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Gelomyrtol: Kann das Medikament mit den ätherischen Ölen gegen Bronchitis, Sinusitis wirklich helfen?

Auf einen Blick – Was ist Gelomyrtol?

  • Medikament gegen Entzündung der Atemwege
  • ätherische Öle als Basis
  • in zwei Wirkstärken erhältlich: Gelomyrtol (120 mg/Kapsel) und Gelomyrtol forte (300 mg/Kapsel)

Welche Wirkung hat Gelomyrtol?

  • schleimlösend
  • schleimauswurffördernd
  • schleimverflüssigend
  • antioxidativ, verringert Gewebsschäden durch Bakterien
  • antientzündlich
  • antimikrobiell
  • krampflösend auf die Bronchien

Wann wird Gelomyrtol angewendet?

  • akute und chronische Infektion der Atemwege
  • Nasennebenhöhlenentzündung (sog. ‚Sinusitis‘)
  • Lungenentzündung (sog. ‚Pneumonie‘)

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Gelomyrtol?

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall
  • Überempfindlichkeitsreaktion

Wann darf man Gelomyrtol nicht anwenden?

  • Entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder der Gallenwege
  • Asthma
  • Keuchhusten
  • Pseudokrupp
Unsere Atemwege sind lebenswichtige Bestandteile des Körpers. Durch sie wird Luft eingeatmet und der nötige Luftsauerstoff herausgefiltert, um im Körper an wichtigen, biochemischen Reaktionen teilzunehmen. Wenn unsere Atemwege erkrankt sind, merken wir das meist schnell: Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (sog. ‚Sinusitis‘) beispielsweise im Zuge einer Erkältung, oder einer Bronchitis. Oft sind bei diesen Erkrankungen die Schleimhäute geschwollenen und wir husten Schleim ab.

Gelomyrtol ist ein pflanzliches Medikament, das hierbei eingesetzt werden kann. Es basiert auf den ätherischen Ölen vier verschiedener Pflanzenarten, soll den Schleim lösen und so bei akuten und chronischen Atemwegsentzündungen helfen. Es hat wenige Nebenwirkungen, jedoch ist seine therapeutische Wirksamkeit noch nicht eindeutig bewiesen. Erfahren Sie mehr über Wirkung, Anwendung und Nebenwirkungen von Gelomyrtol im nachfolgenden Artikel.

Was ist Gelomyrtol?

Gelomyrtol ist ein Vertreter der pflanzlichen Arzneimittel. Die Wirkstoffe, die eingesetzt werden, sind genauer die ätherischen Öle vier verschiedener Pflanzen:

  • Eukalyptusöl
  • Süßorangenöl
  • Myrtenöl
  • Zitronenöl

Diese Bestandteile werden vom Hersteller als „rektifizierte Öle“ angegeben. Das bedeutet, dass die Substanzen einen bestimmten Destillationsprozess durchlaufen haben, um den Gehalt ätherischer Öle zu beeinflussen. So kann ein genaues Mischverhältnis in der oben aufgelisteten Reihenfolge von 66:32:1:1 erzielt werden, wie es im Medikament eingesetzt wird.

Gelomyrtol wird in Form von magensaftresistenten Weichkapseln verkauft und ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich:

  • Gelomyrtol Kapseln (160 mg/Kapsel)
  • Gelomyrtol forte (300 mg/Kapsel)
Gut zu wissen: „forte“ bei Medikamenten
Die Bezeichnung „forte“ stammt aus dem Lateinischen – „fortis“, was stark bedeutet. Medikamente mit diesem Namenszusatz weisen deshalb einen erhöhten Wirkstoffgehalt im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Variante auf und sind stärker wirksam. Manche Medikamentennamen enthalten ein „mite“, was mittelstark bedeutet.

Erkältungen sind lästig. Oft schleppen wir uns mit einem grippalen Infekt durch den Alltag und wollen nur noch ins Bett oder auf die Couch. Der Hals kratzt, die Nase läuft, vielleicht haben wir auch Husten. Das Risiko einer Ansteckung kann man jedoch verringern, wenn einige vorbeugende Maßnahmen beachtet werden. Welche das sind, erklärt Ihnen Doktor Tobias Weigl in folgendem Videobeitrag:

Erkältung erfolgreich vorbeugen: Mit diesen 7 Tipps kommen Sie sicher durch die Erkältungszeit 👍😀

Welche Wirkung hat Gelomyrtol?

Gelomyrtol wirkt schleimlösend und auswurffördernd. Daneben hat es jedoch noch eine Reihe an Zusatzeffekten.

Exkurs: Schleim in den Atemwegen – was ist das?

Wenn wir beispielsweise bei einer Erkältung vermehrt Schleim abhusten, dann ist dieser Schleim nichts, was durch Erkältungsviren „hergezaubert“ wurde. Unsere Atemwege besitzen von Natur aus eine Schleimhaut, die die innere Oberfläche der Atemwege auskleidet. Hierauf befinden sich viele kleine Fortsätze (sog. ‚Zilien‘), die Flimmerhärchen.

Diese Flimmerhärchen erfüllen eine wichtige Funktion: Durch ihr Schlagen setzten sie die Schleimschicht über sich in Bewegung und sorgen dafür, dass verfangene Schmutzpartikel, Zellreste ebenso wie Krankheitserreger Richtung Mundöffnung abtransportiert werden. Sie landen dann beispielsweise im Rachen und schließlich im Magen, wo sie durch die Magensäure unschädlich gemacht werden. Das alles geschieht unbemerkt.

Ändert sich krankheitsbedingt die Zusammensetzung des Schleims dahingehend, dass er zähflüssiger wird, erschwert das die „Müllabfuhr-Funktion“ der Flimmerhärchen. Ihre Bewegung wird eingeschränkt und sie können nicht mehr oder nur wenig für den Abtransport des Schleims sorgen. Es entsteht das typische Symptom von schleimigem Husten.

Die Wirkungen von Gelomyrtol im Einzelnen

  • schleimlösend (mukolytisch)
  • sekretomotorisch: Die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Atemwegen wird erhöht, sodass Schleim schneller abtransportiert wird
  • schleimverflüssigende (sekretolytische) Wirkung: Der Schleim wird verflüssigt und kann so schneller abtransportiert werden

Durch die drei genannten Wirkungen zusammen erhöht sich sie sog. ‚mukoziliäre Clearance‘, also die Reinigung der Atemwege durch Schleimschicht und Flimmerhärchen. Das wiederum verringert die Wahrscheinlichkeit einer Biofilmbildung durch Bakterien. Bakterien können sich zu Kolonien zusammenlagern und eine sie umgebende Schleimschicht ausbilden. Dies schützt sie vor unserem Körperabwehrsystem und Antibiotika. Solche Biofilme stehen im Verdacht, für die Ausbildung einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung (sog. ‚Sinusitis‘) verantwortlich zu sein.

  • entzündungshemmend: Die Wirkstoffe in Gelomyrtol bewirken eine Minderung der Entzündungsreaktion bei akuten oder chronischen Entzündungen der Atemwege (z. B. Lungenentzündung, Asthma Bronchiale). Sie hemmen ein bestimmtes Enzym, dass eine wichtige Rolle in der Entzündungsreaktion spielt, nämlich die 5-Lipoxygenase.
  • bronchiospasmolytisch: Auf die glatte Muskulatur der Atemwege wirkt Gelomyrtol krampflösend.
  • antioxidativ: Aus dem für uns lebenswichtigen Sauerstoff können in Reaktionen sog. ‚freie Radikale‘ entstehen. Diese sind sehr reaktiv und können beispielsweise unsere Erbinformation die DNA angreifen, wodurch DNA-Schäden und Krebs entstehen können. Bei einer bakteriellen Infektion mit dem Erreger Pseudomonas aeruginosa entstehen typischerweise Gewebsschädigungen durch oxidative Angriffe, die durch Gelomyrtol abgeschwächt werden könnten, da die antioxidative Wirkung von Gelomyrtol anhand von biochemischen Modellen belegt wurde.
  • antimikrobiell: Gelomyrtol hemmt das Wachstum typischer Erreger einer Pneumonie wie Pneumokokken. Zwar werden die meisten Atemwegsinfektionen durch Viren ausgelöst, jedoch können durch deren Angriff die Atemwege leichter von Bakterien besiedelt werden.
„Gelomyrtol eignet sich dazu, bei Atemwegsentzündungen als Schleimlöser verwendet zu werden. Seine therapeutischer Stellenwert ist aber noch nicht eindeutig bestimmt.“— Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Was sind die Anwendungsgebiete von Gelomyrtol?

Gelomyrtol ist für die Behandlung entzündlicher, akuter oder chronischer Atemwegserkrankungen zugelassen. Eine davon ist die Entzündung der Nasennebenhöhlen (sog. ‚Sinusitis‘). Oft geschieht dies im Zuge einer Erkältung. In dem Medikament sind ätherische Öle enthalten, die sowohl schleimlösend als auch entzündungshemmend wirken.

Gut zu wissen: Was sind ätherische Öle?
Ätherische Öle stammen aus Pflanzen. Es handelt sich chemisch gesehen um ein Gemisch aus Kohlenwasserstoffverbindungen wie Alkoholen, Estern und Terpenen. Sie dienen der Pflanze dazu, Insekten zur Bestäubung anzulocken oder Schädlinge abzuwehren. Bereits die alten Ägypter kannten ätherische Öle und gewannen beispielsweise Zedernöl aus Zedernbäumen. In Parfums werden sie gerne verwendet, weil sie oft angenehm riechen.

Was sind die Nasennebenhöhlen?

Im Schädel befinden sich Hohlräume, die im Kopf von Stirnhöhe bis zur Höhe des Mundes vorkommen. Sie werden Nasennebenhöhlen genannt. Hier gibt es vier Arten: Keilbeinhöhlen, Kiefernhöhlen, Siebbeinzellen und Stirnhöhlen. Die Nebenhöhlen sind luftgefüllt und mit einer Schleimhautschicht ausgekleidet.

Es gibt verschiedene Höhlen in in unserem Gesichtsschädel. Gemeinsam werden sie als „Nasennebenhöhlen“ bezeichnet.

Die Schleimhaut erfüllt die Aufgabe, Partikel oder unerwünschte, krankheitserzeugende Mikroorganismen einzufangen. Der produzierte Schleim wird durch kleine Flimmerhärchen permanent weiterbewegt, kommt aus den Nebenhöhlen so in den Rachen und wird hinuntergeschluckt – gemeinsam mit den verfangenen Partikeln und Erregern. Ihr Ende finden die Mikroorganismen schließlich im Magen, wo sie auf die Magensäure treffen. Diese weist einen pH-Wert von ca. 1 auf und ist damit stark sauer, sodass ankommender Nahrungsbrei aber auch die im Schleim der Atemwege gefangenen Erreger und Schmutzpartikel zersetzt werden. Unser Magen selbst ist davor übrigens durch die Schleimhaut geschützt, die sein inneres auskleidet.

 

Wie kommt es zu einer Entzündung der Nasennebenhöhlen?

Die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen können sich bei einer Erkältung entzünden. Meist sind es Viren, die eine Erkältung auslösen, beispielsweise sogenannte Rhinoviren. Sie führen im Körper zu einer Immunreaktion, mit der auch eine Entzündung der Nasenschleimhaut (sog. ‚Rhinitis‘) stattfindet. Im weiteren Krankheitsverlauf kann daraus eine Nasennebenhöhlenentzündung (sog. ‚Sinusitis‘) hervorgehen. Eine Sinusitis kann außerdem durch allergische Reaktionen entstehen, beispielsweise durch Tierhaare oder bestimmte Pflanzenarten ausgelöst.

Wenn die Nasenschleimhaut entzündet ist, schwillt sie an. Es wird weitaus mehr Schleim produziert, als für die physiologischen Aufgaben der Schleimhaut nötig wäre. Auf diese Weise können Verbindungsgänge zwischen Nase und den Nasennebenhöhlen verstopfen. Letztere werden so nicht mehr ausreichend belüftet und der Schleim kann nicht mehr problemlos in den Rachen abfließen. Er sammelt sich an und wird zu einem ausgezeichneten Nährboden für Mikroorganismen. Sie vermehren sich und sorgen letztendlich für die Nasennebenhöhlenentzündung.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung geht typischerweise mit folgenden Begleitsymptomen einher:

  • Kopfschmerz und Gesichtsschmerz
  • Nase ist „verstopft“
  • Nasenbluten
  • spürbarer Abfluss von Sekret in den Rachen
  • verminderter Geruchssinn
  • Zahnschmerzen im Oberkiefer
  • Krankheitsgefühl

Wann wird eine Nasennebenhöhlenentzündung chronisch?

Bei den meisten Betroffenen besser sich eine Nasennebenhöhlenentzündung nach spätestens zwei Wochen. Sind ihre Symptome jedoch länger als zwei bis drei Monate spürbar, liegt eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung vor. Die Symptome sind dann:

  • wässriger Schnupfen
  • Sekretabfluss in den Rachen
  • dauerhaft gestörter Geruchssinn
  • Druckgefühl im Gesichtsschädel und hinter den Augen

Sie können mittels Cortison oder einem operativen Eingriff als ultima ratio therapiert werden. Bei einer chronischen Sinusitis kann überdies eine Entzündung der Bronchien (sog. ‚Bronchitis‘) auftreten.

Was ist eine Bronchitis?

Sind die verzweigten Atemwege entzündet, spricht man von einer Bronchitis. In der Allgemeinmedizin ist sie eine der meistgestellten Diagnosen überhaupt. Die Diagnosestellung ist nicht immer einfach, da es viele andere Krankheiten gibt, die eine ähnliche Symptomatik aufweisen (sog. ‚Differentialdiagnosen‘). Man kann die Entzündung der Bronchien in akut und chronisch unterteilen.

Akute Bronchitis

Tritt die Bronchitis neu auf, so spricht man von einer akuten Bronchitis. Die typischen Symptome sind:

  • anfangs trockener Husten
  • später schleimiger Husten
  • Fieber
  • Stridor (hörbare, krankheitsbedingte Atemnebengeräusche)

Chronische Bronchitis

Leidet ein Patient für drei Monate oder länger an einem Großteil der Tage unter schleimigem Husten, so liegt eine chronische Bronchitis vor. Meist sind es Schadstoffe von außen, die eine dauerhafte Atemwegsentzündung hervorrufen: Tabakrauch, Abgase, auf der Arbeit eingeatmete Stäube oder Reizgase sowie andere die Lungen reizende Schadstoffe (sog. ‚Noxen‘) können verantwortlich sein. Werden die Atemwege dabei dauerhaft verengt, geht die Bronchitis in eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (kurz: COPD) über.

Bei akuter und chronischer Bronchitis kann Gelomyrtol dazu verwendet werden, den Schleim zu lösen und sein Abhusten zu fördern.

Möchten Sie weitergehende Informationen zur Bronchitis erhalten? Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel:

Bronchitis – der lästige Husten unter die Lupe genommen

Wie nehme ich Gelomyrtol ein?

Generell gilt für Gelomyrtol: Sollten sich durch die Einnahme die Beschwerden innerhalb von 10 Tagen nicht legen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen! Dieser kann Sie untersuchen und feststellen, ob eine weitere Einnahme von Gelomyrtol sinnvoll ist oder nicht.

Einnahmeempfehlungen der Herstellers bezogen auf Gelomyrtol 120 mg/Kapsel:

Für Personen ab 12 Jahren gilt als Standarddosierung:

  • akute Erkrankungen: 4–5 x täglich 2 Kapseln
  • chronische Erkrankungen: 3 x täglich 2 Kapseln

Für Kinder von 7–11 Jahren gilt:

  • akute Erkrankungen: 4 x 1 oder 3 x 2 Kapseln täglich
  • chronische Erkrankungen: 3 x 1 oder 2 x 2 Kapseln täglich

Für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren liegt folgende Empfehlung vor:

  • akute Erkrankungen: 3–4 x 1 Kapsel täglich
  • chronische Erkrankungen: 2–3 x 1 Kapsel täglich
Achtung: Gelomyrtol nicht für Kleinkindern geeignet!
Kinder unter 6 Jahre sollten Gelomyrtol nicht einnehmen. Insbesondere Kinder unter 2 Jahren dürfen dieses Medikament und andere Hustenlöser nicht bekommen, da ihre Lunge noch sehr klein und die Fähigkeit Schleim abzuhusten noch nicht ausgereift ist. Der Schleim kann sich so anstauen und begünstigt das Ausbilden einer Bronchitis. Die ätherischen Öle wie Eukalyptusöl können außerdem zu einer Verkrampfung der Atemwege führen.

Die Einnahme sollte eine halbe Stunde vor dem Essen mit viel Flüssigkeit erfolgen – allerdings nicht mit Heißgetränken. Erfolgt die letzte Einnahme kurz vor dem Zubettgehen, kann dies zu einer ruhigeren Nacht beitragen.

Was sind die Nebenwirkungen von Gelomyrtol?

Auch pflanzliche Mittel wie Gelomyrtol können zu potentiellen Nebenwirkungen führen. Diese können, müssen jedoch nicht alle auftreten. Die nachfolgende Auflistung gibt Auskunft über Art und Häufigkeit der einzelnen Nebenwirkungen. Dabei bedeutet „häufig“, dass 1 bis 10 von 100 Patienten bei Einnahme betroffen sind. Bei der Bezeichnung „gelegentlich“ sind 1 bis 10 von 1.000 Patienten und „selten“ ist 1 bis 10 von 10.000 Patienten betroffen.

Gelegentlich treten auf:

Selten kommt es zu:

Sehr selten beobachtet man:

  • Geschmacksveränderungen
  • Aufstoßen
  • vorhandene Nierensteine werden in Bewegung gesetzt. Achten Sie auf Beschwerden wie Krämpfe und Koliken (starke, bewegungsunabhängige und wehenartige Schmerzen), wenn bei Ihnen Nierensteine bekannt sind. Suchen Sie bei diesen Symptomen einen Arzt auf!

Sollten Sie wie beschrieben überempfindlich auf das Medikament reagieren und die Atemwege zuschwellen, rufen Sie sofort einen Notarzt (Tel. 112)!

Fakten-Box Gelomyrtol

Gelomyrtol, pflanzliches Medikament auf Basis ätherischer Öle
Wirkung

  • schleimlösend, auswurffördernd und schleimverflüssigend
  • antioxidativ
  • antimikrobiell
  • antientzündlich
  • krampflösend auf die Bronchialmuskulatur

Anwendungsgebiete

  • chronische und akute Nasennebenhöhlenentzündung (sog. ‚Sinusitis‘)
  • Bronchitis

Wichtigste Nebenwirkungen

Darreichungsform

  • Magensaftresistente Weichkapseln in zwei verschiedenen Wirkstärken: Gelomyrtol (180 mg/Kapsel) und Gelomyrtol forte (300 mg/Kapsel)

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Gelomyrtol?

Kontraindikation bedeutet, dass eine bestimmte Therapie oder die Anwendung eines bestimmten Medikaments untersagt ist, weil es sonst zu nachteiligen gesundheitlichen Folgen käme. Synonym dazu verwendet man das Wort Gegenanzeige. Im Fall von Gelomyrtol ist die Einnahme kontraindiziert bei:

  • Kindern unter 6 Jahre
  • entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich
  • entzündlichen Erkrankungen der Gallenwege
  • Asthma
  • Kindern mit Keuchhusten: Beim Keuchhusten liegt eine Infektion der oberen Atemwege vor. Symptome sind krampfartige Hustenanfälle mit anschließend keuchendem Atemgeräusch beim Luftholen.
  • Kindern mit Pseudokrupp: Pseudokrupp ist eine unspezifische Entzündung der Atemwege im Bereich des Kehlkopfes. Schwerpunktmäßig erkranken Säuglinge und Kleinkinder an ihr. Sie geht mit einem bellenden Hustengeräusch, Heiserkeit und manchmal sogar mit Atemnot einher.

Was ist in Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?

Weil nicht ausreichend Berichte über eine Anwendung in der Schwangerschaft vorliegen, sollten Sie das Medikament während dieser Zeit nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Es ist damit zu rechnen, dass die ätherischen Öle des Medikaments Gelomyrtol in die Muttermilch übergehen und deren Geschmack verändern können. Dies kann für Probleme beim Stillen sorgen.

Aktuelle Forschung – Wie gut wirkt Gelomyrtol bei Kindern?

Im Artikel erwähnten wir bereits, dass Gelomyrtol erst ab dem Alter von 6 Jahren eingenommen werden sollte. Wie effektiv ist jedoch die Behandlung von Kindern ab diesem Alter mit Gelomyrtol? Diese Frage stellte sich ein russisches Forscher-Team im Jahr 2016 und führte eine Studie durch.

Der Studienaufbau

60 Kinder mit einer akuten Rhinosinusitis (einer gleichzeitigen Entzündung der Nasenschleimhaut und der Nasennebenhöhlenschleimhäute) wurden in der Untersuchung betrachtet. Die Kinder waren zwischen 6 und 10 Jahren alt. Die Hälfte von ihnen erhielt neben der symptomatischen Standardtherapie zusätzlich 7 Tage lang Gelomyrtol 120 mg/Kapsel und dies dreimal täglich.

Die Ergebnisse

In der Studie stellte sich durch Gelomyrtol zusätzlich zur Standardtherapie mit z. B. abschwellend wirkenden Nasentropfen eine schnellere Genesung der erkrankten Kinder ein als mit der bloßen Standardtherapie. Die Symptome Husten, Verstopfung der Nase und „laufende Nase“ (sog. ‚Rhinorrhoe‘) wurden abgeschwächt. Vor allem die Verstopfung der Nase bereitet Patienten oft Kopfschmerzen und Sinusitis. Kinder mit Gelomyrtol-Einnahme mussten nur im Schnitt 2 ½ Tage mit Nasensprays behandelt werden, während Kinder ohne Gelomyrtol 3–4 Tage lang auf das Nasenspray angewiesen waren.
Bei der Behandlung kam es nicht zu unerwünschten Effekten, die der Hersteller als potentielle Nebenwirkungen aufgeführt hat.

Aufgrund dieser Ergebnisse bewerten die Forscher Gelomyrtol als sicheres und effektives Medikament zur Behandlung von unkomplizierter akuter Rhinosinusitis bei Kindern ab 6 Jahren.

Quelle: E.P. Karpova u.a. (2016): Use of Myrtol standardized in the treatment of children with acute rhinosinusitis. Vestnik Otorinolaringologii

Häufige Patientenfragen

Was sind Nebenwirkungen von Gelomyrtol?

Dr. Dr. T. Weigl
Bei einer Einnahme von Gelomyrtol können Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall auftreten. Daneben sind allergische Reaktionen möglich, wenn eine Allergie gegen eine der beinhalteten Pflanzen oder Pflanzenarten (Eukalyptus, Süßorange, Myrte, Zitrone) vorliegt. Hautausschläge und Schwellungen des Gesichts bis hin zur Atemnot können die Folge sein. In solchen Fällen ist schnellstmöglich eine Arztpraxis oder ein Krankenhaus aufzusuchen. Selten kann es zu Geschmacksveränderungen oder dem Fortbewegen vorhandener Nierensteine kommen.

Wie wirkt das Medikament im Vergleich zu anderen Erkältungsmitteln?

Dr. Dr. T. Weigl
Gelomyrtol ist rezeptfrei erhältlich und ist ein pflanzliches Mittel. Es wird oft bei Erkältungen eingenommen, die zu einer Nasennebenhöhlenentzündung oder gar einer Bronchitis führen können. Das Mittel verflüssigt festsitzenden Schleim und erleichtert das Abhusten. Es wirkt damit ähnlich wie Sinupret, ebenfalls ein pflanzliches Medikament gegen Nasennebenhöhlenentzündungen. Beide Medikamente wirken zwar nicht gegen Schmerzen und Fieber wie beispielsweise die Kombinationspräparate Grippostad C oder Aspirin Complex, sie sind jedoch nebenwirkungsärmer. Nachteilig an Gelomyrtol ist, dass es zwar mehrere Studien gibt, die eine Wirksamkeit des Medikaments belegen, diese Studien aber nicht als durchgehend zuverlässig von Stiftung Warentest beurteilt werden. Daher wird Gelomyrtol nur eingeschränkt therapeutisch sinnvoll bewertet.

Wie lange darf ich Gelomyrtol einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Laut Hersteller sollten Sie Gelomyrtol nicht länger als 10 Tage einnehmen, wenn keine Besserung oder eine Verschlechterung der Symptome auftreten. Suchen Sie in solchen Fällen lieber einen Arzt auf. Im Falle von allergischen Reaktionen sollten Sie die Einnahme sofort beenden, da es schlimmstenfalls zu Atemnot kommen kann.

Ich habe Zweifel, ob Gelomyrtol wirkt – welche Alternativen gibt es?

Dr. Dr. T. Weigl
Bei Sinusitis und Bronchitis sollten Sie generell viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Schleim leichter abtransportieren und abhusten zu können. Ein abschwellendes Mittel wie z. B. ein Nasenspray mit Xylometazolin als Wirkstoff lässt die Nasenschleimhaut abschwellen und lindert die Symptome einer Sinusitis wie Kopfschmerzen und Druckgefühl. Das Nasenspray sollte allerdings nur wenige Tage lang eingenommen werden, da sonst ein Gewöhnungseffekt eintreten kann. Wird ein Bakterium als Krankheitserreger festgestellt, kann ein Antibiotikum eingesetzt werden. Bei einer Bronchitis kann abends die Einnahme eines Hustenstillers sinnvoll sein, um das Einschlafen zu erleichtern. Bei beiden Erkrankungen sollten Sie sich schonen und viel Schlafen.

Typisches Patientenbeispiel

„Oh Mann, ich habe das Gefühl als hätte ich ein 100 kg schweres Gewicht auf der Stirn!“, stöhnt Kai. Er ist seit einigen Tagen erkältet. Husten, Schnupfen, Heiserkeit…alles dabei. Nun hat er auch noch Kopfschmerzen und ein Druckgefühl im Kopf und um die Nase. Kai befindet sich in seiner Studentenbude, fernab von seiner Mutter, die ihn sonst pflegen würde. „Na gut, dann muss ich eben selber…“, weiter kommt er nicht, denn er muss anfange zu husten – ein schleimiger Husten. „Mist, ich werde jetzt einfach mal runter in die Apotheke gehen und gucken, was sie da haben.“, denkt er sich und steht auf.

Warm eingepackt marschiert er zu der nächstgelegenen Apotheke. Dort beschreibt er seine Symptome, und dass er nun auch noch schleimigen Husten hat. Die Apothekerin berät ihn und empfiehlt ihm schließlich Gelomyrtol. Es soll etwas Pflanzliches sein und gegen den Husten helfen. Kai ist skeptisch, ob ihm das Medikament wirklich helfen wird. Dennoch probiert er es aus, schläft und trinkt viel. Der schleimige Husten und auch die Kopf- und Gesichtsschmerzen werden tatsächlich schnell besser und nach einigen Tagen ist er wieder völlig genesen.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Christopher Keck
Lektorat: Arlen-Celina Lücke
Datum: 12.02.2020

Quellen

    • Aktories u. a. (2017): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban und Fischer Verlag, Elsevier GmbH
    • Gelbe Liste (2019): Gelomyrtol
    • E.P. Karpova u.a. (2016): Use of Myrtol standardized in the treatment of children with acute rhinosinusitis. Vestnik Otorinolaringologii
    • Ernst Mutschler et al. (2013): Mutschler Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart. 10. Auflage
    • Pohl Boskamp (2019): Gebrauchsinformation Gelomyrtol
    • Stiftung Warentest (2019): Gelomyrtol forte, magensaftresistente Weichkapseln
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