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Pantoprazol Magenschutz: Sind Magenschutzmittel, Protonenpumpenhemmer (PPI) gefährlich?

Schmerzmittel, Stress oder chirurgische Eingriffe können die sensible Magenschleimhaut angreifen und Blutungen verursachen. Dagegen kann Pantoprazol helfen. Die dauerhafte Einnahme birgt jedoch einige Risiken.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Pantoprazol wird bei verschiedenen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt. Es vermag die Produktion von Magensäure zu hemmen und findet deshalb bei Sodbrennen und Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm Anwendung. Es wird zudem als Begleitmedikament für bestimmte Schmerzmittel eingesetzt, um deren negative Wirkung abzufedern. Da wundert es wenig, dass Pantoprazol zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln in Deutschland zählt. Wichtig ist dabei aber nicht nur die korrekte Einnahme, sondern auch das richtige Absetzen. Fest steht: 30-50% der Verordnungen sind ohne gesicherte Indikation/ Begründung. Dazu oft zu hohe Dosierung und/oder oft ein zu langer Einnahme-Zeitraum.

Jeder Dritte benötigt diese gar nicht.

„Warum verziehst du das Gesicht denn so, Schatz? Hast du schlecht geträumt?“ fragt Paula Christian beim Frühstück. In den letzten Tagen bemerkt Christian oft ein Brennen die Speiseröhre entlang, so auch heute. Dabei stößt er gelegentlich sauer auf und es brennt noch mehr. Vor allem hinter dem Brustbein schmerzt es dann. „Ich habe heute wieder so ein Brennen im…“. Weiter kommt Christian nicht, weil er Husten muss. „Du hustest morgens neuerdings auffallend oft. Du hast dir doch wohl keine Erkältung eingefangen?“ sorgt sich Paula um ihren Mann. „Nein, ich fühle mich nicht fiebrig oder so“, entgegnet Christian, „aber trotzdem sollte ich mal beim Arzt abchecken lassen, was mit mir nicht stimmt.“

Was ist Pantoprazol?

Pantoprazol gehört zur Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Somit hindert der Wirkstoff den Magen daran, vermehrt Magensäure (im Überschuss) zu produzieren. Das Medikament wird also bevorzugt bei Magenbeschwerden wie Sodbrennen oder Geschwüren eingesetzt.
Das Medikament wurde 1986 durch das deutsche Pharmaunternehmen Byk Gulden (heute Takeda) auf den Markt gebracht und patentiert. Seit dem Jahr 2009 ist es zwar noch apothekenpflichtig, aber nicht mehr verschreibungspflichtig – also nicht mehr an ein Rezept des Arztes gebunden.
Pantoprazol wird in Form von magensaftresistenten Tabletten angewandt oder kommt als Pulver zur Herstellung von Infusionslösungen vor. Es existiert neben zahlreichen Monopräparaten, die also nur diesen Wirkstoff enthalten, ein Kombipräparat (Zacpac), das Pantoprazol neben anderen Wirkstoffen enthält.

Dr. Tobias Weigl erklärt in diesem Video den Nutzen aber auch die Gefahren und Risiken der sog. Protonenpumpenhemmer. Pantoprazol und auch die anderen Magensäureblocker können sogar gefährlich werden – darüber spricht Dr. T. Weigl in diesem Video

Welche Wirkung hat Pantoprazol im Körper?

Pantoprazol wirkt als Protonenpumpenhemmer. Unser Magen ist in der Lage, Magensäure zu produzieren. Damit kann er zum einen Nahrung verdauen und zum anderen Bakterien abtöten – eine nicht unwichtige Eigenschaft, wie in diesem Artikel ersichtlich wird. Die Magensäure besteht zum Teil aus Protonen (chemisch: H+), die mittels kleiner Protonenpumpen der Magenschleimhaut ins Mageninnere gelangen, nämlich durch die Protonen-Kalium-Pumpe.
Dies ist die Angriffsstelle (sogenanntes „target“) für Pantoprazol: Es hindert die Pumpen daran, mehr Protonen abzugeben und führt so zu einer weniger aggressiven Magensäure. Ihr pH-Wert steigt an. Dies führt auch dazu, dass Wunden im Magen besser heilen können, z. B. Magenschleimhautläsionen oder Geschwüre.

Gut zu wissen!
Der pH-Wert geht von 1 bis 14 und drückt im Groben aus, wie sauer eine Flüssigkeit ist oder – das Gegenteil – basisch. Auch für den Körper spielt der pH-Wert eine wichtige Rolle: Der Magen braucht die Magensäure (pH 1,2–3), um Nahrung zu zersetzen. Der Darm arbeitet teils im basischen Milieu (Dünndarm/Gallensaft pH=8). Unser Blut ist leicht basisch (pH ca. 7,4).

Wo kommt Pantoprazol zum Einsatz?

Pantoprazol wird bei verschiedenen Magenbeschwerden eingesetzt:

  • Refluxösophagitis: Hierbei handelt es sich um eine Unterform der gastroösophagealen Refluxkrankheit (kurz: GERD). Sie geht mit mikroskopisch sichtbaren Veränderungen der Speiseröhren-Schleimhaut einher, die durch die aufsteigende Magensäure (sog. ‚Reflux‘) verursacht wird. Dies wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst: Durch den Schlaf, weil das tiefe Liegen des Körpers das Aufsteigen der Säure erleichtert, durch Genussmittel wie Tabak oder Alkohol sowie durch Koffein, Süßes und fettige Speisen. Auch ohne Sodbrennen können unspezifische Brustschmerzen auftreten. Pantoprazol verhindert, dass die Magensäure weiterhin die Speiseröhre (sog. ‚Ösophagus‘) schädigt.
  • Magengeschwür und Zwölffingerdarmgeschwür: Bei diesen handelt es sich um innere Wunden, die durch ein falsches Verhältnis von schützenden Faktoren wie der Magenschleimhaut zu angreifenden Faktoren wie der Magensäure zustande kommen. Pantoprazol drängt die angreifenden Faktoren zurück und hilft dabei, den Regenerationsprozess zu beschleunigen.
  • Bekämpfung des Bakteriums H. pylori: Helicobacter pylori ist ein Bakterium, das den menschlichen Magen besiedeln kann. Es schützt sich durch verschiedene Mechanismen vor Magensäure, die normalerweise Bakterien abtötet. Zwecks seiner Bekämpfung kann es den Magen dazu veranlassen, vermehrt Magensäure zu produzieren. Antibiotika und Pantoprazol werden bei einer Erkrankung zusammen verabreicht.
  • Zollinger-Ellison-Syndrom: Tumoren in der Bauchspeicheldrüse oder im Dünndarm bewirken eine gesteigerte Freisetzung des Hormons Gastrin und damit eine Steigerung der Magensäureproduktion. Diese Tumoren können bösartig sein.
Exkurs: Sodbrennen
Sicherlich hatte jeder schon einmal Sodbrennen: Vielleicht nach zu viel Alkohol oder sehr üppigen und schwerverdaulichen Mahlzeiten. Ab welcher Häufigkeit wird es jedoch zu einer wirklichen Erkrankung? Was kann man tun, um Sodbrennen zu verhindern? Im folgenden Artikel Sodbrennen – das Symptom und die Krankheit dahinter geht Dr. Tobias Weigl auf diese Fragen ein.
Häufig entsteht Sodbrennen während des Schlafs, weil der Körper tiefer gelagert ist und überschüssige Magensäure dann leichtes Spiel hat, die Speiseröhre entlang zu fließen. Diese besitzt jedoch keinen Schutz wie die Magenschleimhaut im Magen und wird von der Säure nach und nach verätzt.Was sich dabei genau im Körper abspielt und welche Schlafposition bei Sodbrennen und Reflux die richtige ist, erklärt und demonstriert Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Video.

Anwendung findet Pantoprazol überdies als Begleitmedikament verschiedener Schmerzmittel. Damit gemeint ist die Gruppe der NSAR, der nicht-steroidalen Antirheumatika. Beispiele hierfür sind Ibuprofen, Diclofenacund Aspirin. Allen gemein ist ihre Nebenwirkung, sich bei häufigem Gebrauch negativ auf den Magen-Darm-Trakt auszuwirken. Daraus können Magenschmerzen, Geschwürbildung, Sodbrennen und Magenblutungenresultieren.

Mehr darüber erfahren Sie im folgenden Videobeitrag von Dr. Tobias Weigl.

Zu welchem Zweck nehmen Sie Pantoprazol? (Mehrfachnennungen möglich). Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was sind Neben- und Wechselwirkungen von Pantoprazol?

Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol und Omeprazol sind relativ sichere Medikamente, die weitgehend gut verträglich sind. Ungefähr 5 Prozent der Patienten, die dieses Medikament einnehmen, beklagen sich über Nebenwirkungen. Diese können sein:

Wechselwirkungen bestehen vor allem mit solchen Medikamenten, die pH-abhängig sind, da Pantoprazol (und Omeprazol) den pH-Wert der Magensäure erhöhen, sie also weniger sauer machen. Die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe einiger Medikamente kann herabgesetzt werden und dadurch die Menge, die dem Körper real nach der Verstoffwechselung zur Verfügung steht. Die Wirkung des Medikaments kann dadurch soweit sinken, dass kein therapeutischer Nutzen mehr durch dieses Medikament eintritt. Dies wären Azol-Antimykotika (Medikamente gegen Pilzbefall) wie Ketoconazol, Itraconazol und Posaconazol, aber auch andere Arzneimittel wie Erlotinib, welches ein Tyrosinkinase-Hemmer und Mittel gegen bestimmte Krebsarten ist.
Atazanavir, ein HIV-Mittel, ist in seiner Resorption ebenfalls pH-abhängig. Seine Wirkung wird durch Pantoprazol abgeschwächt.
Methotrexat, ein weiteres Krebsmittel, kann jedoch in erhöhter Konzentration im Blut auftauchen.
Cumarin-Antikoagulanzien wie Warfarin (Medikament zur Thromboseprophylaxe) werden beeinflusst, sodass sich die Zeit ändert, mit der das Blut gerinnt.

Achtung!
Patienten, die Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol oder Omeprazol nehmen, sollten sich des „Rebound-Effekts“ bewusst sein: Der Körper antwortet auf die Unterdrückung der Pumpfunktion mit einer erhöhten Säuresekretion. Wird das Medikament abgesetzt, wird erneutes Sodbrennen hervorgerufen und es scheint nicht so als sei das Symptom durch die Therapie bekämpft worden, was die erneute Einnahme induziert. Eine Art Gewöhnung an das Medikament erfolgt. Einen Rebound-Effekt merkt man meist innerhalb der ersten 7 Tage.
Schattenseite der PPI:

  1. Schädliche Bakterien, wie z.B. das Clostridium difficile, können im nicht mehr allzu sauren Milieu besser überleben
  2. Nierenproblemeund erhöhte Leberwerte
  3. Calcium-Resorption wird reduziert und stattdessen sogar mehr Calciumaus den Knochen freigesetzt. OsteoporoseGefahr
  4. Möglicher Vitamin B 12 Mangel mit Konzentrationsstörungen, Blutarmut etc.
  5. Magnesium-Mangel
  6. Gestörter Säure-Basen-Haushalt

Meine Tipps, um einen Rebound-Effekt zu vermeiden:

  1. Ausschleichen: Man setzt die Dosis langsam herab, indem das Medikament nur jeden zweiten Tag genommen wird, dann jeden vierten Tag und schließlich gar nicht mehr.
  2. Antazida zur Neutralisierung der Magensäure und Überbrückung bis sich Alles wieder eingespielt hat.
  3. Am Wichtigsten: Bewusste Ernährung!

Aktuelle Forschung: Langzeitwirkungen von Pantoprazol

Neuere Forschungen belegen verschiedene negative Effekte, die durch die langfristige Einnahme von Pantoprazol entstehen. Dem Medikament lastet das generelle Problem an, in vielen Fällen zu häufig oder zu lange eingenommen zu werden: Rund 40 Prozent der Verordnungen haben keine gesicherten Symptome, welche die Anwendung rechtfertigen. Auch die Rezeptfreiheit der 20mg Tablette verlockt zu einer Eigentherapie des Patienten ohne ärztliche Rücksprache, um Sodbrennen in den Griff zu bekommen. Es existieren noch keine Studien, die die negativen Effekte von Protonenpumpeninhibitoren über einen Anwendungszeitraum von mehr als einem Jahr untersuchen. Protonenpumpenhemmer bringen jedoch bei einer Übereinnahme schon binnen dieser Zeit gesundheitliche Einschränkungen im gesamten Körper mit sich.

Folge können Magen-Darm-Infekte sein, beispielsweise durch Clostridien. Sie bilden dabei im Darm eine zähe Schicht, die nicht leicht zu entfernen ist. Ebenso werden die Protonen, die nicht als Magensäure in den Magen gepumpt werden, im Körper umverteilt, sodass der Säure-Basen-Haushalt des Körpers ins Saure kippt. Dies wirkt sich negativ auf die Knochen aus, da Magensäure normalerweise die Kalziumresorption steigert, die wichtig für den Knochenaufbau ist. Osteoporose kann die Folge sein. Verletzungen in Bändern, Muskeln und Gelenken schmerzen dann intensiver und brauchen mehr Zeit zum Heilen.
Zum einen wurde in einer Studie von 2013 festgestellt, dass das Risiko eines Vitamin B12-Mangels signifikant ansteigt. Zum anderen haben ältere Menschen laut einer Studie aus dem Jahr 2016 bei langfristiger Pantoprazoleinnahme ein deutlich höheres Risiko, an Demenz zu erkranken. Letztere Studie gilt auch für den Protonenpumpenhemmer Omeprazol, der in Anwendung und Wirkung dem Pantoprazol ähnelt.
Quellen zu den Studien:

  • Willy Gomm et al. (2016): Association of Proton Pump Inhibitors With Risk of Dementia. In: JAMA Neurol. 2016;73(4):410-416
  • Jameson R. Lam et al. (2013): Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency. In: JAMA. 2013;310(22):2435-2442

Wann sollte Pantoprazol nicht eingenommen werden?

Pantoprazol sollte nicht bei Überempfindlichkeit gegen diesen Stoff eingenommen werden (Kontraindikation). Wegen des guten Sicherheitsprofils und der relativen Unbedenklichkeit ist dies die einzige Kontraindikation.

Was muss bei der Einnahme und Dosierung beachtet werden?

Pantoprazol wird in Form von 20mg starken Tabletten eingenommen, es existieren auch doppelt so starke Mittel mit 40mg. Die Tablette muss in beiden Fällen unzerkaut und unzerkleinert eingenommen werden, da sie einen magensaftresistenten Überzug hat. Meist verordnet der Arzt eine Tablette pro Tag. Diese wird morgens eine Stunde vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser eingenommen. Der zeitliche Abstand zur Nahrungsaufnahme ist von zentraler Bedeutung für die Aufnahmefähigkeit (sog. ‚Resorption‘) des Wirkstoffes. Falls eine zweite Tablette am Tag eingenommen werden soll, wird dies ebenfalls eine Stunde vor dem Abendessen durchgeführt.

Häufige Patientenfragen

Ist Pantoprazol verschreibungspflichtig?

Dr. T. Weigl
Eine normale Packung Pantoprazol (Größe N1, 20mg Tabletten) ist nicht verschreibungspflichtig, muss also nicht vom Arzt per Rezept verordnet werden. Jedoch ist das Medikament apothekenpflichtig und sollte nicht ohne Kenntnisse von Anwendung und (Langzeit-)Nebenwirkungen genommen werden. Die 40mg Tabletten sind nach wie vor verschreibungspflichtig.

Wo liegt der Unterschied zu Omeprazol?

Dr. T. Weigl
Omeprazol ist ebenfalls ein Protonenpumpenhemmer, Anwendungsgebiet und Wirkmechanismus sind also prinzipiell die gleichen. Omeprazol ist historisch gesehen das erste Protonenpumpenhemmer-Medikament gewesen. Es wird heute beim OTC-Verkauf (Over the count, „über die Theke“, also direkt bei der Apotheke ohne Rezept) zwar häufiger gekauft als Pantoprazol, jedoch wird Pantoprazol vom Arzt öfter verordnet. Die 20mg Tabletten sind hier rezeptfrei erhältlich, während die 40mg Tabletten ein Rezept benötigen.
Pantoprazol bringt den Vorteil mit sich, in puncto Wirkeintritt schneller zu sein. Außerdem entstehen seltener Interaktionen mit den oben beschriebenen Medikamenten beim gemeinsamen Stoffwechsel in der Leber. Gerade für ältere, vielfacherkrankte (sog. ‚multimorbide‘) Patienten ist dies nicht unwesentlich.

Ich möchte Pantoprazol absetzen. Wie gehe ich vor?

Dr. T. Weigl
Pantoprazol setzt die Magensäurebildung herab. Daran gewöhnt sich der Körper. Bleibt nach langfristiger Einnahme die Dosis aus, antwortet der Körper darauf mit einer erhöhten Säureproduktion. Gewöhnungsphänomene wie diese werden in der Fachsprache „Rebound“ genannt, ein weiteres prominentes Beispiel eines Rebounds ist die Abhängigkeit von Nasenspray bei langfristiger Einnahme.
Aus diesem Grund müssen Protonenpumpeninhibitoren wie Pantoprazol und Omeprazol ausgeschlichen werden: Man setzt seine Dosis langsam herab, indem das Medikament nur jeden zweiten Tag genommen wird, dann jeden vierten Tag und schließlich gar nicht mehr.

Welche Alternativen gibt es zu Pantoprazol?

Dr. T. Weigl
Bei Sodbrennen können neben den Protonenpumpeninhibitoren auch sogenannte Antazida eingenommen werden, die die Magensäure neutralisieren. Sie werden bei akuten Fällen genommen und enthalten schwach basische Wirkstoffe wie Magnesiumhydroxid oder Aluminiumhydroxid.
Bei leichten Fällen von Sodbrennen und Magenbeschwerden muss jedoch nicht zwingend ein Medikament der Ausweg sein: Schon einige Verhaltensänderungen bewirken eine Verbesserung der Symptome. Der Verzicht auf Kaffee, Zigaretten, Alkohol und fettige Speisen sowie eine Hochlagerung des Oberkörpers im Schlaf, beispielsweise durch ein zusätzliches Kopfkissen, zählen dazu.

Nachdem Christian beim Arzt war und mit ihm seine Symptome besprochen hat, nimmt er nun einige Tage lang Pantoprazol. Der Arzt gab ihm außerdem einige Tipps für den Alltag, um Sodbrennen gar nicht erst entstehen zu lassen. So schläft er nun mit einem extra Kissen und isst spät abends nicht mehr so viel fettiges Essen. Weil Christian seine Erkrankung über viele Tage mit sich rumgetragen hatte, schickte sein Arzt ihn außerdem zu einem Gastroenterologen, um abzuklären, inwieweit sich Geschwüre in seiner Speiseröhre und seinem Magen gebildet haben könnten. Zum Glück wurde dabei nichts gefunden und Christian geht es schnell wieder besser.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Christopher Keck
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 17.10.2018

Quellen

  • apotheken-umschau.de: Beipackzettel – PANTOPRAZOL NYC 40 mg magensaftres. Tabletten.
  • S.M. Cheer et al. (2003): Pantoprazole: an update of ist pharmacological properties and therapeutic use in the management of acid-related disorders. In: Drugs, 2003, 63(1):101–33.
  • gelbe-liste.de: Pantoprazol.
  • Joachim Labenz et al. (2002): Auswahl von Protonenpumpen-Inhibitoren: Von den Sicheren den Wirksameren einsetzen. In: Dtsch Arztebl 2002; 99(37): A-2425 / B-2069 / C-1940.
  • Sony Mathews et al. (2010): An update on the use of pantoprazole as a treatment for gastroesophageal reflux disease. In: Clinical and Experimental Gastroenterology, 2010, 3: 11–16.
  • Willy Gomm et al. (2016): Association of Proton Pump Inhibitors With Risk of Dementia. In: JAMA Neurol. 2016;73(4):410-416
  • Jameson R. Lam et al. (2013): Proton Pump Inhibitor and Histamine 2 Receptor Antagonist Use and Vitamin B12 Deficiency. In: JAMA. 2013;310(22):2435-2442
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1.600000e+1 Antworten
  • Sabine Holzmann
    18.11.2018 18:14

    Hallo Herr Dr. Weigel,
    ich hatte eine Magenschleimhautenzündug, mußte auch Pateprazol einmehmen.
    Leider habe ich immer noch beim Essen Übelkeit. Muß ich mir da Sorgen machen oder dauert es einfach bis alles gut verheilt ist?

    Mit freundlichen Grüßen
    S.Holzmann

    • Dr. Tobias Weigl
      19.11.2018 17:07

      Liebe Frau Holzmann, vielen Dank für Ihre Nachricht und vollkommen nachvollziehbar, dass Sie sich da Gedanken machen.
      Aber wie Sie selber sagen: Nach einer Magenschleimhautentzündung, sog. Gastritis (siehe hier auch einen Artikel von mir: https://bit.ly/Magenschleimhautentzündung_Blog) kann es einige Zeit dauern bis sich Alles wieder normalisiert hat. Wichtig für Sie, weiterhin auf Themen wie Ernährung, Alkohol etc. zu achten bzw. zu verzichten.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Tobias Wedell
    09.12.2018 23:35

    Ich nehme schon seit über 2 Jahren pantoprazol und habe das gefühl das es mir eher immer schlechter geht habe ständig Rückenschmerzen und muss sehr oft am Tag aufstoßen . Sollte ich die Tabletten lieber langsam mal absetzen .?

    • Dr. Tobias Weigl
      10.12.2018 23:03

      Sehr geehrter Herr Wedell, 2 Jahre ist schon eine lange Zeit. Prinzipiell langsam absetzen (langsam !) und parallel andere Maßnahmen ergreifen wäre wichtig. Gibt es Auslöser für das Aufstoßen? Wie sieht es mit Ernährung und Bewegung aus? Schauen Sie sich bitte einmal mein Video zu den Alternativen an: https://bit.ly/AlternativenMagensaeureblocker_Video
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Frau Frisch
    24.12.2018 08:49

    Nehme seit sieben Jahren Pantoprazol ,habe mir jetzt von einem Heilpraktiker Hilfe geholt.Habe aber den Fehler gemacht gleich das Pantoprazol abzusetzen,jetzt habe ich erhöhte Säurebildung,und Schmerzen.Soll ich es wieder nehmen und dann nochmal anfangen es auszuschleichen?.

    • Dr. Tobias Weigl
      24.12.2018 11:48

      Hallo, JA das sollten Sie tun. Definitiv nicht abrupt absetzen. Das sollte aber der Heilpraktiker definitiv wissen und sagen.
      Bitte erkundigen Sie sich auch ob es richtig ist den Magenschutzabzusetzen. Ein Heilpraktiker kann eine gute Ergänzung sein, aber nicht in allen Fällen eine Alternative. Zumindest eine zeitlang sollte man „parallel fahren“. Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Daniel Bartsch
    02.01.2019 18:50

    Hallo,

    ich bin Fitness Athlet und kämpfe seit 2-3 Jahren mit einer chronische Gastritis (Helicobakter). Manchmal merke ich 3-4 Wochen garnichts, jetzt nach Weihnachten wieder verstärkt – wegen Essen und Alkohol, es hält sich aber in Grenzen. Habe über 4 Wochen keine Pantoprazol gebraucht, allerdings merkt man es manchmal leicht. Pantoprazol hilft sehr gut in der Früh auf nüchternen Magen 20-40mg wenn mir übel ist und nach 20 min habe ich wieder Hunger. Problem ist das Fitness Training: mir wird ständig schlecht nach 15-20 Minuten, alles probiert viel getrunken, nix gegegessen, wenig gegessen, langsam aufgewärmt…es hat 0 geholfen..bin am verzweifeln. Sobald ich mich mehr anstrenge wird mir total schlecht, mache dann meistens Pause, trinke einiges und muss Aufstoßen, und komischerweise ist die Übelkeit plötzlich weg und ich kann trainieren wie früher, allerdings ist dies sehr selten. Ich trainiere seit über 7 Jahren auf Profi Niveau, hatte nie Probleme mit Übelkeit oder Herz-Kreislauf. Habe auch schon Pause über mehrere Monate gemacht, bringt aber auch nichts – ich trainiere und die Übelkeit kommt und wenn man nicht aufhört, muss man sich übergeben. Es gab Ausnahmen wo ich jeden Tag 20 mg Pantoprazol genommen habe und ich konnte ganz normal trainieren, will aber nicht meinen Körper schädigen mit der dauerhaften Einnahme von Pantoprazol. Letzte Spiegelung war schon länger her und Doc meinte ich solle es nur bei Bedarf nehmen aber was ist mit Training? Es wurde eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, weil ich oft sehr müde war, aber das sollte sich gebessert haben. Leber und Blutbild sind sehr gut. Dazu noch gesagt: ich ernähre mich wirklich TOP.

    Wäre sehr dankbar, einen Tipp zu bekommen.

    Beste Grüße

    • Dr. Tobias Weigl
      04.01.2019 16:27

      Hallo Herr Bartsch,
      was nennt Ihr Arzt denn als Ursache? A&O ist die Ernährung. Manchmal kann aber es auch sein, dass der Sphinkter nicht richtig funktioniert, d.h. durch den Druck vom Magen die Magensäure nach oben kommt. Normalerweile wird das durch den Sphinkter bzw. das Ende der Speiseröhre unterbunden aber manchmal funktioniert das nicht richtig. Kann, muss aber nicht der Grund sein. Klären Sie bitte erst einmal mit Ihrem Arzt die URSACHE ab erst dann macht eine gezielte Therapie Sinn. Definitiv ist es wichtig eine dauerhafte Reizung der Speiseröhre zu verhindern. Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Angela S
    05.01.2019 20:12

    Hallo Herr Dr. Weigl.
    ich hatte vor einiger Zeit öfter Sodbrennen und zusammen mit einer Grippe eine Kehlkopfentzündung. Mein Arzt hat mir Pantoprazol verschrieben (1 x 40mg), das ich jetzt seit 6 Wochen nehme. Mir ging es gut, aber vor einer Woche habe ich dann Sodbrennen bekommen bzw. ich habe jetzt trotz Pantoprazol den ganzen Tag eine Art kaltes Brennen in der Kehlkopfgegend. Nachts bin ich beschwerdefrei und wenn ich Kamillentee trinke wird es meistens auch etwas besser. 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit hört es für eine Weile ganz auf. Nehme zusätzlich zum Magenschutz Linusit Leinsamenaufguss 2mal am Tag und esse seitdem sehr schonend, seit 3 Tagen gar kein Zucker mehr, auch vorher schon sehr wenig, trinke seit Jahren kein Kaffee, sehr selten Alkohol. Hätten Sie einen Tipp, was ich meinen Arzt fragen sollte? Könnte es sich um einen stillen Reflux handeln oder war die Einnahme von Pantoprazol gar verkehrt? Ich möchte, das Medikament auf jeden Fall weglassen. Meine wichtige Frage, muss ich nach einer 6-wöchigen Einnahme auch schon ausschleichen oder kann ich es einfach weglassen? Vielen Dank für Ihre Rückantwort. MFG

    • Dr. Tobias Weigl
      06.01.2019 12:01

      Hallo, die Einnahme von Pantoprazol war m.E. richtig. Gut auch bzgl. Ernährung darauf zu achten. Wie war denn die Ernährung über die Festtage?
      Zu Ihren Fragen: JA, ich würde bereits jetzt ausschleichen. Außerdem „Alternativen“ in Betracht ziehen, siehe dieses Video bit.ly/AlternativenMagensaeureblocker_Video
      Wichtig: Aber zuerst mit Ihrem Arzt darüber sprechen und solange entsprechend seiner Anweisungen die Medis weiter einnehmen.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Angela S
    06.01.2019 16:43

    Hallo Herr Dr. Weigl,
    vielen Dank für die Info. Ich werde mit dem Ausschleichen beginnen, fühle mich einfach wohler mit dem Gedanken. Nehme ja noch den Leinsamaufguss und habe noch Iberogast zu Hause. Im Notfall hätte ich noch Maloxan. Es erschreckt mir nur so so sehr, dass dieses kalte brennende Gefühl in der Kehlkopfgegend kaum noch weggeht, nur nachts habe ich meine Ruhe, oder wenn ich ein paar Schlucke Tee trinke.
    Viele Grüße

  • Sarah
    08.01.2019 18:37

    Hallo Herr Dr. Weigl,
    Ich habe die vorangegangenen Beiträge aufmerksam gelesen. Jetzt würde ich Sie ebenfalls gern etwas fragen.

    Anfang Dezember bin ich zum Hausarzt, weil ich öfters ein Globusgefühl hatte. Dieser überwies mich an den HNO Arzt. Der stellte fest das ich geschwollne Schleimhäute hatte und eine leicht gerötete Speiseröhre. Er verschrieb mir Pantaprazol für eine Woche. Nachdem ich das Medikament nicht mehr genommen hatte, hatte ich Sodbrennen. An manchen Tagen sehr schlimm. Habe mich dann nochmal an meinen Hausarzt gewandt. Er überwies mich dann an einen Gastroenterologen ins Krankenhaus überwiesen. bei einer Magenspiegelung Kamm heraus, das ich eine nichterosiven Reflux habe ( kurz NERD) und eine leichte Gastritis.
    Keiner der Ärzte erklärte mir , ob ich Pantaprazol nochmal nehmen soll , wenn ja in welcher Dosis. Im Gegenteil eine Ärztin meinte doch das man essen kann was man will.
    Ich rauche nicht, trinke keinen Kaffee, einen Latte am Tag. Keinen Alkohol, fettige Speisen oder übermäßig Süßigkeiten.
    Ich habe mich nur von Schonkost ernährt und in den letzten 4 Wochen ca. 10 kg abgenommen. Am schlimmsten ist das Sodbrennen abends. Wenn es an ein paar Kilo Zuviel liegen würde müsste doch jeder übergewichtige das Problem haben.
    Wie bekomme ich Ruhe in meinen Magen, habe es bisher mit Bullrich Salz probiert, Talcit wirkt nicht. Das funktioniert aber nicht immer.
    Einen Termin bei einen Gastroenterologen zu bekommen ist nicht einfach. Habe jetzt einen Termin erst Mitte Februar. Was empfehlen Sie mir bis dahin? Ich hatte Nierensteine vor 4 Jahren verträgt sich das mit Pantaprazol?
    Stimmt es das durch das Pantaprazol neue Kanäle entstehen im Magen und alte sich verschließen?

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar für Hinweise und Anregungen.

    Viele Grüße

  • Quaku
    09.01.2019 11:34

    Hallo,
    Ich habe Ihnen gestern eine Nachricht geschrieben. Woher weiß ich , ob die Nachricht angekommen ist und in lange dauert es ungefähr bis man eine Antwort bekommt.

    Herzlichen Dank.

    Gruß Frau Quaku

    • Dr. Tobias Weigl
      09.01.2019 17:10

      Sehr geehrte Frau Quaku, bitte schreiben Sie doch Ihre Frage noch einmal hier rein und ich versuche Ihnen diese zeitnah zu beantworten. Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Verena
    09.01.2019 17:21

    Hallo,
    ich habe eine leichte Hiatusthernie, Refluxösophagitis und leichte Gastritis, nehme seit 1,5Monaten Pantoprazol, möchte unbedingt damit aufhören, bin erst 34.
    Musd man bei dieser Diagnoseein Leben lang PPI einnehmen oder reichen Alginate regelmäßig?
    Freundliche Grüße

    • Dr. Tobias Weigl
      09.01.2019 21:31

      Hallo, das ist nachvollziehbar, dass Sie die Medikamente nicht ein Lebenlang einnehmen möchten. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt aber es solange das Problem besteht sind diese Medikamente in Ihrem Fall sehr wichtig, um die Gefahr eines Speiseröhrenkrebs (siehe hier mein Artikel dazu https://bit.ly/Speiseröhrenkrebs_Blog) zu reduzieren. Alternativen zu PPI gibt es, dazu habe ich auch einmal ein Video gemacht https://bit.ly/AlternativenMagensaeureblocker_Video Solange die Hiatushernie leicht ist wird man wohl nichts machen. Ggfs kann auch eine OP helfen.
      Viele Grüße
      Dr. Tobias Weigl

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