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Schmerzen im Hinterkopf – Anzeichen schlimmer Erkrankungen?

Auf einen Blick – Schmerzen im Hinterkopf

Was sind Schmerzen im Hinterkopf genau?

  • meist sekundärer Schmerz als Symptom einer anderen Erkrankung/Veränderung
  • Folge von Verspannungen im Nacken, Kiefer, Rücken
  • kann psychische Auslöser haben

Wer bekommt Schmerzen im Hinterkopf?

  • lange Bürotätigkeiten schaden dem Rücken, führen zu Verspannungen
  • Stress ist eine Ursache

Symptome (Auszug)

  • Schmerzen vom Hinterkopf bis teilweise in die Stirn
  • Bewegungsfreiheit des Kopfes eingeschränkt

Behandlung (Auszug)

  • Behandlung der Grunderkrankung
  • Schmerzmittel
  • Lockerung der verspannten Muskeln durch Yoga, Physiotherapie
  • Manuelle Therapie

Tipps

  • Stress reduzieren: Stress ist ein möglicher Faktor, der Kopfschmerzen hervorruft
  • massieren Sie sich selbst, wenn Sie Verspannungen bemerken, auch die Kiefermuskeln können so entspannt werden

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Jeder kennt dieses Stechen, Pochen oder Druckgefühl im Schädel. Kopfschmerzen sind lästig und können Ihren Tagesablauf empfindlich stören, wenn ihnen nicht beizukommen ist. Dabei deuten Schmerzen im Hinterkopf meist auf einen sog. ‚zervikalen Kopfschmerz‘ hin, der durch eine bestimmte Fehlhaltung der Wirbelsäule ausgelöst werden kann. Auch der primäre Spannungskopfschmerz macht sich oft zuerst im Hinterkopf bemerkbar, ist aber meist psychischer Natur.

In beiden Fällen sind die Kopfschmerzen mit einem Spannungs- oder Druckgefühl im Hinterkopf verbunden, unter Umständen strahlen sie sogar bis ins Stirn- und Gesichtsfeld aus. In seltenen Fällen kann der spezifisch im Hinterkopf zu spürende Schmerz sogar Symptom einer Krebserkrankung sein.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über die Gründe für Schmerzen im Hinterkopf. Zusätzlich verraten wir Ihnen, welche Hausmittel helfen und ab wann der Weg zum Arzt unumgänglich wird.

Was sind Kopfschmerzen?

Der Begriff ‚Kopfschmerzen‘ umfasst alle Arten von Schmerzempfindungen, die am Kopf oder im Kopfbereich auftreten. Bis zu vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an chronischen Kopfschmerzen. Die andauernden Kopfschmerzen haben neben den Schmerzen auch eine psychische Komponente, denn viele Schmerzpatienten fürchten sich dauerhaft vor der nächsten Schmerzattacke. Diese Furcht begünstigt dann wiederum das Eintreten einer Schmerzepisode; ein Teufelskreis, der die Bewältigung des Alltags verkompliziert und ein entspanntes Leben oftmals unmöglich macht.

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Drei Arten von Kopfschmerzen

In der Medizin wird zwischen drei Arten von Kopfschmerzen unterschieden. Dabei ist für die Einordnung entscheidend, aus welchem Grund die Schmerzen auftreten:

  • primäre Kopfschmerzen: hier ist der Kopfschmerz selbst die Erkrankung, bspw. Migräne oder Clusterkopfschmerzen
  • sekundäre Kopfschmerzen: Kopfschmerzen als Symptom einer Krankheit, bspw. einer Allergie
  • kraniale Neuralgien, Gesichtsschmerzen: seltene Erkrankungen des zentralen Nervensystems oder der Kopf- und Gesichtsnerven

Bei Kopfschmerzen ist es wichtig, zwischen den verschiedenen Arten des Schmerzes zu unterscheiden. In diesem Video können Sie herausfinden, ob Sie unter “normalen” Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Migräne leiden.

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Was sind die Ursachen von Schmerzen im Hinterkopf

Kopfschmerzen im Hinterkopf sind ein weitverbreitetes Problem und fast jeder kann davon berichten. Ein unangenehmes Druck- bzw. Spannungsgefühl, dass sich von hinten nach vorne über den Kopf zieht und bis auf die Augen drücken kann. Die Ursachen dafür können vielseitig sein – teils psychischer, teils physischer Natur.

Besonders für den zervikalen – also den Hals betreffenden – Kopfschmerz ist eine Veränderung oder Erkrankung der Halswirbelsäule als Ursache typisch (bspw. durch eine schlechte Matratze, eine falsche Lage des Kopfes beim Schlafen oder eine stetige Rückbiegung der Halswirbelsäule). Auch ein HWS-Syndrom kann Auslöser von Spannungskopfschmerzen sein. Ebenso mögliche Auslöser sind muskuläre Verspannungen im Bereich des Halses, des Nackens oder der Schultern.

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Der Schmerz entsteht also nicht im Kopf, sondern wird vom Hals oder Nacken weitergeleitet bzw. überträgt sich. Allerdings kann diese Art Verspannung auch psychische Ursachen wie Stress oder Überforderung haben und für Sie als Patienten unbemerkt geschehen.

Schmerzen im Hinterkopf als Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen?

In seltenen Fällen können die Schmerzen im Hinterkopf auch ein Symptom einer Krankheit sein, die unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss. Bandscheibenvorfälle, Gehirnerschütterungen, Multiple Sklerose, Nervenschmerzen und sogar Schlaganfälle können teils heftige Schmerzen am Hinterkopf als Begleiterscheinung haben. Hierbei sollten Sie sich abhängig vom Ausmaß der Schmerzen leiten lassen, ob ein Arzt aufgesucht werden muss.

Zähneknirschen als Auslöser für Schmerzen im Hinterkopf

Wichtig ist an dieser Stelle noch zu erwähnen, dass die Schmerzursache nicht nur von einem Orthopäden abgeklärt werden sollte, sondern ggf. auch von einem Zahnarzt. Nicht selten wird diese Art von Schmerz nämlich von einem sogenannten Bruximus, einer starken, unbewussten Aktivität des Kaumuskels, ausgelöst. Dieses Knirschen kann wiederum sowohl Folge einer Entzündung im Kiefer, einer Zahnfehlstellung oder psychischen Stresses sein.

Gut zu wissen!
Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist von einem sogenannten Bruximus, also der unbewussten Kaumuskelaktivität, betroffen. In vielen Fällen ist dieser verantwortlich für einen dumpfen, drückenden Schmerz im Hinterkopf. Davon sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Durch das Kauen und Knirschen werden vor allem in der modernen Leistungsgesellschaft psychische Belastungen und Spannungen – meist nachts – abgearbeitet.

Die Symptome: Wie genau äußert sich der Schmerz im Hinterkopf?

Der Schmerz beginnt im Hinterkopf und zieht häufig über die Stirn bis in Ihr Gesichtsfeld hinein. Während in den meisten Fällen ein dumpfer Schmerz vorliegt, der nicht genau lokalisiert werden kann, äußert er sich in seltenen Fällen aber auch als ziehender, punktueller Schmerz.

Bei Schmerzen, die auf eine Verspannung der Nackenmuskulatur zurückzuführen sind, ist meist auch die Bewegungsfreiheit des Kopfes beeinträchtigt. Oftmals wird in diesen Fällen eine Schonhaltung eingenommen, die die Situation verschlimmert, da die Muskeln in der Position weiterhin unter Spannung stehen und sich nicht lockern können. Dadurch hält auch der Kopfschmerz so lange an, wie die Verspannung vorliegt.

Wer ist von Schmerzen im Hinterkopf betroffen?

Wer von Schmerzen spezifisch am bzw. im Hinterkopf betroffen ist, hängt stark von dem Auslöser der Schmerzen ab. Handelt es sich bei der Ursache um eine Fehlhaltung der Wirbelsäule, sind oft Menschen betroffen, die einer Bürotätigkeit nachgehen, lange am Schreibtisch sitzen und unter Bewegungsmangel leiden. Aktuelle Bestrebungen der Arbeitgeber lassen hier auf Fortschritt durch die Einführung ergonomischer Büromöbel hoffen.

Auch Kleinigkeiten können eine Verbesserung bringen

Nicht zu vernachlässigen ist dabei auch eine Verspannung im Kiefer. Gerade Menschen in stressigen Arbeitsumgebungen neigen zu einer Anspannung der Kiefermuskulatur. Eine Lockerung dieser Muskeln kann innerhalb von Minuten zu einer Besserung beitragen.

Sogar unbequeme oder unergonomische Schuhe können sich in Kopfschmerzen niederschlagen. Ein schlechter Gang kann die Wirbelsäule belasten und sich bis hoch in den Kopf fortsetzen. Einlagen oder in vielen Fällen schon die Anschaffung neuer Schuhe helfen in dem Fall.

„Oftmals helfen bei Schmerzen im Hinterkopf schon kleine Lockerungs- oder Dehnübungen. Im Laufe der Zeit entwickeln Patienten eine individuell funktionierende Vorgehensweise, die ihnen hilft.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Manchmal sind Schmerzen im Hinterkopf unvermeidbar

In anderen Fällen können auch eine falsche Lage des Kopfes beim Schlafen oder andere Probleme der Halswirbelsäule ursächlich sein. Betroffen von Schmerzen im Hinterkopf kann somit jeder sein. Die Zahlen der Betroffenen sprechen hierbei für sich. Dementsprechend wichtig ist aber auch der Umgang mit dieser Thematik, denn aus den anfangs zeitlich begrenzten Kopfschmerzen können chronische Schmerzen werden. Bei langanhaltenden Schmerzen oder weiteren Symptomen, die nicht zu einem vorübergehenden Kopfschmerz passen, sollten Sie nicht zögern und Ihren Arzt aufsuchen.

Haben Sie auch Schmerzen im Hinterkopf? Welche Ursachen hat ein Arzt bei Ihnen diagnostiziert? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Antwort helfen Sie anderen Patienten dabei, Ihre Erkrankung besser zu verstehen. Nutzen Sie auch gerne die Kommentarfunktion am Ende des Artikels, um sich untereinander auszutauschen.
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Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes das Anamnese-Gespräch, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Sollte der Arzt vermuten, dass eine Verspannung der Auslöser der Schmerzen ist, dann wird er den Hals- und Nackenbereich abtasten. Der Schmerz verstärkt sich oft, wenn Druck auf die betreffenden Muskeln ausgeübt wird. Weiterhin kann der Arzt so die Verspannung bzw. Blockade genau lokalisieren.

Sieht es eher danach aus, dass eine Veränderung der Halswirbelsäule die Schmerzen im Hinterkopf verursacht, so gilt es interdisziplinär zu arbeiten. In diesem Fall sollte ein Orthopäde hinzugezogen werden, der mit bildgebenden Verfahren (Röntgenaufnahmen u.a.) die Veränderungen nachweisen und beurteilen kann.

Hier sind Beispiele für typische Fragen in einem Anamnese-Gespräch bei Schmerzen im Hinterkopf:

  • Wie lange leiden Sie schon an diesen Schmerzen?
  • Sind die Schmerzen von Dauer oder episodisch?
  • Wie fühlt der Schmerz sich an?
  • Wo genau ist der Schmerzschwerpunkt?
  • Haben Sie noch weitere Symptome?
  • Standen Sie in letzter Zeit unter Stress?
  • Nehmen Sie Medikamente?

Ebenso ist es möglich, dass ein Zahnarzt oder Kieferorthopäde miteinbezogen wird, sollten die Schmerzen durch Bruximus ausgelöst werden. Bei der Diagnose sind Abnutzungserscheinungen der Zähne, Schmerzen an den Zähnen oder im Kiefer erste Hinweise, auf die geachtet wird.

Bildgebende Verfahren

In Fällen langanhaltender Kopfschmerzen können auch radiologische Verfahren herangezogen werden, um den Kopf, den Nacken und die Wirbelsäule zu untersuchen. Mithilfe eines MRTs oder eines CTs können strukturelle Veränderungen sichtbar gemacht werden.

Fakten-Box

Schmerzen im Hinterkopf

  • meist sekundärer Schmerz als Symptom einer anderen Erkrankung/Veränderung
  • häufigste Ursachen: Veränderung der Wirbelsäule, Verspannungen im Nackenbereich (HWS-Syndrom), Bruximus
  • selten Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung
  • manchmal auch primärer Kopfschmerz, der meist psychischer Natur ist

Behandlung

  • Lösung der Verspannung durch Massagen, Dehnübungen, Foamrolls etc.
  • Bissschiene gegen das Zähneknirschen
  • Manuelle Therapie
  • Schmerzmittel

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Beruht der Schmerz auf einer Verspannung der Hals- und Nackenmuskulatur, so kann der Patient auch selbst erste Maßnahmen ergreifen. Wärmeanwendungen mit einem Körnerkissen, eine leichte Massage, Dehn- und Lockerungsübungen sind erste Möglichkeiten, um die Verspannung zu lösen und um im Zuge dessen auch den Kopfschmerz zu lindern. Der Weg zum Arzt ist dabei nicht nötig. Bei schwerwiegenderen Einschränkungen kann vom Arzt auch eine Physiotherapie verordnet werden.

Bei schwerwiegenderen Erkrankungen muss natürlich zuerst die Grunderkrankung behandelt werden. Die Kopfschmerzen verschwinden dann häufig im Laufe der Behandlung und müssen nicht eigens therapiert werden.

Psychische Belastungen und Stress können durch autogenes Training, Yoga oder Atemübungen gesenkt werden. Sollte die Psyche der Auslöser anhaltender Kopfschmerzen sein, ist es in einigen Fällen hilfreich, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um die Auslöser für den Stress ausfindig zu machen.

Abhilfe vom Zahnarzt

Ist Zähneknirschen die Ursache, wird in der Regel eine Aufbissschiene verordnet. Orthopäden hingegen können verschiedene Formen der manuellen Therapie anwenden – also eine Behandlung der veränderten Gelenke oder Wirbel mit den Händen. Durch ein gezieltes Einwirken, Mobilisieren und passive Bewegung lassen sich häufig die Störfaktoren, wie eingeklemmte Nerven o.ä., behandeln.

Kann ich Schmerzen im Hinterkopf vorbeugen?

Patienten, die zu Schmerzen im Hinterkopf neigen, haben häufig im Laufe der Zeit eine Herangehensweise entwickelt, wie sie mit den Schmerzen umgehen können. Besser ist es allerdings, schon vorbeugend tätig zu werden, um die Schmerzen im Ansatz zu verhindern. Langfristig können Yoga, Atemübungen und autogenes Training helfen, Stress zu lindern oder in stressigen Situationen keine verkrampfte Haltung einzunehmen. Lockerungsübungen für den Kiefer, den Rücken und den Nacken können innerhalb von Minuten für eine Besserung sorgen, eine sanfte Massage der verspannten Muskeln mit den Fingerknöcheln reicht meist für eine anfängliche Entspannung.

Gegen körperliche Auslöser helfen ergonomische Bürostühle und höhenverstellbare Schreibtische, die ein Arbeiten im Stehen ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Sport. Krankenkassen und private Anbieter können mit Rücken-Fit Kursen zu einem gesunden Rücken beitragen und Ihnen viele Kopfschmerzen ersparen.

Diese kleine Checkliste kann Ihnen helfen, mögliche Auslöser Ihrer Kopfschmerzen auszumachen:

  • Haben Sie genug geschlafen?
  • Waren Sie ausreichend an der frischen Luft?
  • Haben sie genug getrunken?
  • Haben Sie Alkohol konsumiert?
  • Stehen Sie unter Stress?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

Sollten Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit „Nein“ beantworten können, liegt die Vermutung nahe, dass dies der Grund ihrer Kopfschmerzen sein könnte.

Aktuelle Forschung – Muskeltraining zur Vorbeugung von Kopfschmerzen?

Verspannungen sind der häufigste Grund für Schmerzen im Hinterkopf. Dänische Forscher um Bjarne K. Maden haben deswegen im Jahr 2018 untersucht, ob das Training der Nackenmuskulatur eine Auswirkung auf Verspannungen und Schmerzen im Nackenbereich haben und dadurch die Entstehung von Kopfschmerzen vorbeugend verhindern können.

So wurde analysiert

60 Patienten mit diagnostizierten Spannungskopfschmerzen nahmen für 10 Wochen an einem Trainingsprogramm mit Widerstandbändern teil. 30 Teilnehmer nahmen an diesem Trainingsprogramm teil. Das Programm war gezielt auf eine Stärkung der Nacken- und Rückenmuskulatur ausgelegt. Die anderen 30 Teilnehmer nahmen lediglich an einem Programm zur Korrektur ihrer Körperhaltung teil und erhielten keine weiteren Trainingseinheiten.

Die Ergebnisse

Die Forscher konnten nach Abschluss der Studie eine Verringerung der Kopfschmerzattacken von bis zu 25 % im Vergleich zu vor den Trainings verzeichnen. Daraus folgt für die Forscher eine direkte Korrelation zwischen Muskelentwicklung und Verspannungsresistenz im Nackenbereich. Während Patienten mit Spannungskopfschmerzen auffallend häufig auch unterentwickelte Nackenmuskulaturen aufwiesen, reichte bereits eine Veränderung der Körperhaltung zu einer Verringerung der Kopfschmerzen. Der genaue Unterschied zwischen Krafttraining und Korrektur der Körperhaltung muss allerdings noch tiefergehend untersucht werden, hier waren die Ergebnisse nicht aussagekräftig genug.

Quelle: Bjarne K. Madsen u. a. (2018): Neck/shoulder function in tension-type headache patients and the effect of strength training. In: Journal of Pain Research, 11: S. 445–454.

Häufige Patientenfragen

Woher kommen Schmerzen im Hinterkopf?

Dr. Dr. T. Weigl
Schmerzen im Hinterkopf liegt oft eine Erkrankung der Halswirbelsäule oder eine stark verspannte Nackenmuskulatur zugrunde, ausgelöst durch eine falsche Haltung, langes Sitzen am Schreibtisch oder aber auch nächtliches Zähneknirschen. Um den Schmerz zu behandeln, gilt es unbedingt die Ursache ausfindig zu machen!

Sind Schmerzen im Hinterkopf Anzeichen für eine ernste Erkrankung?

Dr. Dr. T. Weigl
In den meisten Fällen sind Schmerzen im Hinterkopf harmlos. Handelt es sich um Schmerzen, die auf die Nackenmuskulatur zurückgehen, so lassen sich diese einfach durch Entspannungsübungen oder Physiotherapie behandeln. In seltenen Fällen allerdings kann ein starker Schmerz im Hinterkopf auch ein Anzeichen für einen Tumor oder andere schwere Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Multiple Sklerose sein.

Sollte ich mit meinen Schmerzen zum Arzt gehen?

Dr. Dr. T. Weigl
Treten die Schmerzen gelegentlich auf und lassen sie sich durch Lockerung der Muskulatur oder andere Maßnahmen selbst lindern, so ist nicht sofort ein Gang zum Arzt nötig.
Sollten die Schmerzen allerdings wiederholt, verstärkt oder dauerhaft auftreten, sollte dies mit einem Arzt besprochen werden. In diesem Fall ist es wichtig, die Schmerzursache genau ausfindig zu machen – ggf. auch mit weiteren Ärzten, wie einem Orthopäden, Zahnarzt oder Kieferorthopäden – um entsprechend reagieren und behandeln zu können.

Ich habe in letzter Zeit häufig Kopfschmerzen nach dem Spazierengehen, woran liegt das?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn sich in Ihrer Routine ansonsten nichts verändert hat, könnte eine körperliche Überlastung oder fehlerhaftes Schuhwerk Schuld an Ihren Kopfschmerzen sein. Wenn Sie sich auf den Spaziergängen überfordern, verspannen sich Ihre Muskeln. Dies führt dann zu Kopfschmerzen. Gleichzeitig können Ihre Schuhe zu einer Veränderung Ihrer Gangart führen, die die Wirbelsäule stärker belastet und damit indirekt zu Nackenbeschwerden und Kopfschmerzen führt. Ein neues Paar Schuhe und eine realistische Einschätzung Ihrer Leistungsfähigkeit können Ihnen beim Finden der Ursache helfen.

Typisches Patientenbeispiel

Jeden Morgen das Gleiche. Jeden Morgen wird Karsten von einem dumpfen Druckgefühl im Hinterkopf wach. Seit Tagen zieht sich das schon hin und jedes Mal hofft er, mit ausreichend Schlaf würde er die Kopfschmerzen schon wegbekommen. Aber im Gegenteil, verspannt, mit einem schmerzenden Nacken und müde steht er auf. Kaum öffnet er die Augen und bewegt sich ein bisschen, möchte er die Augen am liebsten direkt wieder schließen, denn der Schmerz kriecht ihm über den Kopf bis zu den Augen.

Karsten beschließt, sich einen Termin bei seinem Hausarzt geben zu lassen. Nach einem ausführlichen Gespräch verweist dieser ihn an einen Zahnarzt weiter, der daraufhin bei der Untersuchung starke Abnutzungserscheinungen der Kauflächen der Zähne feststellt. Karsten knirscht offenbar nachts stark mit den Zähnen. Jetzt wird Karsten eine Aufbissschiene angefertigt, um dem entgegenzuwirken.

Die Rückkehr der Harmonie

Tatsächlich lassen die Schmerzen schon kurz darauf nach und obwohl das Gefühl dieses Gegenstands in seinem Mund noch ungewohnt ist, weiß Karsten zu schätzen, dass er endlich wieder ausgeschlafen und munter aufstehen kann. Seine Frau freut sich ebenfalls darüber, morgens wieder mit einem Lächeln begrüßt zu werden.

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit Schmerzen im Hinterkopf? Möchten Sie sich bei uns weiter zum Thema Kopfschmerzen erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Katharina Mraz
Lektorat: Christine Pepersack, Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 09.05.2018, zuletzt aktualisiert: 24.02.2020

 

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • GZFA (Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik). Hier verfügbar.
  • Heinz-Walter Delank und Walter Gehlen (2006): Neurologie. Thieme: Stuttgart, New York.
  • Linda Dyer u. a. (2004): Diagnose zervikaler Kopfschmerz. In: Manuelle Therapie 8 (3). Thieme: Stuttgart, New York.
  • Hartmut Göbel (2016): Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe. Springer Medizin Verlag: Berlin, Heidelberg, New York.
  • Tom Laser (2005): Mach dich locker! Muskel-Verspannungen schnell wieder loswerden. Trias: Stuttgart.
  • Bjarne K. Madsen u. a. (2018): Neck/shoulder function in tension-type headache patients and the effect of strength training. In: Journal of Pain Research, 11: S. 445–454.
  • Peter Vogel (1987): Kopfschmerzen mit okzipitalem Schwerpunkt. Zervikal-Syndrom – Spannungskopfschmerz – »Okzipital-Neuralgie«. In: Aktuelle Neurologie 14(6). Thieme: Stuttgart, New York.
[Gesamt: 10   Durchschnitt:  4.3/5]
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