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Schilddrüsenkrebs – Risikofaktoren, Diagnose und Behandlung von Schilddrüsenkarzinomen

„Schilddrüsenkrebs ist eine der seltener vorkommenden Krebsarten. Bei einer frühzeitigen Diagnose kann die Erkrankung sehr gut behandelt werden und verläuft vergleichsweise selten tödlich.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Jährlich erkranken etwa 6.300 Menschen in Deutschland an Schilddrüsenkrebs. Das macht nur einen kleinen Anteil an den neu diagnostizierten Krebserkrankungen aus. Die Krankheit wird oft früh erkannt, dementsprechend stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung in vielen Fällen gut. Leider sind die Symptome gerade zu Beginn der Erkrankung oft unspezifisch und weisen nicht unbedingt auf Schilddrüsenkrebs hin. Im folgenden Artikel erfahren Sie, welche Symptome trotzdem ein Anzeichen für Schilddrüsenkrebs sein können, welche Risikofaktoren die Entstehung der Krankheit begünstigen können und wie man sie diagnostiziert und therapiert.

Inhalte

Karl-Heinz verzieht das Gesicht. Seit ein paar Tagen schon hat er Beschwerden beim Schlucken und ein komisches Druckgefühl im Halsbereich. „So macht Essen auch keinen Spaß …“, denkt er bei sich und sieht auf seinen Sonntagsbraten, der ihm sonst so gut schmeckt, auf den er sich schon immer freut. Seine Frau Elisabeth guckt ihn fragend an: „Alles gut? Schmeckt der Braten dir nicht?“ Daraufhin erzählt Karl-Heinz ihr von seinen Problemen. „Wird wohl nichts Schlimmes sein, ich werde aber mal zum Arzt gehen. Wir wollen nächste Woche ja etwas radeln gehen, da kann ich ja jetzt nicht krank werden!“ Einige Tage später – Karl-Heinz’ Beschwerden sind eher schlimmer als besser geworden – sitzt er auch schon bei seiner Ärztin …

Was ist Schilddrüsenkrebs?

Als Schilddrüsenkrebs bezeichnet man bösartige Tumoren der Schilddrüse; man spricht auch von Schilddrüsenkarzinomen. Es handelt sich dabei um eine vergleichsweise seltene Krebserkrankung: Im Durchschnitt erkranken in Deutschland jährlich ca. 6.300 Menschen an Schilddrüsenkrebs. Frauen sind mit rund 4.300 Fällen im Jahr 2014 häufiger betroffen, während lediglich etwas weniger als 2.000 Männer betroffen waren. Das mittlere, also durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei Männern derzeit bei 55 Jahren und bei Frauen 51 Jahren.

Schilddrüsenkrebs hat im Vergleich zu Lungenkrebs oder auch Leberkrebs erheblich bessere Prognosen: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate – hier wird verglichen, wie viele Erkrankte nach 5 Jahren im Vergleich zu gesunden Bevölkerung noch leben – beträgt bei Männern 87 % und bei Frauen sogar 94 %. Die guten Heilungs- und Überlebenschancen hängen auch damit zusammen, dass Schilddrüsenkrebs bei Frauen in 63 %, bei Männern in 52 % der Fälle in einem frühen Stadium entdeckt wird.

Welche Arten von Schilddrüsenkrebs gibt es?

Die allermeisten Schilddrüsenkarzinome (Karzinom = bösartiger Tumor = Krebs) lassen sich einem der vier folgenden Typen zuordnen:

  • papilläres Schilddrüsenkarzinom – dieses Karzinom ist die häufigste Form des Schilddrüsenkrebses. Rund 60 % der Fälle sind diese Form. Es gehört zu den sogenannten differenzierten Schilddrüsenkrebsen. Das bedeutet, dass die befallenen Regionen noch ein Stück weit den normalen, gesunden Schilddrüsenzellen ähneln. Wie diese nehmen sie auch noch Jod auf. Papilläre Karzinome können mitunter in mehreren Bereichen der Schilddrüse auftreten und bilden häufiger Metastasen in die umliegenden Lymphdrüsen. Das papilläre Schilddrüsenkarzinom kann oft sehr gut behandelt werden.
  • medulläres Schilddrüsenkarzinom – dieses Karzinom (auch C-Zellkarzinom genannt) kommt selten vor. Der Name geht auf die C-Zellen zurück, die Calcitonin produzieren. Sie liegen in den sog. Schilddrüsenfollikeln. Sie sind verantwortlich für die Regulierung unseres Kalziumstoffwechsels. Früh erkannt lässt sich diese Form gut behandeln.
  • follikuläres Schilddrüsenkarzinom – das follikuläre Karzinom gehört ebenfalls zu den differenzierten Schilddrüsenkrebsen und ist die zweithäufigste Art. Es bildet eher Fernmetastasen, meist in den Knochen und in der Lunge. Oft sind dies einzelne Knoten, die insbesondere bei Menschen um das 50. Lebensjahr herum auftreten können. In vielen Fällen ist dieses Karzinom gut behandelbar. Das gilt besonders dann, wenn es sich auf die Schilddrüse beschränkt und nicht metastasiert ist. Tatsächlich ist selbst in solchen Fällen noch eine Heilung möglich.
  • anaplastisches (undifferenziertes) Schilddrüsenkarzinom – während die bisher erläuterten Schilddrüsenkrebse noch eine gewisse Ähnlichkeit zu den gesunden Schilddrüsenzellen vorweisen können, ist dies bei den anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen nicht mehr der Fall. Meist schreitet in diesen Fällen die Erkrankung rasch voran. Die Prognose ist entsprechend erheblich schlechter als bei den anderen Karzinomen.

Exkurs: Schilddrüse und Jod

Sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung bei Schilddrüsenkrebs spielt Jod eine wichtige Rolle. Darum wollen wir an dieser Stelle diesen Zusammenhang erläutern.

Der empfohlene tägliche Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei 180–200 mg. Jod spielt eine große Rolle bei der Hormonproduktion der Schilddrüse. Die Schilddrüse erhält es über den Blutkreislauf. Was aber passiert, wenn die Schilddrüse nicht genug davon aufsammeln kann? Dann stoßen Zwischenhirn und Harnanhangdrüse mehr TRH und TSH (zwei Hormone) aus, die die Schilddrüse zur Produktion weiterer Hormone anregen sollen. Diese sind vor allem für den Stoffwechsel wichtig. Aufgrund dieses Prozesses schwillt die Schilddrüse an, es entsteht ein Kropf (sog. ‚Struma‘). Dieser kann derartig wachsen, dass er bspw. Druck auf die Speise- oder Luftröhre ausübt, wodurch es zu Luftnot oder Beklemmungsgefühlen kommen kann.

Erfahren Sie in diesen Artikeln mehr über dieses kleine, aber wichtige Organ:

Wie entsteht Schilddrüsenkrebs?

Allgemein bezeichnet man als Krebs Erkrankungen, deren gemeinsames Merkmal ist, dass maligne, also bösartige Geschwülste heranwachsen. Die Geschwülste entstehen, wenn sich die körpereigenen Zellen unkontrolliert vermehren. Wie bei den allermeisten anderen Krebsarten sind zwar verschiedene Risikofaktoren für die Entstehung von Schilddrüsenkrebs bekannt, die genauen Ursachen konnten aber bis heute noch nicht eindeutig geklärt werden.

Wichtig im Zusammenhang mit vielen Erkrankungen der Schilddrüse sind die sog. kalten Knoten. Dieser Begriff beschreibt knotige Bezirke innerhalb der Schilddrüse, die man medizinisch als „hormoninaktive Areale“ bezeichnet. Diese Areale stellen also nur wenig Schilddrüsenhormone her. Mit steigendem Alter kommen diese Schilddrüsenknoten recht häufig vor. Bei einem Alter ab 55 Jahre treten sie bei rund 30 % der Männer und etwa 40 % der Frauen auf. Zwar entwickeln sich diese kalten Knoten eher selten zu einem Schilddrüsentumor. Die entsprechenden Stellen werden aber mit verschiedenen Untersuchungen überprüft.

Wenn Sie mehr Grundsätzliches über Krebs erfahren möchten, empfehlen wir die Lektüre folgender zwei Artikel:

Mehr Informationen über Krebs in diesem Videobeitrag

Dass Krebs eine schlimme Krankheit ist, die zum Tod führen kann, ist vielen Menschen bewusst. Aber wie entsteht Krebs überhaupt? Wie behandelt man Krebs? Was ist ein Tumor? Auf diese und andere Fragen geht Dr. Tobias Weigl in seinem folgenden Videobeitrag ein.

Welche Symptome verursacht Schilddrüsenkrebs?

Schilddrüsenkrebs kann tückisch sein, da seine Symptome – wie bspw. auch Nierenkrebs – gerade zu Beginn derart unspezifisch sind, dass sie nicht unbedingt auf Schilddrüsenkrebs hindeuten müssen. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie sich ärztlich untersuchen lassen, besonders dann, wenn die Beschwerden wochenlang bestehen bleiben oder sich binnen kurzer Zeit erheblich verschlechtern:

Aufpassen sollten Sie besonders dann, wenn innerhalb weniger Wochen und Monate ein Kropf (eine Vergrößerung der Schilddrüse) entsteht und dieser sich hart anfühlt. Auch ist es ein schlechtes Zeichen, wenn ein schon länger bestehender Kropf schnell anwächst.

Waren oder sind Sie von Schilddrüsenkrebs betroffen? Welche Symptome sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich). Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einschätzen zu können.

Wer kann von Schilddrüsenkrebs betroffen sein?

Prinzipiell kann jeder von Schilddrüsenkrebs betroffen sein. Frauen sind jedoch häufiger betroffen. Warum dies so ist, ist noch ungeklärt. Gehäuft tritt die Erkrankung im fünften Lebensjahrzehnt auf.

Welche Risikofaktoren für Schilddrüsenkrebs gibt es?

Für Schilddrüsenkrebs sind nur wenige Risikofaktoren bekannt. Zwei wichtige sind:

  • Röntgenbestrahlung im Kindes- und Jugendalter
  • Jodmangel und Schilddrüsenkropf – durch Jodmangel entstandene Kröpfe können nach längere Zeit Knoten bilden, die in wenigen Fällen bösartig sein können

Neben diesen beiden Faktoren kann auch die genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Bei rund 30 % der vom medullären Karzinom (MTC) Betroffenen liegt eine familiäre Veranlagung vor. Bei dieser „familiären Form“ kann in vielen Fällen das sog. MEN-2-Syndrom (kurz für ‚multiple endokrine Neoplasie‘) festgestellt werden. Bei dieser Erbkrankheit entstehen neben dem medullären Schilddrüsenkrebs auch Tumoren des Nebennierenmarks und der Nebenschilddrüse. Diese sind meistens gutartig. Sehr selten gibt es auch Fälle von Schilddrüsenkarzinomen, die in Familien vorkommen und nicht-medullär sind.

Was kann ich zu einer Früherkennung von Schilddrüsenkrebs beitragen?

Bei der Früherkennung von Schilddrüsenkrebs ist es wichtig, dass Sie die oben genannten Symptome und Risikofaktoren ernst nehmen und rechtzeitig einen Arzt aufsuchen. Dies gilt besonders dann, wenn die Beschwerden länger bestehen bleiben oder sich in einem kurzen Zeitraum rapide verschlechtern. Diese Selbstbeobachtung gilt vor allem dann, wenn bei Ihnen bereits eine Schilddrüsenvergrößerung diagnostiziert worden ist. Wenn etwa ein Knoten schell anwächst oder Sie vergrößerte Lymphknoten ertasten können, sollten Sie vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Wichtig sind regelmäßige Kontrollen der Schilddrüse bei denjenigen Personen, die im Kindes- oder Jugendalter aufgrund anderer Krankheiten eine Strahlenbehandlung erhalten haben. Zehn oder mehr Jahre später kann durch diese Behandlung ein Schilddrüsentumor entstehen. Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt daher, dass entsprechende Personen einmal jährlich eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse machen lassen sollten. So können sie einen möglichen Tumor früh erkennen.

Ist bei Ihnen in der Familie das vererbbare medulläre Karzinom aufgetreten ist bzw. das MEN-2-Syndrom bekannt, lautet die Empfehlung, dass alle blutsverwandten Familienmitglieder – also Geschwister, Eltern und Kinder – eine Genanalyse durchführen. Auch die, bei denen die Erkrankung noch nicht diagnostiziert wurde. Bei Kindern eines erkrankten Elternteils besteht eine 50-prozentige Chance, daran zu erkranken. Betroffene Familienmitglieder sollten früh operiert werden, um die besten Heilungsaussichten zu haben.

Fakten-Box Schilddrüsenkrebs

  • bösartige Erkrankung der Schilddrüse
  • seltenere Krebserkrankung
  • in vielen Fällen früh erkannt und deshalb gute Heilungsaussichten

Formen

Unterteilung in vier Haupttypen:

  • follikuläres Schilddrüsenkarzinom
  • papilläres Schilddrüsenkarzinom (häufigste Form)
  • medulläres Schilddrüsenkarzinom
  • anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

wichtige Symptome

Ursachen

  • genaue Entstehungsursachen sind noch nicht geklärt

wichtige Risikofaktoren

  • erbliche Veranlagung
  • Jodmangel
  • Röntgenbestrahlung im Kindes- und Jugendalter

Früherkennung

  • regelmäßige Kontrollen, falls der Hals- und Kopfbereich im Kindes- oder Jugendalter bestrahlt wurde
  • Genanalysen bei familiären Fällen von MTC
  • (rasches) Anwachsen von Kröpfen, Knoten und Lymphknoten sollte ärztlich untersucht werden

Frühzeitig erkannt, hat Schilddrüsenkrebs sehr gute Prognosen auf vollständige Heilung!

Was tut der Arzt? Teil 1: Diagnose von Schilddrüsenkrebs

Zu Beginn einer jeden Diagnose steht das Anamnesegespräch. In diesem Gespräch stellt der Arzt u. a. folgende Fragen:

  • Welche Beschwerden haben Sie genau?
  • Seit wann treten die Beschwerden auf?
  • Haben sich die Beschwerden in kurzer Zeit rapide verschlechtert?
  • Gibt es Fälle von Schilddrüsenkrebs in ihrer Familie?
  • Leiden Sie noch an anderen Erkrankungen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche? Nennen Sie auch Mittel, die ihnen kein Arzt verschrieben hat, etwa Johanniskraut!
  • Wurden bei Ihnen im Kindes- oder Jugendalter eine Strahlentherapie durchgeführt?
  • Haben Sie einen Kropf?

Im Vorfeld des Arztbesuchs ist es empfehlenswert, sich Notizen zu machen, damit Sie nicht vergessen, ein möglicherweise wichtiges Detail im Gespräch zu nennen. Zur Sicherheit sollten Sie in Begleitung zum Arzt gehen.

Nach der Anamnese findet eine körperliche Untersuchung statt. Dabei tastet der Arzt gründlich ihren Hals, die Schilddrüse und die Lymphknoten ab, um Auffälligkeiten feststellen zu können. Im Anschluss daran stehen diverse Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um den Verdacht auf Schilddrüsenkrebs zu bestätigen oder zu widerlegen.

Ultraschalluntersuchung

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann der Arzt innere Organe überprüfen. Bestimmte Veränderungen, die die Untersuchung sichtbar macht, können auf einen Tumor hinweisen. Auf diese Weise lassen sich auch kleinere Tumoren entdecken. Eine Ultraschalluntersuchung liefert Hinweise über die Größe und Lage der Schilddrüse, über das Vorliegen von Knoten und ob es Veränderungen bei den Halslymphknoten gibt. Gleichzeitig lässt sich auch feststellen, wie gut das Schilddrüsengewebe durchblutet ist: Stark durchblutete Gewebeabschnitte werfen die Schallwellen schlechter zurück. Dies bezeichnet man als „echoarm“ und kann auf einen kalten Knoten hinweisen. Normal durchblutetes Gewebe ist dagegen „echoreich“. Des Weiteren können Ultraschallbilder auch zeigen, ob bspw. Veränderungen benachbarter Lymphknoten vorliegen. Ob ein Knoten gut- oder bösartig ist, lässt sich mit einer Ultraschalluntersuchung aber nicht feststellen. Dies bedarf weiterer Untersuchungen wie der sog. Feinnadelbiopsie.

Bei der Untersuchung selbst liegen Sie auf dem Rücken. Ihr Arzt fährt mithilfe einer Sonde die zu untersuchenden Bereiche ab. Auf einem Bildschirm sind die Bilder dann zu sehen.

Gewebeentnahme – Feinnadelbiopsie

In verdächtigen Bereichen können mit einer feinen Nadel Zellen entnommen werden. Diese können danach mikroskopisch untersucht und ggf. sogar in spezialisierten Zentren ergänzend molekulargenetisch untersucht werden. Dies unterstützt dann weiter die Diagnosestellung des Arztes. So kann er schon im Vorfeld einer Operation feststellen, um welche Form von Krebs es sich genau handelt. Das vereinfacht die Planung eines solchen Eingriffs.

Szintigraphie

Bei der Szintigraphie können Organe durch die Gabe schwach radioaktiver Stoffe bildlich dargestellt werden. Vorteilhaft in diesem Zusammenhang ist, dass die Schilddrüse die Eigenschaft hat, Jod zu speichern. Bei einem Szintigramm verabreicht der Arzt dem Patienten also radioaktives Jod (oder ersatzweise Technetium), das sich im Schilddrüsengewebe anreichert. Auf diese Weise können bei der Untersuchungen Knoten ab einer Größe von ungefähr einem Zentimeter ausfindig gemacht werden. Knoten, die keinen der Stoffe oder diese nur vermindert einlagern, nennt man „kalte Knoten“. Diese Knoten können aber auf Schilddrüsenkrebs hinweisen und müssen also übergeprüft werden.

Kehlkopfspiegelung

Bei einer Kehlkopfspiegelung (sog. ‚Laryngoskopie‘) wird die Beschaffenheit beider Stimmlippen (Stimmbänder) überprüft. Funktionierende Stimmlippen sind wichtig für eine störungsfreie Atmung. Hinsichtlich einer möglichen Operation und deren Nachkontrolle ist die Kehlkopfspiegelung deshalb unverzichtbar. Fallen Störungen der Stimmlippenfunktion auf, kann dies Folge einer früheren Schilddrüsenoperation, aber auch ein Hinweis auf einen Tumor sein. Das liegt daran, dass die Stimmbandnerven, die die Stimmlippen versorgen, an der hinteren Fläche beider Schilddrüsen verlaufen, bevor sie in den Kehlkopf eintreten.

Eine Kehlkopfspiegelung kann direkt oder indirekt erfolgen. Bei der indirekten Methode führt der Arzt einen kleinen Spiegel in den Mund des Patienten. Dabei ist ein zweiter Spiegel an der Stirn des Arztes angebracht, wodurch Licht auf den Spiegel fällt, der sich im Mund des Patienten befindet. Durch die Lichtspiegelung kann der Arzt sowohl den Rachen als auch den Kehlkopf zusammen mit den Stimmbändern gut betrachten. Im Falle der direkten Kehlkopfspiegelung wird ein Endoskop – ein biegsamer, mit einer Kamera versehener Schlauch – durch den Mund und Rachen eingeführt, wodurch der Arzt die Stimmbänder unmittelbar prüfen kann. Bei der direkten Methode erfolgt zuvor eine örtliche Betäubung.

Spiegelung der Luft- und Speiseröhre

Eine Spiegelung der Luft- und der Speiseröhre erfolgt genauso wie eine direkte Kehlkopfspiegelung mithilfe eines Endoskops. Diese Untersuchung ist bei Schilddrüsenkrebs deshalb nicht unwichtig, da der Arzt auf diese Weise erkennen kann, ob der Tumor die Luft- und die Speiseröhre befallen hat und diese beschädigt. Unter Umständen kann es auch – meist bei einer schon vorangeschrittenen Erkrankung – vonnöten sein, dass der Arzt auch Gewebeproben entnehmen muss, um die Diagnose sichern zu können.

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen geben Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse. Dafür werden die Schilddrüsenhormone T3 (Triiodthyronin) und T4 (Tetraiodthyronin) sowie TSH (Thyroid Stimulating Hormone), die die Hirnanhangsdrüse produziert, bestimmt. Ebenfalls überprüft wird auch der Kalziumgehalt.

Wenn Sie mehr über die Schilddrüsenhormone erfahren wollen, schauen Sie sich doch unseren Artikel zum Thema an: „Schilddrüsenhormone: Wichtige Hormone für unseren Organismus“.

Computertomographie und Magnetresonanztomographie

Sowohl die Computertomographie (CT) als auch die Magnetresonanztomographie (MRT) sind Methoden für die Diagnose von Schilddrüsenkrebs. Mit ihrer Hilfe lässt sich man die genaue Ausdehnung eines Tumors einschätzen. Auch kann man damit nach Metastasen, also Tochtergeschwülsten, und deren Ausbreitung zu suchen. Dies sind zwei wichtige Faktoren für die richtige Behandlung.

Video-Exkurs: Radiologische Untersuchungsverfahren

Radiologische Untersuchungsverfahren sind bei der Diagnose zahlreicher Erkrankung und gesundheitlicher Probleme unersetzbar. Aber was macht ein Radiologe typischerweise? Welche Verfahren gibt es und wie unterscheiden sie sich? Diese und andere Fragen beantwortet Dr. Tobias Weigl im Gespräch mit dem Radiologen Dr. Karl-Heinz Scholaut.

Mehr Details über diese Untersuchungsverfahren können Sie auch im folgenden Artikel erfahren: „Die Radiologie: Nutzen von Röntgen, MRT, CT und Myelografie“.

Was tut der Arzt? Teil 2: Behandlung von Schilddrüsenkrebs

Operation bei Schilddrüsenkrebs

Wie ein operativer Eingriff im Detail aussieht und wie umfangreich er ist, hängt von der Art und Ausdehnung des Krebses ab. Bei einem papillären, teilweise auch bei einem follikulären Karzinom, dass im Durchmesser kleiner als 1 cm ist, muss bei einer Operation nicht zwangsläufig die Schilddrüse komplett entfernt werden. Wurde bei der Diagnose aber festgestellt, dass bspw. der Tumor größer ist oder benachbarte Lymphknoten ebenfalls befallen sind, wird die gesamte Schilddrüse mitsamt der benachbarten Lymphknoten entfernt. Dies gilt auch für medulläre und in den meisten Fällen auch für anaplastische Schilddrüsenkarzinome.

Strahlentherapie bei Schilddrüsenkrebs

Bei einer Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) sollen ionisierender Strahlen die Kerne der Krebszellen angreifen und so die kranken Zellen abtöten. Die Bestrahlung soll die DNS der Krebszellen derartig beschädigen, dass die bösartigen Zellen sich nicht länger ausbreiten können. Die Strahlung bewirkt aber nur dort etwas, wo sie auf das Gewebe trifft. Problematisch bei einer Strahlentherapie ist aber leider auch, dass eine zu starke und zu lange Strahlung auch gesundes Gewebe angreift. Deshalb muss von ärztlicher Seite immer genau abgewägt werden, wie hoch die Strahlendosis sein muss. Sie muss stark genug sein, um einerseits die Krebszellen zu zerstören, aber so schwach, dass sie andererseits so wenig gesundes Gewebe wie möglich beschädigt.

Der individuell erstellte Bestrahlungsplan legt fest, wo genau die Bestrahlung erfolgt und in welcher Dosis. Bei Schilddrüsenkrebs umfasst die Behandlung normalerweise das sog. Schilddrüsenbett mitsamt angrenzender Halslymphknoten und des oberen Brustraumes. Zudem kann es nach einer Operation – je nach Art des Karzinoms – sein, dass eine Nachbestrahlung erforderlich ist. Dies ist bspw. angezeigt, wenn beim follikulären oder papillären Karzinom der Tumor operativ nicht vollständig entfernt werden konnte. Die Nachbestrahlung ist aber auch dann notwendig, wenn übrig gebliebene Anteile des Tumors nicht durch Radiojod vernichtet wurden. Beim anaplastischen Karzinom ist eine Nachbestrahlung immer vorgesehen, da diese Karzinome ein hohes Rückfallrisiko mit sich bringen.

Die Behandlung selbst erfolgt ambulant, sodass Sie nach der Behandlung wieder nach Hause können. Der Behandlungszeitraum erstreckt sich meist über 5–6 Wochen. Dabei erfolgt die Bestrahlung in der Regel an 5 Tagen unter der Woche, während Sie sich an den Wochenenden erholen können. Dass die Behandlung derart gestückelt wird, hängt mit der Strahlenbelastung zusammen, die möglichst gering ausfallen soll. Nebenwirkungen einer Strahlentherapie bei Schilddrüsenkrebs können u. a. Schluckbeschwerden und Heiserkeit sowie Hautreizungen an den entsprechenden Stellen sein.

Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebs

Radioaktives Jod kommt neben der Diagnose (Szintigraphie) auch bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs zum Einsatz. Das Ziel dieser Behandlungsmethode ist es, mögliche noch vorhandene Metastasen sowie Stücke des Schilddrüsengewebes zu beseitigen, die operativ nicht entfernt wurden. Eine Radiojodtherapie setzt man vor allem bei Metastasen ein, die vom papillären bzw. follikulären Schilddrüsenkarzinom stammen. Diese speichern nämlich Jod – im Gegensatz zum medullären und anaplastischen Karzinom. Das Jod reichert sich dort entsprechend an und zerstört beim Zerfall durch seine radioaktiven Strahlen das kranke, befallene Gewebe.

Für eine Radiojodtherapie muss entsprechend zuvor das gesamte Schilddrüsengewebe bei einer Operation entfernt worden sein. Die Therapie erfolgt einige Wochen nach der Schilddrüsenentfernung, die aber vorbereitet werden muss:

  • Vor der Behandlung dürfen Sie 4–6 Wochen keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, die Jod enthalten. Dies gilt auch sowohl für jodhaltige Medikamente als auch für Desinfektionsmittel.
  • Kurz vor Beginn der Behandlung (1–2 Wochen) sollten Sie jodhaltige Nahrung vermeiden. Ein gänzlicher Verzicht ist zwar kaum möglich und auch nicht notwendig, Sie sollten aber sehr jodhaltige Nahrung (z. B. Thunfisch) eher nicht essen und kein Jodsalz verwenden. Bei Unsicherheiten fragen Sie unbedingt ihren Arzt, um Problemen vorzubeugen.
  • Vor der Behandlung dürfen Sie bis zu 3 Monate im Vorfeld nicht mit einer CT untersucht werden, bei der man ein jodhaltiges Kontrastmittel eingesetzt hat.

Nachdem die Radiojodbehandlung beendet ist, können Sie wieder bedenkenlos entsprechende Nahrungsmittel verzehren.

Damit die Therapie wirkungsvoll ist, muss ein TSH-Wert von mind. 30 mU/l vorliegen. Diesen Wert kann man erreichen, indem man keine Schilddrüsenhormone nach der Operation einnimmt. Das führt gewissermaßen eine Schilddrüsenunterfunktion herbei. Eine andere Möglichkeit sind Spritzen, die gentechnisch produziertes TSH enthalten.

Exkurs: Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (sog. ‚Hypothyreose‘) produziert die Schilddrüse zu wenige oder sogar gar keine Schilddrüsenhormone.

Von einer Unterfunktion der Schilddrüse spricht man dann, wenn ein zu hoher Wert des Hormons TSH vorliegt, während die Werte der Hormone T3 und T4 erniedrigt sind. Folge ist im Prinzip eine Verlangsamung der Körperfunktionen, die sich dann u. a. in folgenden Symptomen äußert:

Diese Beschwerden können entsprechend dann auch bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs auftauchen, wenn im Zusammenhang mit einer Radiojodtherapie durch Verzicht auf die Einnahme von Schilddrüsenhormonen ein entsprechender TSH-Wert erreicht werden soll.

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann mit Levothyroxin behandelt werden. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Artikel:

Levothyroxin (L-Thyroxin) bei Schilddrüsenunterfunktion – Wirkung | Dosierung | Nebenwirkungen“.

Die Schilddrüse kann einige weitere Probleme verursachen. Tatsächlich kann es auch Zusammenhänge zwischen einer Schilddrüsenüber– oder -unterfunktion und Gelenk- oder Muskelschmerzen geben. Dies und mehr erläutert Dr. Tobias Weigl in seinem folgenden Videobeitrag.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Bei der Behandlung selbst müssen Sie einige Tage auf einer nuklearmedizinischen Station verbringen. Besuch dürfen Sie während dieser Zeit nicht empfangen. Während Ihres Aufenthalts erhalten Sie radioaktives Jod im Kapselform. Die Kapseln lösen sich dann im Magen auf und das Jod gelangt so übers Blut in die Schilddrüse. Die entsprechenden Dosen sind auf jeden Patienten individuell zugeschnitten.

Allerdings gilt auch bei der Radiojodtherapie: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Es ist möglich, dass die Behandlung ihre Speicheldrüsen in ihrer Funktion stört. Dadurch sinkt vorübergehend die Speichelproduktion. Aber dieser Nebenwirkung können Sie durch reichlich Trinken oder bspw. Kaugummi kauen vorbeugen. Ein geringerer Speichelfluss kann die Entstehung von Karies begünstigen. Aus diesem Grund sollten Sie besonders Acht bei der Zahnpflege geben. Falls mehrfach eine Radiojodtherapie durchgeführt werden musste, die zudem eine größere Gesamtdosis enthielt, um etwa Fernmetastasen zu attackieren, kann unter Umständen das Knochenmark beschädigt werden. In selteneren Einzelfällen kann sogar ein sog. Zweitmalignom auftreten, also eine andere bösartige Erkrankung. Um derartigen Risiken vorzubeugen, werden Sie während der Behandlung gründlich und regelmäßig kontrolliert. Bei Auffälligkeiten im Blutbild wird ihr Arzt ggf. auf eine weitere Radiojodtherapie verzichten.

Chemotherapie bei Schilddrüsenkrebs

Die Chemotherapie spielt bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs mittlerweile eine eher untergeordnete Rolle. Momentan wendet man sie nur noch bei den undifferenzierten, anaplastischen Karzinomen an. Allgemein sollen bei einer Chemotherapie durch die Einnahme bestimmter Medikamente, den sog. ‚Zytostatika‘, die Krebszellen zerstört werden. Die Medikamente greifen direkt in die Zellteilung der Krebszellen ein. Diese können dadurch nicht mehr wachsen.

Medikamentöse Therapie bei Schilddrüsenkrebs – Tyroskinasehemmer

Eine immer zentralere Rolle bei der Therapie bei der Behandlung des papillären, follikulären wie auch des medullären Schilddrüsenkarzinoms spielen die sog. Tyroskinasehemmer (engl. ‚tyrosin kinase inhibitors‘, kurz TKI). Wie aber funktioniert diese Behandlung?

Die TKI werden von den Zellen der Blutgefäße bzw. von den Tumorzellen aufgenommen. Bei den Krebszellen selbst blockieren die TKI für das Tumorwachstum entscheidende Signalwege. Bei den Gefäßzellen werden diejenigen Signalwege blockiert, die dafür sorgen, dass die Blutgefäße erhalten werden und wachsen. Durch diese Blockade werden die Tumorzellen also nicht mehr mit Blut versorgt. Beide Mechanismen verhindern also, dass die Krebszellen weiter wachsen. Im Optimalfall können die TKI das Wachstum des Tumors beenden, unter Umständen kann der Krebs gar zurückgehen. Gleiches gilt auch für Metastasen.

Ein Wirkstoff, der in dieser Therapie bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen eingesetzt wird, ist Lenvatinib. Wann und ob diese Behandlungsmethode angezeigt ist, wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden. Sie hängt u. a. davon ab, wie schnell der Tumor wächst, welche Beschwerden der Tumor bisher ausgelöst hat sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Aber auch bei einer Behandlung mit TKI können Nebenwirkungen auftreten. Es kann u. a. zu einer tumorbedingten Müdigkeit kommen (man spricht von Fatigue) sowie zu Bluthochdruck, Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit. Je nach Ausmaß dieser Symptome wird womöglich die Behandlung abgebrochen. Um Problemen vorzubeugen bzw. um sie früh zu erkennen, erfolgen deshalb regelmäßige Kontrollen (z. B. Blutabnahmen).

Gut zu wissen! Behandlungsbuch führen

Werden Sie mit TKI behandelt? In diesem Fall empfiehlt die Deutsche Krebshilfe, dass Sie Buch darüber führen sollten, welche Nebenwirkungen oder andere Probleme die Behandlung mit TKI verursacht. So können Sie beim nächsten Gespräch mit ihrem Arzt ihre Beschwerden genau besprechen und gemeinsam Lösungen finden.

Wie sieht die Nachsorge von Schilddrüsenkrebs aus?

Für Schilddrüsenkrebs gilt das Gleiche wie für alle Krebsarten: Nach einer erfolgreichen Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Nur so kann ihr Arzt frühzeitig ein möglicherweise erneutes Auftreten des Tumors erkennen. Mögliche Begleit- und/oder Folgeerkrankungen können ebenso festgestellt und behandelt werden.

Für Betroffene ist bei der Nachsorge vor allem eines wichtig: Sie sollen sich wieder so gut wie überhaupt möglich erholen und – falls dies im Rahmen der Möglichkeiten liegt – in einen normalen Berufs- und Lebensalltag zurückkehren können. Für eine Rehabilitation gibt es Kliniken, die auf die körperlichen und psychischen Probleme bei Krebspatienten spezialisiert sind. Welche Kliniken für Sie in Frage kommen, erfragen Sie am besten in der Klinik, in der Sie behandelt werden. In den allermeisten Fällen müssen Sie entsprechende Anträge für die Aufnahme recht früh stellen.

Für viele Patienten ist es zudem hilfreich, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Dort lernen Sie andere Betroffene und ihren Umgang mit der Erkrankung kennen. Ein Eintritt in diese Gruppen kann sowohl während als auch nach der Krebstherapie sinnvoll sein. Welche Selbsthilfegruppen für Schilddrüsenkrebspatienten existieren, können Sie der Homepage des Bundesverbandes Schilddrüsenkrebs entnehmen. Dort sind die verschiedenen regionalen Selbsthilfegruppen verzeichnet.

Häufige Patientenfragen

Meine Schilddrüse musste entfernt werden – muss ich jetzt mein Leben lang Tabletten nehmen?

Da die körpereigene Herstellung von Schilddrüsenhormonen ohne Schilddrüse aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr möglich ist, müssen Sie Ihr Leben lang diese Hormone mit Tabletten aufnehmen. Auf diese Weise gleichen Sie eine Schilddrüsenunterfunktion aus. Die Medikamente sollten Sie idealerweise morgens auf nüchternen Magen mit Wasser einnehmen. Warten Sie ungefähr eine halbe Stunde, bis Sie dann frühstücken.

Ich nehme Schilddrüsenhormone als Tablette zu mir – was passiert, wenn ich zu viel oder zu wenig davon einnehme?

Abgesehen davon, dass die Tabletteneinnahme die Hormonproduktion der Schilddrüse ersetzt, ist sie auch wichtig, um zu verhindern, dass möglicherweise noch vorhandenes Krebsgewebe wieder wächst. Wenn nämlich zu wenig vom Schilddrüsenhormon Levothyroxin zugeführt wird, schüttet die Hirnanhangdrüse mehr TSH aus. Das wiederum kann ein solches Wachstum anregen. Bei zu hohen Dosierungen können hingegen z. B. Herzrhythmusstörungen auftreten.

Was passiert bei einer Schilddrüsenüberfunktion?

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (sog. ‚Hyperthyreose‘) stellt die Schilddrüse zu viele Hormone her. Beschwerden wie Herzrasen, brüchige Nägel, Haarausfall, vermehrtes Schwitzen sind die Folge. Die Überproduktion hat auch Einfluss auf den Gemütszustand, da Betroffen häufig grundlos unruhig und gereizt sind. Häufig entstehen auch Kröpfe durch eine Schilddrüsenüberfunktion.

Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem ArtikelSchilddrüsenüberfunktion / Hyperthyreose – Symptome | Behandlung | Risiken“.

„Also wenn ich ihre Schilddrüse so abtaste und dann auch die Lymphknoten … da müssen wir untersuchen, ob es so etwas wie Schilddrüsenkrebs ist“, erklärt Karl-Heinz’ Ärztin. Nach diversen Untersuchungen wurde bei Karl-Heinz tatsächlich ein Schilddrüsenkrebs gefunden, ein papilläres Karzinom – das aber, wie die Ärztin erklärt, gute Prognosen hat. Sie bespricht mit ihm, dass in seinem Fall eine Operation am erfolgsversprechendsten sei. Er könne wahrscheinlich vollständig geheilt werden. Einige Wochen später befindet sich Karl-Heinz schon auf dem Weg der Besserung. Die Operation verlief gut, Komplikationen gab es keine. „Dann kann ich ja bald endlich wieder in Ruhe meinen Sonntagsbraten genießen …“

Verwandte Themen

Sind oder waren Sie an Schilddrüsenkrebs erkrankt? Wie sind Sie damit umgegangen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 20.05.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Rudolf Hörmann (2005): Schilddrüsenkrankheiten. Leitfaden für Klinik und Praxis. 4. Auflage, ABW.
  • R. Hörmann: Schilddrüsenkrankheiten. Leitfaden für Klinik und Praxis. 4. Auflage
  • Stiftung Deutsche Krebshilfe (2016): Krebs der Schilddrüse. Antworten. Hilfen. Perspektiven. (= Die blauen Ratgeber 09). Deutsche Krebshilfe, Bonn.
  • Robert Koch-Institut (Hg.) (2017): Krebs in Deutschland für 2013/2014. Robert Koch-Institut, Berlin.
  • Frank Grünwald/Karl-Michael Derwahl (2015): Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen: Ein Leitfaden für Klink und Praxis. Lehmanns Media, Berlin.
  • D. Führer (2016): Schilddrüse 2015 – Henning-Symposium. Personalisierte Schilddrüsenmedizin. 22. Konferenz über die menschliche Schilddrüse. Lehmanns Media, Berlin.
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