Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Ozempic® mit dem Wirkstoff Semaglutid – Typ-2-Diabetes behandeln und Gewicht verlieren – Wirkungen und Nebenwirkungen

Was ist Ozempic®?

  • GLP-1-Analogon zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen

Welche Wirkung hat Ozempic®? (Auszug)

  • Senkung der Blutzuckerkonzentration
  • Gewichtsreduktion
  • Reduktion von Körperfettmasse

Wann wird Ozempic® angewendet? (Auszug)

  • Typ-2-Diabetiker mit unzureichend kontrolliertem Blutzucker
  • Ozempic® kommt zum Einsatz, wenn Sport und Diät nicht ausreichend helfen
  • Alternative zu Metformin, wenn dieses unverträglich ist

Was sind die Nebenwirkungen von Ozempic®? (Auszug)

  • Durchfall
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verschlechterung von Augenschädigungen bei Diabetes
  • Schwindel
  • Erschöpfung

Wer darf Ozempic® nicht bekommen?

  • Patienten, die überempfindlich auf den Wirkstoff reagieren
  • Typ-1-Diabetiker
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Patienten mit diabetischer Ketoazidose
  • Schwangere, da in Tierxperimenten schädigende Wirkung nachgewiesen wurde

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Ozempic® mit dem Wirkstoff Semaglutid ist ein Medikament, das seine Zulassung im Februar 2018 erhielt und zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen zum Einsatz kommt, entweder allein oder in Kombination mit anderen Medikamenten. Es wird einmal die Woche gespritzt und ist nur auf ärztliche Verschreibung erhältlich. Der Wirkstoff Semaglutid sorgt dafür, dass unser Körper mehr eigenes Insulin produziert, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt. Das Besondere an dem Medikament: Es wird nur einmal pro Woche unabhängig von der Nahrungsaufnahme unter die Haut gespritzt! Einen weiteren Nutzen bei Typ-2-Diabetes hat das Medikament dadurch, dass es zur Gewichtsreduktion beiträgt, was für übergewichtige Diabetiker von Vorteil ist. Nichtsdestoweniger gehen auch mit Ozempic® mögliche Nebenwirkungen einher, unter anderem Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Diese Beschwerden sind aber oft nur mittelschwer und halten nicht lange an. Wenn Sie im Detail mehr über das noch junge Medikament erfahren möchten, lesen Sie den nachfolgenden Artikel. In unserem Kommentarbereich weiter unten haben Sie auch die Möglichkeit, sich mit uns in Verbindung zu setzen, weiterführende Fragen zu stellen oder sich mit anderen Patienten auszutauschen.

Was ist Ozempic®?

Ozempic® ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Typ-2-Diabetes mit dem Wirkstoff Semaglutid. Es wurde von der Firma Novo Nordisk Pharma GmbH entwickelt und erhielt im Februar 2018 seine Zulassung für die gesamte Europäische Union, da es sich bei der Kontrolle des Blutzuckerspiegels als wirksam erwies und außerdem das für Diabetiker besonders bedeutsame Übergewicht senkt. In den USA wurde das Medikament schon ein Jahr zuvor zugelassen. Des Weiteren hat das Medikament positive Eigenschaften in Bezug auf mögliche Komplikationen von Diabetes. So verringert es bspw. das Herzinfarkt– oder Schlaganfallrisiko.

Das Medikament wurde in Bezug auf seine Nebenwirkungen auf eine Stufe mit gleichwertigen Medikamenten gesetzt. Es gilt deshalb hinsichtlich der möglichen Magen-Darm-Beschwerden als „kontrollierbar“. Ein Manko besteht: Es wurde beobachtet, dass Ozempic® die diabetische Retinopathie, eine Schädigung der Netzhaut infolge von Diabetes, verschlechtern kann. Dieser Umstand wird weiterhin untersucht.

Letztlich entschied die Europäische Arzneimittel-Agentur aber, dass der Nutzen von Ozempic® die Risiken überwiegt und hat das Medikament zugelassen.

Dr. Dr. Tobias Weigl geht auch in einem Video-Beitrag auf das „Wundermittel“ ein. Was ist dran an den vielen Versprechungen, die das Medikament macht? Und wie schwerwiegend fallen die Nebenwirkungen aus?

Wundermittel Ozempic bei Diabetes Mellitus & zur Gewichtsabnahme bei Übergewicht – Welche Gefahren?

Welche Wirkung hat Ozempic® bzw. Semaglutid?

Ozempic® verdankt seine Wirkung dem Arzneistoff Semaglutid. Dieser wirkt als sogenannter Glucagon-like-Peptid-1-Rezeptoragonist, kurz GLP-1-Agonist. Semaglutid ist ein sogenanntes Analogon, es ahmt also die Wirkung einer natürlich im Körper vorkommenden Substanz nach, hier GLP-1. GLP-1 ist ein Hormon, das in unserem Magen-Darm-Trakt vorkommt. Es bindet an die gleichnamigen Rezeptoren in der Bauchspeicheldrüse und sorgt auf diese Weise dafür, dass mehr Insulin ausgeschüttet wird. Hier setzt Semaglutid an: Denn bei Typ-2-Diabetikern ergeben sich die Beschwerden unter anderem dadurch, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert. Letztlich sinkt dadurch der Blutzuckerspiegel.

Semaglutid aktiviert die Abgabe von Insulin und hemmt gleichzeitig die Abgabe von Glucagon. Das ist ein Hormon, das für die Erhöhung des Blutzuckerspiegels zuständig ist. Außerdem sorgt Semaglutid für eine verringerte Energieaufnahme, indem es den Appetit verringert und unsere Lust auf fetthaltiges Essen senkt. Daraus folgt eine Gewichtsreduktion. In mehreren Studien wurden daneben positive Effekte auf den Blutdruck sowie eine entzündungshemmende Wirkung beobachtet.

Ozempic® wird über einen Fertigpen direkt unter die Haut gespritzt und erreicht seine größte Konzentration dann nach 24–36 Stunden. Diese maximale Konzentration bleibt lange erhalten. Die Halbwertszeit von Semaglutid beträgt 165–200 Stunden. Nach dieser Zeit ist die Hälfte des Wirkstoffs aus dem Blut verschwunden.

Zusammengefasst sind die Wirkungen von Ozempic® also:

  • Blutzuckerspiegel senkend
  • gewichtsreduzierend
  • blutdrucksenkend
  • entzündungshemmend
  • reduziert das Aufkommen von Herz- und Gefäß-Erkrankungen wie bspw. Atherosklerose
Gut zu wissen!
Die in Studien beobachteten gewichtsreduzierenden Effekte bei der Anwendung von Ozempic® machen seinen Einsatz in der Behandlung von Übergewicht sehr wahrscheinlich. Die dadurch erzielte Gewichtsreduktion ist oft so groß, dass vergleichbare Werte normalerweise nur mittels chirurgischem Eingriff erzielt werden.

Welche anderen Medikamente kommen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes in Frage?

Bei Typ-2-Diabetes können viele Medikamente Anwendung finden. Wichtige Medikamente sind die sogenannten Antidiabetika, die in Tabletten-Form eingenommen werden und zum Ziel haben, den Blutzuckerspiegel zu senken. Die bekanntesten bzw. am längsten gebräuchlichen Vertreter sind Metformin und Sulfonylharnstoffe.

Metformin sorgt im Körper dafür, dass die Menge der produzierten Glukose abnimmt. Es ist oft das erste Medikament, das Typ-2-Diabetiker bekommen, wenn sie in eine medikamentöse Therapie übergehen müssen.

Ähnlich lange im Einsatz sind die sogenannten Sulfonylharnstoffe, die in unserem Körper dafür sorgen, dass mehr Insulin produziert wird. Diese Substanz hat allerdings häufiger Unterzuckerungen zur Folge als Metformin und teilweise nehmen Patienten, die Sulfonylharnstoffe einnehmen, zu Beginn an Gewicht zu.

Weitere und neuere Antidiabetika sind:

  • Glitazone: Medikamenten aus dieser Wirkstoffgruppe ermöglichen es unserem Körper, Insulin besser zu verwerten. Allerdings standen viele der Präparate im Verdacht, das Herzinfarkt-Risiko zu erhöhen, sodass heute lediglich noch Pioglitazon zugelassen ist.
  • Glinide: Diese Mittel steigern die Insulinproduktion im Körper. Allerdings besteht auch hier ein höheres Risiko für Unterzuckerungen als bei Metformin.
  • Gliptine: Ähnlich wie die Glinide kurbeln auch die die Gliptine (bspw. Linagliptin oder Sitagliptin) die Produktion von Insulin an.
  • Flozine: Sie sorgen dafür, dass wir mehr Zucker über unseren Urin ausscheiden, wodurch unser Blutzuckerspiegel sinkt.

Wenn diese Medikamente nicht ausreichen, kann es dazu kommen, dass selbst Typ-2-Diabetiker Insulin benötigen.

Es gibt noch einige weitere Medikamente, die bei Typ-2-Diabetes zum Einsatz kommen können, bspw. solche, die das Risiko für Herzerkrankungen senken. Denn Diabetes erhöht ebendieses Risiko. Hier kommen zum Beispiel Blutdrucksenker, Aspirin gegen Blutgerinnsel oder Statine zum Einsatz. Letztere senken unseren Cholesterinspiegel.

Viele Medikamente können also den Blutzuckerspiegel senken. Aber auch einige Lebensmittel können dabei helfen, den Blutzucker konstant zu halten. Dr. Dr. Tobias Weigl erklärt im Folgenden bspw., welchen Einfluss Zimt auf Diabetes hat.

5 Nahrungsmittel gegen hohen Blutzucker – Blutzuckerspiegel bei Diabetes senken

Was sind die Anwendungsgebiete von Ozempic®?

Ozempic® kommt zum Einsatz bei der Behandlung von Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, wenn sich dieser nur unzureichend durch Sport und Diät kontrollieren lässt. Das Medikament ist als Zusatz-Therapie-Option zu verstehen. Grundlegend kommt es also

  • als Einzeltherapie bei bspw. Metformin-Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen in Zusammenhang mit dem Wirkstoff und
  • als Zusatz zu anderen Arzneimitteln bei der Diabetes-Typ-2-Therapie zum Einsatz.

Wie wird Ozempic® dosiert?

Zu Beginn wird Ozempic® einmal wöchentlich mit einer Dosis von 0,25 Milligramm gespritzt.

Nach 4 Wochen wird die Dosis in der Regel auf 0,5 Milligramm einmal wöchentlich erhöht.

Wenn mindestens weitere 4 Wochen vergangen sind, kann die Dosis auf 1 Milligramm einmal wöchentlich erhöht werden, um einen ordentlich eingestellten Blutzuckerspiegel zu erreichen. Dieser Wert sollte nicht überschritten werden.

Wichtig: Die Dosis von Ozempic® hängt immer auch davon ab, welche therapeutischen Schritte bisher zur Blutzuckersenkung ergriffen worden sind, wie der Blutzuckerspiegel ist und welche Einstellung Ihr Arzt in Bezug auf den Blutzucker anstrebt. Daher wird Ozempic® immer individuell dosiert.

Wollen Sie sich umfassend über Diabetes informieren? Dann empfehlen wir Ihnen zum einen die Lektüre unseres Artikels „Diabetes mellitus/Zuckerkrankheit – Symptome und Behandlung“. Sie können sich aber auch den nachfolgenden Beitrag von Dr. Dr. Tobias Weigl zum Thema anschauen. In diesem Teil der Video-Reihe Diabetes geht er im Detail auf die Erkrankung ein und erläutert vor allem mögliche Folgeschäden.

Diabetes und die Folgen: Nervenschäden, Durchblutungsstörungen, Diabetischer Fuß, Polyneuropathie

Gibt es noch andere Anwendungsgebiete?

Es gibt andere mögliche Anwendungsgebiete. Weiter oben wurde bereits ausgeführt, dass Ozempic® unter anderem auch eine Gewichtsreduktion bewirken kann. Der Wirkstoff Semaglutid kann in Zukunft möglicherweise auch zur Behandlung von Adipositas, also Übergewicht, zum Einsatz kommen. Bisher ist nur eine andere Substanz aus der gleichen Wirkstoffgruppe zur Behandlung von Übergewicht zugelassen, nämlich Liraglutid. Wie oben bereits angesprochen, ist die Zulassung von Semaglutid in der Adipositas-Behandlung aber absehbar, denn Ozempic® erzielt eine Gewichtsabnahme, die andernfalls oft nur mit operativen Eingriffen möglich wäre.

Als Typ-2-Diabetiker hat man es teilweise schwer, seinen Blutzucker unter Kontrolle zu bringen. Mit immer neuen Wirkstoffen wie bspw. Semaglutid lassen sich aber gleich mehrere Risikofaktoren bei Typ-2-Diabetikern behandeln, nämlich sowohl der Blutzucker als auch etwaiges Übergewicht. — Dr. Dr. Tobias Weigl

Was sind die Nebenwirkungen von Ozempic®?

Es ist natürlich so, dass es kaum ein Medikament gibt, dass ohne Nebenwirkung einhergeht. Ein Satz, den man in der Medizin diesbezüglich beinahe predigt, ist: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Und das betrifft auch Ozempic®. Im Folgenden haben wir daher für Sie die Nebenwirkungen des Diabetes-Medikaments sortiert nach Häufigkeit aufgeführt.

Die nachfolgenden Auflistungen enthalten die Nebenwirkungen gemessen an ihrer Häufigkeit. Dabei gilt für die Angabe „sehr häufig“ ein Aufkommen von ≥1/10 (mehr als 1 von 10 Behandelten), für „häufig“ ≥1/100 bis <1/10 (1 bis 10 Behandelte von 100), für „gelegentlich“ ≥1/1.000 bis <1/100 und für „selten“ ≥1/10.000 bis <1/1.000. Als sehr häufige Nebenwirkungen gelten:

  • Unterzuckerung (sog. ‚Hypoglykämie‘), wenn gleichzeitig Insulin oder Sulfonylharnstoff zur medikamentösen Behandlung zum Einsatz kommt
  • Übelkeit
  • Durchfall

Die häufigen Nebenwirkungen umfassen:

Gelegentlich auftretende Nebenwirkungen sind:

  • Veränderungen des Geschmackssinns
  • erhöhte Herzfrequenz (sog. Tachykardie)
  • Reaktionen an der Einspritzstelle

Als seltene Nebenwirkung sind anaphylaktische Reaktionen, also starke allergische Reaktionen, aufgeführt.

Sind Sie auch Typ 2 Diabetiker? Wie wird ihr Typ 2 Diabetes behandelt? (Mehrfachnennungen möglich) Mit ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Patienten, ihre Position besser einzuschätzen und geben darüber hinaus uns wertvolles Feedback in Bezug auf Themengebiete, in denen wir noch mehr Aufklärung betreiben sollten.

Auf einen Blick – Ozempic®

Semaglutid aus der Wirkstoffgruppe der Inkretin-Mimetika bzw. GLP-1-Agonisten

Wirkung

  • Blutzuckerspiegel senkend
  • gewichtsreduzierend
  • blutdrucksenkend
  • entzündungshemmend
  • reduziert das Aufkommen von Herz- und Gefäß-Erkrankungen wie bspw. Atherosklerose

Anwendungsgebiete

  • Einzeltherapie bei bspw. Metformin-Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen in Zusammenhang mit dem Wirkstoff
  • Zusatz zu anderen Arzneimitteln bei der Diabetes-Typ-2-Therapie

Wichtigste Nebenwirkungen (sehr häufige)

  • Unterzuckerung (sog. ‚Hypoglykämie‘), wenn gleichzeitig Insulin oder Sulfonylharnstoff zur medikamentösen Behandlung zum Einsatz kommt
  • Übelkeit
  • Durchfall

Dosierung

  • Anfangsdosis: 0,25 mg einmal wöchentlich
  • nach 4 Wochen Steigerung auf 0,5 mg einmal wöchentlich
  • nach weiteren mindestens 4 Wochen Steigerung auf maximal 1 mg einmal wöchentlich möglich, wenn die Blutzuckereinstellung dies erfordert

Darreichungsform

  • Injektionslösung im Fertigpen zur Eigenanwendung
  • ein Pen kann 4 Dosen à 1 mg abgeben

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Ozempic®?

Eine Kontraindikation, auch bekannt als Gegenanzeige, beschreibt den Umstand, der die Gabe eines bestimmten Medikaments (oder die Anwendung einer bestimmten Behandlungsmaßnahme) untersagt. In Zusammenhang mit Ozempic® ist dies die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Medikaments. Das Präparat setzt sich zusammen aus:

  • Semaglutid
  • Wasser
  • Salzsäure
  • Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat
  • Propylenglycol
  • Phenol

Weitere Gegenanzeigen sind:

  • ein Alter von unter 18 Jahren
  • Typ-1-Diabetes
  • Patienten mit Übersäuerung des Stoffwechsels durch Diabetes (sog. ‚diabetische Ketoazidose‘)

Außerdem gibt es bisher keine Daten zu sowohl Wirksamkeit als auch Sicherheit des Medikaments bei Patienten, die unter Herzinsuffizienz im NYHA-Stadium IV leiden, weshalb dann von einer Einnahme abgeraten wird.

Neben den Gegenanzeigen sollten aber vor allem auch die Wechselwirkungen berücksichtigt werden. Mit diesem Begriff beschreibt man sowohl die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten bei gleichzeitiger Einnahme als auch das Zusammenwirken eines Medikaments und Lebensmittels.

Grundlegend kann Ozempic® mit anderen oral eingenommenen Arzneimitteln wechselwirken. Der Wirkstoff Semaglutid kann die Magenentleerung verzögern und auch die Aufnahme anderer Medikamente beeinflussen. Dies wird dann wichtig, wenn Medikamente schnell vom Körper aufgenommen werden sollen.

Gibt es Warnhinweise beim Umgang mit Ozempic®?

Da sich die Anwendung von Ozempic® auf den Verdauungstrakt auswirken und dort Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall hervorrufen kann, müssen Sie aufpassen, wenn bei Ihnen eine Nierenschädigung vorliegt. Denn ebendiese Nebenwirkungen sorgen allesamt für einen Flüssigkeitsverlust, wodurch sich die Nierenfunktion weiter verschlechtert.

Wenn der Arzt bei Ihnen eine Bauchspeicheldrüsenentzündung vermutet – Sie verspüren dann in der Regel starke Schmerzen im Oberbauch, die teilweise in den Rücken ausstrahlen, Übelkeit und Erbrechen, Fieber, Kreislaufprobleme und ein Blähbauch – darf Semaglutid nicht weiter eingenommen werden. Bei bestehender Bauchspeicheldrüsenentzündung darf die Einnahme nicht wieder aufgenommen werden. Patienten, die schon einmal eine Bauchspeicheldrüsenentzündung hatten, werden ebenso mit Vorsicht behandelt.

Die Gefahr einer Unterzuckerung besteht vor allem dann, wenn Sie normalerweise Insulin oder Sulfonylharnstoff zur Behandlung Ihres Typ-2-Diabetes bekommen und Semaglutid hinzukommt. Möglicherweise wird Ihr Arzt die Dosis von Insulin oder Sulfonylharnstoff herabsetzen, um dieses Risiko zu senken.

Wenn Sie bereits an Netzhautschäden infolge von Diabetes leiden – der Mediziner spricht dann von einer diabetischen Retinopathie – und gleichzeitig mit Insulin und Semaglutid behandelt werden, steigt das Risiko für Komplikationen der Erkrankung.

Können Schwangere das Medikament verwenden?

Ozempic® bzw. der Wirkstoff Semaglutid darf nicht während der Schwangerschaft genommen werden. In Tierexperimenten wurde eine schädigende Wirkung nachgewiesen und die nicht ausreichende restliche Studienlage untersagt die Verwendung weiterhin. Wenn Sie wünschen, schwanger zu werden, sollten Sie das Medikament 2 Monate vorher absetzen, da es eine recht hohe Halbwertszeit hat, also lange im Körper verweilt.

Auch für die Stillzeit ist Ozempic® untersagt. In weiteren Tierexperimenten hat man nämlich feststellen können, dass der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht und somit schädigende Wirkungen auf das Kind nicht ausgeschlossen werden können.

Zudem ist noch nicht bekannt, inwiefern Ozempic® die Fruchtbarkeit beeinflusst. Der Wirkstoff Semaglutid hat in Tests mit männlichen Ratten deren Fortpflanzungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Bei weiblichen Ratten wurden eine Verlängerung des Östrus – eine Phase im Sexualzyklus – sowie eine verringerte Anzahl Eisprünge beobachtet, wenn die Medikamentendosis einen Gewichtsverlust der Mutterratte zur Folge hatte.

Aktuelle Forschung – Orales Semaglutid in der Entwicklung

Weiter oben haben wir bereits einige Medikamente vorgestellt, die bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes zum Einsatz kommen können. Die oral eingenommenen Varianten reichen normalerweise dann nicht zur Behandlung aus, wenn die Patienten eine schwere Verlaufsform der Erkrankung aufweisen. Dann ist es in der Regel notwendig, das Medikament eigenständig unter die Haut zu spritzen, um eine ausreichende Kontrolle des Blutzuckers zu gewährleisten. Diese Medikamente sind die sogenannten GLP-1-Agonisten wie auch Semaglutid, der Wirkstoff von Ozempic®. Vor Kurzem wurde aber eine Tablette entwickelt, die den Wirkstoff enthält und für etwa gleichwertige Ergebnisse wie die Spritze sorgt. Diesen Umstand untersuchten Forscher um Richard Pratley. Seine Ergebnisse veröffentlichte das Team in der Fachzeitschrift The Lancet.

In der Studie untersuchten die Forscher Typ-2-Diabetiker aus 12 verschiedenen Ländern, die regelmäßig Metformin mit einer Dosis von über 1.500 Milligramm nahmen. Per Zufallsprinzip wurden die Teilnehmer in drei Gruppen unterteilt. Eine erhielt einmal täglich die neue Tablette mit Semaglutid, eine erhielt eine einmal wöchentliche Liraglutid-Spritze unter die Haut und eine bekam ein Placebo. Die Untersuchung deckte einen Zeitraum von 52 Wochen.

Semaglutid als Tablette ermöglicht früheren Behandlungsbeginn

Das Team hat feststellen können, dass die Tablette der wöchentlichen Injektion von Liraglutid nicht unterlegen ist, wenn es darum geht, den für Diabetiker so wichtigen Wert HbA1c zu senken. Hinzu kommt, dass die orale Form von Semaglutid den anderen Gruppen in Bezug auf die Gewichtsreduktion sogar überlegen war. Die Sicherheit und die Toleranz für die Tablette entsprach der von Liraglutid.

Dies kann möglicherweise bedeuten, dass künftig schon früher mit einer GLP-1-Agonist-Therapie begonnen werden kann als bisher.

Quelle: Richard Pratley u. a. (2019): Oral semaglutide versus subcutaneous liraglutide and placebo in type 2 diabetes (PIONEER 4): a randomized, double-blind, phase 3a trial. In: The Lancet 394/10192, S. 39–50.

Häufige Patientenfragen

Was passiert bei einer Überdosis Ozempic®?

Dr. Dr. T. Weigl
Eine Überdosierung mit Ozempic® ist in Studien bisher bis zum Vierfachen der Maximaldosis untersucht worden. Das entspricht einer Einzeldosis von 4 Milligramm. Die Nebenwirkung, die sich dabei am häufigsten ergab, war Übelkeit. Die Testpersonen erholten sich allerdings ohne Komplikationen. Setzen Sie sich aber dennoch mit einem Arzt in Verbindung, wenn Sie zu viel gespritzt haben. Dieser wird dann abhängig von Ihren Beschwerden eine Behandlung einleiten und Sie außerdem länger beobachten, da der Wirkstoff verhältnismäßig lang im Blut verbleibt. Ein Gegenmittel für eine Überdosis existiert bisher nicht.

Was mache ich, wenn ich die Einnahme von Ozempic® vergessen habe?

Dr. Dr. T. Weigl
Haben Sie vergessen, Ozempic® einzunehmen, müssen Sie zwei wesentliche Aspekte berücksichtigen, die Ihr nachfolgendes Verhalten bestimmen sollten. Wenn der Zeitpunkt, zu dem Sie Ozempic® spritzen mussten, maximal 5 Tage zurückliegt, sollten Sie das Medikament nachträglich spritzen und mit der Anwendung zum nächsten üblichen Wochentag fortfahren. Liegt der Zeitpunkt der letzten Anwendung aber mehr als 5 Tage zurück, sollten Sie die ausgelassene Dosis überspringen und dann zum nächsten üblichen Zeitpunkt mit der Behandlung weitermachen. Wichtig: Wenden Sie auf keinen Fall die doppelte Menge des Medikaments an!

Ist Diabetes erblich?

Dr. Dr. T. Weigl
Er ist nicht direkt vererbbar und man muss zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterscheiden. Grundsätzlich gilt, dass bei beiden Typen eine Veranlagung für Diabetes bestehen kann, die das Erkrankungsrisiko erhöht. Typ-1-Diabetiker weisen diesen Zusammenhang zwar auf. Allerdings sind sie in etwa 90 Prozent der Fälle nicht mit Personen verwandt, die auch an dieser Form der Erkrankung leiden. Bei Typ-2-Diabetikern dagegen ist das Vererbungsrisiko bedeutend höher. Denn Veränderungen am Erbgut betreffen unter anderem die Glukosebildung, die Fettsäure-Freisetzung im Fettgewebe, die Zuckeraufnahme sowie die Insulinresistenz. In der Kombination lassen diese Faktoren das Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes steigen. Man ist in der Forschung mittlerweile so weit, dass sich mehr als 100 verschiedene Genorte mit Diabetes Typ 2 in Verbindung bringen lassen.

Wie funktioniert Metformin, das Antidiabetikum in Tablettenform bei Typ-2-Diabetes?

Dr. Dr. T. Weigl
Metformin senkt unseren Blutzucker, indem es zum einen die Neubildung von Zucker, hier Glukose, in der Leber hemmt und zum anderen die Glukoseverwertung in unserem Gewebe verbessert. Interessant ist, dass gesunde Menschen durch Metformin keine Blutzucker-Senkung erfahren.

Kann ich nach der Einnahme von Ozempic® Auto fahren?

Dr. Dr. T. Weigl
Grundsätzlich ist das kein Problem. Der Einfluss des Wirkstoffs Semaglutid auf ihre Verkehrstüchtigkeit geht gen Null. Sie sollten allerdings aufpassen, wenn Sie nicht nur Ozempic®, sondern auch Insulin oder Sulfonylharnstoffe verwenden, um Ihren Diabetes zu behandeln. Lassen Sie dann besondere Vorsicht walten, denn eine Unterzuckerung wird unter diesen Umständen viel wahrscheinlicher und gefährdet Sie auch im Straßenverkehr.

Typisches Patientenbeispiel

Schon länger ist Bettina jetzt offiziell Typ-2-Diabetikerin. Sie hat einige Kilogramm abgenommen, aber die weiteren Pfunde stellen sich als erstaunlich hartnäckig dar, auch wenn sie regelmäßig Sport treibt – sie ist jetzt einem Lauftreff beigetreten und geht sich drei Mal die Woche ordentlich auspowern. Allerdings ist diese Diabetes recht hartnäckig und auch wenn es ihr mit dem Sport und der Ernährungsumstellung soweit etwas besser geht, ließ sich ihr Blutzucker bisher nicht vollkommen zufriedenstellend einstellen. Deshalb hat ihr Arzt ihr Metformin verschrieben, ein Medikament zur Behandlung von Diabetes. Ihr wird aber irgendwie immer schlecht, wenn sie eine Tablette genommen hat. Das geht zwar recht schnell vorbei, aber auf Dauer nervt es schon…

Bettina hat das Problem mit der Übelkeit bei ihrem Diabetologen angesprochen und siehe da – glückliche Umstände haben dazu geführt, dass es eine alternative medikamentöse Behandlungsform gibt. Eine dänische Firma hat vor kurzem die Zulassung für ein Medikament namens Ozempic® erhalten. Das muss man nur einmal die Woche spritzen und sorgt neben der richtigen Einstellung des Blutzuckers auch noch für eine ordentliche Gewichtsabnahme. Aber kann das wirklich so ein Wundermittel sein? Künftig soll das Medikament sogar als Tablette erhältlich sein – und Bettina kann getrost auf das Spritzen verzichten. ‚Naja, mal sehen, was dieses Ozempic® tatsächlich taugt!‘, sagt sich Bettina im Stillen.

Verwandte Themen

Haben Sie Erfahrungen mit Ozempic®? Möchten Sie sich bei uns weiter über das Medikament erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  
Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Redaktion: Christopher Keck
Veröffentlicht am: 23.07.2019

Quellen

  • Deutsches Ärzteblatt (2018): Supplement: Perspektiven der Diabetologie – Behandlung von Typ 2 Diabetes: EU-Zulassung für Ozempic. In: Deutsches Ärzteblatt 115/17, S. 34.
  • European Medicines Agency (2018): Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit: Ozempic – Semaglutid. In: ema.europa.eu.
  • European Medicines Agency (2018): Ozempic: EPAR – Product Information. In deutscher Sprache. In: ema.europa.eu.
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2017): Diabetes Typ 2. In: gesundheitsinformation.de.
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (2019): Semaglutid (Ozempic) bei Typ-2-Diabetes. In: gesundheitsinformation.de.
  • Christian Kretschmer (2018): Neueinführung Ozempic bei Diabetes mellitus Typ 2. In: gelbe-liste.de.
  • Celine Müller (2018): Ozempic bei Diabetes mellitus Typ 2 – Antidiabetikum Semaglutid in der EU zugelassen. In: Deutsche Apotheker Zeitung.
  • Richard Pratley u. a. (2019): Oral semaglutide versus subcutaneous liraglutide and placebo in type 2 diabetes (PIONEER 4): a randomized, double-blind, phase 3a trial. In: The Lancet 394/10192, S. 39–50.
  • Sven Siebenband (2016): Abnehmen per Spritze. In: Pharmazeutische Zeitung Online 14/2016.
  • Universitätsklinikum Dresden (2018): Studie zu Semaglutid – „Neue Ära der pharmakologischen Adipositastherapie“. In: diabetes-online.de.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]
2.000000e+0 Antworten
  • Rolf
    07.08.2019 09:35

    Ab wann wird es Ozempic in Deutschland geben? Ich beziehe die 1,0 mg-Pens aus Belgien, Lieber Gruss Rolf

Was denkst Du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.