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Wick MediNait Erkältungssirup – Nicht für jede Erkältung geeignet?

Auf einen Blick – Wick MediNait

Was ist Wick MediNait?

  • Erkältungssirup
  • Kombipräparat aus Paracetamol, Doxylamin, Ephedrin und Dextromethorphan

Welche Wirkung hat Wick MediNait?

  • schmerzstillend bei Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen
  • sedierend, schlaffördernd
  • fiebersenkend
  • Schleimhaut abschwellend

Wann wird Wick MediNait angewendet?

  • Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen
  • Reizhusten
  • Schnupfen
  • Fieber

Was sind Nebenwirkungen von Wick MediNait? (Auszug)

Wann darf man Wick MediNait nicht bekommen?

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • wenn zu wenige der erkältungsbedingten Beschwerden vorhanden sind oder diese überwiegen
  • wenn weitere Erkrankungen vorliegen (z. B. Leberfunktionsstörung, Epilepsie, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen)

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Erkältungen werden mit vielen verschiedenen Medikamenten behandelt, vor allem Kombipräparate kommen oft zum Einsatz. In der TV-Werbung oder über das Radio wird man mit Medikamenten konfrontiert, die dann online oder in der Apotheke rezeptfrei erworben werden. Oft lesen Patienten die Packungsbeilagen nicht oder verzichten auf eine fachliche Beratung vor Ort. Solche Kombi-Präparate sind etwa Grippostat C, Aspirin Complex oder Wick MediNait Erkältungssaft.

Dieser Artikel widmet sich dem Wick MediNait Erkältungssaft. Er wird damit beworben, für einen erholsamen Schlaf zu sorgen. Dem Verbraucher wird suggeriert, dass er bei ersten Anzeichen schnell zu Wick MediNait greifen kann, um so einen geruhsamen Schlaf sicherzustellen und morgens mit neuer Energie aufzuwachen.

In der Packungsbeilage wird explizit gesagt, dass das Arzneimittel nicht zur Einnahme geeignet ist, wenn nur ein oder zwei der erkältungsbedingten Beschwerden vorliegen bzw. überwiegen. Außerdem wird bei Husten mit erheblicher Schleimbildung ebenfalls davon abgeraten. Aber das wird leider nicht in der Werbung erwähnt, sodass die meisten Patienten von einem Allzweckmittel ausgehen.

Es stellt sich die Frage: Bekämpft Wick MediNait wirklich alle meine Beschwerden oder ist es eine schlechte Medikamenten-Kombination, die nicht auf die verschiedenen Erkältungssymptome abgestimmt ist?

Was ist Wick MediNait?

Wick MediNait ist ein Erkältungssaft aus der Wirkstoffkombination Paracetamol, Doxylamin, Ephedrin und Dextromethorphan. Er wird zur symptomatischen Behandlung von Beschwerden, die infolge eines grippalen Infekts oder einer Erkältung auftreten, eingesetzt.

Paracetamol ist ein Analgetikum, also ein Schmerzmittel, das auch fiebersenkend wirkt. Es bekämpft somit zwei der häufigsten Beschwerden einer Erkältung.

Ein weiterer Bestandteil des Präparats ist Doxylamin. Doxylamin bzw. Doxylaminsuccinat gehört der Wirkstoffgruppe der H1-Anthistaminika der 1. Generation an. Es wird vor allem bei Schlafstörungen angewendet. Es fördert nicht nur das Einschlafen, sondern erleichtert auch das Durchschlafen.

Ephedrin bzw. Ephedrinhemisulfat ist ein Alkaloid, das in der Pflanze Ephedra vulgaris und einigen weiteren Pflanzen vorkommt. Es gehört zur Gruppe der indirekten Sympathomimetika und wirkt gefäßverengend, bronchienerweiternd und blutdruckerhöhend.

Dextromethorphan, der letzte enthaltene Wirkstoff, ist ein synthetisch hergestelltes Derivat von Levorphanol, genauer ein 3-Methoxy-Derivat. Es dämpft den Hustenreiz.

Sowohl Ephedrin als auch Dextromethorphan können beide als Stimulans, Dopingmittel, Rauschmittel bzw. Vorläuferchemikalie zur Herstellung von Rauschmitteln missbraucht werden.

Möchten Sie mehr über Paracetamol erfahren? Dann empfehlen wir Ihnen die Lektüre unseres ausführlichen Artikels „Paracetamol: Schmerzen reduzieren und Fieber senken – Wirkung und Nebenwirkungen“.

Welche Wirkung hat MediNait?

Da Wick MediNait ein Kombi-Präparat ist, wird seine Wirkung auf die einzelnen Komponenten zurückgeführt, auf die wir im Folgenden etwas genauer eingehen.

Doxylamin

Doxylamin ist ein H1-Anthistaminikum der 1. Generation. Es weist mehrere Eigenschaften in Bezug auf seine Wirkung auf:

  • antiallergisch
  • beruhigend
  • dämpfend
  • schlaffördernd
  • gegen Brechreiz (sog. ‚antiemetisch‘)

Diese Fähigkeiten sind auf den Antagonismus, also die Blockade von Rezeptoren (Histamin-H1-Rezeptoren und Muscarin-Rezeptoren), zurückzuführen. Histamin ist ein Botenstoff, der durch die Bindung an membranständigen Histamin-Rezeptoren wirkt. Über die Bindung an H1-Rezeptoren an den Blutgefäßen wird eine Gefäßerweiterung (sog. ‚Vasodilatation‘) ausgelöst, die zur gesteigerten Durchblutung von Kapillaren führt. Kapillaren sind feinste Verzweigungen der Blut- und Lymphgefäße. Die Gefäßerweiterung ergibt eine gesteigerte Bildung von Adrenalin.

Doxylamin hemmt ebendiesen Signalweg und hat somit eine sedierende Wirkung.

Im Beipackzettel von Wick MediNait wird lediglich erwähnt, dass Doxylamin unter anderem Nasenlaufen vermindert. Die besondere Wirkung von Wick MediNait – versprochen ist ein erholsamer Schlaf – basiert auf der sedierenden und schlaffördernden Wirkung von Doxylamin.

Der Wirkstoff wirkt zudem zentral dämpfend. Das bedeutet, dass er am zentralen Nervensystem (kurz: ZNS) angreift. Das ZNS umfasst die Nervenstrukturen des Gehirns und des Rückenmarkes.

Aufgrund der stark sedierenden Effekte von Doxylamin wird es fast ausschließlich als Schlafmittel eingesetzt, z. B. in Präparaten wie SchlafTabs ratiopharm, Hoggar Night, Valocordin-Doxylamin, Schlafsterne und vielen weiteren.

Die Wirkung von Doxylamin tritt bereits nach 30 Minuten ein und hält 3 bis 6 Stunden an. Aus diesem Grund muss der Saft abends, vor dem Schlafengehen, eingenommen werden. Es wird davon abgeraten, nach der Einnahme schwere Maschinen zu bedienen. Die Zeit, bis Doxylamin zur Hälfte wieder abgebaut wurde (sog. ‚Eliminationshalbwertszeit‘), beträgt 10,1 Stunden.

Ephedrin

Ephedrin ist ein Alkaloid (genauer ein Penylamin-Alkaloid), also ein Stoff, der natürlich in Pflanzen vorkommt. Es gehört der Wirkstoffgruppe der indirekten Sympathomimetika an. Das bedeutet, es erhöht indirekt den Sympathikustonus, also den Erregungszustand des sympathischen Nervensystems, indem es die Noradrenalin-Konzentrationen im synaptischen Spalt erhöht. Man redet hier von einer indirekten Erhöhung, da es – anders als bspw. Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin – nicht selbst an Adrenozeptoren bindet. Indirekte Sympathomimetika wirken als Alternative des Noradrenalintransporters (kurz: NAT) und des vesikulären Monoamintransporters (kurz: VMAT2).

Die Erhöhung bzw. der Erhalt der Noradrenalin-Konzentration im synaptischen Spalt wird durch eine Hemmung der NATs hervorgerufen, wodurch eine Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Nervenzelle verhindert wird. NATs werden nicht nur gehemmt, sondern ihre Arbeitsrichtung wird umgekehrt, sodass sie nicht wie normalerweise das Noradrenalin in die Nervenzelle transportieren, sondern den Botenstoff in den synaptischen Spalt befördern.

Eine weitere Hemmung findet an den VMAT2s statt. Dies verhindert die Wiederaufnahme von Noradrenalin in die Speichergranula aus dem Zytoplasma.

Des Weiteren wird auch die Monoaminooxidase (kurz: MAO) gehemmt. Das ist ein Enzym, das Noradrenalin im Axoplasma zu einem inaktiven Produkt abbaut. Durch die Hemmung wird somit der Abbau verhindert.

In der Folge steigt die Konzentration an Noradrenalin im synaptischen Spalt. Ephedrin wirkt somit als Psychostimulans. Es passiert ungehindert die Blut-Hirn-Schranke, wirkt anregend und euphorisierend und gilt als Vorläuferchemikalie von Betäubungsmitteln wie z. B. Crystal Meth.

Es passiert aber nicht nur die Blut-Hirn-Schranke, sondern auch die Plazentaschranke und geht somit in die Muttermilch über. Der Wirkstoff ist somit nicht geeignet für Schwangere oder Mütter in der Stillzeit.

Über diesen Mechanismus stimuliert Ephedrin unselektiv alle bekannten alpha- und beta-Rezeptoren. Aufgrund der Stickstoffsubstitution bevorzugt es ß1-Rezeptoren und erhöht die Kontraktionskraft sowie die Schlagfrequenz des Herzens.

Über ß2-Rezeptoren führt es zur Erschlaffung der Muskulatur der Atemwege der Lunge (sog. ‚Bronchialsystem‘). Außerdem bewirkt es das Abschwellen der Schleimhäute.

Dextromethorphan

Dextromethorphan ist ein 3-Methoxy-Derivat von Levorphanol. Es wurde als Codein-Analogon entwickelt und hat ein Morphinan-Grundgerüst. Obwohl es strukturell gesehen ein Opioid ist, bindet es nicht an Opioid-Rezeptoren. Es ist ein nicht-kompetitiver Antagonist am N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor (NMDA-Rezeptor) und Agonist am Sigma-1-Rezeptor. Es wirkt aufgrund seiner hemmenden Wirkung am Hustenzentrum im zentralen Nervensystem hustenreizlindernd.

Auch Dextromethorphan hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin. Hinzukommt aber, dass es die Wiederaufnahme von Serotonin blockiert. Außerdem interagiert es mit Subtypen des nicotinischen Acetylcholin-Rezeptors. Gemäß Fachinformation soll das Arzneimittel drei bis vier Mal täglich eingenommen werden, um als Hustenlöser bei unproduktivem, trockenem Reizhusten zu fungieren. Laut Beipackzettel des Dextromethorphan-Präparates von Ratiopharm soll alle sechs Stunden eine Kapsel mit 30 mg Dextromethorphanhydrobromid Monohydrat genommen werden. Dies entspricht also einer Tagesdosis von vier Kapseln mit insgesamt 120 mg Dextromethorphanhydrobromid. In einer Dosis Wick MediNait, die 30 ml einmal abends entspricht, sind jedoch nur 15 mg vorhanden, was der Hälfte einer Einzeldosis bzw. einem Achtel der benötigten Tagesdosis entspricht. Dieser Umstand stellt die effektive Linderung des Hustenreizes in Frage.

Die Wirkdauer beträgt sechs Stunden und die Zeit, bis die Hälfte an Dextromethorphan aus dem Blut verschwindet (sog. ‚Plasmahalbwertszeit‘), beträgt zwei Stunden.

Gut zu wissen!
Die normale Körpertemperatur liegt bei 36,5 bis 37 Grad Celsius. Bei Fieber steigt die Temperatur an, dadurch wird das Immunsystem angekurbelt und die Ausbreitung der Krankheitsviren wird vermindert. Fieber ist also nicht direkt etwas Schlechtes, aber ab 39 Grad Celsius oder bei länger anhaltendem Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Was sind die Anwendungsgebiete von MediNait?

Wick MediNait behandelt grundlegend vier Beschwerden. Wie Sie den Wirkungen bereits entnehmen konnten, besteht die wesentliche Aufgabe des Medikaments in der Schmerzlinderung von Kopf-, Glieder und Halsschmerzen. Außerdem wirkt es bei Fieber, Schupfen und trockenem Reizhusten, die bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt auftreten können.
In der Packungsbeilage steht, dass das Medikament nicht geeignet ist, wenn nicht alle Wirkstoffe benötigt werden. Somit beschränkt sich das Medikament auf Erkältungen oder grippalen Infekte mit genau dieser Symptomkombination.

Kritik am Präparat

Wick MediNait weist eine hohe Anzahl an Gegenanzeigen auf. Diese geben an, unter welchen Umständen eine Einnahme des Medikaments untersagt ist. Die Liste der Krankheiten, bei denen das Medikament nicht eingenommen werden darf und die Anzahl an Medikamenten, die man nicht gleichzeitig nehmen sollte, ist sehr lang. Die Kombination der Inhaltsstoffe und auch die Spezifität der nötigen Symptome machen Wick MediNait zu einem Arzneimittel, das nicht bei jeder Erkältung genommen werden kann.

Laut Stiftung Warentest ist nur die kurzfristige Anwendung von Doxylamin zur Behandlung von Schlafstörungen geeignet. Die Verwendung in Erkältungsmitteln sei nicht angebracht. Außerdem macht der Wirkstoff nicht nur müde, sondern auch den Schleim zäher, weshalb Wick MediNait bei Husten mit Schleimbildung nicht geeignet ist. Ephedrin verengt unter anderem die Blutgefäße in der Nase und hilft so gegen eine verstopfe Nase. Aber mit Hilfe von Nasentropfen kann der gleiche Effekt viel schonender hervorgerufen werden. Sowohl gegen das Fieber als auch die Kopf- und Gliederschmerzen hilft reines Paracetamol. Gegen den trockenen Reizhusten kann man ein einziges zusätzliches Medikament nehmen. Man benötigt weder Doxylamin noch Ephedrin und schon gar nicht den beigefügten Alkohol.

Das Präparat ist sehr spezifisch, enthält Wirkstoffe, die der Körper nicht unbedingt braucht und liegt auch preislich oberhalb der Einzelpräparate. Dazu kommen noch die Gegenanzeigen, weshalb Wick MediNait ein Medikament ist, das das Risiko schlicht nicht wert ist.

Wichtig: Die im folgenden Kapitel genannten Nebenwirkungen treten nicht in jedem Fall auf. Falls eine Befindlichkeitsstörung nach oder während der Einnahme wahrgenommen wird, sollte mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden.
 
„Es ist immer besser, die einzelnen Symptome gezielt zu behandeln. Bei Kombi-Präparaten gegen alles Mögliche ist die Gefahr von Neben- und Wechselwirkungen sehr hoch.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten  

Was sind die Nebenwirkungen von MediNait?

Wie viele Medikamente birgt auch Wick MediNait Nebenwirkungen, die nach der Einnahme auftreten können.
Die aufgeführten Nebenwirkungen für Wick MediNait sind mit einer Häufigkeit von seltener als 1 von 1 Million Behandelten oder weniger aufgetreten. Die Häufigkeiten bei anderen Medikamenten, die Bestandteile von Wick MediNait enthalten, sind dagegen höher oder niedriger und werden somit ebenfalls aufgelistet.

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (Übelkeit, Blutdruckabfall, Schock, Atemnot)
  • Herzerkrankungen (Tachykardie, Herzrhythmusstörung, Palpitation, Hypotension, Hypertension, Herzmuskelschwäche)
  • Krampfanfälle
  • Blut- und Lymphsystemerkrankungen (Blutbildungsstörung, Thrombozytopenie, Leukopenie, Agranulozytose, Panzytopenie, hämolytische/aplastische Anämie, Neutropenie)
  • Nervensystemerkrankungen (Krampfanfälle, Halluzinationen)
  • Erhöhung des Augeninnendruckes
  • Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
  • Reaktionszeitverlängerung, Verwirrtheit
  • Magen-Darm-Beschwerden (Verstopfung, Appetitlosigkeit, Appetitzunahme)
  • Muskelschwäche
  • Ohrensausen
  • schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akuter pusteliger Hautausschlag)
  • Haut-Lichtüberempfindlichkeit und Hautrötung
  • Atemwegserkrankungen (durch Eindickung kann es zu Verengungen in den Atemwegen kommen)

Auf einen Blick – Wick MediNait

Wick MediNait aus der Wirkstoffgruppe der Analgetika (Paracetamol), indirekten Sympathomimetika (Ephedrin), H1-Histaminika der 1. Generation (Doxylamin) und Antitussiva (Dextromethorphan)

Wirkung

  • schmerzstillend bei Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen
  • unterbindet trockenen Reizhusten
  • fiebersenkend
  • Schleimhaut abschwellend

Anwendungsgebiete

  • Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen
  • Reizhusten
  • Schnupfen
  • Fieber

Wichtigste Nebenwirkungen

  • Leberfunktionsstörungen (Transaminase-Anstieg)
  • Blutdruckerhöhung und Herzrasen
  • Atemnot
  • Unruhe
  • Reaktionsbeeinträchtigung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Magen-Darm-Beschwerden, Verstopfung und Appetitlosigkeit
  • Schwindelgefühl, Muskelschwäche
  • Konzentrationsstörung
  • Depression

Dosierung

  • Tagesdosis einmal 30 ml abends vor dem Schlafengehen
  • kein Überschreiten der angegebenen Tagesdosis ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker
  • Anwendungsdauer 3–5 Tage

Darreichungsform

  • Sirup zur oralen Einnahme

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Wick MediNait?

Da es sich bei Wick MediNait um ein Kombipräparat handelt, ist die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen sowie Kontraindikationen hoch. Kontraindikationen beschreiben Umstände, unter denen ein Medikament auf keinen Fall eingenommen werden darf.
Wick MediNait darf nicht angewendet werden bei:

  • Leberfunktionsstörungen
  • Grüner Star
  • Epilepsie
  • Gilbert-Syndrom
  • Diabetes
  • Reflux
  • zusätzliche Einnahme von Antidepressiva (auch wenn Behandlung 2 Wochen zurück liegt)
  • Schilddrüsenerkrankung
  • gleichzeitiger Einnahme von ß-Blockern, bspw. Metoprolol
  • Atemwegserkrankungen (Asthma oder Atemdepression)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Engwinkelglaukom
  • vergrößerte Vorsteherdrüse
  • bekannte Allergie gegen die Inhaltsstoffe: Paracetamol, Doxylamin, Ephedrin oder Dextromethorphan

Falls nach drei bis fünf Tagen die Beschwerden nicht besser werden oder diese sich gar verschlimmern bzw. weitere Probleme auftreten, ist ein Arztbesuch nötig.
Bei zusätzlicher Einnahme der folgenden Wirkstoffe können sich die Wirkungen gegenseitig beeinflussen.

  • Neuroleptika (Antiepileptika: Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin)
  • Psychopharmaka: Fluoxetin, Haldoperidol, Paroxetin und Thioridazin
  • Antibiotika: Rifampicin
  • Mittel gegen Bluthochdruck: Epinephrin
  • Magen-Darm-Mittel: Metoclopramid, Domperidon
  • Magenmittel: Cimetidin
  • Beruhigungsmittel
  • Narkosemittel
  • Antidepressiva (MAO-Hemmer)
  • Biperidin
  • Schlafmittel
  • Schmerzmittel
  • Theophyllin
  • MAO-Hemmer
  • Cholesterinsenker: Cholestyramin
  • Antikoagulanzien
  • Antiarrhytmika: Amiodaron, Chinidin und Propafenon
  • Virenhemmstoff: Ritonavir, Zidovudin
  • Blutdrucksenker, die im Gehirn wirksam sind: Guanabenz, Clonidin und Alpha-Methyldopa
  • Gichtmittel: Probenecid

Aktuelle Forschung – Fieber im Urlaub? Unterschiede bei Paracetamol aus dem Ausland

Wer im Ausland Medikamente kaufen möchte oder muss, sollte je nach Land achtsam sein. Laut der World Health Organization sind 10 Prozent der Medikamente weltweit verfälscht oder minderwertig. Dies wurde in einer Studie am Beispiel von Paracetamol aus mehreren Ländern untersucht.

In Ländern mit guten Kontrollen soll nur 1 Prozent der Medikamente verfälscht oder minderwertig sein. In einkommensschwachen Ländern hingegen steige diese Zahl auf bis zu 50 Prozent. Auch etwa 50 Prozent der Medikamente, die über das Internet bestellt werden, können von verminderter Qualität sein. Leider gibt es Fälle von Verfälschungen auch in Europa und den USA. In den Vereinigten Staaten kam es bspw. dazu, dass 500 mg Tabletten Paracetamol mit 325 mg beschriftet waren.

Überraschend ist, dass sogar ein Land wie Belgien eine zu hohe Menge an Paracetamol in der Tablette aufweist, ebenso wie Paracetamol aus Indien. Demgegenüber stehen die Medikamente aus Zypern und Pakistan, die zu wenig Paracetamol enthielten. Weitere Medikamente aus unterschiedlichen Ländern weisen Verunreinigungen oder falsche Mengen auf. Letztendlich ergab die Studie, dass 12 Prozent aller getesteten Paracetamol-Tabletten verfälscht und/oder minderwertig waren.

Die steigende Zahl solcher Medikamente stellt eine Gefahr für die Patienten dar. Wer in den Urlaub fährt, sollte bestimmte Medikamente von zu Hause mitnehmen. Falls chronische Krankheiten bestehen, sollten die regelmäßig eingenommenen Medikamente in ausreichender Menge eingepackt werden, um der Gefahr verfälschter Medikamente vorzubeugen.

Quelle: Graham Lawson, John Ogwu, Sangeeta Tanna (2018): Quantitative screening of the pharmaceutical ingredient for the rapid identification of substandard and falsified medicines using reflectance infrared spectroscopy. In: PLOS ONE 13(8): e0202059.

Häufige Patientenfragen

Wann ist Wick MediNait für mich und meine Erkältung geeignet?

Dr. Dr. T. Weigl
Wick MediNait dient der symptomatischen Behandlung von Beschwerden wie Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen, Reizhusten, Schnupfen und Fieber. In der Packungsbeilage wird explizit gesagt, dass das Arzneimittel nicht zur Einnahme geeignet ist, wenn nur eine oder zwei der erkältungsbedingten Beschwerden vorliegen bzw. überwiegen. Außerdem wird bei Husten mit erheblicher Schleimbildung ebenfalls davon abgeraten. Während der Schwangerschaft oder der Stillzeit ist das Medikament ungeeignet und auch wenn weitere Erkrankungen vorliegen oder weitere Medikamente eingenommen werden, sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker sprechen, um eventuelle Wechselwirkungen zu vermeiden.

Wo kann ich Wick MediNait kaufen?

Dr. Dr. T. Weigl
Es ist rezeptfrei erhältlich in Apotheken und auch Online. Wick MediNait ist ein Kombipräparat, das nur bestimmte Krankheitssymptome bekämpft und mehrere Neben- und Wechselwirkungen aufweist. In jedem Fall ist das sorgfältige Durchlesen des Beipackzettels oder eine Aufklärung durch den Apotheker ratsam.

Was soll ich tun, wenn ich abends vergesse, den Saft zu trinken?

Dr. Dr. T. Weigl
Falls Sie am Abend vergessen, die vorgeschriebenen 30 ml einzunehmen, dann sollten Sie nicht am nächsten Abend die doppelte Menge einnehmen. Wick MediNait ist ausschließlich zur Einnahme am Abend geeignet, da es sedierend wirkt und Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit hat. Wenn sie die Einnahme am Abend vergessen, dürfen sie es auch nicht am nächsten Morgen nachträglich einnehmen. Setzen Sie die Einnahme stattdessen wie gewohnt fort.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Wick MediNait einzunehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Wick MediNait wirkt bereits 30 Minuten nach der Einnahme. Da es sedierend wirkt und schläfrig macht, ist der beste Zeitpunkt zur Einnahme – wie in der Packungsbeilage beschrieben – abends, kurz vor dem Zubettgehen. Außerdem soll es nur einmal täglich eingenommen werden, aber nicht länger als 3 bis 5 Tage.

Typisches Patientenbeispiel

„Gesundheit“, sagt Jasmina. „Das ist jetzt schon das dritte Mal, dass du niest, Alicia. Ich hoffe, du wirst kurz vor der Prüfungsphase nicht krank!“ – „Oh Mann, ich kann’s mir echt nicht leisten, krank zu werden, dann brauch ich gar nicht zu den Prüfungen erscheinen!“, sagt Alicia. Jasmina überlegt fieberhaft, wie sie einer Erkältung aus dem Weg gehen kann, da fällt ihr die Werbung ein, die gestern immer wieder in den Werbepausen des Films lief. „Wick MediNait!“ – „Wick was?“, flüstert Alicia zurück. „Das soll über Nacht gesund machen und am Morgen bist du wieder fit! Ein Erkältungssaft! Den musst du nur abends vor dem Schlafengehen trinken, dann bist du wieder gesund. Wir gehen gleich direkt in die Apotheke und kaufen dir das.“
„Zwei Mal Wick MediNait, bitte“, sagt Jasmina, als sie am Schalter der Apotheke steht. „Kein Problem. Aber darf ich zunächst fragen, was genau Ihre Symptome sind?“, fragt die Apothekerin. „Mein Hals kratzt etwas und ich niese schon den ganzen Tag.“ Die Apothekerin überlegt kurz und erkundigt sich dann umfassend nach weiteren Beschwerden. „Nein, davon habe ich nichts, aber vielleicht bekomme ich noch Fieber. Wir schreiben nächste Woche Klausuren und können es uns nicht erlauben, krank zu werden“, entgegnet Alicia. „Ich verstehe…“, sagt die Apothekerin und setzt zu einer Erklärung an: „Aber Wick MediNait ist nicht das richtige Medikament für Sie, da keines Ihrer Symptome eine Anwendung rechtfertigen würde. Denn wenn man nur ein oder zwei der Beschwerden hat, oder eine besonders überwiegt, ist der Saft schon nicht mehr geeignet.“
Mit dem Wissen und dem Rat, sich zu schonen, Tee und Orangensaft zu trinken und noch einmal reinzuschauen, wenn es nicht besser wird, gehen Alicia und Jasmina nach Hause.
Alicia hatte bis auf etwas Kratzen im Hals, das sie mit Hustenbonbons bekämpfte, keine Beschwerden mehr und beide bestanden ihre Prüfungen.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Nusha Chenari
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 10.07.2019

Quellen

  • Klaus Aktories u. a. (2013): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 11. Auflage. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH, München.
  • Gelbe Liste. Medizinische Medien Informations GmbH.
  • Heinz Lüllmann, Klaus Mohr, Martin Wehling, Lutz Hein (2016): Pharmakologie und Toxikologie, 18. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Ernst Mutschler (2006): Arzneimittelwirkungen. Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie. Wiss. Verlag-Ges., Stuttgart.
  • Graham Lawson, John Ogwu, Sangeeta Tanna (2018): Quantitative screening of the pharmaceutical ingredient for the rapid identification of substandard and falsified medicines using reflectance infrared spectroscopy. In: PLOS ONE 13(8): e0202059.
  • J. von Mering (1893): Beiträge zur Kenntnis der Antipyretica. In: Therapeutische Monatshefte 7, 1893, S.577–587.
  • Ratiopharm (Hg.): Paracetamol-Beipackzettel.
  • Wick.de: Gebrauchsinformation Wick MediNait.
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