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Naratriptan gegen Migräne | Die Medikamente Formigran, Naramig und weitere

Auf einen Blick – Naratriptan

Was ist Naratriptan?

  • Migräne-Medikament aus der Klasse der Triptane

Wirkung

  • Gefäßverengung
  • hemmt neurogene, also von den Nerven ausgehende, Entzündungen
  • schwächt die Schmerzwahrnehmung
  • lindert die vegetativen Begleitsymptome wie Erbrechen oder Übelkeit

Anwendungsgebiete

  • mittelschwere bis schwere, länger andauernde Migräne
  • vor allem empfohlen für Patienten, die schnell Nebenwirkungen erleiden
  • Einstieg in die Behandlung mit Triptanen

Wichtigste Nebenwirkungen (häufige)

Wann darf man Naratriptan nicht bekommen?

  • Überempfindlichkeit bzw. Allergie gegen den Wirkstoff oder andere im Präparat enthaltene Bestandteile
  • vorliegende Herzerkrankung oder überstandener Herzinfarkt
  • Durchblutungsstörungen der Beine
  • überstandener Schlaganfall
  • Bluthochdruck
  • Funktionsstörungen von Leber oder Niere

Wichtige Hinweise

  • Nehmen Sie die nächste Tablette bei weiterbestehenden Kopfschmerzen frühestens vier Stunden nach der letzten Einnahme ein.
  • Achten Sie darauf, die Tablette auf keinen Fall während einer Aura einzunehmen. Denn das könnte die Kopfschmerzen sogar verstärken.

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Was tun gegen Migräne, gegen diese Attacken, die sich mal vorherahnen lassen und mal nicht? Viele Patienten greifen in diesem Zusammenhang zu Triptanen wie Naratriptan. Dieser Wirkstoff kommt bei schwerer bis mittelschwere sowie länger andauernder Migräne zum Einsatz und ist nebenwirkungsärmer als die anderen Medikamente seiner Klasse. Daher steigen von Migräne Betroffene auch häufig mit Naratriptan in die entsprechende Behandlung ein. Im nachfolgenden Artikel widmen wir uns dem Migräne-Medikament im Detail und erläutern u. a. Wirkweise, Anwendungsgebiete, Dosierung, Nebenwirkungen und die Gefahren einer dauerhaften Einnahme.

Sind Sie von Migräne betroffen und nehmen auch Triptane oder sogar den hier vorgestellten Wirkstoff Naratriptan? Dann zögern Sie nicht und teilen mit uns anderen Patienten Ihre Erfahrungen mit der Erkrankung und dem Wirkstoff weiter unten im Kommentarbereich.

Was ist Naratriptan?

Naratriptan ist eines der verschiedenen, bei mittelschwerer bis schwerer und vor allem länger andauernder Migräne eingesetzten Triptane. Besser bekannt ist es vielleicht unter den Handelsnamen Formigran® und Naramig®. Die Funktionsweise von Triptanen basiert auf einem ursprünglich unausgeglichenen Haushalt unseres Glückshormons Serotonin. Dieses führt in den Blutgefäßen unseres Gehirns eine Gefäßerweiterung herbei. Diese Gefäßerweiterung wiederum führt dann zu Migräneattacken beziehungsweise Kopfschmerzen. Dann kann es auch zu den berühmten Nebeneffekten kommen, bspw. Übelkeit und Erbrechen.

Die Triptane greifen in diesen Prozess ein, indem sie der Gefäßerweiterung entgegenwirken und für eine Gefäßverengung sorgen. Je früher Triptane eingenommen werden, desto besser wirken sie.

1922 kam das erste Triptan mit dem Namen Sumatriptan auf den Markt. Darauf folgten nach und nach die anderen Triptane, z. B. das hier beschriebene Naratriptan. Zwar haben alle Triptane denselben Wirkungsmechanismus. Allerdings unterscheiden sie sich in einzelnen Punkten, auf die jede Person unterschiedlich anspricht. Hierzu gehören die Wirkungsdauer, die Stärke der Wirkung, aber bspw. auch die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens von Schmerzen.

Im nachfolgenden Beitrag geht Dr. Dr. Tobias Weigl auf verschiedene Triptane ein und erläutert deren Anwendung in Zusammenhang mit Migräne. Ist ihre Einnahme gefährlich? Machen Sie sich selbst ein Bild!

Migräne: Sind Triptane wirklich gefährlich? Rizatriptan, Maxalt, Sumatriptan: Wirkung | Nebenwirkung

Die Wirkweise von Naratriptan

Wenn Naratriptan eingenommen wird, bindet es als Agonist, als „handelnde Substanz“ an Serotonin-Rezeptoren und sorgt so dafür, dass sich die Blutgefäße im Gehirn zusammenziehen. Ebenso sorgt es durch diesen Mechanismus dafür, dass Neuropeptide und Entzündungsmediatoren freigesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund erzielt der Wirkstoff u. a. folgende Wirkungen:

  • Gefäßverengung
  • hemmt neurogene, also von den Nerven ausgehende, Entzündungen
  • schwächt die Schmerzwahrnehmung
  • lindert die vegetativen Begleitsymptome wie Erbrechen oder Übelkeit

Was sind die Anwendungsgebiete von Naratriptan und was sind die Besonderheiten des Wirkstoffs?

Allgemein werden Triptane bei mittelschwerer bis schwerer und länger andauernder Migräne mit oder ohne Aura eingesetzt. Falls sie weiteres über Triptane wissen möchten, z. B. über ihren Einsatz bei Cluster-Kopfschmerzen, empfehlen wir unseren Artikel über Triptane im Allgemeinen.

Vergleicht man Naratriptan mit anderen Triptanen, kann man eine gute Zentralnervensystemgängigkeit feststellen. Das bedeutet, dass Naratriptan leichter als beispielsweise Sumatriptan durch die Blut-Hirn-Schranke gelangt und so leichter bzw. eher seine Wirkung entfalten kann.

Naratriptan ist das schnellste Triptan

Bei Naratriptan handelt es sich um das Triptan mit der höchsten Bioverfügbarkeit besitzt (60–70 Prozent). Das bedeutet, dass es besonders schnell vom Körper bzw. vom systemischen Kreislauf aufgenommen wird und somit am Wirkort am schnellsten zur Verfügung steht. Dementsprechend ist seine Halbwertszeit – also die Zeit, die nötig ist, damit der Wirkstoff zur Hälfte abgebaut ist – auch hoch, nämlich 6 Stunden.

Ein langwirkendes Triptan wie Naratriptan empfiehlt sich vor allem dann, wenn Ihre Schmerzen bei der Behandlung mit anderen Triptanen immer wiederkehren. Außerdem ist es nebenwirkungsärmer als seine ‚artverwandten‘ Substanzen und schneller im Körper verfügbar.

— Dr. Dr. Tobias Weigl

Naratriptan ist eines der Triptane, bei dem die Schmerzen nur selten wiederkehren. Nicht nur in diesem wichtigen Punkt hat es sich bewährt, sondern auch bei den geringen Nebenwirkungen. Aus diesem Grund wird Naratriptan vor allem bei Patienten eingesetzt, die empfindlich für Nebenwirkungen sind.

Der Wirkstoff empfiehlt sich daher besonders für den Einsatz bei jungen Patienten und solchen, die das erste Mal Triptane einnehmen.

Im Folgenden werden die hier erwähnten Besonderheiten des Naratriptans in einer Tabelle zusammengefasst und mit den anderen Triptanen verglichen.

TriptanartZNS-GängigkeitOrale Bioverfügbarkeit (in %)Halbwertszeit (in h)Ansprechquote (in %)Wiederauftreten von Schmerzen (in %)
Sumatriptan
(Imigran®)
(+)14250–70 oral
80 s.c.
30–40 oral
50 s.c.
Zolmitriptan
(AscoTop®)
+40~360–8030 oral
Naratriptan
(FORMIGRAN®,
Naramig®)
++60–70660–6827
Rizatriptan
(MAXALT®)
+40–452–362–7130–35
Eletriptan
(Relpax®)
+++~504–564 (40 mg)21 (80 mg)
Almotriptan
(Almogran®)
+++~703–457–70~25
Frovatriptan
(Allegro®)
+20–30~2537–4620

Anwendung & Dosierung von Naratriptan

Naratriptan gibt es als Tablette mit einer Dosis von 2,5 mg. Neben den üblichen 2,5 mg kann Naratriptan auch als Tablette mit 5 mg eingesetzt werden. Diese kann vor allem dann notwendig sein, wenn die normale Tablette nicht genug wirkt, Sie also noch Beschwerden haben.

Naratriptan sollte früh beziehungsweise direkt nach Eintreten der Migräne eingenommen werden.

Beachten sie die folgenden zwei Punkte bei der Einnahme:

  • Nehmen Sie die nächste Tablette bei weiterbestehenden Kopfschmerzen frühestens vier Stunden nach der letzten Einnahme ein.
  • Achten Sie darauf, die Tablette auf keinen Fall während einer Aura einzunehmen. Denn das könnte die Kopfschmerzen sogar verstärken.

Was sind die Nebenwirkungen von Naratriptan?

Wir nehmen Medikamente, weil sie uns dabei helfen, viele verschiedene Erkrankungen oder Beschwerden zu behandeln. Aber wir sollten uns immer auch der Nebenwirkungen bewusst sein, denn diese bleiben so gut wie nie aus. Wir haben dahingehend in der Medizin einen Grundsatz: „Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.“ Bei Naratriptan ist das nicht anders. Im Folgenden finden Sie daher eine Auflistung der Nebenwirkungen, die der Wirkstoff verursachen kann. Diese sind geordnet nach ihrer Häufigkeit und dementsprechend unterteilt in häufig (1 bis 10 Behandelte von 100), gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1.000), selten (1 bis 10 Behandelte von 10.000) und sehr selten (unter 1 Behandelter von 10.000).

Aber vorab: Wenn Sie allergische Reaktionen nach der Einnahme zeigen, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Zu diesen Reaktionen zählen Hautausschlag, Schwellungen im Bereich von Gesicht, Mund und Augenlidern, pfeifende Atmung oder ein Zusammenbruch.

Als häufige Nebenwirkungen gelten:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Kribbeln, gerötetes Gesicht
  • Müdigkeit, Benommenheit, Unwohlsein

Die gelegentlichen Nebenwirkungen umfassen:

Gut zu wissen!
Übelkeit, Erbrechen und Sehstörungen sind Beschwerden, die auch die Migräneattacke selbst ausgelöst haben könnte. Es muss sich bei deren Eintreten also nicht zwangsläufig um Nebenwirkungen von Naratriptan handeln.

Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen von Naratriptan

Zu den seltenen Nebenwirkungen zählen:

Diese beiden Symptome werden zusammengefasst als ‚ischämische Colitis‘ bezeichnet und erfordern Abklärung durch Ihren Arzt oder Ratschlag durch Ihren Apotheker.

Zu guter Letzt umfassen die sehr seltenen Nebenwirkungen noch:

  • Erkrankungen des Herzens, inklusive Brustschmerzen und sogar Herzinfarkt
  • mangeldurchblutete Arme und Beine mit Schmerzen

Denken Sie immer daran, Ihren Arzt oder Apotheker von möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen in Kenntnis zu setzen, da nur diese Ihnen einen auf Sie zugeschnitten qualifizierten Ratschlag erteilen können.

Naratriptan auf einen Blick

Naratriptan aus der Klasse der Triptane
Wirkung

  • Gefäßverengung
  • hemmt neurogene, also von den Nerven ausgehende, Entzündungen
  • schwächt die Schmerzwahrnehmung
  • lindert die vegetativen Begleitsymptome wie Erbrechen oder Übelkeit

Anwendungsgebiete

  • mittelschwere bis schwere, länger andauernde Migräne
  • vor allem empfohlen für Patienten, die schnell Nebenwirkungen erleiden
  • Einstieg in die Behandlung mit Triptanen

Wichtigste Nebenwirkungen (häufige)

Empfohlene Dosis

  • 2,5 mg direkt nach Eintritt der Migräne
  • Nehmen Sie die nächste Tablette bei weiterbestehenden Kopfschmerzen frühestens vier Stunden nach der letzten Einnahme ein.
  • Achten Sie darauf, die Tablette auf keinen Fall während einer Aura einzunehmen. Denn das könnte die Kopfschmerzen sogar verstärken.

Darreichungsform

  • Tablette

Welche Kontraindikationen, Warnhinweise und Wechselwirkungen existieren für Naratriptan?

Eine Kontraindikation wird auch als Gegenanzeige bezeichnet und beschreibt einen Umstand, bei dem die Einnahme eines bestimmten Medikaments streng untersagt ist. Zu den Kontraindikationen von Naratriptan zählen:

  • Überempfindlichkeit bzw. Allergie gegen den Wirkstoff oder andere im Präparat enthaltene Bestandteile
  • vorliegende Herzerkrankung oder überstandener Herzinfarkt
  • Durchblutungsstörungen der Beine
  • überstandener Schlaganfall
  • Bluthochdruck
  • Funktionsstörungen von Leber oder Niere

Was muss bei der Einnahme von Naratriptan noch berücksichtigt werden?

Neben den absoluten Gegenanzeigen, die eine Einnahme streng verbieten, gibt es auch noch einige Umstände, die das Risiko für Nebenwirkungen o. Ä. im Zusammenhang mit Naratriptan erhöhen. Daher ist es wichtig, auch diese Warnhinweise zu kennen bzw. Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Bei Ihnen könnten z. B. einige Risikofaktoren vorliegen, bei denen es wahrscheinlicher ist, unter Naratriptan-Einnahme eine Herzerkrankung zu entwickeln. Zu diesen Faktoren zählen:

  • (starker) Raucher
  • männlich und älter als 40 Jahre
  • Frau in den Wechseljahren

Auch wenn vorher nichts auf eine Herzerkrankung hingewiesen hat, können diese Faktoren die Entwicklung einer solchen begünstigen.

Ihr Arzt sollte außerdem wissen, ob Sie

  • allergisch gegen bestimmte Antibiotika (die sogenannten Sulfonamide) sind,
  • Naratriptan häufig einnehmen,
  • nach der Einnahme von Naratriptan Schmerzen in der Brust verspüren oder
  • bestimmte Antidepressiva (sogenannte SSRI) nehmen.

Was Passiert, wenn ich Naratriptan zusammen mit anderen Medikamenten einnehme?

Das hängt natürlich mit den Medikamenten zusammen, bringt uns aber zum nächsten wichtigen Punkt, den sogenannten Wechselwirkungen. Diese beschreiben die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten, wenn diese zeitgleich eingenommen werden. Allerdings meint der Begriff auch die Wechselwirkung zwischen einem Medikament und einem Lebensmittel.

Informieren Sie auch hier Ihren Arzt, ob und wenn ja welches andere Arzneimittel Sie eingenommen haben, aktuell einnehmen oder in Zukunft nehmen wollen.

Die Wechselwirkungen von Naratriptan betreffen:

  • andere Triptane: Nehmen Sie nicht gleichzeitig Naratriptan mit anderen Medikamenten der gleichen Klasse ein, sondern warten Sie mindestens 24 Stunden bis zur nächsten Einnahme.
  • Ergotamine: Auch das sind Migräne-Medikamente, bei deren Einnahme mindestens 24 Stunden seit der letzten Einnahme von Naratriptan vergangen sein sollten. Theoretisch können bei gleichzeitiger Gabe die Herzkranzgefäße zu verkrampfen beginnen.
  • SSRI oder SNRI: Das sind Medikamente, die zur Behandlung von Depression eingesetzt werden. Bei zeitgleicher Einnahme mit Naratriptan kann es zu Schwäche, Verwirrtheit und Koordinationsverlust kommen.
  • Johanniskraut: Dieses pflanzliche Mittel kommt ebenso bei Depressionen zum Einsatz und kann mit Naratriptan wechselwirken, indem es bei zeitgleicher Anwendung häufiger zu Nebenwirkungen kommt.

Beeinflusst Naratriptan die Schwangerschaft oder die Stillzeit?

Die Datenlage in Bezug auf Schwangerschaft und Stillzeit ist hier aktuell nicht ausreichend, weshalb bei Schwangerschaft allgemein von einer Einnahme abgeraten wird. In Tierexperimenten hat man bisher feststellen können, dass keine Gefahr für Missbildungen des Fötus besteht, wenngleich man verzögerte Knochenentwicklung beobachten konnte.

Allerdings können bestimmte Umstände eine Einnahme erfordern, sodass der Arzt dann schauen muss, ob der mögliche Nutzen für die Mutter den möglichen Schaden für das Kind überwiegt.

In Bezug auf die Stillzeit muss an dieser Stelle gesagt sein, dass Naratriptan in die Muttermilch übergeht, weshalb Sie das Medikament nicht einnehmen sollten, wenn Sie Ihr Kind stillen möchten. Warten Sie mindestens 24 Stunden nach der letzten Einnahme des Medikaments ab, bevor Sie Ihr Kind wieder stillen oder Muttermilch abfüllen. Verwerfen Sie bereits abgefüllte Muttermilch, wenn diese innerhalb des 24-Stunden-Fensters gewonnen wurde.

Exkurs: Kinder und Migräne

Wussten Sie schon, dass viele Kinder von Migräne betroffen sind, dies aber viel zu spät diagnostiziert wird?

Ein Grund für die späte Diagnose besteht darin, dass bei Kindern eine Migräne einfach schwerer festzustellen ist. Eine Migräne kann sich bei jungen Menschen nämlich in vielen verschiedenen Formen bemerkbar machen. Viele Eltern, Lehrer und auch Ärzte hegen lange Zeit keinen Verdacht auf Migräne, da manche Verhaltensweisen oder Beschwerden nicht typisch für eine „Erwachsenen-Migräne“ sind.

So kann es sein, dass die einen Kinder über Bauchweh klagen, andere lediglich Kopfschmerzen haben und wieder andere während einer Migräneattacke einschlafen. Somit ist es für die Eltern oder Ärzte nicht leicht, die Migräne zu erkennen bzw. zu diagnostizieren. Im Schnitt dauert es ganze vier Jahre, um eine angemessene Therapie für die betroffenen Kinder zu finden. Dies kann jedoch zu Problemen in der Schule führen, etwa wenn sich dadurch die Fehltage häufen.

Insgesamt dauern Migränekopfschmerzen bei Kindern nicht so lange an wie bei Erwachsenen. Allerdings sind Kinder mit Migräne geruchsempfindlicher und klagen öfter über Bauchschmerzen, Erbrechen und Übelkeit.

Haben sie aufgrund von Migräne Naratriptan eingenommen? Welche Nebenwirkungen traten bei ihnen ein? (Mehrfachnennungen möglich)

Gefahren einer dauerhaften Einnahme

Generell besteht eine Faustregel für die Häufigkeit der Einnahme von Triptanen: Triptane sollten höchstens zwei- bis dreimal an einem Tag eingenommen werden, bei höchstens 10 Tagen im Monat. Somit ergibt sich eine Höchstdosis von 30 Tabletten pro Monat. Sollte diese Faustregel nicht eingehalten werden, es also zu einer eher dauerhaften Einnahme kommen, besteht die Gefahr einer Überdosierung. In so einem Fall kann es zu einem gegenteiligen Effekt der sonst gewünschten Linderung der Kopfschmerzen kommen, nämlich zu sogenannten Medikamenten-induzierten Kopfschmerzen, also Kopfschmerzen, die durch Medikamente ausgelöst werden. Überdies kann sich die Attackenfrequenz erhöhen, sodass die Migräneattacken öfter eintreten.

Verwandte Substanzen

Die folgende Auflistung beinhaltet alle weiteren Triptane, die sich zwar grundlegend ähneln, aber in einzelnen wichtigen Punkten Unterschiede aufweisen. Diese Einzelheiten wurden bereits unter „Was sind die Anwendungsgebiete von Naratriptan und was sind die Besonderheiten des Wirkstoffs?“ erörtert sowie in einer Tabelle aufgeführt.

Mit Naratriptan „artverwandt“ sind (in den Klammern sind Beispiele für Handelsnamen aufgeführt):

  • Zolmitriptan (AscoTop®)
  • Sumatriptan (Imigran®)
  • Rizatriptan (MAXALT®)
  • Eletriptan (Relpax®)
  • Almotriptan (Almogran®)
  • Frovatriptan (Allegro®)

Aktuelles aus der Forschung – Erhöhtes Schlaganfallrisiko während oder kurz nach Operationen bei Migräne-Patienten

Lange nahm man in der Medizin an, die Migräne sei eine zwar sehr schmerzhafte, andernfalls aber harmlose Erkrankung. Es konnte aber in jüngeren Studien nachgewiesen werden, dass von Migräne Betroffene allgemein wahrscheinlicher einen Schlaganfall erleiden und auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko nach Operationen haben. Matthias Eikermann von der Bostoner Harvard Medical School und sein Team haben jetzt untersucht, inwiefern eine Migräne das Schlaganfallrisiko während oder kurz nach einer Operation beeinflusst. Die Forscher konnten nachweisen, dass Migräne-Patienten dann ein allgemein höheres Schlaganfallrisiko aufweisen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift The British Medical Journal.

Für ihre Untersuchungen werteten die Forscher zwischen 2007 und 2014 angelegte Krankenakten aus dem Massachusetts General Hospital sowie zwei weiteren Kliniken aus. Von den so untersuchten 124.558 operierten Patienten erlitten 0,6 Prozent, also 771 Personen, innerhalb von 30 Tagen nach ihrer Operation einen Schlaganfall – davon waren 11,5 Prozent Migräne-Patienten.

um 75 Prozent erhöhte Schlaganfallwahrscheinlichkeit bei Migräne-Patienten

In der Gesamtheit waren mehr Migräne- als Nicht-Migräne-Patienten von einem sogenannten perioperativen Schlaganfall betroffen. Mit Migräne erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit von 2,4 pro 1.000 Patienten auf 4,3 pro 1.000, was einer Steigerung von 75 Prozent entspricht. Patienten, bei denen sich die Migräne mit einer Aura ankündigt, kamen dabei sogar auf eine Häufigkeit von 6,3 pro 1.000.

Die Untersuchungen ergaben auch, dass das Risiko für einen Schlaganfall bei Migräne-Patienten vor allem bei ambulanten Operationen erhöht ist. Weitere begünstigende Faktoren waren blutdrucksenkende Medikamente (Vasopressoren) oder ein Recht-Links-Shunt, wodurch Gerinnsel aus venösem Blut in den großen Kreislauf gelangen und so einen Schlaganfall auslösen können.
Bisher kann man sich allerdings nicht erklären, warum dieser Effekt dann erst bis zu mehrere Tage nach der Operation eintritt.

Quelle: Matthias Eikermann u. a. (2017): Migraine and risk of perioperative ischemic stroke and hospital readmission: hospital based registry study. In: The British Medical Journal 2017; 365.

Häufig gestellte Fragen

Ist Naratriptan wie die meisten Triptane rezeptflichtig?

Dr. Dr. T. Weigl:
Nein, seit dem 1. April 2016 ist Naratriptan, bekannt als Formigran®, als erstes Triptan rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Eine Packung Formigran® enthält zwei Filmtabletten mit je 2,5 mg Naratriptan. Der Wirkstoff wurde als rezeptfrei zugelassen, da er im Vergleich zu den anderen Triptanen weniger und weniger häufig Nebenwirkungen mit sich bringt und somit ein guter Kompromiss zwischen Wirkung und Verträglichkeit besteht.

Was unterscheidet Naratriptan von anderen Triptanen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Der Wirkmechanismus aller Triptane ist gleich. Allerdings reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf die einzelnen Wirkstoffe. Generell gilt Naratriptan aber als verträglicher und nebenwirkungsärmer als ähnliche Wirkstoffe und wirkt auch schneller.

Was passiert bei einer Überdosis Naratriptan?

Dr. Dr. T. Weigl:
Es konnte bei einem anderweitig gesunden Patienten beobachtet werden, dass er – nach einer Überdosis von 25 mg Naratriptan – unter stark erhöhtem Blutdruck litt. Dies ging einher mit den Symptomen Schwindel, Müdigkeit, Koordinationsverlust und Spannungen im Nacken. Setzen Sie unbedingt Ihren Arzt von einer Überdosierung in Kenntnis. In der Regel werden Sie für mindestens 24 Stunden überwacht, ggf. werden Ihre Symptome behandelt. Bei dem eingangs erwähnten Patienten normalisierte sich der Blutdruck nach 8 Stunden übrigens ohne die Gabe weiterer Medikamente. Seien Sie aber nichtsdestoweniger vorsichtig – mit allen Medikamenten!

Kann ich mit Intervallfasten etwas gegen Migräne tun?

Dr. Dr. T. Weigl:
Diese Kombination ist in der Medizin immer noch umstritten, es häufen sich gegenläufige Meinungen. Generell sollte man als Migräne-Patient eigentlich nicht hungern, da dies ein Triggerfaktor für eine Migräneattacke ist. Ich habe mich mit diesem Thema in einem ganzen Artikel auseinandergesetzt. Darin gehe ich im Detail auf Vor- und Nachteile von Intervallfasten bei Migräne ein. Denn auch wenn natürlich Risiken bestehen, kann das Intervallfasten als bewusste Lebensumstellung bei der Migräne gesundheitsfördernd sein, als Teil einer ganzheitlichen Therapie. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild und lesen unseren Artikel „Intervallfasten bei Migräne – Chancen, Risiken und Gefahren“.

Gibt es Alternativen, der Migräne nicht-medikamentös vorzubeugen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Viele verschiedene Faktoren wie Stress, Anspannung oder auch bestimmte Schlafgewohnheiten können dazu beitragen, dass Migräne ausgelöst oder aber auch verstärkt wird. Aus diesem Grund können verschiedene Entspannungsverfahren zum Einsatz kommen, um Migräneattacken vorzubeugen. Ebenso kann man sich einzelne Pausen in den Alltag einbauen, um dem Stress ein wenig entgegenzuwirken, und sich bestimmte Schlafgewohnheiten abgewöhnen. Dazu gehört vor allem der Schlafmangel, aber auch das richtige Verhalten vor dem Zu-Bett-Gehen. Sie sollten bspw. vor Ihrem wohlverdienten Schlaf auf laute Musik oder Fernsehen verzichten. Als Entspannungstherapien eignen sich bspw. autogenes Training, eine Biofeedback-Therapie sowie eine progressive Muskelrelaxation.

Typisches Patientenbeispiel

Philip hat das ja die vergangenen Tage immer für normale Kopfschmerzen gehalten. Einmal war er verkatert, einmal hat er schlecht geschlafen, einmal zu wenig getrunken … das sind doch alles gute Gründe für Kopfschmerzen. Aber irgendwie war ihm auch zunehmend Lichteinwirkung zuwider – Da ist er hellhörig geworden, auch wenn er es nicht wahrhaben wollte. Wahrscheinlich ist er von Migräne geplagt. Denn die Tabletten, die er da noch im Schrank hatte, haben kaum geholfen. Dunkelheit, Ruhe und Schlaf waren die einzigen zuträglichen Optionen.

Philip hat es jetzt einfach nicht mehr ausgehalten und ist zum Arzt gegangen. Nachdem dieser ihn eingehend untersucht hat, kam er zum gleichen Schluss wie Philip – Migräne! Aber er soll sich jetzt mit Naratriptan erstmal an die medikamentöse Behandlung herantasten und im besten Fall das Medikament immer dabei haben. Denn das muss man bei einer Attacke nehmen, besser schon vorher, aber nicht während einer Aura. So viele Informationen auf einmal hat Philip schon länger nicht mehr verdauen müssen … die Klausurphase war doch eigentlich vorbei und die Phase der ungezügelten Feierei hat angefangen! Naja, dann will er sich halt jetzt Zuhause erstmal mit seinen Leiden beschäftigen und vielleicht kriegt er die Schmerzen mit den Tabletten ja auch einigermaßen in den Griff. Toitoi!

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Haben Sie Erfahrungen mit Naratriptan gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über den Wirkstoff erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!

Autoren: Mona Alinezhad, Dr. Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Tobias Möller, Marek Firlej
Veröffentlicht am: 07.05.2018, zuletzt aktualisiert: 10.09.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Matthias Eikermann u. a. (2017): Migraine and risk of perioperative ischemic stroke and hospital readmission: hospital based registry study. In: The British Medical Journal 2017; 365.
  • Thomas Herdegen (2013): Kurzlehrbuch Pharmakologie und Toxikologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Heinz Lüllmann u. a. (2016): Pharmakologie und Toxikologie: Arzneimittelwirkungen verstehen. Medikamente gezielt einsetzen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Michael J. Marmura, Stephen D. Silberstein, Todd J. Schwedt (2015): American Headache Society Evidence Assessment: The Acute Treatment of Migraine in Adults: The American Headache Society Evidence Assessment of Migraine Pharmacotherapies. In: Headache – The Journal of Head an Face Pain 55/1, S. 3–20.
  • Ernst Mutschler (2006): Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. Wissenschaftliche Verlags-Gesellschaft, Stuttgart.
  • Ratiopharm (2016): Fachinformation – Naratriptan-ratiopharm® bei Migräne. In: ratiopharm.de.
  • Ratiopharm (2018): Gebrauchsinformation: Information für Anwender – Naratriptan-ratiopharm® 2,5 mg Filmtabletten. In: ratiopharm.de.
[Gesamt:7    Durchschnitt: 4.4/5]

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