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Propolis – Allrounder-Supplement aus dem Bienenstock?

Auf einen Blick – Propolis

Was ist Propolis?

  • ‚Kittharz‘, das von Bienen produziert wird
  • natürliche Funktion: Bekämpfung von Schädlingen, Bakterien etc. im Bienenstock
  • Bestandteile: u. a. Harze, Wachs, Pollen, (ätherische) Öle, verschiedene Säuren, Vitamine, Enzyme
  • Zusammensetzung hängt v. a. von Produktionsort, Saison und Bienenstock ab

Propolis als Nahrungsergänzungsmittel

  • antientzündliche und antioxidative Wirkung
  • Wirksamkeit beim Menschen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt
  • Verunreinigung des Produkts möglich, was zu Nebenwirkungen führen kann

Tipps

  • Beachten Sie, dass bestimmte Patientengruppen Propolis nicht einnehmen sollten!
  • das Präparat kann allergische Reaktionen auslösen!

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Quellen ansehen

Die Propolis ist auch als ‚Bienenharz‘ oder ‚Kittharz‘ bekannt. Das Bienenprodukt wird aus dem Bienenstock gewonnen, wo die Insekten es zur Abwehr vor Schädlingen produzieren. Die Bestandteile (z. B. Harze, Öle, Säuren und Enzyme) sorgen für eine antientzündliche und antioxidative Wirkung. Die Wirksamkeit im menschlichen Körper ist jedoch nicht ausreichend belegt. Aus diesem Grund werden gesundheitsbezogene Aussagen für Propolis-haltige Nahrungsergänzungsmittel durch die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde verboten. Der Verbraucher sollte sich vor der Supplementierung über die Nebenwirkungen des Bienenharzes wie zum Beispiel allergische Symptome informieren. Abgesehen davon erfahren Sie in diesem Artikel, welchen Patientengruppen von einer Einnahme abgeraten wird.

Was ist Propolis?

Propolis ist ein sogenanntes Kittharz, das von Bienen hergestellt wird. Es ist auch unter den Begriffen ‚Bienenkitt‘ oder ‚Bienenharz‘ bekannt. Bienen nehmen es unter anderem von der Rinde von Laubbäumen auf. Anschließend werden dem Material Harz, Pollen, Speichel und Wachs zugesetzt. Natürlicherweise findet man Propolis in Bienenstöcken. Die Bienen tragen das Harz dort auf Schädlinge auf. Es soll gegen Bakterien und Pilze wirken: Man spricht somit von antibakteriellen und antimykotischen Eigenschaften.

Das Harz findet Verwendung in:

  • Nahrungsergänzungsmitteln
  • Arzneimitteln
  • Körperpflegeprodukten
Gut zu wissen!
Propolis, das in Arzneimitteln verwendet wird, und die natürliche Variante unterscheiden sich voneinander. Damit Arzneimittel mit Propolis eine Zulassung erhalten, muss die Wirksamkeit wissenschaftlich belegt werden.

Herstellung der Propolis

Die Propolis wird von Imkern gewonnen: Dazu platzieren sie bestimmte Gitter im Bienenstock, an denen die Bienen das Kittharz herstellen. Anschließend wird sie tiefgefroren und zu Pulver verarbeitet.

Propolis hat einen scharfen, bitteren Geschmack. Ihre Konsistenz variiert temperaturabhängig: Während sie sich unter 15 °C fest anfühlt, nimmt sie bei Temperaturen ab 30 °C eine klebrige Form an. Das Bienenharz besitzt einen markanten Geruch. Abhängig von Herkunft und Alter, kann es in diverse Farben vorkommen: von gelb-grün bis hin zu dunklen Brauntönen.

Inhaltsstoffe

Im Folgenden finden Sie einen Auszug der ungefähr 300 Inhaltsstoffe der Propolis:
Die mit ‚*‘ gekennzeichneten Inhaltsstoffen sind in nicht-relevanten Mengen enthalten.
„Die genaue Zusammensetzung der Propolis variiert je nach Produktionsort, Saison und Bienenstock.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Harze, ca. 50 %
Wachs, ca. 30 %
(ätherische) Öle, ca. 10 %
Pollen, ca. 5 %
Flavonoide
Hydroxyzimtsäuren, Kaffeesäure, Ferulasäure
Phenole
Bienenspeichel
* Zucker
* Bienenenzyme
* Mineralstoffe
* Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B6, Vitamin C, Vitamin E

In der Video-Visite erklärt Dr. Dr. Weigl, welche Auswirkungen die Ernährung auf das Immunsystem hat.
Mit "richtiger" Ernährung das Immunsystem stärken - klappt das? Tipps zum Schutz vor Infektionen ✅

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Funktion des Bienenharzes

Es gibt keine gesundheitsbezogenen Werbeaussagen, mit denen Propolis-haltige Nahrungsergänzungsmittel versehen sein dürfen. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) verbietet dies aufgrund mangelnder Studienlage bezüglich der Wirksamkeit des Kittharzes.
Ausgeschlossen sind beispielsweise folgende Aussagen: Propolis…

  • … stärkt die Immunabwehr.
  • … wirkt im Körper gegen Bakterien (sog. ‚antibakteriell‘).
  • … wirkt im Körper gegen Pilze (sog. ‚antimykotisch‘).
  • … reguliert die Verdauung.

Propolis soll unter anderem das Immunsystem stärken. Diese Wirkung konnte bisher jedoch nicht wissenschaftlich belegt werden. Man hat allerdings herausgefunden, dass die Aktivität des Harzes davon abhängt, in welchem Land sie produziert wurde und wie sie chemisch zusammengesetzt ist.

Aktuelle Forschung – Auswirkungen einer Propolis-Supplementierung auf die Gesundheit

In einem Review-Artikel aus dem Jahr 2019 fasste eine Forscherin die Ergebnisse aus 63 wissenschaftliche Publikationen über die Supplementierung von Propolis zusammen. Dabei handelte es sich insbesondere um Studien auf Zellebene und Tierstudien. Bei sechs Studien untersuchte man die Wirkung auf den menschlichen Körper.

Die Autorin schlussfolgerte, dass das Bienenharz sowohl eine antientzündliche als auch antioxidative Wirkung besitzt. Der Begriff ‚antioxidativ‘ beschreibt, dass der Organismus vor Schäden durch bestimmte Verbindungen (sog. ‚freie Radikale‘) geschützt wird. Die antientzündlichen und antioxidativen Effekte seien signifikant. Inwiefern diese Auswirkungen von Relevanz für den menschlichen Körper seien, müsse noch ermittelt werden. Weiterhin wirke es hemmend auf die Bakterienteilung und das -wachstum (sog. ‚antibakteriell‘). Möglicherweise wirkt Propolis außerdem gegen bestimmte Viren (sog ‚antiviral‘). Ob sich Propolis positiv auf Darmgesundheit und Wundheilung auswirkt, muss weiterhin überprüft werden – die Forschung befindet sich noch am Anfang.

Problemlose Übertragung der Forschungsergebnisse auf den Menschen?

Ergebnisse, die in (tier-)experimentellen Studien gewonnen wurden, können nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden. Umfangreiche klinische Studien an Patienten sind erforderlich, um evidenzbasierte Forschungsergebnisse zu erhalten. Erst dann steht fest, ob das Nahrungsergänzungsmittel bestimmte gesundheitliche Aspekte signifikant verbessert.

Quelle: Andrea Braakhuis (2019): Evidence on the Health Benefits of Supplemental Propolis. In: Nutrients. November 2019. doi: 10.3390/nu11112705.

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Verunreinigung der Propolis

Je nach Herkunft des Produktes können Nahrungsergänzungsmittel mit Propolis verunreinigt sein. Beispielsweise mit sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (‚PAK‘). Diese chemischen Verbindungen können Krebs verursachen und werden daher als kanzerogen bezeichnet.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Propolis sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (‚PA‘) enthält. Diese Stoffe kommen natürlicherweise in diversen Pflanzen vor. Im menschlichen Körper besitzen sie – genau wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – eine kanzerogene Wirkung. Abgesehen davon können sie die Leber schädigen.

Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel

Verzehrmenge

Eine Tagesmenge von ca. 70 mg beziehungsweise 1,4 mg pro Kilogramm Körpergewicht gilt als sicher. Beachten Sie die auf dem Nahrungsergänzungsmittel deklarierten Empfehlungen.

Darreichungsformen

Das Bienenharz ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich:

  • Creme
  • Kapsel
  • Lutschtablette
  • Pulver
  • Salbe
  • Tablette
  • Tinktur
  • Tropfen

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Nebenwirkungen

Wie bereits angesprochen können Nahrungsergänzungsmittel, die Propolis enthalten, verunreinigt sein. Der Verbraucher sollte sich im Klaren darüber sein, dass polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (sog. ‚PAK‘) eine krebserzeugende Wirkung besitzen. Nebenwirkungen können auch durch Pyrrozidinalkaloide auftreten. Beispielhaft seien Leberschäden oder Krebserkrankungen genannt. Vorsicht: Bereits kleine Mengen an Pyrrozidinalkaloiden können schädlich sein!

Da es sich um ein von Bienen hergestelltes Produkt handelt, können allergische Reaktionen auftreten – und zwar besonders bei Menschen, die allergisch auf Bienengift reagieren. Eine Allergie gegen das Bienenharz besteht bei ca. 4,2 % der Menschen. Zu den allergischen Symptomen gehören Juckreiz, Rötungen und Schwellungen.
Weitere Nebenwirkungen der Einnahme können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein.

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Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt.

Wer sollte kein Propolis einnehmen?

Folgenden Personengruppen raten wir von einer Einnahme ab:

  • Patienten, die gegen Bienen- und Wespenstiche allergisch sind
  • Schwangeren
  • Stillenden
  • Patienten, die an Asthma leiden

Fakten-Box

Propolis

  • Kittharz/Bienenharz
  • Bestandteile: u. a. Harze, Wachs, Pollen, (ätherische) Öle, verschiedene Säuren, Vitamine, Enzyme
  • Zusammensetzung hängt v. a. von Produktionsort, Saison und Bienenstock ab
  • scharfer Geschmack, temperaturabhängige Konsistenz

Propolis als Nahrungsergänzungsmittel

  • antientzündliche und antioxidative Wirkung
  • Wirksamkeit beim Menschen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt
  • Verunreinigung und Nebenwirkungen (allergische Reaktionen) möglich
  • keine Empfehlung für: Schwangere, Stillende, Asthmatiker, Allergiker (Bienen- und Wespenstiche)

Fazit

Das bekannte Kittharz wird von Bienen hergestellt. Zu den Inhaltsstoffen zählen unter anderem Harze, Wachs, Säuren, Vitamine und Enzyme. Die genaue Zusammensetzung wird von diversen Faktoren beeinflusst. Möglicherweise kann das Nahrungsergänzungsmittel verunreinigt sein. Propolis besitzt eine antientzündliche und antioxidative Wirkung. Man muss berücksichtigen, dass die bisherige Studienalge überschaubar ist. Ob Patienten mit bestimmten Krankheiten von einer Supplementierung profitieren würden, ist bei dem derzeitigen Wissensstand noch unklar. Bestimmte Patientengruppen sollten von einer Supplementierung absehen. Beachten Sie außerdem, dass Nebenwirkungen auftreten können. Sollte dennoch eine Einnahme erwünscht sein, stehen dem Verbraucher verschiedene Darreichungsformen zur Verfügung.

Haben Sie schon einmal Propolis als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen? Welche Erwartungen hatten Sie an das Präparat? (Mehrfachnennungen möglich)

Häufige Patientenfragen

Schützt mich Propolis vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus?

Dr. Dr. T. Weigl:
Nein. Es fehlen wissenschaftliche Belege, die beweisen, dass Propolis einer Infektion vorbeugen kann. Das Gleiche gilt für Krankheitserreger, die beispielsweise die echte Grippe oder Erkältungen auslösen. Darüber hinaus ist nicht bewiesen, dass das Bienenharz bestehende Symptome lindern beziehungsweise abschwächen kann.

Wo kann ich Propolis kaufen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Sie können das Nahrungsergänzungsmittel unter anderem über den Onlinehandel oder über Apotheken beziehen.

Muss ich etwas bei der Aufbewahrung des Nahrungsergänzungsmittels beachten?

Dr. Dr. T. Weigl:
In der Regel finden Sie individuelle Hinweise bezüglich der Aufbewahrung des Nahrungsergänzungsmittels auf der Packungsbeilage. Möglicherweise müssen Sie es an einem kühlen, dunklen Ort lagern.

Allergische Reaktionen treten bei mir besonders ausgeprägt auf. Kann ich Propolis bedenkenlos supplementieren?

Dr. Dr. T. Weigl:
Nein. Patienten, die an starken allergischen Reaktionen leiden, sollten von einer Propolis-Supplementierung absehen.

Verwandte Themen

Haben Sie Erfahrungen mit Propolis-Präparaten? Möchten Sie sich bei uns weiter darüber erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Rabea Niehues
Lektorat: Clara Spottke
Hochgeladen am: 24.06.2020

Quellen

  • Andrea Braakhuis (2019): Evidence on the Health Benefits of Supplemental Propolis. In: Nutrients. November 2019. doi: 10.3390/nu11112705.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (2008): Einschätzung von Propolis und Gelée Royale. Aktualisierte Stellungnahme Nr. 002/2009 des BfR vom 20. November 2008. In: bfr.bund.de
  • DAN Netzwerk Deutscher Apotheker GmbH (2018): Propolis. In: apotheken.de
  • Walter de Gruyter GmbH, Psychrembel: Medizinisches Lexikon (2018): Propolis. In: psychrembel.de
  • Medizin Transparent (2020): Kein Wirkbeleg: Propolis gegen Coronavirus, Erkältung & Grippe. In: medizin-transparent.at
  • Izabela Przybylek, Tomasz M. Karpinski (2019); Antibacterial Properties of Propolis. In: Molecules. Juni 2019. doi: 10.3390/molecules24112047.
  • Verbraucherzentrale (2019): Propolis für ein stärkeres Immunsystem?. In: verbraucherzentrale.de
  • Vijay D. Wagh (2013): Propolis: A Wonder Bees Product and Its Pharmacological Potentials. In: Advances in Pharmacological and Pharmaceutical Sciences. Dezember 2019. doi: 10.1155/2013/308240.
[Gesamt: 2   Durchschnitt:  5/5]
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