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Beruhigungstee – Wie wirksam ist das Hausmittel gegen innere Unruhe?

Beruhigungstee

  • ein Tee aus Heilpflanzen
  • der Tee besteht entweder aus nur einer Sorte oder einer Mischung
  • es gibt spezielle Beruhigungstee-Sorten aus der chinesischen Medizin

Welche Wirkung haben Beruhigungstees? (Auszug)

  • innere Unruhe abstellen
  • Schlaf fördern
  • Nervenleiden lindern

Wann werden Beruhigungstees angewendet? (Auszug)

  • als pflanzliche Alternative zu einer medikamentösen Behandlung
  • unterstützende Maßnahme der Therapie
  • zur Behandlung anderer Leiden wie Verdauungsprobleme

Was sind Nebenwirkungen von Beruhigungstees? (Auszug)

  • bei vielen Beruhigungstees sind keine bekannt
  • Schläfrigkeit
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit (nur bei Johanniskraut)

Wann darf man Beruhigungstees nicht bekommen?

  • in der Schwangerschaft ist die Einnahme von Johanniskraut nicht empfehlenswert
  • Kinder unter 12 Jahren sollten keinen Baldrian zu sich nehmen
  • bei Vorerkrankungen der Schilddrüse ist Vorsicht geboten (Melisse)

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Tees sind eines der ältesten Heilmittel – bereits in der Antike hat man allerlei Leiden mit Hilfe von Tees geheilt. Bis zum heutigen Tag trinken wir Tee, zum Beispiel in Arbeitspausen. In manchen Ländern sind Tee-Rituale nach wie vor ein Teil des Alltags (zum Beispiel die japanische Tee-Zeremonie). Diese Praktiken haben durchaus ihre Begründung, nicht nur als Zeitvertreib in der Pause: Heilpflanzen und -Kräuter habe eine positive Wirkung auf Körper und Geist. Ein Beruhigungstee lindert Nervosität, innere Unruhe und Schlafprobleme.

Ein Beruhigungstee hat den Vorteil, dass die pflanzlichen Inhaltsstoffe sehr viel weniger Nebenwirkungen erhalten als medikamentöse Therapien. Die Kräuter wirken durch ihre ätherischen Öle oder andere in der Pflanze enthaltene Inhaltsstoffe. Diese gehen beim Aufbrühen in das Tee-Wasser über.

Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die man in einem Beruhigungstee verwendet. Sie haben zum Teil neben ihrer beruhigenden Wirkung auch noch andere positive Eigenschaften – sie wirken zum Beispiel antiseptisch. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Arten Beruhigungstee es gibt, wie sie wirken und welche möglichen Wechselwirkungen sie haben.

Was ist ein Beruhigungstee?

Tees gehören zu den beliebtesten Hausmitteln und sind in aller Welt verbreitet. Sie haben verschiedene Wirkungen auf den Körper. Vor allem die beruhigende und entspannende Wirkung ist ein gewünschter Effekt vieler Heilkräuter. Sie geben ihre beruhigende Wirkung ab, wenn man sie als Tee aufbrüht. Bei vielen Beruhigungstees entsteht die Wirkung durch die enthaltenen ätherischen Öle in der Pflanze (vor allem in den Blüten).

Die Tees haben weniger Nebenwirkungen als herkömmliche Medikamente und sind daher eine gesunde Alternative zu konventionellen Heilmitteln. Die Kräuter haben in Europa jedoch noch nicht so eine große Beliebtheit erlangt wie in anderen Teilen der Welt – auch wenn die Heilpflanzen bereits seit der Antike genutzt werden. Vor allem die Heilkundlerin Hildegard von Bingen hat das Wissen über Heilkräuter und Tees zurück in das Bewusstsein gebracht. Jede Heilpflanze wirkt ein bisschen anders. Für den Anfang kann man ausprobieren, welche Kräuter individuell am besten wirken. Es ist jedoch ebenfalls möglich, die Pflanzen miteinander zu mischen. Die Gewächse, die man in Europa häufig für Beruhigungstees verwendet, sind:

  • Baldrian
  • Hafer
  • Hopfen
  • Gelber Frauenschuh
  • Johanniskraut
  • Lavendel
  • Sternanis
  • Kamille
  • Melisse /Zitronenmelisse
  • Passionsblume
  • Eisenkraut
  • Waldmeister
  • Lindenblüten

Dosierung und Zubereitung

Die Dosierung richtet sich nach der Stärke der Kräuter. Normalerweise reichen ein bis höchstens zwei Teelöffel für eine Tasse Tee aus. Die Tees trinkt man entweder tagsüber gegen innere Unruhe oder abends, um besser schlafen zu können. Es ist empfehlenswert, die Kanne oder Tasse abzudecken, damit die ätherischen Öle im Tee nicht mit dem Dampf abziehen. Manche Beruhigungstees sollte man nicht mit zu heißem Wasser übergießen, damit die Inhaltsstoffe sich nicht zersetzen und unwirksam werden. Eine gute Aufguss-Temperatur sind etwa 80° Celsius. Der Tee muss bis zu fünf Minuten lang ziehen, um seine volle Wirkung zu entfalten.

Beruhigungstees in der traditionellen asiatischen Heilkunde

Die traditionelle chinesische Medizin (kurz ‚TCM‘) greift oft und gerne auf pflanzliche Wirkstoffe zurück. So sind Beruhigungstees ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Heilkunde. Die Zusammensetzung von vorab gemischten Beruhigungstees ist jedoch anders als die von europäischen Beruhigungstees. Denn die TCM hat eine etwas andere Herangehensweise: Die Lehre besagt, dass Unruhe immer mit Organleiden zusammenhängt, vor allem der Leber und der Milz. Die Mischungen von Beruhigungstees enthalten daher zumeist auch Heilpflanzen, die die inneren Organe regulieren.

Die Zusammensetzung und Dosierung von Beruhigungstee-Mischungen sollten daher von einem TCM-Heilpraktiker individuell auf den Patienten angepasst werden. Es existieren auch frei verkäufliche Beruhigungstees der TCM. Die Dosierung ist im Beipackzettel beschrieben und dürfen nicht überschritten werden. Die Heilpflanzen, die man in der TCM für Beruhigungstees verwendet, sind zum Beispiel:

  • Hoher Goldbaldrian
  • Kieferschwamm
  • Ingwerwurzel
  • Süße Braunwurz
  • Bärtiges Helmkraut
  • Chinesische Angelikawurzel

Exkurs: Johanniskraut

Johanniskraut ist eine Heilpflanze, die gegen Unruhe und andere Leiden wirkt. Die Darreichungsform ist häufig als Extrakt in Kapseln. Die Heilpflanze kann man aber auch als Beruhigungstee verabreichen. Die Pflanze hilft bei:

Die Pflanze hat durch ihre beruhigende Wirkung auf die Nerven einen Sonderstatus in der homöopathischen Medizin: man verabreicht es sogar als homöopathisches Notfallmittel (sog. ‚Notfall-Homöophatikum‘), zum Beispiel bei einem Sturz auf das Steißbein oder einer Gehirnerschütterung (allerdings als hoch-dosiertes Extrakt und nicht in Tee-Form).

Auch in der Therapie von Depressionen ist Johanniskraut eine pflanzliche Alternative zu synthetisch hergestellten Antidepressiva. Die Wirkung ist im Fall leichter depressiver Verstimmungen durch klinische Studien belegt. Für schwere depressive Verstimmungen liegen allerdings noch keine eindeutigen Ergebnisse vor.

In diesem Video  spricht Dr. Dr. Tobias Weigl über die Wirkung von Johanniskraut als Antidepressivum. Er vergleicht das pflanzliche Mittel mit den Antidepressiva und geht auf die Nebenwirkungen von Johanniskraut ein.

Johanniskraut vs. Antidepressiva: Pflanzliches Wundermittel bei Depression und wie harmlos wirklich?

Welche Wirkung hat ein Beruhigungstee?

Ein Beruhigungstee wirken beruhigend und entkrampfend. Sie unterstützen den Schlaf und die innere Ausgeglichenheit. Die Wirkung ist auf die Inhaltsstoffe – vor allem die ätherischen Öle – in den Pflanzen zurückzuführen. In der Kamille zum Beispiel ist viel Bisabolol enthalten. Das ätherische Öle befindet sich vor allem in den Blüten, die man für den Tee aufbrüht (zum Beispiel im Fall von Lavendeltee, Kamillentee, Lindenblütentee, Passionsblumentee).

Beruhigungstees können innerhalb ihres Anwendungsgebietes eine gute Alternative zu synthetischen Medikamenten sein: Sie haben deutlich weniger Nebenwirkungen. Gerade bei sensiblen Patienten sind die Nebenwirkungen medikamentöser Therapien in manchen Fällen so belastend, dass sie die Symptome zusätzlich verstärken. Denn Nebenwirkungen von Medikamenten bedeuten zusätzlichen Stress. Beruhigende Tees können eine medikamentöse Therapie auch unterstützen – so helfen sie beim Ausschleichen einer medikamentösen Therapie (zum Beispiel von Schlafmitteln).

Die Wirkung der einzelnen Tees ist unterschiedlich stark. Einige Sorten lassen sich bedenkenlos auch in größeren Mengen konsumieren (zum Beispiel Kamillentee). Bei anderen Sorte jedoch besteht bei übermäßigem Konsum Vergiftungsgefahr (zum Beispiel Lavendeltee). Baldrian sollte man nicht über längere Zeit konsumieren, ohne eine Pause einzulegen. Von Passionsblumentee sollte man nicht mehr als zwei Tassen pro Tag konsumieren. Vor allem die Kräuter aus der chinesischen Heilmedizin sind vorsichtig zu konsumieren, da sie sehr starke Heilpflanzen enthalten: halten Sie sich an die Dosierungs-Hinweise in der Packung.

„Beruhigungstees wirken teilweise ähnlich stark wie pharmazeutische Präparate, haben allerdings weniger Nebenwirkungen. Jedoch gilt es trotzdem, die Dosierungs-Hinweise genau zu beachten. Zu große Mengen der Heilpflanzen können… Klick um zu Tweeten

Gut zu wissen!

Baldrian ist nicht nur eine Heilpflanze – die Pflanze eignet sich auch zum Verzehr. In Indien ist die Baldrianwurzel ein beliebtes Gewürz für Eintöpfe. Aber auch in Deutschland verzehrt man gerne ein baldrianähnliches Gewächs: den Feldsalat. Die Heilpflanze, die wir als Baldrian bezeichnen (sog. ‚Valeriana officinalis‘) ist nur eines von rund 400 Gewächsen, die zu den Baldrian-Gewächsen zählen. Feldsalat gehört ebenso zu dieser Pflanzen-Gattung. Die Verwandtschaft lässt sich leicht an den ähnlich geformten Blätter der beiden Pflanzen erkennen.

Was sind die Anwendungsgebiete eines Beruhigungstee?

Beruhigende Kräuter finden durch ihre entspannende Wirkung Anwendung in der Behandlung von innerer Unruhe, Schlafstörungen, Nervenleiden und Beschwerden durch Schmerzen. Das Anwendungsgebiet Nervenleiden ist recht umfassend: Die Leiden beinhalten neben Agitiertheit und Unruhe auch Depressionen und psychische Belastungsstörungen.

Weitere Anwendungsgebiete der Kräuter in einem Beruhigungstee

Die Kräuter in Beruhigungstees haben nicht ausschließlich eine beruhigende Wirkung auf unseren Körper – sie finden ebenso Anwendung bei anderen Leiden. Bei manchen der Kräuter hat man die beruhigende Wirkung sogar erst später entdeckt – Baldrian zum Beispiel hat man im Mittelalter als Mittel gegen Blähungen verabreicht.

Baldrian hat neben seiner beruhigenden Wirkung weitere heilende Eigenschaften. Deshalb findet diese Heilpflanze auch Anwendung bei:

Kamillentee wirkt antibakteriell und entzündungshemmend. Daher wendet man den Tee auch an bei:

Lavendel wirkt – ebenso wie die Kamille – desinfizierend. Die Pflanze ist gut gegen Pilze, Bakterien und Viren. Daher wirken der Tee und das Extrakt der Pflanze gegen die folgenden Leiden:

  • Infektionen der Haut
  • Wunden
  • Akne
  • Hautausschlag
  • Entzündungen im Rachenraum
  • Mundgeruch

Die Melisse ist eine weitere Heilpflanze, die nicht nur beruhigend, sondern auch entzündungshemmend und antiseptisch wirkt. Der Tee findet Anwendung bei:

  • Entzündungen
  • Viren-Infektionen
  • Hautproblemen
  • Beschwerden des Magens
  • unterstützend gegen die Symptome von Erkrankung des Herzens

Waldmeistertee wirkt ebenfalls entzündungshemmend. Man kann ihn einsetzen bei:

Was sind die Nebenwirkungen von einem Beruhigungstee?

Tee ist in kein Medikament, das ein Beipackzettel enthält, in dem mögliche Nebenwirkungen aufgelistet sind. Dennoch haben einige Heilpflanzen, die in Beruhigungstees enthalten sind, mögliche Nebenwirkungen. Eine Nebenwirkung von Beruhigungstees ist die Wirkung selbst: Die Tees wirken entspannend und einschläfernd. Daher ist es nicht empfehlenswert, nach dem Trinken eines Beruhigungstees Auto zu fahren oder andere schwere Maschinen zu bedienen.

Ein Beruhigungstee und andere heilende Pflanzen sollten man darüber hinaus nicht in übermäßigen Mengen konsumieren. Lavendel zum Beispiel kann in großen Mengen zu einer Vergiftung führen. Eine mögliche Nebenwirkung für Johanniskraut ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit (sog. ‚Photosensibilisierung‘) sowie eine erhöhte Entzündungsgefahr. Wenn Sie Beruhigungstees über einen längeren Zeitraum täglich einnehmen möchten, dann sollten Sie die Dosierung mit einem Apotheker oder Ihrem Arzt absprechen.

Auf einen Blick -- Beruhigungstee

Beruhigungstees aus der Gruppe Naturheilpflanzen
Wirkung

  • beruhigend
  • lindert Angst
  • entspannend
  • lindert Schmerzen
  • hemmt Entzündungen

Anwendungsgebiete

  • Nervosität
  • Durchschlafstörungen
  • Stress
  • Agitiertheit
  • Depressionen
  • Nervenleiden

Wichtigste Nebenwirkungen

  • Schläfrigkeit: nicht zum empfehlen beim Auto-Fahren!
  • mögliche Wechselwirkungen mit Ciclosporin und Kamillentee
  • Vergiftungsgefahr bei sehr hoher Dosierung von Lavendel
  • eine Kontraindikation von Melissentee ist eine Vorerkrankung der Schilddrüse

Dosierung

  • ein Teelöffel pro Tasse Tee
  • 4–6 Teelöffel pro Kanne Tee
  • bei TCM-Kräutern: Empfehlungen des Heilpraktikers/ Apothekers befolgen

Darreichungsform

  • als Tee zum Trinken
  • Öle, Extrakte, Tees zur äußeren Anwendung auf der Haut und Wunden

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Beruhigungstees?

Kontraindikationen von Beruhigungstees sind zum Beispiel Vorerkrankungen oder auch die Einnahme gewisser Medikamente. Vorerkrankungen schwächen den Körper, sodass er die aufgenommen Substanzen nicht richtig abbauen kann. Patienten mit einer Vorerkrankung der Schilddrüse sollten besonders vorsichtig sein. Melisse kann zum Beispiel nicht richtig verstoffwechselt werden, wenn die Schilddrüse geschädigt ist. Bei Erkrankungen andere innerer Organe wie der Leber, Herz und Nieren sind keine direkten Kontraindikationen bekannt.

Eine Schwangerschaft ist eine weitere mögliche Kontraindikation für einige Heilkräuter, die in Beruhigungstees enthalten sind (zum Beispiel Johanniskraut). Ebenso sollten kleine Kinder keine starken Heilpflanzen zu sich nehmen. Die Einnahme von Baldrian wird erst ab einem Alter von 12 Jahren empfohlen – es existieren noch keine Studien über die Wirkungen der Substanz auf Kinder. Holen Sie im Zweifelsfall den Rat eines Apothekers oder Ihres Arztes ein: Erfragen Sie, welche Tees welcher Heilpflanzen Sie bei Ihrem Leiden einnehmen dürfen oder eher Vermeiden sollten.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Stoffe, die in den Pflanzen der Beruhigungstees selbst sind, haben zudem mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Es besteht die Vermutung, dass zum Beispiel Lavendel mit den Benzodiazepinen wie Diazepam und Barbituraten interferiert.

Möglicherweise interagieren die Inhaltsstoffe der Kamille (sog. ‚Kumarine‘) mit Arzneimitteln gegen Krebs (Ciclosporin). Die direkte Interaktion ist allerdings nur teilweise erwiesen: Studien an Ratten haben ergeben, dass Interaktionen bestehen könnten. Eindeutige klinische Studien an Menschen liegen jedoch nicht vor.

Johanniskraut hat möglicherweise Wechselwirkungen mit Präparaten gegen HIV, die Antibaby-Pille, Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen  wie z. B. Ramipril, Medikamente gegen Krebs und Medikamente, die das Blut „verdünnen“. Erfragen Sie bei Ihrem Arzt, ob Wechselwirkungen mit Ihren Medikamenten bestehen.

Aktuelle Forschung – Melisse und Passionsblume helfen gegen Angst vor dem Zahnarzt

Die Angst vor einem Besuch beim Zahnarzt ist weit verbreitet. Schlechte Erlebnisse in der Kindheit und allgemeine Negativ-Bilder, die man durch andere erfährt, begründen diese Angst. Die Betroffenen haben Panik davor, eine Zahnarzt-Praxis zu betreten und zeigen neben einer panischen Stimmung auch körperliche Symptome wie Schweißausbrüche und Verkrampfungen. Welche pflanzlichen Möglichkeiten gibt es, Angst-Patienten auf einen Besuch beim Zahnarzt vorzubereiten? Dieser Frage hat sich die promovierte Ernährungswissenschaftlerin Henrike Staudte in einer aktuellen Übersichtsstudie angenommen.

Melisse als Angst-lösende Heilpflanze

Die Übersichtsstudie hat ergeben, dass es viele Hinweise dafür gibt, dass die Melisse eine beruhigende Wirkung auf Angst-Patienten ausübt. Vor allem Melissen-Extrakt führt zu einer Verringerung von Ängsten und Stress. Eine Studie hat gezeigt, dass das Einnehmen von Melissen-Extrakt Angst-Symptome (hier: die erhöhte Herzfrequenz) reduziert: Die Versuchspersonen, die das Extrakt erhielten, litten weniger unter ihrer Angst als die Personen in einer Kontrollgruppe. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe haben ein wirkungsfreies Extrakt (sog. ‚Placebo-Extrakt‘) erhalten.

Die Passionsblume als angstlösende Heilpflanze

Eine weitere Heilpflanze, die beruhigend wirkt, ist die Passionsblume. Die westliche Medizin hat diese Pflanze vor wenigen Jahren entdeckt, nachdem sie in Amerika und Indien bereits seit vielen Jahren ein Teil der Naturheilkunde ist. Eine klinische Studie hat ergeben, dass die Einnahme von Passionsblumen-Extrakt die Angst vor dem Zahnarzt reduziert. Die Patienten, die das Extrakt einnahmen, hatten signifikant weniger Angst als die Patienten, die ein Placebo-Konzentrat erhielten. Weitere Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie wirkungsvoll pflanzliche Extrakte sind: Passionsblumen-Tropfen haben eine ähnlich starke beruhigende Wirkung auf Angst-Patienten wie synthetische Präparate (zum Beispiel Oxazepam-Tabletten).

Freiheit von Nebenwirkungen bei pflanzlichen Mitteln

Ein großer Vorteil von pflanzlichen Extrakten gegenüber synthetischen Medikamenten ist, dass viele Heilpflanzen nahezu frei von Nebenwirkungen sind. Die Autorin zieht daher am Ende der Übersichtsstudie den Schluss, dass Heilpflanzen eine gute Möglichkeit sind, die Angst vor dem Zahnarzt zu mildern. Eine denkbare Maßnahme besteht darin, angereicherte Heilwasser und beruhigende Tees in den Wartezimmern der Arztpraxen zur Verfügung zu stellen. So ermöglichen die Ärzte ihren Patienten, sich selbst beruhigende Heilpflanzen zuzuführen.

Quelle: Henrike Staudte (2017): Keine Angst vorm Zahnarzt. ZWR-Das Deutsche Zahnärzteblatt, 126/ 01/02, S. 37 – 41.

Häufige Patientenfragen

Wirken Beruhigungstees gegen Prüfungsangst?

Dr. Dr. T. Weigl
Beruhigungstees wirken beruhigend, Angst-lindernd und entspannend. Bei einer spezifischen Angst wie Prüfungsangst ist es daher denkbar, dass ein Beruhigungstee dabei hilft, diese Angst zu überwinden. Wird die Angst zu stark und schränkt Sie diese über längere Zeit ein, dann sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt – es könnte sein, dass eine psychologische Symptomatik vorliegt.

Meine Mutter ist in letzter Zeit sehr nervös. Ich glaube, sie hat ziemlich viel Stress. Könnte es ihr vielleicht helfen, wenn ich ihr jeden Tag einen Beruhigungstee mache? Welchen Tee würden Sie empfehlen?

Dr. Dr. T. Weigl
Nervosität und innere Unruhe sind eine mögliche Folge von Stress. Wenn man die Nervosität bekämpft, dann geht man gegen die Symptome vor, allerdings nicht gegen die Ursache. Ein erster Schritt ist herauszufinden, was der Grund für den Stress Ihrer Mutter ist. Dauerhafter Stress birgt die Gefahr für Folge-Erscheinungen, zum Beispiel Durchschlafstörungen. Versuchen Sie daher, die Ursache für den Stress zu eliminieren. Beruhigungstees sind in einem akuten Fall einer angespannten Stimmung eine zur Entspannung beitragende Unterstützung der Ursachen-Bekämpfung. Welcher Tee sich am besten für Ihre Mutter eignet, lässt sich nicht pauschal sagen. Es kommt darauf an, welcher Tee den eigenen Geschmack am besten trifft und welcher Tee individuell am besten wirkt. Sie können zum Beispiel zunächst eine milde Sorte versuchen wie Kamille oder Melisse.

Ich habe gemerkt, dass mich Tee trinken vor dem Schlafengehen eher fit macht, als dass ich besser schlafen kann. Was mache ich falsch?

Dr. Dr. T. Weigl
Welche Wirkung ein Tee auf den Körper hat, hängt ganz von der Sorte ab. Denn einige Tee-Sorten haben eine anregende Wirkung auf den Körper, zum Beispiel schwarzer Tee, grüner Tee und Mate Tee. Fertige Kräutermischungen enthalten sehr viele unterschiedliche Kräuter. Greifen Sie zunächst auf pure Tees zurück und probieren Sie aus, welcher Tee die am meisten beruhigende Wirkung auf Sie hat. Achten Sie zusätzlich darauf, Ihre Räume gut zu belüften und Sie sich in eine ruhige Atmosphäre zum Schlafen zu schaffen.

Verliert der Beruhigungstee seine Wirkung, wenn ich ihn mit Honig trinke?

Dr. Dr. T. Weigl
Honig ist eine gute geschmackliche Ergänzung für einen Tee. Das natürliche Produkt ist gesünder als raffinierter Zucker. Die Kräuter verlieren ihre Wirkung nicht, wenn Sie den Tee mit Honig trinken. Allerdings enthält Honig – ebenso wie Zucker – auch Kalorien. Wenn Sie den Beruhigungstee frei von Kalorien zu sich nehmen möchten, dann sollten Sie auf einen übermäßigen Zusatz von Honig verzichten.

Ich habe neulich am Wegesrand wilde Kamille wachsen sehen. Kann man sich daraus Tee machen?

Dr. Dr. T. Weigl
Prinzipiell ist es möglich, sich Tees aus wild-wachsenden Kräutern herzustellen. Sie sollten aber beim Zubereiten auf Hygiene achten: Kochen Sie die Pflanzen gut ab, um Verunreinigungen zu entfernen und Parasiten abzutöten. Eine zusätzliche Maßnahme besteht darin, sich in Ihrer Region über mögliche Warnungen zu informieren: Sind alle Boden-Werte in Ordnung? Ist eine erhöhte Gefahr für die Verbreitung von Fuchs-Bandwürmern gegeben? Wird von dem Verzehr wilder Pflanzen abgeraten? Seien Sie im Zweifelsfall lieber vorsichtiger, um einer Erkrankung als ungewollten Nebeneffekt des Verzehrs vorzubeugen.

Mein Mann sagt, dass nur echt Medikamente gegen Beschwerden helfen. Heilkräuter sieht er als „Hokuspokus“ an. Ist seine Meinung berechtigt?

Dr. Dr. T. Weigl
Heilpflanzen haben eine lange Tradition. Bereits in der Antike haben die Menschen sie gezielt eingesetzt. In der westlichen Medizin haben die Pflanzen erst in den letzten Jahren einen gewissen Stellenwert erlangt und haben daher noch keine allgemeine Akzeptanz als eine medizinische Maßnahme. Immer mehr Studien belegen jedoch, dass pflanzliche Wirkstoffe eine ähnliche gute Wirkung haben wie synthetisch hergestellte Medikamente. Da viele Heilpflanzen frei von Nebenwirkungen sind, belasten sie den Körper deutlich weniger. Allerdings ist es nicht möglich, alle Leiden mit pflanzlichen Mitteln zu behandeln. Es ist gut, dass die moderne Medizin bei schweren Erkrankungen oder in Notfällen auf Medikamente und Maschinen zurückgreifen kann. Von Fall zu Fall kann der Arzt jedoch versuchen, pflanzliche Wirkstoffe in die Therapie mit aufzunehmen. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt darüber, welche pflanzlichen Alternativ-Therapien in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Exkurs: Vorsicht beim Verzehr von selbst gesammelten Heilpflanzen

Heilkräuter und -Blumen wachsen oft wild in der freien Natur – sie stehen frei zur Verfügung. Es ist sehr verlockend, die Blumen oder Kräuter zu pflücken und direkt weiter zu verarbeiten. Wild-wachsende Pflanzen bergen jedoch auch Gefahren: Abgase von naheliegenden Straßen verunreinigen die Pflanzen und der Kot wilder Tiere an den Pflanzen birgt die Gefahr einer parasitären Infektion.

Eine Infektion mit einem Parasiten, zum Beispiel dem Hunde-Bandwurm oder dem Fuchs-Bandwurm, ist beim Verzehr wilder Kräuter nicht ausgeschlossen – vor allem, wenn diese in Hunde-Auslaufgebieten oder in Wäldern wachsen. Die Larven der Würmer gelangen über die Pflanzen in den Verdauungstrakt des Menschen. Dort vermehren sie sich und wandern möglicherweise über das Blut in den restlichen Körper. In manchen Fällen erreicht eine Bandwurm-Larven sogar das Gehirn der betroffenen Person. Eine mögliche Folge ist die Bildung einer Hirnzyste, da das Gehirn den Fremdkörper einkapselt. Hirnzysten können schwerwiegende Folgen haben, wie Kopfschmerzen, erhöhten Hirndruck, Sehstörungen oder sogar Koma.

Seien Sie also vorsichtig beim Verzehr wilder Heilpflanzen. Kochen Sie diese nach Möglichkeit gut ab – das tötet die Larven der Bandwürmer. Eine weiter Möglichkeit besteht darin, die Pflanzen vor dem Verzehr ein paar Tage im Tiefkühler einzufrieren, um Parasiten abzutöten.

Typisches Patientenbeispiel

Um ihrer Angst vor Spritzen zu entfliehen, hat Saskia bereits einiges probiert – wirkungslos. Ihre Freundin Adelaide hat ihr angeraten, mal etwas Pflanzliches zu versuchen. Saskia war skeptisch: wie soll eine Pflanze ihr helfen, wenn normale Beruhigungstabletten nicht gegen die Panik ankommen? Saskia lässt sich überreden – immerhin steht die nächste Schutzimpfung an und sie möchte nicht wieder ewig lang in der Arztpraxis verbringen, weil ihr der Kreislauf absaust.

„Nimm einfach etwas von den Baldriantropfen. In dem Beilage-Zettel steht eine Empfehlung, wie viel am Anfang gut ist“, sagt Adelaide, während sie Saskia die Tropfen gibt. „Naja, ich kann es ja mal versuchen“, sagt Saskia und fühlt sich sogar recht zuversichtlich, „Vielleicht hilft das Mittel ja, wenn ich fest daran glaube“. „Und immer tief durchatmen. Versuch einfach, dich zu entspannen. Aber ja, ich weiß, wie schwer das ist. Es kann ja sein, dass dir dieses Mal nicht schwarz vor Augen wird. Denk‘ einfach daran, dass dir nichts passiert“, gibt Adelaide zu bedenken.

Die Angst überwinden

Saskia hat es geschafft – sie hat ihre Impfung überstanden. Dieses Mal war ihre Ärztin auch noch behutsamer als sonst. Sie hat Saskia so lange auf der Liege liegen lassen bis sie sich beruhigt hatte. Von der Spritze hat sie gar nichts gespürt. Die Panik stieg beim Impfen trotzdem wieder auf, aber sie ist nicht ohnmächtig geworden und ihr wurde auch nicht vollständig schwarz vor Augen. Saskia weiß nicht, warum genau sie besser mit der Impfung zurechtkam. Jedenfalls ist sie glücklich darüber, dass endlich eine Verbesserung zu beobachten ist. Dankbar ruft sie ihre Freundin Adelaide an, um ihr von dem Erfolg zu berichten.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda A. Mende
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht am: 12.01.2020

Quellen:

  • Irene Dalichow (2011): Die Blütenapotheke: über die Heilkraft von Lavendel, Veilchen, Rose und anderen essbaren Blüten. München: Goldmann Verlag.
  • Ulrich H. Engelhardt (2006): Wissenschaftlicher Informationsdienst Tee. In: teeverband.de.
  • Reinhard Länger, Heinz Schiller (2004): Nervensystem, Gehirn. Gesundheit aus der Naturapotheke, S. 25–50. Wien: Springer Verlag.
  • Martina Melzer (2016): Heilpflanzen-Lexikon: Johanniskraut. In: apotheken-umschau.de.
  • Nora Salamon (2010): Heilpflanzenporträt: Lavendel–Lavandula angustifolia. Zeitschrift für Komplementärmedizin, 2/4, S. 68–68.
  • Volker Schulz (2009): Risiko von Arzneimittelinteraktionen durch Echte Kamille (Matricaria recutita L.). Zeitschrift für Phytotherapie, 30/04, S. 162 –168.
  • Günter Seelinger (2013): Baldrian beruhigt und fördert den Schlaf. Zeitschrift für Komplementärmedizin, 13/1, S. 44–45.
  • Henrike Staudte (2017): Keine Angst vorm Zahnarzt. ZWR-Das Deutsche Zahnärzteblatt, 126/ 01/02, S. 37–41.
[Gesamt:5    Durchschnitt: 4.2/5]

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