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Bauchschmerzen in der Schwangerschaft – droht Fehlgeburt?

Auf einen Blick – Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Welche Ursachen können Bauchschmerzen in der Schwangerschaft haben?

  • natürlich: Mutterbandschmerzen, Übungswehen
  • Infektionen
  • Erkrankungen von Darm, Leber oder inneren Geschlechtsorganen
  • Fehlgeburt

Symptome (Auszug)

  • Bauchschmerzen: im Oberbauch und Unterbauch
  • vaginale Blutung
  • Verhärtung des Bauches

Behandlung (Auszug)

  • verschieden, je nach Ursache
  • operative Eingriffe
  • Medikamente

Tipps

  • bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Fieber und starken Schmerzen sofort den Gynäkologen aufsuchen

Die Schwangerschaft ist für viele unerfahrene Mütter eine Zeit der Unsicherheit. Während der neun Monate reift in der werdenden Mutter das Kind heran. Der Bauch wächst und die Schwangere erlebt möglicherweise weitere körperliche Veränderungen verbunden mit Schmerzen in der Schwangerschaft. Dazu gehören aber auch Wassereinlagerungen (‚Ödeme’), Übelkeit, Sodbrennen und Verstopfungen. Es kann ebenfalls zu Bauchschmerzen kommen – sowohl im Unterbauch als auch im Oberbauch. Aus Sorge um das Kind ist die Schwangere in diesem Fall schnell beunruhigt. In diesem Artikel stellen wir mögliche Ursachen für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft vor. Denn: nicht immer müssen Bauchschmerzen auf eine Gefährdung des Kindes hindeuten.

In diesem Text informieren wir Sie über verschiedene Formen von Schmerzen in der Schwangerschaft. Zusätzlich beantworten wir alle Fragen, die Sie zu möglichen Erkrankungen, Behandlungen und Ursachen dieser Schmerzen in der Schwangerschaft haben.

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Welche Ursache können Bauchschmerzen in der Schwangerschaft haben?

Blinddarmentzündung

Die sogenannte ‚Appendizitis’ tritt sowohl bei nicht-schwangeren als auch bei schwangeren Frauen auf. Die Häufigkeit liegt bei einer von 1000-2000 Schwangerschaften. Der Blinddarm liegt im rechten Unterbauch und ist der Anfang des Dickdarms. Er hat einen kurzen Fortsatz – den Wurmfortsatz (sog. ‚Appendix’). Bei einer Appendizitis ist dieser Fortsatz des Blinddarms entzündet.

Bauchschmerzen wegen Verstopfung und Blähungen

In der Schwangerschaft verändert sich der Hormon-Haushalt der Frau. Ein bestimmtes Hormon, das sogenannte ‚Progesteron’, sorgt für eine Verlangsamung der Darmaktivität. Als Folge verhärtet sich der Stuhl.

Durch die zunehmende Größe des Kindes werden die Organe im Bauchraum zusammengedrängt. Davon ist auch der Darm betroffen. Der Stuhl wird langsamer transportiert. Die Schwangere kann dies durch Verstopfung und Blähungen bemerken.

Blasenentzündung (Zystitis)

2 % der Schwangeren erleiden während der Schwangerschaft eine Blasenentzündung. Dabei gelangen Bakterien über die Harnröhre bis in die Harnblase hinein. Frauen haben im Vergleich zu Männern eine kürzere Harnröhre und damit ein erhöhtes Risiko für Blasenentzündungen. Bei Schwangeren begünstigt eine Erhöhung der weiblichen Geschlechtshormone (‚Östrogene’) die Wahrscheinlichkeit auf eine bakterielle Infektion.

Gallenblasenentzündung (Cholezystitis)

Die Gallenblase befindet sich an der Rückseite der Leber. Sie speichert die von der Leber produzierte ‚Galle’. Während der Schwangerschaft wird das Wachstum von Gallensteinen gefördert. In diesem Zusammenhang kann sich die Gallenblase entzünden. Die erste Entzündung der Gallenblase tritt deshalb häufig in der Schwangerschaft auf. Etwa eine von 1000 Schwangeren ist von einer Gallenblasenentzündung in der Schwangerschaft betroffen.

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Leberentzündung (Hepatitis)

Entzündungen der Leber können durch sogenannte ‚Hepatitis-Viren’ verursacht werden. Die Hepatitis B- und C-Viren werden beim Geschlechtsverkehr und durch (Nadel-)Stichverletzungen übertragen. Die Hepatitis A- und E-Viren hingegen werden u. a. durch Lebensmittel (Eiswürfel, Eierspeisen, rohes Fleisch) übertragen. Eine Hepatitis kann Bauchschmerzen im rechten Oberbauch auslösen.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen an. Beide Krankheiten treten schubweise auf. Diese Schübe können auch in der Schwangerschaft auftreten. Bei 1/3 der Patientinnen mit aktivem Morbus Crohn verschlechtert sich die Krankheit während der Schwangerschaft, bei 1/3 ist sie unverändert, bei 1/3 verbessert sie sich wiederum. Eine aktive Colitis ulcerosa verschlechtert sich in etwa der Hälfte der Fälle.

Mutterbandschmerzen

Mutterbänder sind Bänder (sog. ‚Ligamenta’) im unteren Bauchraum, die an der Gebärmutter (‚Uterus’) befestigt sind. Der Uterus ist an den Mutterbändern sozusagen aufgehängt. Während der Schwangerschaft, insbesondere während Wachstumsschüben des Kindes oder körperlicher Anstrengung, werden diese Mutterbänder gedehnt, das führt zu Bauchschmerzen in der Schwangerschaft. In den meisten Fällen sind Mutterbandschmerzen daher ganz natürlich und deuten nicht auf eine Krankheit hin.

Eileiterschwangerschaft

Jede Schwangerschaft, die sich nicht in der Gebärmutter selbst einnistet, bezeichnet man als ‚Extrauteringravidität’. Eine Eileiterschwangerschaft (sog. ‚Tubargravidität’) kommt bei einer von 100 Geburten vor. Dabei nistet sich die befruchtete Eizelle in den Eileitern ein. Die Eileiter befinden sich seitlich an der Gebärmutter und liegen nah an den Eierstöcken. Nach dem Eisprung nehmen sie die Eizelle auf und befördern diese zur Gebärmutterhöhle. Die Hauptursache für eine Eileiterschwangerschaft ist ein gestörter Transportmechanismus im Eileiter. Die Eizelle wird dadurch nicht wie vorgesehen in die Gebärmutter befördert. Weitere Risikofaktoren für eine Extrauteringravidität sind:

  • Endometriose
  • vorausgegangene Extrauteringravidität
  • Infektion des Bauchraums
  • Kupferspirale
  • vorausgegangene Operationen an den inneren Geschlechtsorganen

Viele Frauen, die den Gynäkologen aufgrund von Unterleibschmerzen aufsuchen, wissen in diesem Stadium noch gar nicht, dass sie schwanger sind. In den meisten Fällen wird die Eileiterschwangerschaft ungefähr sechs bis acht Wochen nach Ausbleiben der Periode festgestellt.

Präeklampsie, HELLP-Syndrom

Ca. 6–8 % der schwangeren Frauen leiden während der Schwangerschaft an Erkrankungen, bei denen Bluthochdruck (auch ‚Hypertonie’ oder ‚Hypertension’) auftritt. Diese sogenannten ‚hypertensiven’ Erkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache bei Schwangeren. Die hormonelle Veränderung in der Schwangerschaft beeinflusst die Blutdruck-Regulation in der Niere. In manchen Fällen scheidet die Schwangere zusätzlich Eiweiße (sog. ‚Proteine’) im Urin aus – man bezeichnet dies als ‚Präeklampsie’.

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Das HELLP-Syndrom tritt bei 5–10 % der Präeklampsien auf. Eine Erhöhung des Blutdrucks und Eiweißausscheidung im Urin müssen nicht zwingend auftreten. Das Wort ‚HELLP’ steht für folgende Symptome:

  • Hämolyse = Zerstörung der roten Blutkörperchen
  • Erhöhung der Leberwerte
  • Erniedrigung der Blutplättchen

Die Funktion der Leber ist beim HELLP-Syndrom also stark eingeschränkt. Die Gefäße in der Leber sind verengt, sodass sich das Blut staut. Es kann zu Einrissen im Lebergewebe kommen.

Wie unsere Leber funktioniert und welche Lebererkrankungen es gibt, erklärt Dr. Dr. Weigl in der Video-Visite.

Unsere Leber - Gesünder leben durch Leber reinigen? Alles über Aufbau, Funktionen & Leberkrankheiten

Infektionen des Unterleibes

Auch während der Schwangerschaft ist eine Frau nicht vor Infektionen des Unterleibes und der Geschlechtsorgane geschützt. Infektionen sind Erkrankungen, die durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst werden. Beispielhaft sind ‚Chlamydien’, ‚Streptokokken B’ und ‚Gonokokken’ zu nennen. Um solche Infektionen (während der Geburt) nicht auf das Kind zu übertragen, ist es wichtig, diese rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vaginale Infektionen werden meist beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Verdrehung von Eileiter und Eierstock (Adnextorsion)

Eileiter und Eierstock werden zum ‚Adnex’ zusammengefasst. Wenn sich die Adnexe verdrehen spricht man von einer Torsion. Torsionen werden z. B. durch Zysten an den Eierstöcken begünstigt. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto unwahrscheinlicher ist die Entstehung einer Adnextorsion. Das heranwachsende Kind in der Gebärmutter drängt in den freien Raum. Durch den geringeren Platz haben die Adnexe weniger Bewegungsfreiheit in der Bauchhöhle, um sich zu verdrehen.

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Vorzeitige Plazentalösung

Die Plazenta (sog. ‚Mutterkuchen’) befindet sich in der Gebärmutter und ist über die Nabelschnur mit dem Körper des Kindes verbunden. Das heranwachsende Kind erhält dadurch die benötigten Nährstoffe und Sauerstoff. Im Anschluss an die Geburt des Kindes wird die Nabelschnur durchgeschnitten. Das Neugeborene ist dann vom mütterlichen Kreislauf getrennt. Natürlicherweise wird die Plazenta im Anschluss an die Geburt des Kindes herausgepresst. Von einer ‚vorzeitigen Plazentalösung’ sprechen Mediziner, wenn sich die Plazenta löst, bevor das Kind von der Nabelschnur getrennt wurde. Sie tritt bei 0,8 % aller Schwangerschaften auf. Die genaue Ursache einer frühzeitigen Lösung ist ungeklärt. Vermutet werden Vorerkrankungen der Mutter, z. B. Diabetes mellitus (‚Zuckerkrankheit’).

Übungswehen

Im Laufe der gesamten Schwangerschaft zieht sich die Gebärmutter natürlicherweise zwischendurch zusammen (sog. ‚Kontraktion’). Die Schwangere muss dies nicht zwingend wahrnehmen. Es kann jedoch auch sein, dass sie eine Verhärtung des Bauches ertastet oder ein Ziehen im Unterleib spürt. Diese Wehen werden nicht umsonst als ‚Übungswehen’ bezeichnet. Die Gebärmutter besteht u. a. aus einer Muskelschicht. Wie auch andere Muskeln des Körpers, kann sie sich demnach zusammenziehen. Dabei wird die Durchblutung des Gebärmutter-Muskels verstärkt. Die Gebärmutter bereitet sich mit Übungswehen auf die bevorstehende Geburt vor. Zum Ende der Schwangerschaft treten Übungswehen immer häufiger auf.

Vorzeitige Wehentätigkeit

Wehen bezeichnet man als ‚vorzeitig’, wenn sie vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auftreten. Es handelt sich um die gleiche Art von Wehen, wie bei der eigentlichen Geburt – lediglich der Zeitpunkt ist ein anderer. Durch vorzeitige Wehen kann es zu einer Frühgeburt kommen. Sie stehen in Zusammenhang mit Nikotin- und Alkoholkonsum, vorzeitiger Plazentalösung und vorzeitigem Sprung der Fruchtblase. Dabei öffnet sich die Fruchtblase und es kommt zu einer ungewollt frühen Geburt.

Fehlgeburt (Abort)

Die Fehlgeburt führen wir als letzte Möglichkeit für Bauchschmerzen in der Schwangerschaft auf. Wie Sie im vorherigen Teil des Artikels lesen konnten, gibt es unzählige Ursachen für Bauchschmerzen. Sie werden demnach nicht immer durch Krankheiten des Unterleibs ausgelöst.

Bei einer Fehlgeburt (sog. ‚Abort’) wird das Ungeborene vor der 24. Schwangerschaftswoche vom Körper abgestoßen. Als Totgeburt bezeichnet man den Tod eines Ungeborenen nach der 24. Schwangerschaftswoche oder bei einem Gewicht über 500 Gramm. Die Hälfte aller Fehlgeburten tritt relativ früh in der Schwangerschaft auf – in den ersten 12 Schwangerschaftswochen. Ein Abort kann verschiedene Auslöser haben. Dazu zählen beispielsweise Störungen im Erbgut des Embryos, Infektionen der Mutter, bestimmte Medikamente, hormonelle Störungen der Mutter oder Diabetes.

Man unterscheidet einen drohenden Abort von einem beginnenden/abgelaufenem Abort. Bauchschmerzen kann die Schwangere bemerken, wenn der Abort schon stattgefunden hat. Die Wehen dienen dem Abgang des Embryos.

Die Symptome: Welche Beschwerden hat die Schwangere?

Die Bauchschmerzen unterscheiden sich hinsichtlich der Schmerz-Stärke und der schmerzenden Körperstelle im Bauch. Je nach Krankheitsbild treten weitere Symptome auf:

Blinddarmentzündung – Symptome

Die Bauchschmerzen sind hier meist im rechten Unterbauch spürbar. Um zu überprüfen, ob es sich um Schmerzen des Wurmfortsatzes (‚Appendix’) handelt, kann der Arzt insbesondere den rechten Unterbauch abtasten. Durch die wachsende Gebärmutter wird der Wurmfortsatz im Laufe der Schwangerschaft weiter nach oben verlagert. Zusätzlich zu den Bauchschmerzen können Erbrechen, Verstopfung und Fieber auftreten.

Bauchschmerzen wegen Verstopfung und Blähungen – Symptome

Natürlicherweise haben Menschen drei Mal täglich bis drei Mal wöchentlich Stuhlgang. Eine Verringerung dieser Stuhlgangs-Häufigkeit bezeichnet man als Obstipation. Begleitend kann die Patientin Bauchschmerzen haben. Diese sind nicht auf einen bestimmten Bauchbereich beschränkt. Bauchschmerzen können auch durch vermehrte Luft im Bauch (‚Blähungen’) bedingt sein.

Blasenentzündung (Zystitis) – Symptome

Die akute Blasenentzündung äußert sich bei nicht-schwangeren und schwangeren Frauen durch Schmerzen beim Wasserlassen und häufiges Wasserlassen. Dazu kann es zu (Bauch-)Schmerzen oberhalb des Schambeins kommen. Fieber ist für eine akute Blasenentzündung untypisch.

Sollte sich der Zustand der Schwangeren verschlechtern, muss man eine Nierenbeckenentzündung im Hinterkopf haben. Im Gegensatz zur Blasenentzündung hat die Schwangere Fieber. Möglich sind auch Übelkeit und Erbrechen sowie Schmerzen im Bereich der Nieren. Eine Nierenbeckenentzündung erhöht das Risiko für eine Frühgeburt.

Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) – Symptome

Gallensteine machen sich durch Übelkeit und Erbrechen, Blähungen und Bauchschmerzen im (rechten) Oberbauch bemerkbar. Die Schmerzen können ‚kolikartig’ im Rahmen einer Gallenkolik auftreten und bis in die rechte Schulter ausstrahlen.

Gallensteine begünstigen eine Entzündung der Gallenblase. Die Patientinnen erleiden einen Dauerschmerz im rechten Oberbauch. Typischerweise wird ein Drücken auf die entsprechende Stelle im Bauch als extrem schmerzhaft empfunden. Bei einer Gallenblasenentzündung hat die Patientin Fieber.

Leberentzündung (Hepatitis) – Symptome

Die Bauchschmerzen bei einer Hepatitis treten im rechten Oberbauch auf. Weitere Symptome sind Fieber, Übelkeit und Durchfall. Die Haut nimmt möglicherweise eine gelbe Farbe an. Diese Gelbsucht tritt bei der etwa der Hälfte der Betroffenen auf. Die Patientinnen beklagen ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Gut zu wissen!
Die Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten bei Gelbsucht ist auf den Stoff ‚Bilirubin’ zurückzuführen. Es entsteht beim Abbau der roten Blutkörperchen. Bei einer Gelbsucht ist das Bilirubin im Körper erhöht. Dies kann ein Hinweis auf eine Lebererkrankung sein. Bilirubin wird letztendlich vom Körper ausgeschieden. Es ist außerdem an der Färbung des Stuhls beteiligt.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – Symptome

Ein wichtiges Merkmal der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist der schubförmige Verlauf. Während eines Krankheitsschubes kommt es zu Ausprägung der Symptome. Beide Krankheiten können Bauchschmerzen und Durchfälle verursachen.

Welche Symptome darüber hinaus auftreten können, natürlich auch Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, erklären wir Ihnen in diesen Artikeln über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Mutterbandschmerzen – Symptome

Mutterbandschmerzen werden als krampfartiges Ziehen im Beckenbereich empfunden. Sie ziehen von der Gebärmutter aus in alle Richtungen des Beckens.

Eileiterschwangerschaft – Symptome

Wenn eine Frau nicht weiß, dass sie schwanger ist, werden Unterleibschmerzen häufig als ‚normale’ Schmerzen kurz vor der Periode gedeutet. Bei einer Eileiterschwangerschaft treten jedoch auch genau diese diffusen, einseitigen Unterleibschmerzen auf. Sie werden durch die Aufdehnung des Eileiters ausgelöst. Oft geht der Embryo bei einer Eileiterschwangerschaft mit einer Blutung ab. Unter günstigen Bedingungen kann er jedoch auch einfach weiterwachsen. In diesem Fall kann der Eileiter reißen (sog. ‚Tubenruptur’). Der Eileiter ist dann nicht mehr funktionstüchtig, was sich auf die zukünftige Fruchtbarkeit auswirken kann. Bei einer Tubenruptur hat die Frau einen starken Blutverlust – es kann ein Schock eintreten. Typisch ist ein Schmerz bei Druck auf die betroffene Seite.

HELLP-Syndrom – Symptome

Das Gefährliche am HELLP-Syndrom ist, dass die Symptome häufig falsch gedeutet werden – sie sind relativ unspezifisch. Aufgrund der Leberbeteiligung spürt die Patientin Schmerzen im rechten Oberbauch. Begleitend treten Übelkeit und Erbrechen auf. Hinzu kommen die typischen Symptome der Präeklampsie:

  • Bluthochdruck
  • Eiweißausscheidung im Urin
  • Wassereinlagerungen im Gesicht, in den Beinen, Händen und Füßen (sog. ‚Ödeme’)
  • Gewichtszunahme

Infektionen des Unterleibes – Symptome

Wie Sie bereits wissen, können vaginale Infektionen bis in die Gebärmutter aufsteigen. Dort kann die Infektion vorzeitige Wehen auslösen, die Sie als Bauchschmerzen wahrnehmen. Die weiteren Symptome einer Infektion sind je nach Erreger verschieden. Gemeinsam haben Sie jedoch meist eine Veränderung des vaginalen Ausflusses – er kann z. B. eine gelbliche Farbe annehmen. Außerdem kann der Ausfluss bei Infektionen übel riechen. Möglicherweise ist der Genitalbereich der Frau gerötet und juckt.

Verdrehung von Eileiter und Eierstock (Adnextorsion) – Symptome

Die Verdrehung von Eileiter und/oder Eierstock äußert sich durch akute Schmerzen im Unterbauch. Begleitend kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Temperaturanstieg kommen.

Vorzeitige Plazentalösung – Symptome

Die Gebärmutter ist bei einer vorzeitigen Plazentalösung sehr berührungsempfindlich. Dieser Schmerz ist durch eine Einblutung (sog. ‚Hämatom’) hinter die gelöste Plazenta zu erklären. Die Patientinnen beschreiben den Schmerz als ‚vernichtend’. Zusätzlich haben 10–25 % der Frauen eine sichtbare vaginale Blutung. Weitere klassische Beschwerden sind Schwindel, Atemnot und ein allgemeines Unwohlsein. Beim Kind ist auffällig, dass die Anzahl der Herzschläge pro Minute (sog. ‚Herzfrequenz’) sinkt.

Übungswehen – Symptome

Von den eigentlichen Geburtswehen unterscheidet man folgende natürliche Wehen:

  • Alvarez-Wellen: ca. ab der 20. Schwangerschaftswoche, werden kaum wahrgenommen
  • Braxton-Hicks-Kontraktionen (‚Übungswehen’): ca. ab der 20. Schwangerschaftswoche, Bauch kann sich verhärten, dauern maximal eine Minute
  • Vorwehen: 3–4 Wochen vor der Geburt, lockern den Gebärmutterhals auf
  • Senkwehen: 3–4 Tage vor der Geburt, Kopf des Kindes tritt im Becken tiefer

Vorzeitige Wehentätigkeit – Symptome

Die verfrühten Wehen unterscheiden sich nicht von den Wehen bei der Geburt. Der Arzt muss beurteilen, ob es sich um Wehen handelt, die zum Öffnen des Muttermundes führen.

Fehlgeburt (Abort) – Symptome

Bis der Embryo abgegangen ist, spürt die Frau starke (wehenartige) Schmerzen im Unterleib. Das ausgestoßene Gewebe erkennt man an einer vaginalen Blutung. Bis zur 24. Schwangerschaftswoche muss überprüft werden, ob sich auch der Mutterkuchen gelöst hat und ausgestoßen wurde.

Zu den Komplikationen eines Aborts zählen Infektionen durch Bakterien (z. B. Streptokokken, Staphylokokken). Ein Hinweis darauf kann hohes Fieber sein.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft ist Ihr Gynäkologe der erste Ansprechpartner. Im Gegensatz zu Bauchschmerzen bei Frauen, die nicht schwanger sind, muss zusätzlich noch die Gesundheit des Babys bewertet werden. Der Experte dafür ist der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Er kennt sich mit typischen Schwangerschaftsbeschwerden aus – und kann daher einschätzen, ob eine Gefährdung von Mutter und Kind besteht und wie diese behandelt wird. Wenn Erkrankungen der inneren Organe wie Darm und Leber vorliegen, kann der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie hinzugezogen werden.

Anamnese

Um die Symptome besser einschätzen zu können, sind für den Arzt im Anamnesegespräch u. a. folgende Informationen relevant:

  • Seit wann bestehen die Bauchschmerzen?
  • Wo genau tut es im Bauch weh?
  • Sind die Schmerzen durchgehend spürbar oder gibt es Schmerzpausen?
  • Haben Sie weitere körperliche Beschwerden?
  • Wann war die letzte Regelblutung?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Gibt es Vorerkrankungen (in der Familie)?
  • Haben Sie Allergien?
  • Waren Sie in der letzten Zeit im Urlaub (im Ausland)?

Körperliche Untersuchung

Zunächst wird die Patientin körperlich untersucht. Hierbei liegt der Fokus auf dem Bauch und den inneren Organen. Der Arzt hört den Bauch ab, tastet die Organe ab und klopft auf dem Bauch. Dabei kann er feststellen, ob Verhärtungen und freie Luft vorhanden sind. Außerdem kann er tasten, wo genau die Patientin Schmerzen empfindet. Zu einer ausführlichen Untersuchung gehören auch die Blutdruck-, Puls- und Temperaturmessung.

Im Anschluss an die körperliche Untersuchung folgt die gynäkologische Untersuchung. Zunächst betrachtet der Gynäkologe das Genitale von außen und schaut nach Rötungen und Schwellungen. Danach tastet er mit den Fingern die Gebärmutter und überprüft, ob beim Verschieben Schmerzen ausgelöst werden (‚Portioschiebeschmerz’). Mit der anderen Hand tastet er die inneren Geschlechtsorgane von der Bauchdecke aus.

Nach Einführen des Spekulums (‚Scheidenspiegel’) betrachte der Arzt den Muttermund. Zur weiteren Untersuchung kann er einen Abstrich von der Scheide machen, um z. B. eine bakterielle Infektion auszuschließen.

Ultraschall

Der gynäkologische Ultraschall wird entweder durch die Bauchdecke (von außen) gemacht oder mithilfe eines vaginalen Ultraschallkopfs (von innen). Die Wahl der Methode richtet sich nach dem Organ, das man näher betrachten möchte. Bei Schwangeren ist außerdem entscheidend, in der wievielten Woche sie sind. Im Ultraschall können die weiblichen Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter) und das Kind selbst beurteilt werden.
Bei Verdacht auf eine Erkrankung der Bauchorgane (z. B. Leber) wird von den jeweils beteiligten Organen ebenfalls ein Ultraschall gemacht.

CTG

Die Abkürzung CTG steht für ‚Kardiotokografie’:

  • Kardiografie: Messung des kindlichen Herzschlages
  • Tokografie: Messung der Wehentätigkeit

Anhand dieser Untersuchung können demnach eine (vorzeitige) Wehentätigkeit und eine Gefährdung des Kindes festgestellt werden.

Laboruntersuchung

Bei einer Blutuntersuchung sind folgende Werte wichtig:

  • Entzündungswerte
  • Leberwerte
  • Hormone (Schwangerschaftshormon ‚HCG’)
  • Blutbild (inklusive roter Blutkörperchen, Blutplättchen, weißer Blutkörperchen)
  • Blutwerte, die Aufschluss über eine mögliche Hepatitis-Infektion geben

Außerdem wird im Labor der Urin auf Bakterien und Eiweiße untersucht.

Fakten-Box Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

  • Erkrankungen von Darm, Leber oder inneren Geschlechtsorganen
  • Eileiterschwangerschaft, Fehlgeburt
  • Mutterbandschmerzen, Übungswehen

Mögliche Symptome

  • Bauchschmerzen im Oberbauch, Unterbauch
  • Verhärtung des Bauches
  • Wehen
  • vaginale Blutung

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Die Therapie von Bauchschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

Blinddarmentzündung – Behandlung

Die Therapie der Wahl ist eine operative Entfernung des entzündeten Wurmfortsatzes. Tatsächlich ist diese Operation der häufigste chirurgische Eingriff bei Schwangeren. Während und nach der Operation wird zur Vorsorge oft ein Medikament zur Wehenhemmung gegeben.

Bauchschmerzen in der Schwangerschaft wegen Verstopfung und Blähungen – Behandlung

Bei der Behandlung/Vorbeugung von Verstopfung und Blähungen ist es wichtig, dass der Stuhl eine relativ weiche Konsistenz hat. Diese wird sowohl durch den Flüssigkeitsgehalt des Stuhls als auch durch die Darmtätigkeit beeinflusst. Wir empfehlen:

  • ausreichend zu trinken: mindestens 1,5 Liter pro Tag
  • körperliche Bewegung
  • Flohsamen und Leinsamen: Einnahme mit viel Flüssigkeit, sie regulieren die Stuhlkonsistenz
  • entblähend wirken: Fenchel, Anis, Kümmel (z. B. im Tee)
  • eingeweichte Trockenfrüchte fördern die Verdauung
  • örtliche Wärme (Badewanne, Wärmflasche)

Blasenentzündung (Zystitis) – Behandlung

Die akute Blasenentzündung wird mit Antibiotika, wie beispielsweise Fosfomycin-Trometamol oder Notrifurantoin, behandelt. Die Einnahmedauer liegt zwischen 7 und 14 Tagen. Der Arzt sucht ein Antibiotikum aus, das nicht gefährlich für das Ungeborene ist. Wichtig ist zudem eine ausreichende Trinkmenge. Nach der Antibiotikabehandlung sollte eine abschließende Urinkontrolle durchgeführt werden.

„Eine Blasenentzündung muss behandelt werden, damit die Bakterien nicht zur Niere aufsteigen und dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Als Erstes erhält die Schwangere Schmerzmedikamente und ausreichend Flüssigkeit per Infusion. Gegebenenfalls werden Antibiotika verabreicht. Eine operative Entfernung der Gallenblase in der Schwangerschaft sollte in Betracht gezogen werden, wenn:

  • die Entzündung wiederholt auftritt
  • die Patientin eine Gelbsucht hat
  • eine Funktionsstörung der Leber nachgewiesen wurde

Nach Möglichkeit sollte die Operation ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft durchgeführt werden.

Leberentzündung (Hepatitis) – Behandlung

Eine akute Leberentzündung erhöht das Risiko für vorzeitige Wehen. Die Patientinnen sollten daher im Krankenhaus überwacht werden. Dort können die Leberwerte engmaschig kontrolliert und bei einer Verschlechterung des Zustandes sofort reagiert werden.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – Behandlung

Die Behandlung eines Krankheitsschubs sollte in Rücksprache mit Ihrem Gynäkologen und dem Internisten erfolgen. Möglicherweise müssen wegen der Schwangerschaft andere Medikamente als sonst eingenommen werden.

Mutterbandschmerzen – Behandlung

Da Mutterbandschmerzen keine krankhafte Ursache haben, ist eine Behandlung nicht notwendig. Die Patientin sollte genügend Ruhepausen einlegen. Schmerzlindernd wirkt örtliche Wärme (Badewanne, Wärmflasche).

Eileiterschwangerschaft – Behandlung

Dank moderner Untersuchungsmöglichkeiten wird eine Eileiterschwangerschaft in den meisten Fällen diagnostiziert, bevor der Eileiter reißt (‚Eileiterruptur’). Diese Situation wäre für die Mutter lebensgefährlich. Ein Embryo, der sich im Eileiter eingenistet hat, kann sich dort nicht bis zur Geburt entwickeln. Das Gewebe muss daher aus dem Eileiter entfernt werden. Es gibt zwei Methoden:

  1. Medikamentöse Therapie: Das Medikament bewirkt, dass das Schwangerschaftsgewebe vom Körper abgebaut wird. Der Schwangerschaftsabbruch durch Medikamente wird bei Patientinnen bevorzugt, die noch keine Beschwerden haben.
  2. Operative Therapie: Dabei wird der Eileiter geöffnet und das Gewebe herausgelöst. Sofern möglich, versucht man bei der Operation den Eileiter zu erhalten. Die operative Methode wird eher bei Patientinnen durchgeführt, die bereits mittelstarke Symptome haben.

Bei starkem Blutverlust bekommt die Patientin Bluttransfusionen.

HELLP-Syndrom – Behandlung

Die Schwangere muss im Krankenhaus überwacht werden. Einen positiven Effekt auf die Krankheit hat Cortison. Bei akuter Verschlechterung von Mutter oder Kind muss zeitnah ein Kaiserschnitt erfolgen. Es gibt keine ursächliche Therapie, um das HELLP-Syndrom zu behandeln. Zur Senkung des Blutdrucks verabreicht man entsprechende Medikamente.

Infektionen des Unterleibes – Behandlung

Die Therapie von Unterleibs-Infektionen richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitserreger. Bei bakteriellen Infektionen müssen die Patientinnen Antibiotika einnehmen. Die Therapie sollte möglichst vor Geburtsbeginn abgeschlossen sein.

Verdrehung von Eileiter und Eierstock (Adnextorsion) – Behandlung

Der verdrehte Adnex (Eierstock + Eileiter) muss in einer Operation zurückgedreht werden. Bei der Verdrehung wird die Blutversorgung von Eileiter und Eierstock unterbunden bzw. vermindert. Im besten Falle erholen sich die Organe nach dem Zurückdrehen. Es ist essentiell, die Operation schnellstmöglich durchzuführen. Wenn sich die Organe nach der Rückdrehung nicht wieder erholen, müssen sie komplett entfernt werden. Die für eine Schwangerschaft benötigten Eizellen können dann nur noch von dem verbleibenden Eierstock produziert werden.

Vorzeitige Plazentalösung – Behandlung

Zunächst muss die Patientin im Krankenhaus aufgenommen werden – die vorzeitige Plazentalösung ist eine Notfallsituation. Es besteht u. a. das Risiko eines Nierenversagens und Kreislaufversagens. Nach der 34. Schwangerschaftswoche und bei starker Plazentalösung wird umgehend ein Notkaiserschnitt durchgeführt. Vor der 34. Schwangerschaftswoche wird der Kaiserschnitt möglichst lange hinausgezögert. Das Kind erhält Medikamente, die die Lungenreife stärken. Im traurigen Falle, dass das Kind aufgrund der Plazentalösung im Mutterleib verstorben ist, wird eine natürliche Geburt eingeleitet oder ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Übungswehen – Behandlung

Übungswehen sind eine natürliche Erscheinung in der Schwangerschaft. Sie sind erwünscht und haben keinen Krankheitswert. Sollte die Schwangere unsicher sein, ob die Wehen normal sind, kann sie sich an den Gynäkologen oder die Hebamme wenden.

Vorzeitige Wehentätigkeit – Behandlung

Wenn im CTG vorzeitige Wehen festgestellt wurden, muss sich die Schwangere schonen und strikte Bettruhe einhalten. Wehen können auch durch Medikamente gehemmt werden – dies verlängert die Tragezeit des Babys jedoch nur um einige Tage. Eine medikamentöse Wehenhemmung wird durchgeführt:

  • um die Lungenreife des Kindes mit Medikamenten zu beschleunigen
  • wenn die Wehen länger als 30 Sekunden anhalten, öfters als 3x in 30 Minuten auftreten und zusätzlich:
  • der Gebärmutterhals verkürzt ist und/oder der Muttermund erweitert ist

Fehlgeburt (Abort) – Behandlung

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Abort selbstständig aus der Gebärmutter abgeht, wird nach der 6. Schwangerschaftswoche immer geringer. Dann besteht die Möglichkeit, den Vorgang durch Medikamente einzuleiten. Alternativ wird die Gebärmutter bei einer sogenannten ‚Kürettage’ ausgeräumt.

Aktuelle Forschung – Pelvic inflammatory disease als Risikofaktor für Extrauteringraviditäten und vorzeitige Geburten

Das sogenannte ‚Pelvic inflammatory disease’ (PID) ist ein Sammelbegriff für Entzündungen des Beckens. Dazu gehören Entzündungen der Eileiter, des Eierstocks, des Bauchfells und der Gebärmutter-Bänder. In einer aktuellen Studie hat man rückblickend den Zusammenhang zwischen PID und Extrauteringraviditäten bzw. Geburten vor der 37. Schwangerschaftswoche untersucht.

Tatsächlich erhöhte Risiken durch PID

Die statistische Analyse ergab, dass Frauen mit PID ein signifikant höheres Risiko für Extrauteringraviditäten und vorzeitige Geburten haben. Das Risiko für eine Extrauteringravidität ist um mehr als das Doppelte erhöht. Ebenso ist das Risiko für eine vorzeitige Geburt um das ca. 2,1-fache erhöht.

Quelle: Chun-Chung Huang u. a. (2019): Association of pelvic inflammatory disease (PID) with ectopic pregnancy and preterm labor in Taiwan: A nationwide population-based retrospective cohort stuy. In: PLoS One (Public Library of Science 14(8): e0219351. 13.08.2019.

Häufige Patientenfragen – Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Welche Schmerzmittel darf ich bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft einnehmen?

Dr. Dr. T. Weigl
Es gilt der Spruch: „Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ Während der Schwangerschaft und der Stillzeit müssen Sie darauf achten, ob die eingenommenen Medikamente Ihrem Baby Schaden zufügen können. Dies gilt auch für Schmerzmittel. Als relativ ungefährlich gilt Paracetamol. Nehmen Sie bei Bauchschmerzen allerdings nicht einfach Schmerzmittel ein. Bei weiteren körperlichen Beschwerden ist es sinnvoll, die Ursache abklären zu lassen. Nur so können Sie sicherstellen, dass es Ihnen und Ihrem Kind gut geht.

Gerne können Sie sich in unserem Artikel „Aktuelles aus der Forschung – Beeinflusst Paracetamol in der Schwangerschaft das spätere Verhalten der Kinder?“ über die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft informieren.

Kann mich bei Bauchschmerzen in der Schwangerschaft auch erst meine Hebamme untersuchen, bevor ich zum Arzt gehe?

Dr. Dr. T. Weigl
Prinzipiell kann eine Hebamme die Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Zuvor muss ein Arzt festgestellt haben, dass Ihre Schwangerschaft ordnungsgemäß verläuft. Der Arzt ist zusätzlich befähigt, z. B. Ultraschalluntersuchungen durchzuführen. Zu den Untersuchungen der Hebammen gehören:

  • Blutdruckmessung, Gewichtsmessung
  • Urinuntersuchung auf Zucker, Eiweiße
  • Abtasten des Gebärmutterstands
  • Herzaktionen des Kindes
  • Kindeslage

Wenn Sie Bauchschmerzen in der Schwangerschaft haben, können Sie sich an Ihre Hebamme wenden. Diese wird entscheiden, ob ein Arztbesuch nötig ist. Der Arzt verfügt über weitere Möglichkeiten (Blutuntersuchungen, Ultraschall etc.), um die Gesundheit von Mutter und Kind sicherzustellen. Natürlich können Sie auch sofort zu Ihrem Gynäkologen gehen.

Ich hatte noch nie ein CTG. Wie läuft das ab?

Dr. Dr. T. Weigl
Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird ab der 28. Schwangerschaftswoche regulär bei jedem Vorsorgetermin ein CTG durchgeführt. Das CTG wird auch bei der Geburt eingesetzt. Es werden zwei kleine ‚Platten’ am Bauch der Mutter angelegt und mit einem Gummiband befestigt. Eine Platte misst die Wehentätigkeit, die andere die Herzfrequenz des Kindes. Die Untersuchung ist komplett schmerzfrei. Sie dauert ca. 30 Minuten.

Welche Nebenwirkungen hat eine Therapie mit Wehenhemmern?

Dr. Dr. T. Weigl
Am häufigsten wird das Medikament ‚Fenoterol’ angewandt. Es gehört zur selben Wirkstoffklasse wie das bekannte ‚Salbutamol’, das zur Erweiterung der Atemwege bei Asthma bronchiale eingesetzt wird. Fenoterol wirkt wehenhemmend. Zu den Nebenwirkungen bei der Mutter gehört jedoch eine Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz. Die Ärzte müssen daher entscheiden, wie stark der Blutdruck ansteigen kann, bis man auf ein anderes Medikament zurückgreift.

In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich ein HELLP-Syndrom. Wie wahrscheinlich ist es, dass ich es in der zweiten Schwangerschaft noch einmal bekomme?

Dr. Dr. T. Weigl
Die Wahrscheinlichkeit für ein wiederholtes HELLP-Syndrom liegt bei ca. 13 %.

Typisches Patientenbeispiel

Der Fahrradunfall

Marie ist im 3. Monat schwanger. Seit sie davon weiß, kreisen ihre Gedanken nur um das Baby. Umso unsicherer ist sie, weil sie seit gestern ganz komische Bauchschmerzen hat. Unten rechts zwickt es ordentlich. Sie fühlt sich ganz unwohl und beschließt, am Nachmittag zu ihrer Frauenärztin zu gehen. Lieber eine Kontrolle zu viel, als zu wenig.

Bei der Gynäkologin angekommen, berichtet die aufgeregte Marie von ihren Schmerzen. Die Gynäkologin stellt einige Fragen zu den Schmerzen und erkundigt sich nach weiteren Symptomen. Außer Übelkeit habe sie nichts bemerkt. Anschließend untersucht die Ärztin Marie. Sie tastet vorsichtig den Bauch ab. Als sie am rechten Unterbauch angelangt ist und drückt, zuckt Marie vor Schmerzen zusammen. Daraufhin drückt die Ärztin ihre Hand in den linken Unterbauch und lässt plötzlich los. Marie wundert sich, dass es wieder auf der rechten Seite wehtut. Die Gynäkologin erklärt, dass diese Schmerzen für eine Blinddarmentzündung sprechen. Zuletzt soll sie das rechte Bein anheben, während die Ärztin von oben dagegen drückt. Auch bei dieser Untersuchung spürt sie wieder Schmerzen im rechten Bauch. Zuletzt wird noch ein Ultraschall vom Bauch durchgeführt. Die Ärztin erkennt typische Veränderungen, die für eine Appendizitis sprechen. Sie guckt noch kurz nach dem Baby – alle Werte sind gut und das kleine Herzchen schlägt.

Im Anschluss an die Untersuchung wird Marie noch Blut abgenommen. Man guckt, ob die Entzündungswerte erhöht sind. Marie fragt sich, was jetzt mit dem Baby passiert. Ist eine Blinddarmentzündung in der Schwangerschaft gefährlich?

Die Behandlung

Zum Glück findet die Ärztin beruhigende Worte. Der entzündete Teil des Blinddarms – der Wurmfortsatz – muss in einer Operation entfernt werden. Die OP sei ein Routineeingriff, bei Schwangeren ist es sogar die am häufigsten durchgeführte Operation. Sie erklärt, dass gerade in der frühen Schwangerschaft noch so viel Platz im Bauch ist, dass nicht der komplette Bauch eröffnet werden muss. Die Operation wird sehr schonend durchgeführt. Und natürlich wird besonders darauf geachtet, dass die Gebärmutter unversehrt bleibt!

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Rabea Niehues
Lektorat: Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 11.12.2019

Quellen

  • Medizinische Datenbank AMBOSS (2019): Picornaviridae. Gallenblase und Galle. Ikterus und Cholestase. Hämoglobinabbau. Hepatitis A. Cholelithiasis, Cholezystitis, Cholangitis. Abort, drohende Frühgeburtlichkeit und intrauteriner Fruchttod. Geburtsablauf. Hypertensive Schwangerschaftserkrankungen. In: amboss.com
  • Deutscher Hebammenverband (2014): Schwangerenvorsorge durch Hebammen. 3. Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart.
  • Klaus Diedrich u.a. (2007): Gynäkologie & Geburtshilfe. 2. Auflage. Springer, Heidelberg.
  • Gemeinsamer Bundesausschuss (2019): Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung („Mutterschafts-Richtlinien“). In: Bundesanzeiger AT 27.05.2019 B3.
  • Chun-Chung Huang u. a. (2019): Association of pelvic inflammatory disease (PID) with ectopic pregnancy and preterm labor in Taiwan: A nationwide population-based retrospective cohort stuy. In: PLoS One (Public Library of Science 14(8): e0219351. 13.08.2019.
  • Gerhard Martius (1990): Hebammenlehrbuch. 5. Auflage. Thieme, Stuttgart.
  • Stefanie Weber (2017): BASICS. Gynäkologie und Geburtshilfe. 6. Auflage. Elsevier, München.
[Gesamt: 8   Durchschnitt:  5/5]
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