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Opioid & Schmerzmittel Tramadol – Dosierung, Wirkung & Nebenwirkungen

Tramadol zum Beispiel hat ungefähr 10 Prozent der Potenz, also der Wirksamkeit, von Morphin, also ein Zehntel. Deswegen bezeichnet man es als schwach wirksames Opioid.
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Was ist Tramadol?

Bei Tramadol handelt es sich um ein schwach wirksames Opioid. Angewendet wird dieser Arzneistoff zur Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen. Im Jahre 1977 wurde es erstmals chemisch (‚synthetisch‘) von der Grünenthal GmbH hergestellt und unter dem Handelsnamen „Tramal“ auf den Markt gebracht. Heutzutage verwendet man die unterschiedlichen Darreichungsformen in verschiedenen Bereichen der Medizin.

Wussten Sie schon?

Wussten Sie schon, dass die Wirkung von Tramadol bei 10–15 Prozent der europäischen Bevölkerung nicht so effektiv ist?

Diesem Umstand liegt eine genetische Veränderung zu Grunde, welche sich im Zuge der Evolution entwickelt hat. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Gabe von Tramadol unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten, wenn es keine oder geringe Wirkung bei Ihnen zeigt.

Wussten Sie schon, dass die Firma Grünenthal ursprünglich einen Hustenblocker (ein sog. ‚Antitussivum‘) entwickeln wollte?

Der Auftrag ging an einen damaligen Mitarbeiter, der zu Beginn ein Gemisch namens „L/201“ synthetisierte. Dieses zeigte jedoch nach pharmakochemischer Prüfung eine hohe schmerzlindernde (sog. ‚analgetische‘) Wirkung. Nach weiterer Forschung konnte schließlich ein bestimmter Teil des Gemischs (ein sog. ‚Isomer‘) isoliert und anschließend zum Wirkstoff „Tramadol“ synthetisiert werden.

Wussten Sie schon, dass eine Verbindung zwischen Tramadol und Antidepressiva besteht?

Den Grundbaustein von Antidepressiva stellen sogenannte „Serotonin-Wiederaufnahmehemmer“ dar, welche eine Erhöhung der Serotonin-Konzentration im Körper herbeiführen. Das Hormon Serotonin steuert verschiedene Gefühlszustände im menschlichen Körper. Während es Gefühle wie Gelassenheit, Entspannung und Zufriedenheit fördert, dämpft es Zustände der Angst, des Kummers, der Aggressivität und des Hungers. Die Verbindung von Tramadol zu anderen Antidepressiva ist in ebendieser Wirkweise zu finden. Details dazu finden Sie im folgenden Kapitel.

Wirkweise

Die Wirkweise von Tramadol ähnelt im Wesentlichen der Wirkweise aller Opioide. Im Nervengewebe befinden sich zelluläre Bindungsstellen (sog. ‚Opioidrezeptoren‘), an denen Tramadol als sogenannter Agonist binden kann. Dadurch werden verschiedene Signale weitergeleitet, die schließlich zur Minderung der Schmerzwahrnehmung führen.

Da Tramadol aber keine starke Bindung zu den Opioidbindungsstellen besitzt, wodurch ihre Wirkung auch schwächer wird, hilft es sich mit einem zweiten besonderen Wirkmechanismus aus. Es hemmt nämlich die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin in die Nervenzellen. Dadurch erhöht sich die Konzentration dieser im Körper und eine zusätzliche Dämpfung des Schmerzes bzw. der Schmerzweiterleitung wird herbeigeführt. Dies begründet ebenso die schwach antidepressive und angstlindernde (sog. ‚anxyolitische‘) Wirkung.
Im Folgenden werden verschiedene Wirkungen und Nebenwirkungen von Tramadol gelistet:

Wirkungen

  • euphorisierend
  • angstlindernd (sog. ‚anxiolytisch‘)
  • schmerzlindernd (sog. ‚analgetisch‘)
  • entspannend (sog. ‚sedierend‘)
  • Schwach antidepressiv

Nebenwirkungen

  • Verstopfung (sog. ‚Obstipation‘)
  • Blutdruck fällt ab (sog. ‚orthostatisch‘)
  • Verringerung der Atemfrequenz (sog. ‚Atemdepression‘)
  • Verkleinerung der Pupillen (sog. ‚Miosis‘)
  • Übelkeit und Erbrechen (sog. ‚Emesis‘)

 

Video: Die Opioide Tramadol und Tilidin erklärt

In diesem Beitrag geht Dr. Tobias Weigl auf die beiden Opioide Tramadol und Tilidin ein, die vor allem bei starken Schmerzen zum Einsatz kommen, und erläutert deren Wirkungen sowie Nebenwirkungen.

 

 

Einsatzgebiete

Obwohl Tramadol auf Grund seiner Wirkstärke (sog. ‚Potenz‘) im Vergleich zu Morphin als schwaches Opioid zählt, findet es Verwendung in verschiedenen Einsatz- und Anwendungsgebieten. Wenn klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen und Diclofenac nicht mehr ausreichen, um die Schmerzen zu lindern, findet eine Gabe von Tramadol statt.

Video: Ibuprofen und Diclofenac

In diesem Beitrag geht Dr. Tobias Weigl auf die Wirkungen sowie Nebenwirkungen der Schmerzmittel Ibuprofen und Diclofenac ein. Wieso eignen sich die beiden zur Entzündungshemmung, nicht aber zur Hemmung der Blutgerinnung?

 

Überwiegend wird Tramadol bei starken Gelenkschmerzen verwendet, welche durch degenerative Gelenkerkrankungen (z. B. Arthrose) entstehen. Hierbei kommt es zu einer „Abnutzung“ des Gelenks, wodurch belastungsabhängige Schmerzen im täglichen Aufgabenbereich entstehen.

  • Des Weiteren wird es bei starken Rückenschmerzen eingesetzt.
  • Auch bei der Behandlung von Nervenschmerzen (sog. ‚neuropathische Schmerzen ‘) kommt es zum Einsatz. Ein Beispiel hierfür wären Schmerzen (sog. ‚Phantomschmerzen‘), die nach einer Amputation aufkommen.
  • Weiterhin findet eine Gabe von Tramadol bei Tumorschmerzen bzw. Krebsschmerzen statt.
  • Typischerweise wird es auch bei postoperativen Schmerzen, also im Rahmen der Anästhesie, verwendet.

 

Anwendung und Dosierung

Da Tramadol in verschiedenen Gebieten der Schmerztherapie eingesetzt wird, kam es im Verlauf der Zeit zu einer recht breiten Darreichungsform. Tramdol kann abhängig von der Behandlung

  • peroral, beispielsweise als Tablette,
  • rektal, als Zäpfchen (sog. ‚Suppositorium‘) oder,
  • intravenös verabreicht werden.

In den folgenden Tabellen werden die Darreichungsform, die Dosierung sowie die Wirkdauer veranschaulicht:

Medikament/HandelsnameDarreichungsformDosierung (mg)Wirkdauer (h)

Tramadol
oral
oral retard
intramuskulös
25–150
150
25–100
6–9
11–14
6–9

Haben Sie schon einmal Tramadol genommen? Welche Nebenwirkungen haben sich bei Ihnen ergeben? (Mehrfachnennungen möglich)
Abstimmen

Was sind die Gefahren einer dauerhaften Einnahme?

Allgemein besitzen Opioide 3 typische Gefahrensarten, die abhängig von der anwendenden Person stark oder schwach ausgeprägt sein können. Eine längerfristige Einnahme von Tramadol kann diese Gefahren bestärken.
Eingeteilt werden diese in drei Kategorien.

  • Toleranz (Gewöhnung)
  • Physische Abhängigkeit
  • Psychische Abhängigkeit

Die Toleranz beschreibt ein einfaches Phänomen. Sie sagt aus, dass sich der Mensch bzw. der Organismus an die Dosierung gewöhnt hat und die Wirkstärke des Wirkstoffes dabei subjektiv abnimmt. Es muss auf eine höhere Dosierung zurückgegriffen werden, um dieselbe schmerzlindernde Stärke, die man bei der ersten Einnahme hatte, zu erzielen.
Nachdem die Dosis jedoch erhöht wurde, findet erneut eine Gewöhnung an diese Dosis statt und der Prozess nimmt erneut seinen Lauf. Gerade bei Opioiden wird diese Gefahr als hoch angerechnet, da sie eine euphorisierende Wirkung besitzen. Im Fall von Tramadol kommt ebenfalls die antidepressive Wirkung hinzu. Die damit zusammenhängende Suchtgefahr bzw. der Missbrauch dieser Droge steigern die Gefährlichkeit von Tramadol.
Je nach Individuum zeigt sich die Wirkung anders und die Ausprägung zeigt sich auf verschiedene Art und Weise. Das heißt: Es ist kaum absehbar, wie schnell die Toleranzentwicklung verläuft.

Die Absetzung einer Droge kann je nach Wirkung zu Entzugserscheinungen infolge einer physischen Abhängigkeit führen. Begünstigt werden diese Entzugserscheinungen, wenn eine längerfristige Einnahme des Wirkstoffes stattfand.
In der Regel kommt es dann zu den hier gelisteten Folgeerscheinungen:

Im Rahmen einer psychischen Abhängigkeit ist „Craving“ ist das Stichwort. Bei einer dauerhaften Einnahme gewöhnt sich der Körper so sehr an den Wirkstoff, dass dem Menschen ein Absetzen des Medikaments unmöglich erscheint.
Die Sehnsucht nach dem Medikament steigt von Tag zu Tag. Bei einem Opioid-Entzug sorgt diese Art von Abhängigkeit für einen Rückfall. Eine Abhängigkeit der Psyche dauert in der Regel länger als eine physische Abhängigkeit.

Verwandte Substanzen bzw. weitere Opioide

In der Schmerztherapie gibt es neben Tramadol weitere Opioide, die Anwendung finden. Im Folgenden werden einige dieser Opioide gelistet:

Obwohl sie der Stoffklasse der Opioide angehören, besitzen sie Unterschiede in der Struktur und in der Wirkweise bzw. -stärke. Die Verträglichkeit und Resorption des Körpers ist abhängig vom jeweiligen Individuum besser oder schlechter. Mit einer Therapeutischen Potenz (Wirkstärke) von 1 dient Morphin als Referenzwirkstoff hinsichtlich anderer Wirkstoffe. Ein Blick auf die nachfolgende Tabelle zeigt, dass Tramadol 10-mal so schwach wie Morphin ist, weshalb es als schwaches Opioid angesehen wird.

OpioidTherapeutische Potenz
Tramadol0,1
Tilidin0,16–0,19
Morphin1
Hydromorphon7,5
Fentanyl100

Exkurs aus der Natur

Weitere Möglichkeiten, Schmerzen zu lindern, können in der Natur gefunden werden. Sie stellen zwar keinen exakten Vergleich zum Wirkstoff bzw. Medikament dar, liefern aber eine ähnliche Wirkung.
Im Folgenden wird auf zwei dieser Alternativen eingegangen:

  • Die Afrikanische Teufelskralle wird bei verschiedenen Beschwerden angewendet. Die Anwendung ist zur Beseitigung von Appetitlosigkeit und Oberbauchbeschwerden (sog. ‚dyspeptische Beschwerden‘) gedacht. Doch auch bei Rücken- und Gelenkschmerzen, welche sogar auf degenerative Erkrankungen der Bewegungsapparatur zurückzuführen sind (z. B. Arthrose) findet sie Verwendung. Sie besitzt ebenso wie Tramadol eine schmerzlindernde Wirkung.
  • Das ätherische Öl des Kampferbaums liefert den weißen Feststoff Campher. Als Salbe aufbereitet kann dieser zur Behandlung von Muskelschmerzen eingesetzt werden. Ebenfalls findet er Verwendung bei Weichteilrheumatismus und gelegentlich bei Herzbeschwerden. In der Pharmazie wird er aufgrund seiner breitgefächerten Wirkung für verschiedene Therapien als Wirkstoff eingesetzt.

 

Häufig gestellte Fragen

Wie gehe ich vor, wenn die schmerzlindernde Wirkung von Tramadol nicht ausreicht?

Dr. T. Weigl:
Bei sehr starken Schmerzen oder wenn sich bereits eine Toleranz eingestellt hat, ist Tramadol wirkungslos. In diesem Falle sollten Sie die Dosis allerdings nicht selbstständig erhöhen. Viel wichtiger ist es, das weitere Vorgehen mit einem Schmerztherapeuten zu besprechen und mit ihm den bestmöglichen Weg, d. h. die bestmögliche Therapie zu wählen.

Handelt es sich bei Tramadol um ein Betäubungsmittel?

Dr. T. Weigl:
Obwohl es sich bei Tramadol um ein Opioid-Analgetikum handelt, unterliegt Tramadol in Deutschland nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Was muss ich bei der Einnahme von Tramadol beachten?

Dr. T. Weigl:
Wichtig ist, was man zusätzlich einnimmt. Je nachdem, was neben Tramadol eingenommen wird, kann es zu verschiedenen Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen kommen.
Ein Beispiel dafür wären Benzodiazepine (sog. ‚Tranquilizer‘), welche als Psychopharmaka primär angstlösende (sog. ‚anxiolytische‘) und entspannende (sog. ‚sedierende‘) Wirkungen aufweisen. In Kombination mit diesen kann es zu einer Dämpfung des Atemzentrums und schließlich möglicherweise zu Atemstillstand kommen.

Haben Sie Erfahrungen mit Tramadol gemacht? Möchten Sie sich bei uns über den Wirkstoff erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!

Autoren: Schajan Salahijekta und Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 21.05.2018, zuletzt aktualisiert: 12.12.2018

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • M. S. Cepeda u. a. (2007): Tramadol for osteoarthritis: a systematic review and metaanalysis. In: The Journal of Rheumatology 34(3): S. 543–55.
  • Volker Fintelmann, Rudolf F. Weiss (2009): Lehrbuch Phytotherapie, 12. Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart.
  • The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals, 14. Auflage. Merck & Co., Inc.
  • Heinz Schilcher et al. (2016): Leitfaden Phytotherapie, 4. Auflage. Elsevier Verlag GmbH, Urban & Fischer Verlag, München.
  • Hans Walter Striebel (2001): Therapie chronischer Schmerzen: Ein praktischer Leitfaden, 4. Ausgabe. Schattauer Verlag, Stuttgart.
[Gesamt:39    Durchschnitt: 3.9/5]
1.400000e+1 Antworten
  • Alex
    16.01.2019 17:46

    Hallo zusammen,
    schwierig, etwas zu bagatellisieren, was einen derart hohen Stellenwert in meinem Alltag hat…und doch alles in Ordnung zu sein scheint. Angefangen hat es 2008 nach einem Bandscheibenvorfall der auch mit Tillidin behandelt wurde. Parallel hierzu fand ich jedoch heraus, das meine Schlafstörungen, (seit 2006) sowie eine latente Unruhe, praktisch, schlagartig verschwanden. Meine Motivation und Lebensqualität verbesserten sich. Ich nahm damals eine (50mg) Tablette. Heute habe ich einen, nicht kriminellen, Weg realisiert, der mir es ermöglicht 350 Tropfen/Tag zu nehmen (kein Schreibfehler). Eine Flasche ist dann nach 7 Tagen leer. Dann genau 20 Tage lang je 10 Tapletten (auch 50mg) Tramadol, vorm schlafen gehen. Als Nebenwirkungen war eine gelegentliche Übelkeit, sowie eine verkraftbare Reduzierung der Potenz zu beobachten. Eine Toleranzentwicklung findet nicht mehr statt. Letzte Erhöhung 2016. Meine Intention dieses Zeug zu nehmen liegt in dem erholsamen Schlaf und der sedierenden Wirkung. Wer vorhin mitgerechnet hat stellt fest, das ich nur 27 Tage ausreichend versorgt bin, ich aber 1 Monat auskommen will! Die restlichen 3 Tage (immer der 6, 12 und 18 des Monats) und werden von zittern, starken schweißausbrüchen und absoluter Schlaflosigkeit begleitet. Meine innere Einstellung verhindert eine Therapie…Meine Familie…Nicht!

  • Alex
    07.02.2019 11:04

    Das Mittel hilft mir gut bei meiner Angsterkrankung, bereits 50 mg am Tag lindern Angstzustände und Depression eheblich, nicht umsonst wird das Zeug in USA off Label dagegen mit einem Guten Erfolg verordnet. Wichtig ist die Dosis nicht zu steigern und sich nicht damit zu berauschen, auch Pausen nach mehrwöchiger Anwendung sind wichtig. Sonst top, weil es die Erkrankung eheblich lindert ohne die NW zu haben wie diese ganzen SSRI und SNRI haben, inklusive wochen- oder monatelangen Absetzerscheinungen (habe alle diese Mittel nicht vertragen).
    Allen eine gute Besserung!

  • Zaza
    07.02.2019 11:08

    Das Mittel hilft mir gut bei meiner Angsterkrankung, bereits 50 mg am Tag lindern Angstzustände und Depression eheblich, nicht umsonst wird das Zeug in USA off Label dagegen mit einem Guten Erfolg verordnet. Wichtig ist die Dosis nicht zu steigern und sich nicht damit zu berauschen, auch Pausen nach mehrwöchiger Anwendung sind wichtig. Sonst top, weil es die Erkrankung eheblich lindert ohne die NW zu haben wie diese ganzen SSRI und SNRI haben, inklusive wochen- oder monatelangen Absetzerscheinungen (habe alle diese Mittel nicht vertragen).
    Allen eine gute Besserung!

  • Simone Heymann
    13.02.2019 15:22

    Kann ich sofort. Statt Tramal 50 mg retard tilidin 50 mg retard nehmen?

    • Dr. Tobias Weigl
      13.02.2019 16:49

      Wie kommen Sie darauf, das Präparat zu wechseln? Hat Ihr Arzt Ihnen dies empfohlen bzw. gibt es einen Grund dafür?
      Prinzipiell ist Tilidin stärker als Tramal, daher vielleicht auch der Wechsel?! Theoretisch bedeutet dies auch (muss aber nicht), dass auch andere und stärkere Nebenwirkungen auftreten.
      Bitte machen Sie es daher so wie von Ihrem Arzt verordnet. Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

      PS: Ja, Sie können wechseln – aber dabei besonders auf mögliche Nebenwirkungen achten.

  • Roswitha
    22.02.2019 10:48

    Wird man wieder abhängig wenn man ein Einzug gemacht hat und der schon 3 Jahre her it

    • Dr. Tobias Weigl
      22.02.2019 15:51

      Definitiv erhöhtes Risiko – unbedingt mit Ihrem (Schmerz-)Arzt besprechen.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

  • Monika
    24.02.2019 12:14

    Hallo Doktor Weigl! Ich finde das tramadol ein Teufelszeug ist. Nach meinem ersten Bandcheibenvorfall habe ich tramadol verschrieben bekommen. Erst 75 Dosis, dann wurde es mehr. Das war vor 3 Jahren. Vor etwa einem Jahr bin ich zur einem Schmerztherapeuten gegangen, da ich gemerkt habe, das die Wirkung sehr stark nachgelassen hat. Er hat mir andere Dosierung vorgeschlagen. Weniger aber öfter am Tag. Das brachte aber rein garnichts. Da wir gemerkt haben, das ich wirklich abhängig von dem Zeug bin( habe ein Tag die Tabletten ausgelassen, war am zittern, Schweißausbrüche usw) hat der Doktor gesagt, wir müssen das Zeug wegschaffen und verschrieb mir Palexia 50. Ich habe recherchiert weil ich nicht genau wusste was das ist, vor allem, das ich es auf ein besonderes Rezept bekam. Rezept eingelöst, Medikamente nach Hause gebracht. Ich laß das sich um ein „ Betäubungsmittel „ handelt. Aus Angst dieses zu nehmen, habe ich also weiterhin tramadol geschluckt. Mittlerweile habe ich die Dosis erhöht und bin auf 500/600 Dosis am Tag. Ich weiß einfach nicht wie ich von den Zeug runterkommen soll….

  • Roland
    10.03.2019 08:50

    Ich habe vor ca 8 Jahren einen Entzug mit Tramal gemacht. Davor nahm ich in aller Regelmäßigkeit bis zu 500- 700 mg täglich Tabletten ein. (diverse Sportverletzungen )
    Das zeug zu bekommen war damals kein Problem, verschrieb mir der Hausarzt wie Orthopäde. Dann kam der Tag als der Hausarzt mit mitteilte ich sei abhängig und ich bekam kein Tramal mehr verschrieben. Ein Horror !
    Der Orthopäde sagte mir, dass es sich der Hausarzt zu einfach macht, verschrieb mir Tropfen mit den versprechen einen Entzug zu machen. Ich war an einen Punkt ,das ich merkte so geht es nicht weiter und ließ mich eine Woche in einer Privat Klinik in Berlin Wilmersdorf behandeln .
    Es war echt ein Kampf aber ich hielt bis 2017 durch.
    Den Gedanken, das es eine Tablette gibt ,die einen den Alltagsstress ( Beruflich in Berlin seit 26 Jahre und Familie in einen anderen Bundesland 7 Kinder ! ) gibt verliert man nie. Vor allen ,ich habe über andere Ärzte Tramal verschreiben lassen und somit hohe Reserven .
    Ich begann wieder Tabletten einzunehmen. Anfangs 200 mg und inzwischen nehme ich 300 bis 450 mg am Tag aber nicht Täglich !!!
    Ich arbeite im Schichtdienst, das bedeutet einen Tag vor den Schichtblock nehme ich keine Tablette mehr ein. Das heißt, ich kann 4-7 Tage ohne das „Zeug“ auskommen und denke es einigermäßen im Griff zu haben.
    An einen freien Tag nehme ich die og Dosierung jedoch ein um einen kick zu haben, Sport zu treiben und gute Laune zu haben. Es gab jedoch auch viel ärger mit meiner Frau wenn sie mitbekommen hat, das ich was eingenommen hatte,( Euphorisch ) Komischerweise lernt man sogar diese Anzeichen zu unterdrücken, denn die Gedanken nach Tabletten Einnahme sind frei.
    Von Tramal runter zu kommen geht nur mit Arzt und das wissen, das eine kleine Depression folgen wird.
    Diese geht aber auch schrittweise zurück. Wichtig ist einen Menschen zu haben, der dir beim Entzug zur Seite steht. Das ist eine Herausforderung.. Im Moment bin ich persönlich noch nicht so weit, da ich tagelang aussetzen kann…noch !!!

  • Steven
    13.03.2019 16:56

    Tramadol ist ein widerliches Zeugs und wird viel zu fahrlässig verordnet! Ich leide seit 15 Jahren an einem
    atypischen/idiopathischen Gesichtsschmerz und bekam es einst verschrieben. ^Täglich 500mg-retard + 100 mg Amitriptylin retard.
    Ich habe es alleine runterbekommen auf tägl. 100mg + 25mg Amitr. weiter ging nicht da ich ekelhafte Nebenwirkungen bekomme (Ängste, Kälte etc. ).
    Ich zuletzt bei einem Schmerzdoc, der meinte, man hätte mir dieses Teufelszeugs NIEMALS verschreiben dürfen und auch nicht in dieser Kombination. Vor allen Dingen hätte schon längst ein Arzt etwas dagegen unternehmen müssen! Ich bekam jedoch immer zu hören, ich nehme ja die niedrigste Dosis, da passiert nichts, damit kann ich uralt werden.
    ICH will auf Null, jedoch eine geeignete Klinik zu finden ist wie ein Sechser im Lotto.

    • Roland
      24.03.2019 00:20

      versuche Kontakt mit der evangelischen Suchtklinik in 38875 Elbingerode/ Harz aufzunehmen. Eine sehr moderne Klinik, nicht zu groß und sehr gute Ärzte die versuchen zu helfen. ( hier lassen sich auch viele Künstler betreuen, die Klinik macht aber keinen Unterschied zwischen Prominenz und normal Bürger )
      Adresse findest du über Internet

  • No Name
    08.04.2019 20:18

    Ich kenne Tramadol (retardiert) auch ganz gut. Wegen Schmerzen musste ich 2 x 150 bis 2 x 200mg einnehmen. Ich war absolut schlaflos und bekam starken Haarausfall. Leider geriet ich in einen kalten Entzug. Die erste Woche war extrem. Aber insgesamt waren es 2 Wochen. Das Schlimmste waren die Schlaflosigkeit und die extremen Depressionen.
    Wegen der schönen stimmungsaufhellenden Wirkung nehme ich es zeitweise. Manchmal reichen schon 50mg. Man bekommt einen Antrieb und Hoffnung. An anderen Tagen wirken nicht einmal 200mg. Immerhin deprimiert mich die Einnahme nie. Die Nebenwirkungen sind leider schon ab 25mg da: Verstopfung.
    Tilidin half bei mir gegen die Schmerzen nicht wirklich ausreichend. Und die Stimmung hellte es auch nicht auf.

    Das Abdosieren geht eigentlich problemlos. Solange man nicht bei Null ist, sind die Entzugserscheinungen wirklich sehr erträglich. Ich kann jeden Tag reduzieren: 200-100-50-25mg. Und eigentlich wären dann ein Zwischenschritt auf 12,5mg sinnvoll.

    Generell helfen Einnahmepausen. Schon nach 2-3 Tagen ohne Einnahme, spürte ich idR eine stimmungsaufhellende Wirkung. Ich vermeide die Einnahme nach 15 Uhr – wegen der Schlaflosigkeit. Manchmal kann ich mit 25mg noch einschlafen.
    Schwierig bei täglicher Einnahme mit morgendlicher Einnahme ist, dass man über Nacht in einen Entzug kommt. Das äussert sich bei mir nicht in Albträumen: Aber die Stimmung am Morgen ist unterirdisch. Und ich bin dann so tief im negativen Bereich, dass mit die Einahme der morgendlichen Tablette Stimmungsmäßig allenfalls auf Null bringt.

    Gestern 100mg, heute 200mg – ich habe derzeit riesige seelische Belastungen – es hat nicht wirklich gewirkt.
    Überhaupt, viele sagen ja, sie könnten unter SSRI (Antidepressiva) nicht weinen. Tramadol soll ja neben der Opioidwirkung dieselben Eigenschaften haben. Also weinen kann ich trotz Tramadol immer.

    SSRI haben langfristig – erhebliche, ja erschreckende Schäden zur Folge. Zu Tramadol findet man das nicht. Das ist merkwürdig.

    In Mexiko kann man Tramadol recht preiswert in Apotheken oder sollte ich „Apotheken“ schreiben, kaufen.

  • Detlef Dombrowski
    19.04.2019 07:14

    Guten Tag, ich leide unter chronischen Rückenschmerze und nehme seit ca.6 Monaten Tramadol 100mg , jetzt ist mir aufgefallen das ich bei der Einnahme von Tramado100mg morgens und 100mg Einnahme Abends in 6 Monate 10kg abgenommen habe, ich habe kein Hungergefühl mehr und auch das Wasser lassen und der Stuhlgang hat sich geändert, das heißt harter Stuhlgang ( Verstopfung) und das Wasser lassen fällt mir schwer. Habe dann die Tabletten mal 4 Tage nicht genommen und da hatte ich zwar wieder starke Schmerzen aber ich konnte wieder ganz normal auf die Toilette gehen, jetzt meine Frage was kann ich tun damit sich der Gang zur Toilette wieder normalisiert und ich auch wieder normalen Appetit bekomme das ich mein Gewicht nicht noch mehr verliere, denn die tramadol muss ich leider wegen den Schmerzen einnehmen damit ich wenigstens schmerzfrei bin . Ich würde mich über eine Antwort freuen. MfG D.Dombrowski

    • Dr. Tobias Weigl
      19.04.2019 19:03

      Hallo, eine solche starke Gewichtsabnahme würde ich einmal von Ihrem Hausarzt abklären lassen.
      Bzgl. des Stuhlgangs (hart) so ist dies eine typische Nebenwirkung. Ich rate dann immer die Ernährung anzupassen, also viele Ballaststoffe wie Leinsamen aber auch gut Trockenobst etc.
      Ich empfehle Ihnen aber darüber mit Ihrem Arzt zu sprechen.
      Viele Grüße
      Dr. T. Weigl

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