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Moclobemid – Wirkung & Nebenwirkungen des Antidepressivums

Moclobemid ist ein Antidepressivum, das auch bei soziale Phobien eingesetzt wird. — Dr. Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Das synthetisch hergestellte Antidepressivum Moclobemid wird, wie der Name schon sagt, zur Behandlung von Depressionen und sozialer Phobien eingesetzt. Als ein reversibler, selektiver MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer) ist es im Vergleich mit anderen Wirkstoffen aus derselben Gruppe nebenwirkungsärmer. Moclobemid zeichnet sich laut Studien durch eine schnell einsetzende antidepressive Wirkung und ähnliche Effektivität im Vergleich mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, einer anderen Wirkstoffklasse von Antidepressiva, aus. Weiterhin wird das Antidepressivum als Ersatzmittel eingesetzt, wenn eine Therapieresistenz vorliegt und demnach andere Antidepressiva wirkungslos sind.
„Ich habe das Gefühl, dass dieses Medikament gar nicht bei mir wirkt. Ich fühle mich so antriebslos und habe teilweise sogar Angst, mich mit meinen Bekannten zu treffen. Ist es möglich, die Dosis nochmal zu erhöhen?“ fragt der 32-jährige Lukas seinen Arzt. „Wir haben die Dosis beim letzten Mal schon erhöht. Es kann sein, dass ihr Körper schon fast resistent auf das Medikament reagiert. Ich werde ihnen jetzt ein neues Medikament verschreiben. Es heißt Moclobemid und ist aus der Gruppe der MAO-Hemmer.“

Was ist Moclobemid?

Moclobemid ist ein synthetisch hergestelltes Antidepressivum, das im Jahre 1990 erstmals auf dem Markt gebracht wurde. Nach seinem Wirkmechanismus eingeteilt gehört es zur Klasse der MAO-Hemmer (sog. ‚Monoaminoxidase-Hemmer‘). Chemisch betrachtet handelt es sich um ein Derivat des Benzamid bzw. ein Benzamid, welches mit Chlor und Morpholin substituiert ist.

Gut zu wissen!
Antidepressiva können nach ihrem Wirkmechanismus unterteilt werden. Grob können sie in drei großen Gruppen eingeteilt werden:

  • Trizyklische Antidepressiva (sog. ‚Trizyklika‘), welche die Wiederaufnahme mehrerer verschiedener Botenstoffe (sog. ‚Neurotransmitter‘) hemmen.
  • Selektive Wiederaufnahmehemmer, welche gezielt die Wiederaufnahme eines einzigen Neurotransmitters hemmen.
  • Monoaminoxidase-Hemmer, welche die Enzyme (sog. ‚Monoaminoxidasen‘) blockieren, die für den Abbau von Neurotransmittern zuständig sind.

Allen gemeinsam ist, dass sie eine Konzentrationserhöhung von Neurotransmittern wie beispielsweise Dopamin oder Serotonin im Bereich zwischen den einzelnen Nervenzellen (sog. ‚synaptische Spalt‘) des Gehirns bewirken. Dieses Prinzip wird genutzt, um eine stimmungsaufhellende Wirkung beim Betroffenen zu erzielen, da laut Studien bei Depressionen ein gestörter Neurotransmitter-Haushalt (meist Dopamin oder Serotonin) zu Grunde liegt.
Mehr Wissenswertes über Antidepressiva in diesem Video

Wussten Sie, dass Antidepressiva auch zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden können (z.B. Fibromyalgie)? Viele Patienten sind mitunter irritiert, wenn Ihnen der Arzt vorschlägt, Schmerzen mit Antidepressiva zu behandeln. Im folgenden Video geht Dr. Tobias Weigl darauf ein, welche Wirkung und Nebenwirkungen bei einer Schmerztherapie mit Antidepressiva wichtig sind, welche Dosierungen sinnvoll sind und wieso eine derartige Schmerztherapie bei bestimmten Problemen Sinn machen kann.

Welche Wirkung hat Moclobemid?

Moclobemid zeichnet sich durch seine stimmungsaufhellende, antriebssteigernde, angstdämpfende und antidepressive Wirkung aus. Dies beruht, wie oben beschrieben, auf der Fähigkeit des Wirkstoffs, das Enzym Monoaminoxidase zu blockieren und somit seine Neurotransmitter-abbauende Funktion (sog. ‚Desaminierungs-Reaktion‘) im Gehirn zu hemmen. Beim Menschen existieren zwei Typen von Monoaminoxidasen, nämlich Typ A und Typ B. Moclobemid blockiert vorwiegend das Enzym Monoaminoxidase A, welches hauptsächlich Serotonin, Noradrenalin und Adrenalin abbaut. Auch der Abbau von Dopamin wird gehemmt, jedoch wirkt sich dies – im Vergleich zu den anderen Botenstoffen – schwächer aus. Grund dafür ist, dass beide Monoaminoxidase-Formen gleichermaßen am Dopaminabbau beteiligt sind und bei einer Hemmung vom Typ A der Abbau noch zu 50 % weiterlaufen würde. Die durch die Hemmung induzierte Konzentrationserhöhungen der genannten Neurotransmitter führen dann laut Studien zu den oben genannten Wirkungen.

Exkurs: Monoaminoxidase – Das mitochondriale Enzym
Die Monoaminoxidase ist ein Enzym, das Monoamine abbauen kann. Diese Monoamine sind wichtige Neurotransmitter, die verschiedene Reaktionen im Körper auslösen können. Das heißt, deren Abbau reguliert bzw. limitiert in gewissem Maße die Weiterleitung von Signalen im Körper.
Wie oben bereits erwähnt, gibt es zwei Formen der Monoaminoxidase. Beiden gemeisam ist ihre Dopamin, Tyramin und Tryptamin abbauende Fähigkeit, die sich gleichmäßig verteilt. Speziell jedoch baut

  • MAO-Typ-A vorwiegend die Botenstoffe Serotonin, Melatonin, Noradrenalin, Adrenalin und
  • MAO-Typ-B vorwiegend die Botenstoffe Phenethylamin und Benzylamin

ab. Das Besondere hierbei ist, dass diese Botenstoffe verschiedene Reaktionen und Funktionen im Körper auslösen bzw. besitzen. Ebendiesen Sachverhalt machen sich sogenannte MAO-Hemmer zunutze, um gezielt in die Neurotransmittersysteme einzugreifen und dort für Veränderungen, welche auch mit dem Gefühlszustand zusammenhängen, zu sorgen.

Was sind die Anwendungsgebiete von Moclobemid?

Primär wird Moclobemid bei Depressionen eingesetzt. Hier eignet es sich besonders wirkungsvoll bei der gehemmten Depression, also eine depressive Verstimmung, die vor allem durch Antriebslosigkeit und stark reduzierter Aktivität gekennzeichnet ist. Weiterhin wird es bei der Behandlung von sozialer Phobie verwendet.

Gut zu wissen: Formen von Depressionen
Der Verlauf und die Symptomatik einer Depression kann verschiedenartig verlaufen. Weiterhin ist die Stärke der depressiven Verstimmung und der damit verbundenen Gefühlszustände von großer Vielfalt geprägt. Dadurch können folgende Unterformen unterschieden werden:

  • larvierte Depression: Depression + starke körperliche Beschwerden
  • gehemmte Depression: Depression + starke Antriebslosigkeit
  • psychotische Depression: Depression + Halluzination
  • agitierte Depression: Depression + starke Angst und Bewegungsunruhe

Was sind die Nebenwirkungen von Moclobemid?

Moclobemid besitzt weiterhin verschiedene Nebenwirkungen, die nach einer Einnahme auftreten können. Im Vergleich zu anderen MAO-Hemmer fallen diese jedoch relativ gering aus. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass der Arzneistoff größtenteils Monoaminoxidasen vom Typ A hemmt. Im Folgenden werden die Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit aufgelistet:

Sehr häufig: (mehr als 1 von 10 behandelte Patienten möglich, also >10 %)

Häufig: (bis zu 1 von 10 behandelte Patienten möglich, also <10 %)

Gelegentlich: (bis zu 1 von 100 behandelte Patienten möglich, also <1 %)

  • Suizidgedanken
  • Zustände der Verwirrtheit (nach Therapieabsetzung verschwinden diese)
  • Hitzegefühl
  • Sehstörungen
  • Juckreiz
  • Geschmacksstörungen
  • Schwächegefühl

Selten: (bis zu 1 von 1000 behandelte Patienten möglich, also <0,1 %)

Die oben genannten Nebenwirkungen müssen nicht in jedem Falle eintreffen. Die Auflistung soll vielmehr einen Überblick verschaffen, welche Formen der Nebenwirkungen für das Medikament Moclobemid existieren und wie häufig diese auftreten können. In jedem Falle sollten Dosierung und Einnahmedauer genauestens mit dem behandelnden Arzt abgesprochen und strikt eingehalten werden. Dadurch können viele unerwünschte Arzneimittelwirkungen vermieden werden. Falls eine Befindlichkeitsstörung nach oder während der Einnahme wahrgenommen wird, sollte gegebenenfalls mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.

Moclobemid auf einen Blick

Moclobemid aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer
Wirkung

  • antidepressiv
  • stimmungsaufhellend
  • antriebssteigernd
  • angstdämpfend

Anwendungsgebiete

Wichtigste Nebenwirkungen

Empfohlene Dosis

  • individuelle Absprache mit dem leitenden Arzt
  • Tagesdosis ist abhängig von Art der Behandlung und den Beschwerden
  • Keine Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren (aufgrund fehlender aussagekräftiger Studien)
  • Dosierungsempfehlung: zu Beginn der Behandlung ca. 150 – 300 mg pro Tag, je nach Schweregrad bis zu 600 mg pro Tag

Darreichungsform

  • Tablette bzw. Filmtablette

Trotz der antidepressiven und antriebssteigernden Wirkung können zahlreiche Nebenwirkungen in Erscheinung treten. Haben Sie schon einmal Moclobemid-Präparate zu sich genommen? Falls ja, welche Nebenwirkungen sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich)

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Moclobemid?

Kontraindikationen liegen vor, sobald bestimmte Umstände eine Anwendung des Medikaments beim Betroffenen verbieten. Bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder anderen Bestandteilen des Präparates ist dies der Fall, da es zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen kann. Weiterhin ist Moclobemid kontraindiziert bei:

  • Verwirrtheitszustand (sog. ‚Delirium‘)
  • Schizophrenie, da es schizophrene Zustände verstärken kann
  • Schilddrüsenüberfunktion (sog. ‚Hyperthyreose‘), da es zu blutdrucksteigernden Reaktionen kommen kann
  • Bluthochdruck (sog. ‚Hypertonie‘), da Moclobemid den Bluthochdruck verstärken kann
  • eingeschränkte Leberfunktion, da der übliche Plasmaspiegel des Medikaments (also die Konzentration des Medikaments im Körper) nicht erreicht werden kann

Generell können die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten durch andere Substanzen beeinflusst werden. In Folge würden diese abgeschwächt oder verstärkt werden und unter Umständen lebensbedrohliche Symptome in Erscheinung treten. Bei Moclobemid sollte die zeitgleiche Einnahme folgender Wirkstoffgruppen oder Wirkstoffen vermieden werden bzw. mit äußerster Vorsicht und in genauester Absprache mit dem leitenden Arzt erfolgen:

Wirkstoffgruppen

Wirkstoff

Wichtig an dieser Stelle ist, dass die oben genannten Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen nur einige Beispiele darstellen. Je nach Medikament und Individuum können weitere Wechselwirkungen auftreten, aber auch einige der genannten nicht auftreten. Dabei gilt wie immer, dass eine genaue Absprache mit dem Arzt unabkömmlich ist, damit eine optimale Therapie erfolgen kann.

Exkurs – Gruppen von MAO-Hemmern

Durch ihren Wirkmechanismus können MAO-Hemmer in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Sie unterscheiden sich dabei jeweils in ihrer Reversibilität und Selektivität.

Selektive MAO-Hemmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie gezielt Monoaminoxidasen des Typs A oder des Typs B hemmen können. Nicht-selektive hingegen hemmen beide Typen. Durch die selektive Hemmung kann gezielt der Abbau von bestimmten Neurotransmittern verhindert werden. Andererseits ergeben sich auch weniger Nebenwirkungen, da nur das System von einem Typ der Monoaminoxidasen beeinflusst wird.

Bei reversiblen MAO-Hemmer werden die Monoaminoxidasen nur für eine bestimmte Zeit gehemmt und danach wieder intakt freigegeben. Die Freigabe erfolgt dabei meist, nachdem das Medikament, also der MAO-Hemmer abgebaut wird (dies dauert mehrere Stunden). Bei irreversiblen MAO-Hemmer ist das aber nicht der Fall. Nachdem der Wirkstoff an die Enzyme bindet, sind diese irreversibel gehemmt und nicht mehr funktionsfähig. Erst bei Neubildung der Enzyme, was deutlich länger dauert, als bei reversiblen MAO-Hemmer (mehrere Tage), sind diese wieder funktionsfähig. Hieraus resultiert ein Problem, dass sich speziell auf das Monoamin Tyramin bezieht. Dieses entsteht bei Eiweißzersetzungen und ist in Nahrungsmitteln als Begleitstoff enthalten. Außerdem beinhalten Bananen Tyramin als Inhaltsstoff. Da beide MAO-Typen für den Abbau gleichermaßen verantwortlich sind, sorgt eine irreversible Hemmung beider zu einer erhöhten Tyraminkonzentration im Körper. Wenn nun tyraminhaltige Lebensmittel (z. B. Käse) eingenommen werden, können Kreislaufprobleme bis hin zu einer hypertensiven Krise entstehen. Oft wird dann auch vom „Cheese-Effect“ gesprochen.

Absetzen von Moclobemid

Das Absetzen von Moclobemid sollte idealerweise schrittweise erfolgen. Das heißt, nach und nach wird die Dosis verringert, sodass am Ende der Verzicht des Medikaments den Betroffenen nicht belastet. Bei einem abrupten Absetzen kann es sein, dass zuvor erlittene Symptome wiederkehren und den Drang zum Einnehmen des Medikaments erhöhen. Zwar gehören Antidepressiva definitionsgemäß nicht zu den abhängigkeitsfördernden Medikamenten, doch kann ein zu schnelles Absetzen des Wirkstoffs zu sogenannten Absetzerscheinungen führen. Üblicherweise wird in solch einem Fall auch vom „Rebound-Effekt“ gesprochen. Ursächlich für die Absetzungserscheinungen sind die nach dem Absetzen des Medikaments stark reduzierten Konzentrationen der Botenstoffe, welche während der Einnahme noch in hoher Menge vorhanden waren. Folglich entsteht eine Gegenregulation, was sich durch die Absetzungserscheinungen äußert. „Klassische“ Symptome sind das Wiederauftreten der Depression oder anfängliche Unruhe, Befindlichkeitsstörungen und Schlaflosigkeit.

Achtung: Was sollte ich wissen?
Moclobemid zeichnet sich, wie oben erwähnt, durch seine reversibel-hemmenden und selektiven Eigenschaften aus. Dennoch sollten während der Einnahme, abgesehen von den oben genannten Kontraindikationen und Wechselwirkungen, weitere Aspekte beachtet werden, um Komplikationen zu vermeiden:

    • Aufgrund der Reversibilität tritt der „Cheese-Effect“ laut Studien kaum ein, sodass eine spezielle Tyramin-Diät nicht erfolgen muss. Dennoch sollten Sie beim Verzehr größerer Mengen tyraminhaltiger Lebensmittel vorsichtig sein.
    • Bei unzureichender Wirkung sollten Sie die Medikamentendosis auf keinen Fall eigenmächtig verändern. In solch einem Fall informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, der ggf. Dosisanpassungen vornehmen kann.
    • Achten Sie auf die Einnahmezeiten. Meist wird Moclobemid als Tablette nach den Mahlzeiten eingenommen, was jedoch von der Tagesdosis und der Zusammensetzung der Tablette abhängt.
    • In Bezug zur Schwangerschaft und Stillzeit kann keine klare Aussage getroffen werden, da aussagekräftige klinische Studien, vor allem mit Bezug zum Menschen, fehlen. Am besten besprechen Sie die Lage mit ihrem Arzt!

Häufige Patientenfragen

Ist Moclobemid rezeptpflichtig?

Dr. T. Weigl:
Ja, Moclobemid gehört zu den rezeptpflichtigen Medikamenten und kann nur nach Anordnung des Arztes mit einem Rezept in einer Apotheke erworben werden.

Ich habe vergessen, eine Tablette einzunehmen und komme so nicht mehr auf meine Tagesdosis. Soll ich beim nächsten Mal dann zwei Tabletten einnehmen?

Dr. T. Weigl:
Nein, auf keinen Fall. Die Einnahme von zwei Tabletten gleichzeitig kann einen anderen Effekt erzielen, als wenn man die Tabletten bspw. zeitversetzt um 10 Stunden, also etwa um 10 Uhr und dann um 20 Uhr, einnimmt. Falls Sie die Tabelle einmal vergessen haben, nehmen Sie einfach weiter ihre Dosis wie gehabt ein.

Ich habe bemerkt, dass Antidepressiva SSIR-Gruppe mir nicht helfen. Ich würde gerne auf MAO-Hemmer umsteigen. Darf ich das neue Medikament einfach zu mir nehmen?

Dr. T. Weigl:
Bei einer Umstellung von SSIR auf Moclobemid wird eine Auswaschphase empfohlen. Das heißt, der Wirkstoff und seine Metaboliten dürfen so weit im Körper nicht mehr vorhanden sein, sodass bei der Einnahme von Moclobemid keine Wechselwirkungen entstehen können. Hier wird eine Auswaschzeit von ca. 4-5-facher Halbwertszeitdauer des Wirkstoffs bzw. seinen Metaboliten empfohlen. Man muss also abwarten, bis der Wirkstoff nicht nur zur Hälfte aus dem Körper hinausbefördert wurde, sondern 4–5 Mal so viel. Das sind bei Moclobemid also ca. 98 %.

Nach einigen Wochen der Gewöhnung ist Lukas erneut bei seinem Arzt. „Ich fühle mich besser als vorher und bin nicht mehr so antriebslos. Hin und wieder ist mir aber übel und mein Kopf schmerzt“, berichtet Lukas. „Wahrscheinlich sind das die Nebenwirkungen des Medikaments. Wie ist es mit ihrer Angst? Gab es dort Verbesserungen?“, fragt der Arzt. „Ja ich merke, dass ich mittlerweile auch die Kraft habe, aus dem Haus rauszugehen. Heute Abend habe ich auch ein Treffen mit meinen Freunden und bin gespannt, wie es wird.“

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit dem Medikament Moclobemid? Hatten Sie Nebenwirkungen? Und haben Sie noch Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Schajan Salahijekta
Redaktion: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht am: 03.05.2019, zuletzt aktualisiert: 20.05.2019

Quellen

  • Aktories, K. u. a. (2013): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage, Urban & Fischer Verlag/Elsevier.
  • Bonnet U. Moclobemide (2003): therapeutic use and clinical studies. CNS Drug Rev.
  • Fulton B., Benfield P. (1996): Moclobemide. An update of its pharmacological properties and therapeutic use. Drugs.
  • Gelbe Liste Online: Moclobemid.
  • Haefely W. u. a. (1993): Pharmacology of moclobemide. Clin Neuropharmacol.
  • Heinz Lüllmann u. a. (2016): Pharmakologie und Toxikologie. 18. Auflage, Georg Thieme Verlag.
  • N. P. Nair, S. K. Ahmed, N. M. Kin (1993): Biochemistry and pharmacology of reversible inhibitors of MAO-A agents. Focus on moclobemide. In: Journal of psychiatry & neuroscience 18 (5), S. 214–225.
  • R. Zimmer (1990): Relationship between tyramine potentiation and monoamine oxidase (MAO) inhibition: comparison between moclobemide and other MAO inhibitors. In: Acta Psychiatrica Scandinavica Supplementum 360, S. 81-83.
[Gesamt:5    Durchschnitt: 5/5]

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