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Manuelle Therapien bei Rückenschmerzen

Manuelle Therapien auf einen Blick

Was sind Manuelle Therapien?

  • übersetzt etwa „Heilung durch die Hände“
  • behandelt werden Skelett, Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen
  • Teildisziplin der Physiotherapie
  • behandelt werden reversible, also umkehrbare Erkrankungen

Was sind die Ziele Manueller Therapien?

  • Mobilisation
  • Schmerzlinderung

Welche Methoden gibt es?

  • Osteopathie
  • Chiropraktik
  • Shiatsu
  • Rolfing

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Manuelle Therapien sind Behandlungsweisen, die den menschlichen Bewegungsapparat in den Blick nehmen. Sie basieren auf speziellen Handgriff- und Mobilisationstechniken, die sich innerhalb der verschiedenen Methodiken unterscheiden. Manuelle Therapien eignen sich für all jene Beschwerden, die reversibel sind, beispielsweise muskulär bedingte Rückenschmerzen.

Was versteht man unter Manueller Therapie?

Der Begriff der Manuellen Therapie bedeutet übersetzt die Heilung beziehungsweise Pflege durch die Hände (von lat. manus ‚die Hand‘).

Laut dem Verband Deutscher Physiotherapeuten handelt es sich dabei um die Behandlung des gesamten Bewegungsapparates. Dazu gehören das Skelett mit seinen Gelenken sowie die Muskeln mit den Bändernund Sehnen. Das Zusammenspiel aus diesen Elementen ermöglicht die Ausführung von Bewegungen. Die Zusammenhänge von Knochen, Gelenken und Bewegung werden in der Lehre von der Knochenbewegung (sog. ‚Osteokinematik‘) sowie in der Lehre von der Gelenkbewegung (sog. ‚Arthrokinematik‘) erfasst. Beide dienen als Grundlage für die Manuelle Therapie. Die Manuelle Therapie ist Teildisziplin der Physiotherapie, welche alle physikalischen und Bewegungstherapien umfasst.

Manuelle Therapien eignen sich für all jene Beschwerden, die reversibel sind, also die rückgängig gemacht werden können. Dazu gehören beispielsweise muskulär bedingte Rückenschmerzen.
— Dr. Tobias Weigl

Manuelle Therapien beziehen sich auf Beschwerden und Erkrankungen, die reversibel sind: Das bedeutet, dass Fälle wie Knochenbrüche, Tumoren oder Osteoporose durch den gezielten Eingriff in den Bewegungsapparat sogar verschlimmert werden können. Bei Beschwerden, die beispielsweise auf muskuläre Verkrampfungen und Anspannungen zurückzuführen sind, kann eine Manuelle Therapie als Baustein einer ganzheitlichen Behandlung helfen.

Was sind Manuelle Therapien? Wie viel kostet eine Osteopathie-Sitzung? Wer ist Ida Rolf? Was passiert im Rahmen einer Shiatsu-Therapie? Dr. Dr. Tobias Weigl stellt im Video die wichtigsten Manuellen Therapien im Zusammenhang mit Rückenschmerzen vor.

Chirotherapie & Manuelle Rückentherapie – Liebscher Bracht, Rolfing, Osteopathie bei Rückenschmerzen

Die Ziele der Manuellen Therapien: Mobilität und Schmerzlinderung

Das Ziel bei Problemen mit der Gelenkbewegung besteht darin, das betroffene Gelenk wieder zu mobilisieren. Um dies zu gewährleisten, stresst der Therapeut beispielsweise das sich in den Gelenkkapseln befindende Kollagen, ein Faserbestandteil aus Proteinen. Dies erweitert das Bewegungsausmaß.

Eine Therapie ist dann erfolgreich, wenn die maximale Mobilität in Abhängigkeit vom Schweregrad der Erkrankung des zu behandelnden Körperteils erreicht ist. Daneben ist auch die Schmerzlinderung ein wichtiges Ziel der Manuellen Therapie.

Physiotherapeuten nutzen zu diesem Zwecke unterschiedliche Verfahren: So kommen passive Bewegungen wie Mobilisation und Manipulation oder rehabilitative Methoden in Frage.

Gut zu wissen!
Die Manuelle Therapie, wie wir sie heute kennen, wurde in den USA der Fünfziger Jahre entwickelt. Freddy Kaltenborn und Geoffrey Maitland betonten in ihrem neuartigen Konzept die Einmischung durch den Therapeuten während aktiv ausgeführter Übungen aus der Physiotherapie.

 

Manuelle Therapie. Durch Druck und bestimmte Bewegungen können Schmerzen behandelt werden

Osteopathie bei Rückenschmerzen

Der Begriff Osteopathie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Knochenleiden“. Diese Form der Manuellen Therapie geht auf den US-Amerikaner Andrew T. Still zurück, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Grundlagen dieser Alternativmedizin schuf. Kern der Philosophie ist die Bewegung: Wo keine Bewegung stattfinden kann, so Still, können Krankheiten und Beschwerden entstehen. Die Osteopathie kann diese aufspüren und lösen.

Grundlegend ist für eine einwandfreie Bewegungsleistung die Funktion der sogenannten Bewegungsketten: Jede noch so kleine Bewegung entspringt einer Kette von Bewegungen. Ein Beispiel: Die Lunge kann den Körper nur mit Luft und dem darin enthaltenden Sauerstoff versorgen, weil das Herz sauerstoffarmes Blut in die Lungenbläschen pumpt. Funktioniert nur ein Glied dieser Kette nicht, ist die gesamte Bewegung gestört.

Strukturelle Bewegungen zur Selbstheilung

Diese Bewegungen sind in Strukturen gegliedert: Dieses Wechselspiel ist der Einsatz der Osteopathen. Ziel ist somit nicht die Heilung von Krankheiten, sondern vielmehr das Aufspüren der Gründe, warum eine Krankheit oder Beschwerden innerhalb der Struktur ausgebrochen sind. So steht die Wiederaufnahme der natürlichen Funktion des betroffenen Bereichs an erster Stelle. Das Reslutat ist: Selbstheilung ohne den Einsatz von Medikamenten.

Wie bei der Manuellen Therapie üblich verwenden Therapeuten ihre Hände bei der Untersuchung und der Arbeit. Der Therapeut arbeitet bei der Deblockade des Patienten vor allem mit sanftem, gezieltem Druck oder kräftigem Bohren. Dabei erfasst und versteht die Osteopathie den Körper als ganzheitliche, zusammenhängende Struktur.

Anders als der Name suggeriert, stehen nicht nur Knochen und Gelenke im Vordergrund: Auch die Faszien, die Muskulatur sowie die Funktionskreisläufe der Organe werden in den Blick genommen.

Chiropraktik bei Rückenschmerzen

Wie auch die Osteopathie stammt die Methode des „mit den Händen arbeiten“ (griechisch: Chiropraktik) aus den USA: Im 19. Jahrhundert entwickelte dessen Erfinder, der Heiler Daniel D. Palmer, auf Basis der Magnettherapie und der Osteopathie seine neuartige Methode. Anhänger der Magnettherapie gingen davon aus, dass Schmerzen unter Einwirkung von magnetischen Wellen gelindert würden.

Für Palmer stand im Fokus seiner Chiropraktik jedoch etwas ganz anderes: die Vitalisierung der Lebenskraft. Diese Vitalisierung wurde grundsätzlich durch das Nervensystem aufrechterhalten. Sie war gestört, wenn beispielsweise ein Wirbel verschoben oder Gelenke blockiert waren. Das Nervensystem spielt so eine tragende Rolle im Selbstverständnis, ein blockierter Wirbel konnte dieses Nervensystem stören.

Fehlerhaft sitzende Knochen wie beispielsweise Wirbel sind Gründe für Beschwerden. Die Chiropraktik versucht, wie auch die Osteopathie, nicht, eine Krankheit zu heilen, sondern die Ursachen für Beschwerden zu bekämpfen. Die Chiropraktik versteht den Körper als selbstheilendes System.

Übergeordnetes Ziel der Chiropraktik ist die Optimierung des allgemeinen Zustandes des Patienten.

Was Manuelle Therapien mit Golf zu tun haben

Die Behandlung durch eine chiropraktische Methode sieht vor, dass Wirbel, die falsch liegen und somit durch das Drücken auf Nervenstränge Schmerzen verursachen, durch Zuhilfenahme der Querfort- und Dornansätze wieder „eingerenkt“ werden können. Die Hole-in-one-Methode, die heute noch verwendet wird, ist von Palmer geprägt worden. Ähnlich wie beim Golf – daher kommt die Bezeichnung – schiebt der Chiropraktiker mit einer Bewegung den falsch sitzenden Knochen in seine eigentliche Position. Der Atlas, der oberste Halswirbel, wurde lange als wichtigste Ursache von Krankheiten und Beschwerden betrachtet. Medikamente gehören nicht zur Therapie.

Anders als ursprünglich beschäftigen sich Therapeuten in der heutigen Chiropraktik auch mit Weichteilen wie Bändern, Faszien und Muskeln. Die dafür verwendeten Methoden entstammen der Osteopathie. Allerdings wird an der Rolle des Nervensystems weiterhin festgehalten. Anders als in der Schulmedizin bezeichnet die Chiropraktik die Diagnose als Analyse, die Behandlung wiederum als Adjustierung.

Shiatsu bei Rückenschmerzen

Anders als die bereits vorgestellten Therapien kommt die Shiatsu-Methode aus dem asiatischen Raum, wo sie schon seit Jahrhunderten bekannt ist. „Shi-atsu“ ist Japanisch für „Fingerabdruck“. Die heutige Methode ist wahrscheinlich das Produkt der ursprünglich japanischen Massage Anma und weiteren adaptierten Techniken anderer Manueller Therapien. Die heutigen Formen des Shiatsu gehen auf eine Entwicklung in Japan unter Toru Namikoshi und Masunaga Shizuto zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurück; aus dieser Zeit stammt auch die uns bekannte Bezeichnung.

Im Wesentlichen basiert Shiatsu auf der ursprünglich aus China stammenden Wissenschaft des Qui, welche dann in Japan weiterentwickelt wurde. Die Wissenschaft der Qui geht davon aus, dass Materie energetische Eigenschaften aufweist. Diese wird innerhalb des großen Ganzen betrachtet und kann erst als Gesamtbild verstanden und nachvollzogen worden. Die Lehren aus der Wissenschaft des Qui werden im Shiatsu auf den Körper übertragen.

Gut zu wissen!
Die Zusammenhänge von Schmerzen und dem menschlichen Skelett wurden schon früh in der Geschichte erkannt: So hat bereits Hippokrates (ca. 460–370 v. Chr.) über die Folgen von verschobenen Wirbeln diskutiert. Im Hochmittelalter entwickelte der Philosoph und Arzt Avicenna (980–1037) Griffe, um das Skelett seines Patienten oder seiner Patientin zu stabilisieren. Zeitgleich tauchten überall in Europa sogenannte Knochensetzer auf, deren Methodik in der Neuzeit weiterentwickelt wurde. Erst im 19. Jahrhunderten beschäftigten sich Ärzte eingehend mit der schmerzhaften Verschiebung von Wirbeln und Manuellen Techniken.

Shiatsu baut auf zwei Methodenpfeilern auf, nämlich der Körperarbeit und der Energiemedizin. Unter Körperarbeit fallen die Arbeit mit Druck und die Dehnung des Körpergewebes. Der Therapeut übt Druck auf das Bindegewebe wie Faszien aus. Dies hydriert das anfällige oder brüchige Gewebe wieder und versetzt es somit in den ursprünglichen Zustand der Beweglichkeit zurück.

Energiefelder und Akupunktur

Die Energiemedizin beschäftigt sich mit dem Energiefeld eines Menschen und dem Umgang damit. Mit dem Energiefeld ist das biomagnetische Feld im Körper gemeint, das durch das Pulsieren von elektrischen Strömen innerhalb des Körpers entsteht. Das Bindegewebe ist Teil dieses Energienetzes. Die bereits angesprochene Stimulation des Bindegewebes unterstützt auch die Aufrechterhaltung dieses Energiefeldes.

Zusätzlich verwenden Therapeuten Erkenntnisse aus der Akupunktur. So wird auf die Akupunkturmeridiane zurückgegriffen, die energiereicher sind als einzelne Akupunkturpunkte. Darüber hinaus konzentrieren sich Therapeuten in Bezug auf das Energiefeld vor allem auf den Bauch: Denn in der chinesischen wie auch japanischen Medizin ist der Bauch das sogenannte Vitalzentrum, das Zentrum des körperlichen Energiefeldes.

Shiatsu ist eine Behandlungsmethode, die wesentlich auf der Akupressur und Massageformen basiert.

Rolfing bei Rückenschmerzen

Das Rolfing unterstützt eine möglichst energiesparende Entfaltung hin zu einem natürlichen Gleichgewicht. Es ist Teil der von Dr. Ida Rolf entwickelten Strukturellen Integration. Diese hat für ihre Methode Elemente aus dem Yoga und der Arbeit mit Binde- und Muskelgewebe vermengt. Kernelement ist die Wechselbeziehung zwischen der Struktur, also dem menschlichen Körper (vor allem dem Bewegungsapparat), und dem übergeordneten Rahmen, der Schwerkraft.

Laut Rolf hängt das menschliche Wohlbefinden, sowohl auf physischer wie psychischer Ebene, auch vom Körperbau ab. Dieser sollte idealerweise in einer harmonischen Relation zur Erdanziehung stehen. Schmerzen sind somit ein Zeichen dafür, dass diese Beziehung aus den Fugen geraten ist. Durch die Bearbeitung des Binde- und Muskelgewebes können die körperliche Gestalt verändert und so die Verbindung zum übergeordneten Rahmen verbessert werden.

Dieser Ansatz versteht sich nicht nur als therapeutische Methode zur Ermöglichung einer Selbstheilung, sondern auch als pädagogischen Prozess. Der Fokus der eigentlichen Behandlung liegt dabei vor allem auf dem Muskel- und Bindegewebe. Ziel ist es, Spannung und Platz zu geben.

Methodisch wird vor allem eine gezielte Behandlung des Binde- und Muskelgewebes durch Druck durchgeführt.

Manuelle Therapien auf einen Blick

Osteopathie

  • Entstehung Mitte 19. Jahrhundert, Begründer Andrew T. Still
  • Kern ist Bewegung
  • Wiederaufnahme natürlicher Funktionen
  • Selbstheilung

Chiropraktik

  • Entstehung im 19. Jahrhundert, Begründer Daniel D. Palmer
  • Basis: Magnettherapie und Osteopathie
  • Ziel: Vitalisierung der Lebenskraft durch Aufrechterhaltung des Nervensystems
  • Ursachenbehandlung

Shiatsu

  • die uns bekannte Form stammt vom Anfang des 20. Jahrhunderts, „Begründer“: Toru Namikoshi und Masunaga Shizuto
  • Eckpfeiler: Körperarbeit und Energiemedizin
  • Hydration anfälligen Gewebes
  • zusätzlich angewendet: Akupunktur

Rolfing

  • Entstehung Mitte des 20. Jahrhunderts, Begründerin Ida Rolf
  • Kombination aus Yoga und der Arbeit mit Binde- und Muskelgewebe
  • Ziel: Selbstheilung und urchlaufen eines pädagogischen Prozesses

Haben Sie schon einmal Gebrauch von Manuellen Therapien gemacht? Für welche Methode haben Sie sich entschieden? (Mehrfachnennungen möglich)

Manuelle Therapien und Apps

Manuelle Therapien können durch zusätzliche Übungen zu Hause ergänzt werden. Dank der Digitalisierung gibt es mittlerweile auch Angebote für das Smartphone. So bietet der Georg Thieme Verlag beispielsweise die App „manuelletherapie“ für Android und iOS an. Darüber können Sie als Nutzer Artikel zum Thema aufrufen und lesen und auf Übungsvideos zugreifen – mit Therapie-Übungen für die eigenen vier Wände. Die App ist umsonst, allerdings erfordert die kostenfreie Nutzung der Angebote eine Registrierung als Abonnent. Allerdings ist sie auch die einzige App auf diesem Gebiet.

Aktuelles aus der Forschung – Chirotherapie bei unteren Rückenschmerzen nur mit mäßiger Wirkung

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass die Chirotherapie eine nur mäßige Wirkung bei der Behandlung unterer Rückenschmerzen erzielt und zudem mit Nebenwirkungen einhergeht. Zu diesem Schluss kamen Neil Paige vom West Los Angeles Veterans Affairs Medical Center und seine Kollegen. Die Ergebnisse wurden 2017 in der Fachzeitschrift JAMA Network veröffentlicht.

Bisher wurde die Wirksamkeit chiropraktischer Behandlungen mehrfach untersucht – mit gemischten Ergebnissen. Die Qualität der Studien variierte stark. Ein großes Manko bestand darin, dass die Untersuchungen nur schwer verblindet zu unternehmen waren. „Verblindet“ meint hier, dass die Patienten nicht über die Art der Behandlung Bescheid wussten.

Positive Ergebnisse, keine Einheitlichkeit

Paige und seine Kollegen untersuchten insgesamt 26 verschiedene Studien. 15 davon befassten sich mit Patienten, die ihre Schmerzen vor und nach der Behandlung auf einer Skala einordneten. Tatsächlich konnte den chiropraktischen Anwendungen im Durchschnitt eine ähnlich starke Schmerzlinderung wie nicht-steroidalen Antirheumatika (Ibuprofen, Aspirin, Diclofenac) nachgewiesen werden.

Weitere 12 Studien untersuchten funktionelle Verbesserungen – auch hier konnte mithilfe einer speziellen Punktebewertung ein positiver Trend abgelesen werden.

Die Autoren haben in ihrer Arbeit nicht zwischen speziellen chiropraktischen Behandlungsmethoden unterschieden. Das sei möglicherweise ein Grund für die gemischten Ergebnisse.

Sie bemängeln überdies die Datenlage in Bezug auf mögliche Nebenwirkungen – in 18 von 26 Studien wurden gar keine Angaben zu Nebenwirkungen gemacht, drei weitere spezifizierten diese nicht. Allerdings wurden vonseiten der Patienten einer Studie mehrere unerwünschte Wirkungen beklagt: die Behandlung schmerzte und sie hatten im Anschluss an die Therapie mit vermehrten Schmerzen, Krämpfen, Steifheit, Müdigkeit oder einschießenden Schmerzen zu kämpfen.

Quelle: Neil Paige u. a. (2017): Association of Spinal Manipulative Therapy With Clinical Benefit and Harm for Acute Low Back Pain – Systematic Review and Meta-analysis. In: JAMA Network 317/14, S. 1451–1460.

Häufige Patientenfragen

Wann sollte man bei Rückenschmerzen über eine Operation nachdenken?

Dr. Dr. T. Weigl
Häufig bekommt man Rückenschmerzen auch ohne einen chirurgischen Eingriff gut unter Kontrolle. Allerdings sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt über eine OP nachdenken, wenn sich die Vielzahl konservativer Methoden als nicht ausreichend wirksam erweist. Umstände, die einen Eingriff möglicherweise nicht nur wünschenswert, sondern notwendig machen, sind Bandscheibenvorfälle, das Wirbelgleiten, die Skoliose oder die Spinalkanalstenose. Mehr Informationen zum Thema Rückenschmerzen und OP finden Sie in unserem zugehörigen Artikel „Rückenschmerzen: Letzter Ausweg notwendige Rückenoperation“.

Kann man auch mit einer guten Ernährung Rückenschmerzen behandeln?

Dr. Dr. T. Weigl
Das ist auf jeden Fall in Teilen möglich. Denn Rückenschmerzen sind nicht zuletzt auch auf Übergewicht zurückzuführen. Dies führt auf Dauer zu einer Schädigung der Bandscheiben und des Bewegungsapparats im Ganzen. Sie sollten darauf achten, ausgewogen sowie vitamin- und nährstoffreich zu essen. Damit lässt sich das Übergewicht auf Dauer reduzieren. Aber auch Spurenelemente, Mineralien und Antioxidantien spielen eine Rolle, denn sie beeinflussen bspw. die Stabilität unserer Knochen. Genauer können Sie sich über das Thema in unserem Artikel „Ernährung und Rückenschmerzen – kein Zufall, sondern ein enger Zusammenhang“ informieren.

Weiter oben war die Rede von Faszien – Was ist das?

Dr. Dr. T. Weigl
Faszien sind bindegewebige Strukturen, die alle Muskeln, Knochen und Organe einer Schutzschicht gleich spinnennetzartig umgeben und miteinander verbinden. Sie sorgen im Körper für Spannung und fungieren auch als Stoßdämpfer bei bspw. federnden Bewegungen. Mehr dazu finden Sie hier.

Kann man Rückenschmerzen homöopathisch behandeln?

Dr. Dr. T. Weigl
Davon rate ich ab. Die Schulmedizin erkennt die Homöopathie nicht an, da ihre Wirkprinzipien bisher nicht in Studien belegt worden ist. Die Heilkraft der Globuli ist vielmehr auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen – Patienten glauben an den Effekt der Tabletten, die kaum Wirkstoff enthalten und entfalten Selbstheilungskräfte. So bessern sich letztlich ihre Symptome. Ich setze mich mit diesem Thema auch im Artikel „Homöopathie in der Rückenschmerztherapie: Nicht mehr als Placebo“ auseinander.

Typisches Patientenbeispiel

Bianca hat seit kurzem echt krasse Rückenschmerzen. Und sie hat keine Ahnung, woher das kommt. Sie war damit schon vor Wochen beim Arzt und hat seitdem mehrere Untersuchungen durchlaufen, Medikamente eingenommen und sich durchkneten lassen. Alles, was die Kasse bezahlt. Geholfen hat das alles nicht. Vielleicht sollte sie mal diese exotischen Methoden ausprobieren? Shiatsu, Rolfing, Osteopathie… Das hört sich alles irgendwie sehr speziell an – aber kann es schaden?

Bianca war beim Chiropraktiker und hat für eine Behandlung eine ordentliche Summe hingelegt. Irgendwie war ihr das ganze Theater aber zu grob… Sie kann noch nicht genau sagen, ob es ihr geholfen hat oder nicht. Die Schmerzen sind auf jeden Fall nicht weg, schlimmer geworden sind sie aber auch nicht – entgegen der Warnung einiger Freunde. Vielleicht geht sie doch nochmal zum Arzt und spricht dort auch ihre Unternehmung an. Der weiß sicher am besten, was hilft und was nicht. Und die anderen exotischen Behandlungen kann man ja später auch noch ausprobieren.

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit Manuellen Therapiemöglichkeiten? Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

 

Autoren: Andrea Lorenz, Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 04.04.2018, zuletzt aktualisiert: 06.08.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Rudi Armberger (2017): Integrative Manuelle Therapie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Carola Beresford-Cooke (2013): Shiatsu. Grundlage und Praxis, 3. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München.
  • Hans Georg Brecklinghaus (2005): Rolfing – Strukturelle Integration für Kinder und Jugendliche. Lebenshaus-Verlag, Maibernheim.
  • Andreas Maassen (2011): Checkliste Parietale Osteopathie. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart.
  • Christoph Newiger (2005): Osteopathie. Sanftes Heilen mit den Händen, 2. überarbeitete Auflage, Trias-Verlag, Stuttgart.
  • Neil Paige u. a. (2017): Association of Spinal Manipulative Therapy With Clinical Benefit and Harm for Acute Low Back Pain – Systematic Review and Meta-analysis. In: JAMA Network 317/14, S. 1451–1460.
  • Walter Rademacher (2009): Shiatsu in der Praxis. Urban & Fischer Verlag, München.
  • Jochen Schomacher (2017): Manuelle Therapie. Bewegen und spüren lernen, 6. komplett überarbeitete Ausgabe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Henrik Simon (2015): Lehrbuch der Chiropraktik. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart.
  • Uwe Streeck u. a. (2017): Manuelle Therapie und komplexe Rehabilitation, 2. überarbeitete Auflage, Springer-Verlag, Berlin.

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