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Schmerzen im Hinterkopf – ein Symptom und seine Bedeutung

Schmerzen im Hinterkopf sind eher selten Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung und können daher oft gut selbst behandelt werden.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Schmerzen im Hinterkopf deuten meist auf einen sog. zervikalen Kopfschmerz hin, der durch eine bestimmte (Fehl-)Haltung der Wirbelsäule ausgelöst werden kann. Auch der primäre Spannungskopfschmerz macht sich oft im Hinterkopf bemerkbar, ist aber meist psychischer Natur. In beiden Fällen sind die Kopfschmerzen mit einem Spannungs- oder Druckgefühl im Hinterkopf zu lokalisieren, unter Umständen mit Ausstrahlung bis ins Stirn- und Gesichtsfeld. In seltenen Fällen kann der spezifisch im Hinterkopf zu spürende Schmerz auch Symptom eines Tumors sein.

Jeden Morgen das Gleiche. Jeden Morgen wird Karsten von einem dumpfen Druckgefühl im Hinterkopf wach. Seit Tagen zieht sich das schon hin und jedes Mal hofft er, mit ausreichend Schlaf würde er die Kopfschmerzen schon wegbekommen. Aber im Gegenteil, verspannt, mit einem schmerzenden Nacken und müde steht er auf. Kaum öffnet er die Augen und bewegt sich ein bisschen, möchte er die Augen am liebsten direkt wieder schließen, denn der Schmerz kriecht ihm über den Kopf bis zu den Augen.

Ursachen für Schmerzen im Hinterkopf

Karsten aus unserem Beispiel hat eine Form von Kopfschmerz, wie ihn wohl viele nur zu gut kennen. Ein unangenehmes Druck- bzw. Spannungsgefühl, dass sich von hinten nach vorne über den Kopf zieht und bis auf die Augen drücken kann. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein – teils psychischer, teils physischer Natur.

Besonders für den zervikalen, also den Hals betreffenden Kopfschmerz ist eine Veränderung oder Erkrankung der Halswirbelsäule als Ursache typisch (bspw. durch eine schlechte Matratze, eine falsche Lages des Kopfes beim Schlafen oder eine stetige Rückbiegung der Halswirbelsäule). Ebenso mögliche Auslöser sind muskuläre Verspannungen im Bereich des Halses, des Nackens oder der Schultern. Der Schmerz entsteht also nicht im Kopf, sondern wird vom Hals oder Nacken weitergeleitet bzw. überträgt sich. Allerdings kann diese Art Verspannung auch psychische Ursachen wie Stress oder Überforderung haben.

Zähneknirschen als Auslöser für Schmerzen im Hinterkopf

Wichtig ist an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass die Schmerzursache nicht nur von einem Orthopäden abgeklärt werden sollte, sondern ggf. auch von einem Zahnarzt. Nicht selten wird diese Art von Schmerz nämlich von Bruximus, einer starken, unbewussten Aktivität des Kaumuskels, ausgelöst. Dieses Knirschen kann wiederum sowohl Folge einer Entzündung im Kiefer, einer Zahnfehlstellung oder psychischen Stresses sein.

Das Symptom: Wie genau äußert sich der Schmerz?

Der Schmerz beginnt im Hinterkopf und zieht häufig bis über die Stirn ins Gesichtsfeld hinein. Bei Schmerzen, die auf eine Verspannung der Nackenmuskulatur zurückgehen, ist meist auch die Drehbewegung des Kopfes beeinträchtigt, was wiederum oft von einer Schonhaltung des Patienten begleitet wird.

Mehr Informationen zu Kopfschmerzen finden Sie in diesem Video

Bei Kopfschmerzen ist es wichtig, zwischen den verschiedenen Arten des Schmerzes zu unterscheiden. In diesem Video können Sie herausfinden, ob Sie unter “normalen” Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Migräne leiden.

Wer ist betroffen?

Wer von Schmerzen spezifisch am bzw. im Hinterkopf betroffen ist, hängt stark von dem Auslöser der Schmerzen ab. Handelt es sich bei der Ursache um eine Fehlhaltung der Wirbelsäule, sind oft Menschen betroffen, die einer Bürotätigkeit nachgehen, lange am Schreibtisch sitzen und unter Bewegungsmangel leiden.

In anderen Fällen können auch eine falsche Lage des Kopfes beim Schlafen oder andere Probleme der Halswirbelsäule ursächlich sein. Betroffen von Schmerzen im Hinterkopf kann somit im Grunde jeder sein.

Haben Sie auch Schmerzen im Hinterkopf? Welche Ursachen hat ein Arzt bei Ihnen diagnostiziert? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihren Schmerz und mögliche Ursachen besser einzuordnen und mit einem Arzt zu besprechen.
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Gut zu wissen!
Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist von einem sogenannten Bruximus, also der unbewussten Kaumuskelaktivität, betroffen. In vielen Fällen ist dieser verantwortlich für einen dumpfen, drückenden Schmerz im Hinterkopf. Davon sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Durch das Kauen und Knirschen werden vor allem in der modernen Leistungsgesellschaft psychische Belastungen und Spannungen – meist nachts – abgearbeitet.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Sollte der Arzt vermuten, dass eine Verspannung der Auslöser der Schmerzen ist, dann wird er den Hals- und Nackenbereich abtasten. Der Schmerz verstärkt sich oft, wenn Druck auf die betreffenden Muskeln ausgeübt wird. Weiterhin kann der Arzt so die Verspannung bzw. Blockade genau lokalisieren.

Sieht es eher danach aus, dass eine Veränderung der Halswirbelsäule die Schmerzen im Hinterkopf verursacht, so gilt es interdisziplinär zu arbeiten. In diesem Fall sollte ein Orthopäde hinzugezogen werden, der mit bildgebenden Verfahren (Röntgenaufnahmen u.a.) die Veränderungen nachweisen und beurteilen kann.

Ebenso ist es möglich, dass ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde miteinbezogen wird, sollten die Schmerzen durch Bruximus ausgelöst werden. Bei der Diagnose sind Abnutzungserscheinungen der Zähne, Schmerzen an den Zähnen oder im Kiefer erste Hinweise, auf die geachtet wird.

Fakten-Box: Schmerzen im Hinterkopf

  • meist sekundärer Schmerz als Symptom einer anderen Erkrankung / Veränderung
  • häufigste Ursachen: Veränderung der Wirbelsäule, Verspannungen im Nackenbereich, Bruximus
  • selten Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung
  • manchmal auch primärer Kopfschmerz, der meist psychischer Natur ist

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Beruht der Schmerz auf einer Verspannung der Hals- und Nackenmuskulatur, so kann der Patient auch selbst erste Maßnahmen ergreifen. Wärmeanwendungen mit einem Körnerkissen, eine leichte Massage, Dehn- und Lockerungsübungen sind erste Möglichkeiten, um die Verspannung zu lösen und um im Zuge dessen auch den Kopfschmerz zu lindern. Weiter kann vom Arzt eine Physiotherapie verordnet werden. Ist Bruximus (Zähneknirschen) die Ursache, wird in der Regel eine Aufbissschiene verordnet. Orthopäden hingegen können verschiedene Formen der manuellen Therapie anwenden – also eine Behandlung der veränderten Gelenke oder Wirbel mit den Händen. Durch ein gezieltes Einwirken, Mobilisieren und passive Bewegung lassen sich häufig die Störfaktoren, wie eingeklemmte Nerven o.ä., behandeln.

Häufige Patientenfragen

Woher kommen Schmerzen im Hinterkopf?

Dr. T. Weigl:
Schmerzen im Hinterkopf liegt oft eine Erkrankung der Halswirbelsäule oder eine stark verspannte Nackenmuskulatur zugrunde, ausgelöst durch eine falsche Haltung, langes Sitzen am Schreibtisch oder aber auch nächtliches Zähneknirschen. Um den Schmerz zu behandeln, gilt es unbedingt die Ursache ausfindig zu machen!

Sind Schmerzen im Hinterkopf Anzeichen für eine ernste Erkrankung?

Dr. T. Weigl:
In den meisten Fällen sind Schmerzen im Hinterkopf harmlos. Handelt es sich um Schmerzen, die auf die Nackenmuskulatur zurückgehen, so lassen sich diese einfach durch Entspannungsübungen oder Physiotherapie behandeln. In seltenen Fällen allerdings kann ein starker Schmerz im Hinterkopf auch ein Anzeichen für einen Tumor sein.

Sollte ich mit meinen Schmerzen zum Arzt gehen?

Dr. T. Weigl:
Treten die Schmerzen gelegentlich auf und lassen sie sich durch Lockerung der Muskulatur oder andere Maßnahmen selbst lindern, so ist nicht sofort ein Gang zum Arzt nötig.
Sollten die Schmerzen allerdings wiederholt, verstärkt oder dauerhaft auftreten, sollte dies mit einem Arzt besprochen werden. In diesem Fall ist es wichtig, die Schmerzursache genau ausfindig zu machen – ggf. auch mit weiteren Ärzten, wie einem Orthopäden, Zahnarzt oder Kieferorthopäden – um entsprechend reagieren und behandeln zu können.

Karsten beschließt, sich einen Termin bei seinem Hausarzt geben zu lassen. Nach einem ausführlichen Gespräch verweist dieser ihn an seinen Zahnarzt weiter, der daraufhin starke Abnutzungserscheinungen der Kauflächen der Zähne feststellt. Karsten knirscht offenbar nachts stark mit den Zähnen. Jetzt wird Karsten eine Aufbissschiene angefertigt, um dem entgegenzuwirken. Tatsächlich lassen die Schmerzen seitdem nach und Karsten kann ohne schmerzenden Kopf aufwachen.

 
Haben auch Sie Erfahrungen mit Kopfschmerzen im Hinterkopf? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

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  • Autoren: Dr. Tobias Weigl und Katharina Mraz
    Lektorat: Christine Pepersack
    Veröffentlicht am: 09.05.2018, zuletzt aktualisiert: 11.11.2018

    Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

    Quellen

    • GZFA (Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik). Hier verfügbar.
    • Delank, Heinz-Walter und Gehlen, Walter (2006): Neurologie. Thieme: Stuttgart, New York.
    • Dyer, L. und Tuena, M. (2004): Diagnose zervikaler Kopfschmerz. In: Manuelle Therapie 8 (3). Thieme: Stuttgart, New York.
    • Göbel, Hartmut (2016): Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Medizin Verlag: Berlin, Heidelberg, New York.
    • Laser, Tom (2005): Mach dich locker! Muskel-Verspannungen schnell wieder loswerden. Trias: Stuttgart.
    • Vogel, P. (1987): Kopfschmerzen mit okzipitalem Schwerpunkt. Zervikal-Syndrom – Spannungskopfschmerz – »Okzipital-Neuralgie«. In: Aktuelle Neurologie 14(6). Thieme: Stuttgart, New York.
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