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Alkoholunverträglichkeit oder Alkoholintoleranz – Warum bin ich so schnell betrunken?

Auf einen Blick – Alkoholunverträglichkeit

  • eine fehlerhafte Verstoffwechslung von Alkohol
  • Betroffene vertragen Alkohol sehr schlecht
  • schon bei geringen Mengen treten Vergiftungserscheinungen auf (wie sonst bei übermäßigem Konsum)

Wer bekommt eine Alkoholunverträglichkeit?

  • Menschen mit einer genetischen Veranlagung
  • eine Alkoholunverträglichkeit kann aufgrund von Organschäden auftreten
  • Patienten, die gewisse Medikamente einnehmen

Symptome (Auszug)

Behandlung (Auszug)

  • Verzicht auf Alkohol
  • verursachende Organschäden beheben
  • verursachende Medikamente absetzen

Tipps

  • bei Verdacht einer Alkoholunverträglichkeit, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt
  • es ist nicht gesund übermäßig viel Alkohol zu vertragen
  • ein „Kater“ ist ein Signal des Körpers, dass Sie zu viel konsumiert haben
Alkoholunverträglichkeit bedeutet, dass der Körper Alkohol nicht richtig abbauen kann. Die Ursachen können genetischer Natur sein, also eine Störung der alkoholabbauenden Enzyme. Auch geschädigte Organe oder die Einnahme von Medikamenten können eine Alkoholunverträglichkeit auslösen.

Die Symptome sind ähnlich, wie wenn gesunde Menschen sehr viel Alkohol zu sich nehmen – jedoch treten diese bereits nach dem Konsum geringer Mengen auf. Die Betroffenen fühlen sich sehr schnell betrunken – sie haben ein Schwindelgefühl, Verdauungsprobleme, eine erhöhte Herzfrequenz oder auch Hautrötungen. Auch viele Stunden nach dem Trinken von Alkohol zeigt die Unverträglichkeit noch Symptome: Das Gefühl des so-genannten „Katers“ dauert bei den Betroffenen sehr lange an.

Die Unverträglichkeit ist nur in manchen Fällen behandelbar. Wenn sie genetisch bedingt ist, dann hilft nur der vollständige Verzicht auf Alkohol.

Was ist Alkoholunverträglichkeit?

Alkoholunverträglichkeit ist eine nicht funktionierende Verstoffwechslung von Alkohol. Man bezeichnet dies auch als Alkoholintoleranz. Die Betroffenen fühlen sich viel schneller betrunken und haben längere Nachwirkungen nach dem Alkoholkonsum. Dies liegt daran, dass der Körper den Alkohol nicht richtig abbauen kann.

Bereits geringe Mengen an Alkohol wirken bei Menschen mit einer Alkoholunverträglichkeit so, wie sehr große Mengen bei Gesunden. Es kommt zu Symptomen, die bei anderen Menschen erst bei einem Alkoholspiegel im Blut von ungefähr 2 Promille auftreten. Eine lebensgefährliche Alkoholvergiftung kann ebenfalls bereits nach dem Konsum kleiner Mengen von Alkohol auftreten.

Der Stoffwechsel baut den Alkohol zu langsam ab

Normalerweise baut der Körper den Alkohol (sog. ‚Ethanol‘) in zwei aufeinander folgenden Schritten ab. Im ersten Schritt wird das Ethanol mit Hilfe des Enzyms Alkoholdehydrogenase (kurz: ADH) in Acetaldehyd umgewandelt. Diese Verbindung ist giftig und wird daher weiter abgebaut. Durch das Enzym Aldehyddehydrogenase (kurz: ALDH) entsteht die nicht-giftige Essigsäure, bzw. ihr Salz, das sogenannte Acetat, als Folgeprodukt.

Bei Personen, die unter einer Alkoholunverträglichkeit leiden, kann der Körper das Ethanol nicht richtig abbauen. Der Alkohol-Spiegel im Blut sinkt viel langsamer ab, als im Normalfall. Oftmals ist eine Fehlfunktion des Enzyms Aldehyddehydrogenase für die Alkoholunverträglichkeit verantwortlich. Der Defekt sorgt dafür, dass es viel langsamer arbeitet, als es sollte. Dadurch ist der Alkoholabbau im Ungleichgewicht: Das giftige Zwischenprodukt Acetylaldehyd verbleibt sehr lange im Körper.

Ist die Aldehyddehydrogenase (ALDH) gestört, reichert sich das giftige Acetaldehyd im Körper an.

Folge sind die Symptome, die man gemeinhin als „Kater“ bezeichnet: Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme, Magenprobleme. Es ist Vorsicht geboten: Menschen mit Alkoholunverträglichkeit können sehr schnell Folgeschäden erleiden. Befinden sich zu hohe Mengen des giftigen Acetaldehyds über einen längeren Zeitraum im Körper, kann dies sogar zu Organschäden führen, vor allem in der Leber.

Was kann alles Leberschäden verursachen? In folgendem Video erläutert Dr. Dr. Tobias Weigl, wie durch Alkohol, Medikamente und eine falsche Ernährung Leberschäden entstehen können.

Fettleber & Leberschaden durch Alkohol, falsche Ernährung, Medikamente 🍻🍔💊 erkennen & behandeln

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht Alkoholunverträglichkeit?

Die Symptome einer Alkoholunverträglichkeit betreffen den ganzen Körper. So treten Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System, dem Verdauungssystem und dem gesamten Körperempfinden auf. Welche Beschwerden ein Betroffener im Einzelnen hat, ist unterschiedlich. Sie ähneln stark den Symptomen, die gesunde Menschen bei übermäßigem Alkoholkonsum erleiden. Jedoch treten sie bei Menschen mit Alkoholunverträglichkeit sehr viel früher – also bei viel geringeren Mengen an Alkohol im Blut – auf.

Symptome des Herz-Kreislauf-Systems

Das Herz-Kreislauf-System wird durch das Ethanol und die Abbauprodukte stark beansprucht. Hitzewallungen, Herzrasen und allgemeine Kreislaufprobleme sind die Folge. Die Betroffenen fühlen sich allgemein unwohl, haben ein Schwindelgefühl und ihnen wird schwarz vor Augen. Atemnot ist ebenfalls eine häufige Beschwerde bei einer Alkoholunverträglichkeit. Durch die durchblutungsfördernde Wirkung des Ethanols sind die Gefäße lange Zeit erweitert. Dadurch strahlen sie Wärme ab (sog. ‚Hyperthermie‘).

Symptome des Verdauungssystems

Das Verdauungssystem wird angegriffen, wenn Personen mit einer Alkoholunverträglichkeit Alkohol konsumieren. Denn es kann die Menge an Giftstoffen nicht richtig verdauen. Das äußert sich in Symptomen wie Durchfall (sog. ‚Diarrhoe‘), Übelkeit und Erbrechen.

Symptome des allgemeinen Körperempfindens

Bei einer Alkoholunverträglichkeit verändert sich das Körperempfinden. Die Betroffenen leiden vor allem unter Kopfschmerzen. Die Haut und die Muskeln sind ebenfalls betroffen: Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Jucken der Haut und Rötungen treten daher häufig auf. Man spricht auch vom sog. ‚Flush-Syndrom‘. Die Gliederschmerzen können über mehrere Tage hinweg anhalten.

Gut zu wissen!
Im Gegensatz zum Trainingseffekt der beim Sport auftritt, ist es nicht erstrebenswert, die sogenannte Trinkfestigkeit zu trainieren. Wer viel Alkohol trinkt, verträgt auch mehr, denn der Körper gewöhnt sich an die Mengen. Jedoch ist dies kein Zeichen für eine bessere Gesundheit. Eher im Gegenteil: Ein regelmäßiger übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Organe – auch wenn keine Alkoholunverträglichkeit vorliegt.

Wer ist am ehesten betroffen?

Eine Alkoholunverträglichkeit kann verschiedene Ursachen haben. Eine Ursache ist die genetische Veranlagung. Um Alkohol abzubauen, benötigt der Körper die Enzyme Alkoholdehydrogenase und Aldehyddehydrogenase. Ein defektes Gen kann auslösen, dass zu geringe Mengen der Enzyme produziert werden oder diese nicht richtig funktionieren. So bleibt der Alkohol mitsamt seiner Abbauprodukte viel länger im Körper. Eine genetische Veranlagung kommt im europäischen Raum jedoch eher selten vor. Die meisten Menschen, die unter einer genetisch bedingten Alkoholunverträglichkeit leiden, kommen aus dem asiatischen Raum.
„Bei einer Alkoholunverträglichkeit liegt häufig ein genetischer Defekt vor – der Körper kann den Alkohol nicht richtig abbauen. Ethanol und Abbauprodukte verbleiben zu lange im Organismus und führen so zu Symptomen.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Alkoholunverträglichkeit aufgrund von Organschäden

Schäden an den inneren Organen können dazu führen, dass der Körper Alkohol nicht richtig abbauen kann. Die Leber und die Nieren tragen dazu bei, Giftstoffe abzubauen. Sind diese Organe geschädigt und in ihrer Funktion beeinträchtigt, ist der normale Abbau von Alkohol nicht mehr möglich. Ein übermäßiger Konsum von Alkohol aufgrund von Alkoholismus führt in vielen Fällen zur Schädigung dieser Organe. Denn eine zu hohe Konzentration des Alkoholabbauproduktes Acetaldehyd schädigt die inneren Organe. Menschen, die ein Übermaß an Alkohol konsumieren, schaden ihrem Körper also doppelt: Sie belasten die inneren Organe und erhöhen das Risiko dafür, eine spätere Alkoholunverträglichkeit zu entwickeln. Die Alkoholunverträglichkeit wiederum kann weitere Schäden an den Organen zur Folge haben.

Exkurs: Alkoholismus und seine Folgen

Alkoholismus kann Schäden der inneren Organe zur Folge haben. Betroffen ist jedoch der gesamte Körper und auch das Gemüt. Je nach Stadium des Alkoholismus treten eine Vielzahl von Symptomen und Schädigungen auf. Die Zustände sind von Person zu Person unterschiedlich: Gewichtsverlust, übermäßiges Schwitzen, Schlafstörungen, Herzrasen oder Kopfschmerzen. Der Allgemeinzustand ist dementsprechend schlecht. Das Nervensystem leidet ebenso unter der dauerhaften Alkoholisierung – Depressionen können die Folge sein.

Möchten Sie mehr über das Thema Alkoholsucht und Alkoholismus erfahren? Dann lesen Sie folgende Artikel, die auf unserer Website bereitstehen:

Alkoholabhängigkeit und Alkoholmissbrauch – Ursachen & Folgen

Alkoholismus therapieren – Symptome | Diagnose | Behandlung

Alkoholunverträglichkeit aufgrund von Medikamenten

Die Einnahme von Medikamenten kann den Abbau von Alkohol beeinträchtigen. Manche Antibiotika stören zum Beispiel den Abbau von Alkohol in der Leber. Daher raten Ärzte strengstens davon ab, Alkohol zu konsumieren, wenn ein Antibiotikum eingenommen wird. Wie lange kein Alkohol getrunken werden darf, hängt von dem Präparat ab. Im Zweifelsfall ist es immer sinnvoll, einen Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen.

Haben Sie die folgenden Symptome beim Konsum bereits kleiner Mengen an Alkohol erlebt? Mit Ihrer Antwort helfen Sie anderen Patienten dabei, ihre Symptome zu erkennen (Mehrfachnennungen möglich).

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Alkoholunverträglichkeit

Es gibt keine eindeutige Diagnose für die Alkoholintoleranz. Der erste Schritt ist meistens, dass die Betroffenen einen Verdacht haben und sich beim Arzt Hilfe suchen. Dieser erfragt in einem Patientengespräch (sog. ‚Anamnese‘) die Symptome und schätzt anhand dieser ein, ob eine Alkoholunverträglichkeit vorliegt.

Diagnosestellung anhand der Symptome

Wie schnell eine Person betrunken wird, hängt von vielen äußeren Faktoren ab. Wenn man einmal weniger Alkohol verträgt als sonst, muss noch keine Unverträglichkeit vorliegen. Dies könnte auch am allgemeinen Gesundheitsstatus oder zu wenig Nahrungsaufnahme vor dem Trinken liegen. Ist eine Person jedoch von einer Alkoholunverträglichkeit betroffen, dann führen geringe Mengen an Alkohol stets zur beschriebenen Symptomatik. Im Rahmen der Anamnese wird ermittelt, wann die Symptome zuletzt aufgetreten sind, wie häufig sie auftreten und unter welchen Umständen. Es ist wichtig, dass der Patient ehrlich erzählt, wie viel Alkohol er konsumiert hat.

Ursachenfindung anhand weiterer Untersuchungen

Meist wird eine Alkoholintoleranz bereits durch eine umfassende Anamnese und die Beobachtung der Symptome in Zusammenhang mit Alkoholkonsum diagnostiziert. Wenn der Arzt einen Überblick über die Symptomatik erhalten hat, können weitere diagnostische Schritte folgen – zum Beispiel, wenn der Verdacht auf eine Organschädigung besteht. Eine Untersuchung der inneren Organe kann dann Aufschluss darüber geben, ob eine Schädigung die Ursache für eine Alkoholunverträglichkeit ist. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen DNA-Test durchführen um zu ermitteln, ob eine genetisch Veranlagung den Alkoholstoffwechsel betreffend vorliegt. Ist die Ursache der Unverträglichkeit erforscht, dann kann eine geeignete Behandlungsmethode gefunden werden.

Fakten-Box

Alkoholunverträglichkeit

  • nicht funktionierende Verstoffwechslung von Alkohol
  • Betroffene sind sehr schnell betrunken
  • kann genetisch, durch Organschäden (z. B. durch Alkholismus) oder durch Medikamente bedingt sein

Mögliche Symptome

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Alkoholunverträglichkeit

Eine Behandlung ist nur dann möglich, wenn die Alkoholunverträglichkeit nicht genetisch verursacht ist. Denn bei einer genetischen Veranlagung hilft alleinig der Verzicht auf Alkohol.

Bei genetischbedingter Alkoholunverträglichkeit hilft nur ein „Nein“ zu Alkohol.

Liegt die Ursache der Alkoholunverträglichkeit in einer Organschädigung, kann diese behandelt werden. Die Intoleranz zu beheben ist allerdings nur dann möglich, wenn die geschädigten Organe wieder gesund sind. Im Zweifelsfall ist ein Verzicht auf Alkohol auch hier die beste Lösung.

Eine Alkoholunverträglichkeit durch die Einnahme von Medikamenten ist in der Regel behandelbar. Wenn die Betroffenen die Medikamente nicht mehr einnehmen, ist der Abbau von Alkohol in manchen Fällen wieder möglich.

Aktuelle Forschung – Medikamente und Schnupfen begünstigen eine Alkoholintoleranz

Manche Menschen vertragen den schmerz- und fiebersenkenden Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) nicht, der zum Beispiel in Aspirin zum Einsatz kommt. Diese Unverträglichkeit kann zusammen mit chronischen Beschwerden der Atemwege auftreten. Patienten mit chronischen Atemwegsbeschwerden wiederum, werden oftmals positiv auf eine Alkoholintoleranz getestet. Aber wie hängt dies mit der ASS-Unverträglichkeit zusammen? Dieser Frage ist ein Forscherteam unter der Leitung von Frau Dr. Nicole Freimann von der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde der Charité in Berlin nachgegangen.

Die ASS-Unverträglichkeit begünstigt eine erhöhte Alkoholintoleranz

Vor allem bei Patienten, die unter Beschwerden der nasalen Atemwege (sog. ‚chronische Rhinosinusitis mit nasaler Polyposis‘) und unter Asthma leiden, zeigten die Reaktion: Nach Provokation mit dem Wirkstoff ASS vertrugen sie Alkohol signifikant schlechter. Das Zusammenspiel zwischen der Wirkstoffunverträglichkeit und der chronischen Atemwegserkrankung hat bei 76 % der getesteten Personen eine Alkoholintoleranz hervorgerufen.

Weitere Studien sind nötig

Die Ursachen für die Beobachtung sind noch nicht bekannt. Die Autoren schließen daher, dass weitere Studien nötig sind, um die biochemischen Zusammenhänge im Körper zu erforschen.

Quelle: Nicole Freimann u. a. (2019): Alkoholintoleranz bei Patienten mit nasaler Polyposis und NSAID-exacerbated respiratory disease (N-ERD). Laryngo-Rhino-Otologie 98 / 2, S. 12 – 12.

Häufige Patientenfragen

Ich habe einen schlimmen Kater und befürchte, unter einer Alkoholunverträglichkeit zu leiden. Wie lange muss ich nach dem Konsum von Alkohol warten, bis ich wieder Sport machen darf?

Dr. Dr. T. Weigl
Sport machen sollten Sie generell nur, wenn Sie nicht unter Alkoholeinfluss stehen. Es ist jedoch nicht gesagt, dass Sie unter einer Alkoholunverträglichkeit leiden, nur weil Sie einmal nach einem übermäßigen Konsum an den Nachwirkungen leiden. Um den Körper wieder vollständig zu regenerieren hilft es, eine Zeit lang auf Alkohol zu verzichten. Es ist ebenso wichtig, nicht zu viel Alkohol auf einmal zu trinken. Denn der sogenannte „Kater“ ist eine Reaktion des Körpers, die signalisiert, dass Sie zu viel konsumiert haben.

Ich vertrage nicht so viel Alkohol wie meine Freunde und habe mich immer darüber gewundert. Habe ich eine Alkoholunverträglichkeit?

Dr. Dr. T. Weigl
Es ist nicht erstrebenswert, möglichst viel Alkohol auf einmal trinken zu können. Alkohol ist ein Genussmittel und kein Nahrungsmittel. Es ist gesünder, weniger Alkohol zu konsumieren. Höhere Mengen wirken auch auf einen Menschen mit normal funktionierendem Alkoholstoffwechsel toxisch. Wenn die Symptome bei Ihnen bereits nach geringem Konsum auftreten, dann sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.

Warum soll man absolut keinen Alkohol trinken, wenn man Antibiotika einnimmt? Ist ein Glas Wein zwischendurch nicht in Ordnung?

Dr. Dr. T. Weigl
Es ist besser, direkt vor und während der Einnahme von Antibiotika auf Alkohol zu verzichten. Denn die Präparate führen dazu, dass der Körper Alkohol nicht richtig verstoffwechseln kann. Schon bei geringen Mengen von Alkohol kann der Körper dann Organschäden erleiden. Um solche Komplikationen zu vermeiden, sollten Sie den Konsum auf die Zeit nach der Antibiotikaeinnahme vertagen.

Möchten Sie mehr zum Thema Antibiotika erfahren? Dann können Sie sich durch folgenden Artikel auf unserer Website informieren: Antibiotika – Richtige Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

Kann ich selbst testen, ob ich eine Alkoholunverträglichkeit habe?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie können Ihre Symptome beobachten und einen Verdacht auf eine Alkoholunverträglichkeit entwickeln. Wie reagieren Sie auf das Trinken alkoholischer Getränke? Vertragen Sie mal mehr, mal weniger? Ist es immer die gleiche Reaktion, nach ungefähr der gleichen – in ihren Augen geringen – Menge? Schreiben Sie Ihre Beobachtungen auf und gehen Sie damit zu Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Gemeinsam können Sie die Diagnose sichern und die Ursachen erforschen.

Ist eine Alkoholunverträglichkeit heilbar?

Dr. Dr. T. Weigl
Die Unverträglichkeit ist nur in manchen Fällen reversibel. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sie auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen ist. Werden die Arzneimittel abgesetzt, dann ist es möglich, dass die Alkoholunverträglichkeit auch nicht mehr vorhanden ist.

Typisches Patientenbeispiel

„Jetzt trink doch mal einen mit!“, sagt Klaus zu Erni. „Ein Bier wird dir schon nicht schaden.“ „Nein“, sagt Erni. „Ich habe eine Alkoholunverträglichkeit. Ich kann und darf wirklich nicht. Außerdem will ich nicht trinken. Ich kann auch ohne Alkohol Spaß beim Fußballschauen haben.“ „Na gut, dann halt nicht. Wenn du meinst, dass du ach so empfindlich bist, dann lass‘ es halt bleiben“, raunt Klaus.

Der Rest des Abends verlief recht ruhig. „Zum Glück hat keiner mehr von mir verlangt, etwas zu trinken“, denkt Erni erleichtert auf dem Heimweg. Erni leidet unter einer diagnostizierten Alkoholunverträglichkeit. Nachdem er drei Jahre zuvor einen Nierenschaden erlitten hatte, war er plötzlich immer sehr schnell betrunken gewesen. Die Diagnose durch den Arzt hat ihm dabei geholfen, mit den Gegebenheiten zurecht zu kommen. Was ihn nur stört ist, dass manche seiner Freunde wenig Verständnis dafür haben, dass er absolut keinen Alkohol mehr trinken möchte. Klar, waren die Zeiten früher auch lustig. Aber sein Wohlbefinden und seine Gesundheit sind ihm wichtiger als beim Fußballschauen Bier zu trinken.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda A. Mende

Lektorat: Arlen-Celina Lücke

Veröffentlich am: 24.11.2019

Quellen

  • Peter A. Dickson u. a. (2006): Effects of Variation at the ALDH2 Locus on Alcohol Metabolism, Sensitivity, Consumption, and Dependence in Europeans. Alcoholism – Clinical and Experimental Research, 30 / 7, S. 1093 – 1100.
  • Nicole Freimann u. a. (2019): Alkoholintoleranz bei Patienten mit nasaler Polyposis und NSAID-exacerbated respiratory disease (N-ERD). Laryngo-Rhino-Otologie, 98 / 2, S. 12 – 12.
  • Thomas Gilg (2013): Forensische Alkohologie–Grundlagen und Deutsche Gegebenheiten. Klinisch-forensische Medizin, S. 499 – 513, Springer: Wien.
  • Götz Mundle u. a. (2003): AWMF-Behandlungsleitlinie: Akutbehandlung alkoholbezogener Störungen. Sucht, 49 / 3, S. 147-167.
  • Allan Linneberg u. a. (2008): Prevalence of self-reported hypersensitivity symptoms following intake of alcoholic drinks. Clin Exp Allergy. 38 / 1, S. 145 – 51.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

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