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Alzheimer – Ein langsamer Verfall der Denkfähigkeit

Auf einen Blick – Alzheimer

Was ist Alzheimer?

  • langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns
  • Nervenzellen und Nervenkontakte degenerieren nach und nach
  • häufigste Form der Demenz

Wer bekommt Alzheimer?

  • ältere Menschen ab einem Alter von 65 Jahren
  • jüngere Menschen mit besonderer genetischen Prädisposition

Symptome (Auszug)

  • Gedächtnisstörungen
  • Störungen des Denkvermögens
  • Sprachstörungen

Behandlung (Auszug)

  • medikamentöse Behandlung mit Antidementiva
  • medikamentenfreie Therapie zum Erhalt der Selbstständigkeit

Tipps

  • ein strukturierter Alltag hilft dabei, mit der Erkrankung zu leben
  • sorgen Sie für Sicherheit: Geben Sie zum Beispiel einer Person Ihres Vertrauens einen Zweitschlüssel zu Ihrer Wohnung
  • machen Sie Urlaub und entspannen Sie sich
Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns, die eine Demenz verursacht. Die Nervenbahnen und deren Verbindungen bauen sich nach und nach ab. Die Symptome der Erkrankung sind Gedächtnisstörungen, Orientierungslosigkeit, Sprachstörungen und Veränderungen des Stimmungslage. Die Ursache der Erkrankung sind Ablagerungen im Gehirn. Es ist jedoch noch nicht genau erforscht, warum die Krankheit auftritt. Zumeist sind Personen ab einem Alter von 65 Jahren betroffen. Das Alter ist daher der größte Risikofaktor für die Krankheit. Aber auch ein erhöhter Blutzuckerspiegel und eine Vorerkrankung an Diabetes mellitus begünstigen ein Erkranken an Alzheimer.

Die Diagnose wird in der Regel stationär, also in einer Klinik, durch einen Arzt gestellt. Es existieren eine Vielzahl von Tests, die den Arzt bei der Diagnosestellung unterstützen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, nichtsdestotrotz gibt es Therapiemöglichkeiten für die Betroffenen: Sowohl Medikamente als auch eine medikamentenfreie Therapie tragen dazu bei, dass sie besser mit ihren Symptomen zurechtkommen. Wichtig ist, den Alzheimer-Patienten ihre Selbstständigkeit möglichst gut zu erhalten. Ein strukturierter Tagesablauf und Gedächtnisstützen helfen dabei. Auch Hilfe von Angehörigen kann die Selbstständigkeit der Patienten erhalten und ihre Lebensqualität verbessern.

In folgendem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die Alzheimer-Krankheit, ihre Diagnose sowie mögliche Therapien.

Was ist Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist die am häufigsten auftretende Form der Demenz. Sie ist eine Erkrankung des Gehirns, bei der sich die Nervenbahnen abbauen (sog. ‚neurodegenerative Krankheit‘). In Deutschland leiden etwa 1,2 Millionen Menschen darunter. Der Verlauf der Krankheit ist schleichend, wodurch man sie anfänglich häufig nicht erkennt. Ungefähr 60 % der Demenz-Patienten sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Deshalb bezeichnet man die Erkrankung auch als Alzheimer-Demenz.
„Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Obwohl die Erkrankung so häufig vorkommt, ist bislang noch keine Heilung bekannt.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Die Entdeckung der Krankheit

Die Krankheit trägt ihren Namen wegen ihres Entdeckers Alois Alzheimer. Der Neurologe lebte von 1864 bis 1915 und hat die Krankheit in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und beschrieben. Eine Patientin zeigte rätselhafte Symptome wie Wahnvorstellungen, Stimmungsschwankungen und Orientierungslosigkeit. Nach dem Tod der Patientin hat der Arzt bei einer Autopsie Ablagerungen in ihrem Gehirn festgestellt.

Amyloid-Ablagerungen im Gehirn von Patienten

Die besagten Ablagerungen im Hirn von Alzheimer-Patienten bestehen aus Eiweißen, den sogenannten Amyloid-Proteinen. Die Proteine haben eine Vorläuferform aus der sie entstehen. Ist das Gehirn gesund, werden die Vorläuferproteine ohne Rückstände verbraucht. Bei Patienten, die an Alzheimer leiden, ist dieser Prozess jedoch verändert. Auch mit zunehmendem Alter kann der Abbau sich verändern, durch den Amyloid-Proteine aus dem Vorläuferprotein entstehen. Die Folge ist, dass sich veränderte Proteine im Gehirn befinden (sog. ‚Beta-Amyloid-Proteine‘). Da der Körper diese Art der Proteine nicht vollständig abbauen kann, entstehen Überbleibsel. Diese lagern sich im Gehirn zwischen den Nervenzellen ab und bilden dort einen Belag (sog. ‚Amyloid-Plaques‘). Diese Plaques verhindern, dass die Nervenzellen Informationen weiterleiten können. Die Zellen sind langfristig nicht mehr funktionsfähig und sterben ab.

Ein fehlerhaftes Protein begünstigt die Krankheit

Ein weiteres in den Nervenzellen von Alzheimer-Patienten verändertes Eiweiß ist das sogenannte Tau-Protein. Es ist dafür zuständig die Zelle zu stabilisieren und den Informationsfluss zu unterstützen. Bei der Alzheimer-Krankheit funktionieren die Tau-Proteine nicht richtig und bilden Faserbündel in der Nervenzelle (sog. ‚Fibrillen‘). Die Folge ist, dass die Nervenzellen keine Stabilität mehr haben und in sich zusammenfallen. Im Verlauf sterben die Zellen ebenfalls ab.

Unser Gehirn besteht aus vielen Nervenbahnen, die gemeinsam Strukturen ausbilden. Sind diese gestört, können schwere Funktionsverluste auftreten.

 

Kaputte Nervenzellen sind für immer verloren

Sind die Nervenzellen erst einmal durch die verschiedenen Ablagerungen im Gehirn zerstört, ist dieser Verlust endgültig. Je mehr Zellen also zugrunde gehen, desto schlechter können die betroffenen Hirnbereiche ihre Funktion ausüben.

Ein hoher Blutzuckerspiegel ist ein Risikofaktor für eine Erkrankung an Alzheimer. Was kann man im Alltag tun, um diesen zu verringern? In folgendem Video erklärt Dr. Dr. Tobias Weigl, welche Nahrungsmittel gegen einen hohen Blutzuckerspiegel helfen können:

5 Nahrungsmittel gegen hohen Blutzucker – Blutzuckerspiegel bei Diabetes senken

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht Alzheimer?

Die Symptome einer Alzheimer-Erkrankung werden nach ihrer Schwere unterschieden. In allen Fällen verursacht sie eine Form der Demenz. Diese äußert sich in Gedächtnis- und Orientierungsverlust, Störungen des Sprachvermögens und Stimmungsschwankungen.

Leichtgradige Demenz

Zu Beginn der Erkrankung treten Einschränkungen des Kurzzeitgedächtnisses auf. Die Betroffenen können sich manchmal nicht mehr an Dinge erinnern, die gerade passiert sind oder haben Schwierigkeiten damit, sich zu orientieren. Oftmals leiden sie unter Wortfindungsstörungen. Sie sind häufig verwirrt in der Interaktionen mit ihren Mitmenschen und fühlen sich schnell von ihnen angegriffen. Denn aus der Sicht der Patienten setzen ihre Mitmenschen plötzlich Dinge voraus, an die sie sich selbst nicht erinnern können. Alzheimer-Patienten im frühen Stadium nehmen noch wahr, dass sie Dinge vergessen. Sie können die meisten Aufgaben im Alltag bewältigen. Jedoch bringt die geistige Einschränkung viel Stress mit sich. Eine häufige Begleiterscheinung sind daher Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen.

Mittelgradige Demenz

Ist die Alzheimer-Demenz weiter fortgeschritten, treten die Symptome in einem höheren Maß auf. Die Betroffenen leiden unter so starken Gedächtnis- und Orientierungsschwierigkeiten, dass sie ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen können. Einfache Aufgaben wie beispielweise Küchengeräte zu bedienen oder die eigene Körperpflege werden zu so großen Herausforderungen, dass Hilfe benötigt wird. Auch die Fähigkeit zu sprechen ist mitunter so weit eingeschränkt, dass die Patienten sich nicht mehr deutlich artikulieren können. Die Selbstwahrnehmung verändert sich zudem: Den Patienten ist nicht mehr bewusst, dass sie vergesslich sind. Veränderungen des Verhaltens sind ein weiteres Symptom der Alzheimer-Demenz von mittlerem Grad. Dies äußert sich zumeist in einer starken emotionalen Unruhe: Die Betroffenen laufen im Raum auf und ab und suchen nach Menschen aus Ihrer Familie, die schon lange verstorben sind, beispielweise die eigene Mutter.

Schwere Demenz

Die schwerste Stufe der Alzheimer-Demenz geht mit einer so starken Verschlechterung der Symptomatik einher, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, Tätigkeiten alleine und aus eigener Kraft zu verrichten. Sie können sich nicht mehr alleine ernähren, haben keine Kontrolle mehr über ihr Verdauungssystem und können sich zudem oftmals nicht mehr richtig bewegen. Daher müssen sie sich oft mit Hilfe eines Rollstuhls fortbewegen oder sind sogar bettlägerig. Das Sprachvermögen ist in diesem Stadium so weit eingeschränkt, dass die Betroffenen sich gar nicht mehr artikulieren können oder nur noch wenige Worte von sich geben. Das Immunsystem ist zudem deutlich geschwächt, wodurch die Patienten sehr anfällig für Infektionen sind. Infektionskrankheiten sind daher eine sehr häufige Todesursache bei Alzheimer.

Exkurs: Weitere Formen der Demenz

Alzheimer ist die am häufigsten auftretende Form der Demenz. Es gibt jedoch noch andere Demenzformen, die auch andere Ursachen als Alzheimer haben. Ein Beispiel ist die vaskuläre Demenz. Diese Demenzform tritt durch eine Schädigung des Gehirns nach einem Schlaganfall oder einer anderen Veränderung oder Verletzung des Gewebes auf. Die Warnsignale sind bei allen Formen der Demenz ähnlich: Die Betroffenen sind vergesslich, orientierungslos oder haben Schwierigkeiten, im Alltag zurecht zu kommen.

Weitere Informationen zum Thema vaskuläre Demenz nach einem Schlaganfall erhalten Sie in folgendem Artikel: Vaskuläre Demenz – geistige Einschränkung nach Schlaganfall

Um zu wissen, welche Hinweise auf eine Demenz im Verhalten eines Menschen liegen und welche Risikofaktoren diese begünstigen, legen wir Ihnen die Lektüre eines weiteren Artikels unserer Seite nahe: Früherkennung von Demenz – Warnsignale und Risikofaktoren

Wer ist am ehesten von Alzheimer betroffen?

Am ehesten sind Menschen ab einem Alter von 65 Jahren von der Erkrankung betroffen. Der größte Risikofaktor für Alzheimer ist daher das Alter. Jedoch wird das Risiko an Alzheimer zu erkranken auch genetisch begünstigt. Die sogenannten Apolipoproteine sind in unserem Körper u. a. für den Transport von Cholesterin zu den Nervenbahnen verantwortlich. Es existieren mehrere Formen der Gene, die für diese Proteine kodieren (sog. ‚Allele‘). Menschen, die die Gen-Variante E4 des Apolipoproteins Epsilon tragen (kurz: ApoE4) haben ein erhöhtes Risiko, an der Alzheimer-Krankheit zu erkranken. Etwa 20 % der Bevölkerung tragen dieses Allel.

Gut zu wissen!
Demenz ist eine Erkrankung, die nicht ausschließlich im Alter auftritt. Auch wenn häufig Personen ab einem Alter von 65 Jahren erkranken, gibt es seltene Fälle von Demenzerkrankungen bei jüngeren Personen. Erkranken noch berufstätige Eltern mit Kindern an Demenz, stellt das eine Belastung für die ganze Familie dar. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass auch die Kinder Hilfe durch eine psychotherapeutische Behandlung erhalten, um mit der Erkrankung des Elternteils umzugehen zu erlernen.

Andere Faktoren erhöhen ebenfalls das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Der allgemeine Lebensstil ist daran maßgeblich beteiligt: Sowohl ein erhöhter Cholesterinwert, ein zu hoher Blutzucker als auch ein Diabetes mellitus können die Entstehung von Alzheimer begünstigen.

Haben Sie die folgenden Symptome schon einmal bei Ihnen nahestehenden Personen beobachtet? Kennen Sie Alzheimer-Patienten mit den folgenden Symptomen? Ihre Antwort hilft anderen Betroffenen und ihren Angehörigen dabei, mögliche Symptome für eine Erkrankung an Alzheimer zu erkennen und einzuordnen (Mehrfachnennungen möglich).

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Alzheimer

Bei Verdacht auf Alzheimer findet der Arzt durch Gespräche mit den Betroffenen und deren Angehörigen heraus, welche Symptome vorliegen. Außerdem wird genau dokumentiert, unter welchen Vorerkrankungen der Patient leidet und welche Medikamente er einnimmt.

Untersuchungen von Körper und Bewusstsein helfen bei der Diagnose

Um die Diagnose Alzheimer zu sichern, sind weitere Untersuchungen des Körpers hilfreich. Eine Möglichkeit ist hier die Analyse des Blutes. Auch Untersuchungen des Gehirnwassers (sog. ‚Liquor‘) geben Informationen über eine mögliche Erkrankung. Denn die in den Körperflüssigkeiten vorhandenen Stoffe zeigen an, welche Stoffwechselprozesse im Körper ablaufen. Zusätzlich überprüft der Arzt die geistigen Funktionen der Patienten mit Tests, die die Denkfähigkeit messen (sog. ‚kognitive Tests‘). Die Darstellung des Gehirns mittels bildgebender Verfahren hilft ebenfalls bei der Diagnosestellung. Mit einer Computertomographie (CT) oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) lässt sich erkennen, ob die Struktur des Gehirns normal aussieht oder ob Veränderungen vorliegen. Die genetische Veranlagung zu untersuchen kann zusätzlich zur Diagnosefindung beitragen.

Fakten-Box

Alzheimer

  • Krankheit, die zum Verfall von Nervenzellen führt
  • der Verlauf ist schleichend und nimmt an Schwere zu
  • die Krankheit kann bisher nicht geheilt werden

Mögliche Symptome

  • Gedächtnisverlust
  • Orientierungslosigkeit
  • Scheitern an alltäglichen Aufgaben
  • Wortfindungsschwierigkeiten
  • Verlust von Körperfunktionen wie Bewegungsfähigkeit

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Alzheimer

Die Erkrankung ist nicht heilbar, jedoch sind die Symptome behandelbar. Eine medikamentöse Behandlung der Demenzerscheinungen ist daher eine häufige Maßnahme. Es existieren mehrere Präparate (sog. ‚Antidementiva‘) auf dem Markt. Welches Medikament das passende ist, entscheidet der Arzt von Fall zu Fall. Oftmals sind depressive Verstimmungen eine Begleiterscheinung der Erkrankung. Die Gabe von Antidepressiva ist daher eine weitere Behandlungsmöglichkeit.

Therapie ohne Medikamente

Es existiert auch die Möglichkeit, die Symptome ohne die Einnahme von Medikamenten zu lindern und abzuschwächen. Die Therapiemöglichkeiten umfassen das Training von Gedächtnis und Körper. Gezielte Übungen in Einzel- oder Gruppensitzungen helfen den Patienten, Erinnerungen wieder zu speichern. Physiotherapeutische Übungen erhalten die Bewegungsfähigkeit. Es hat sich herausgestellt, dass ein wertschätzender und höflicher Umgang mit den Patienten ebenfalls zu einer Linderung der Symptome beiträgt. Erfahren die Patienten das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit in der Therapie, fällt der Therapieerfolg insgesamt höher aus.

Aktuelle Forschung – Der Glucose-Stoffwechsel im Gehirn und Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit verursacht altersbedingte Demenz. Es ist nicht erforscht, woher genau die Krankheit kommt und wie sie auf molekularer Ebene verläuft. Prof. D. Allan Butterfield vom Sanders-Brown Center für Altersforschung der Universität Kentucky hat sich gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe damit befasst, ob es Zusammenhänge zwischen dem Stoffwechsel des Gehirns und der Erkrankung an Alzheimer gibt.

Hintergrund: Der Glucose-Stoffwechsel im Gehirn

Das Gehirn ernährt sich hauptsächlich von Glucose, die ebenso wie der Sauerstoff über das Blut zum Gehirn transportiert wird. Durch seinen hohen Energieverbrauch muss das Gehirn andauernd mit genügend Sauerstoff und Glucose versorgt werden. Ansonsten können die Nervenzellen aufgrund von Unterversorgung versagen oder gar absterben.

Veränderter Glucose-Stoffwechsel bei Alzheimer-Patienten

Bei Alzheimer-Patienten ist der Glucose-Stoffwechsel drastisch gesenkt – das heißt, dass das Gehirn nicht ausreichend ernährt wird. Neben den anderen Prozessen, die im Verlauf der Alzheimer-Krankheit im Gehirn ablaufen – wie Proteinablagerungen – bedeutet dies eine zusätzliche Schädigung der Nervenzellen.

Enzyme könnten die Ursache für den veränderten Stoffwechsel sein

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine Fehlfunktion von Enzymen für den gesenkten Zuckerstoffwechsel im Hirn von Alzheimerpatienten verantwortlich ist. Durch diese Fehlfunktion ist der gesamte Stoffwechselzyklus des Organs durcheinander und die Nervenzellen funktionieren nicht mehr richtig. Wenn das Gehirn in einem zu hohen Maß unterernährt ist, sterben die Zellen ab und wichtige Bereiche verlieren an Substanz.

Eine Lösung könnte die Behandlung mit Medikamenten sein

Es existieren zwar viele Studien darüber bessere Therapiemöglichkeiten für Alzheimer zu finden. Jedoch hat man noch keine Behandlung gefunden, die die Erkrankung heilen kann. Es empfiehlt sich, das identifizierte Stoffwechselproblem des Gehirns bei Alzheimer-Patienten zusätzlich zur normalen Therapie zu behandeln. Weitere Studien sind jedoch nötig, um zu testen, wie wirkungsvoll eine solche Behandlung ist und ob die sie die Krankheit aufhalten kann.

Quelle: D. Allan Butterfield, Barry Halliwell (2019): Oxidative stress, dysfunctional glucose metabolism and Alzheimer disease. Nature Reviews Neuroscience / 20, S. 148–160.

Häufige Patientenfragen

Wie lange dauert es, bis ein Alzheimer-Patient bettlägerig wird?

Dr. Dr. T. Weigl
Leider kann man das nicht voraussagen. Jeder Patient ist anders – andere Risikofaktoren spielen eine Rolle und mögliche Therapien schlagen unterschiedlich gut an. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen höchstens eine Prognose über weitere nötige Schritte im Behandlungsverlauf geben. Den genauen Krankheitsverlauf vorherzusagen, ist jedoch nicht möglich.

Spielt die Ernährung eine Rolle?

Dr. Dr. T. Weigl
Eine gesunde Ernährung trägt dazu bei, dass das Blut die richtige Zusammensetzung hat und die Körperfunktionen gut ablaufen. Ernähren Sie sich zu zucker- oder fettreich, können ein erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes mellitus die Folge sein. Dies sind Risikofaktoren, die eine Erkrankung an Alzheimer begünstigen. Auf eine gesunde Ernährung zu achten kann daher der Erkrankung vorbeugen und trägt zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Sie möchten wissen, wie Sie mit Ihrer Ernährung Ihre Gesundheit beeinflussen können? In folgendem Artikel beschäftigen wir uns damit, wie die Ernährung eine Erkrankung an Diabetes mellitus beeinflussen kann: Diabetes mellitus und Ernährung: Prävention und Heilung?

Wird Alzheimer jemals heilbar sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Bislang existiert keine Heilung für die Krankheit. Zwar erforschen Wissenschaftler die bei der Krankheit ablaufenden Prozesse immer detaillierter, jedoch hat man noch keine Heilungsmethode gefunden. Therapien mit und ohne die Einnahme von Medikamenten helfen jedoch dabei, die Symptome abzuschwächen und den Verlauf zu verlangsamen.

Welche Therapie ist besser: mit oder ohne Medikamente?

Dr. Dr. T. Weigl
Dies lässt sich nicht pauschal sagen. Jeder Patient benötigt eine individuell abgestimmte Therapie, die von seinem Arzt verschrieben wird. Ob die Gabe von Medikamenten oder eine medikamentenfreie Therapie besser wirkt, stellt sich erst im Verlauf der Behandlung heraus.

 

Typisches Patientenbeispiel

Hilde versteht die Welt nicht mehr – ihre Familienmitglieder verhalten sich in letzter Zeit seltsam. Sie behaupten immer wieder, ihr etwas erzählt zu haben, was aber sehr sicher oft nicht stimmt. Was kann sie dafür, dass ihre eigene Familie sie bei der Planung nicht miteinbezieht? Sie weiß auch, dass sie hin und wieder etwas vergisst, aber das ist im Alter von 75 Jahren jawohl normal!

Das Telefon klingelt. „Hilde Gerstring hier“, meldet sie sich. „Oma?!“, ertönt es nervös am anderen Ende. „Ich bin bei der Bank und die sagen mir, dass sie nichts von dir erhalten haben. Wir hatten doch gestern abgemacht, dass du die Vollmacht per Express an die Bank sendest, damit ich dein Konto verwalten kann. Alles OK bei dir?.“ Hilde versteht nicht, was die Aufregung soll. Sie erinnert sich daran, dass ihre Enkelin Sara in Zukunft ihre finanziellen Angelegenheiten verwalten wollte. Aber sollte sie wirklich einen Brief an die Bank schicken? Davon weiß sie nichts. „Oma, ich brauche die Vollmacht. Ich will dir doch helfen, bitte schick sie uns!“, sagt Sara. Nach dem Gespräch rätselt Hilde, warum ihre Enkelin behauptet hat, dass sie eine Abmachung getroffen hätten. Trauer überkommt sie. Wieso wird sie so behandelt als wäre sie dumm?

Eine Woche später geht Hilde mit ihrer Tochter Anne zum Hausarzt. Dort kommt schnell ihre angebliche Vergesslichkeit zu Sprache. „Die müssen sich alle gegen mich verschworen haben!“, denk Hilde empört. Letztendlich lässt sie sich jedoch darauf ein, mit dem Arzt über das Thema zu sprechen. Nach ein paar Tests wird klar, dass der Verdacht auf Alzheimer besteht. Dies ist ein großer Schock. Hilde hat Angst den Verstand zu verlieren. Der Arzt spricht ihr jedoch beruhigend zu: „Je früher man die Erkrankung erkennt, desto besser kann man die Symptome aufhalten. Wenn wir zusammenarbeiten, haben wir gute Möglichkeiten, Sie zu therapieren.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda A. Mende

Lektorat: Arlen-Celina Lücke

Veröffentlich am: 05.11.2019

Quellen

  • Alzheimer Forschung Initiative e.V.: Alzheimer. In: alzheimer-forschung.de
  • D. Allan Butterfield, Barry Halliwell (2019): Oxidative stress, dysfunctional glucose metabolism and Alzheimer disease. Nature Reviews Neuroscience / 20, S. 148–160.
  • Simon Forstmeier, Tanja Roth (2018): Zum Störungsbild der Alzheimer-Demenz. In: Kognitive Verhaltenstherapie für Patienten mit leichter Alzheimer-Demenz und ihre Angehörige, S. 5–10, Springer Verlag: Berlin, Heidelberg.
  • Frank Jenssen (Hg.). (2018): Handbuch Alzheimer-Krankheit: Grundlagen – Diagnostik – Therapie – Versorgung – Prävention. Walter de Gruyter Verlag: Berlin.
  • Oliver Rouaud, Jean-Francois Demonet (2018): Die Alzheimer-Krankheit und verwandte Erkrankungen. In: Swiss Medical Forum, S. 247–253, EMH Media Verlag: Muttenz.
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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