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Augenflimmern: Harmlos oder gefährliche Ursache?

Auf einen Blick: Augenflimmern

  • halb- oder beidseitiges Flimmern im Sichtfeld
  • Fachbegriff ‚Flimmerskotom‘
  • mögliches Anzeichen für eine Augenerkrankung, zum Beispiel Netzhautablösung

Wer bekommt Augenflimmern?

  • Patienten mit grünem Star oder grauem Star
  • mögliches Anzeichen für Migräne (sog. ‚Migräneaura‘)
  • Augenflimmern deutet nicht nur auf Probleme mit den Augen hin: Patienten mit einer Nervenentzündung des Sehnervs oder mit einer Schädigung des Sehzentrums nach Schlaganfall sind ebenfalls betroffen

Symptome (Auszug)

  • Flimmern im Sichtfeld
  • möglicherweise stärker bei dunkleren Lichtverhältnissen
  • geht gegebenenfalls mit weiteren sehspezifischen Symptomen einher, zum Beispiel unscharfes Sehen

Behandlung (Auszug)

  • Behandlung der verursachenden Erkrankung: Operation bei Netzhautablösung
  • Lasertherapie bei grauem Star
  • medikamentöse Therapie bei Epilepsie

Tipps

  • Ruhen Sie Ihre Augen regelmäßig aus: Langes Arbeiten am Computer verursacht möglicherweise Augenflimmern
  • Beugen Sie vor durch eine gesunde Ernährung und nehmen Sie viele Vitamine zu sich: Vitaminmangel fördert das Auftreten von Augenflimmern
  • Bei Augenflimmern: unbedingt zum Arzt gehen – es könnte eine harmlose Erscheinung sein, aber auch eine ernsthafte Augenerkrankung

Lästiges Flackern im Blickfeld mit Mustern: Bedeutet Augenflimmern, dass das Auge kaputt ist oder handelt es sich doch eher um eine harmlose Erscheinung? Diese Frage sollte man beim Arzt abklären lassen. Denn Augenflimmern hat vielfältige Ursachen – manche sind ungefährlich, andere schwerwiegend.

Sehstörungen wie Augenflimmern deuten möglicherweise auf eine schwerwiegende Erkrankung des Auges hin. Bei einer Netzhautablösung oder erhöhten Augendruck sollte der Arzt schnell handeln, um die Sehfähigkeit des Patienten zu erhalten.

Augenflimmern tritt auch bei Migräne-Patienten auf, wenn sich die Migräneattacke anbahnt. Bei einer Art der Migräne (sog. ‚cortikale Migräne‘‚ früher ‚Migraine ophthalmique‘ genannt), ist die Sehrinde im Gehirn besonders stark beteiligt. Augenflimmern ist daher ein häufiges Symptom dieser Form der Migräne. Allerdings ist das sogenannte ‚Flimmerskotom‘ nicht nur eine Begleiterscheinung der Migräne.

Neurologische Erkrankungen sind weitere mögliche Auslöser für ein Flimmerskotom – eine Störung der Nervenbahnen im Gehirn kann die Verarbeitung visueller Reize stören. Dies geschieht auch dann, wenn die Erkrankung nicht spezifisch das Sehzentrum betrifft. Beispiele sind eine Erkrankung an Epilepsie oder eine Schädigung des Gehirns, zum Beispiel durch einen Schlaganfall.

In diesem Artikel erfahren Sie mehr darüber, wie sich Augenflimmern äußert und wer am häufigsten betroffen ist. Die Behandlung durch den Arzt richtet sich nach dem Auslöser für das Augenflimmern. Eine genaue Diagnosestellung ist daher sehr wichtig und der erste Schritt in einer erfolgreichen Therapie.

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Was ist Augenflimmern?

Augenflimmern gehört zu den Sehstörungen. Es ist entweder eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder tritt einzeln auf. In der Fachsprache nennt man es ‚Flimmerskotom‘. Nach medizinischen Richtlinien des ICD10 zählt Augenflimmern zu den sogenannten ‚subjektiven Sehstörungen‘. Das heißt, dass es eine Sehstörung ist, die man zunächst nur anhand der Wahrnehmung des Patienten messen kann.

Die Sehstörung macht sich – wie der Name bereits sagt – durch ein Flimmern vor den Augen bemerkbar und ist eine mögliche Begleiterscheinung vieler Erkrankungen der Augen. Auch Menschen mit einer Reihe an anderen Vorerkrankungen, die nichts mit den Augen zu tun haben, sind möglicherweise von Augenflimmern betroffen.

Das Auge kann auf viele Arten an Beschwerden verursachen – zum Beispiel, wenn es sehr trocken ist. In folgendem Video spricht Dr. Dr. Tobias Weigl darüber, warum die Augen manchmal jucken oder brennen:

Wieso habe ich oft ein brennendes, juckendes & tränendes Auge?🤔 Tränenflüssigkeit | Augentropfen

Wie äußert sich Augenflimmern?

Die Betroffenen sehen oftmals flackernde, gezackte, leuchtende Muster. Häufig äußert sich das Flimmern in einer Art Bogen im Sichtfeld (sog. ‚Skotom‘). In vielen Fällen tritt das Flimmern zunächst in der Nähe der Gesichtsfeldmitte auf – dann wandert es langsam nach außen.

Augenflimmern muss sich nicht bei jedem Betroffenen auf die gleiche Art und Weise äußern. Es kann symmetrisch, also bei beiden Augen gleichermaßen auftreten. Allerdings ist auch möglich, dass das Flimmern sich nur im Sichtfeld des einen Auges (halbseitig) bemerkbar macht. In vielen Fällen (zum Beispiel bei einer Netzhautablösung) äußert sich das Flimmern eher im Dunkeln und halbseitig.

Ein auftretendes Flimmerskotom dauert meistens ungefähr 15–30 Minuten lang an. Das Flimmern kann eine unabhängig auftretende Erscheinung sein oder tritt gemeinsam mit anderen Symptomen auf. Möglicherweise folgen Kopfschmerzen oder eine Migräneattacke, dies muss jedoch nicht der Fall sein.

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Falls eine Augenerkrankung das Augenflimmern verursacht, dann wird es oftmals von anderen Einschränkungen der Sehfähigkeiten begleitet: zum Beispiel unscharfes, verzerrtes Sehen. Löst Stress das Augenflimmern aus, dann tritt es häufig gemeinsam mit Bluthochdruck auf.

Exkurs: Vielfältige Sehstörungen – viele Ursachen

Sehstörungen äußern sich auf unterschiedliche Arten: schwarze Punkte im Blickfeld, Lichtblitze und Flimmern vor den Augen sind nur einige mögliche Erscheinungsbilder. Nicht immer ist die Ursache schwerwiegend.

Dennoch können Sehstörungen auf ernsthafte Augenerkrankungen hindeuten. Daher ist es immer gut, die Ursache für eine auftretende Sehstörung von einem Arzt abklären zu lassen. Stellen Sie also keine Selbstdiagnose.

Möchten Sie mehr zum Thema Sehstörungen erfahren? Lesen Sie unseren Artikel: Sehstörungen – Flimmern, Lichtblitze, schwarze Punkte & Doppeltsehen – Ursachen, Erkrankungen & Therapie

„Suchen Sie bei Augenflimmern einen Arzt auf. Es könnte sich um eine harmlose Begleiterscheinung handeln – aber auch auf eine gefährliche Augenerkrankung hindeuten.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Warum und bei wem tritt Augenflimmern auf?

Augenflimmern kann auf verschiedene Erkrankungen hindeuten. Wenn wir visuelle Reize verarbeiten, sind nicht nur die Augen beteiligt. Dementsprechend kann eine gestörte optische Wahrnehmung – wie Augenflimmern – auch auf Probleme mit dem gesamten visuellen System hindeuten. Auch Erkrankungen, die weder etwas mit den Augen noch mit der visuellen Verarbeitung im Gehirn zu tun haben, sind mögliche Auslöser.

Die neuronale visuelle Verarbeitung: vom Auge zum Gehirn

Nicht nur die Augen sind verantwortlich für das Sehen. Deshalb treten Probleme mit dem Sehen auch nicht nur aufgrund von Augenerkrankungen auf. Es ist sinnvoll, einmal kurz zu betrachten, wie das Sehen im Gehirn funktioniert. Dies hilft beim Verstehen, warum nicht nur Patienten mit Augenerkrankungen von der Sehstörung Lichtflimmern betroffen sind:

Beim Sehen treffen Informationen über Licht und Farben in unsere Augen. Von dort aus wandert die Impulse über den Sehnerv hinweg zu dem Bereich des Gehirns, der für das Sehen zuständig ist: die Sehrinde, beziehungsweise der sogenannte ‚visuelle Cortex‘. Diese befindet sich im hinteren Bereich des Gehirns, im sogenannten ‚Occipitallappen‘. Die Weiterleitung der Sehimpulse erfolgt über den Sehnerv.  Man bezeichnet den Prozess auch als ‚neuronale Reizverarbeitung‘, ‚visuelle Verarbeitung‘ oder ‚visuelle Wahrnehmung‘.

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Mögliche Auslöser für Augenflimmern: Neurologische Probleme

Im Auge, auf dem Weg durch den Sehnerv und im Gehirn können Störungen der visuellen Signale zu abnormalem Sehen wie Augenflimmern führen. Betroffen von eingeschränktem Sehen sind daher alle Menschen, die unter einer Schädigung des Auges oder aber auch Problemen mit dem Sehnerv leiden. Augenflimmern begleitet möglicherweise:

Die Betroffenen leiden unter Erkrankungen der Augen

Augenerkrankungen, bei denen Augenflimmern ein mögliches Symptom ist, sind zum Beispiel der graue Star (sog. ‚Katarakt‘) und der grüne Star (sog. ‚Glaukom‘). Erkrankungen der Netzhaut lösen ebenfalls möglicherweise Augenflimmern aus. Ein Beispiel ist ein Netzhautriss oder die Netzhautablösung.

Video-Exkurs: Altersstar: Warum sieht man im Alter schlecht – trotz Brille?

Im Alter trübt sich unsere Linse. Betroffen davon sind alle Menschen. Der sogenannte ‚graue Star‘ (in der Fachsprache ‚Katarakt‘) ist daher weniger eine Erkrankung, sondern vielmehr eine Alterserscheinung. Erfahren Sie in unserem Video mehr darüber, warum man im Alter immer schlechter sieht – und dies trotz Brille.

Dr. Dr. Weigl wird in nachfolgendem Video von Prof. Dr. Alireza Mirshahi unterstützt. Prof. Dr. Mirshahi ist Chefarzt an der Augenklinik in Dardenne. Die beiden Ärzte erläutern unter anderem, was die Symptome bei Altersstar sind und wie man ihn behandelt.

Altersstar: schlechter Sehen trotz Brille - Grauer Star (Katarakt) Ursachen, Symptome & Operation

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Weitere mögliche Ursachen: körperliche Erkrankungen

Auch Patienten mit anderen Erkrankungen – die auf den ersten Blick nichts mit den Augen zu tun haben – leiden unter Augenflimmern. So zum Beispiel Bluthochdruck-Patienten oder Menschen mit angeborenen Herzproblemen oder Diabetes mellitus. Augenflimmern geht häufig mit Schwindel einher: Das sogenannte ‚Schwarzwerden-Vor-Den-Augen‘ wird oft von einem Flimmerskotom begleitet.

Augenflimmern durch Alltagsgewohnheiten

Der Lebensstil und alltägliche Handlungen sind weitere mögliche Auslöser für Augenflimmern. Beispiele sind Stress, Überanstrengung der Augen oder Übermüdung. Viel Stress am Arbeitsplatz, zu langes Arbeiten am Computer, ein Fernsehmarathon oder sehr viel Sonnenlicht am Tag sind daher fördernde Faktoren für ein Flimmerskotom.

Gut zu wissen! Die Psyche beeinflusst das Auftreten von Augenflimmern

Bei vielen Patienten mit Herzproblemen und hohem Blutdruck hat die Psyche einen sehr großen Einfluss auf die Symptome: psychische Probleme wie unterdrückte Depressionen und Angststörungen liegen bei rund 40% der Patienten mit Herzproblemen vor. Bei Menschen mit einem aktiven Wesen und aggressiver Grundhaltung erhöht diese geistige Ausgangslage (sog. ‚psychische Disposition‘) in Stresssituationen den Blutdruck. Häufig treten daher in Stresssituationen Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Augenflimmern auf.

Konsumverhalten begünstigt Augenflimmern

Das Konsumverhalten und die Ernährung spielen ebenfalls eine Rolle beim Auftreten des Flimmerskotoms: Beispiele sind die Einnahme von Drogen und Alkohol (Alkoholvergiftung) oder Medikamenten (zum Beispiel antimikrobielle Wirkstoffe), sowie ein Mangel an Nährstoffen (Vitamin, A, B, C oder Zink). Eine gesunde Ernährung ist daher ratsam und wichtig, um Augenflimmern vorzubeugen.

Augenflimmern bei Migräne

Augenflimmern kann ein Anzeichen für eine sich anbahnende Migräne sein. Migräne-Patienten bemerken die Attacke häufig bereits, bevor diese eintritt – der Migräneschub bahnt sich also langsam an. Man spricht von einer sogenannten ‚Migräneaura‘. Neben weiteren Beschwerden wie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit zählt Augenflimmern zu den möglichen Anzeichen einer solchen Aura.

Haben Sie schon einmal Augenflimmern erlitten? Was hat der Arzt als Grund identifiziert? Mit Ihrer Antwort helfen Sie anderen Betroffenen, Ihre Erkrankung besser einzuschätzen. Nutzen Sie gerne auch die Kommentarfunktion am Ende des Textes, um sich gegenseitig auszutauschen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose bei auftretendem Augenflimmern

Wenn Sie unter Augenflimmern leiden, dann diagnostiziert der Arzt die zugrunde liegende Erkrankung. Im ersten Schritt erfragt er in einem Anamnesegespräch, wie genau die Umstände sind, unter denen die Symptomatik aufgetreten ist. Er stellt zum Beispiel folgende Fragen:

  • wann ist das Flimmern zum ersten Mal aufgetreten?
  • wie lange hält das Augenflimmern an?
  • ist es mit der Zeit stärker geworden?
  • liegen Vorerkrankungen vor? Wenn ja, welche?
  • haben Sie vor dem Auftreten des Augenflimmerns besondere Substanzen zu sich genommen?
  • nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
  • leiden Sie unter einer Erkrankung der Augen?

Untersuchungen richten sich nach möglicher Vorerkrankung

Auf das Gespräch mit dem Patienten folgen im Verdachtsfall auf eine Störung der Augen augenärztliche Untersuchungen. Andere Maßnahmen bei der Untersuchung richten sich danach, was der Arzt als verursachende Erkrankung vermutet.

Die Diagnosestellung kann daher einige Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt sind die diagnostischen Methoden der Wahl vielfältig, da auch die Ursachen für ein Flimmerskotom sehr vielfältig sind. Einige Beispiel für die weitere Diagnose bei Augenflimmern nach dem Anamnesegespräch sind:

  • Messung des Augeninnendruck, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung des Auges, zum Beispiel grüner Star, besteht. Denn bei dieser Erkrankung leidet der Patient unter einem chronisch erhöhten Augendruck
  • Vermutet der Arzt, dass das Augenflimmern durch den akuten Konsum giftiger Substanzen hervorgerufen wurde, untersucht er gegebenenfalls das Blut des Patienten an einer Probe
  • Liegt der Verdacht auf eine Netzhautablösung vor, führt der Arzt eine Augenspiegelung (sog. ‚Ophthalmoskopie‘) durch
  • Bei einer Vorerkrankung an Diabetes mellitus prüft der Arzt den Insulinspiegel des Patienten und stellt fest, ob die Medikation richtig eingestellt ist
  • Bei einem Patienten mit Multipler Sklerose eignet sich gegebenenfalls ein Kopf-MRT zur Diagnose. Der Arzt kann feststellen, ob neue Entzündungsherde im Gehirn vorliegen
  • Untersuchung der Gehirnaktivität bei einer Vermutung auf eine Nervenentzündung

Fakten-Box

Augenflimmern

  • auch ‚Flimmerskotom‘ genannt
  • ist eine subjektive Störung des Sehens
  • hat vielfältige Ursachen: Schädigung des Auges, des Gehirns oder unterschiedliche Vorerkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus)
  • die Behandlung richtet sich nach der verursachenden Erkrankung

Mögliche Symptome

  • Flimmern auf einer Seite des Gesichtsfeldes
  • tritt häufig eher bei schwachen Lichtverhältnissen auf
  • manchmal begleitet von Kopfschmerzen
  • geht mit Schwindel einher, wenn einer Person ‚schwarz vor Augen‘ wird

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Augenflimmern

Augenflimmern tritt als eine Folgeerscheinung verschiedener Erkrankungen auf. Daher existiert keine allgemeingültige Therapie – die Behandlung beim Arzt richtet sich danach, welche Grunderkrankung vorliegt. Dies verdeutlicht, wie wichtig eine gründliche Diagnose über den Grund für das Augenflimmern ist.

Im Folgenden lesen Sie ein paar Beispiele dafür, wie man die das Augenflimmern verursachenden Erkrankungen behandeln kann. Wir verweisen allerdings jeweils auf die Einzelartikel über die zugrundeliegenden Erkrankungen. Dort stellen wir detaillierte Informationen darüber bereit, was der Arzt genau im Fall einer Erkrankung tut. Im Folgenden lesen Sie zwei Beispiele dafür, was mögliche Therapien der ursächlichen Erkrankung von Augenflimmern sind.

Augenerkrankungen therapieren: Beispiel grüner Star (sog. ‚Glaukom‘)

Die Behandlung eines Glaukoms hat immer zum Ziel, den Augendruck des Patienten zu senken. Hierbei steht im Vordergrund, die noch vorhandene Sehfähigkeit zu erhalten. Man kann ein Glaukom zunächst mit medikamentösen Maßnahmen behandeln. Ein Beispiel sind Augentopfen, die sogenannte ‚Betablocker‘ enthalten.

Da die Erkrankung chronisch fortschreitend ist, muss der Patient dauerhaft behandelt werden. Helfen medikamentöse Maßnahmen nicht mehr, dann greift der Arzt entweder zu einer Lasertherapie oder zu einer Operation, um den Augendruck zu verringern.

Augenerkrankungen therapieren: Beispiel Netzhautablösung

Um eine abgelöste Netzhaut wieder fest im Auge anzubringen, ist in den meisten Fällen eine Operation erforderlich. Liegt nur ein Riss in der Netzhaut vor, kann der Arzt diesen mit einer Lasertherapie behandeln: Man provoziert mit dem Laser eine Art Entzündungsreaktion im Auge an der gerissenen Stelle. Als Folge dieser Reaktion heilt das Auge den Riss selbst.

Aktuelle Forschung – Präeklampsie erkennen: Augenflimmern als mögliches Symptom

Präeklampsie ist eine Erkrankung mit ungeklärter Ursache, die bei schwangeren Frauen auftritt und Mutter und Kind schädigt. Der schlimmste Ausgang ist hierbei der Tod von Mutter und Kind. Die Erkrankung betrifft den ganzen Körper (sog. ‚Multisystemerkrankung‘).

Es ist schwierig, eine vorliegende Präeklampsie nur anhand einzelner Symptome festzumachen, so wie es lange Zeit der Fall war. Daher werden die Leitlinien über diese Erkrankung neu definiert. In einer aktuellen Übersichtsstudie hat Prof. Dr. Stefan Verlohren von der Klinik für Geburtsmedizin der Charité in Berlin die aktuellen Entwicklungen zusammengefasst. Welche Symptome deuten möglicherweise auf eine Präeklampsie hin?

Leitlinien lockern: Wie erkennt man eine Präeklampsie?

Die Symptome umfassen laut der neuen Leitlinien nicht nur einen erhöhten Blutdruck und eine veränderte Zusammensetzung des Urins – wie die ursprüngliche Definition lautete. Die Die Leitlinien der amerikanischen Gesellschaft für Gynäkologie (sog. American College of Obstetricians and Gynecologists‘ kurz ACOG) sind daher gelockert worden. Andere Organisationen haben diese Definition übernommen, zum Beispiel die internationale Gesellschaft für die Forschung an Hypertonie in der Schwangerschaft (kurz ISSHP).

Mögliche Symptome einer Präeklampsie umfassen nach den neuen Leitlinien neben Bluthochdruck auch Symptome von Organversagen, zum Beispiel der Niere. Weiterhin sind visuelle Symptome möglich, wie Augenflimmern. Es ist daher wichtig, dass man nicht nur körperliche Messungen bei möglichen Patientinnen durchführt – auch das subjektive Empfinden (wie im Fall bei einem auftreten Flimmerskotom) unterstützt die Diagnosestellung.

Leben retten durch echtzeitiges Erkennen der Präeklampsie

Der Tod von Mutter und Kind ist vermeidbar, wenn man die Präeklampsie rechtzeitig erkennt. Die Komplexität der Erkrankung darf man laut dem Autor der Übersichtsstudie nicht außer Acht lassen. Die neuen Leitlinien reflektieren diese. Denn auf kleinste Anzeichen bei den Patientinnen zu achten, kann deren Leben retten.

Quelle: Stefan Verlohren (2018): Neue Trends in der Diagnostik und Therapie der Präeklampsie. In. Frauenheilkunde up2date 12/6, S. 535–546.

Häufige Patientenfragen

Kann ich bei auftretendem Augenflimmern selbstständig mit dem Auto zum Arzt fahren?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie sollten generell bei Augenproblemen lieber nicht selbst mit dem Auto fahren. Es könnte sein, dass die verschlechterte visuelle Wahrnehmung Ihre Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Vor allem in einer Gefahrensituation ist es wichtig, korrekt zu sehen, um schnell genug zu reagieren. Gehen Sie kein Risiko ein und fahren Sie lieber mit dem Bus oder lassen sich von einem Familienmitglied zum Arzt bringen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass man bei auftretendem Augenflimmern operiert werden muss?

Dr. Dr. T. Weigl
Man kann dies nicht eindeutig beantworten. Denn die Behandlung von Augenflimmern hängt ganz von der zugrunde liegenden Diagnose ab. Tritt das Flimmerskotom als Folgeerscheinung eines Schlaganfalls auf, dann helfen zum Beispiel eher rehabilitierende Maßnahmen (Physiotherapie, Ergotherapie) als eine Operation. Bei einer vorliegenden Augenerkrankung wie einer Netzhautablösung jedoch kann eine Operation helfen. Wenn ein Flimmerskotom bei Ihnen auftritt, dann sollte ein Arzt abklären, was der Auslöser für die Erscheinung ist. Eine gründliche Diagnose ist der erste Schritt, um die geeignete Therapie zu finden. Unter Umständen ist diese eine Operation, in vielen Fällen helfen jedoch andere Therapieformen.

Kann das Augenflimmern anzeigen, dass man blind wird?

Dr. Dr. T. Weigl
Augenflimmern an sich entwickelt sich nicht zu einer Erblindung. Es kann jedoch auf eine andere Augenerkrankung hindeuten, die die Sehfähigkeit beeinträchtigt. Sie sollten daher zum Arzt gehen, wenn bei Ihnen ein Flimmerskotom auftritt und Sie die Ursache nicht kennen. Bleibt eine Augenerkrankung unbehandelt, dann geht man die Gefahr für bleibende Schäden ein – bei manchen Patienten auch eine mögliche Erblindung. Bei Patienten mit einem Glaukom zum Beispiel sollte man den Augendruck rechtzeitig reduzieren, um die Sehfähigkeit zu erhalten.

Wenn man helle Lichtblitze sieht, handelt es sich dann um ein Flimmerskotom?

Dr. Dr. T. Weigl
Das Sehen von hellen Lichtblitzen ist ein anderes Symptom. Man bezeichnet im Sichtfeld auftretende Lichtblitze in der Fachsprache als ‚Photopsien‘. Die Lichtblitze gehen oftmals von einer fixen Stelle des Gesichtsfeldes aus und treten – so wie das Flimmerskotom – häufig im Dunkeln stärker auf. Wenn Sie solche Lichtblitze wahrnehmen, könnte dies auf eine Augenerkrankung hindeuten. Bei einer Netzhautablösung oder einem Netzhautriss tritt diese Erscheinung oftmals auf. Wenn Sie also Photopsien wahrnehmen, dann suchen Sie unbedingt einen Augenarzt auf. Dieser klärt durch Untersuchungen ab, ob es sich tatsächlich um eine solche Erkrankung handelt.

Typisches Patientenbeispiel

Am Mittag ging es Laura noch gut. Abends jedoch nahm sie immer deutlicher wahr, dass sich eine Migräne anbahnte. „Ach Schatz, dann sag‘ mir doch einfach, wenn du keine Lust hast, mit zum Feuerwehrtreffen zu kommen“, sagt ihr Mann Kurt mit einem genervten Unterton. „Nein, es geht mir wirklich nicht gut. Ich will nicht mitkommen, um dann nach einer halben Stunde wieder nach Hause gehen zu müssen. Bitte versteh‘ das.“

Die Symptome werden stetig heftiger – Nur Ruhe hilft

Laura ist zu Hause geblieben. Sie hatte Recht – die Migräneaura hat ihr deutlich gezeigt, dass die Attacke sich anbahnt. Das Flimmern vor ihren Augen wurde immer heftiger und langsam kam der Kopfschmerz hinzu. „Bleib‘ ruhig, Laura. Du kennst das ja bereits“, hat sie sich selbst gut zugeredet.

Sie hofft, dass die Migräneattacke bald vorüber ist. Am besten hilft ihr, sich bei gedämmtem Licht in ihr Bett zu legen und die Augen zu schließen. Das Flimmern vor den Augen lässt beim Ausruhen langsam nach – wie immer nach ungefähr 20 Minuten. Laura nimmt ihr Handy zur Hand und trägt die Attacke in ihre Schmerz-App ein.

Als Kurt später nach Hause kommt, schläft Laura tief und fest. „Naja, wenigstens hat sie im Schlaf keine Kopfschmerzen“, denkt er und macht sich leise auch bettfertig.

Verwandte Themen

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Haben Sie Erfahrungen mit Augenerkrankungen und deren Symptomen? Möchten Sie sich bei uns weiter über Augenflimmern erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

 

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda Mende
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht am: 16.03.2020

Quellen:

  • Amboss Fachwissen für Mediziner (2020): Migräne. In: amboss.com.
  • Amboss Fachwissen für Mediziner (2017): Störungen der optischen Wahrnehmung. In: amboss.com.
  • Deutsches Ärzteblatt (2014): Stress kann Sehstörungen auslösen. In: aerzteblatt.de.
  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (2020): Blick durch erkrankte Augen. In: augeninfo.de.
  • Berufsverband deutscher Internisten e.V. (2020): Herz & Psyche. In: internisten-im-netz.de.
  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin e.V. (DEGAM) (2020): DEGAM-Leitlinie Nr. 17. Akuter Schwindel in der Hausarztpraxis. In: awmf.org.
  • Hans-Christoph Diener u. a. (2018): S1-Leitlinie – Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne. In: dgn.org.
  • Jay Friedenberg/ Gordon Silverman (2012): Cognitive science: An introduction to the study of mind. Second edition. Sage Verlag, Los Angeles, USA.
  • Matthias Huber/ Ralf Strahlmann (2012): Arzneimittelnebenwirkungen am Auge bei systemischer Therapie mit Antiinfektiva. In: Deutsche medizinische Wochenschrift 173/3, S. 85–89.
  • Dale Purves u. a. (2012): Neuroscience. Fifth edition. Sinauer Associates Inc. Verlag, Sunderland, USA.
  • Stefan Verlohren (2018): Neue Trends in der Diagnostik und Therapie der Präeklampsie. In. Frauenheilkunde up2date 12/6, S. 535–546.
  • Peter Walter/ Niklas Plage (2017): Basiswissen Augenheilkunde. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg.
  • World Health Organization (WHO) (2019): VII. Diseases of the eye and adnexa. In: icd.who.int.
[Gesamt: 3   Durchschnitt:  5/5]
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1 Kommentar
  • Dietrich Bachmann
    02.06.2020 21:19

    Ich wusste nicht, dass Augenflimmern so ein großes Thema ist. Es ist interessant, mehr darüber zu lernen. Heutzutage schient es als ob es wirkliche viele Augenerkrankungen gibt, von denen man überhaupt nicht wissen kann. Man soll sich von einem Augenarzt beraten lassen, wenn er mehr Fragen über solche Sachen hat.

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