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Triglycerid – Fettsäure mit erheblichem Einfluss

Ein erhöhter Triglycerid-Spiegel kommt viel häufiger vor als ein niedriger Wert. Wird dieser nicht dauerhaft gesenkt, bekommen Sie Probleme mit Ihrem Herzkreislauf!
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Erhöhte Blutfettwerte sind in den westlichen Industrienationen ein großes Problem. Häufige Todesursachen wie Herzinfarkt oder Schlaganfälle können die Folge dauerhaft erhöhter Cholesterin- oder Triglycerid-Werte im Blut sein. Während Cholesterin in den Medien allseits präsent ist, ist die Fettsäure Triglycerid weit weniger bekannt. Ebenso wie Cholesterin kann aber auch ein erhöhter Triglycerid-Spiegel zu Ablagerungen in den Blutgefäßen führen, welche wiederum eine Arteriosklerose zur Folge haben können.
Grundsätzlich sind Triglyceride wichtig für unseren Körper, da sie als Energiespeicher dienen. Geraten die Blutfettwerte aus dem Gleichgewicht, nennen Mediziner das eine Fettstoffwechselstörung. Diese kann erblich oder durch andere Erkrankungen (bspw. Niereninsuffizienz, Morbus Addison, Morbus Cushing) bedingt sein oder externe Gründe (Nebenwirkung eines Medikamentes, zu viel Alkohol) haben. Die Diagnose fußt auf dem Patientengespräch sowie der Untersuchung der Blutfettwerte. Die Therapie sieht zunächst die Senkung des Triglycerid-Spiegels mittels einer Ernährungsumstellung vor. Erst, wenn dies nicht funktioniert, setzen Mediziner Medikamente wie Fibrate oder Nikotinsäure ein.

„Und Sie meinen, ich habe das auch?“ Entsetzt starrt Nicole den in weiß gekleideten Arzt vor ihr an. Dieser hat ihr gerade eröffnet, dass Nicoles Mutter, die wegen Brustenge ins Krankenhaus gekommen ist, an einer familiären Hypertriglyceridämie leidet. Schlimm genug, dass die erhöhten Blutwerte so lange nicht aufgefallen sind; nun soll auch Nicole darunter leiden. Sofort schießen ihr Szenarien von Herzinfarkten und Schlaganfällen durch den Kopf. Abwehrend hebt sie die Hände: „Aber sehen Sie, ich bin doch kerngesund…“ – Mit einem milden Lächeln tut der junge Mann diesen Einwand ab und legt ihr nahe, ihre Blutwerte untersuchen zu lassen.

Was ist Triglycerid?

Triglyceride sind erst einmal chemische Verbindungen, die in unserem Körper für die Speicherung von Energie zuständig sind. Sie werden auch als Neutralfette bezeichnet. Die Bezeichnung „Triglyceride“ hängt mit dem chemischen Aufbau des Fettes zusammen: Wenn wir uns dessen Aufbau stark vergrößert ansehen, so können wir feststellen, dass Triglycerid aus dem Alkoholmolekül Glycerin besteht, das wiederum an drei Fettsäuren gekoppelt ist. Auch wenn wir einen großen Teil der Neutralfette über unsere tägliche Nahrung aufnehmen, sind wir in der Lage, diese selbst herzustellen. Hierfür wandelt unser Körper in der Leber Glucose, also Zucker, um.
Wie bereits angemerkt, dienen Triglyceride zuallererst als Energiespeicher und -träger. Über unser Blut kann so Energie in bspw. Muskelgewebe transportiert werden. Dieser Transport erfolgt über Trägermoleküle, die sogenannten Lipoproteinen. Energie, die nicht genutzt wird, wird in Fettzellen gespeichert und zurückgelegt.
Problematisch wird es allerdings, wenn die Triglycerid-Werte zu hoch sind. In diesen Fällen droht die Ablagerung von Kalkteilchen, dem sogenannten Plaques, in den Blutgefäßen. Dieser Umstand wird von Medizinern als Arteriosklerose bezeichnet. Aber auch eine Thrombose und weitere Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System sind dann möglich.

Exkurs: Was ist eine Fettstoffwechselstörung?

Eine Fettstoffwechselstörung tritt auf, wenn das Verhältnis von Lipoproteinen und den zu transportierenden Fetten gestört ist. Mediziner nennen dies auch Dyslipidämie. Je nach erhöhtem Wert gibt es verschiedene Unterkategorien, die die Erhöhung bestimmter Werte, bspw. Cholesterin, beschreiben. Gerade diese Fettstoffwechselerkrankung ist gefährlich, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie bspw. einen Herzinfarkt erhöht. Weitere negative Folgen sind eine Arteriosklerose, Diabetes sowie eine früh einsetzende Altersdemenz.
Eine Dyslipidämie kann auf zwei Weisen ausgelöst werden:

  • Einflüsse von außen oder anderweitige Störungen, die Sie im Laufe Ihres Lebens erwerben, fasst man im Kontext der Fettstoffwechselstörung unter dem Begriff der sekundären Dyslipidämie zusammen. Dazu gehören eine ungesunde Lebensweise und genauso Krankheiten wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
  • In der viel selteneren Variante ist das Ungleichgewicht der Fettmenge im Blut genetisch bedingt: So kann es zu einer Funktionsstörung der beteiligten Enzyme bei der Herstellung von Rezeptoren oder Lipoproteinen kommen (sog. ‚primäre Dyslipidämie‘).

Die Ursachen für eine Dyslipidämie sind sehr unterschiedlich, weswegen eine Behandlung nicht pauschal verordnet, sondern an die Ursache und Lebensumstände angepasst wird. Grundsätzlich gilt aber zunächst die Anpassung des Lebensstils, also vor allem eine Ernährungsumstellung und ein umfassendes Sportprogramm. Eine medikamentöse Behandlung ist abhängig von der Art der Erkrankung.
Mehr Informationen zu diesem Themenkomplex finden Sie in unserem Artikel:

Zu viel Triglycerid: die Hypertriglyceridämie

Ein dauerhaft erhöhter Triglycerid-Wert ist in der Medizin als Hypertriglyceridämie bekannt. Hierbei ist nicht nur der Neutralfettwert stark erhöht, sondern darüber hinaus noch der Gesamt-Cholesterinspiegel. Der HDL-Cholesterinspiegel ist dagegen niedriger als normal.

Gut zu wissen!
Wie viel Triglycerid ist zu viel? Aktuellen Angaben des Berufsverbandes Deutscher Internisten e. V. zufolge liegt die Obergrenze für Triglycerid bei 150 mg/dl bei sowohl Männern als auch Frauen.

Mediziner unterscheiden eine primäre und eine sekundäre Hypertriglyceridämie. Die erste Form ist genetisch veranlagt und wird deswegen auch familiäre Hypertriglyceridämie genannt. Eine von 250 Personen trägt eine entsprechende Veranlagung in sich. Zumeist tritt die Erkrankung im Alter zwischen 20 und 30 auf.
Ist der erhöhte Triglycerid-Spiegel nicht erblich bedingt, spricht man von der sekundären Form. Für diese kommen verschiedene Gründe in Frage, unter anderem:

Im Gegensatz zur sekundären Hypertriglyceridämie weisen Betroffene einer familiär bedingten Erkrankung kein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.

Achtung!
Deutlich erhöhte Triglycerid-Werte (über 1.000 mg/dl) können auf eine schwere Verlaufsform der Hypertriglyceridämie zurückzuführen sein. Dann spricht man von Chylomikroämie bzw. das Chylomikroämie-Syndrom. Chylomikronen sind Lipoproteine, die für den Transport von unter anderem Triglyceriden und Cholesterin vom Darm zur Leber zuständig sind. Bei einer Chylomikroämie kommt es zu einem starken Anstieg von Chylomikronen und dem Lipoprotein VLDL (kurz für engl.: Very Low Density Lipoprotein). Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine familiär bedingte Erkrankung. Problematisch ist hierbei aber, dass mit dem Anstieg der Triglyceride Blut und Plasma nicht mehr richtig fließen können. Die Folgen solch eines Anstiegs werden als Chylomikroämie-Syndrom bezeichnet und umfassen eine akute Entzündung des Darms, Brustenge (sog. ‚Angina Pectoris‘) sowie eine Durchblutungsstörung des Gehirns.

Zu wenig Triglycerid

Weniger bekannt: Auch ein zu niedriger Triglycerid-Spiegel im Blut ist möglich. Die konkreten Ursachen für eine solche Senkung unter den gängigen Werten sind unterschiedlich, haben jedoch größtenteils als Ursprung:

  • schwere Formen der Blutarmut
  • mangelhafte und unausgewogene Ernährung
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Medikamente, bspw. Fibrate (das sind Medikamente, die bei bestimmten Fettstoffwechselkrankheiten eingesetzt werden)
  • Einnahme von zu viel Vitamin C

Im Vergleich zu einer Hypertriglyceridämie kommen niedrige Triglycerid-Werte vergleichsweise selten vor.

Die Symptome: Woran erkenne ich, dass mein Triglycerid-Wert nicht stimmt?

Eine Veränderung der Blutwerte bemerken Sie lange nicht und wenn, dann erst, wenn die Folgen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden auftreten. Alle Fettstoffwechselstörungen manifestieren sich allerdings potenziell an der Haut – beachten Sie aber, dass diese Hautveränderungen nicht unbedingt auftreten müssen und zudem recht unspezifisch sind. Mögliche Hinweise für eine Erkrankung wären:

  • Xanthomatosen: Dabei handelt es sich um Ablagerungen, die sich aus der Speicherung von Lipoproteinen unter der Haut ergeben. Ein sogenanntes Xanthoma eruptivum kann einen Hinweis auf eine Hypertriglcyeridämie liefern. Hierbei handelt es sich um symmetrisch angeordnete Hautverdickungen (sog. ‚Papeln‘), die erbsengroß werden können, gelb gefärbt und rot umsäumt sind. Meist finden sie sich am Gesäß, Rücken und den Streckseiten der Arme und Beine.
  • Arcus liopodes bzw. Arcus senilis: Fett und Kalk lagern sich am Rand der Hornhaut ab, wodurch ein heller weißlicher Ring in der Hornhaut entsteht. Beachten Sie aber, dass dieses auch als „Greisenauge“ bezeichnetes Phänomen auch Folge eines erhöhten Alkoholkonsums oder der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus sein kann.

Spezifische Symptome für zu niedrige Blutfettwerte sind nicht bekannt. Es können Gewichtsverlust, körperliche Schwäche und Antriebslosigkeit auftreten. Ist der niedrige Triglycerid-Wert eine Folge einer anderen Erkrankung, treten die Symptome der Grunderkrankung auf.

Haben Sie mit erhöhten Triglycerid-Werten zu kämpfen gehabt? Wie sind Sie dagegen vorgegangen? (Mehrfachnennungen möglich)

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Zunächst kommt Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen ins Gespräch: Das Anamnesegespräch zwischen Ihnen und dem Arzt dient der Einordnung Ihrer Beschwerden. Neben dem aktuellen Gesundheitszustand werden z. B. auch weitere (Vor-)Erkrankungen besprochen. Auch Krankheiten, die in der Familie bspw. gehäuft auftauchen, können wertvolle Hinweise in Hinblick auf die Diagnose liefern. Vorerkrankungen bzw. Beschwerden, bei denen Ihr behandelnder Arzt aufhorchen wird, sind ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt, Brustenge oder periphere Gefäßerkrankungen.

Blutuntersuchung

Wesentlich für die Bestimmung des Triglyceridspiegels ist die sog. Blutfettuntersuchung. Hierfür sollten Sie mindestens 12 Stunden vorher weder Nahrung noch Alkohol zu sich genommen haben – Da beides direkten Einfluss auf Ihren Blutfettspiegel hat, würden die Ergebnisse ansonsten verfälscht. Bei der Messung müssen externe Faktoren wie das Alter oder das Gewicht miteinbezogen werden. Da der Triglyceridspiegel starken Schwankungen unterliegt, reicht eine Blutfettuntersuchung in der Regel nicht aus, um die konkrete Ursache festzustellen. Ein zweiter Test vier Wochen später dient dem Erhärten des Verdachtes. Ist der Triglyceridspiegel deutlich erhöht, erfolgt die weitere Messung bereits nach einer einwöchigen Pause mit Alkoholabstinenz.

Fakten-Box

Triglyceride – Fettsäuren, die als Energielieferanten im Körper dienen

  • Verschiedene Faktoren können zu einem Ungleichgewicht führen
  • Weitere Erkrankungen, bspw. des Herz-Kreislauf-Systems, hängen mit erhöhten Triglycerid-Werten zusammen

Ursachen für einen erhöhten Triglycerid-Spiegel

Ursachen für einen niedrigen Triglycerid-Spiegel

  • schwere Formen der Blutarmut
  • mangelhafte und unausgewogene Ernährung
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Medikamente, bspw. Fibrate (das sind Medikamente, die bei bestimmten Fettstoffwechselkrankheiten eingesetzt werden)
  • Einnahme von zu viel Vitamin C

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Ziel der Behandlung ist es, gefährlichen Folgeerkrankungen, die beispielsweise Herz und Kreislauf betreffen, vorzubeugen. Hierfür muss der Triglycerid-Spiegel gesenkt werden. Ist die Ursache Ihres erhöhten Triglycerid-Spiegels eine andere Grunderkrankung wie bspw. Diabetes oder eine Niereninsuffizienz, liegt der Fokus der Therapie auf der Bekämpfung der Krankheit. Ist dem nicht so, steht die Senkung des Triglycerid-Spiegels im Vordergrund. Hierfür eignet sich maßgeblich die Umstellung Ihrer Ernährung – In den meisten Fällen handelt es sich nämlich um eine sekundäre Fettstoffwechselstörung. Worauf Sie achten können, sehen Sie in der folgenden Liste:

  • Verzichten Sie auf Alkohol! Denn sein Genuss hat den Anstieg von Triglyceriden im Blut zur Folge. Dafür müssen nicht einmal große Mengen getrunken werden – die Verträglichkeit und der Einfluss auf die Blutfettwerte unterscheiden sich von Person zu Person. Selbst eine kleine Menge Alkohol kann demnach einen Anstieg des Triglycerid-Spiegels zur Folge haben.
  • Reduzieren Sie Fruchtsäfte, Limonaden oder Getränke, die Cola enthalten. Der darin enthaltene Zucker wird in Ihrem Körper in Triglyceride umgewandelt, was einen Anstieg zur Folge hat.
  • Neben süßstoffhaltigen Getränken lohnt auch der Blick in andere Lebensmittel, die Trauben-, Frucht- oder Rohrzucker enthalten. Versuchen Sie auch hier, maßvoll mit entsprechenden Lebensmitteln umzugehen.
  • Grundsätzlich sollten Sie Kohlenhydrate in Ihrem Alltag reduzieren, vor allem, wenn diese in Verbindung mit gesättigten Fettsäuren bestehen. Setzen Sie stattdessen lieber auf Lebensmittel, die ungesättigte Fettsäuren enthalten, bspw. Fisch.

Neben der Ernährung können weitere Bausteine Ihren Triglycerid-Spiegel positiv beeinflussen: Hierzu gehören beispielsweise der Verzicht auf Nikotin sowie körperliche Aktivität im Alltag. Diese Maßnahmen richten sich an Betroffene, die einen Triglycerid-Spiegel von bis zu 400 mg/dl aufweisen und an einer primären Hypertriglyceridämie leiden. Leiden Sie an der Variante, die sich erst im Laufe des Lebens entwickelt, ist das Ziel der Therapie ein Triglycerid-Spiegel von unter 150 mg/dl.

Medikamente

Ist die Umstellung der Lebensweise nicht ausreichend, kann Ihr behandelnder Arzt Ihnen Medikamente verschreiben. Verschrieben werden vor allem Fibrate, Nikotinsäure sowie Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischölkapseln. Fibrate werden im Falle einer Hypertriglyceridämie eingesetzt. Sie senken die Zahl der Triglyceride im Körper. Parallel senken sie den HDL-Gehalt (kurz für engl. High Density Lipoprotein) im Blut. Nikotinsäure hemmt die Spaltung von Triglyceriden, wodurch weniger freie Fette im Blut enthalten sind. Gleichzeitig erhöht Nikotinsäure den HDL-Spiegel.

Exkurs: Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren, wie wir sie aus den sog. Fischöl-Präparaten kennen, gehören zur chemischen Gruppe der ungesättigten Fettsäuren. Diese unterscheiden sich von anderen Fettsäuren dieser Art durch eine bestimmte Art der Doppelbindung. Es gibt insgesamt drei verschiedene Arten der Fettsäure:

  • Eicosapentaensäure (EPA), welche in Kaltwasserfischen wie Hering oder Lachs zu finden ist
  • Docosahexaensäure (DHA), die ebenfalls in Fischöl sowie in einigen Algen enthalten ist
  • Alpha-Linolensäure (ALA), die sich in Lein-, Walnuss- oder Rapsöl findet

In der Medizin werden Omega-3-Fettsäuren in verschiedenen Kontexten eingesetzt: So wirken sie thrombozytenaggregationshemmend. Sie beugen also einer Verklumpung der Blutblättchen, den sogenannten Thrombozyten, vor. Darüber hinaus regen sie die Zellbildung an und wirken entzündungshemmend.
Es hält sich die Annahme, dass Fischölkapseln darüber hinaus aktiv Herzinfarkten vorbeugen und sogar bei Krebs helfen sollen. Entsprechende Studien liefern unterschiedliche Ergebnisse und widersprechen sich.
Eine Zusammenfassung zu Inhalt und Wirkweise von Omega-3-Fettsäuren finden Sie in unserem Artikel „Fischölkapseln/ Omega-3-Fettsäuren: Helfer gegen Herzkreislauferkrankungen und Krebs?“. Inwiefern die Fischölkapseln tatsächlich hilfreich sind und was die Nahrungsergänzungsmittel mit Fischen zu tun haben, erklärt Dr. Tobias Weigl in folgendem Videobeitrag!

Behandlung niedriger Triglycerid-Werte

Da in vielen Fällen eine konkrete Mangelernährung die Ursache für den unter dem Normwert liegenden Triglycerid-Spiegel ist, ist eine ausgewogene Ernährung auch in diesem Fall der wichtigste Bestandteil der Therapie. Ist der niedrige Triglycerid-Spiegel die Folge einer Erkrankung, bspw. einer Schilddrüsenüberfunktion, steht auch hier die Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund.

Häufige Patientenfragen

Was ist Cholesterin?

Dr. T. Weigl:
Cholesterin ist ein zur Gruppe der Fettsäuren gehörender Stoff, den wir über unsere Nahrung aufnehmen. Wir sind aber zudem in der Lage, diesen auch eigenständig herzustellen. Cholesterin wird für eine ganze Reihe wichtiger Prozesse in unserem Körper gebraucht. Es wird für die Herstellung der Zellmembranen genutzt und spielt auch beim Aufbau von Nervenzellen eine wichtige Rolle. Besonders relevant ist Cholesterin bei der Produktion verschiedener Hormone wie Testosteron oder Cortison. Als Basis für die Herstellung von Fallensäure ist Cholesterin zudem an der Produktion und Regulation von Vitamin D beteiligt. Es wird über Blut an seine entsprechenden Einsatzorte transportiert – benötigt werden hierfür sog. ‚Lipoproteine‘, die als Transporter dienen. Es gibt verschiedene Träger, am bekanntesten sind die High Density Lipoproteine (HDL) und die Low Density Lipoproteine (LDL). Sowohl der Triglycerid- als auch der Gesamt-Cholesterin-Spiegel unterliegen Schwankungen, die mit Ernährung und Lebensweise zusammenhängen. Ein als gesund geltender Cholesterin-Spiegel liegt bei 200 mg/dl sowie weniger als 130 mg/dl LDL-Cholesterin und über 45 mg/dl HDL-Cholesterin.
Problematisch wird ein „Zuviel“ an Cholesterin im Körper – dies kann bspw. passieren, wenn der Körper nicht mehr dazu in der Lage ist, das Cholesterin zu verarbeiten. Sind zu wenig Andockstationen im Körper verfügbar, wird das überschüssige Cholesterin in der Blutbahn gelagert. Diese Einlagerungen in Form von Plaques sind gefährlich, da sie eine Arteriosklerose und damit diverse Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen können!
Mehr Informationen zum Thema Cholesterin finden Sie in den folgenden beiden Artikeln:

Wussten Sie, dass Cholesterin nicht nur schlecht für unseren Körper ist? Im folgenden Video gehe Ich auf Cholesterin, dessen Bedeutung für unseren Körper und die Vorgänge bei einem Überschuss ein.

Kann ich etwas tun, um erhöhte Blutfettwerte zu vermeiden?

Dr. T. Weigl:
Wie bei anderen Erkrankungen auch ist eine gesunde Lebensführung eine gute Basis, mit Hilfe derer Sie Erkrankungen wie einer Fettstoffwechselstörung begegnen können. Wesentliche Pfeiler sind eine ausgewogene, fettmodifizierte Ernährung und ausreichend Bewegung. Fettmodifiziert bedeutet, dass sie Lebensmittel reduzieren sollten, die vor allem tierische Fette enthalten. Essen Sie anstelle von Wurst und Fertiggerichten fettarme Lebensmittel und nutzen Sie schonende Zubereitungsmethoden wie Grillen oder Dünsten. Eine ausführliche Erklärung zum Thema der fettmodifizierten Ernährung finden Sie auch in dem Artikel „Mythen um Cholesterin – wie funktioniert Ernährung richtig?
Neben der Ernährung ist eine ausreichende Bewegung im Alltag wichtig. Versuchen Sie, Bewegung in Ihren Alltag zu integrieren: Nutzen Sie die Treppe anstelle des Aufzugs oder fahren Sie kurze bis mittlere Strecken doch mal mit dem Fahrrad und lassen das Auto stehen.

Nachdem Nicole mit ihrem Vater und ihrem Partner darüber gesprochen hat, hat sie sich untersuchen lassen. Die Ergebnisse der Blutuntersuchung weisen tatsächlich auf einen erhöhten Triglycerid-Spiegel hin. Der Arzt gibt ihr einen erneuten Termin in drei Wochen, für eine weitere Untersuchung – bis dahin will sie sich eingehender mit dem Thema befassen.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Dipidolor oder anderen Opioiden? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 07.06.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Ärztezeitung (2008): Auge verrät zu hohe Blutfettwerte.
  • Dennis Ballwieser (2017): Triglyceride: Wichtige Blutfette. In: Apotheken-Umschau.
  • Berufsverband Deutscher Internisten e. V. (2019): Triglyzeride.
  • Deutsche Gesellschaft für Fettwissenschaft e. V.: Praktische Hinweise zu Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen für den Arzt.
  • Deutsche Lipid-Liga e. V.: Richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörungen.
  • Deutsche Lipid-Liga e. V. (2009): Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Fettstoffwechselstörungen in der Ärztlichen Praxis (Stand September 2011).
  • Hans-Ulrich Häring et al. (2011): Diabetologie in Klinik und Praxis. 6., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Christina Hohmann (2008): Gute Fette, schlechte Fette. In: Pharmazeutische Zeitung 34.
  • Klaus G. Parhofer und Peter Schwandt (2007): Handbuch der Fettstoffwechselstörungen. Dyslipoproteinämien und Atherosklerose: Diagnostik, Therapie und Prävention. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schattauer Verlag, Stuttgart.
  • Klaus G. Parhofer (2015): Therapie von Fettstoffwechselerkrankungen. In: Deutsches Ärzteblatt International 2016 113(15), S. 261–268.
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