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Arzneimittelexanthem – Hautausschlag nach Antibiotika? Ursachen und Therapie

„Ein Hautausschlag nach der Medikation von bestimmten Antibiotika wie Penizillin kann ein unterschiedliches Aussehen haben, mal mit Juckreiz verbunden, mal nicht. In vielen Fällen verschwindet der Hautausschlag von selbst.“
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Flecken, Blasen oder auch Rötungen: Hautausschlag ist eine häufige Nebenwirkung verschiedener Medikamentengruppen, vor allem von Antibiotika. Häufig treten das sogenannte Arzneimittelexanthem erst nach dem Ende der Antibiotika-Medikation auf. Der Hautausschlag äußert sich in vielerlei Formen: großflächige Rötungen, knotig-fleckig, Ekzeme oder mit Quaddeln. In vielen Fällen heilt der Hautausschlag spätestens nach Absetzen des Medikaments von alleine ab. Häufig verschreibt Ihr Arzt allerdings eine Wirkstoff-Alternative.

Was für ein Pech! Malte ist schwer genervt. Erst hat er eine langwierige Mandelentzündung hinter sich. Um diese einzudämmen, hat sein Arzt ihm ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Penicillin</strong verschrieben. So weit, so gut. Nun nimmt er es seit einigen Tagen. Heute Morgen musste er beim Rasieren bitterlich feststellen, dass über Nacht ein seltsamer Hautausschlag aufgetaucht ist: Rötliche Erhebungen erstrecken sich über seinen Arm. Und dazu dieser Juckreiz! Malte beschließt, erneut bei seinem Arzt vorbei zu schauen …

Grundlage: Die Haut

Die Ursache für Maltes Hautausschlag könnten Antibiotika sein. Doch reagiert die Haut so auf die Wirkstoffe, die eigentlich helfen sollten? Um dies zu verstehen, schauen wir uns kurz den Aufbau und die Funktion der Haut an. Die Haut (sog. ‚Kutis‘) ist das größte Organ des Menschen mit Maßen zwischen 1,5 und 2,5 m2, das macht 16 Prozent des Körpergewichts aus. Sie besteht aus drei Hautschichten, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen: die für uns sichtbare Oberhaut (sog. ‚Epidermis‘), die Lederhaut (sog. ‚Dermis‘) und die Unterhaut (sog. ‚Subkutis‘).
Die Epidermis besteht vornehmlich aus Zellen, welche Horn bilden (sog. ‚Keratinozyten‘). Diese sind mit Fasern und weiteren Zellen untereinander verbunden. Ebenfalls in der Epidermis liegen Nerven, welche essentiell für die Wahrnehmung von Sinneseindrücken sind (sog. ‚Merkel-Zellen‘) sowie Zellen, die Teil des Immunsystems sind (sog. ‚Langerhans-Zellen‘). Letztere sind die, die auf eindringende, schädliche Substanzen für den Körper reagieren. Auch Keratinozyten agieren als Immunabwehr. Ebenfalls in der Epidermis sind Farbpigmente (sog. ‚Melanozyten‘) die auf Sonneneinstrahlung reagieren und für die Einfärbung der Haut verantwortlich sind.
Die Dermis besteht hauptsächlich aus unterschiedlich aufgebautem Bindegewebe: das lockere und das straffe Bindegewebe. Ersteres (sog. ‚Stratum papillare‘) beinhaltet vor allem Nervenstränge wie auch Abwehrzellen. Das sogenannte Stratum reticulare, das straffe Bindegewebe, enthält zusätzlich eine Reihe von Drüsen, Blut- und Lymphgefäßen, Rezeptoren und Haarfollikel. Die in der Dermis beheimateten Rezeptoren sind maßgeblich verantwortlich für die Weiterleitung der Wahrnehmung von Druck, Berührung, Schmerz, Temperaturen, aber auch von Juckreiz.
Die unterste Hautschicht, die Subkutis, kann bis zu 3 cm dick sein und besteht aus Fettgewebe. Sie wird durch Bindegewebe in sogenannte Fettläppchen geteilt. Innerhalb dieses Gewebes befinden sich Nervenfasern sowie größere Blutgefäße, aber auch Haarwurzeln samt Talgdrüsen und Schweißdrüsen. Die Subkutis ist elementar für die Ausgestaltung unserer Körperform: Je nach Größe, Geschlecht, Alter, Vererbung und weiteren Faktoren unterscheidet sich die Dicke und die Beschaffenheit der Subkutis.
Über der Epidermis befindet sich eine weitere Schutzschicht, bestehend aus Wasser, Salzen, Hautfetten und Talgdrüsensekret. Dieser Säuremantel (sog. ‚Hydrolipidmantel‘) dient als erste Schutzbarriere vor externen Substanzen.

Aufgaben der Haut

Die Haut, bestehend aus ihren drei Schichten, erfühlt mehrere Aufgaben:

  • Schutzorgan (sowohl vor Krankheitserregern als auch vor Wettereinflüssen wie Kälte oder Hitze)
  • Teil des Immunsystems und der -abwehr
  • Sinnesorgan
  • Wahrnehmung und Ausgleich von Temperaturen (sog. ‚Thermoregulation‘)
  • Stoffaustausch

Was ist ein Exanthem?

Gleichbleibende Hautveränderungen und -irritationen innerhalb eines Hautareals nennen Mediziner Exanthem. Zumeist sind größere Hautareale betroffen. Die genaue Ausgestaltung des Ausschlags unterscheidet sich je nach Ursache. So können Flecken von weiß über rot bis hin zu braun gefärbt sein und können in Grüppchen oder in Reihe gegliedert sein. Sie können sowohl flach als auch knötchenartig erhöht sein. Darüber hinaus können Exantheme mit Flüssigkeit gefüllt als Bläschen, Pusteln oder Quaddeln auftauchen. Neben den Exanthemen gibt es auch andere Arten von Hautausschlägen.

  • Enanthem: Die Schleimhaut verändert sich innerhalb eines Areals.
  • Erythem: Die Haut rötet sich innerhalb eines Areals.
  • Erythrodermie: Die Haut rötet sich auf der gesamten Oberfläche.
  • Lichenifikation: Die Haut wirkt gröber.
  • Ekzem: Entzündung der Lederhaut, die sich in Juckreiz (sog. ‚Pruritius‘), Rötung und Papeln äußert
Gut zu wissen!
Der aus dem Latein stammende Ausdruck des Exanthems stammt vom Begriff für „Aufblühen“ ab. Dies bezieht sich darauf, dass der Ausschlag metaphorisch aufblüht und sich über einen Hautbereich ausbreitet.

Ursachen für Hautausschlag nach einer Antibiotikum-Medikation

Hautveränderungen sind immer ein Zeichen für die arbeitende Immunabwehr. Bei einem Exanthem infolge einer Medikation mit Antibiotika handelt es sich eigentlich um eine allergische Reaktion bzw. eine Intoleranz durch das eingenommene Arzneimittel. Eine Allergie ist im Grunde genommen die Überreaktion des Körpers auf einen als schädlich eingestuften Stoff oder eine gefährliche Substanz.
Der Hautausschlag, der somit Teil einer allergischen Reaktion ist, taucht in der Regel deutlich nach Einnahme auf, sogar bisweilen nach der Absetzung des Medikaments. Hat Ihr Immunsystem den Wirkstoff bereits vorher als schädlich einsortiert, kann das Exanthem bereits nach zwei Behandlungstagen auftreten.

Exkurs: Was ist eine Allergie?
Allergien sind nichts anderes als eine überschießende Reaktion Ihres Körpers auf eine als gefährlich eingestufte Substanz. Diese Überreaktion ist die Folge einer vorherigen Sensibilisierung, die durch den Erstkontakt mit der Substanz hervorgerufen wird.
Jeder weitere Kontakt mit der Substanz wird von einer lokalen Symptomatik begleitet. Das kann nicht nur die Haut betreffen, sondern auch die Atemwege und sogar den gesamten Kreislauf. Allergien werden in mehrere Typen unterschieden, die verschieden in Bezug auf das Immunsystem agieren und reagieren.

  • Typ 1: anaphylaktischer Soforttyp: Im Rahmen dieses Typs setzt der Körper bei Wiederkontakt mit dem Allergen Histamine frei, die als sogenannte Entzündungsmediatoren gegen die vermeintlich schädlichen Substanzen vorgehen. Dies äußert sich in einer entzündlichen Reaktion. Zu den Symptomen gehören unter anderem Niesreiz (sog. ‚Rhinitis‘), Verkrampfung der Bronchialmuskulatur (sog. ‚Bronchospasmus‘), Rötungen (sog. ‚Erythem‘), Juckreiz und Ausschläge. Ein anaphylaktischer Schock kann zum Versagen des Kreislaufs und der Organe führen. Symptome dafür sind Hitzegefühl, Schwindel , Exantheme, Augenlidschwellungen, Schluckbeschwerden, Hypotonie sowie Tachykardie.
  • Typ 2: Zytotoxischer Typ: Durch die Aktivierung bestimmter Zellen durch die Bindung von Antikörpern soll das eindringende Allergen aufgelöst werden (sog. ‚Lyse‘). Die Symptome treten erst sechs bis zwölf Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Dazu gehören unter anderem hohes Fieber, Halsschmerzen sowie Mundfäule (sog. ‚Stomatitis aphthosa‘).
  • Typ 3: Immunkomplex-Typ: Auch hier aktivieren sogenannte Immunkomplexe (sog. ‚Antigen-Antikörperkomplex‘) weitere Abwehrreaktionen in der Lederhaut. Es kommt zu Entzündungsreaktionen in diesem Bereich. Zu den Symptomen gehören exanthemischer Ausschlag, Fieber und Hypotonie.
  • Typ IV: zellvermittelter Spättyp: Im Rahmen des Spättyps erfolgt die Aktivierung der Abwehrzellen durch sensibilisierte Lymphozyten. Die Entzündungsreaktion findet damit im Gewebe statt. Auch hier äußert sich die Reaktion in Form von Ekzemen, vor allem Rötungen, Blässchen, Papeln, verbunden mit Juckreiz.

Allergische Reaktionen aufgrund medikamentöser Wirkstoffe wie in Antibiotika gehören zu Typ 1, 3 und 4. Allen Typen ist gemein, dass zunächst eine Sensibilisierung erfolgen muss.
Die Therapie erfolgt nach Allergietyp und Schweregrad. Im Vordergrund steht die Symptomlinderung.
Weitere Informationen zu diesem Themenblock finden Sie auf unserer Website unter folgenden Stichwörtern:

 

Die Symptome: Woran erkennt man ein Arzneimittelexanthem?

Ein Hautausschlag, welcher durch die Einnahme von Antibiotika ausgelöst wird, ist knotig-fleckig (sog. ‚makulopapulös‘). Genauso kann er aber auch Quaddeln ausbilden und sich zu einem Ekzem entwickeln. Der Hautausschlag hat eine intensiv rote Färbung. Die vorliegende Hautirritation kann jucken. Der Juckreiz steht jedoch nicht im Vordergrund. Das Exanthem kann sich über eine große Fläche ausbreiten. Die unterschiedlichen Arten eines Arzneimittelhautauschlags können grob einzelnen Wirkstoffen zugeordnet werden. Dies bietet jedoch nur eine Annäherung und erfordert weiterer Überprüfung vonseiten Ihres behandelnden Arztes.

WirkstoffHautausschlag
PenizillinAusbildung von Quaddeln, ähnlich einer Nesselsucht (sog. ‚urtikariell‘)
AmpizillinMakulopapulös, d.h. knotig-fleckig
Sulfonamidekein einheitliches Aussehen
AntiepileptikaEkzeme sowie großflächige Rötung (sog. ‚Erythrodermie‘)

Neben dem Hautausschlag weist ein Arzneimittelexanthem keine weiteren Symptome auf.

Achtung!
Auch wenn ein Arzneimittelexanthem hauptsächlich eine allergische Reaktion auf bestimmte Wirkstoffe in Antibiotika oder anderen Medikamenten ist, gibt es ebenso eine Reihe nicht-medikamentöser Auslöser. Dazu gehören unter anderem:

  • Hülsenfrüchte wie Linsen oder Erbsen
  • Tomaten
  • UV-Licht
  • In Hühnereiern enthaltenes Eiweiß
  • Menthol
  • Eukalyptus
  • Saccharin, ein synthetischer Süßstoff
  • Bestimmte Lebensmittelfarben

 

Wer ist davon betroffen?

Die meisten Betroffenen befinden sich zwischen dem 20. und dem 40. Lebensjahr, der Höhepunkt liegt um die 30. Allerdings können auch Kinder und deutlich ältere Menschen solch einen Hautausschlag erhalten. Der Grund hierfür liegt darin, dass manche Antibiotika nicht für Kinder geeignet sind und somit die Wahrscheinlichkeit der Allergie nicht so hoch ist.

Hat ein Arzt bei Ihnen ein Arzneimittelexanthem diagnostiziert? Wie sah Ihr Ausschlag aus?

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Zunächst steht die Anamnese im Vordergrund. Hinter diesem Fachausdruck verbirgt sich das Patientengespräch, in dessen Rahmen Ihr behandelnder Arzt mehr über die Symptomatik herausfindet: Wann ist diese aufgetaucht? Gibt es weitere Symptome neben dem Hautausschlag? Juckt dieser? Auch die Familiengeschichte ist in jedem Fall relevant.
Im Zentrum der Diagnose steht die Betrachtung des Ausschlags. Sind Sie abgesehen von dem Ausschlag und dem jüngst eingenommenen Medikament gesund, stellt Ihr behandelnder Arzt im Falle eines eindeutig zuordbaren Aussehens des Ausschlags die Diagnose.
Dies gilt nicht, wenn Sie weitere Medikamente aufgrund anderer, eventuell chronischer Erkrankungen, nehmen. In diesem Fall ordnet Ihr Arzt weitere Laboruntersuchungen und Hauttests an. Im Rahmen allergischer Tests überprüft Ihr Arzt, ob und inwiefern Sie auf bestimmte Wirkstoffe reagieren. Zu den gängigen Tests gehören:

  • Reibetest: Verreiben In Frage kommende Substanzen auf Ihre Unterarminnenseite innerhalb eines Hautareals
  • Pricktest: Test sowohl der möglichen allergischen Substanz sowie weiterer negativer Substanzen; Auftragen der Testallergene auf Ihre Haut und Einstich mithilfe einer Pinzette
  • Scratchtest: Ähnlich dem Pricktest: Der einzige Unterschied besteht darin, dass Ihr Arzt Ihnen in einer Länge von 1 cm in die Haut ritzt und eine Extraktlösung mit dem möglichen Allergen aufträgt.
Achtung!
Im Zuge der diagnostischen Untersuchung überprüft Ihr Arzt mittels einer Holzspachtel, ob Ihre Epidermis haftet. Hintergrund dessen ist, dass sich im Rahmen einer Spielart des Arzneimittelexanthems, der toxischen epidermalen Nekrolyse (kurz: TEN), die Epidermis großflächig ablöst. Eine Nicht-Behandlung kann tödlich enden, weswegen bei Verdacht die sofortige Einweisung in eine dermatologische Klinik erfolgen muss.
Welcher der folgenden Wirkstoffe ist bei Ihnen verantwortlich gewesen für Ihren Hautausschlag?
Fakten-Box
Arzneimittelexanthem:Frauen und Männer gleichermaßen
Großteil der Betroffenen zwischen dem 20. Und dem 40. Lebensjahr, der Gipfel liegt um das 30. Lebensjahr herum
Kinder und deutlich ältere Menschen seltener betroffen

Symptome:
Hautausschlag mit unterschiedlichen Ausprägungen

    • Urtikariell
    • Makulopapulös
    • Ekzemartig mit großflächiger Rötung
    • Diverses, kein einheitliches Aussehen

 

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

In vielen Fällen verschwindet der Hautausschlag nach Absetzen der Medikamente von alleine. Auch kann in Einzelfällen das Medikament weiter genommen werden.
Meist wird das für den Ausschlag verantwortliche Medikament jedoch abgesetzt oder durch einen anderen Wirkstoff ersetzt. Da Salben oder Cremes kaum Hilfe versprechen, verschreiben Ärzte bei Bedarf eine sogenannte orale Steroidtherapie. Steroide sind maßgeblich für den Stoffwechsel, da sie in Form von Hormonen diesen mitsteuern. Die Abheilung eines Exanthems kann beispielsweise durch 50 mg Prednisolon unterstützt werden.
Auch Sie selbst können aktiv werden: Im Falle von Juckreiz können Sie juckreizstillende Lotionen oder Cremes auftragen. In schwerwiegenderen Fällen könne auch Lotionen und Cremes angewendet werden, welche auf Cortison basieren.
Häufige Patientenfragen

1. Wie sieht der Hautausschlag aus, welcher durch Antibiotika ausgelöst wird?

Hautausschlag, welcher die Folge von Antibiotika ist, hat kein uniformes Aussehen. Viel mehr gibt er unterschiedliche Ausprägungen, die einen Rückschluss auf den Auslöser bieten können. Dies ist allerdings nur vorsichtig zu tun und immer mit weiteren Untersuchungen verbunden. So kann ein Hautausschlag knotig-fleckig auf einem größeren Hautareal auftauchen (sog. ‚makulopapulös‘) oder Quaddeln ausbilden (sog. ‚urtikariell‘). Diese ähneln dann der Nesselsucht. Ein Arzneimittelexanthem kann auch großflächige Rötungen (sog. ‚Erythrodermie‘) hervorbringen und mit der Ausbildung von Ekzemen einhergehen.

2. Geht der Hautausschlag von alleine weg?

In vielen Fällen verschwindet ein Arzneimittelexanthem von alleine. Spätestens nach Beendigung der Medikation mit dem fraglichen Wirkstoff. Mittels zusätzlicher Medikamenten wie Prednisolon können Sie die Abheilung allerdings effektiv unterstützen. Auch eventuellen Juckreiz können Sie selbst stillen, indem Sie Lotionen oder Cremes auftragen.

3. Lösen nur Antibiotika Hautausschlag aus?

Leider weisen diese Nebenwirkung auch weitere Medikamentengruppen auf. Neben Antibiotika gehören dazu Medikamente, welche gegen Infektionen arbeiten (sog. ‚Antiinfektiosa‘), Analgetika (wie Paracetamol und Ibuprofen), Gichttherapeutika, Narkotika, kardiovaskuläre Medikamente (wie Amphetamine oder Coffein), Magen-Darm-Präparate (wie Ranitidin), Antidiabetika, Antihistaminika (wie Dimenhydrinat), Blutersatzstoffe und Zytostatika (wie Procarbazin). Darüber hinaus gehören auch bestimmte Hormone wie Östrogen, aber auch Schwermetalle wie Brom, Chlor, Gold oder Magnesium.

Muss man ein Arzneimittelexanthem behandeln?

Nicht zwingend. In vielen Fällen bilden sich die Hautausschläge spätestens nach Beendigung der Medikation zurück. Nur selten bleiben Überreste übrig.
„Und dann sagte mir mein Arzt, da sei die Nebenwirkung des Antibiotikums.“ Malte hat nach dem Arztbesuch seine besorgten Eltern in seinem Heimatdorf angerufen, denen er bereits von dem Hautausschlag erzählt hat. „Und jetzt? Musst du das Penicillin weiter nehmen?“, fragt seine Mutter hörbar besorgt durch den Hörer. „Nein. Mein Arzt hat sicherheitshalber zu einem anderen Medikament geraten und mir zudem eine Creme gegen den Juckreiz verschrieben. Er ist sich aber sicher, dass der Hautausschlag bald abheilt.“

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Hautausschlag nach der Einnahme von Antibiotika? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht: 26.10.2018

Quellen:

  • Dr. med. Reinhard K. Achenbach (2001): Der große TRIAS-Ratgeber. Haut, Haare, Nägel. So reagieren Sie richtig auf Veränderungen. Wie Ihr Arzt Irritationen und Krankheiten behandelt. Wertvolle Tipps zur optimalen Pflege, 4., überarbeitete Auflage. Trias-Verlag, Stuttgart.
  • K. Bork (1999): Arzneimittelnebenwirkungen an der Haut. Klinik – Diagnostik zur Erkennung der auslösenden Medikamente – Pathogenese – Therapie, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Schattauer-Verlag, Stuttgart.
  • Josef Smolle und Frank H. Mader (2001): Beratungsproblem Haut. Diagnostik, Therapie und Pflege im Praxisalltag. Springer-Verlag, Berlin.
  • Felicitas Witte (2014): Penizillin-Allergie: Plötzlich ist alles voller roter Quaddeln, in: Spiegel Online. Artikel vom 13.5.2014.
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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