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Bauchspeicheldrüsenkrebs – stimmen die düsteren Prognosen?

Auf einen Blick: Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

  • sehr aggressive Krebsart
  • bösartiger Krebsbefall der Bauchspeicheldrüse
  • 17.000 Todesfälle jährlich in Deutschland

Was begünstigt Bauchspeicheldrüsenkrebs?

  • erblich bedingt, genetische Vorbelastung
  • starkes Übergewicht, Adipositas
  • Rauchen
  • hoher Blutzuckerspiegel, Zuckerkrankheit

Symptome (Auszug)

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Gelbsucht
  • neu auftretende Zuckerkrankheit
  • Gewichtsverlust
  • Verdauungsstörungen

Behandlung (Auszug)

  • bei früher Diagnose: Operative Entfernung des Tumors
  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • in spätem Stadium: Palliativbehandlung

Tipps

  • häufig wird Bauchspeicheldrüsenkrebs zu spät entdeckt, gehen Sie bei auftretenden Symptomen früh zum Arzt („Lieber zu früh als zu spät!“)
  • achten Sie auf eine gesunde Ernährung, ein hoher Blutzuckerspiegel erhöht das Risiko einer Erkrankung drastisch
„Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine sehr aggressive Krebsart. Falls sie frühzeitig entdeckt wird, ist sie allerdings behandelbar.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Krebs ist und bleibt eine Schockdiagnose. Jährlich sterben in Deutschland ca. 225.000 Menschen an den Folgen von Krebserkrankungen. Damit befindet sich Krebs mit weitem Abstand auf Platz 2 der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Besonders der Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als aggressiv und schnell fortschreitend. Patienten bleiben nach der Diagnose durchschnittlich nur noch knapp fünf Monate Lebenszeit. Das liegt auch an der schweren Diagnosefindung. Insbesondere dieser Krebs hat den Ruf, erst entdeckt zu werden, „wenn es zu spät ist“.

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Mit über 17.000 Opfern jährlich in Deutschland ist es die vierthäufigste Krebsart mit Todesfolge und im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen findet die Forschung bisher keine bahnbrechende Therapie gegen sie. Die Krebszellen sind widerstandfähiger als bei anderen Krebsarten und stellen Forscher und Mediziner immer wieder vor Probleme bei der Behandlung.

Im folgenden Artikel erfahren Sie alles über die Diagnosemöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Außerdem informieren wir Sie über mögliche Vorbeugungsmaßnahmen, Risikofaktoren und Therapien zur Behandlung.

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die man auch als Pankreas bezeichnet. Daher bezeichnen Mediziner diese Krebsart auch als Pankreaskarzinom.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist verhältnismäßig selten: Jährlich erkranken rund 17.000 Männer oder Frauen in Deutschland, wobei Männer nur unwesentlich häufiger betroffen sind. Im Durchschnitt erkranken Männer mit 72 Jahren, Frauen dagegen mit 75 Jahren. Da die Erkrankung oft erst spät erkannt wird, liegt das relative 5-Jahres-Überleben bei Männern lediglich bei 9 % und bei Frauen bei 10 %. Damit ist gemeint, dass im Vergleich zur durchschnittlichen gesunden Gesamtbevölkerung von bspw. 100 Betroffenen nach 5 Jahren nur noch 9 bzw. 10 Menschen weiterhin leben. Damit hat Bauchspeicheldrüsenkrebs von allen Formen des Krebs die schlechteste Prognose. Zudem ist es die Krebsart, die am vierthäufigsten zum Tod führt.

Was macht die Bauchspeicheldrüse überhaupt?

Die Bauchspeicheldrüse ist ein lebenswichtiges Organ. Nur dort werden wichtige Eiweiße und Verdauungsenzyme produziert, die zur Verdauung der Nahrung notwendig sind. In der Bauchspeicheldrüse entsteht täglich über ein Liter des Pankreassafts, der im Zwölffingerdarm für die Verdauung der Kohlenhydrate und Fette verantwortlich ist.

Die Bauchspeicheldrüse liegt im mittleren Bereich des Oberbauches zwischen der Milz und der Leber. Sie wiegt nur 60 bis 80 Gramm und besteht aus drei Teilen, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen: dem Kopf, dem Körper und dem Schwanz.

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Die Funktionen der Pankreas sind in endokrine und exokrine Tätigkeiten unterteilt, wobei endokrin bedeutet, dass die dort produzierten Stoffe direkt ins Blut gelangen. Dazu gehört auch das Insulin, welches die Bauchspeicheldrüse produziert. Damit steuert es den Blutzuckerspiegel des Menschen. Eine Unterproduktion wird auch als Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bezeichnet. Bei einer Fehlfunktion der exokrinen Stoffproduktion leidet das Verdauungssystem, denn die oben erwähnten Verdauungssäfte gelangen nicht mehr in den Zwölffingerdarm.

In diesem Video erläutert Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl alles, was Sie über die Bauchspeicheldrüse wissen müssen. Sie erhalten Informationen zur Anatomie, zur Funktion und verschiedenen Erkrankungen der Pankreas.

Unser Pankreas: Total unterschätzt ⏩ Anatomie, Funktion & Erkrankungen unserer Bauchspeicheldrüse

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht oft erst in späteren Stadien schlimme Beschwerden, was eine frühzeitige Diagnose ungemein erschwert. Es gibt einige Symptome, die auf ein Pankreaskarzinom hinweisen können, aber z. T. unspezifisch sind und nicht unbedingt auf die Krebserkrankung hinweisen.

Mögliche Beschwerden, die der Tumor verursachen kann, sind u. a.:

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Gut zu wissen!
Häufig wird der Bauchspeicheldrüsenkrebs zu spät entdeckt, um ihn noch heilen zu können. Deswegen sollten Sie bei Anzeichen für eine Erkrankung der Pankreas nicht zögern und ihren Arzt aufsuchen. Nur dann gibt es Möglichkeiten, die Krankheit frühzeitig zu erkennen und vollständig zu heilen.

Waren oder Sind sie von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen? Welche der folgenden Symptome sind bei Ihnen aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Beschwerden besser einschätzen zu können und geben uns Informationen darüber, in welchem Fachbereich wir unsere Aufklärungsarbeit weiter verstärken sollten.

Welche Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es?

Die genaue Entstehung von Pankreastumoren ist immer noch unklar. Die Forschung konnte mittlerweile einige Einflussfaktoren ausfindig machen, die die Entstehung der Tumore begünstigen. Einerseits sind es seltene Krankheiten, auf der anderen Seite aber auch häufig Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, die die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs fördern. Zusätzlich kann eine Veranlagung zu dieser Krankheit vererbt werden.

Bei erblichem Brustkrebs und Eierstockkrebs liegt das Risiko, an einem Pankreaskarzinom zu erkranken deutlich höher. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass das Peutz-Jeghers-Syndrom, eine erbliche Magen-Darm-Erkrankung und das FAMMM-Syndrom, ein gehäuftes Auftreten von Hautkrebs, die Chancen auf eine Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung erhöhen.

Bei einigen Einflussfaktoren vermutet man lediglich, dass daraus ein höheres Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs folgt. Viel Kontakt mit schädlichen Chemikalien wie Pestiziden oder Fungiziden und wenn Sie häufig Kraftstoffdämpfe einatmen, kann das Tumorauftreten begünstigen. Zudem gilt häufiger Verzehr von geräucherten oder gegrillten Fleisch- und Fischgerichten sowie übermäßiger Zuckerkonsum als Risikofaktor.

Die oben genannten Krankheiten und Lebensgewohnheiten gehören jedoch allesamt zu den ungesicherten Einflussgrößen. Die definitiv gesicherten Risikofaktoren wiederum sind:

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  • Rauchen: Bei Rauchern tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs zwei- bis dreimal häufiger auf als bei Nichtrauchern
  • Diabetes mellitus
  • chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (sog. ‚Pankreatitis‘)
  • hoher Alkoholkonsum/Alkoholismus
  • erblich bedingtes Risiko: Wenn bereits Familienmitglieder ersten Grades, also etwa die Eltern, an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sind, besteht ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu erkranken

Auch hier zeigt sich eine Mischung aus Lebensgewohnheiten, chronischen Krankheiten und erblich bedingtem Risiko. Das macht die Vorbeugung von Bauchspeicheldrüsenkrebs schwer und komplex.

Was kann ich zu einer Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs beitragen?

Leider gibt es bisher keine Früherkennungsuntersuchung für das Pankreaskarzinom. Erstens wären alle möglichen Untersuchungen für gesunde Menschen viel zu aufwendig, zweitens sind sie auch nicht genau genug. Hinzu kommt, dass es bisher keine Nachweise dafür gibt, dass derartige Untersuchungen die Heilungschance oder zumindest die Lebenserwartung Betroffener entscheidend erhöhen würden. Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie, die Computertomographie oder Blutuntersuchungen bieten keinen Mehrwert und helfen nicht bei einer frühzeitigen Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Auch für Patienten, deren engere Familienmitglieder von Bauchspeicheldrüsenkrebs betroffen sind, gibt es keine Untersuchungen zur Früherkennung. Allerdings gibt es für Personen, in deren Familie zwei enge Verwandte an dieser Form des Krebses erkrankt sind, die Möglichkeit zur Teilnahme einer Studie. Diese Studie untersucht das vererbbare Pankreaskarzinom. Dort werden für Betroffene regelmäßig Untersuchungen angeboten. Hier können Sie sich zudem beraten lassen. Mehr Informationen zu dieser Studie erhalten Sie auf der Internetseite der „Nationalen Fallsammlung familiäres Pankreaskarzinom “.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ihr Arzt wird ein Anamnesegespräch mit Ihnen führen. Dadurch kann der Arzt einen ersten Eindruck über Ihren Gesundheitszustand gewinnen. In diesem Gespräch wird er Sie u. a. nachfolgenden Dingen befragen:

  • Welche Beschwerden liegen im Detail vor?
  • Wie lange haben Sie diese Probleme schon?
  • Sind die Beschwerden von Dauer?
  • Verschwinden die Beschwerden nach einer Zeit wieder?
  • Gab oder gibt es Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs in ihrer Familie?
  • Nehmen Sie Medikamente ein? Wenn ja, welche? Nennen Sie auch nicht-ärztlich verschriebene Mittel wie Johanniskraut!
  • Haben Sie noch andere Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck?

Unser Tipp: Überlegen Sie sich im Vorfeld der Untersuchung, welche Fragen Sie haben, aber vor allem, welche Beobachtungen Sie gemacht haben. Selbst kleine Details, die Ihnen zunächst unwichtig erscheinen, können für die Diagnose relevant sein oder helfen, die Krankheit schneller zu finden.

Anschließend entnimmt Ihnen der Arzt häufig Blut, um es im Labor auf sogenannte Tumormarker zu untersuchen. Damit sind Stoffe gemeint, die auf Tumore hinweisen und manchmal im Blut vorkommen. Jedoch ist zu beachten, dass diese Marker in einigen Fällen auch bei gesunden Menschen im Blut zu finden sind, bei Krebspatienten dagegen auch bei gesicherter Krebsdiagnose nicht unbedingt im Blut vorkommen. Das macht Ergebnisse dieses Tests sehr unsicher. Dennoch können diese Tumormarker auf ein Wachstum und die aktuelle Größe des Tumors hinweisen. Zusätzlich werden im Labor die Werte Ihrer Organe wie Leber oder Nieren überprüft. Eine Funktionseinschränkung dieser kann dabei helfen, einzugrenzen, welche Organe vom Krebs betroffen sind.

Ultraschalluntersuchung

Die Ultraschalluntersuchung kennt man überwiegend aus Untersuchungen während der Schwangerschaft. Dabei wird mithilfe der Ultraschalltechnik ein „Blick in ihren Körper geworfen“. Organe wie die Leber, Nieren, Milz oder Lymphknoten können so auf Veränderungen hin untersucht werden. Vergrößerungen oder Entzündungen werden so sichtbar und können auf Krebs hinweisen. Da diese Ultraschallwellen die Luft im Darm nicht durchdringen können, ist es wichtig, vor der Untersuchung keine aufblähenden Speisen (Knoblauch, Hülsenfrüchte, Kohl) zu essen und nichts zu trinken. Nur dann ist die Bauchspeicheldrüse hinter dem Darm auch auf dem Ultraschallbild sichtbar.

Gut zu wissen!

Der große Vorteil der Ultraschalluntersuchung liegt darin, dass es absolut kein Risiko für Sie als Patienten gibt. Von dem Gerät geht keine Strahlenbelastung aus und sie ist vollkommen schmerzfrei, wird dadurch trotz eingeschränkter Wirksamkeit häufig früh im Diagnoseprozess genutzt.

Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie (MRCP)

Eine Magnetresonanztomographie benutzt ein Magnetfeld, das die Elektronen in ihrem Körper anordnet. Anschließend wird diese Anordnung durch Radiowellen durcheinandergebracht. Die Veränderungen zeichnet ein Computerprogramm auf und konstruiert daraus Bilder, die Verletzungen oder Erkrankungen im Körperinneren sichtbar machen. Der komplizierte Begriff Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie bedeutet lediglich, dass bei dieser Untersuchung Ihr Pankreas untersucht wird. Die Prozedur dauert ca. 20 Minuten, ist schmerzfrei und es entsteht keine Strahlenbelastung für Sie. Dafür kann die Bauweise des Geräts ein Beengungsgefühl auslösen und es ist sehr laut, Sie werden deswegen für die Dauer der Untersuchung einen Gehörschutz tragen. Außerdem sind in vielen Fällen die Wartezeiten auf diese Untersuchung sehr lang. Insbesondere die tief innenliegenden Organe wie Bauchspeicheldrüse oder Galle können damit dargestellt und untersucht werden.

So wird das Stadium der Krebserkrankung festgestellt

Die bisherigen Diagnosemethoden dienen lediglich zur Feststellung, ob eine Krebserkrankung wahrscheinlich ist. Die Behandlungsmethoden und Überlebensprognosen hängen allerdings maßgeblich vom Stadium an, in dem sich der Krebs befindet. Darauf aufbauend werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, die Rückschlüsse über die Erkrankung zulassen. Im Mittelpunkt dabei steht, ob der Krebs bereits gestreut hat, wie tief er das Gewebe durchdringt und wie umfangreich eine operative Entfernung ist. Dafür werden die nachfolgenden Untersuchungen genutzt.

Folgende Stadien der Bauchspeicheldrüsenkrebstumore (‚Staging‘) gibt es:

  • T (0): Der Tumor lässt sich nicht nachweisen
  • T (1): Er ist kleiner als 2 cm und auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt
  • T (2): Der Tumor ist größer als 2 cm und auf die Bauchspeicheldrüse begrenzt
  • T (3): Er ist über die Bauchspeicheldrüse ausgedehnt, ohne in die Bauchaorta hineinzuwachsen
  • T (4): Der Tumor ist über die Bauchspeicheldrüse ausgedehnt und hat die Bauchaorta befallen

Computertomographie

Es gibt noch eine weitere radiologische „Röhrenuntersuchung“ neben der MRT. Bei der Computertomographie werden sie ebenfalls mit dem untersuchten Körperteil in eine Röhre geschoben. Allerdings werden hier durch Röntgenstrahlen Bilder ihres Körperinneren hergestellt. Dafür führt ein Röntgenstrahl in einem Kreis um ihren Körper herum und erstellt Schnittbilder, die die Lage und Größe des Tumors anzeigen. So erhält ihr Operateur wichtige Informationen für die mögliche Entfernung des Tumorgewebes.

Endoskopische Ultraschalluntersuchung

Bei dieser Untersuchungsmethode wird ein Endoskop, ein flexibler Gummischlauch mit einem Ultraschallkopf an der Spitze durch Ihren Magen bis zum Zwölffingerdarm eingeführt. Diese Untersuchung wird auch Magenspiegelung genannt. Mithilfe der aufgezeichneten Bilder können selbst kleine Veränderungen sehr präzise dargestellt werden. Außerdem ist es ebenfalls möglich, kleine Gewebeproben mit einer Nadel zu entnehmen, um sie anschließend im Labor auf Krankheiten wie Krebs untersuchen zu lassen.

Spiegelung von Bauchspeicheldrüsen- und Gallengang

Diese Untersuchung ist der Endoskopischen Ultraschalluntersuchung relativ ähnlich. Hierbei befindet sich an der Spitze des Schlauchs allerdings eine kleine Kamera. Diese Kamera nimmt dann auf, wie bestimmte Bauchspeicheldrüsengänge mit Kontrastmittel gefüllt werden. Sollten sich auf den Bildern Engstellen oder unerwartete Gangabbrüche feststellen lassen, deutet das auf einen Tumor hin, der von außen gegen den Gang drückt. Wenn die Spiegelung eine dieser Blockaden feststellt, überbrückt der Mediziner diese häufig mit einem Stent (kleines Plastikröhrchen). Zusätzlich entnimmt Ihr Arzt Flüssigkeit aus Galle und Bauchspeicheldrüse, die das Labor auf Tumormarker untersucht.

Positronenemissionstomographie (PET)

Krebszellen wachsen in der Regel sehr schnell, häufig wesentlich schneller als umliegendes Gewebe. Dadurch steigt auch deren Energiebedarf. Mithilfe einer Positronenemissionstomographie ist diese Überaktivität der Zellen nachweisbar. Im Vorfeld der Untersuchung erhalten Sie eine Substanz, in der sich leicht radioaktive Tracer-Teilchen befinden. Diese Teilchen verfolgt Ihr Arzt bei der PET dann durch den Körper und erkennt, wo diese Teilchen „andocken“. Dort liegt dann ein hoher Energieverbrauch und daraus folgend häufig ein Krebsgeschwür vor. Da Entzündungen allerdings ebenfalls ähnliches Gewebe erzeugen, ist eine Positronenemissionstomographie alleine nicht aussagekräftig, um Krebs zu diagnostizieren. Dafür lassen sich damit hervorragend Geschwülste auffinden, die bereits in den Körper gestreut haben.

Fakten-Box

Bauchspeicheldrüsenkrebs

  • besonders aggressive Form von Krebs
  • schlechte Heilungsprognose, durchschnittliche Lebenszeit von 4,6 Monaten nach Diagnose
  • das relative 5-Jahres-Überleben liegt lediglich bei 9 % für Männer und 10 % für Frauen
  • Operation im Frühstadium noch möglich, meistens kommt die Diagnose zu spät dafür
  • Behandlung durch Chemotherapie

Mögliche Symptome

  • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
  • Fieber, Nachtschweiß
  • Gelbsucht
  • neu aufgetretener Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Oberbauchschmerzen, Rückenschmerzen
  • stärkere Müdigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfungen

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Planung der weiteren Schritte in Abstimmung mit dem Patienten

Wenn alle Informationen zu Ihrer Erkrankung feststehen, wird anhand der Position des Tumors, der Größe und der Operationskomplexität in Abstimmung mit Ihnen ein Behandlungsplan festgelegt. Dieser ist individuell an Ihre Krebserkrankung angepasst und unterscheidet sich von Patient zu Patient teilweise drastisch. Das ist abhängig von ihrem körperlichen Zustand und möglichen Vorerkrankungen, denn oberstes Ziel ist es, unnötige Belastungen für Ihren Körper zu vermeiden.

In der sogenannten Tumorkonferenz besprechen alle beteiligten Fachärzte (Internist, EndokrinologeEndokrinologeEndokrinologe, Chirurg) und Therapeuten die nächsten Behandlungsschritte, die Heilungsprognose und die Nachbetreuung. Mögliches Ziel der Behandlung eines Pankreaskarzinoms kann die vollständige Heilung sein, in vielen Fällen ist dies bei dieser Erkrankung allerdings nicht mehr möglich. Dann gibt es noch drei Ziele für die weitere Behandlung:

  • Beschwerden zu lindern
  • das Leben zu verlängern
  • die Lebensqualität auf einem hohen Level zu sichern

Falls eine vollständige Heilung noch möglich ist, muss zuerst eine Operation durchgeführt werden, in der der Tumor entfernt wird.

Operation

Um eine vollständige Heilung zu ermöglichen, muss der Tumor in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. Sobald Tochtergeschwülste im Körper gestreut haben oder die Geschwulst nicht mehr entfernt werden kann, ist es für eine Operation zu spät. Je nach Position des Tumors gestaltet sich die Operation dann unter Umständen sehr aufwändig. Bei einem betroffenen Kopf der Bauchspeicheldrüse, muss in einer sogenannten Whipple-Operation der Tumor, aber auch umliegendes Gewebe anderer Organe entfernt werden. Dieser Eingriff dauert zwischen drei und fünf Stunden, daher sollte Ihr körperlicher Zustand gut genug sein, um diesen anstrengen Eingriff zu erlauben. Dabei werden Teile der Bauchspeicheldrüse, des Zwölffingerdarms und der Gallenblase entfernt. Im Gegensatz zu früheren Operationen gelingt es durch die Whipple-Operation aber häufig, die Entfernung von Teilen des Magens zu vermeiden. Dies war vor der Einführung der Whipple-Operation zwingend nötig und geht in der Regel mit großen Einschnitten bei der Nahrungsaufnahme einher.

Trotzdem hat so eine Operation natürlich Auswirkungen auf das Verdauungssystem. Deswegen werden im zweiten Teil der Operation möglichst viele Funktionen des Verdauungssystems wiederhergestellt. Dabei wird die zuvor unterbrochene Verbindung zwischen Magen und Dünndarm rekonstruiert. Außerdem muss auch der Abfluss der Galle wieder in den Zwölffingerdarm geführt werden.

Eine etwas leichtere Operation reicht aus, wenn der Tumor am Schwanz der Bauchspeicheldrüse sitzt. In dem Fall wird neben dem Tumor nur die Milz entfernt. Auch aufwendige Eingriffe in den Magen und den restlichen Verdauungsapparat sind hierbei nicht nötig.

Nach der Operation

Durch die Dauer des Eingriffs und die entnommenen Organe kann es in der Nachsorge einer Operation zu Komplikationen kommen. Auf diese sind die behandelnden Ärzte in der Regel aber vorbereitet und stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Falls die Bauchspeicheldrüse teilweise oder komplett entfernt werden musste, müssen Medikamente ihre Funktion natürlich ersetzen. Das dort produzierte Insulin ist immens wichtig für den Zuckerhaushalt des Körpers, die Zuckerkrankheit kann glücklicherweise verhältnismäßig einfach durch Insulinspritzen behandelt werden. Schwieriger wird es bei den Verdauungsenzymen, die die Bauchspeicheldrüse bildet. Auch wenn diese ebenfalls durch Medikamente ersetzt werden können, müssen Sie sich anfangs auf Verdauungsprobleme wie Obstipation einstellen.

Gut zu wissen!
Nach einer Bauchspeicheldrüsenoperation müssen Sie ihre Ernährung anpassen, falls Teile des Magens, der Bauchspeicheldrüse oder des Zwölffingerdarms entfernt wurden. Wichtig ist hierbei, dass Sie dabei auf hochwertige Nahrung zurückgreifen. 50 % Kohlenhydrate im Verhältnis zu 20 % Eiweiß und 30 % Fett sind die optimale Verteilung der Nährwerte. Bei der Organisation und Eingewöhnung in Ihren neuen Ernährungsplan helfen Ihnen Experten während der Rehabilitation gerne weiter!

Chemotherapie

Das Ziel einer Operation ist die vollständige Entfernung der Krebszellen. Manchmal ist das aber nicht möglich, da diese zu eng mit lebenswichtigem Gewebe verbunden sind. Außerdem kann ein Krebs auch „streuen“ oder der Tumor ist schon vor der Operation zu groß und muss durch die Chemotherapie verringert werden. Für diese Fälle und um nach einer Operation sicherzugehen, dass alle Zellen entfernt wurden, gibt es die Chemotherapie. Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs wird immer eine Chemotherapie eingesetzt, da die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr der Krankheit oder Metastasenbildung deutlich höher ist als bei anderen Krebserkrankungen wie Prostatakrebs, Schilddrüsenkrebs oder Lungenkrebs.

Vereinfacht ausgedrückt zerstört die Chemotherapie alle Zellen, die sich schnell teilen. Die Chemotherapie-Medikamente, sog. ‚Zytostatika‘ verteilen sich im gesamten Körper. Dadurch können auch Töchtergeschwülste, also das Ergebnis der Streuung von Krebszellen, zerstört werden. Diese Therapieform nennt sich systemische Therapie, da das gesamte System eingebunden ist. Da nicht nur Krebszellen die Eigenschaft haben sich schnell zu teilen, greifen die Medikamente leider auch gesunde Zellen an. Deswegen ergeben sich zahlreiche Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Haarausfall und chronische Erschöpfung.

In der Regel werden mehrere Zytostatika (Gemcitabine, Irinotecan, Methotrexat) kombiniert, um immer neuen Forschungsergebnissen Rechnung zu tragen. Dadurch soll die Behandlung gezielter und damit schonender für Sie als Patienten stattfinden. Eine Chemotherapie verläuft in Zyklen. Ein Zyklus sieht vor, dass sie einige Tage lang die Medikamente erhalten und ihrem Körper dann bis zu zwei Wochen Zeit geben, sich von den Strapazen erholen. Sie erhalten die Medikamente intravenös, also als Flüssigkeit direkt in die Armvene gespritzt. Wichtig dabei: Tumorzellen an der Pankreas sind besonders unempfindlich gegen diese Art von Zytostatika, deswegen ist die Erfolgsaussicht wesentlich geringer als bei anderen Krebsarten.

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Für eine Chemotherapie müssen Sie eine Menge Durchhaltevermögen mitbringen. Die Nebenwirkungen äußern sich zwar unterschiedlich stark und es gibt Fälle, in denen sie kaum vorhanden sind, im Regelfall drohen Ihnen aber erheblich Einschränkungen. Die Ärzte sind bemüht, diese Zeit so angenehm wie möglich zu gestalten, dennoch gibt es eine lange Liste an möglichen Nebenwirkungen:

Zytostatika beeinflussen die Bildung verschiedener Blutzellen. Das Knochenmark reagiert empfindlich auf die Medikamente und senkt die Produktion weißer Blutkörperchen. Dadurch sind sie anfälliger für Infektionen, sollten deswegen Infektionsgefahren dringend meiden. Zusätzlich leidet auch die Produktion der Thrombozyten unter der Chemo. Thrombozyten sorgen für die Blutgerinnung, deswegen dauert es wesentlich länger, eine Blutung zu stoppen.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie ist die zweite Möglichkeit, Krebszellen zu zerstören. Durch die Strahlentherapie wird der Kern der Krebszelle angegriffen. Schädigungen dieses Kerns haben zur Folge, dass diese sich nicht mehr teilen und somit vervielfältigen können. Über kurz oder lang sterben damit die Krebszellen ab. Normale, gesunde Zellen haben dagegen die Möglichkeit, sich zu reparieren und überstehen die Bestrahlung.

Für die Therapie werden Strahlen verwendet, die den herkömmlichen Röntgenstrahlen sehr ähnlich, aber sehr viel stärker sind. Da die Krebszellen bei einem Pankreaskarzinom aber besonders widerstandfähig sind, bietet sich die Strahlentherapie für diese Art von Krebs nicht an und wird nur im Zuge von Studien verwendet, um neue Behandlungsmethoden zu erforschen.

Palliativtherapie

Häufig wird Bauchspeicheldrüsenkrebs erst in einem sehr späten Stadium entdeckt, wenn bereits ernsthafte Symptome erkennbar sind. Leider ist es dann oftmals zu spät für eine Heilung. Das oberste Ziel der Mediziner ist es dann, die verbleibende Lebenszeit so angenehm wie möglich zu gestalten.

Wichtig ist hierbei, die teilweise sehr starken Schmerzen einzudämmen. Dabei hilft eine gut abgestimmte Schmerztherapie. Schmerzmedikamente helfen dabei zuverlässig und Sie sollten sich in einer Schmerzklinik über die Möglichkeiten zur Schmerzlinderung informieren lassen. Sie haben die Möglichkeit, Tabletten, Tropfen, Schmerzpflaster oder sogar Schmerzpumpen anzuwenden.

Andere Therapiemethoden können dabei helfen, Abhilfe zu schaffen, wenn der Tumor den Gallengang, den Magenausgang oder den Zwölffingerdarm einengt. Die Folgen davon sind Gelbsucht, Übelkeit und Sie können keine Nahrung mehr aufnehmen. Durch eine Endoskopie können hier Kunststoffröhrchen (sog. ‚Stents‘) eingesetzt werden, die den blockierten Gallengang umgehen. Bei einem verengten Mageneingang hilft ein Schlauch durch die Nase oder die Bauchhaut, der eine Zufuhr der Nährstoffe direkt in den Darm ermöglicht.

Wie sieht die Nachsorge von Bauchspeicheldrüsenkrebs aus?

Zur Versorgung des Krebspatienten gehört auch die Nachsorge nach überstandener Krankheit. Im Anschluss an die Behandlung sorgen Rehabilitationskliniken und die behandelnden Ärzte vor Ort für eine möglichst reibungslose Eingliederung in den Alltag. Oftmals sind Patienten sowohl psychisch als auch physisch mitgenommen von der hinter sich liegenden Krebsbehandlung und müssen erstmal wieder zu Kräften kommen.

Dafür ist die Anschlussheilbehandlung (AHB) vorgesehen. Diese sollte spätestens 14 Tage nach Ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus angetreten werden. In dieser Behandlung kommen Sie in Kontakt mit anderen Betroffenen und können sich darüber austauschen, wie der Einstieg in den Alltag abläuft.

Natürlich umfasst die Nachsorge auch, dass regelmäßig überprüft wird, ob der Bauchspeicheldrüsenkrebs wieder auftritt. Trotz der Chemotherapie können im Körper weitere Krebszellen zurückgeblieben sein. Daher sollten regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen stattfinden. Insgesamt beinhaltet die Nachsorge folgende Ziele:

  • erkennen, ob der Krebs zurückkehrt
  • weitere Erkrankungen feststellen und behandeln
  • Hilfestellung bei körperlichen, seelischen und sozialen Problemen

Kann man dem Bauchspeicheldrüsenkrebs vorbeugen?

Wie für einige andere Krebserkrankungen auch, gilt Übergewicht als ein grundlegender Risikofaktor. Sie sollten deshalb Normalgewicht anstreben. Sowohl das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum sollten Sie eher vermeiden. Wenn Sie nicht völlig darauf verzichten möchten, sollten Sie den Konsum aber in Grenzen halten. Gegrillte oder geräucherte Lebensmittel sollen ebenfalls nur selten konsumiert werden, da sie die Bildung von Pankreaskarzinomen eventuell auslösen.

Zusätzlich kann der Kontakt mit Chemikalien eine Krebserkrankung begünstigen. Kraftstoffdämpfe, Pestizide, Fungizide und Chromverbindungen können ebenso wie elektromagnetische Felder Risikofaktoren sein. Bei einigen Krebserkrankungen kann gezielt nach Tumormarkern im Blut gesucht werden, dieses Vorgehen ist allerdings bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht effektiv.

Aktuelle Forschung – Senkt ein geringer Nüchternblutzucker das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bestimmt der Nüchternblutzuckerspiegel über das Risiko an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken? Mit dieser Vermutung beschäftigten sich südkoreanische Forscher um Cheol-Young Park in einer neuen Studie, die im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism veröffentlich wurde. Dafür untersuchten sie die Patientendaten von über 25 Millionen Menschen.

Diabetes sei ein etablierter Faktor für die Entstehung von Pankreaskarzinomen und deswegen sei die Überprüfung der Nüchternglukose der nächste logische Schritt der Forschung, so Park. Dabei überprüften die Forscher, inwiefern die Nüchternglukose – der Blutzuckerspiegel am Morgen vor jeder Nahrungszufuhr – Rückschlüsse auf die Gesundheit der Patienten zulässt. Eine gestörte Nüchternglukose deutet in den meisten Fällen auf eine beginnende Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) hin.

Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse der Studie zeigten ein eindeutiges Bild. Eine Erhöhung des Nüchternblutzuckers ist direkt verbunden mit einem gestiegenen Risiko auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Selbst Patienten ohne Diabetes, erkranken durch die erhöhten Zuckerwerte im Blut mehr als doppelt so oft an Bauchspeicheldrüsenkrebs wie Menschen mit normalen Zuckerwerten. In der Gruppe mit normalen Zuckerwerten erkrankten 31 von 100.000 Menschen an Bauchspeicheldrüsenkrebs, in der Gruppe mit Prädiabetes Stufe 2 waren es schon 64 von 100.000 Menschen.

Noch ernüchternder sind die Zahlen bei den an Diabetespatienten. Diabetes Stufe 1 sorgt schon für 71 Fälle von Bauchspeicheldrüsenkrebs unter 100.000 Mitmenschen, bei Diabetes Stufe 2 sind es 121 von 100.000 Menschen, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkranken. Damit ist die Wahrscheinlichkeit für Patienten mit Diabetes Stufe 2 sogar fast viermal so hoch (31:121 Fälle) wie für Menschen mit gesundem Nüchternblutzuckerspiegel.

Daraus folgt für die Forscher eine direkte Verbindung zwischen einem Anstieg des Nüchternblutzuckers und dem Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Sie raten zu einem frühzeitigen Arztbesuch bei Verdacht auf hohen Blutzucker. Nur so können regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen durchgeführt werden. Zusätzlich helfen eine Ernährungsveränderung und ein gesunder, aktiver Lebensstil, um den Blutzuckerspiegel in einem gesunden Bereich halten.

Quelle: Cheol-Young Park, Kyung-Do Han u. a. (2019) : The Incremental Risk of Pancreatic Cancer According to Fasting Glucose Levels: Nationwide Population-Based Cohort Study. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 104, Issue 10: S. 4594-4599.

Häufige Patientenfragen

Ich leide seit einiger Zeit unter einem Gewichtsverlust, den ich mir nicht erklären kann. Habe ich Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Dr. Dr. T. Weigl:
Aus der Ferne ist diese Diagnose schwer zu stellen. Eine abnorme Gewichtsabnahme kann mit Krebs zusammenhängen, aber auch von einer bisher nicht erkannten Infektion verursacht werden. Krankheiten wie Morbus Crohn oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) können aber auch die vollständige Aufnahme der Nährstoffe verhindern. Um wirklich sicherzugehen empfehle ich Ihnen, einen Arzt aufzusuchen. Weitere hilfreiche Informationen finden Sie aber auch vorweg in meinem folgenden Artikel: „Abnorme Gewichtsabnahme – Ungewollter Gewichtsverlust bis hin zu Kachexie“.

Ich habe eine erfolgreiche Krebsbehandlung hinter mir. Wo kann ich Hilfe für den Wiedereinstieg in den Alltag finden?

Dr. Dr. T. Weigl:
Zuerst einmal spreche ich Ihnen meinen herzlichen Glückwunsch zur Genesung aus. Informationen zur Nachsorge finden Sie beispielsweise im Infonetz Krebs der Deutschen Krebshilfe. Dort wird Ihnen schnell und unkompliziert weitergeholfen, um Ihnen die Rückkehr ins Leben zu erleichtern. Zusätzlich gibt es die Selbsthilfeorganisation Arbeitskreis der Pankreatektomierten e.V. Dort vermitteln erfahrene Kräfte Sie gerne an andere Betroffene zum Erfahrungsaustausch.

Ich habe im Internet eine Behandlungsmethode gefunden, die mir eine Heilung ohne Nebenwirkungen verspricht. Taugt die was?

Dr. Dr. T. Weigl:
Nein, wäre eine solche Methode entdeckt worden, bräuchten Patienten die anstrengende Chemotherapie nicht mehr auf sich zu nehmen. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft sind die oben beschriebenen Methoden (Chemotherapie, Operation) leider die einzigen wirksamen Behandlungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei der Bewertung dieser wohlklingenden Angebote gilt im Allgemeinen der Grundsatz, wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das in den meisten Fällen auch.

Mir wurde bei einer Operation neben dem Tumor ein Teil des Magens entfernt, worauf muss ich in Zukunft bei der Ernährung achten?

Dr. Dr. T. Weigl:
Eine Folge der teilweisen Magenentfernung ist, dass sie Nährstoffe in Zukunft schlechter aufnehmen. Um das auszugleichen, müssen Sie ab jetzt mehr Kalorien zu sich nehmen als zuvor, da ein Teil der Nahrung unverarbeitet ausgeschieden wird. Achten Sie zusätzlich auf hochwertige Nahrung in einem Nährstoffverhältnis von 50 % Kohlenhydrate, 20 % Eiweiße und 30 % Fette. Ansonsten können Sie sich komplett darauf verlassen, was Ihnen schmeckt und vor allem gut bekommt. Sie werden mit der Zeit eigene Erfahrungen machen.

Typisches Patientenbeispiel (Beschwerden, Ängste, Arztbesuch, Diagnose, Behandlung usw.)

So hatte Michael sich seinen Urlaub nicht vorgestellt. Pünktlich zu seiner wohlverdienten Auszeit hat er wieder diese Bauchschmerzen. Ursprünglich vermutete er den Stress auf der Arbeit als Auslöser für die Schmerzen, mittlerweile fühlt er aber auch immer wieder Übelkeit in sich aufsteigen. „Wenn es morgen früh noch weh tut, gehe ich zum Arzt.“, denkt er sich.

Ein schlimmer Verdacht

Michaels Hoffnung, das Problem möge sich über Nacht lösen, war vergebens. Deswegen sitzt er jetzt pünktlich um 8 Uhr im Wartezimmer seines Hausarztes. Als sein Name aufgerufen wird, begibt er sich in den Behandlungsraum. Dr. Köhler betritt den Raum und beginnt nach dem Patientengespräch, Michaels Bauch abzutasten. Dabei stellt er weitere Fragen über die Dauer und Art der Schmerzen. Michael stutzt kurz, als Dr. Köhler sich nach Fällen von Krebs, insbesondere Bauchspeicheldrüsenkrebs, in seiner Familie erkundigt.

Am Ende der Untersuchung umspielt ein besorgter Ausdruck Dr. Köhlers Augen. „Ich werde Ihnen eine Überweisung zum Internisten ausstellen. Der soll eine Magenspiegelung vornehmen und dabei einen Blick auf die Bauchspeicheldrüse werden.“ Bereits zwei Wochen später sitzt Michael ein weiteres Mal in einem Arztzimmer. Er hat vor kurzem die Magenspiegelung hinter sich gebracht und wartet jetzt auf das Gespräch mit Dr. Winter. Als dieser den Raum betritt, beschleicht Michael ein ungutes Gefühl. Wenig später bewahrheiten sich seine schlimmsten Befürchtungen. „Wir haben bei der Magenspiegelung einen Tumor am Schwanz ihrer Bauchspeicheldrüse gefunden.“ Michael bricht der kalte Schweiß aus. Gilt die Krankheit nicht als Todesurteil? Dr. Winter kann ihn etwas beruhigen: „Wir haben die Krankheit in einem sehr frühen Stadium entdeckt und es sollte möglich sein, den Tumor operativ zu entfernen. Natürlich stehen Ihnen in nächster Zeit viele Untersuchungen ins Haus und auch die Chemotherapie nach der Operation wird kein Zuckerschlecken, aber Sie haben wirklich großes Glück und eine reelle Chance auf vollständige Heilung.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl und Timo Hülsmann
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht: 09.02.2020

Quellen

  • Asfar Azmi (2018): Molecular Diagnostics and Treatment of Pancreatic Cancer. Systems and Network Biology Approaches. Academic Press Inc, Cambridge.
  • Hans G. Beger, Bettina Rau u. a. (2008): Bauchspeicheldrüsenkrebs – Heilungschancen minimal. In: Deutsches Ärzteblatt, Volume 105, Issue 14: 255-264.
  • Tanios S. Bekaii-Saab (2019): Current and Emerging Therapies in Pancreatic Cancer. Springer-Verlag, Cham.
  • Britt-Marie Karlson, Joanne Wuu u. a. (1998): Parity and the risk of pancreatic cancer: A nested case-control study. In: International Journal of Cancer, Volume 77, Issue 2: S. 224-227.
  • Deutsche Krebshilfe (2018): Die blauen Ratgeber – Krebs der Bauchspeicheldrüse. Antworten. Hilfen. Perspektiven. Stiftung Deutsche Krebshilfe. Berlin.
  • Sun Whe Kim, Hiroki Yamaue (2017): Pancreatic Cancer: With Special Focus on Topical Issues and Surgical Techniques. Springer-Verlag, Berlin Heidelberg.
  • Leitlinienprogramm Onkologie (2014): Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse – Patientenleitlinie. Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten. Stiftung Deutsche Krebshilfe. Berlin.
  • Cheol-Young Park, Kyung-Do Han u. a. (2019): The Incremental Risk of Pancreatic Cancer According to Fasting Glucose Levels: Nationwide Population-Based Cohort Study. In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Volume 104, Issue 10: S. 4594-4599.
  • Harald Rieder, Andreas Ziegler u. a. (2002): Das familiäre Pankreaskarzinom: Klinische Manifestation, genetische Grundlagen und Möglichkeiten der Früherkennung. In: Deutsches Ärzteblatt; Volume 99, Issue 38.
  • Suketami Tominaga, Tetsuo Kuroishi (1998): Epidemiology of pancreatic cancer. In: Seminars in Surgical Oncology, Volume 15, issue 1: S. 3-7.
[Gesamt: 5   Durchschnitt:  5/5]
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2 Antworten
  • KINDERMANN DIETMAR
    14.02.2020 22:26

    HABE BAUCHSPEICHELKREBS B:W BAUCHSPEICHELSCHWANZ IST MOMENTAN BETROFFEN:VON ENDE SEPTEMBER 2019 BISJANUAR 2020 KEINE VERÄNDERUNG:OP IST ZU RISKANT DA 2015 HERZINFARKT MIT 4 STENZ WIEDER VORSTELLUNG IN VIER MONATEN OB WEITERE VERÄNDERUNGEN SIND

    • KINDERMANN DIETMAR
      11.04.2020 13:05

      WIEDER VORSTELLUNG WAR MITTE FEBRUAR MIT MRT:NOCH KEINE VERÄNDERUNG DER BAUCHSPEICHELDRÜSE:WIEDERVORSTELLUNG ANFANG JUNI MIT MRT ABER KEINE EMPFELUNG ZUR BEHANDLUNG WEDER CEMO ODER BESTRALUNG WAS NUN:

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