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Valsartan und HCT – Kombinationspräparat gegen Bluthochdruck

„Viele Blutdruckpatienten müssen mit mehreren verschiedenen blutdrucksenkenden Wirkstoffen behandelt werden, weil ein einzelner Wirkstoff nur eine unzureichende Wirkung erzielt. Die Verbindung zweier Wirkstoffe wie Valsartan und Hydrochlorothiazid in einem Kombinationspräparat kann vielversprechend sein: Es kann eine größere blutdrucksenkende Wirkung erzielt werde und nachweislich verbessern solche Kombinationspräparate die Therapietreue der Patienten.“ — Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Das Kombinationspräparat Valsartan/HCT wird gegen Bluthochdruck eingesetzt und kombiniert zwei verschiedene Wirkstoffe: So soll deren blutdrucksenkende Wirkung verstärkt werden und Patienten müssen im Optimalfall nicht länger mehrere verschiedene Tabletten zu sich nehmen. Mittlerweile wird die Behandlung von Bluthochdruck mit derartigen Kombinationspräparaten von der European Society of Cardiology (ESC) und der European Society of Hypertension (ESH) sogar empfohlen und soll die Blutdrucktherapie mit Monopräparaten langfristig ablösen. Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Art und Weise, wie das Kombinationspräparat Valsartan/HCT funktioniert, welche Neben- und Wechselwirkungen auftreten können und in welchen Fällen dieses nicht eingenommen werden sollte.

Hermann ist frustriert: Seit einiger Zeit schon muss er Blutdrucktabletten nehmen. Natürlich hat ihm die Diagnose nicht gefallen, wer schluckt schon gerne Pillen? Nach dem ersten Schrecken hat er sich damit aber abgefunden und seinen Lebensstil etwas angepasst. Doch leider haben sich seine Blutdruckwerte bisher nur minimal gebessert. „So ein Mist… wofür schlucke ich den Quatsch überhaupt, wenn es eh nicht hilft?“, meckert er. Angesäuert erscheint er zum nächsten Arzttermin.

Was sind Valsartan und Hydrochlorothiazid?

Sowohl Valsartan als auch Hydrochlorothiazid (HCT) sind zwei Wirkstoffe, die blutdrucksenkend wirken und somit zu den sogenannten Antihypertensiva gehören. Es ist wichtig, zu unterscheiden, dass die Wirkstoffe verschiedenen Substanzklassen zugeordnet sind: Valsartan gehört zu der auch als ‚Sartane’ bezeichneten Gruppe von Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (auch AT-Rezeptorblocker), während Hydrochlorothiazid ein sogenanntes Diuretikum ist.
Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Diuretika sind zwei der als „Big 5“ der Blutdrucksenker bezeichneten Arzneimittel. Die anderen drei sind

Mehr Informationen zu Beta-Blockern

Beta-Blocker gehören zu den Medikamenten, die am häufigsten gegen Bluthochdruck verschrieben werden. Im folgenden Video klärt Sie Dr. Tobias Weigl darüber auf, wie Beta-Blocker wirken, welche Nebenwirkungen sie möglicherweise verursachen und bei welchen Krankheiten sie außerdem zum Einsatz kommen können.

Wieso werden Valsartan und Hydrochlorothiazid kombiniert?

Werden zwei oder sogar mehr Wirkstoffe miteinander kombiniert, spricht man gemeinhin von einem Kombinationspräparat. Derartige Kombinationspräparate können eine bessere blutdrucksenkende Wirksamkeit erzielen. Zudem können – je nach Wirkstoffkombination – kleinere Dosen eines Wirkstoffes gegeben werden, sodass Nebenwirkungen tendenziell weniger auftreten.
Mit Blick auf die Behandlung von Bluthochdruck haben im Sommer 2018 die European Society of Cardiology (ESC) und die European Society of Hypertension (ESH) eine europäische Leitlinie veröffentlicht. In dieser Leitlinie werden Kombinationspräparate bzw. Fixdosis-Kombinationen empfohlen. Damit sind Tabletten gemeint, die 2–3 Substanzen beinhalten, die blutdrucksenkend wirken. Zur medikamentösen Behandlung von Bluthochdruck sollen nach dieser Leitlinie nun ACE-Hemmer oder AT-Rezeptorblocker eingesetzt werden, die entweder mit Kalziumkanalblockern (auch Kalziumantagonisten genannt) oder Thiaziddiuretika kombiniert werden. Diese Empfehlung ist eine Reaktion darauf, dass bei vielen Patienten mit einem einzelnen Wirkstoff nur eine unzureichende oder sogar gar keine Blutdrucksenkung erreicht wird, weswegen Betroffene unter Umständen mehrere verschiedene blutdrucksenkende Tabletten zu sich nehmen müssen. Zudem wurde in diversen Studien nachgewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine korrekte Einnahme von Tabletten abnimmt, je mehr Tabletten der Patient zu sich nehmen muss. Kombinationspräparate können solchen Problemen vorbeugen.

Gut zu wissen!
2 von 3 Blutdruckpatienten müssen kombinierte Wirkstoffpräparte zu sich nehmen, um den Blutdruck (annähernd) zu normalisieren.

Sind Valsartan und Hydrochlorothiazid krebserregend?

Sie haben sicherlich durch die Medien oder Ihren Arzt erfahren, dass im Sommer 2018 Chargen von Arzneimitteln von Valsartan zurückgerufen wurden, da diese mit den Stoffen N-Nitrosodimethylamin (NDMA) und N-Nitrosodiethylamin (NDEA) verunreinigt waren. Beide wurden von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als tendenziell krebserregend eingestuft. Diese Verunreinigungen betrafen valsartanhaltige Arzneimittel des chinesischen Zulieferers Zhejiang Huahai Pharmaceutical, weswegen in der Folge europaweit valsartanhaltige Medikamente überprüft wurden und werden (Stand Februar 2019). Laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) liegen die bisherigen Überprüfungsergebnisse zwar deutlich unter den gemessenen Werten des chinesischen Zulieferers und lägen in den meisten Fällen innerhalb des Toleranzbereiches. Sicherheitshalber haben aber viele Hersteller ihre Valsartan-Chargen zurückgerufen. Mittlerweile sind einige der zurückgezogenen Produkte nach ihrer Prüfung wieder auf den Markt. Einen Überblick über die bisherigen Valsartan-Rückrufe erhalten Sie auf der Website der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Die Seite wird laufend aktualisiert.

Aktuelles aus der Forschung

Im Herbst 2018 haben zudem Studien aus Dänemark nachgewiesen, das HCT das Risiko für den sogenannten weißen Hautkrebs erhöhen soll. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. bemängelt allerdings den begrenzten Aussagewert dieser Studien, da bspw. keine Daten zur jeweiligen familiären Krebsbelastung vorlägen. Patienten, die HCT einnehmen, sollen vermehrt auf Hautveränderungen achten und ggf. ihren Arzt konsultieren. Bei Patienten, die eine familiäre Vorbelastung mit Hautkrebs haben oder bereits von Hautkrebs betroffen sind/waren, sei ein Wirkstoffwechsel – je nach Einschätzung des Arztes – durchaus sinnvoll.

Achtung!
Auch wenn derartige Nachrichten, dass Valsartan und HCT krebserregend seien, Sie verunsichern, gilt: Setzen Sie niemals eigenmächtig ihre Medikation ab! Ein unbehandelter Bluthochdruck kann lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Bei Unsicherheiten sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, um das weitere Vorgehen abzuklären.

Welche Wirkung haben Valsartan und HCT?

Valsartan ist ein Angiotensin-II-Antagonist. Als solcher blockiert er die Wirkung des Hormons Angiotensin II im Körper. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie das Hormon einen Blutdruckanstieg verursacht und wie Valsartan genau wirkt, empfehlen wir die Lektüre unseres Artikels „Valsartan – nebenwirkungsarmer Wirkstoff gegen Bluthochdruck und Herzinsuffizienz.“
HCT dagegen ist ein Diuretikum, also ein harntreibendes Mittel, weswegen Diuretika gerne im Volksmund auch als „Wassertabletten“ bezeichnet werden. Wie aber wirkt HCT nun blutdrucksenkend? Die Niere als körpereigene Entgiftungs- bzw. Filteranlage sorgt dafür, dass der Wasser- und Salzhaushalt des Körpers im Gleichgewicht gehalten wird. Nach dem Filtervorgang wird nämlich das gefilterte Wasser mitsamt einiger Elektrolyte für den Körper zurückgewonnen. In diesem Fall spricht man von einer Rückresorption, die in den Nierenkanälchen stattfindet. Genau an dieser Stelle greift nun HCT ein: Der Wirkstoff blockt Proteine der Zellen, die die Nierenkanälchen auskleiden. Diese Proteine sind normalerweise dafür verantwortlich, dass Natrium und Chlorid zurück in den Körper aufgenommen werden. Bei diesem Prozess wird auch wieder Wasser aufgenommen, das dementsprechend nicht ausgeschieden wird. Blockiert man diese Proteine, kann weniger Wasser rückresorbiert werden und es wird vermehrt ausgeschieden – somit verringern sich das Blutvolumen sowie die Menge des Wassers, welches sich im Gewebe ansammelt. Als Folge sinken Pumplast und Blutdruck und das Herz muss weniger kräftig arbeiten.
Nach demselben Mechanismus, aber an einem anderen Wirkort, kommt das Schleifendiuretikum Furosemid zum Einsatz. Gerne können Sie sich über diesen Wirkstoff in unserem Artikel „Schleifendiuretikum Furosemid gegen Bluthochdruck & Ödeme – Dosierung & Nebenwirkungen“ informieren.

Bluthochdruck Lisinopril

Videoexkurs: Bluthochdruck

Die beiden kombinierten Wirkstoffe werden also zur Behandlung von Bluthochdruck verwendet. Was genau ist aber Bluthochdruck? Im folgenden Video klärt Dr. Tobias Weigl auf, wie es zur Hypertonie kommt und wie sie diagnostiziert und behandelt wird.

Was sind die Anwendungsgebiete des Kombinationspräparats Valsartan/Hydrochlorothiazid?

Das Kombinationspräparat aus Valsartan und Hydrochlorothiazid wird gegen Bluthochdruck eingesetzt. Als einzelner Wirkstoff wird Valsartan ebenfalls vornehmlich gegen Bluthochdruck eingesetzt, er kann aber auch für die Behandlung von Herzinsuffizienzen und erst kürzlich aufgetretenen Herzinfarkten verwendet werden. Hydrochlorothiazid wird als einzelner Wirkstoff ebenfalls bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienzen verwendet. Wie andere Diuretika auch (z. B. Furosemid), können mit dem Wirkstoff auch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (sog. Ödeme) ausgeschwemmt werden. Im Unterschied zu Valsartan wird jedoch Hydrochlorothiazid in der Regel nur in Kombination mit anderen Wirkstoffen gegeben.

Was sind die Nebenwirkungen von Valsartan/HCT?

Allgemein verursachen Arzneimittel Nebenwirkungen , die für die Patienten im Beipackzettel oder Packungsbeilage verzeichnet sein müssen. Dabei gilt, dass Nebenwirkungen auftreten können, aber nicht müssen. Bei folgenden Nebenwirkungen sollten Sie allerdings sofort die Behandlung abbrechen und rasch Ihren Arzt kontaktieren oder das nächstgelegene Krankenhaus aufsuchen:

  • Gesicht, Zunge oder Rachen schwellen an
  • Sie haben Schwierigkeiten beim Schlucken
  • Sie haben Probleme beim Atmen
  • Nesselsucht
  • Schwere Hauterkrankung, die bei Ihnen zu einer Blasenbildung auf Lippen, Mund oder Augen, zum Abschuppen der Haut, Hautausschlag oder Fieber führen kann
  • Sie haben Sehstörungen oder Augenschmerzen – dies weist möglicherweise auf ein akutes Engwinkelglaukom hin
  • Fieber
  • Halsschmerzen

Diese Nebenwirkungen gelten als sehr selten bzw. die Häufigkeit ihres Auftretens ist unbekannt.
Die folgende Aufzählung nennt Ihnen nun die nach ihrer Häufigkeit eingeteilten Nebenwirkungen. Dabei gilt für die Angabe „gelegentlich“ ein Aufkommen von ≥ 1/1.000 bis < 1/100 (1 bis 10 Behandelte von 1.000) und für die Angabe „sehr selten“ ein Aufkommen von <1/10.000 (weniger als 1 Behandelter von 10.000). Als gelegentliche Nebenwirkungen gelten:

  • Muskelschmerzen
  • Austrocknung (sog. ‚Exsikkose’)
  • Müdigkeit
  • ein Gefühl der Taubheit bzw. Kribbelgefühl
  • verschwommenes Sehen
  • Ohrgeräusche wie Summen oder Rauschen
  • Husten
  • Benommenheit
  • ein niedriger Blutdruck

Sehr seltene Nebenwirkungen sind:

Zu den Nebenwirkungen, deren Häufigkeit nicht bekannt ist, zählen:

  • Ohnmachtsanfälle
  • Atemprobleme
  • der Harnsäure-Spiegel im Blut ist erhöht
  • Mangel an weißen Blutkörperchen (Symptome können z.B. Schwäche, Halsschmerzen oder Fieber sein)
  • stark verminderte Menge an Urin
  • der Natrium-Spiegel im Blut ist vermindert, was unter Umständen Müdigkeit, Muskelzuckungen, Muskelkrämpfe oder auch Verwirrung verursachen kann
  • niedriger Kalium-Spiegel im Blut (kann ggf. etwa Herzrhythmusstörungen oder Muskelkrämpfe verursachen)
  • der Bilirubin-Spiegel im Blut ist erhöht – Bilirubin entsteht beim Abbau von roten Blutkörperchen und hat eine kräftige gelbe Färbung und kann in heftigeren Fällen zu einer Gelbfärbung von Haut und Augen führen
  • sowohl der Kreatinin – als auch der Harnstoff-Stickstoff-Wert im Blut sind erhöht, was auf Störungen der Nierenfunktion hinweisen kann
Videoexkurs: Kaliummangel & Hypokaliämie

Kalium erfüllt eine wichtige Funktion im menschlichen Körper: Der Mineralstoff wird u. a. für die Weiterleitung von elektrischen Impulsen an die Nerven- und Muskelzellen benötigt. Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl, welche anderen Aufgaben Kalium im Körper noch übernimmt und wie sich ein Kaliummangel äußert.

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Valsartan/HCT?

Mit dem Begriff der Kontraindikation bezeichnet man in der Medizin einen Umstand, bei dem eine bestimmte Behandlungsweise, die normalerweise angebracht wäre, nicht eingesetzt werden darf. Das kann sowohl die Gabe eines Medikaments sein als auch eine bestimmte therapeutische Maßnahme.
Zu den Kontraindikationen von Valsartan/Hydrochlorothiazid zählen:

  • Allergien gegen einen der beiden Wirkstoffe
  • Die gleichzeitige Verwendung der kombinierten Wirkstoffe mit Arzneimitteln, die Aliskiren enthalten, ist bei von Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion betroffenen Patienten untersagt
  • Cholestase (Gallenstauung)
  • ein verringerter Natrium-Spiegel im Blut
  • ein erhöhter Kalzium-Spiegel im Blut
  • schwere Leberfunktionsstörungen
  • biliäre Cholangitis (seltene Autoimmunerkrankung der Leber)
  • mangelnde Harnausscheidung (sog. ‚Anurie’)
  • zweites sowie drittes Schwangerschaftstrimester
  • schwere Nierenfunktionsstörung
  • krankhaft erhöhter Harnsäuregehalt im Blut
  • ein verminderter Kalium-Spiegel im Blut
  • Für Valsartan liegen keine ausreichenden Informationen für die Verwendung während der Stillzeit vor. Für Hydrochlorothiazid wurde nachgewiesen, dass der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, sodass eine Behandlung mit den beiden kombinierten Wirkstoffen während der Stillzeit nicht empfohlen wird. Deswegen sollte in Rücksprache mit dem Arzt auf eine andere Behandlungsmöglichkeit ausgewichen werden, soweit dies möglich ist.

    Achtung!
    Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen sollten, ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, dass Sie Ihren Arzt darüber in Kenntnis setzen. So können Sie rasch und ohne Ihr ungeborenes Kind zu schädigen eine alternative Behandlung mit Ihrem Arzt beginnen.

    An dieser Stelle möchten wir darauf aufmerksam machen, dass Sie als Patienten auch Nebenwirkungen, die bei Ihnen aufgetreten sind, melden können. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, Risiken von Arzneimittelrisiken rasch zu identifizieren und anderen Patienten zu helfen! An dieser Stelle hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Online-Plattform eingerichtet, wo Sie Nebenwirkungen melden können.

    Wenn Sie an Bluthochdruck leiden: Werden Sie mit einem einzelnen Wirkstoff behandelt oder mit mehreren?

    Was sind Wechselwirkungen von Valsartan/HCT?

    Arzneimittelwechselwirkungen beschreiben in der Medizin eine gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten, wenn diese gleichzeitig oder zeitlich eng aneinander eingenommen werden. Möglich sind Wechselwirkungen auch zwischen Medikamenten und Lebensmitteln.
    Folgende Wechselwirkungen spielen beim Kombinationspräparat Valsartan/Hydrochlorothiazid eine wichtige Rolle:

    • Eine Einnahme Valsartan/Hydrochlorothiazid gemeinsam mit Lithium wird nicht empfohlen, da es dabei zu einem erhöhten Lithium-Spiegel und damit verbunden zu einer erhöhten Lithiumtoxizität (Giftigkeit von Lithium) im Blut kommen kann.
    • Die gemeinsame Gabe der Wirkstoffkombination Valsartan/Hydrochlorothiazid mit anderen blutdrucksenkenden Substanzen kann deren Wirkung verstärken, was einen starken Blutdruckabfall verursachen und schlimmstenfalls zur Bewusstlosigkeit führen kann.
    • Zusätzlich kann die gemeinsame Einnahme mit Sympathomimetika (Medikamente, die die Wirkung des Sympathikus verstärken) deren Wirkung abschwächen. Allerdings ist der Grad der Abschwächung nicht so stark ausgeprägt, dass die Gabe von Sympathomimetika vollkommen auszuschließen ist.
    • die Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika bzw. nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR wie z. B. Ibuprofen) kann die Wirkung des Kombinationspräparats abschwächen. Zusätzlich kann die gleichzeitige Gabe eine Verschlechterung der Nierenfunktion verursachen sowie zum Anstieg des Serumkaliumspiegels führen.

    Das Kombinationspräparat Valsartan/Hydrochlorothiazid auf einen Blick

    Valsartan aus der Wirkstoffgruppe der Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Hydrochlorothiazid (HCT) aus der Wirkstoffgruppe der Diuretika

    Wirkung

    • blutdrucksenkend (sog. ‚antihypertensiv‘)
    • harntreibend/entwässernd

    Anwendungsgebiete

    Wichtigste Nebenwirkungen

    • Muskelschmerzen
    • Austrocknung
    • Benommenheit
    • Müdigkeit
    • ein niedriger Blutdruck
    • Taubheits- bzw. Kribbelgefühl
    • verschwommenes Sehen
    • Ohrgeräusche wie Summen oder Rauschen
    • Husten

    Empfohlene Dosis

    • muss individuell mit dem Arzt abgestimmt werden
    • die max. Dosis beträgt 320 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid
    • 1x täglich

    Darreichungsform

    • Tablette

    Was muss ich bei der Einnahme von Valsartan/HCT beachten?

    Wichtig ist – und das gilt für jedes Medikament –, dass Sie das Medikament genau so einnehmen, wie Sie es mit Ihrem Arzt besprochen haben. Gerade bei Bluthochdruck ist dies äußerst wichtig, da diese Erkrankung bei vielen Personen keine oder nur wenige Symptome verursacht. Darüber hinaus gibt es einige Grundsätze, die Sie beachten sollten:

    • Nehmen Sie das Medikament jeden Tag am besten zur selben Tageszeit ein – im Normalfall also morgens. Damit verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Einnahme vergessen.
    • Das Medikament können Sie sowohl mit als auch ohne Nahrung einnehmen. Schlucken Sie die Tablette(n) mit einem Glas Wasser herunter.
    • Wichtig ist, dass Sie nie eigenmächtig die Behandlung einstellen oder die Dosis verändern. Dies sollte nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt geschehen. Falls Sie noch Fragen haben, scheuen Sie sich nicht, diese zu stellen!
    • Wenn Sie aus Versehen zu viele Tabletten zu sich genommen haben, kontaktieren Sie rasch Ihren Arzt, Apotheker oder das nächstgelegene Krankenhaus.
    • Falls Sie die Einnahme des Medikaments einmal vergessen haben, nehmen Sie das Medikament dann ein, wenn Sie sich daran erinnern. Sollte bereits die Einnahme der nächsten Dosis anstehen, lassen Sie die vergessene Tablette aus und führen die Einnahme wie gehabt durch. Wichtig: Nehmen Sie niemals die doppelte Dosis ein, falls Sie einmal eine Tablette vergessen haben!
    • Bei der Einnahme von blutdrucksenkenden Arzneistoffen kann es vorkommen, dass Sie sich bei Einnahmebeginn müde und schlapp fühlen. Diesbezüglich brauchen Sie sich in aller Regel keine Sorgen machen, da der Körper sich auf die Blutdrucksenkung erst einstellen muss: In diesem Fall liegt keine Unverträglichkeit vor, sondern zunächst einmal eine körperliche Anpassung.
    Videoexkurse: Welche Medikamente senken den Blutdruck?

    Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl, welche Wirkstoffe neben den hier behandelten noch gegen Bluthochdruck zum Einsatz kommen und wie diese blutdrucksenkend wirken.

    Häufige Patientenfragen

    Kann ich meinen Blutdruck auch ohne Medikamente senken?

    Dr. T. Weigl:
    In vielen Fällen sind Sie darauf angewiesen, lebenslang blutdrucksenkende Medikamente zu sich nehmen. Sie können aber mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, Ihren Blutdruck auf ein gutes Maß zu regulieren. Möglichkeiten dafür sind u.a.

    • bei Übergewicht abnehmen,
    • die Ernährung eher salzarm halten,
    • eine gesunde Ernährung,
    • den Alkoholkonsum einschränken,
    • den Koffeinkonsum einschränken,
    • auf das Rauchen zu verzichten oder zumindest die Zigarettenmenge zurückfahren,
    • Entspannungsübungen, Yoga
    • Ausdauertraining durch z.B. Laufen, 3–4x pro Woche, am besten über 30–45 Minuten
    • blutdruckerhöhende Medikamente absetzen, falls dies möglich ist (nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt!)
    • kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Diabetes mellitus sollten behandelt werden

    Allein mit solchen allgemeinen Maßnahmen lassen sich rund ein Viertel der leichten Hypertonien wieder auf ein normales Blutdrucklevel zurückführen. Dennoch gilt: Ohne Medikamente kann Bluthochdruck oft nicht effektiv behandelt werden. Möglich ist es aber, dass die Medikamentendosis verringert werden kann, wenn die Behandlung gut verläuft.

    Muss ich meinen Blutdruck selbst messen?

    Dr. T. Weigl:
    Für Patienten, die von Bluthochdruck betroffen sind, ist es wichtig, regelmäßig selbst den eigenen Blutdruckwert zu messen. Wie häufig eine solch eigenständige Messung erfolgen muss, ist nicht unbedingt klar definiert: Manche Angaben gehen von 1x täglich aus, andere von 1x pro Woche. Falls nicht anders von Ihrem Arzt vorgeschrieben, sollten 2–3x pro Woche als Mittelwert ausreichend sein. Für die Selbstmessungen existieren zahlreiche gute Automatik-Geräte, die eine problemlose Blutdruckerfassung ermöglichen. Dabei gibt es einige Dinge zu beachten, um die Messwerte nicht zu verfälschen:

    • Sitzen Sie ruhig und entspannt und lassen Sie Ihre Beine auf den Boden stehen
    • Messen Sie erst, wenn Sie einige Minuten zur Ruhe gekommen sind
    • Der Messpunkt sollte sich auf Herzhöhe befinden
    • Messen Sie am besten – mit einer kleinen Pause dazwischen – zweimal in Folge.
    • Legen Sie die Manschette am freien Oberarm an. Dazwischenliegende Kleidung kann die Messwerte verfälschen.
    • Die Manschette sollte nicht zu locker und nicht zu eng angelegt werden. Bei vielen Messgeräten ist auf der Manschette angegeben, wie weit Sie zugezogen werden muss.

    Falls Sie sich unsicher sind, lassen Sie sich von Ihrem Arzt zeigen, wie Sie korrekt Ihren Blutdruck messen.

    Videoexkurs: Was macht ein Kardiologe?
    Erkrankungen wie Bluthochdruck sind wichtige Krankheitsbilder der Kardiologie. Doch was macht ein Kardiologe überhaupt? Mehr dazu erfahren Sie von Dr. Tobias Weigl im Gespräch mit Dr. Heart.

    Ich nehme noch andere Medikamente ein – was muss ich tun?

    Dr. T. Weigl:
    In diesem Fall müssen Sie Ihren Arzt – falls er die Medikationen nicht ohnehin schon kennt – darüber in Kenntnis setzen, da es möglicherweise sonst zu unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen kommen kann. Unter Umständen kann es dann sogar angebracht sein, auf andere Wirkstoffe zu wechseln. Scheuen Sie sich auch nicht davor, Ihren Arzt diesbezüglich anzusprechen!

    Wie entscheidet der Arzt, welchen Wirkstoff ich gegen Bluthochdruck bekomme?

    Dr. T. Weigl:
    Das ist manchmal gar nicht so einfach für den Arzt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dies sind z. B.:

    • welche anderen Medikamente nimmt der Patient ein?
    • gibt es Unverträglichkeiten gegen Wirkstoffe?
    • welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen bestehen?
    • wie ist der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten?

    Diese Punkte muss ein Arzt u.a. bedenken und gegeneinander abwägen, um sich für einen bzw. mehrere Wirkstoffe zu entscheiden. Leider kommen manchmal auch externe Faktoren wie im Falle von Valsartan hinzu, sodass aufgrund von Lieferengpässen unter Umständen der Wirkstoff gewechselt werden muss.

    Hermanns Ärztin klärt ihn auf: „Es ist leider so, dass ein einzelner Wirkstoff nicht bei jedem Patienten ein optimales Ergebnis erzielt. Deswegen wird seit einiger Zeit von den ärztlichen Leitlinien empfohlen, sogenannte Kombinationspräparate zu benutzen.“. Hermann sieht seine Ärztin fragend an, die freundlich lächelnd ergänzt: „Das sind Tabletten, die mehrere Wirkstoffe enthalten. Ich verschreibe Ihnen jetzt das Präparat Valsartan/Hydrochlorothiazid und Sie messen die nächsten Tage Ihren Blutdruck. Das kriegen wir in den Griff!“ Und tatsächlich: Rasch sind Hermanns Blutdruckwerte im unbedenklichen Bereich.

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    Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

    Autoren: Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
    Redaktion: Christopher Keck
    Veröffentlicht: 12.03.2019

    Quellen

    • Klaus Aktories et al. (Hg.) (2017): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. 12. Auflage. Elsevier, München.
    • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2018): Valsartan-Rückruf.
    • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (2019): Online-Nachricht: AMK: Liste der (Chargen-)Rückrufe Sartan-haltiger Arzneimittel. In: abda.de
    • David Gaist et al. (2018): Hydrochlorothiazide use and risk of nonmelanoma skin cancer: A nationwide case-control study from Denmark. In: Journal of the American Academy of Dermatology 78/4, S. 673–681.
    • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (2018): Erhöhtes Hautkrebs-Risiko bei HCT-Therapie: DGK warnt eindringlich vor Absetzen der Präparate.
    • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL® (2018): Neue Europäische Leitlinie empfiehlt Kombipräparate zur Blutdrucksenkung.
    • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®: Diuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) erhöht das Risiko für weißen Hautkrebs.
    • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®: Richtig Blutdruck messen.
    • Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®: Wie wirken aktuelle Blutdrucksenker?
    • European Medicines Agency (2018): Update on review of valsartan medicines: risk from NDMA remains low, a related substance NDEA also being investigated. In: ema.europa.eu.
    • European Society of Cardiology und European Society of Hypertension (2018) (Hg.): Guidelines for the management of arterial hypertension.
    • gelbe-liste.de (2018): Chargenbezogener Rückruf valsartanhaltiger Arzneimittel
    • gelbe-liste.de: Hydrochlorothiazid.
    • gelbe-liste.de: Valsartan.
    • G. Herold et al. (2012): Innere Medizin. Eigenverlag.
    • Jesper Hallas et al. (2017): Hydrochlorothiazide use is strongly associated with risk of lip cancer. In: Journal of Internal Medicine 282/4, S. 322–331.
    • Ratiopharm (2015): Information für Anwender – Valsartan-ratiopharm® comp. 160 mg/12,5 mg Filmtabletten.
    • ratiopharm.de (2018): Fachinformation Valsartan-ratiopharm® comp. 80 mg/12,5 mg Filmtabletten.
    [Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

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