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Zytostatika – Wie wirken Chemotherapie-Medikamente?

Zytostatika auf einen Blick

  • Medikamente, die man vor allem bei Krebserkrankungen einsetzt
  • Teil der Chemotherapie

Welche Wirkung haben Zytostatika?

  • systemisch, wirken auf den ganzen Körper
  • stören die Teilung und Vermehrung von Krebszellen
  • wirkt besonders gut bei sich schnell teilenden Zellen

Wann werden Zytostatika angewendet?

  • im Rahmen einer Chemotherapie zur Krebsbehandlung
  • teilweise bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma

Was sind Nebenwirkungen von Zytostatika? (Auszug)

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Haarausfall
  • Erschöpfung

Wann darf man Zytostatika nicht bekommen?

  • muss im Einzelfall entschieden werden
  • hängt auch von der Krebsart und vom Krankheitsstadium ab
Zytostatika sind Medikamente, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden. Vielen sind sie vermutlich lediglich als Krebsmedikamente bekannt. Unabhängig von den verschiedenen Wirkstoffklassen haben die verschiedenen Substanzen eines gemeinsam: Sie greifen in die Zellteilung der Krebszellen ein und sorgen dafür, dass diese letztlich absterben. Das Problem dabei ist, dass Zytostatika systemisch wirken, letztlich also den ganzen Körper betreffen und daher auch gesunde Zelle attackieren. Charakteristische Nebenwirkung der Chemotherapie ist deshalb auch Haarausfall. Doch welche Substanzen werden überhaupt gegen Krebs eingesetzt? Wie wirken sie und welche weiteren Nebenwirkungen können auftreten? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was sind Zytostatika?

Zytostatika sind diejenigen Medikamente, die Krebspatienten während einer Chemotherapie erhalten. Zytostatikum bedeutet grob umrissen „Zellstopper“, was die Wirkung von Zytostatika gut umschreibt: Die Medikamente hindern die Krebszellen daran, sich zu teilen und zu vermehren oder stören zumindest diesen Prozess. Sie sind neben Operationen zum Entfernen von Krebsgewebe und der Strahlentherapie eine der wichtigsten Behandlungsmethoden bei Krebs.

„Sie haben Krebs.“ Eine solche Diagnose zu bekommen, fürchten vermutlich alle Menschen. Im Grunde ist uns allen klar, dass Krebs eine ernstzunehmende Erkrankung ist, die leider immer wieder zum Tod führt. Doch was genau ist eigentlich Krebs? Wie entsteht er? Ist das erblich oder ansteckend? Welche Wirkung haben Zytostatika? Dies und mehr erfahren Sie im folgenden Videobeitrag von Dr. Dr. Tobias Weigl.

Wissen Sie wie Krebs entsteht & sich ausbreitet? Was ist Krebs & was ein Tumor? Risikofaktoren Krebs

Wie wirken Zytostatika?

Zytostatika lassen sich in viele verschiedene Wirkstoffklassen unterteilen. Die verschiedenen Substanzen besitzen chemisch äußerst unterschiedliche Strukturen. Gemeinsam ist den unterschiedlichen Wirkstoffen aber, dass sie die Teilung und Vermehrung von Krebszellen hemmen und damit letztlich ein Absterben der Krebszellen befördern. Das betrifft allerdings auch gesunde Zellen, besonders diejenigen, die sich häufig teilen und vermehren (z. B. Haarwurzelzellen). Dieser Effekt geschieht auf mehrere Weisen. Im Folgenden stellen wir Ihnen deshalb einige der wichtigsten Wirkstoffklassen der Zytostatika vor.

Exkurs: Was ist überhaupt Krebs?

Als Krebs bezeichnen Mediziner eine größere Gruppe von Erkrankungen, deren zentrales Merkmal es ist, dass sich maligne, also bösartige Geschwülste bilden und diese wachsen. Die Geschwülste entstehen, wenn körpereigene Zellen entarten und sich unkontrolliert vermehren können. Ein solches Geschwulst bezeichnet man als Tumor, wobei man nur im Fall von bösartigen Tumoren von Krebs spricht. Diese Tumoren sind deshalb bösartig, da sie umliegendes Gewebe befallen und zerstören. Problematisch ist dabei, dass die Krebszellen nicht nur im Gewebe verbleiben, das sie zuerst befallen haben: Über die Blut– und Lymphbahnen können sie auch in andere Bereiche des Körpers streuen. Diese Streuungen nennt man Tochtergeschwülste bzw. Metastasen.

Wenn Sie mehr über die Definition, die Entstehung und allgemeine Risikofaktoren von Krebs erfahren möchten, schauen Sie sich gerne unsere folgenden Artikel an:

Alkylanzien

Alkylanzien oder Alkylantien werden bei verschiedenen Formen von Krebs eingesetzt, z. B. Prostatakrebs oder Leukämie. Sie zerstören die Krebszellen, in dem sie sogenannte Alkylgruppen in die DNA der Krebszellen einbauen. Diesen Prozess nennen Mediziner ‚Alkylierung‘. Durch diesen Einbau vernetzen oder spalten sich die DNA-Stränge. Zusätzlich können sich die Alkylanzien mit einigen Proteinen verbinden, die wichtige Funktionen für die Zellteilungen übernehmen. Auf diese Weisen hemmen bzw. stören Alkylanzien letztlich die Zellteilungen der Krebszellen, sodass diese absterben. Beispiele für alkylierende Zytostatika sind:

  • Platin-Derivate: Diese Untergruppe gehört zur Reihe der Schwermetallkomplexe. Sie bilden mit der DNA Metallkomplexe, wodurch die Struktur und Funktion der DNA gestört wird.  Platinsubstanzen beeinträchtigen so Zellstoffwechsel und Zellteilung , zudem stören sie die Reparaturfähigkeit der Zelle. Ein Beispiel für ein Medikament dieser Untergruppe ist Cisplatin.
  • Nitrosoharnstoff-Verbindungen: Das Wirkprinzip dieser Verbindungen gründet darauf, dass die Alkylierung u. a. Quervernetzungen von DNA-Strängen bildet oder Stränge sogar brechen. Letztlich hemmt dies die Zellteilung. Zu den Nitrosoharnstoff-Verbindungen zählt z. B. Carmustin.

Alkylanzien wirken zudem  stark immunsuppressiv, sie unterdrücken also Reaktionen des Immunsystems. Diese Substanzen können in niedrigen Dosierungen deshalb auch bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Abhängig davon, welches Medikament dieser Wirkstoffklasse verwendet wird, können Nebenwirkungen wie Nieren- oder Nervenschäden auftreten.

Antimetaboliten

Als Antimetabolite werden chemische Verbindungen bezeichnet, die den normalen Stoffwechselvorgang natürlicher Metabolite hemmen. Metaboliten sind Substanzen, die u. a. als Abbauprodukt von Stoffwechselvorgängen entstehen. Wie aber funktioniert dieser Prozess? Antimetaboliten ähneln strukturell den Metaboliten und können deshalb an Enzyme binden, die im Stoffwechselvorgang bestimmte Funktionen einnehmen. Auf diese Weise hemmen sie den Zellstoffwechsel und die Zellteilung der Krebszellen. Untergruppen dieser Wirkstoffklasse sind bspw.:

  • Folsäureantagonisten: Folsäure ist ein Vitamin. Der Körper benötigt es für die Zellteilung, weil es dabei hilft, die DNA zu verdoppeln. Gerade sich schnell teilende Zellen brauchen größere Mengen davon (etwa das Knochenmark). Gleiches gilt aber auch für Krebszellen. Folsäureantagonisten ähneln der Folsäure chemisch und können sich in den jeweiligen Wirkstoff in Enzymen, die Folsäure umsetzen würden, einlagern. Auf diese Weise kann Folsäure nicht mehr wirken. Ein Vertreter dieser Gruppe ist Methotrexat (MTX).
  • Purin-Analoga: Purin ist ein zentraler Baustein der sog. Nukleinbasen Adenin und Guanin. Beide sind wesentlich an der Bildung von DNA und RNA beteiligt. Wie aber wirken nun Purin-Analoga gegen Krebszellen? Im Grunde genommen sind diese Analoga veränderte Basen, die als Baustein der Zelle fungieren statt der normalen Basen. Diese ‚falschen‘, antimetabolitisch wirkenden Bausteine stört schließlich den Zellstoffwechsel und damit auch die Zellteilung. Ein Medikament, das zu den Purin-Analoga zählt, ist etwa Pentostatin.
  • Pyrimidin-Analoga: Ähnlich wie Purin ist Pyrimidin ein wesentlicher Teil von Nukleinbasen, in diesem Fall von Uracil, Thymin und Cytosin. Diese Basen sind ebenfalls wichtig für die Ausbildung der DNA und RNA. Genau wie Purin-Analoga verwenden Zellen statt der herkömmlichen Basen nun diese veränderten Basen, was die Herstellung von DNA und RNA behindert. Dies stört den Zellstoffwechsel sowie die Zellteilung. 5-Fluoruracil ist ein Zytostatikum, das auf diese Weise wirkt.

Wo werden Antimetaboliten angewandt?

Angewendet werden Antimetaboliten etwa bei Leukämie. Teilweise werden sie aber auch bei Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen verwendet. Niedrig dosiert finden sie als Lösung oder als Crème Einsatz. Häufige Nebenwirkungen von Antimetaboliten sind Hautausschläge und schmerzenden Rötungen und Schwellungen an den Fußsohlen und den Handflächen (sog. ‚Hand-Fuß-Syndrom‘).

Methotrexat (MTX) ist ein wichtiges Medikament zur Krebstherapie sowie vieler Autoimmunerkrankungen. Methotrexat (MTX) ist ein Analogon der Folsäure (Vitamin B9) und stört die Bildung von Folsäure. Aufgrund seiner Strukturähnlichkeit stellt es eine „falsche Base“ dar, die der Körper in die DNA einbaut. Welche Wirkungen Methotrexat hat und welche Nebenwirkungen es verursachen kann, erklärt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl in seinem Medikamenten-Check.

Methotrexat (MTX): Therapie bei Krebs & Autoimmunerkrankungen (Rheumatoide Arthritis, Psoriasis)

Taxane und weitere Mitosehemmer

Mitose ist der Fachausdruck für die Teilung des Zellkerns. In den Zellkernen lagert DNA, die sich vor der Zellteilung in Chromosomen wandelt. Diese Chromosomen verdoppeln sich, werden dann voneinander abgespalten und im Anschluss auf Tochterzellen aufgeteilt. Damit diese Aufteilung überhaupt möglich ist, sind feine Fasern vonnöten, damit die nun doppelt vorhandenen Chromosomen auf die eine oder andere Seite der Zelle gezogen werden können. Genau hier setzen Taxane bzw. Mitosehemmer an: Sie stören die Funktion oder den Aufbau dieser Spindelfasern bzw. des Spindelapparats. Teilen sich die Zellkerne nicht mehr, können sich damit die Zellen nicht mehr teilen und vermehren.

Mitosehemmer kommen vor allem für Patienten in Frage, die Leukämie, Brustkrebs oder bösartigen Lymphomen haben. Möglich sind aber auch Gaben an Magen- oder Prostatakrebs-Patienten. Häufigste Nebenwirkungen aller Medikamente dieser Wirkstoffklasse sind Nervenschädigungen. Untergruppen dieser Wirkstoffklasse sind u. a.:

  • Vinca-Alkaloide: Vinca-Alkaloide behindern die Mitose von Zellen, indem sie die Bildung eines Teils des Spindelapparats, den Kernspindel, hemmen. Ein Medikament mit dieser Wirkweise ist bspw. Vinblastin.
  • Taxane: Der Wirkmechanismus dieser Gruppe von Mithosehemmer besteht darin, dass sie den Abau des Spindelapparates verhindern. Dieser Abbau ist eigentlich ein wichtiger Bestandteil am Ende des Mitoseprozesses. Dadurch wird eine weitere Zellteilung verhindert. Paclitaxel ist ein Arzneimittel aus dieser Wirkstoffgruppe.

Topoisomerase-Hemmer

Topoisomerasen sind Enzyme, die bei der Zellteilung eine gewichtige Rolle spielen. Denn bevor die DNA vor der Zellteilung vermehrt werden kann, müssen die beiden DNA-Stränge (sog. ‚DNA–Doppelhelix‘) voneinander getrennt, geradegestreckt und später wieder zusammengefügt werden. Diese Aufgaben übernehmen die Topoisomerasen. Topoisomerase-Hemmer setzen nun bei dieser Funktion an: Sie stören die Wirkung des Enzyms und verhindern bspw., dass die Enzyme die DNA nach den Vermehrungsprozess zusammensetzen können. Dadurch wird die DNA gewissermaßen brüchig, wodurch sich die Zelle nicht mehr teilen kann und abstirbt. Es gibt zwei Untergruppen von Topoisomerase-Hemmern, die sich auf die zwei Formen des Enzyms beziehen:

  • Topoisomerase-I-Hemmer: Topoisomerase-I ist u. a. dafür verantwortlich, dass die Stränge einer DNA-Doppelhelix getrennt und die Stränge gerade ausgerichtet werden. Ein Inhibitor stört diesen Prozess. Beispielhaftes Arzneimittel dieser Untergruppe ist Topotecan.
  • Topoisomerase-II-Hemmer: Topoisomerase-II lockert bzw. löst die Helix-Windungen der DNA-Stränge, wodurch die Struktur der Doppelhelix verändert wird. Topoisomerase-II-Inhibitoren hemmen dieses Enzym. Ein Beispiel für ein Medikament dieser Untergruppe ist Etoposid.

Topoisomerase-Hemmer werden besonders bei Krebserkrankungen verwendet, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden. Oft werden sie mit anderen Zytostatika kombiniert.

Antibiotika, die zytostatisch wirken

Dass einige Antibiotika auch bei Krebserkrankungen wirken, mag überraschend sein. Schließlich bekämpfen Antibiotika üblicherweise bakterielle Infektionskrankheiten. Tatsächlich können einige Antibiotika auch als starke Zellgifte wirken – dann behindern sie den Aufbau oder den Reparaturmechanismus der DNA in den Zellkernen, wodurch die DNA-Stränge brechen. Ebenso schädigen sie die Zellwände. Unabhängig vom genauen Ablauf können sich die Zellen nicht mehr teilen und sterben letztlich ab. Wichtig zu betonen ist aber, dass diese Arten von Antibiotika nicht zur bloßen Bekämpfung bakterieller Infekte dienen. Dafür ist ihre toxische Wirkung zu stark. Zwei Antibiotika, die zytostatisch wirken, sind z. B.:

  • Bleomycin: Dieser Arzneistoff wird kombiniert mit anderen Zytostatika häufig bei Hodentumoren verwendet. Bleomycin wirkt deshalb als Zellgift, weil es sich in die DNA einfügt und dann die Replikation, d. h. die Vervielfältigung der Erbinformationen behindert.
  • Actinomycine: Diese Antibiotika interkalieren mit der doppelsträngigen DNA. Interkalation bedeutet, dass sich Moleküle, Atome oder auch Ionen in verschiedene chemische Verbindungen einlagern, ohne dass sich die Struktur dieser Verbindungen großartig verändert. Infolge dieser Einlagerung aber stören Actinomycine die Transkription (Prozess, bei der von einem der DNA-Stränge genetische Informationen auf die Ribonukleinsäure (RNA) übertragen wird) und die Replikation der Krebszellen. Actinomycine werden z. B. bei Nierenkrebs eingesetzt.
Gut zu wissen!
Paul Ehrlich (1854–1915) gilt als Begründer der modernen Chemotherapie. Er hat als Erster diesen Begriff verwendet, verstand darunter aber Wirkstoffe, die Infektionskrankheiten bekämpfen. Er versuchte, Wirkstoffe gezielt auf ihre Wirkungen hin zu überprüfen und darauf aufbauend künstlich weiterzuentwickeln. Diese Methode wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auch für die Entwicklung von Krebsmedikamenten übernommen. Paul Ehrlich gewann 1908 den Nobelpreis für Medizin.

Können Tumoren resistent gegen Zytostatika sein?

Ähnlich wie Bakterien bei Antibiotika können Tumorzellen ebenfalls eine Resistenz entwickeln. In diesem Fall überleben die Tumorzellen trotz aller Schädigungen oder hebeln schon von Anfang an den Wirkmechanismus der Zytostatika aus. Im ersten Fall spricht man von einer sekundären Resistenz, die Zellen entwickeln im Laufe der Behandlung eine Reaktion auf die Zytostatika. Im zweiten Fall liegt eine primäre Resistenz vor. Warum Tumorzellen resistent sind oder weshalb sie eine solche Abwehr entwickeln, kann viele unterschiedliche Gründe haben. Einige davon können Sie der folgenden Liste entnehmen.

  • Kombination von Zytostatika, die sich in ihrer Wirkung gegenseitig abschwächen
  • aus bestimmten Gründen kann nicht die optimale Dosis verabreicht werden
  • Tumorzellen können die DNA-Schäden verstärkt reparieren
  • die Tumorzellen haben Synthesewege zur Vermehrung entwickelt, bei denen die Wirkung der Zytostatika ausbleibt
  • Mutation der Tumorzellen

Wie kann man solche Resistenzen bekämpfen?

Um wiederum die Resistenzen der Tumorzellen auszuhebeln, können mehrere Therapiemethoden kombiniert werden:

  • Kombination aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie
  • Verwendung hoher Dosierungen
  • Kombination mehrerer Zytostatika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen

Dennoch ist an dieser Stelle wichtig: Selbst die Kombination mehrerer Behandlungsmethoden o.Ä. bedeutet nicht, dass sie einen Erfolg garantieren. Die Resistenzentwicklung von Tumorzellen ist ein zentrales Problem, das die Chancen einer erfolgreichen Behandlung teils deutlich einschränkt.

Was sind die Anwendungsgebiete von Zytostatika?

In den meisten Fällen werden Zytostatika bei Krebserkrankungen eingesetzt, z. B. bei Prostatakrebs oder Lungenkrebs. In niedrigen Dosierungen können einige Zytostatika aber auch immunsuppressiv wirken. Das bedeutet, dass diese Medikamente Reaktionen des Immunsystems unterdrücken und deshalb auch bei Autoimmunerkrankungen Verwendung finden. Ein Beispiel für ein solches Medikament ist Methotrexat. Immunsuppressive Zytostatika werden bei Autoimmunerkrankungen in deutlich geringeren Dosierungen verabreicht im Vergleich zum Einsatz bei der Krebstherapie. Auch werden Zytostatika bei der akuten lymphatischen Leukämie (kurz ALL), die häufigste Leukämieform bei Kindern, eingesetzt. Ein weiteres Einsatzfeld sind Keimzellentumoren.

„Trotz neuerer Behandlungsmöglichkeiten wie der Immuntherapie  bleiben Zytostatika immer noch ein wesentlicher Bestandteil der Krebsbehandlung.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl

Was sind die Nebenwirkungen von Zytostatika?

Zytostatika haben eine sog. systemische Wirkung: Sie beeinflussen den gesamten Organismus, also unseren ganzen Körper. Das bedeutet, dass sie nicht nur die „bösen“ Krebszellen attackieren, sondern ebenso gesunde Zellen. Davon betrifft vor allem die Zellen, die sich häufig teilen, bspw. Haarwurzelzellen oder die Zellen, die an der Blutbildung mitwirken. Welche Nebenwirkungen auftreten können und in welcher Intensität sie sich bemerkbar machen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und hängt auch von dem eingesetzten Zytostatikum ab. Im Folgenden wird Ihnen eine Übersicht über einige wichtige mögliche Nebenwirkungen gegeben.

Sofort einsetzende Nebenwirkungen

verzögert einsetzende Nebenwirkungen

  • Blutarmut
  • Haarausfall
  • Hautveränderungen – Rötungen, Juckreiz, Hautausschlag
  • Schleimhautentzündungen
  • Mundschleimhautentzündung
  • ausbleibende Menstruation
  • Ejakulat enthält keine reifen männlichen Samenzellen
  • Funktionsstörungen der Lunge, Nieren, Leber
  • Erschöpfung, Müdigkeit

Nebenwirkungen, die (teilweise) nicht rückgängig gemacht werden können

  • Herz-, Nieren-, Leber- und Gehirnschädigungen
  • periphere Neuropathie; in den Füßen und Händen können Missempfindungen oder Gefühlsminderungen zeigen, die sich durch Taubheit, Kribbeln und „Ameisenlaufen“ bemerkbar machen kann
  • Hörverlust/Sehminderungen, die auf Nervenschädigungen zurückgeführt werden können
  • verfrühte Wechseljahre, da manche Zytostatika die Hormonproduktion der Eierstöcke bremsen
  • Unfruchtbarkeit

Indirekte mögliche Nebenwirkungen

  • Immunsuppression aufgrund der (stark) verringerten Anzahl weißer Blutkörperchen (sog. ‚Leukopenie‘)
  • Infektionsanfälligkeit
  • erhöhter Harnsäurespiegel, einhergehend mit akuten Nierenschädigungen

Ein Großteil der Nebenwirkungen einer Chemotherapie verschwinden nach einigen Wochen, sobald die Behandlung beendet worden ist. Dennoch können Symptome noch einige Wochen oder gar Monate nach der Therapie bestehen bleiben. In diesem Fall handelt es sich um Langzeitfolgen der Behandlung. Spätfolgen hingegen treten verzögert auf, teilweise nach einigen Monaten oder sogar erst nach einigen Jahren. Langzeit- oder Spätfolgen einer Chemotherapie können z. B. Unfruchtbarkeit oder Nervenschädigungen sein oder auch Beeinträchtigungen der Nieren- und Lungenfunktion  u. Ä. Deshalb ist es im Nachgang einer Chemotherapie außerordentlich wichtig, Nachsorgetermine einzuhalten, um etwaige Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Einige aufgetretene Schädigungen können leider bestehen bleiben.

Müssen oder mussten Sie bereits einmal Zytostatika einnehmen? Wenn ja, welche dieser häufigeren Nebenwirkungen sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich). Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie anderen Betroffenen, potenzielle Nebenwirkungen besser einschätzen zu können.

Auf einen Blick – Zytostatika

Zytostatika sind Medikamente, die vor allem im Rahmen einer Chemotherapie gegen Krebs eingesetzt werden
Wirkung

  • stören die Teilung und Vermehrung von Krebszellen
  • je nach Wirkstoffklasse ebenfalls immunsuppressiv

Anwendungsgebiete

  • vor allem Krebserkrankungen
  • teilweise Autoimmunerkrankungen wie Rheuma

Wichtigste Nebenwirkungen

Dosierung

  • richtet sich nach der jeweiligen Körperoberfläche
  • wird errechnet aus einer Formel von Gewicht und Körpergröße
  • oft werden mehrere Wirkstoffe miteinander kombiniert
  • hängt auch vom allgemeinen Gesundheitszustand ab

Darreichungsform

  • oft Infusion
  • Tabletten

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Zytostatika?

Als Kontraindikation beschreiben Ärzte einen Umstand, bei der eine bestimmte Behandlungsart untersagt ist, da dies sonst negative gesundheitliche Folgen für den Patienten hätte. Welche Kontraindikationen genau existieren, ist abhängig vom jeweiligen Medikament. Oft dürfen Zytostatika in folgenden Fällen nicht gegeben werden bzw. muss der Einsatz genau abgewogen werden:

Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen auftreten können, hängt vom eingesetzten Zytostatikum ab.

Für wen sind Zytostatika sinnvoll?

Ob eine Chemotherapie und damit der Einsatz von Zytostatika sinnvoll ist oder nicht, müssen die Ärzte von Einzelfall zu Einzelfall entscheiden. Dafür müssen viele verschiedene Faktoren beachtet und abgewogen werden. Wichtige Frage hinsichtlich einer Behandlung mit Zytostatika sind bspw.:

  • Welche Krebsart liegt vor? Lässt sich diese mit einer Chemotherapie gut behandeln? Bei Nierenkrebs sind Chemotherapien oft kaum wirksam, während z. B. bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eine Behandlung mit Zytostatika angezeigt sein kann.
  • In welchem Stadium befindet sich der Krebs? Ist der Krebs noch lokal begrenzt oder hat er bereits Tochtergeschwulste gebildet? Hier spielt auch eine Rolle, ob eine erste Chemotherapie schon Erfolge verzeichnen konnte.
  • Welches Ziel verfolgt die Chemotherapie? Je nach dem, in was für einem Stadium sich die Krebserkrankung befindet, muss abgewogen werden, ob ein Einsatz von Zytostatika mit ihren Nebenwirkungen sinnvoll ist. Ist die Behandlung kurativ angesetzt, gibt es also Hoffnung auf eine vollständige Heilung? Oder ist die Chemotherapie palliativ und soll ein Fortschreiten des Krebses verzögern und die Symptome lindern?
  • Welchen Nutzen, welche Risiken birgt eine Chemotherapie? Beides müssen Arzt und Patient gemeinsam sorgfältig abwägen. Eine große Rolle spielt neben den möglichen Heilungschancen auch, ob der Patient eine Behandlung körperlich verkraften kann und welche Begleiterkrankungen ebenfalls vorliegen. Diese Faktoren werden auch während einer laufenden Behandlung regelmäßig geprüft.

Je nach Krankheitsverlauf kann es auch notwendig sein, die Medikamente zu wechseln. Eine Chemotherapie wird zudem oft in Kombinationen mit anderen Therapiemöglichkeiten durchgeführt.

Aktuelle Forschung – Beugt eine Zytostatika-Salbe Hautkrebs vor?

Eine Behandlung mit 5-Fluorouracil in Salbenform hat bei Patienten, die ein erhöhtes Hautkrebsrisiko aufwiesen, nachweislich vor dem sog. Plattenepithelkarzinom (auch ‚Spinaliom‘ oder ‚Stachelzellkrebs‘ genannt) geschützt. Dies ist das Ergebnis einer randomisierten Studie, die 2017 in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology veröffentlich worden ist.

Plattenepithelkarzinome sind neben Basalzellkarzinomen (auch ‚weißer Hautkrebs‘) die häufigste Hautkrebsart. Sie führt zwar nur vergleichsweise selten zum Tod, hinterlässt aber gerade in Gesicht und Ohren nach den erforderlichen Operationen Narben oder Ähnliches.  Dies kann mitunter belastend für das Selbstwertgefühl des Patienten sein. Besonders oft von Hautkrebs sind US-Soldaten betroffen, da sie vielfach in Gebieten Einsätze durchführen, an denen die UV-Strahlung besonders hoch ist. An diesen Umstand hat die Studie „Keratinocyte Carcinoma Chemoprevention Trial“ (VAKCCT) geknüpft.

Insgesamt 932 Veteranen der US-Armee, bei denen in den letzten 5 Jahren bereits zweimal ein Plattenepithel- oder Basalzellkarzinom operativ entfernt musste, nahmen an der Studie teil. Durch ihre vorherige Krebserkrankung hatten die Veteranen ein erhöhtes Risiko, erneut an Hautkrebs zu erkranken. Im Rahmen der Studie wurden 50% der Teilnehmer gebeten, 2–4 Wochen zweimal täglich eine Salbe mit einem 5 %igen 5-Fluorouracil-Anteil auf Gesicht und Ohren aufzutragen. Die andere Gruppe bekam hingegen eine Salbe, bei der der Wirkstoff nicht enthalten war. 5-Fluorouracil ist ein Zytostatikum der Wirkstoffklasse der Antimetaboliten.

Effektive Hautkrebsvorbeugung durch 5-Fluorouracil

Nach einem Jahr mussten bei der Gruppe, bei der die Veteranen 5-Fluorouracil-Salbe verwendeten, lediglich bei 5 von 468 Teilnehmern erneut ein Spinaliom operiert werden. In der anderen Gruppe waren 20 von 464 davon betroffen. Im ersten Jahr nach einer Spinaliomoperation konnte durch die 5-Fluorouracil-Salbe das Erkrankungsrisiko um rund 75% gesenkt werden.

Jedoch war für das Plattenepithelkarzinom eine präventive Wirkung nur für das erste Jahr nachweisbar. In den zwei nachfolgenden Jahren trat in beiden Gruppen gleich häufig erneut Hautkrebs auf.

Im Nachgang zur Studie haben die Wissenschaftler die Patienten befragt, ob sie die Therapie nochmals durchführen würden. Fast 90% bejahten dies, trotz aller Nebenwirkungen. Mehr als 90% der 5-Fluorouracil-Gruppe hatten mit Hautrötungen zu kämpfen und über 60% klagten über Krustenbildungen auf der Haut. Rund jeder fünfte Patient bewertete die erlittenen Nebenwirkungen als schwerwiegend. In Deutschland ist eine 5-Fluorouracil-Salbe zur Behandlung der aktinischen Keratosen zugelassen, einer Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms.

Quelle: Martin A. Weinstock et al. (2018) : Chemoprevention of Basal and Squamous Cell Carcinoma With a Single Course of Fluorouracil, 5%, Cream. A Randomized Clinical Trial. In: JAMA Dermatology 154/2, S. 167–174.

Häufige Patientenfragen

Kann ich etwas gegen die Nebenwirkungen von Zytostatika tun?

Dr. Dr. T. Weigl
Ganz vermeiden lassen sich die Nebenwirkung zwar nicht, aber Betroffene können – abhängig von der Nebenwirkung – kleinere Maßnahmen ergreifen, die weiteren Problemen vorbeugen oder auch das Wohlbefinden verbessern können. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr ist es bspw. ratsam, besonders auf seine Hygiene zu achten. Da Übelkeit und Erbrechen bei den meisten Zytostatika ein großes Problem sind, erhalten viele Patienten begleitend zur Krebstherapie Medikamente wie Metoclopramid, die gegen diese Symptome helfen. Beim Haarausfall, der kaum zu vermeiden ist, erhalten Patientinnen meist schon vor dem Beginn der Behandlung ein Rezept für eine Perücke. Bei Männern hingegen muss dies im Einzelfall geklärt werden, da hierfür nicht alle Versicherungen aufkommen. Allgemein sollten Sie unbedingt den behandelnden Arzt darauf ansprechen, wie Sie am besten mit den Nebenwirkungen umgehen können. In vielen Fällen klingen die Beschwerden nach einiger Zeit wieder ab, wenn die Behandlung beendet wurde.

Wieso werden Zytostatika teilweise kombiniert?

Dr. Dr. T. Weigl
Das liegt daran, dass die verschiedenen Zytostatika verschiedene Wirkmechanismen besitzen. Damit möglichst viele Tumorzellen in den unterschiedlichen Phasen der Zellteilung erreicht werden können, werden häufig mehrere Zytostatika miteinander kombiniert, um eine möglichst optimale Wirkung erzielen zu können. Diese Behandlung nennen Mediziner dann Poly-Chemotherapie (‚poly‘ bedeutet ‚viele‘). Neben diesen Vorteilen bringt diese Behandlungsform allerdings auch den Nachteil mit sich, dass mehr Nebenwirkungen auftreten können bzw. die Intensität von Nebenwirkungen verstärkt werden kann. Hier gilt es, dass Patient und Arzt gemeinsam abwägen, welche Behandlung im Einzelfall am besten ist.

Wie ist eine Chemotherapie strukturiert?

Dr. Dr. T. Weigl
Eine Chemotherapie wird in Zyklen durchgeführt. Das bedeutet, dass es abwechselnd Behandlungsphasen und Behandlungspausen gibt. Während der Behandlung werden die Zytostatika an einem oder mehreren Tagen nacheinander zugeführt. Je nach Situation erfolgt nun eine Pause von einigen Tagen, Wochen, teilweise auch Monaten. Da durch die systemische Wirkung der Medikamente auch gesunde Zellen attackiert werden, wird dem Körper durch die Pause Gelegenheit gegeben, sich zu erholen und das angegriffene Gewebe zu regenerieren. Im Durchschnitt führt man 4–6 solcher Zyklen durch. Wie genau eine Chemotherapie im Einzelfall durchgeführt wird, hängt von der individuellen Situation ab.

Es gibt bereits Behandlungsmethoden, die gezielter bei Krebs wirken – wieso gibt es Chemotherapien noch?

Dr. Dr. T. Weigl
Es stimmt, dass es seit geraumer Zeit einige Therapieformen gibt, die zumindest für einige Krebsarten eingesetzt werden können. Dazu zählt etwa die Immuntherapie, bei der das körpereigene Immunsystem die Krebszellen identifizieren und angreifen soll. Das Problem ist, dass längst nicht alle Krebsarten darauf ansprechen und Merkmale besitzen, gegen die Wissenschaftler gezielt Medikamente entwickeln können. Das heißt, dass mit solchen Therapieformen längst nicht jedem Krebspatienten geholfen werden kann. Ein Allheilmittel sind die Immuntherapie und die zielgerichtete Therapie ebensowenig: Auch sie verursachen Nebenwirkungen und nach bisherigem Erkenntnisstand reichen beide Behandlungsmethoden oft nicht aus, um alle Krebszellen abzutöten. Dass die Chemotherapie völlig ersetzt werden kann, ist also derzeit noch nicht möglich.

Die Nebenwirkungen machen mir sehr zu schaffen – kann ich die Zytostatika absetzen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie dürfen die Medikamente auf keinen Fall ohne Rücksprache mit Ihren behandelnden Ärzten absetzen. Denken Sie daran, dass Sie auf diese Weise den Erfolg der Chemotherapie gefährden und damit letztlich ihre Gesundheit. Bei Problemen und anderen Sorgen sollten Sie sich nicht scheuen, ihre Ärzte darauf anzusprechen.

Kann ich mich irgendwie auf eine Chemotherapie vorbereiten?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie können – oder sollten – im Vorfeld mit Ihren Ärzten darüber sprechen, mit welchen Nebenwirkungen Sie rechnen müssen. So werden Sie nicht den zahlreichen möglichen Beschwerden überrascht, auch wenn nicht absehbar ist, wie genau Ihr Körper auf die Medikamente reagiert. Je nach persönlicher Lage sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Partner darüber verständigen, ob eine Haushaltshilfe oder eine Kinderbetreuung vonnöten ist. Reicht die Zeit aus, ist es außerdem ratsam, einen Zahnarzt zu konsultieren: Eine Chemotherapie schädigt auch die Mundschleimhaut und durch das geschwächte Immunsystem könnten durch Zahnerkrankungen ansonsten Infektionen entstehen. Aber auch kleinere Dinge können schon vor dem eigentlichen Beginn einer Therapie durchdacht werden: Wie komme ich zur Behandlung? Wie nutze ich die Zeit während der Behandlung?

Typisches Patientenbeispiel

Bernd hat Lungenkrebs. Obwohl ihm als langjähriger Raucher das Risiko einer solchen Krebserkrankung bewusst war, ist die Diagnose natürlich ein Schock. In der Arztpraxis muss dann so einiges geklärt werden: Wie weit ist der Krebs fortgeschritten? Welche Form von Lungenkrebs hat Bernd? Und wie sieht der Behandlungsablauf aus? Nach diversen Untersuchungen ist klar, dass Bernd ein sog. nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom hat. „Das ist schon einmal eine positive Nachricht“, schaut ihn sein Arzt an, „sie haben ein nicht-kleinzelliges Karzinom in der Lunge. Diese Karzinome bilden weniger schnell Tochtergeschwülste und wachsen langsamer als andere Lungenkrebsarten.“

Er erklärt, dass der Tumor bei Bernd noch nicht allzu weit vorangeschritten und eine Operation das Mittel der Wahl sei. „Nach der Operation werden Sie außerdem Zytostatika bekommen, damit der Tumor im Nachgang zur OP nicht doch streuen kann.“ „Zytostatika? Was ist das?“, denkt Bernd bei sich, versäumt es aber, weiter nachzufragen.  Wieder zu Hause angekommen, recherchiert er nach: „Puh, das sind eine ganze Menge Nebenwirkungen… Haarausfall, Übelkeit und Erbrechen…na ja, ob das so gut ist? Aber wenn es hilft…“.

Nach der gut verlaufenen Operation nimmt Bernd nun die Zytostatika ein. Schon bald hat er kaum noch Haare auf seinem Kopf. Und das Erbrechen macht ihm sehr zu schaffen. „Ich hoffe einfach, dass der ganze Mist bald vorbei ist… ich kann ja manchmal kaum was essen, ohne, dass das wieder rauskommt…“, berichtet er seiner Frau Annette. „Das glaube ich sofort, aber der Arzt hat ja gesagt, dass es bald vorbei ist. Es sieht doch gut aus!“ Und tatsächlich: Bei der letzten Untersuchung konnten keine Krebszellen mehr festgestellt werden. „Dann habe ich ja bald wieder Haare auf dem Kopf!“, lächelt Bernd Annette an.

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Müssen oder mussten Sie im Rahmen einer Chemotherapie Zytostatika einnehmen? Hatten Sie starke Nebenwirkungen? Wie sind Sie damit umgegangen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
Lektorat: Christopher Keck
Datum: 07.09.2019

Quellen

  • Frank Antwerpes et al.: 5-Fluorouracil. In: flexikon.doccheck.com.
  • Frank Antwerpes et al.: Purinanalogon. In: flexikon.doccheck.com.
  • Frank Antwerpes et al.: Zytostatikaresistenz. In: flexikon.doccheck.com.
  • Klaus Aktories et al. (Hg.) (2017): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 12. Auflage. Elsevier, München.
  • Stefanie Blanck und Sabrina Klem (2015): Lernkarten Pharmakologie, 3. Auflage. Elsevier, München.
  • Katrin von Kieseritzky (2014): Die Chemotherapie. In: krebsgesellschaft.de
  • krebsinformationsdienst.de (2019): Chemotherapie-Medikamente. Wirkstoffe und Nebenwirkungen.
  • krebsinformationsdienst.de (Hg.) (2019): Wie läuft eine Chemotherapie ab?
  • Patrick Messner et al.: Topoisomerase II. In: flexikon.doccheck.de.
  • rme/aerzteblatt.de (2018): Zytostatika-Salbe beugt Hautkrebs vor.
  • Martin A. Weinstock et al. (2018): Chemoprevention of Basal and Squamous Cell Carcinoma With a Single Course of Fluorouracil, 5%, Cream. A Randomized Clinical Trial. In: JAMA Dermatology 154/2, S. 167–174.
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