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Hautkrebs – Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung

Auch aufgrund des Schönheitsideals der gebräunten Haut nimmt die Zahl der Hautkrebserkrankungen weiter zu. Umso wichtiger ist deshalb eine frühzeitige Diagnose: Dann lässt sich Hautkrebs relativ gut behandeln und heilen. Behalten Sie deshalb auffällige Hautstellen im Blick und informieren Sie ihren Arzt bei Auffälligkeiten! — Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 300.000 Menschen an Hautkrebs. Innerhalb der letzten Jahre hat die Zahl der Hautkrebserkrankungen deutlich zugenommen. Dies liegt – neben nicht zu vernachlässigen Umweltfaktoren – zum einen daran, dass wir uns gerade im Sommer oft und lange intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen und zum anderen, dass in unserer Gesellschaft eine gebräunte Haut als Schönheitsideal gilt. Dabei vernachlässigen gerade jüngere Menschen häufig einen ausreichenden Sonnenschutz. Hautkrebs kann, besonders bei einer frühzeitigen Diagnose, oft gut behandelt und sogar geheilt werden. Im folgenden Artikel erläutern wir Ihnen, welche Formen von Hautkrebs es gibt, welche Risikofaktoren existieren und wie Hautkrebs diagnostiziert und behandelt wird.
Endlich kann ich wieder in den Pool springen!“, jubelt Paul. Es ist Anfang August und nach einem ziemlich tristen Juli sind alle froh, endlich wieder die Sonne genießen zu können. Paul und seine Freundin Daniela machen sich fertig. „Äh, willst du keine Sonnencreme benutzen? Nachher hast du noch einen Sonnenbrand“, schaut ihn Daniela skeptisch an. „Ach Quatsch, und wenn schon – das geht ja wieder weg“, ruft Paul und hüpft ins Wasser. Am Abend, als sich beide dann bettfertig machen wollen, stutzt Daniela: „Sag mal, was ist das für ein komischer Knubbel bei dir da? Der hat sogar eine Einbuchtung, wie so ein Krater, nur ganz komisch…“ „Das ist nichts, mach‘ dir mal keinen Kopf“, verdreht Paul die Augen. „Deine Mutter hatte doch auch Hautkrebs?! Geh mal besser zum Arzt und lass das checken!“, entgegnet sie. Nach einiger Diskussion ist Paul dann auch bereit, zum Arzt zu gehen …

Was ist Hautkrebs?

‚Krebs’ im Allgemeinen meint zunächst einmal eine größere Gruppe von Erkrankungen, deren Hauptmerkmal das Anwachsen von bösartigen Geschwülsten ist. Diese Geschwulste bilden sich, wenn sich körpereigene Zellen völlig unkontrolliert vermehren. Entsteht ein solches Geschwulst, spricht man von einem Tumor. Diese Tumoren können bösartig oder gutartig sein (fachsprachlich ‚maligne’ bzw. ‚benigne’), wobei man nur von Krebs spricht, wenn der Tumor bösartig ist. Bösartig meint in diesem Zusammenhang, dass derartige Tumoren in umliegendes Gewebe einwachsen und dieses zerstören. Problematisch ist bei bösartigen Tumoren zudem, dass sie sog. Metastasen bilden können, die sich auch in anderen Körperregionen bilden können, abseits des eigentlichen Tumors. Wenn Sie mehr allgemeine Informationen über Krebs erhalten möchten, schauen Sie sich gerne unsere Artikel „Krebs Teil 1 – Definition, Entstehung, Risikofaktoren und Vorsorge“ sowie „Krebs Teil 2: – Von der Diagnose zur Therapie: allgemeine Erläuterungen zu Klassifikation und Staging“ an.

Hautkrebs ist eine Krebsart, die relativ häufig auftritt. Der Begriff ‚Hautkrebs’ ist dabei zunächst – wie es bei anderen Krebsarten auch der Fall ist – ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen der Haut. Umgangssprachlich ist dabei oftmals das maligne Melanom, der „schwarze Hautkrebs“ oder der „weiße“ bzw. „helle“ Hautkrebs (Basallzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom) gemeint. Die meisten Menschen verwenden Hautkrebs oft deshalb synonym mit dem schwarzen Hautkrebs, da das maligne Melanom die gefährlichste Art ist: Wenngleich die anderen Hautkrebsarten ebenfalls nicht völlig harmlos sind, ist der schwarze Hautkrebs aber für die meisten Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich. Der Ausdruck Hautkrebs bezeichnet aber nicht nur das maligne Melanom.

Videoexkurs: 5 Fragen & Mythen über Krebs
Im Zusammenhang mit Krebs tauchen immer wieder Falschaussagen oder Irrtümer auf, die für Patienten mitunter irreführend sind und diese verunsichern. Im folgenden Video nimmt sich Dr. Tobias Weigl deshalb einiger dieser Fragen und Mythen an und versucht, Klarheit für die Patienten zu schaffen.

Welche Arten von Hautkrebs gibt es?

Es existieren verschiedene Hautkrebsarten, die sich sowohl in ihrer Häufigkeit als auch in ihrer Bösartigkeit deutlich unterscheiden.

Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom – gemeinsam mit dem Plattenepithelkarzinom als „weißer“ oder auch „heller“ Hautkrebs bezeichnet – ist diejenige Hautkrebsart, die am häufigsten auftritt. Allein an dieser Form erkranken jährlich rund 157.000 Menschen in Deutschland. Typischerweise wächst diese Hautkrebsart langsam über Jahre, manchmal sogar über Jahrzehnte. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen, das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt zwischen 70–74 Jahren.
Das Basalzellkarzinom kann in jedem Körperbereich entstehen, wobei der Großteil im Kopf-Hals-Bereich auftritt, also in Bereichen, in denen die Haut unmittelbarer UV-Strahlung ausgesetzt ist. Das Karzinom kann dabei verschiedene Formen annehmen: Zu Beginn sieht er wie ein porzellanartiger, kleinerer Pickel aus, bei dem man winzige Blutgefäße sehen kann. Die Oberfläche dieses „Pickels“ sinkt nach einiger Zeit in der Mitte ein, es entsteht eine muldenartige Einbuchtung. Der Boden dieser Mulde ist verkrustet und kann manchmal bluten.

Plattenepithelkarzinom

Das Plattenepithelkarzinom, manchmal auch als Stachelzellkrebs bezeichnet, entsteht größtenteils in Hautbereichen, die zu oft einer stärkeren UV-Bestrahlung ausgesetzt worden sind. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 70–80 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Bei dieser Hautkrebsform existiert eine Vorstufe, die medizinisch aktinische Keratose genannt wird. Typischerweise ist die betroffene Stelle vergleichsweise scharf abgegrenzt zum Rest der Haut durch eine Rötung, die manchmal abklingt, aber auch wieder auftreten kann. Die Hautoberfläche dieser Stelle fühlt sich wie feines Sandpapier an. Diese Vorstufe selbst ist nicht bösartig, unbehandelt kann aber ein Plattenepithelkarzinom entstehen, weswegen eine frühe Behandlung wichtig ist. Auf dieser Vorstufe bildet sich eine festhaftende Hornkruste, die andauernd wächst und sich zu einem Tumor herausbildet. Erreicht dieser Tumor einen Durchmesser von ungefähr einem Zentimeter, können sich potenziell Metastasen bilden.

„Schwarzer Hautkrebs“ und malignes Melanom

Das maligne Melanom, das man aufgrund seines Erscheinungsbildes oft auch „schwarzen Hautkrebs“ nennt, kann an allen Hautstellen entstehen. Im Durchschnitt erkranken Frauen im Alter von 59 Jahren, Männer im Alter von 67 Jahren an dieser Krebsform. Bei Patienten, die zwischen 20–29 alt sind, gehört der schwarze Hautkrebs zu den am häufigsten auftretenden Tumoren.

In diesem Zusammenhang sind bei Frauen häufiger die Arme und Beine betroffen, während bei Männern das Melanom eher am Rumpf auftritt. Ein wichtiger Risikofaktor können Pigmentale (z. B. Leberflecken oder Muttermale) sein, die nicht grundsätzlich besorgniserregend sein müssen. Wichtig sind aber die Größe und Anzahl der Pigmentale: Besonders Personen mit vielen Muttermalen haben ein teils erheblich erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Darüber hinaus weisen angeborene Muttermale ein gewisses Risiko auf, dass sie sich zu einem malignen Melanom weiterentwickeln. Bei äußerst großen Muttermalen ist sogar bereits in den ersten Lebenswochen ein Eingriff sinnvoll, da man sie in diesem Alter noch leicht durch Abschleifen entfernen kann.

Achtung!
Melanome können grundsätzlich überall auf der Haut entstehen. Dementsprechend können auch Stellen betroffen sein, die weniger einzusehen sind oder bei der man ein solches Auftreten weniger vermuteten. Dazu zählen z. B. der Genitalbereich, der behaarte Kopf, die Fußsohlen, aber auch Finger- und Fußnägel.

Merkelzellkarzinom

Auch, wenn das Merkelzellkarzinom (MCC) mittlerweile häufiger vorkommt, wird es noch zu den selteneren Tumoren gezählt. Warum das MCC entsteht, ist bisher noch nicht abschließend geklärt. Man vermutet aber, dass bestimmte Viren verantwortlich sind und dementsprechend ein geschwächtes Immunsystem eine wichtige Rolle spielt, da MCCs deutlich häufiger bei Menschen nach einer Organtransplantation oder bei HIV-Positiven auftreten. Bei rund der Hälfte dieser Fälle sind die Betroffen sogar noch unter 50 Jahre alt.

Äußerlich ist das MCC auffällig: halbkugelig, manchmal knotenförmig, eine glatte und glänzende Oberfläche, die rötlich bis bläulich-violett und relativ elastisch. Die Entstehung geht meist rasch vonstatten: Das MCC entsteht binnen weniger Wochen und Monaten auf langfristig von Licht geschädigter Haut. Von Beginn an wächst diese Hautkrebsform in das umliegende Gewebe ein. Größere Geschwüre sind tendenziell selten und werden eigentlich nur dann beobachtet, wenn der Tumor schon weit fortgeschritten ist.

Dermatofibrosarcoma protuberans

Das Dermatofibrosarcoma protuberans (DFSP) ist ein seltener Tumor der Haut. Diese Form geht vom Bindegewebe der Haut aus. Durchschnittlich wird die Erstdiagnose sowohl bei Männern als auch bei Frauen um die 40 Jahre gestellt.
Der Tumor wächst langsam und zerstört umliegendes Gewebe, entwickelt aber meistens keine Metastasen. Aufgrund der ersten Gewebeveränderungen entstehen Knötchen, die rötlich-braun bis hautfarben auftreten. Oft dauert es Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, bis sich ein größerer Tumor daraus hervorkommt. Vielfach haben davon Betroffene keine Symptome. Häufiger entsteht das DFSP am Rumpf (vor allem am Brustbein) und an den Armen. Aufgrund der eher uncharakteristischen Erscheinungsform wird eine Diagnose meistens eher spät gestellt.

Kaposi-Sarkom

Das Kaposi-Sarkom (KS) ist eine maligne Hauterkrankung. Sie kann gleichzeitig an mehreren Körperstellen auftreten. Beim KS werden vier klinische Formen unterschieden:

  • „klassische“ Kaposi-Sarkom
  • Kaposi-Sarkom, dass infolge einer Immunsuppression auftritt (z. B. nach Organtransplantation)
  • afrikanische endemische Kaposi-Sarkom
  • Kaposi-Sarkom, dass durch eine HIV-Erkrankung ausgelöst wurde

In allen Formen konnte man das Herpesvirus 8 (kurz HHV-8) nachweisen. Dieses Virus kann sowohl sexuell als auch durch Blut übertragen werden.

Typischerweise sieht ein KS so aus: Flecken oder Knoten, die bläulich-violett sind, die wiederum in Richtung der Hautspaltlinien angeordnet sind. Diese Veränderung auf der Haut können sich binnen kurzer Zeit schnell ausbreiten, aber ebenso Jahre lang unverändert bestehen bleiben. Im Falle einer raschen Ausbreitung können die Knoten in das Gewebe hineinwachsen und werden dabei oft von Ödemen begleitet.

Wie entsteht Hautkrebs?

Der wichtigste Risikofaktor ist nach bisherigem Kenntnisstand die UV-Strahlung. Diese ultravioletten (kurz UV) Strahlen sind elektromagnetische Wellen, die im Sonnenlicht enthalten sind und sich sogar positiv auf den Körper auswirken können: Sie regen etwa die Bildung von Vitamin D an. Dennoch ist eine UV-Bestrahlung ab einer bestimmten Menge eindeutig krebserregend, da eine übermäßige UV-Strahlung die DNA schädigen kann. Bis zu einem gewissen Grad kann unser Körper kleinere DNA-Schäden zwar selbst beheben; setzt man sich aber wiederholt und lange einer starken UV-Strahlung aus, wird die DNA beschädigt. Es entstehen Mutationen.

Schädigungen der Haut bemerkt man meistens in Form eines Sonnenbrands. Diese akuten Schäden klingen nach einiger Zeit ab und die Haut scheint sich zu erholen – zumindest oberflächlich. Das Problem ist allerdings, dass sich die Folgen dieser heftigen Bestrahlung teils erst nach Jahrzehnten zeigen, wenn sich bspw. verstärkt Falten und Pigmentflecken bilden. Stärker geschädigte Zellen, die nicht absterben, können Hautkrebs entstehen lassen.

Videoexkurs: Was ist Krebs und wie breitet es sich aus?
Für die allermeisten Menschen dürfte die Diagnose „Krebs“ ein erschütterndes Erlebnis sein, da eigentlich jedem bewusst ist, dass Krebs eine ernste und potenziell tödlich verlaufende Erkrankung ist. Doch was genau ist Krebs überhaupt? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen Dr. Tobias Weigl im folgenden Videobeitrag.

Welche Symptome verursacht Hautkrebs?

Hautkrebs ist insofern tückisch, dass er zunächst kaum oder gar keine Symptome verursacht. Je nach Art des Tumors kann die entsprechende Stelle jucken, nässen und/oder anfangen zu bluten. In diesen Fällen ist es wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen, um die genauen Ursachen abzuklären.

Unabhängig von der Art der Krebserkrankung leiden etwa 90% der Menschen im Laufe der Erkrankung irgendwann einmal an sog. Tumorschmerzen, die u. a. darauf zurückzuführen sind, dass der Tumor bzw. Metastasen auf einen Nerv drücken und so Schmerzen verursachen. Wenn Sie sich mehr über Tumorschmerzen erfahren wollen, sehen Sie sich gerne unseren Beitrag zum Thema an: „Tumorschmerzen – Symptome, Medikamente & Therapie“.

Noch mehr Informationen im folgenden Videobeitrag
Etwa 60–90% der Krebspatienten leiden im Verlauf ihrer Krankheit unter Tumorschmerzen. Oft aber bekommt dieses Problem wenig Aufmerksamkeit, weshalb Dr. Tobias Weigl im folgenden Video u. a. über die Hauptgründe für Tumorschmerzen sowie die Nebenwirkungen der Krebstherapie spricht.

Wer kann von Hautkrebs betroffen sein?

Prinzipiell kann jeder Mensch an Hautkrebs erkranken. Höhere Erkrankungschancen haben aber Personen, die regelmäßig in Solarien gehen. Darüber hinaus sind bspw. Bauarbeiter, Gärtner, Dachdecker, aber auch Briefträger durchschnittlich einer 3–5x längeren UV-Bestrahlung ausgesetzt als Personal, das in Innenräumen arbeitet. In diesen Fällen ist der Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, den Arbeitnehmer ausreichend vor zu hoher solarer UV-Strahlung zu schützen oder die Bestrahlung so gering wie möglich zu gestalten. Im Falle einer Hautkrebserkrankung ist zudem für Betroffene wichtig, ob die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt wird, da dies hinsichtlich etwa von finanziellen Entschädigungen eine Rolle spielen kann.

Gut zu wissen!
Neben der körperlichen Belastung ist die Diagnose Hautkrebs für zahlreiche Betroffene psychologisch schwierig zu verarbeiten. Daher kann es sinnvoll sein, mit anderen Betroffenen Kontakt aufzunehmen, indem Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen. In vielen Städten gibt es solche Selbsthilfegruppen – ein Beispiel ist die Selbsthilfe Hautkrebs Berlin, die seit 1998 besteht.

Welche Risikofaktoren für Hautkrebs gibt es?

Es gibt einige Faktoren, die die Entstehung von Hautkrebs begünstigen können:

  • häufige Sonnenbrände in Kindheit/Jugend
  • regelmäßige Besuche im Solarium
  • viele Pigmentalien (Muttermale) – Personen, die mehr als 100 Pigmentale haben, haben ein ungefähr siebenfach erhöhtes Risiko, am schwarzen Hautkrebs zu erkranken!
  • ein geschwächtes Immunsystem (bspw. infolge einer Organtransplantation)
  • Fälle von Hautkrebs innerhalb der näheren Verwandtschaft

Neben diesen Risikofaktoren spielt noch der Hauttyp eine gewisse Rolle: Je nach dem, welcher Typ vorliegt, ist die Haut empfindlicher gegenüber der UV-Strahlung. Laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt es sechs verschiedene Hauttypen, wobei der Übergang zwischen diesen relativ fließend ist. Dabei beschreiben die Hauttypen I bis IV europäische Hauttypen, während V etwa für die Einwohner der arabischen Halbinsel oder Nordafrikas typisch ist. Typ VI wird den Ureinwohners Zentralafrikas und Australiens zugeordnet.

  • Hauttyp I – Merkmale sind sehr helle und empfindliche Haut, die meist einhergehen mit hellen Augen und rotblondem Haar sowie Sommersprossen. Dieser Hauttyp bekommt schnell einen Sonnenbrand und bräunt nie.
  • Hauttyp II – Typ II hat ebenfalls helle und empfindliche Haut, oft gepaart mit blauen, grauen, grünen oder braunen Augen sowie blondes bis braunes Haar. Oftmals hat diese Person auch Sommersprossen, bräunt kaum und bekommt schnell einen Sonnenbrand.
  • Hauttyp III – diese Menschen haben helle bis hellbraune Haut, graue oder braune Augen und dunkelblondes bis braunes Haar. Sie haben eher selten Sommersprossen und bräunen schneller als Typ II.
  • Hauttyp IV – Typ IV hat eine hellbraune, fast olivfarbene Haut und braune bis dunkelbraune Augen. Das Haar ist dunkelbraun. Menschen mit diesem Hauttyp bräunen schnell.
  • Hauttyp V – Merkmale sind eine dunkelbraune Haut, dunkelbraune Augen sowie dunkelbraune bis schwarze Haare.
  • Hauttyp VI – diese Personengruppen haben dunkelbraune bis schwarze Haut sowie dunkelbraune Augen und schwarze Haare.

Da der Hauttyp ggf. das persönliche Hautkrebsrisiko erhöhen kann, ist unter Umständen eine Hauttypbestimmung durch einen Dermatologen sinnvoll. Wenn Sie sich selbst einen ersten Überblick verschaffen wollen, können Sie den folgenden Fragebogen des BfS benutzen: Welcher Hauttyp sind Sie?

Wichtig ist: Falls Sie von einem oder sogar mehreren dieser Risikofaktoren betroffen sind, heißt das nicht, dass Sie zwingend an Hautkrebs erkranken werden. Empfohlen wird aber etwa von der Deutschen Krebshilfe, dass Sie in diesem Fall überlegen sollten, an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung teilzunehmen. Kann ein Arzt frühzeitig Hautkrebs diagnostizieren, kann man diese – je nach Form – gut oder zumindest besser behandeln. Behalten Sie zudem verdächtige Hautstellen im Auge und begeben Sie sich bei Unsicherheiten in ärztliche Behandlung.

Was kann ich zu einer Früherkennung von Krebs beitragen?

Von absoluter Wichtigkeit ist die Früherkennung von Hautkrebs. Hautkrebs hat für Sie als Patienten den „Vorteil“, dass seine Vorstufen und der Hautkrebs selbst auch ohne technische Mittel sich oft gut erfühlen lassen und sichtbar sind. Deshalb ist es ratsam, ihre Haut im Auge zu behalten. Besonders aufmerksam sollten Sie ihre Muttermale und Leberflecken (Pigmentmale) im Blick haben; dies ist hinsichtlich des schwarzen Hautkrebses – der gefährlichsten Hautkrebsart – äußerst wichtig. Damit man grob einschätzen kann, ob ein Pigmentmal hinsichtlich des schwarzen Hautkrebses problematisch ist, gibt es die sog. ABCD-Regel zur Erkennung des malignen Melanoms:

AAsymmetrieein Fleck ist auffällig, der nicht gleichmäßig rund bzw. oval gestaltet sind
BBegrenzungnormalerweise sollte ein Pigmentmal eindeutig und regelmäßig abgegrenzt sein. Vorsicht walten lassen sollte Sie, wenn die Grenzen des Pigmentmals verwaschen wirken bzw. unregelmäßige Ausläufer am Rand haben.
CFarbe (C für Colour)Muttermale, die in mehreren Farbtönungen erscheinen, müssen im Auge behalten werden.
DDurchmesserPigmentmale mit einem Durchmesser von mehr als 2 mm sollten ärztlich geprüft werden.

Gerade, wenn Sie mehrere dieser Kriterien bei z. B. Muttermalen entdecken können, ist eine ärztliche Untersuchung angebracht. Falls Hautstellen für Sie auffällig sind, müssen diese nicht zwangsweise auf Hautkrebs hinweisen, aber im Falle einer positiven Diagnose können so frühzeitig Behandlungsschritte eingeleitet werden: Alle Hautkrebsarten können bei einer frühen Diagnose behandelt und geheilt werden. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt neben Auffälligkeiten bei der ABCD-Regel, dass Sie bei folgenden Beschwerden ihren Arzt aufsuchen:

  • Sie haben sehr viele und/oder unregelmäßige Pigmentale.
  • Sie können raue Flächen erfühlen an Körperstellen, die ständig dem Licht ausgesetzt werden (etwa an der Stirn).
  • Sie bemerken Hautveränderungen wie Flecken oder Krusten (im Erwachsenenalter), die nicht binnen einiger Wochen wieder verschwinden.
  • Sie erkennen ab ihrer Unterlippe oder im Mund Verdickungen und/oder weißliche Flecken. Dies kann besonders dann der Fall sein, wenn sie rauchen bzw. Pfeifenraucher sind.

Eine weitere Möglichkeit der Früherkennung ist das sog. Hautkrebs-Screening, dass die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre für Personen ab 35 Jahren anbieten. Hierbei untersucht ihr Arzt ihren gesamten Körper, einschließlich der Kopfhaut auf auffällige Stellen hin. Er verwendet dabei keine Instrumente, sondern benötigt dafür nur eine helle Lampe, die Untersuchung ist dementsprechend völlig schmerzfrei. Hat Ihr Arzt den Verdacht, dass Sie an Hautkrebs erkrankt sind, wird er Sie an einen Dermatologen überweisen, der weitere Untersuchungen durchführt.

Hautkrebs auf einen Blick

Sammelbezeichnung für bösartige HauterkrankungenFormen

  • es gibt mehrere verschiedene Arten
  • am häufigsten sind Basallzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom, beides nennt man den „weißen Hautkrebs“
  • am gefährlichsten ist das maligne Melanom, der sog. „schwarze Hautkrebs“

Ursachen

  • zentral ist eine lange und übermäßige UV-Bestrahlung

Symptome

  • kaum spezifische Symptome, ggf. an entsprechenden Stellen Juckreiz, Nässen und Blutungen
  • ansonsten allgemein Tumorschmerzen

Risikofaktoren

  • sich zu lange und zu starker UV-Bestrahlung aussetzen
  • sehr viele Pigmentmale
  • Fälle von Hautkrebs in der Verwandtschaft
  • heller Hauttyp

Die Früherkennung ist äußerst bedeutsam, um Hautkrebs gut behandeln und heilen zu können!

Was tut der Arzt? Teil 1: Diagnose von Hautkrebs

Besteht der Verdacht, dass Sie an Hautkrebs erkrankt sind, wird Ihr Arzt zu allererst eine Anamnese durchführen. Dabei werden Sie ausführlich u. a. zu folgenden Punkten befragt:

  • Gibt es in Ihrer näheren Verwandtschaft Fälle von Hautkrebs?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche?
  • Nehmen Sie noch andere Mittel ein, die Ihnen nicht vom Arzt verschrieben wurden? (z. B. Johanniskraut)
  • Welche Beschwerden haben Sie konkret?
  • Leiden Sie noch an anderen, weiteren Erkrankungen? Wenn ja, welche?

Nachdem der Arzt sich durch das Krankengespräch einen ersten Überblick verschafft hat, wird er eine körperliche Untersuchung durchführen und dabei gründlich Ihre Haut untersuchen. Liegen typische Symptome einer Hautkrebserkrankung vor, werden weitere folgende Untersuchungen veranlasst.

Dermatoskopie bei Hautkrebs

Eine wichtige und grundlegende Untersuchung bei Hautkrebs ist die Dermatoskopie (auch Auflichtmikroskopie genannt). Mit diesem speziellen beleuchteten Mikroskop kann der Arzt auch Strukturen tieferer Hautschichten beurteilen, die er ansonsten nicht sehen könnte. Damit kann der Arzt auch feinste Veränderungen wahrnehmen und bspw. ein malignes Melanom identifizieren.

Biopsie bei Hautkrebs

Ebenfalls eine zentrale Untersuchung für die Hautkrebsdiagnose ist die Gewebeentnahme, die sogenannte Biopsie. Hierfür entfernt der Arzt den verdächtigen Hautbereich vollständig mit einem gewissen Sicherheitsabstand zum übrigen Gewebe. In diesem Fall spricht man von seiner sog. Exizionsbiopsie. Entnimmt der Arzt stattdessen nur eine kleine Stelle, spricht man von einer sog. Probeexizision. Nach der Gewebeentnahme werden die Proben genau unter dem Mikroskop untersucht.
In den meisten Fällen kann die Gewebeentnahme ambulant erfolgen. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und die Wunde, die entstanden ist, wird vom Arzt wieder verschlossen.

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen sind zunächst eher ergänzende Hilfsmittel bei der Hautkrebsdiagnose und dienen mehr dazu, den Allgemeinzustand des Patienten festzustellen. So können bspw. Informationen über die Funktion bestimmter Organe gesammelt werden, die ggf. im weiteren Behandlungsverlauf eine Rolle spielen können. Ein Beispiel für solche Organwerte können Sie unserem Artikel „Leberwerte – GPT (ALT), GOT (AST) und Gamma-GT richtig interpretieren“ entnehmen.

Bildgebende Verfahren/radiologische Untersuchungen bei Hautkrebs

  • Ultraschalluntersuchung: Mit der Ultraschalluntersuchung kann der Arzt Organe wie die Leber, die Nieren, aber auch Ihre Lymphknoten begutachten. Einige so sichtbar gemachte Veränderungen können darauf hinweisen, dass bereits ein Tumor vorhanden ist.
  • Computertomographie (CT): Bei der CT „seziert“ die Röntgenstrahlung den Körper in kleine Schichten, die schnittweise erfasst werden können. Ein Computer wertet diese Daten aus und kann eine Art Querschnitt des Körpers zeigen. Damit lassen sich bspw. innere Organe oder auch vergrößerte Lymphknoten genau abbilden.
  • Röntgen-Thorax: In manchen Fällen kann es sein, dass noch eine konventionelle Röntgenaufnahme vonnöten ist. Bei einer Röntgen-Thorax werden Aufnahmen des Brustkorbs von der Seite und von vorne gemacht, sodass sich die jeweiligen Körperstrukturen begutachten lassen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT (auch Kernspintomographie genannt) erzeugt mithilfe eines Magnetfeldes und Wasserstoffprotonen ein präzises Bild des Körpers. Dadurch lassen sich Aussagen zu den erkennbaren Gewebestrukturen machen, die möglicherweise von Metastasen befallen sind. Sie bekommen unter Umständen ein in der Regel gut verträgliches Kontrastmittel, wodurch bestimmte Veränderung besser sichtbar werden können.
  • Skelettszintigramm: Bei dieser Untersuchung wird Ihnen ein Kontrastmittel gespritzt, dass schwach radioaktiv ist. Da sich das Kontrastmittel auf eine bestimmte Art und Weise in den Knochen anreichert, können die Röntgenaufnahmen zeigen, ob die Knochen von Metastasen befallen sind.
Noch mehr Informationen im folgenden Videobeitrag
Wenn Sie mehr über die wichtigsten radiologischen Untersuchungen erfahren möchten, schauen Sie sich gerne den Videobeitrag von Dr. Tobias Weigl an. Im Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Schlotlaut geht er auf verschiedene Fragen rund um das Thema Radiologie ein.

Achtung!
Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie – falls Sie den Verdacht hegen, an Hautkrebs erkrankt zu sein – zum Arzt gehen. Da die Diagnose Krebs aus nachvollziehbaren Gründen für die allermeisten Menschen eine angsterfüllende Vorstellung ist, scheuen sich viele Patienten davor, Ihren Arzt aufzusuchen. Nichtsdestotrotz ist es von allergrößter Wichtigkeit, dass im Falle einer Krebserkrankung diese frühzeitig erkannt wird: Bei einer frühen Diagnose kann Hautkrebs gut behandelt und geheilt werden!

Was tut der Arzt? Teil 2: Behandlung von Hautkrebs

Operativer Eingriff zum Entfernen des Tumorgewebes

Eine Operation ist die bis heute effektivste Behandlungsmethode im Fall von Hautkrebs. Dabei wird das Tumorgewebe entfernt, wobei ein bestimmter Sicherheitsabstand eingehalten wird. Bei schon weiter fortgeschrittenen und größeren Tumoren kann es unter Umständen sein, dass sich kosmetische Probleme ergeben: In diesen Fällen lässt sich die Operationswunde nicht ohne Weiteres verschließen, weswegen ggf. eine Hauttransplantation durchgeführt werden muss.

Strahlentherapie bei Hautkrebs

Die Strahlentherapie ist vielen wahrscheinlich ein Begriff und wird – neben der Chemotherapie – häufiger als die zentrale Behandlung bei Krebs angesehen. Tatsächlich aber hängt der Einsatz dieser Behandlung stark davon ab, welche Art von Erkrankung vorliegt und wie genau sich der Einzelfall konkret gestaltet. Pauschal ist eine Strahlentherapie nicht indiziert, also angezeigt.

Die Strahlentherapie soll die Krebszellen abtöten. Sog. ionisierende Strahlen greifen die Krebszellen in ihrem Kern an: Durch die Bestrahlung soll die DNS der Krebszellen so stark beschädigt werden, dass die malignen Zellen sich nicht mehr weiter vermehren können. Die Strahlung kann ihre Wirkung nur dort entfalten, wo sie auf das Gewebe treffen. Problematisch ist bei der Strahlentherapie allerdings, dass durch eine zu starke Bestrahlung auch gesundes Gewebe beschädigt werden kann. Zudem kann die Strahlenbehandlung einige Nebenwirkungen wie verursachen. Deswegen muss der Arzt sorgfältig planen und abwägen, welche Strahlendosis angebracht ist. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt auch davon ab, wo genau die Bestrahlung erfolgt ist. So kann eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich bspw. eine Schleimhautentzündung verursachen, während bei einer Bestrahlung des Bauchbereichs Übelkeit und Erbrechen die Folge sein können. Ebenso können allgemein Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit auftreten, meistens verschwinden diese Symptome aber nach einiger Zeit wieder.

Chemotherapie bei Hautkrebs

Besonders dann, wenn mit einer Operation nicht alle Krebszellen entfernt werden können oder sich bereits Metastasen in anderen Organen gebildet haben, ist eine Chemotherapie angeraten. Dabei sollen mit bestimmten Medikamenten, die ‚Zytostatika’ genannt werden, Zellen zerstört werden, die sich rasch teilen und dementsprechend ausbreiten. Zytostatika greifen dabei in die Zellteilung der Krebszellen ein, wodurch diese nicht mehr wachsen können. Leider hat eine Chemotherapie mitunter gravierende Nebenwirkungen: Da es sich bei der Gabe von Zytostatika (z. B. Bleomycin Baxter®) um eine sog. ‚systemische Therapie’ handelt, ist der ganze Körper betroffen. Deswegen werden auch gesunde Gewebszellen angegriffen, die sich wie die Krebszellen ebenfalls schnell teilen. Ein Beispiel hierfür sind die Haarwurzelzellen. Andere Nebenwirkungen können sein:

  • Übelkeit und Erbrechen: Beides belastet Patienten bei einer Chemotherapie schwer. Das liegt daran, dass Zytostatika unmittelbar auf den Gehirnbereich wirken, der Erbrechen auslöst. Dem versucht man entgegenzuwirken, indem Antiemetika gegen Erbrechen als Infusion schon vor der eigentlichen Chemotherapie gegeben werden. Liegen dennoch stärkere Beschwerden, kann diese Behandlung ggf. wiederholt werden. Deshalb sind Übelkeit und Erbrechen mittlerweile für viele Patienten eher weniger ein Problem.
  • Appetitlosigkeit oder Geschmacksstörungen
  • Haarverlust: Dies ist sicher ein Bild, dass viele bei einer Chemotherapie vor Augen haben: der vollständige Ausfall des Haupthaares. Betroffen sind aber alle Haare des Körpers. Viele Patienten lassen sich für diese Zeit eine Perücke anfertigen.
  • Infektionen: Leider bringen es die Medikamente einer Chemotherapie mit sich, dass der Körper weniger weiße Blutkörperchen bildet. Diese sind u. a. für die Abwehr von Infektionen zuständig. Dementsprechend sind Patienten während einer Chemotherapie anfälliger für Infektionen.

Im Normalfall verschwinden diese Nebenwirkungen wieder, wenn Sie keine Zytostatika mehr einnehmen müssen. Grundsätzlich ist es zudem wichtig, dass Sie als Betroffener aufhören zu rauchen: Patienten, die rauchen, haben eine schlechtere Durchblutung. Das kann dazu führen, dass die Wirkung von Zytostatika vermindert wird.

Immuntherapie bei Hautkrebs

Allgemein ist jede Therapie eine Immuntherapie, die das körpereigene Immunsystem benutzt, um Erkrankungen zu bekämpfen. Bei Krebs soll der eigene Körper so die Krebszellen erkennen und angreifen. Bei Hautkrebs kommt die Immuntherapie vor allem gegen den schwarzen Hautkrebs zum Einsatz. Hier wurde eine gute Wirksamkeit nachgewiesen. Wahrscheinlich stellt man sich hier die Frage, wieso die körpereigene Immunabwehr es nicht schafft, die Krebszellen abzutöten, wie sie es normalerweise tut. Da allerdings Tumorzellen aus körpereigenen Zellen hervorgehen, erkennt sie unser Immunsystem oft nicht als fremd. Mit sog. Krebs-Impfungen wird nun versucht, dass das Immunsystem sich gegen die Tumorzellen richtet und bekämpft. Hierfür wichtig sind die zytotoxische T-Zellen: Diese Immunzellen können die veränderten Tumorzellen identifizieren, attackieren und letztlich zerstören. Eine andere, neuere Form der Immuntherapie ist der Einsatz von sog. Immun-Checkpoint-Inhibitoren: Melanome schütten bestimmte Moleküle aus, die das Immunsystem daran hindern, gegen sie aktiv zu werden. Die Checkpointhemmer hebeln diesen Mechanismus, wodurch das Immunsystem die Tumorzellen wieder bekämpfen kann.
Die Immuntherapie ist noch eine vergleichsweise junge Therapiemöglichkeit, weswegen momentan noch daran geforscht, inwiefern die Immuntherapie mit anderen Behandlungsmethoden von Hautkrebs kombiniert werden kann.

Aktuelle Forschung: Immuntherapie ist bei schwarzem Hautkrebs langfristig wirksam
Eine aktuelle Studie, die im Oktober 2018 in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurde, legt nahe, dass Patienten, die von einem fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebs betroffen sind, davon profitieren, wenn sie bei einer Immuntherapie mit dem Checkpointhemmer Nivolumab behandelt werden. Tatsächlich scheint der Effekt sogar langfristig wirksam zu sein. Nivolumab regt zum einen das Immunsystem dazu an, den Krebs zu bekämpfen. Zum anderen verhindert, dass die Melanome das Immunsystem daran hindern, sie zu attackieren. Er wirkt antitumoral. Dies gelingt, indem Nivolumab sich an den PD-1-Rezeptor (Programmed Death Receptor 1) bindet, wodurch dieser Rezeptor nicht mit den Liganden (bestimmte Moleküle, die von Melanomen ausgeschüttet werden) PD-L1 und PD-L2 interagieren kann. Blockiert also nun Nivolumab diesen Rezeptor, können die Melanomen das Immunsystem nicht mehr an ihrer Bekämpfung hindern.In der Studie, die den Langzeiteffekt nachgewiesen hat, waren Patienten in einem späteren Krebsstadium entweder mit einer Chemotherapie mit dem Stoff Dacarbacin oder mit einer Immuntherapie behandelt worden, bei der den Betroffenen Nivolumab gegeben worden ist. Tatsächlich hat sich ergeben, dass nach drei Jahren 51% der 210 mit der Immuntherapie behandelten Studienteilnehmern noch lebten, während bei der Chemotherapie lediglich knapp 22% der 210 Teilnehmern nach drei Jahren noch lebten. Bei den Patienten, denen Nivolumab gegeben wurde, hatte ein Viertel davon zumindest Teilerfolge in der Tumorbekämpfung zu verzeichnen, während bei rund einem Fünftel der Tumor sogar vollständig zurückging.

Die Autoren der Studie betonten, dass bei fortgeschrittenem malignem Melanom die Chancen auf ein langfristiges Überleben bei einer Immuntherapie mit Nivolumab deutlich steigen würden. Dies erscheint als ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den schwarzen Hautkrebs, der aber noch in anderen, größeren Studien überprüft und bestätigt werden muss.

Quelle: Paolo A. Ascierto et al.: Survival Outcomes in Patients with previously untreated BRAF wild-type advanced Melanoma treated with Nivolumab therapy: Three-Year Follow-up of a randomized Phase 3 Trial. In: JAMA Oncology 2018.

Photodynamische Therapie (PDT) bei Hautkrebs

Bei der Vorstufe von Plattenepithelkarzinomen, der aktinischen Keratosen, und dünnen Basalzellkarzinomen, die nicht im Gesicht liegen, ist eine sog. photodynamische Therapie (kurz PDT) möglich. Hierfür muss der Patient ein Medikament – sog. Photosensibilisatoren – auftragen bzw. gespritzt bekommen. Das Medikament lagert sich in den Krebszellen bzw. deren Vorstufen ein und lässt diese Zellen lichtempfindlich werden. Daraufhin wird der Tumor gemeinsam mit dem gesunden Gewebe, das den Tumor umgibt, mit Licht bestrahlt. Auf diese Art und Weise werden bestimmte photochemische Prozesse in Gang gesetzt, die Substanzen erzeugen, die die Tumorzellen absterben lassen. Vorteilhaft ist die PDT insofern, dass keine Narben entstehen und der Körper lediglich die kranke Haut abstößt und neue bilden kann. Die wichtigste Nebenwirkung für den Patient ist, dass seine Haut für eine bestimmte Zeit äußerst lichtempfindlich ist. Deshalb muss man während dieser Regenerationsphase der Haut helles Sonnenlicht unbedingt meiden.
Nachteil der PDT ist allerdings, dass diese Behandlung große Kosten verursacht, die bisher noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Waren oder sind Sie an Hautkrebs erkrankt? Wenn ja, wie wurden Sie behandelt? (Mehrfachnennungen möglich)

Wie sieht die Nachsorge von Hautkrebs aus?

Es ist essentiell, dass Sie sich regelmäßiger Nachsorgeuntersuchungen unterziehen. Zum einen kann so früh erkannt werden, ob der Hautkrebs wieder auftritt, zum anderen können Begleit- und/oder Folgeerkrankungen diagnostiziert und behandelt werden.
Nach der sog. Primärbehandlung ist es zudem wichtig für Patienten, sich wieder zu rehabilitieren, damit man wieder in den normalen Berufs- und Lebensalltag eintauchen kann, soweit dies möglich ist. Für diesen Fall existieren spezielle Rehabilitationskliniken. Für eine derartige Behandlung muss ein entsprechender Antrag gestellt werden. Voraussetzungen ist dafür, dass Sie sich selbst kleiden und waschen können. Zudem sollten Sie soweit mobil sein, dass Sie sich selbstständig über die Station bewegen können.

Was kann ich tun, um Hautkrebs vorzubeugen?

Bis zu einem gewissen Grad kann man durch entsprechendes Verhalten die Entstehung von Hautkrebs vorbeugen. Gemäß der aktuellen onkologischen Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs werden u. a. folgende Verhaltensweisen nahegelegt:

  • Vermeiden Sie es, sich lange Zeit zu starker Sonnenstrahlung auszusetzen
  • Tragen Sie entsprechende Kleidung, die Ihre Haut ausreichend schützt. Dazu gehört auch eine passende Kopfbedeckung.
  • Schauen Sie nicht direkt in die Sonne und tragen Sie eine Sonnenbrille.
  • Verwenden Sie Sonnenschutzmittel für Stellen, die nicht von der Kleidung bedeckt werden. Benutzen Sie das Sonnenschutzmittel, bevor Sie sich den Sonnenstrahlen aussetzen.
  • Das Sonnenschutzmittel sollte dick genug aufgetragen (2 mg/cm2) und gleichmäßig auf die Haut verteilt werden.
  • Bei hoher Sonnenintensität sollten Sie sich so wenig wie möglich der Sonne aussetzen und Aktivitäten eher in die Morgen- und Abendstunden verlegen, wenn die Sonnenbestrahlung weniger intensiv ist.
  • Gerade in den ersten Sommertagen kann es verlockend sein, sich der Sonne auszusetzen. Wichtig ist dabei aber, dass Sie Ihre Haut langsam an die Strahlen gewöhnen.

Diese Gesichtspunkte gelten besonders für Kinder: Setzen Sie Ihre Kinder nicht zu lange der direkten Sonne aus. Ein Sonnenbrand sollte tunlichst vermieden werden. Säuglinge sollten der direkten Sonne am besten gar nicht ausgesetzt werden.

Gut zu wissen!
Das Hautkrebs einer der häufigsten Krebsarten ist, hängt teilweise auch damit zusammen, dass eine gebräunte Haut in unserer Gesellschaft ein (gefährliches) Schönheitsideal ist. Dabei ist die Hautbräunung zunächst eine Schutzstrategie, um die Haut vor UV-Strahlen zu schützen. Dies ist aber nur bis zu einem bestimmten Grad möglich.

Möglicherweise erscheinen diese Punkte vielleicht ein Stück weit irritierend, da unabhängig von Krebs eine ausreichende Bewegung empfohlen wird. Selbstverständlich dürfen und sollen Sie sich der Sonne aussetzen, da bekanntlich Vitamin D durch die Sonnenbestrahlung im Körper gebildet wird. Sie sollten aber Acht auf sich geben, ausreichend Sonnenschutz nutzen und tendenziell die Mittagssonne vermeiden. Es gilt: Genießen Sie die Sonne in Maßen! Dies gilt besonders für Kinder.

Häufige Patientenfragen

Ich habe komische Flecken auf der Haut – was soll ich tun?

Dr. T. Weigl:
Häufig sieht man auf diversen Internetportalen Personen, die Fotos von (scheinbar) verdächtigen Hautstellen online stellen und um eine Einschätzung bitten. Es ist absolut wichtig, dass Sie sich auch selbst informieren, eine seriöse Einschätzung kann aber nur ein ausgebildeter Arzt geben! Verlassen Sie sich nicht auf bloße Einschätzungen anderer Internetuser, sondern gehen Sie im Zweifelsfall zu ihrem Arzt! Wichtig ist es zudem, keine Panik zu bekommen. Denn: Der Verdacht auf Hautkrebs wird vergleichsweise selten bestätigt. Zwar steigen die Zahlen der Hautkrebserkrankungen – was u. a. mit unserem Freizeitverhalten und Schönheitsidealen zu tun hat –, aber von 100 Fällen werden 80 als unauffällig eingestuft. Bei den restlichen 20 wird eine Biopsie durchgeführt und nur vier Personen erhalten tatsächlich eine Hautkrebsdiagnose. Verdächtige Hautstellen sollten Sie entsprechend abklären lassen. Gerade, wenn Sie Kinder haben, ist dies umso wichtiger, damit frühzeitig mögliche Gefahrstellen entdeckt werden können.

Ich gehe gerne ins Solarium – muss ich Angst vor Hautkrebs haben?

Dr. T. Weigl:
Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die European Society of Skin Cancer Prevention raten von Solarienbesuchen ab. Ergebnisse verschiedener Studien haben gezeigt, dass jeglicher Besuch im Solarium das Hautkrebsrisiko steigen lässt. Grundsätzlich absehen sollten Sie von Solarienbesuchen in folgenden Fällen:

  • Sie haben Hauttyp I oder II.
  • Sie hatten eine Organtransplantation.
  • Ihre Haut weist Vorstufen von Hautkrebs auf.
  • Sie waren bereits an Hautkrebs erkrankt oder sind es immer noch.
  • Sie hatten in ihrer Kindheit häufig Sonnenbrände.
  • Sie haben sehr viele und/oder auffällige Pigmentmale.

Sollten Sie dennoch einen Besuch im Solarium erwägen, sollten Sie zuvor sicherstellen, dass das dortige Personal entsprechend ausgebildet ist. Ist dies der Fall, wird man sich u. a. danach erkundigen, welche Hauterkrankungen Sie haben/hatten, wann Sie zuletzt im Solarium waren und Sie auf mögliche Hautschäden hinweisen.

Ist Krebs ansteckend?

Dr. T. Weigl:
Es ist leider ein hartnäckiges Gerücht, dass Krebs ansteckend sei. Gesunde Menschen müssen sich nicht vor Krebskranken „fürchten“: Krebszellen werden normalerweise vom Körper nicht ausgeschieden; selbst, wenn dies geschehen sollte, sind die Zellen bereits tot oder sind nicht überlebensfähig. Und in dem seltenen Fall, dass Krebszellen z. B. in den Mund oder sogar in den Blutkreislauf eines gesunden Menschen gelangen, ist die Erkrankungsgefahr äußerst gering. Unser Immunsystem erkennt diese fremden Zellen, bekämpft und vernichtet sie. Im Normalfall sind also selbst sexuelle Handlungen kein Problem. Es gibt zwar einige wenige Tumorarten, an denen bspw. Viren beteiligt sind, etwa Leberkrebs. Wichtig ist aber, hier zu unterscheiden: Wenn überhaupt, dann wird nur der Erreger, aber nie die Krebserkrankung selbst übertragen.

Und tatsächlich: Nachdem Pauls Ärztin die Stelle eingehend untersucht hat, hat sie weitere Untersuchungen wie eine Biopsie veranlasst. Dabei wurde festgestellt, dass es sich bei der betreffenden Stelle um ein Basallzellkarzinom handelt. Tatsächlich erinnert sich Paul daran, dass auch seine Mutter so etwas hatte. „Gut, dass Sie das so früh gesehen haben“, schaut Pauls Ärztin Richtung Daniela, „das lässt sich wahrscheinlich noch ohne größere Probleme beheben. Aber gerade, weil Ihre Mutter bereits an Hautkrebs erkrankt war, ist es für Sie umso wichtiger, sowas im Auge zu behalten.“ Etwas beschämt schaut Paul zurück.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
Redaktion: Andrea Lorenz
Veröffentlicht: 10.03.2019

Quellen

  • Paolo A. Ascierto et al. (2018): Survival Outcomes in Patients with previously untreated BRAF wild-type advanced Melanoma treated with Nivolumab therapy: Three-Year Follow-up of a randomized Phase 3 Trial. In: JAMA Oncology.
  • Bundesamt für Strahlenschutz (Hg.) (2018): Die verschiedenen Hauttypen.
  • Daniela Christmann (2017): Was ist Hautkrebs? In: Deutsche Krebsgesellschaft.de
  • Daniela Christmann und Katrin von Kieseritzky: Strahlentherapie. In: krebsgesellschaft.de
  • Daniela Christmann: Früherkennung von Hautkrebs. In: krebsgesellschaft.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft und Deutsche Krebshilfe (Hg.) (2014): S3-Leitlinie. Prävention von Hautkrebs.
  • Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft (Hg.) (2014): Melanom. Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten.
  • Deutsche Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft (Hg.) (2018): Hautkrebs. Antworten. Hilfe. Perspektiven.
  • Katrin von Kieseritzky (2018): Immuntherapie bei schwarzem Hautkrebs langfristig wirksam. In: krebsgesellschaft.de
  • Katrin von Kieseritzky (2019): Immuntherapie bei fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs langfristig wirksam. In: krebsgesellschaft.de
  • Krebsinformationsdienst.de (Hg.) (2019): Ist Krebs ansteckend?
  • Krebsinformationsdienst.de (Hg.) (2018): Immuntherapie gegen Krebs: Die körpereigene Abwehr nutzen.
  • Krebsinformationsdienst.de (Hg.) (2018): Krebsentstehung.
  • Krebsinformationsdienst.de (Hg.): Krebsfrüherkennung: Wissenswertes zu Angeboten, Nutzen und Nachteilen.
  • Robert Koch-Institut (Hg.) (2010): Verbreitung von Krebserkrankungen in Deutschland. Entwicklungen der Prävalenzen zwischen 1990 und 2010.
[Gesamt:9    Durchschnitt: 5/5]
1 Kommentar
  • Elisif Anderson
    23.03.2019 13:26

    Ich vermisse einen Hinweis auf den Zusammenhang von Jodversorgung und Hautkrebs. Vor einigen Jahren las ich das Buch „Iodine – Why you need it and why you can´t live without it“. Kurz darauf fiel mir bei meinem damaligen Freund auf dem Rücken eine sehr raue, unregelmäßig begrenzte ca. 5 ct.stückgroße teils tiefschwarz pigmentierte vom Hautarzt als senile Keratose eingestufte Stelle auf, die mir auf dem Hintergrund, dass er gerade aus der 5-Jahresnachsorge nach Melanom-Op an anderer Stelle heraus war, doch nicht geheuer schien. Ich schmierte den Fleck mit konzentrierter Lugol´scher Lösung (15%, aus England bezogen) ein, die ich ihm auch mitgab. Nach 2 Monaten war der Fleck noch dunkelbraun, aber glatt, nicht mehr rau und auch nicht mehr schwarz gesprenkelt.
    Selbst hatte ich zu der Zeit einen pechschwarzen ca. 2-3 mm großen Hautfleck am vorderen Nagelrand einer Zehe; dachte erst, es sei Dreck, ließ sich aber nicht abwaschen. Als es mir zu bunt wurde, beschloss ich, die dicke schwarze Hornhaut mit einer Hautschere ab zu schneiden. Das tat nicht weh, aber darunter war es immer noch pechschwarz und es blutete. Ein Termin beim Hautarzt war erst in 3 Monaten zu bekommen. Ich malträtierte in der Zeit die Stelle mit Lugol´s 15%, trug regelmäßig die verbrannte Haut ab und neue Lösung auf. Am Ende wusste ich nicht mehr, was ich dem dermatologischen Kollegen zeigen sollte, es war nichts mehr zu sehen. Den Termin sagte ich ab, das ist 4 Jahre her. Der liebe Gott weiß, was das war. Seither nehme ich regelmäßig viel Jod, auch aus Gründen der Brustgesundheit (siehe: „Die Jodkrise“); darunter sind weitere kleine schwarze Flecken auf meiner Haut teils ganz verschwunden, einzelne langjährig vertraute größere Muttermale sind teils sehr viel kleiner und blasser geworden, und was früher mal juckte und beim Kratzen auch blutete, ist jetzt komplett reizlos.

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