger ist als sechs Monate, oder wenn er immer wieder auftritt. Man spricht dann von einem Schmerzpatienten. Häufig ist keine körperliche Ursache mehr für den Schmerz erkennbar – insbesondere chronische Kopf- und Rückenschmerzen scheinen keinen direkten Auslöser zu haben. Die Suche nach der Ursache und die Behandlung des Schmerzes müssen deshalb über konventionelle Wege hinausgehen. Ganzheitliche Therapieansätze helfen Medizinern dabei, sich einem nur schwer therapierbaren Schmerzsyndrom zu nähern und die Lebensqualität der betroffenen Patienten auf lange Sicht zu verbessern.

Im Fokus der ganzheitlichen Therapie liegen deshalb neben der medikamentösen Therapie, operativen Eingriffen und der Verschreibung von Physiotherapie und Krankengymnastik auch die physikalische Therapie, die manuelle Therapie und die psychotherapeutische Behandlung. Letztere setzt vor allem bei emotionalen Effekten und psychosozialen Folgen an, die den Betroffenen zusätzlich zum Schmerz an sich zu schaffen machen.
„Ein ganzheitlicher Therapieansatz schließt auch Methoden wie die Hypnose ein. Diese kann dann helfen, wenn Physiotherapie und Medikamente keine Wirkung mehr zeigen. Allerdings ist ihr Erfolg stets abhängig vom Patienten selbst.“ — Dr.… Klick um zu Tweeten

In welchem Zusammenhang stehen Hypnose und Schmerzen?

Dass eine medikamentöse oder operative Behandlung bei chronischen Schmerzen nicht immer bzw. nur selten zum gewünschten Erfolg führt, eröffnet den Blick auf alternative und ergänzende Therapieverfahren. Eine wichtige Rolle spielt in dieser Hinsicht die Hypnose. Menschen, die permanent, d. h. täglich Schmerzen haben, leiden bald nicht mehr allein unter dem Schmerz, sondern auch unter emotionalen Stresszuständen. Diese dürfen jedoch nicht als losgekoppeltes Element betrachtet werden – sie stehen in direktem Zusammenhang mit dem Schmerz und tragen häufig sogar zu dessen Verstärkung bei.

In vielen Fällen erkennen Patienten aber zunächst nicht, dass ein Zusammenhang zwischen dem Schmerz und den emotionalen Verstärkern besteht. Sie unterdrücken diese häufig sogar, weil sie sie für ein Zeichen der Schwäche halten. Nach einiger Zeit ist daher nicht mehr auszumachen, was zuerst da war, und was wen katalysiert: Die Frage nach dem Huhn und dem Ei, bezogen auf den Schmerz und psychisch-emotionalen Stress.

Mit der Hypnose bzw. der Hypnotherapie erhalten Patienten einen Zugang zu unterdrückten emotionalen und psychosozialen Stresszuständen. Dabei stehen zwei Effekte im Fokus, die aus therapeutischer Sicht zu Erfolgen werden können: Einerseits das Erkennen und Aufdecken von emotionalen Ursachen oder Verstärkern des Schmerzes, andererseits das Erlernen von Kontrolle über den Schmerz.

Gut zu wissen!
Dass Hypnose und Schmerz in einem engen Zusammenhang stehen, wurde bereits früh erkannt: Sie wurde schon im 19. Jahrhundert angewendet, um Schmerzen herabzusetzen oder Operationen durchzuführen, bevor chemische Betäubungsmittel erfunden wurden. Der Grund dafür ist so simpel wie praktisch – im Zustand der hypnotisch herbeigeführten Trance sind Patienten in der Lage, ihr Schmerzempfinden zu verringern oder den Schmerz vollständig auszuschalten. Somit kann Schmerz durch die psychotherapeutische Wirkung von Hypnose individuell beeinflusst werden.

Haben Sie schon einmal Erfahrungen mit Hypnose zur Schmerzbehandlung gemacht? Wie zufrieden waren Sie mit dem Ergebnis?
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Der Wirkungsgrad der Hypnose bei der Schmerzbekämpfung

Obwohl Hypnose eine herabsetzende Wirkung auf Schmerzen hat, gehört sie in Deutschland noch nicht zum therapeutischen Alltag. Mehr und mehr werden jedoch hypnotherapeutische Behandlungen gegen chronische Schmerzen eingesetzt, von chronischen Kopf- bis hin zu Rückenschmerzen. Wie aber kommt es zu dieser schmerzverringernden Wirkung? Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf die Hypnose, den Schmerz und das menschliche Gehirn.

In den meisten Fällen besteht eine Verknüpfung zwischen Schmerz und Emotion. Es ist zunächst der Schmerz, der eine Emotion auslöst: Der betroffene Patient ist wütend über den Schmerz, ist traurig über seine Erkrankung, fühlt sich einsam oder hat Angst vor dem Schmerz.

Hat das Gehirn diese emotionale Reaktion auf den Schmerz einmal abgespeichert, wird sie immer wieder abgerufen. Das jedoch hat weitreichende Folgen: Auch wenn keine physiologische Ursache mehr für das Empfinden von Schmerz besteht, verstärkt die emotionale Verbindung das Schmerzempfinden – der Patient fühlt Schmerzen, die gar nicht vorhanden sind, weil diese in der emotionalen Wahrnehmung des Gehirns gemeinsam abgespeichert wurden.

Das Gehirn hat also einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Schmerzverarbeitung. Jedes Schmerzsignal, das von den Nervenzellen im Körper ausgesendet wird, wird dort abgespeichert. Umgekehrt lässt sich aber mit einer Hypnotherapie genau an dieser Stelle ansetzen. Die Schmerzwahrnehmung kann unter Hypnose insofern beeinflusst werden, als dass Schmerzsignale zwar im Gehirn ankommen, die Wahrnehmung dieses Signals aber reduziert wird – mit dem Ergebnis, dass das Warnsignal, das mit einem Schmerzsignal einhergeht, nicht oder nur vermindert ausgesendet wird. Der Hypnose folgt also eine Veränderung der für den Schmerz zuständigen Hirnareale.

Was ist ein noxischer Reiz und wie gelangen Schmerzsignale von ihrem Entstehungsort bis in das Gehirn? In folgendem Beitrag veranschaulicht Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl den Weg des Schmerzes vom Rückenmark bis in das Gehirn.

Was sind Schmerzen? Schmerz & Schmerzweiterleitung: Vom Rückenmark bis Gehirn | Schmerz verstehen

Kann Hypnose die Kontrolle über den Schmerz ermöglichen?

Schmerz ist, unabhängig davon, ob es sich um akuten oder chronischen Schmerz handelt, ein körperlicher Zustand, der sich nicht willentlich kontrollieren lässt. Für viele Betroffene ist dieser Aspekt des Schmerzes besonders schlimm. Menschen, die ein sehr kontrolliertes Leben führen und jede Handlung auf eine selbst getroffene Entscheidung zurückführen möchten, fällt es besonders schwer, mit einem Schmerz umzugehen, der sich ihrer Kontrolle entzieht. Sie empfinden den Zustand chronischer Schmerzen deshalb umso stärker, womit sich auch die emotionalen Folgen verstärkt äußern können.

Wird Hypnose zur Schmerzbewältigung eingesetzt, besteht ein zentrales Ziel der hypnotherapeutischen Behandlung darin, dem Patienten Werkzeuge wie etwa die Selbsthypnose zugänglich zu machen, mit denen sie im Alltag selbstständig Einfluss auf den Schmerz nehmen können. Dabei geht es in erster Linie darum, die Qualität, mit der der Schmerz wahrgenommen wird, zu verändern. Die Patienten lernen im Laufe der Behandlung, wie sie die Schmerzwahrnehmung durch das Aufrufen bestimmter Bilder abschwächen oder sogar isolieren können.

Hypnose vs. Medikamente: Welche Therapie für wen?

Ob und wie ein Schmerzpatient auf Medikamente oder eine Hypnose anspricht, ist so individuell wie seine Schmerzerkrankung. Während bei manchen Betroffenen die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln in Kombination mit einer physiotherapeutischen Behandlung den passenden Therapieansatz darstellt, können Mediziner bei anderen mit einer Hypnotherapie deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit Medikamenten. Selbst schwere Operationen können unter dem Einfluss von Hypnose ohne chemische Betäubungsmittel durchgeführt werden.

Aus diesem Grund ist die Hypnose ein wichtiger Baustein der ganzheitlichen Schmerztherapie. Welche Bausteine dabei in welcher Reihenfolge und welcher Intensität angewendet werden, ist letztlich aber eine Entscheidung des Arztes, und die sollte stets in die Schmerztherapie mit einbezogen werden. Unter Umständen kann eine hypnotherapeutische Behandlung weitaus effektiver sein als jede konventionelle Therapie; selbst schwerste Schmerzen, denen nicht mehr mit einer medikamentösen Betäubung beizukommen ist, können gelindert werden.

Einsatz der Hypnose kann ein Risiko sein

Trotzdem bleibt bei jeder Form der Hypnose ein Risiko: Der Hypnotherapeut sollte sich vor jeder Behandlung mit der individuellen Krankheitsgeschichte des Patienten auseinandersetzen. Sonst könnte er eventuell einen Allergieanfall oder negative emotionale Zustände auszulösen, weil er die falschen Bilder für die Hypnotherapie benutzt. Auch kann es gefährlich sein, die Schmerzwahrnehmung mithilfe von Hypnose gänzlich auszuschalten – schließlich ist und bleibt der Schmerz ein wichtiges Warnsignal.

Um zu entscheiden, ob und in welcher Form Hypnose bei der Schmerzbekämpfung sinnvoll ist, zieht der Arzt verschiedene Untersuchungsaspekte zu Rate. Dazu gehören neben der Intensität des Schmerzes und der Dauer, für die er bereits besteht, auch psychosoziale Faktoren. Darüber hinaus sollte der Arzt weitere Bausteine der ganzheitlichen Therapie hinzuziehen, um eine Therapie individuell auf den Patienten zuzuschneiden.

Fakten-Box: Hypnose als Teil der Schmerztherapie

Hypnose als Therapiebaustein

  • Wirkung ist nicht bei jedem gleich
  • ergänzendes Therapieverfahren
  • soll Patienten bei Schmerzbewältigung unterstützen
  • Krankengeschichte wichtig

  • Der Hypnotherapeut muss die individuelle Krankengeschichte beachten
  • ansonsten können möglicherweise negative emotionale Zustände ausgelöst werden
  • die Schmerzwahrnehmung darf nie ganz unterdrückt werden, da sie ein wichtiges Warnsignal des Körpers ist
  • Aktuelle Forschung: Wie wirkt Hypnose auf das Gehirn?

    Wissenschaftler der Stanford University School of Medicine haben untersucht, wie sich Hypnose auf das Gehirn auswirkt. Zwar gibt es bereits Studien darüber, wie sich Hypnose bspw. auf das Schmerzempfinden oder die Sehkraft auswirkt. Die konkreten Vorgänge im Gehirn wurden bisher aber noch nicht untersucht.

    Um die Veränderungen in den Gehirnarealen zu prüfen, wurden aus 545 Teilnehmern 36 Probanden ausgewählt, die besonders gut hypnotisiert werden konnten. Als Kontrollgruppe dienten 21 Probanden, die dagegen bei der Hypnotisierbarkeit eher schlecht abschnitten. Die übrigen Teilnehmer wurden nicht weiter berücksichtigt. Während der Hypnosesitzungen wurden die Hirnaktivitäten der Probanden mit einem sog. funktionellem MRT (fMRT) untersucht.

    Veränderungen in drei Hirnarealen

    Bei den Untersuchungen stachen drei Hirnregionen hervor, bei denen besonders große Veränderungen festgestellt werden konnten. Die Forscher beobachteten einen Rückgang der Hirnaktivität im sog. dorsalen Teil des anterioren cingulären Cortex (ACC). Dieser Teil des Gehirns ist verantwortlich dafür, dass wir Objekte und Personen erkennen. Ebenfalls ist er an der selektiven Wahrnehmung bzw. Aufmerksamkeit beteiligt.

    Zudem erhöhten sich die Verbindungen zwischen dem dorsolateralen präfontralen Cortex und dem Cortex insularis. Die Verbindung dieser beiden Hirnregionen sei eine Art Schnittstellen zwischen Körper und Gehirn, die es dem Gehirn erlaube, Vorgänge im Körper besser zu verarbeiten.

    Als dritte Auffälligkeit konnte beobachtet werden, dass die Verbindungen zwischem dem dorsolateralen präfrontalen Cortex und dem sog. Ruhezustandsnetzwerk zurückgingen. Letzteres sind verschiedene Gehirnbereiche, die erst im Ruhezustand aktiv werden (etwa beim Tagträumen). David Spiegel, einer der leitenden Studienautoren, deutet diese Befunde so, dass sich unsere Handlungen von unserem Bewusstsein entkoppeln würden. Bei der Hypnose würde diese Trennung von Reflexion und Handlung es ermöglichen, dass man vollkommen auf den Hypnotiseur oder Therapeuten konzentrieren könne, ohne dass das Gehirn Ressourcen dafür aufwenden muss, diese Aktivitäten zu bewerten.

    Laut Spiegel könnten diese Ergebnisse langfristig dazu beitragen, neue Therapieformen in der Hypnose zu entwickeln. Man könne etwa Hirnstimulation und Hypnose als Therapieform kombinieren, wodurch bspw. die schmerzstillende Wirkung der Hypnose gesteigert werden könnte. Allerdings müssen noch weitere Studien mit mehr Probanden diese Ergebnisse bestätigen und erweitern, bevor neue Formen der Therapie entwickelt werden können.

    Quellen: Heidi Jiang u. a. (2017): Brain Activity and Functional Connectivity Associated with Hypnosis, in: Cerebral Cortex 27/8, S. 4083–4093.

    Stanford Medicine – School of Medicine (Hg.) (2016): Study identifies brain areas altered during hypnotic trances.

    Häufige Patientenfragen

    Kann Hypnose gefährlich sein?

    Dr. Dr. T. Weigl:
    Wie bei jeder Therapiemethode muss auch die Hypnose auf die individuelle Situation des Patienten zugeschnitten werden und mit Bedacht eingesetzt werden. Setzt der Hypnotherapeut bspw. falsche Bilder für die Therapie ein, könnte er möglicherweise den Patienten in negative emotionale Zustände versetzen. Zudem darf auf keinen Fall die Schmerzwahrnehmung gänzlich ausgeschaltet werden: Wie unangenehm Schmerz auch ist, er ist ein wichtiges Signal des Körpers, dass irgendetwas nicht stimmt. Fragen Sie vor einer Behandlung nach, welche Probleme während oder nach einer Hypnose möglicherweise auftreten könnten.

    Macht mich eine Hypnose willenlos?

    Dr. Dr. T. Weigl:
    Nein. Diese ist Angst ist unbegründet und wird vor allem von Serien, Filmen oder auch Literatur geschürt. Mit der Realität hat das aber wenig zu tun. Während einer hypnotischen Trance sind Sie nicht willenlos und müssen tun, was Ihnen der Hypnotiseur anweist. Bereits im 18. Jahrhundert wurden solche Verfahrenweisen getestet, nie konnte aber erreicht werden, dass ein Patient ‚völlig‘ willenlos wird. Und auch in jüngeren Untersuchungen konnte ein solcher Zustand nie hergestellt werden.

    In welchen anderen Bereichen wird Hypnose noch eingesetzt?

    Dr. Dr. T. Weigl:

    Hypnose kann in mehreren Bereichen als Therapiebaustein zum Einsatz kommen. Dazu zählen u. a.:

    Falls für Sie Hypnose als eine Behandlungsmethode in Frage kommt, sollten Sie sichergehen, dass ihr Therapeut oder ihre Therapeutin ein entsprechendes Zerfitikat einer seriösen Hypnosegesellschaft vorweisen kann. Eine entsprechende Auflistung können Sie auf der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie e. V. finden.

    Was kostet eine Hypnosebehandlung?

    Dr. Dr. T. Weigl:
    Das lässt sich nicht pauschal sagen, da der Kostenaufwand auch immer davon abhängt, wie viele Sitzungen für die Behandlung notwendig sind. Wie hoch der Zeitaufwand tatsächlich ist, hängt von der individuellen Situation des Patienten ab: Welche konkrete Beschwerde liegt vor? Wie ist der körperliche und psychische Zustand des Patienten? Und was ist das genaue Ziel der Behandlung? Gemäß der Angaben der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie e. V. kostet eine psychotherapeutische Hypnosebehandlung ca. 80–120€ pro 50 Minuten, eine zahnärztliche Hypnose ca. 80–150€ pro 50 Minuten. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dabei leider nur selten. Informieren Sie sich daher im Vorfeld, ob und inwiefern ihre Kasse diese Kosten übernehmen würde.

    Typisches Patientenbeispiel

    Mit seiner Arthrose im Knie hat Waldemar schon länger zu kämpfen und dass die niemals ganz verheilen würde, weiß er auch. Von einer Operation hat ihm sein Arzt bisher immer abgeraten. Stattdessen konzentriert dieser sich auf einen ganzheitlichen Ansatz, zu dem derzeit Physiotherapie und medikamentöse Behandlung gehören. Als Waldemar letztens im Rahmen seiner regelmäßigen Untersuchungen vorstellig wurde, hat er mehr Schmerzen als bisher zu beklagen gehabt. Sein Arzt unterbreitete ihm eine Möglichkeit, die er bisher als Humbug abgetan hätte, die er aber ob der Schmerzen jetzt durchaus in Betracht zieht – die Hypnose. Heilen im Schlaf? Mal sehen, was das bringt…

    „Unglaublich. Einfach unglaublich!“, denkt sich Waldemar, nachdem er die Praxis des Hypnotherapeuten verlassen hatte und eindeutig schmerzbefreiter laufen kann. Nicht im Traum hätte er daran gedacht, dass er als bodenständiger Kerl einmal auf Hypnose schwören würde. Aber wo Medikamente und Physiotherapie an ihre Grenzen stießen, wusste die Hypnose zu helfen.

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    Haben auch Sie Erfahrungen mit Hypnose zur Schmerzbehandlung gemacht? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

    Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

    Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl , Christine Pepersack, Sebastian Mittelberg
    Redaktion: Tobias Möller
    Veröffentlicht am: 24.05.2018, zuletzt aktualisiert: 08.12.2019

    Quellen

    • Zentrum für Hypnose (Hg.): Schmerzen. In: Hypnose-Zentrum.com.
    • Irene Meichsner (1999): Hypnose: Wenn der Schmerz schmilzt, in: Bild der Wissenschaft August 1999.
    • Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie e. V. (Hg.): Zur Behandlung mit Hypnose.
    • Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnosetherapie e. V. (Hg.): Was kostet eine Hypnosebehandlung? Was zahlt die Krankenkasse?
    • Burkhard Peter, Dirk Revenstorf (Hg.) (2015): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
    • Heidi Jiang u. a. (2017): Brain Activity and Functional Connectivity Associated with Hypnosis, in: Cerebral Cortex 27/8, S. 4083–4093.
    • Stanford Medicine – School of Medicine (Hg.) (2016): Study identifies brain areas altered during hypnotic trances.

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