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Candesartan gegen Bluthochdruck – Nebenwirkungsarme Alternative zu ACE-Hemmern?

„Die ‚Sartane‘, bspw. Candesartan, liegen in Deutschland bei der Behandlung von Bluthochdruck noch hinter den Betablockern und ACE-Hemmern – trotzdem sehr oft verschrieben. Es kann bspw. auch bei der Behandlung von Nierenschäden in Folge von Diabetes-Typ-2 angewendet werden.“ — Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Candesartan gehört zu der auch als ‚Sartane‘ bezeichneten Gruppe der Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (auch: AT1-Rezeptor-Antagonisten). Sie werden vorwiegend zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt und bilden eine Kombinationsmöglichkeit mit ACE-Hemmern oder können auch alternativ zu diesen eingesetzt werden. Denn Candesartan hat eine ähnlich blutdrucksenkende (sog. ‚antihypertensive‘) Wirkung wie die ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Ramipril). Darüber hinaus kann der Wirkstoff bei der Behandlung einer Herzinsuffizienz angewendet werden und gar Einfluss auf Nierenschäden infolge von Typ-2-Diabetes haben, also bei einer sog. diabetischen Nephropathie. Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Wirkweise von Sartanen, ihre Anwendungsgebiete, mögliche Nebenwirkungen und Umstände, unter denen auf jeden Fall davon abgesehen werden sollte, Candesartan einzunehmen.
Tina kommt in letzter Zeit irgendwie nicht mehr so doll zurecht. Mit ihren 25 Jahren sollte sie eigentlich topfit sein und hat dementsprechend auch nie Probleme damit gehabt, mal eine Stunde laufen zu gehen oder abends ein paar Kraftübungen zu machen. Allerdings beschleicht sie in letzter Zeit das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Sie hat häufiger Kopfschmerzen als sonst, manchmal muss sie sich setzen, weil ihr schwindlig wird und letztens hat sie sogar – wie aus heiterem Himmel – aus der Nase geblutet. Sie hatte diese merkwürdigen körperlichen Beschwerden als eine Phase abgetan, aber das hält jetzt alles schon zu lange an, als dass es mit dieser Entschuldigung weiterhin getan wäre. Vielleicht kann ihr Hausarzt ihr ja mal auf die Sprünge helfen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Was ist Candesartan?

Candesartan ist ein Arzneimittel, das vor allem bei der Behandlung von Bluthochdruck zum Einsatz kommt. Auch wenn deutschlandweit die ACE-Hemmer (bspw. Ramipril) sowie Beta-Blocker (z. B. Metoprolol) „beliebter“ sind, ist Candesartan einer der am häufigsten verschriebenen Wirkstoffe.

Strukturformel von Candesartan

Wenn Sie vorab mehr über die häufige Erkrankung Bluthochdruck erfahren möchten, empfehlen wir die Lektüre unseres Artikels „Bluthochdruck (Hypertonie) – Symptome | Diagnose | Therapie“.

Mehr Informationen zu Bluthochdruck in diesem Video

Die Spätfolgen von Bluthochdruck enden für beinahe jeden zweiten Deutschen unter 65 Jahren tödlich. Nur bei etwa 40 Prozent der Betroffenen ergeben sich tatsächlich auch Symptome, was der Erkrankung den Beinamen „Silent Killer“ eingebracht hat. Doch was genau ist Bluthochdruck eigentlich und wer ist besonders gefährdet, daran zu erkranken? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Beitrag.

Welche Wirkung hat Candesartan?

Wie eingangs bereits erwähnt, handelt es sich bei Candesartan um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Sartane. Diese sind sogenannte Angiotensin-II-Antagonisten, auch bekannt als AT1-Rezeptorantagonisten, und zählen allgemein zu den Antihypertensiva, den ‚Blutdrucksenkern‘.
In unserem Körper befinden sich in den Bereichen des Gefäßsystems, des Herzens, des Gehirns, der Nieren, der Nebennieren, der Leber und im Darm AT1-Rezeptoren, die dafür zuständig sind, die verschiedenen Wirkungen des Hormons Angiotensin-II im Körper zu vermitteln. Zu diesen Wirkungen zählen:

  • Gefäßverengung (sog. ‚Vasokonstriktion‘)
  • die Fähigkeit des Herzens, sich zusammenzuziehen (sog. ‚Kontraktilität‘)
  • die Filtration in den Nierenkörperchen (sog. ‚glomeruläre Filtration‘)
  • die Freisetzung von Vasopressin und Aldosteron
  • die Zellwachstumsstimulation

Diese Wirkungen haben unter anderem auch einen Anstieg des Blutdrucks zur Folge. Hier kommen die Sartane, bzw. in unserem Beispiel das Candesartan, ins Spiel. Diese blockieren nämlich in Teilen den AT1-Rezeptor, sodass dort kein Angiotensin-II mehr binden kann. Dies hat eine blutdrucksenkende Wirkung zur Folge.

Gut zu wissen!
Bei Candesartan handelt es sich um eine sogenannte Prodrug. Dieser Begriff beschreibt Arzneistoffe ohne eigene biologische Aktivität. Genau genommen gelangt Candesartan als Candesartan cilexetil in den Körper, wo es dann im Dünndarm in die aktive Form Candesartan verstoffwechselt wird und erst dann seine eigentliche Wirkung entfalten kann.

Was sind die Anwendungsgebiete von Candesartan?

Vorrangig wird Candesartan bei der Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Der Wirkstoff kann in Kombination mit ACE-Hemmern verwendet werden, um eine symptomatische Herzinsuffizienz zu behandeln oder aber als Ersatz für ACE-Hemmer dienen, wenn diese nicht vertragen werden. Des Weiteren ist es möglich, mithilfe von Candesartan Nierenschäden infolge von Typ-2-Diabetes (sog. ‚diabetische Nephropathie‘) zu behandeln. Möglich ist auch eine Anwendung von Candesartan bei der Prophylaxe von Migräne.

Wie oben bereits erwähnt, kann Candesartan auf mehrere Arten Abhilfe schaffen. Haben Sie den Wirkstoff schon einmal verschrieben bekommen? Wenn ja: Welche Beschwerden bzw. Erkrankungen sollten mit dem Medikament behandelt werden? (Mehrfachnennungen möglich)
 

Exkurs: Die Wirkweise von ACE-Hemmern
ACE-Hemmer kommen auch im Zusammenhang mit Angiotensin zum Einsatz, allerdings auf andere Art als die Sartane. Während Sartane dafür sorgen, dass das Hormon Angiotensin-II blockiert wird – dieses Hormon ist verantwortlich für hohen Blutdruck und eine hohe Pumplast des Herzens –, stoppen ACE-Hemmer die Produktion des Hormons. Dieses entsteht nämlich im Rahmen eines Umwandlungsprozesses aus Angiotensin-I. ACE-Hemmer greifen an dem Enzym an, das Angiotensin konvertiert und die ACE-Hemmer verhindern so die Bildung von Angiotensin-II und sorgen letztlich für eine Blutdrucksenkung.

Neben den ACE-Hemmern und AT1-Rezeptorantagonisten gibt es aber noch weitere wichtige Medikamentengruppen, die bei Bluthochdruck zum Einsatz kommen. Dazu zählen neben den bereits genannten die Diuretika, die Calciumkanalblocker sowie die Betablocker (z.B. Metoprolol, Bisoprolol). Mehr über diese Medikamente, die auch als „Big 5 der Blutdrucksenker“ bezeichnet werden, erfahren Sie im nachfolgenden Video von Dr. Tobias Weigl, der Ihnen auch einige zu beachtende Regeln im Zusammenhang mit den Medikamenten mit auf den Weg gibt.

Was sind die Nebenwirkungen von Candesartan?

Viele Arzneimittel gehen mit diversen Nebenwirkungen einher, die entsprechend deklariert sein müssen. Das betrifft auch Candesartan. Dabei erfolgt eine Einteilung der Nebenwirkungen gemäß ihrer Schwere und Häufigkeit. Daher wird im Folgenden zunächst auf diejenigen Nebenwirkungen eingegangen, im Rahmen welcher Sie sofort mit der Einnahme aufhören und einen Arzt aufsuchen sollten. Dazu gehören:

  • Atembeschwerden; evtl. inklusive Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen
  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, die mit Schluckbeschwerden einhergeht
  • Intensiver Juckreiz auf der Haut; ggf. mit der Bildung von Pusteln

Die nachfolgenden Auflistungen dienen der Aufschlüsselung der Nebenwirkungen gemessen an ihrer Häufigkeit. Dabei gilt für die Angabe „häufig“ ein Aufkommen von ≥1/100 bis <1/10 (1 bis 10 Behandelte von 100) und für die Angabe „sehr selten“ ein Aufkommen von <1/10.000 (weniger als 1 Behandelter von 10.000). Als häufige Nebenwirkungen gelten:

Als sehr selten hingegen werden die folgenden Nebenwirkungen eingestuft:

  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rache
  • Abnahme roter oder weißer Blutkörperchen (Symptome: Müdigkeit, Infektion, Fieber)
  • Hautausschlag, Nesselsucht
  • Juckreiz
  • Rückenschmerzen sowie Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • veränderte Leberfunktion und Leberentzündung (Symptome: Müdigkeit, Gelbfärbung der Haut (sog. ‚Ikterus‘) und des Weißen im Auge, Beschwerden ähnlich wie bei einer Grippe)
  • Übelkeit
  • Husten
  • veränderte Ergebnisse bei Blutuntersuchungen; weniger Natrium im Blut (äußert sich ggf. in Schwäche, Energiemangel und Muskelkrämpfen)

Weitere Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Grundlegend gleichen sich die möglichen Nebenwirkungen von Candesartan bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Allerdings kann es bei Kindern und Jugendlichen darüber hinaus noch zu folgenden Beschwerden kommen:

Candesartan auf einen Blick
Candesartan aus der Wirkstoffgruppe der Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten

Wirkung

  • blutdrucksenkend (sog. ‚antihypertensiv‘)

Anwendungsgebiete

Wichtigste Nebenwirkungen

Bei Kindern zusätzlich

Empfohlene Dosis

  • anfangs einmal täglich eine 8-mg-Tablette für 4 Wochen
  • Dosis kann erhöht werden auf 16 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 32 mg einmal täglich
  • es ist möglich, Candesartan in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern einzusetzen
  • bei Kindern liegt die Anfangsdosis bei 4 mg, die Maximaldosis bei 16 mg
  • bei Herzinsuffizienz ist die Dosierung anders; Anfangsdosis ist üblicherweise 4 mg einmal täglich; Steigerung bis 32 mg Zieldosis; die Dosis wird bis zum Ziel in Abständen von mindestens 2 Wochen verdoppelt (4→8→16→32)

Darreichungsform

  • Tablette

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Candesartan?

Bei einer Kontraindikation, auch bekannt als Gegenanzeige, handelt es sich um einen Umstand, der die Gabe eines bestimmten Medikaments (auch Anwendung einer bestimmten therapeutischen Maßnahme) streng untersagt.

Zu den Kontraindikationen von Candesartan zählen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. die anderen Bestandteile des Medikaments
  • 2. und 3. Schwangerschaftstrimester
  • stark eingeschränkte Leberfunktion; Cholestase
  • Kinder, die jünger als 1 Jahr sind
  • gleichzeitige Anwendung mit aliskirenhaltigen Medikamenten bei Diabetes mellitus (auch Zuckerkrankheit) oder eingeschränkter Nierenfunktion

Risiken in Bezug auf das erste Schwangerschaftstrimester hinsichtlich der Einnahme von Candesartan sind nicht ausreichend belegt. Es ist allerdings von einem geringfügigen Risiko auszugehen. Es sollte daher auch in diesem Zeitraum davon abgesehen werden, Candesartan einzunehmen, wenn die Einnahme nicht unbedingt notwendig ist. Dann erfolgt eine Umstellung auf ein Medikament mit ähnlich blutdrucksenkender Wirkung, das aber ein besseres Sicherheitsprofil aufweist. Wird während der Einnahme von Candesartan eine Schwangerschaft festgestellt, so sollte ebendiese Einnahme beendet und eine alternative Therapie in Erwägung gezogen werden.
Die Einnahme von Candesartan im zweiten sowie dritten Schwangerschaftstrimester ist aus gutem Grund kontraindiziert. Denn das Medikament kann zum einen dem Fötus schaden, also fetotoxisch wirken, da es möglicherweise die Nierenfunktion vermindert, die Menge Fruchtwasser zu stark begrenzt (sog. ‚Oligohydramnion‘) oder die Bildung des Knochengewebes in Bezug auf den Schädel des Fötus (sog. ‚Schädelossifikation‘) verzögert. Des Weiteren kann Candesartan neonatal-toxisch wirken, also das Neugeborene beeinträchtigen. In diesem Zusammenhang kann das Neugeborene von einem Nierenschaden, zu geringem Blutdruck oder Kaliumüberschuss betroffen sein.

Was sind Wechselwirkungen?

Unter Wechselwirkungen, im Kontext dieses Artikels genauer Arzneimittelwechselwirkungen, versteht man die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten, wenn diese zeitgleich eingenommen werden. Ebenso kann dies die Wechselwirkung zwischen einem Medikament und einem Lebensmittel beschreiben.

Im Zusammenhang mit Candesartan können sich die folgenden Wechselwirkungen ergeben:

  • Bei gleichzeitiger Einnahme von Candesartan mit ACE-Hemmern (z.B. Ramipril, Enalapril) oder Medikamenten, die Aliskiren enthalten, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für niedrigen Blutdruck (sog. ‚Hypotonie‘), Kaliumüberschuss (sog. ‚Hyperkaliämie‘) und einer verringerten Nierenfunktion einschließlich eines möglicherweise akuten Nierenversagens.
  • Wird Candesartan gleichzeitig mit kaliumsparenden Medikamenten eingenommen, bspw. Diuretika, Kaliumpräparate oder kaliumhaltige Salzersatzmittel, oder anderen Arzneimitteln wie etwa Heparin, kann es dazu kommen, dass sich der Kaliumspiegel im Körper erhöht.
  • Wird neben Candesartan noch Lithium gegeben, kann die Serumlithium-Konzentration (also die Konzentration von Lithium im Blutserum) ansteigen.
  • Eine gleichzeitige Gabe von Candesartan in Kombination mit nicht-steroidalen Antirheumatika (kurz: NSAR), bspw. Ibuprofen, Diclofenac oder Etoricoxib, kann die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen. Des Weiteren kann diese Kombination das Risiko erhöhen, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert.
Gut zu wissen!
Candesartan wurde im Zusammenhang mit möglichen Wechselwirkungen auch noch mit weiteren Präparaten geprüft. Dazu zählten u. a. Hydrochlorothiazid, Warfarin, Digoxin, orale Kontrazeptive („die Pille“ mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol oder Levonorgestrel), Glibenclamid, Nifedipin sowie Enalapril. Die Studien brachten keine für die Praxis relevanten Wechselwirkungen hervor.

Was sollte ich wissen?

Bei der Einnahme von Candesartan sollten bestimmte Hinweise beachtet werden, um möglichst effektiv Nutzen aus der Behandlung mit dem Medikament ziehen zu können. Im Folgenden finden sich einige Regeln im Umgang mit Candesartan:

  • Sie können Candesartan mit oder ohne Nahrung einnehmen, sollten aber stets darauf achten, die Tablette mit einem Schluck Wasser zu sich zu nehmen.
  • Es empfiehlt sich, die Tablette einmal täglich zu einer bestimmten Zeit einzunehmen, sodass Sie die Einnahme nicht versäumen können.
  • Steigern Sie die Dosis nicht selbst, sondern immer erst nach Rücksprache mit dem Arzt, sofern dieser es gestattet.
  • Haben Sie aus Versehen mehr Candesartan eingenommen, als Sie sollten, sollten Sie umgehend Rat über den Umgang mit der Situation einholen, bei Ihrem Arzt oder Ihrem Apotheker.
  • Haben Sie einmal vergessen, die Tablette zu nehmen, gleichen Sie dies nicht durch die doppelte Menge Tabletten aus, sondern nehmen die nächste Dosis wie üblich ein.
  • Brechen Sie die Einnahme von Candesartan nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie dies zunächst mit Ihrem Arzt.
  • Wenden Sie Candesartan nicht während der Schwangerschaft oder der Stillzeit an.

 

Häufige Patientenfragen

Wie ist Candesartan einzunehmen?

Dr. T. Weigl:
Generell sollte Candesartan immer so eingenommen werden, wie es mit dem Arzt besprochen wurde. Wenn Sie Candesartan aufgrund von Bluthochdruck nehmen, ist es für gewöhnlich so, dass man die Therapie mit einer Dosis von 8 mg einmal täglich beginnt. Diese kann, auch hier wieder nur nach Rücksprache mit dem Arzt, auf 16 bzw. 32 mg gesteigert werden.

Wie ist Bluthochdruck definiert?

Dr. T. Weigl:
Unter Bluthochdruck, auch bekannt als Hypertonie, versteht man eine Erkrankung, bei der unser Blutdruck dauerhaft einen Maximalwert von 140/90 mmHg überschreitet. Der optimale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Der Begriff Blutdruck wiederum beschreibt den Druck, mit dem vom Herzen ausgehend Blut durch unseren Gefäßkreislauf gepumpt wird. Der Blutdruck gibt, in der Einheit Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) die Menge Blut an, die das Herz pro Minute in den Gefäßkreislauf befördert. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom sogenannten Herzminutenvolumen.

Wie viele Menschen in Deutschland leiden an Bluthochdruck?

Dr. T. Weigl:
Deutschlandweit ist bei etwa einem Drittel der Bevölkerung ein Bluthochdruck ärztlich diagnostiziert, während Männer in der Gruppe der unter 65-Jährigen häufiger betroffen sind. Bei fast zwei Dritteln der Menschen in einem Alter von 65 Jahren aufwärts ist ein Bluthochdruck diagnostiziert, hier ist die Verteilung auf die Geschlechter etwa gleich. Weltweit ist ungefähr ein Viertel der Bevölkerung von Bluthochdruck betroffen, man geht bis 2025 von einem Anstieg auf 29 Prozent aus.

Der Arztbesuch hat ergeben, dass Tina leicht erhöhten Blutdruck hat. Dieser soll auch die Beschwerden bei der ansonsten sportlichen und fitten Tina verursacht haben. Sie hat dann erst einmal ACE-Hemmer bekommen – allerdings haben diese bei ihr einen starken Reizhusten ausgelöst. Eine unangenehme Nebenwirkung. Als sie ihrem Arzt gegenüber von diesem Problem gesprochen hatte, schlug dieser einen Arzneimittelwechsel vor. Jetzt bekommt Tina Candesartan. Und auch nach einigen Tagen der Einnahme hat sie keinen Husten oder derlei entwickelt, während sie gleichzeitig das Gefühl hat, die durch den erhöhten Blutdruck verursachten Beschwerden langsam in den Griff zu bekommen.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 
Autoren: Dr. Tobias Weigl und Tobias Möller
Redaktion: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht: 07.02.2019

Quellen

  • Claudia Dellas (2011): Crashkurs Pharmakologie. Elsevier, Urban & Fischer, München.
  • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®: Wie wirken aktuelle Blutdrucksenker?
  • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®: Bluthochdruck in Zahlen.
  • Jörg Fabian et al. (2011): Prodrugs – Arzneistoffe mit maßgeschneiderten Eigenschaften. In: pharmazeutische-zeitung.de.
  • gelbe-liste.de: AT1-Antagonisten (Sartane).
  • gelbe-liste.de: Candesartan.
  • Georg Graf von Westphalen: Angiotensin II. In: flexikon.doccheck.com.
  • Christina Laake et al.: Candesartan. In: flexikon.doccheck.com.
  • ratiopharm.de (2018): Fachinformation Candesartan-ratiopharm® Tabletten.
  • Ratiopharm (2018): Information für Anwender – Candesartan-ratiopharm® 32 mg Tabletten.
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