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Aktuelle Forschung – Sterberisiko durch künstliche Süßstoffe und Zucker in Getränken erhöht

Dass Süßgetränke in größeren Mengen (und manchmal auch schon in ganz kleinen) ungesund sind, wissen wir. Übergewicht und Typ-2-Diabetes haben vor allem in westlichen Ländern in ihrer Häufigkeit stark zugenommen. Und verantwortlich gemacht werden dafür unter anderem die Süßgetränke, weil sie zwar den Appetit anregen, nicht aber sättigen und uns so zu einer erhöhten Kalorienzufuhr verleiten. Zuvor hatten Studien bereits ein leicht erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen beim Konsum von Süßgetränken nachweisen können. Forscher der Internationalen Agentur für Krebsforschung haben jetzt die größte europäische Kohortenstudie zum Thema Ess- und Lebensgewohnheiten ausgewertet und festgestellt:

Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Risiko für tödliche Erkrankungen des Verdauungstrakts, künstlich gesüßte Getränke gehen mit einem erhöhten Risiko für Tod durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung einher.

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

„Es mag sich wie eine alte Leier anhören, aber aus medizinischer Sicht stellen Süßgetränke nach wie vor ein gesundheitliches Risiko dar – das belegt auch diese aktuelle Untersuchung.“
— Dr. Dr. Tobias Weigl

Was genau sagt die Studie?

Neil Murphy und seine Kollegen von der International Agency for Research on Cancer (kurz: IRAC) haben eine von 1992 bis 2000 durchgeführte Kohorten-Studie der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (kurz: EPIC) verwendet, um einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Süßgetränken und einem erhöhten Sterberisiko zu untersuchen. Ursprünglich diente die EPIC-Studie der Erfassung von Krebserkrankungen in Verbindung mit der Ernährung. Allerdings ließ sie auch Rückschlüsse auf andere Verbindungen zu. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift JAMA Internal Medicine.

Warum diese Forschung so wichtig ist? Das Team um Murphy gibt in der Studie an, dass Süßgetränke – auch bekannt als Softdrinks – zwar häufig konsumiert würden. Allerdings sei ihr Einfluss auf die Sterblichkeit der europäischen Bevölkerung bisher nicht ausreichend untersucht.

Aufbau – Daten von fast einer halben Million Europäer

  • Die ursprüngliche EPIC-Studie umfasste insgesamt 451.743 Teilnehmer, die zu Beginn der Untersuchungen nicht an Krebs, einer Herzerkrankung oder einem Schlaganfall erkrankt waren.
  • Die Teilnehmer der Studie stammten aus 10 europäischen Ländern bzw. Staaten, nämlich: Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, Schweden und dem Vereinten Königreich.
  • Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 50,8 Jahre, 71,1 Prozent waren Frauen.
  • Ziel der jetzigen Untersuchung war es, den Einfluss des allgemeinen Konsums von Süßgetränken, des Konsums von zuckerhaltigen Getränken und des Konsums von künstlich gesüßten Getränken auf die Sterblichkeit zu untersuchen.
  • Die Daten wurden im Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis zum 1. Oktober 2018 analysiert.
  • Die Sterblichkeit wurde u. a. mit der sogenannten Hazard Ratio bemessen. Während Hazard die normale Sterblichkeit einer untersuchten Gruppe angibt, bildet die Hazard Ratio sozusagen einen Vergleichswert und gibt dann an, um wie viel höher die Sterblichkeit in einer Vergleichsgruppe liegt.

Ergebnisse – Sterblichkeit bei „Süßtrinkern“ erhöht

  • Kleinere Mengen an Süßgetränken scheinen das Sterberisiko nicht zu beeinflussen.
  • Je mehr Süßgetränke getrunken werden, desto höher wird aber das Sterberisiko, beginnend ab 100–200 ml pro Tag.
  • So konnte bspw. ein um 8 Prozent erhöhtes Sterberisiko für ältere Erwachsene, die zwei oder mehr Gläser eines zuckerhaltigen Süßgetränks pro Tag konsumieren, gegenüber Gleichaltrigen, die weniger als ein Glas Süßgetränk pro Monat zu sich nehmen, festgestellt werden (Hazard Ratio 1,08; möglicher Grund: nicht-alkoholische Fettleber durch Fruktose).
  • Künstliche Süßstoffe zeigten sich in der Untersuchung noch ungünstiger, mit einer Hazard Ratio von 1,26, also einer um 26 Prozent erhöhten Sterblichkeit.
  • Im Schnitt stieg die Sterblichkeit bei täglichem Konsum von Süßgetränken gegenüber einem Konsum von weniger als einem Glas pro Monat um 17 Prozent.
  • Besonders auffällig: Zuckerhaltige Getränke erhöhten die Sterblichkeit in Bezug auf Verdauungserkrankungen um durchschnittlich 59 Prozent, während künstlich gesüßte Getränke die Wahrscheinlichkeit, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um im Schnitt 52 Prozent erhöhten.

Implikationen – Wie bewerten die Forscher ihre Ergebnisse?

  • Die Autoren der Studie belegen einen Zusammenhang zwischen dem Konsum gesüßter Getränke und einem erhöhten Sterberisiko. Sie sind daher der Meinung, ihre Studie könne auf einen begrenzten Konsum von Süßgetränken ausgerichtete Gesundheitskampagnen unterstützen.

Video: Dr. Dr. Tobias Weigl über die „Volkskrankheit“ Fettleber

In der in diesem Artikel vorgestellten Forschung mutmaßen die Forscher, dass die erhöhte Sterblichkeit beim Konsum zuckerhaltiger Süßgetränke mit einer Fettleber in Verbindung stehen kann. Aber was ist das überhaupt? Im folgenden Beitrag klärt Dr. Dr. Tobias Weigl über das Thema Fettleber auf und erläutert Ursachen, Diagnose und Behandlung der „Volkskrankheit“.

Fettleber & Leberschaden durch Alkohol, falsche Ernährung, Medikamente 🍻🍔💊 erkennen & behandeln

Empfehlungen

Im Grunde wissen wir alle, dass Süßgetränke – vor allem auf Dauer – mehr schädlich als förderlich sind. Das haben neben dieser Studie auch weitere jüngere Untersuchungen gezeigt. Noch im März 2019 konnten Vasanti Malik von der Harvard T. H. Chan School of Public Health und ihre Kollegen Süßgetränke dosisabhängig mit einem erhöhten Sterberisiko durch Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen in Zusammenhang bringen.

Grundsätzlich sollten Sie also Wasser oder ungesüßten Tee als die Getränke Ihrer Wahl festlegen. Damit gehen Sie kein Risiko ein und begünstigen auch nicht etliche Erkrankungen, deren Entstehung im Zusammenhang mit einem erhöhten Zuckerkonsum steht, bspw. Diabetes mellitus Typ 2 oder Übergewicht. Denn diese beiden Faktoren haben wiederum erheblichen Einfluss auf Ihre Lebensqualität und können mitunter schwerwiegende Folgen haben.

Übergewicht kann u. a. Diabetes, aber auch Probleme mit Herz und Kreislauf verursachen. Außerdem begünstigt es einen Gelenkverschleiß und kann zu Schlafapnoe, Fettleber, Gallensteinen und einigen Krebsarten führen.

Und auch Diabetes kann folgenreich sein. Nicht nur, dass er Sie aufgrund seiner Begleiterscheinungen stark belasten kann, bspw. durch ständige Müdigkeit, Sehstörungen, Krämpfen oder Leistungsminderung. Aus der Erkrankung können sich auch weitere Probleme ergeben, bspw. Nervenschmerzen, Durchblutungsstörungen, Augenschäden, Nierenschäden oder der berüchtigte „diabetische Fuß“.

Tun Sie sich also selbst einen Gefallen, verzichten auf den ein oder anderen Softdrink und greifen stattdessen lieber zum Wasser, das ohnehin als „Elixier des Lebens“ gilt!

Typisches Patientenbeispiel

Gregor lässt sich in den Sessel fallen und ist überrascht, dass der Kellner in Sekunden am Tisch ist und ihn und seinen Freund Markus nach der Bestellung fragt. „Äh… eine große Cola“, sagt Gregor. Markus bestellt sich ein Wasser. Als der Kellner sich wieder auf den Weg macht, sagt Markus stirnrunzelnd: „Trinkst du immer dieses süße Zeug? Ich hab letztens schon wieder gelesen, dass sich dadurch das Risiko für etliche Erkrankungen erhöht. Und nimm’s mir nicht übel, aber: Du bist auch kein Fliegengewicht.“ – „Ja, ja, ich weiß… aber es schmeckt halt. Wo hast du das denn wieder gelesen?“

Gregor hat sich von Markus den Link zum Artikel schicken lassen, um sich selbst ein Bild von diesen aktuellen Ergebnissen zu machen. Nach dem Durchlesen hat er das Gefühl, einiges klarstellen zu müssen und schreibt eine Nachricht an seinen guten Freund: „Okay, ich sehe ja ein, dass ich weniger süßes Zeug trinken sollte. Aber mal ehrlich: Wenn man alle diese Studienergebnisse für sich umsetzen würde, wo wäre da der Spaß?“ Markus antwortet gewohnt direkt: „Der Spaß endet auch mit der dadurch entstandenen Erkrankung, oder? Ich nehme dich einfach mal mit zum Sport. Dann wirst du sehen, wie gut Wasser tut und wie wenig du dann ein anderes Getränk haben willst!“

Verwandte Themen

Haben Sie Fragen in Bezug auf den Konsum von Süßgetränken? Greifen Sie selber gerne einmal mehr zur Cola oder zum Saft anstatt zum Wasser? Richten Sie Ihre Frage unten im Kommentarbereich an uns und tauschen Sie sich auch gerne mit anderen Lesern aus!

Autoren: Tobias Möller, Dr. Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 10.09.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Eloi Chazelas u. a. (2019): Sugary Drink consumption and risk of cancer: results from NutriNet-Santé prospective cohort. In: BMJ 2019; 366.
  • Vasanti S. Malik u. a. (2019): Long-Term Consumption of Sugar-Sweetened and Artificially Sweetened Beverages and Risk of Mortality in US Adults. In: Circulation 139, S. 2113–2125.
  • Neil Murphy u. a. (2019): Association Between Soft Drink Consumption and Mortality in 10 European Countries. In: JAMA Internal Medicine
    September 3, 2019.
  • Isabella Zwiener u. a. (2011): Überlebenszeitanalyse – Teil 15 der Serie zur Bewertung wissenschaftlicher Publikationen. In: Deutsches Ärzteblatt Int 2011; 108/10, S. 163–169.
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