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Endokrinologie – Was macht ein Endokrinologe?

Endokrinologen beschäftigen sich vor allem mit den Hormonen, aber beispielsweise auch mit Stoffwechselerkrankungen. Sie sind selten die ersten Ansprechpartner bei Beschwerden, sondern Spezialisten, die nach einer Überweisung vom Hausarzt konsultiert werden.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Ein Endokrinologe ist ein Facharzt für Innere Medizin mit einer Spezialisierung auf Endokrinologie. Diese befasst sich mit den Erkrankungen der Hormone bzw. der hormonausschüttenden Organe. Da diese auf viele unterschiedliche Abläufe im Körper wirken, bildet die Endokrinologie ein weitreichendes Gebiet, das in viele andere medizinische Fachgebiete hineinreicht. Mehr zum Beruf des Endokrinologen, Beschwerden aus dem Bereich der Endokrinologe und deren Diagnostik erfahren Sie im folgenden Artikel.

Gudrun hat in letzter Zeit einige Veränderungen an sich bemerkt. Sie hat dünne Nägel und brüchiges Haar bekommen. Außerdem scheint sie auch mehr zu schwitzen und ab und zu bekommt sie plötzlich Schmerzen in der Brust und ihr Herz rast. Beizeiten ist sie sogar grundlos nervös oder gereizt. Zunächst hat sie es auf den Stress durch ihre Arbeit als Lehrerin geschoben. Doch sie ist immer schneller ermüdet, fühlt sich apathisch, hat Gewicht verloren. Als sie dann auch noch eine Verdickung an ihrem Hals bemerkt, beschließt sie, einen Arzt aufzusuchen. Vielleicht steckt hinter ihren vielen kleinen Beschwerden ja doch eine Erkrankung, die behandelt werden sollte – und nicht nur der Stress…

Was ist Endokrinologie?

Die Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen. Der Begriff kommt von den lateinischen Wörtern ‚endon‘, was für „nach innen“ oder „innerlich“ steht, und ‚krinein‘ für „absondern“. Hormone selbst sind körpereigene Botenstoffe, die von Drüsen oder einzelnen Zellen abgegeben werden. Sie dienen der Signalübertragung und beeinflussen die Funktion bzw. den Stoffwechsel anderer Zellen und Organe. Sie haben damit in allen Geweben unseres Körpers wichtige Funktionen. Hormone lassen sich gemäß ihrer Sekretionsweise einteilen:

  • Parakrin: Diese Hormone wirken auf Nachbarzellen, indem sie die Zellmembran durchdringen.
  • Autokrin: Dies beschreibt die Wirkung der Hormone auf bildende Zellen. Autokrine Prozesse spielen beispielsweise in der embryonalen Entwicklung eine wichtige Rolle.
  • Endokrin: Endokrine Hormone erreichen ihre Zielzellen über den Blutstrom. Ein Beispiel dafür ist Insulin.

Die Endokrinologie befasst sich vorwiegend mit den zuletzt genannten Hormonen. Diese werden von endokrinen Drüsen ausgeschüttet und ins Blut abgegeben. Der Fachbereich beschäftigt sich also mit der Lehre der Hormone und daher auch mit dem Stoffwechsel und den Erkrankungen, die durch Fehlfunktionen der hormonproduzierenden Organe ausgelöst werden.

Endokrine Drüsen

  • Hypophyse: Hierbei handelt es sich um die sogenannte Hirnanhangdrüse. Sie befindet sich mitten im Kopf, etwa auf der Höhe der Nasenwurzel. Ihre Funktionen sind vielfältig. Sie hat beispielsweise Einfluss auf die männliche Spermienproduktion und den weiblichen Zyklus, zudem reguliert sie den Wasserhaushalt. Die Hypophyse steuert mit den von ihr ausgeschütteten Hormonen auch die Hormonproduktion anderer Hormondrüsen, etwa der Nebennierenrinde, welche Cortisol ausschüttet.
  • Schilddrüse: Die Schilddrüse (sog. ‚Glandula thyreoidea‘) befindet sich unterhalb des Kehlkopfes, vor der Luftröhre. Die von ihr produzierten Hormone sind wichtig für den Energiestoffwechsel des Körpers.
  • Nebenschilddrüse: Die Nebenschilddrüse (sog. Glandulae parathyroideae‘) sitzt auf der Schilddrüse. Sie besteht aus vier circa linsengroßen Drüsen, welche das Hormon Parathormon produzieren. Dieses wirkt zusammen mit Vitamin D auf unseren Kalzium- und Phosphathaushalt und auch den Knochenstoffwechsel.
  • Pankreas: Hierbei handelt es sich um die Bauchspeicheldrüse. Sie sitzt oberhalb des Zwölffingerdarms und produziert zur Verdauung wichtige Enzyme. Das wichtigste von ihr produzierte Hormon ist das Insulin, welches den Blutzuckerspiegel in unserem Körper reguliert.
  • Nebennieren: Die Nebennieren produzieren sowohl das lebenswichtige Cortisol als auch Mineralcorticoide wie Aldosteron, welche für den Salz- und Wasserhaushalt unseres Körpers wichtig sind. Die Nebennieren werden teilweise durch die Hirnanhangdrüse gesteuert bzw. reguliert.
  • Gonaden: Die Gonaden sind Keimdrüsen, also Hoden und Eierstöcke. Sie produzieren Sexualhormone.
Gut zu wissen!
Der Begriff Endokrinologie ist relativ neu – er stammt aus dem 20. Jahrhundert. Er wurde 1909 erstmals von Nicola Pende, einem italienischen Mediziner, genutzt.

Was ist ein Endokrinologe?

Ein Endokrinologe ist ein Facharzt für Innere Medizin. Er befasst sich vor allem mit den Hormonen und ist demnach auf die Vorbeugung, Diagnose, Therapie und Erforschung von hormonellen Erkrankungen und Funktionsstörungen spezialisiert. Da endokrine Hormone nahezu auf den gesamten Körper wirken, ist der Bereich des Endokrinologen nicht so leicht abzugrenzen. Er greift vielmehr in die einzelnen Fachbereiche ein und versucht, Wechselwirkungen und Gesamtzusammenhänge zu erkennen. Neben den Hormonen fallen auch die Behandlung von Stoffwechselkrankheiten und die Ernährungsmedizin in den Bereich des Endokrinologen.
Teilgebiete der Endokrinologie sind:

  • Diabetologie (befasst sich mit der Erkrankung Diabetes mellitus)
  • Thyreologie (befasst sich mit Erkrankungen der Schilddrüse)
  • Neuroendokrinologie (befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Nerven- und Hormonsystemen)
  • pädiatrische Endokrinologie (befasst sich mit der hormonellen Entwicklung sowie hormonellen Störungen und Erkrankungen bei Kindern)
  • Reproduktionsendokrinologie (befasst sich mit Fragen der Reproduktion, etwa unerfüllter Kinderwunsch, Verhütung, Wechseljahrprobleme, Zyklusunregelmäßigkeiten etc.)

Endokrinologen sind entweder als niedergelassene Ärzte oder als Krankenhausärzte tätig. Als niedergelassene Ärzte sind viele Endokrinologen selbstständig und betreiben Facharztpraxen, oft sind sie zu mehreren in Gemeinschaftspraxen tätig. Der Zusammenschluss mit anderen Spezialisten, etwa Diabetologen oder Rheumatologen, in einer Gemeinschaftspraxis ist auch üblich. Niedergelassene Ärzte führen in der Regel keine Operationen durch, sie sind vor allem auf Diagnostik und eine entsprechende ambulante Nachbehandlung im Anschluss an eine Operation spezialisiert.
Die Endokrinologie ist ein Schwerpunkt der Inneren Medizin. Wie für jede ärztliche Disziplin, muss auch für den Beruf des Endokrinologen zunächst das 6-jährige Medizinstudium absolviert werden. Nach dem Grundstudium dauert das Facharztstudium zum Internisten (also dem Facharzt für Innere Medizin) weitere fünf Jahre. Erst im Anschluss kann die Spezialisierung zum Endokrinologen erfolgen, die meist ein weiteres Jahr dauert.

Welche Krankheiten fallen in den Bereich eines Endokrinologen?

Das Fachgebiet eines Endokrinologen umfasst eine große Bandbreite an Erkrankungen, da die endokrinen Drüsen und die von ihnen ausgeschütteten Hormone auf weitreichende Vorgänge im Körper wirken.
Es ist daher sinnvoll, die wichtigsten Funktionsstörungen und Erkrankungen nach den verschiedenen endokrinen Drüsen aufzulisten:

Hypophyse

  • Kopfschmerzen und Sehstörungen
  • Über- oder Unterfunktion (kann zu Störungen von Wachstum und Entwicklung führen, ebenso wie zu Funktionsstörungen der Organe, die von der Hypophyse gesteuert werden; dazu zählen die Nebenniere, die Schilddrüse und die Keimdrüsen)
  • Störungen des Wasserhaushalts und der Durstregulation

Schilddrüse

  • Schilddrüsenüber– oder Unterfunktion
  • Schilddrüsenkrebs
  • Kropf (sog. ‚Struma‘), oft ausgelöst durch Jodmangel
  • Häufige Krankheitsanzeichen von Schilddrüsenproblematiken sind u. a.: Müdigkeit, Schlafstörungen, Haarausfall, Gewichtsveränderungen (Zunahme oder Abnahme), Herzrhythmusstörungen, Engegefühl oder Schmerzen im Hals

Nebenschilddrüse

  • Hyper- und Hypokalzämie (also ein erhöhter oder zu niedriger Kalziumspiegel)
  • Diverse andere mögliche Folgen einer Nebennierenfunktionsstörung sind u. a. Muskelkrämpfe, Erbrechen, Nierensteine oder Osteoporose

Pankreas

Nebenniere

  • Tumoren der Nebenniere oder der sie steuernden Hypophyse
  • Häufige Symptome können u. a. sein: Gewichtszunahme oder Gewichtsverlust, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, abweichender Kalium- und Natriumspiegel, Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Osteoporose, Nervosität, Zyklusstörungen

Gonaden

  • Störungen der Sexualfunktionen, also von Libido, Potenz, Zyklus oder Fruchtbarkeit
  • Osteoporose
  • Störungen der Geschlechtsentwicklung
Exkurs: Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse produziert die Hormone Trijodthyronin (auch bekannt als T3) und Thyroxin (auch bekannt als Tetraiodthyroin oder T4). Diese beeinflussen den Stoffwechsel der meisten Organe im Körper. Besondere Wirkungsfelder sind die Herzfrequenz, der Blutdruck, die Schweißproduktion und die Darmmotorik. Die Schilddrüse produziert auch das Hormon Calcitonin, welches am Kalziumstoffwechsel beteiligt ist.

Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüsenüberfunktion (sog. Hyperthyreose) zählt zu den Hormonkrankheiten. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse, die unterhalb des Kehlkopfes vor der Luftröhre liegt, zu viele Hormone. Dies führt zu einem Ungleichgewicht im Körper und kann eine Reihe von Beschwerden auslösen.
Neuerkrankungen einer Schilddrüsenüberfunktion sind geschlechtsunabhängig. Sie können theoretisch jede Altersgruppe betreffen, ältere Menschen sind jedoch deutlich häufiger betroffen. Zwei Drittel aller Fälle werden nach dem 35. Lebensjahr diagnostiziert. Auch Menschen, die unter Morbus Basedow leiden, bilden eine Risikogruppe.
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion gibt es kein klassisches Leitsymptom. Stattdessen kann eine Reihe von Symptomen auftreten. Diese Symptome werden oft nicht als Krankheitssymptome wahrgenommen, da sie auch andere Ursachen, bspw. Stress, haben können. Das erschwert eine Diagnose. Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören:

  • Dünne Nägel
  • Brüchiges Haar oder Haarausfall
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Anfallsartige Schmerzen in der Brust
  • Herzrhythmusstörungen und Herzrasen
  • Bluthochdruck
  • Gemütsveränderungen, wie etwa grundlose Nervosität oder Gereiztheit
  • Apathie, schnelle Ermüdungserscheinungen
  • Struma (eine Verdickung des Halses, auch ‚Kropf‘ genannt)
  • Gewichtsabnahme trotz Heißhungerattacken
  • Schmerzen im Oberschenkel
  • Erhöhter Blutzuckerspiegel
  • Durchfall

Testen Sie Ihr Risiko für eine Schilddrüsenüberfunktion mit diesem Video von Dr. Tobias Weigl. Darin erklärt er, wie Sie einen Selbsttest durchführen können – Und nebenbei erfahren Sie noch einiges Wissenswertes über die Schilddrüse.

Zur Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion wird zunächst eine Anamnese durchgeführt, bei der Beschwerden etc. erfragt werden. Im Anschluss findet eine körperliche Untersuchung statt, bei welcher der Arzt besonders auf die Symptome der Hyperthyreose achtet, beispielsweise vermehrtes Schwitzen oder Schwellungen am Hals. Um die Diagnose zu bestätigen, ist eine Laboruntersuchung des Blutes notwendig. Bildgebende Verfahren können eine Vergrößerung der Schilddrüse bestätigen und werden auch zum Ausschluss anderer Erkrankungen eingesetzt.
Eine Schilddrüsenüberfunktion ist in den meisten Fällen nicht gefährlich, weshalb eine Behandlung daher auch nicht immer notwendig ist. 90 Prozent der Schilddrüsenüberfunktionen werden medikamentös behandelt. Auch die Entfernung eines Teils oder der gesamten Schilddrüse ist eine Option.
Weitere Informationen zum Thema Schilddrüsenüberfunktion, Symptomen, Diagnose und Behandlung erhalten Sie in diesem Artikel.

Auch Erkrankungen des Stoffwechsels fallen in den Fachbereich des Endokrinologen. Sie lassen sich untergliedern in Erkrankungen des Fettstoffwechsels, des Kohlenhydratstoffwechsels und des Mineralstoffwechsels. Im Folgenden sind einige der häufigsten Stoffwechselerkrankungen gelistet:

Auch die Ernährungsmedizin ist ein Bestandteil der Endokrinologie. Einige Erkrankungen sind stark ernährungsbedingt. Teilweise fallen sie bereits in die oben genannten Bereiche von Hormon- oder Stoffwechselerkrankungen, was verdeutlicht, dass in der Endokrinologie viele Überschneidungen zu finden sind. Ernährungsmedizinische Erkrankungen sind beispielsweise:

  • Diabetes mellitus
  • Hypertonie
  • Gicht
  • Mangelerscheinungen
  • Übergewicht
Exkurs: Osteoporose
Osteoporose bezeichnet einen Mangel an Knochenmasse, welcher zu einer ungenügenden Festigkeit der Knochen führt. So kann es zu Knochenbrüchen ohne erkennbare Ursache, etwa ein vorangegangenes Trauma, kommen. Besonders gefährdet sind hierbei Wirbelkörper, Oberschenkelhals und Unterarm.
Ein Rückgang an Knochenmasse ist ein normaler Vorgang im Alterungsprozess des Menschen. Von der Kindheit bis zu einem Alter von circa 30 Jahren nimmt die Knochenmasse stetig zu. Hier wird ein Maximum erreicht, die sogenannte ‚peak bone mass‘. Danach kommt es bei beiden Geschlechtern zu einem physiologischen Rückgang der Knochenmasse. So kann eine Osteopenie, die Vorstufe der Osteoporose, bei der bereits ein erkennbarer Rückgang der Knochenmasse vorliegt, entstehen. Darauf folgt schließlich die Osteoporose.
Osteoporose kann durch diverse Faktoren ausgelöst werden. Dazu zählen hormonelle Störungen der Keimdrüsen (der sog. ‚Gonaden‘) oder auch Stoffwechselstörungen. Die Osteoporose ist daher ein gutes Beispiel für die ineinander greifenden Bereiche der Endokrinologie.
Osteoporose gehört zu den sogenannten „Volkskrankheiten“, da sie in Deutschland sehr häufig auftritt. Von ihr sind zwischen 4 und 8 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung betroffen. Sie gilt als Erkrankung des Alters, in der Regel sind Frauen ab dem 45. und Männer ab dem 55. Lebensjahr betroffen. Dabei sind Frauen vier Mal häufiger betroffen als Männer.
Osteoporose lässt sich in drei Arten aufteilen:

Primäre Osteoporose

Diese macht 90 Prozent der Erkrankungen aus. Sie lässt sich nochmals unterteilen in Typ 1 (postmenopausale Osteoporose bei Frauen aufgrund der hormonellen Umstellung nach der Menopause) und Typ 2 (senile Osteoporose). Typ 1 beschreibt die Osteoporose bei Frauen, Typ 2 den durch unzureichenden Knochenaufbau im Alter bedingten Typ.

Idiopathische Osteoporose bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen

Diese Form der Osteoporose tritt ohne erkennbare Ursache auf.

Sekundäre Osteoporose

Diese Form tritt deutlich seltener auf als die primäre Osteoporose. Sie macht nur etwa 10 Prozent der Erkrankungen aus. Hierbei wirken verschiedene äußere Einflussfaktoren begünstigend, nicht das Alter. Dazu gehören bestimmte Medikamente, mangelnde Bewegung und Stoffwechselstörungen.
Die Osteoporose verläuft lange symptomlos. Erst weit fortgeschritten zeigt die Erkrankung Symptome wie:

  • Rückenschmerzen
  • Zunehmender Rundrücken (sog. ‚Gibbus‘)
  • Größenverlust
  • Frakturen, bspw. von Oberschenkelhals, Handgelenk und Wirbelkörper

Diese Symptome müssen nicht alle auftreten. Diffuse Rückenschmerzen können beispielsweise das einzige Symptom sein. Diese treten besonders im Rahmen der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen auf.

Im nachfolgenden Video klärt Dr. Tobias Weigl über die Ursachen, Symptome und Therapiemöglichkeiten bei Osteoporose auf.

Zur Diagnose von Osteoporose wird zunächst eine Anamnese durchgeführt, bei der Beschwerden etc. erfragt werden. Es folgt eine körperliche Untersuchung. Daneben ist die sogenannte ‚Osteodensitometrie‘ ausschlaggebend für die Diagnostik. Hierbei wird mittels Röntgenstrahlung die Knochendichte in g/cm2 an Oberschenkel, Oberschenkelhals und Lendenwirbelsäule gemessen. Dabei wird der T-Score bestimmt, welcher die Abweichung vom Mittelwert beschreibt. Von einer Osteoporose spricht man bei einem Wert von ≤-2,5 Standardabweichungen.

Die Therapie der Osteoporose besteht zunächst aus Allgemeinmaßnahmen, dazu zählen:

  • körperliche Aktivität
  • Anpassung der Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Calcium (z. B. Milch, Käse und Quark) und Vitamin D
  • Anpassung des Umfeldes im Sinne einer Verringerung der Sturzgefahr

Zusätzlich kann eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Zu den verwendeten Medikamenten zählen unter anderem Bisphosphonate. Indikationen für eine medikamentöse Therapie sind u. a.:

  • Frakturen bei einem T-Score ≤-2
  • eine niedrige Knochendichte im hohen Lebensalter
  • weitere Risikofaktoren (wie etwa eine Langzeittherapie mit Glucocorticoiden)
Fakten-Box
Endokrinologie

  • Befasst sich mit Erkrankungen aller Organsysteme des Körpers
  • Ein Internist ist ein Facharzt, weitere Spezialisierungen (bspw. zum Kardiologen oder Endokrinologen) sind möglich

Typische Krankheitsbilder der Endokrinologie

  • Schilddrüsenüber oder -unterfunktion
  • Osteoporose
  • Störungen der Sexualfunktionen
  • Diabetes mellitus
  • Hyperglykämie
  • Schilddrüsenkrebs
  • Tumoren der endokrinen Drüsen, bspw. der Nebennieren
  • Störungen des Wasserhaushaltes
  • Störungen des Mineralienhaushalts
  • Stoffwechselerkrankungen wie bspw. Gicht oder Morbus Cushing
  • Ernährungsbedingte Erkrankungen, etwa Bluthochdruck oder Übergewicht

Was tut der Endokrinologe? Diagnose & Behandlung

Zu Beginn der Diagnostik steht die ausführliche Anamnese, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem wichtige Informationen erfragt werden. Dabei werden Fragen geklärt wie etwa:

  • Welcher Art sind die Beschwerden?
  • Seit wann und in welcher Form treten sie auf?
  • Gibt es weitere Beschwerden?
  • Werden Medikamente eingenommen und wenn ja welche?

In der Endokrinologie hat die Laboruntersuchung von Blut und Urin einen besonderen Stellenwert, sie ist eine der ersten Untersuchungsmethoden. Durch sie kann man den Hormonspiegel im Körper bestimmen. Anhand der so gewonnenen Informationen können dann Unregelmäßigkeiten ausgemacht werden.
Weitere Untersuchungsmethoden sind:

  • Stimulation einer Drüse: Dies wird bei Verdacht auf eine Unterfunktion der entsprechenden Drüse angewandt. Ein Beispiel wäre der ACTH-Kurztest bei Verdacht auf eine Nierenrindeninsuffizienz, der beispielsweise für Cortisol durchgeführt werden kann.
  • Inhibierung einer Drüse: Eine Inhibierung, also eine Verzögerung oder Hemmung des Ablaufs einer chemischen Reaktion durch zugesetzte Stoffe (sog. ‚Inhibitoren‘), wird bei Verdacht auf eine Überfunktion der entsprechenden Drüse durchgeführt. Ein Beispiel wäre ein Dexamethason-Hemmtest, welcher bei Verdacht auf das Cushing-Syndrom durchgeführt wird.
  • Bildgebende Verfahren: Dazu zählen etwa Ultraschall, Szintigraphie, CT oder auch Punktionen. Dabei werden morphologische und funktionelle Darstellungen unterschieden. Morphologisch wäre beispielsweise eine Schilddrüsensonographie (ein radiologisches Verfahren, das mithilfe von Ultraschallwellen die Morphologie innerer Organe und Strukturen sichtbar macht) zur Darstellung einer Verkleinerung des Organs. Funktionell dagegen wäre beispielsweise eine Schilddrüsenszintigraphie (eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode) bei Verdacht auf eine Schilddrüsenautonomie (also eine Verselbstständigung von Teilen der Schilddrüse, wodurch ihre regulären Funktionen eingeschränkt sind).

Die Endokrinologie ist bislang noch ein weniger bekannter Zweig der Medizin. Oft dauert es lange, bis eine Diagnose endokrinologischer Erkrankungen gestellt wird, da die Symptome oft denen allgemeiner Belastungssituationen ähneln. Davon sind beispielsweise junge Mütter häufig betroffen. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) arbeitet jedoch dafür, das Fachgebiet bekannter zu machen und die Bevölkerung über Erkrankungen des Hormonstoffwechsels besser zu informieren.
Die Behandlung endokrinologischer Erkrankungen richtet sich nach der jeweiligen Symptomatik und Grunderkrankung. Ungleichmäßigkeiten im Hormonhaushalt können teilweise durch die gezielte Gabe von Hormonen oder aber medikamentös ausgeglichen werden. Dabei sind eine enge Kontrolle und eine schrittweise Einstellung auf die an den Patienten angepasste optimale Dosierung notwendig.
Eine weitere Maßnahme kann die Umstellung der Ernährung und Lebensführung sein, etwa bei einem Diabetes mellitus oder bei Schilddrüsenerkrankungen. Auch operative Maßnahmen gehören zu den Behandlungsmöglichkeiten bei endokrinologischen Erkrankungen. Sie können etwa bei Tumoren, Zysten oder starken strukturellen Veränderungen der Drüsen notwendig sein. In einem solchen Fall wird ein endokrinologischer Chirurg hinzugezogen.

Haben Sie auch schon einmal einen Endokrinologen aufgesucht? Welche Art von Erkrankung wurde behandelt? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Beschwerden besser einzuschätzen.

Häufige Patientenfragen

Wie finde ich einen Endokrinologen?

Dr. T. Weigl
Da Endokrinologen eigentlich nie die erste Anlaufstelle bei Beschwerden sind, findet in aller Regel eine Überweisung durch den Hausarzt oder einen Facharzt statt. Dieser wird sicher einen entsprechenden Facharzt kennen und Ihnen gerne eine Empfehlung aussprechen. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, einen Endokrinologen zu finden: Das Internet ist bei derlei Fragen besonders hilfreich. Dort gibt es sowohl Listen als auch Portale, in und auf denen Bewertungen und Erfahrungsberichte zu entsprechenden Ärzten geteilt werden.

Welche Erkrankungen sind besonders typisch für die Endokrinologie?

Dr. T. Weigl
In der Endokrinologie ist besonders die Behandlung von Volkskrankheiten wie Schilddrüsenüberfunktion oder Osteoporose häufig. Häufige Erkrankungen der Schilddrüse sind Vergrößerungen ebendieser, eine Über- oder Unterfunktion, Knoten und Entzündungen. Im Bereich der Hirnanhangdrüse sind Wachstumsstörungen und Menstruationsstörungen sowie Tumoren häufige Erkrankungen. Die Endokrinologie ist ein weites Feld, das eine Vielzahl an Erkrankungen abdeckt.

Gudrun hat zunächst ihren Hausarzt aufgesucht. Nach einer eingehenden Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, die unter anderem einen Bluthochdruck zu Tage brachte, hat der Arzt den Verdacht geäußert, sie könnte an einer Erkrankung der Schilddrüse leiden. Daraufhin hat er ihr eine Überweisung zu einem Endokrinologen ausgestellt. Er hat ihr erklärt, das sei ein Facharzt, der auf Erkrankungen der hormonausschüttenden Drüsen, beispielsweise der Schilddrüse, spezialisiert ist und ihr auch gleich einen Kollegen empfohlen. Gudrun hat vor, noch am selben Tag einen Termin zu machen, um herauszufinden, was nun genau mit ihrer Schilddrüse nicht stimmt.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Sarah Sodke
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 05.12.2018

Quellen

  • Banaure et al. (2007): Innere Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Gerd Herold et al. (2012): Innere Medizin. Eigenverlag.
  • Florian Horn et al. (2015): Biochemie des Menschen, 6. Auflage. Thieme, Stuttgart.
  • Rainer Klinke, Stefan Silbernagl (2005): Lehrbuch der Physiologie, 4. Auflage. Thieme, Stuttgart.
  • ER/aerzteblatt.de (2018): Endokrinologie: Hormonwoche soll Bekanntheitsgrad steigern.
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