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Schmerzen im Handgelenk – So besiegen Sie die Schmerzen

Auf einen Blick – Schmerzen im Handgelenk

Was verursacht meine Schmerzen?

  • Überanstrengung der Sehnen, Muskeln
  • Fraktur der Knochen
  • Druck auf Nerven

Welche Krankheit kann das sein?

  • viele verschiedene Krankheiten
  • Anamnese und Tastuntersuchung wichtig für Diagnose
  • In vielen Fällen ist bei langfristigen Schmerzen ein Arztbesuch angeraten

Was ist besonders gefährlich für das Handgelenk?

  • lange, monotone Tätigkeiten
  • starke Belastungen
  • Stürze, Unfälle, Sport

Wie kann ich behandelt werden? (Auszug)

  • Bei Entzündungen hilft Cortison gegen die Schmerzen, dazu Kühlung und schmerzlindernde Medikamente
  • Schienen oder Gipsverbände bei Brüchen und Bänderverletzungen
  • Basistherapien bei Rheuma
  • PECH-Regel für leichte Verletzungen

Tipps

  • Blutergüsse im Handgelenk sind oftmals Anzeichen von Bänderrissen, Arztbesuch nötig
  • Unterschied Bruch oder Verstauchung: bei Verstauchung noch Bewegung möglich
  • Ernährungsumstellung hilft bei Arthrose, Nahrungsergänzungsmittel dagegen kaum
Die menschlichen Handgelenke sind mechanische Wunderwerke. Innerhalb von nur einer Sekunde wechseln sie vom Tragen schwerer Lasten zum feinfühligen Führen eines Stifts. Es gibt fast keine Handbewegung, die dieses Gelenk nicht aktiv mitgestaltet. Umso belastender ist es, wenn Schmerzen im Handgelenk den gewohnten Tagesablauf stören oder sogar unmöglich machen. Schon geringfügige Verletzungen oder Erkrankungen des Handgelenks wirken sich direkt auf Ihren Alltag aus und können tiefgreifende Einschränkungen mit sich bringen. Außerdem spüren Sie die Schmerzen wortwörtlich bei jedem Handgriff. Die Gründe für Schmerzen im Handgelenk sind vielfältig, die Symptome häufig ähnlich und für den Patienten schwer zu unterscheiden, wann es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt.

In diesem Text informieren wir Sie über verschiedene Formen von Handgelenkserkrankungen, die Schmerzen verursachen. Zusätzlich beantworten wir alle Fragen, die Sie zur Behandlung, zur Vorbeugung und zum Umgang mit Schmerzen im Handgelenk haben.

Leiden Sie unter Schmerzen im Handgelenk oder haben Angehörige/Freunde, die über medizinische Beschwerden der Handgelenke klagen? Informieren Sie sich im folgenden Artikel gerne weiter und teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und anderen Lesern im Kommentarbereich unter dem Artikel.

Wie ist das Handgelenk aufgebaut?

Das Handgelenk bildet sich aus mehreren Teilgelenken, die zusammen mit den Fingergelenken für die Beweglichkeit und das Feingefühl der Hand zuständig sind. Komplexe Bewegungen wie beispielsweise das Greifen und Benutzen eines Löffels oder ein Musikstück auf dem Klavier zu spielen sind nur möglich, wenn diese Vielzahl der Gelenke einwandfrei zusammengehalten wird, um ineinander zu greifen. Dann erlauben die Teilgelenke der Hand aber eine beinah uneingeschränkte Bewegungsfreiheit. In den folgenden Absätzen stellen wir Ihnen die verschiedenen Teile und ihre Funktion vor.

Viele kleine Knochen

Die Speiche – der innenliegende Unterarmknochen – gehört streng genommen nicht zum Handgelenk, liefert aber ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Funktionsweise der Hand. Die Elle – der zweite Unterarmknochen – ist mithilfe von Bändern und Sehnen mit den äußeren Handgelenksknochen verbunden und gibt dem Handgelenk die nötige Stabilität.

Insgesamt befinden sich acht kleine Knochen in der Hand. Diese sind – vereinfacht gesagt – in zwei leicht versetzten Viererreihen, auch Einheiten genannt, angebracht. Die Speiche berührt dabei das Kahn – und das Mondbein. Bei der rechten Hand liegen nun rechts neben diesen beiden Knochen noch das Dreiecksbein und das sehr kleine Erbsenbein. Die zweite Einheit liegt davor, zwischen der ersten Einheit und den Mittelhandknochen. Hier befinden sich das große und kleine Vieleckbein, das Kopfbein und das Hakenbein. Das Zusammenspiel dieser Knochen mit den umgebenden Bändern ermöglicht die Beugung, Streckung und das seitliche Abspreizen der Hand.

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Die Bänder halten alles zusammen

Bänder und Sehnen stützen die Knochen des Handgelenks. Zwischen den Unterarmknochen und der ersten Einheit der Handwurzelknochen verlaufen fünf Bänder, die Elle und Speiche mit den Knochen verbinden. Zusätzlich sind die acht Handwurzelknochen auch untereinander gesichert, die sogenannten Binnen- oder Flächenbänder sorgen hier für Stabilität und halten alles an seinen Platz. Die zweite Einheit in der Handwurzel ist außerdem durch insgesamt vier Bänder auch mit den Mittelhandknochen verbunden.

Viele Kleinteile = anfällig für Verletzungen

Diese Komplexität des Handgelenks bringt aber auch immer eine erhöhte Gefahr für Verletzungen mit sich. Wie in jedem Lebensbereich sind die kleinen, fragilen Teile besonders anfällig für Brüche oder andere Verletzungen. Unfälle oder Stürze sind besonders gefährlich für die Knochen, aber auch die Bänder können durch Sport oder anderweitige Überlastung leiden, sich entzünden und Schmerzen verursachen. Im folgenden Kapitel listen wir die gängigsten Verletzungen des Handgelenks auf und ermöglichen Ihnen mithilfe der Symptomlisten einen schnellen Überblick über mögliche Verletzungen.

Ursachen für Ihre Schmerzen im Handgelenk

Ihre Handgelenke sind im Laufe der Zeit vielen Beanspruchungen ausgesetzt. Durch dauerhafte Belastung entwickelt sich bei vielen Menschen eine Überbeanspruchung des Handgelenks. Dabei strahlen Schmerzen in die Hand oder den Arm aus und sie können die wesentlichen Funktionen der Hand nicht mehr ungehindert ausführen. Durch lange Schreibarbeit an der Computertastatur oder andere einseitige Belastungen kann eine Verspannung des Handgelenks entstehen, die sich nur durch Ruhigstellung und Schonung des Handgelenks beheben lässt. Überbelastung erkennen Sie an leichten Schwellungen, Rötungen der Haut und Schmerzen, sowohl unter Belastung als auch im Ruhezustand. Diese Reizungen können sich zu einer Sehnenscheidenentzündung entwickeln.

Sehnenscheidenentzündung

Symptome:

  • stechende oder ziehende Schmerzen am Handgelenk oder an den Fingern
  • Schwellungen an den schmerzenden Stellen
  • Wärmeentwicklung und Rötungen
  • schlimmere Schmerzen unter Belastung
  • Verdickung der entzündeten Sehne

Die Sehnenscheidenentzündung (sog. „Tendovaginitis“) gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Handgelenks. Im Normalfall bewegen sich die Sehnen reibungslos durch die Hüllen. Sie können aber unter langer und starker Belastung anschwellen und dann an die Seiten dieser Hülle stoßen. Dabei entzündet sich die Hülle, von der die eigentliche Sehne umgeben ist. Dadurch entstehen teils stechende Schmerzen und es kann sogar zu Funktionsstörungen einzelner Finger („schnappender oder schnellender Finger“) kommen. Dabei lassen sich Finger nicht strecken, schnellen dann aber plötzlich nach vorne. Eine akute Sehnenscheidenentzündung dauert in der Regel nur wenige Tage, eine chronische Entzündung hält hingegen bis zu mehreren Monaten an. Aus diesem Grund sollten Sie bei längerfristigen Beschwerden so früh wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Nicht nur Überlastung, auch sich oft wiederholende, monotone Tätigkeiten begünstigen eine Entzündung. Sportarten mit hohem Handgelenkseinsatz wie Klettern, Tennis oder Golf führen ebenso häufig zu Beschwerden wie Renovierungs- und Gartenarbeiten.

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Gut zu wissen!
Seit 2011 ist die chronische Sehnenscheidenentzündung als Berufskrankheit anerkannt. In Berufen, in denen häufig monotone Arbeiten durchgeführt werden, kann eine dauerhafte Reizung der Sehnenscheiden zur Arbeitsunfähigkeit führen. Eine durch langes Arbeiten am Computer hervorgerufene Sehnenscheidenentzündung wird übrigens passenderweise auch „Mausarm“ genannt.

Rheumatoide Arthritis

Symptome:

  • häufige Sehnenscheidenentzündungen
  • schubweise Schwellungen des Handgelenks
  • Wärmeentwicklung und Rötung der betroffenen Stellen
  • zwischen den Schüben lässt der Schmerz nach
  • „Morgensteifigkeit“ der Gelenke, etwa eine Stunde lang Bewegungseinschränkungen am Morgen

Die rheumatoide Arthritis oder kurz „Rheuma“ ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu Entzündungen in den Gelenken kommt. Es handelt sich bei dieser Krankheit nicht um Arthrose. Der Auslöser der Krankheit ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Außerdem finden Forscher auch nicht den Grund dafür, dass Frauen dreimal häufiger von der Krankheit betroffen sind als Männer. Eine genetische Veranlagung spielt aber eine Rolle beim Auftreten der Krankheit. Bei der rheumatoiden Arthritis entzündet sich zuerst die Gelenkinnenhaut, anschließend greift sie dann auf Knochen, Bänder und Knorpel über. Dadurch bilden sich letztendlich die typischen Fehlstellungen der Hand.

In dem Artikel „Rheumatoide Arthritis bzw. Rheuma – Ursachen, Symptome und Behandlung“ gibt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl weitere Informationen zur Rheuma-Erkrankung und erklärt Ihnen mögliche Behandlungsmethoden.

Arthrose

Symptome:

  • Schmerzen im Handgelenk, anfangs akute Phasen, später dauerhaft Funktionsverlust
  • schnelle Ermüdungs- und Steifigkeitserscheinungen
  • Anlaufschmerz, nach langer Zeit ohne Belastung der Gelenke

Bei Arthrose ist die Knorpelschicht eines Gelenks verletzt oder zerstört. Dadurch ergeben sich Funktionseinschränkungen bis hin zu vollständiger Versteifung der Gelenke. Fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an dieser Krankheit, mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Arthrosebeschwerden. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, den Grund dafür vermuten Forscher in einer hormonellen Umstellung während der Menopause.

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Knochenbrüche

Symptome:

  • starke Schmerzen
  • sichtbare Fehlstellung des Handgelenks
  • Schwellungen
  • Gefühlsstörungen und Funktionseinschränkungen

Einmal kurz nicht aufgepasst und schon ist man gestürzt. Während es in jungen Jahren häufig Sport- oder Fahrradunfälle sind, reicht im reifen Alter manchmal ein leichter Schwindel oder eine Sehstörung aus, um zu stürzen. Um dabei nicht auf dem Kopf zu landen, stützt man sich im Normalfall mit den Handgelenken ab. Bei dieser Abwehrbewegung kann es zu einer sogenannten Extensionsfraktur kommen. Der Aufprall auf dem Boden bricht die Knochen und schiebt sie nach oben in Richtung Handrücken. Das genaue Gegenteil passiert bei einem selteneren Sturz auf den Handrücken oder das obere, angewinkelte Handgelenk (Flexionsfraktur). Dabei verschieben sich die gebrochenen Knochenstücke in Richtung der Innenfläche der Hand.

Eine distale Radiusfraktur passiert häufig im Alter. Durch Osteoporose porös gewordene Knochen der Speiche – der äußere, lange Knochen im Unterarm – brechen bei einem Sturz häufig sehr nah am Handgelenk.

„Nach Unfällen stellt sich häufig die Frage, welche Verletzung am Handgelenk erlitten wurde. Fehlstellungen der Knochen und Bewegungsunfähigkeit der Hand sind Anzeichen für einen Bruch.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Bänderverletzungen

Symptome:

  • leichte Schmerzen im Ruhezustand, stechend und stark bei Bewegungen
  • Beweglichkeit nicht bedeutend eingeschränkt, bei schweren Verletzungen sogar mehr Beweglichkeit als üblich („Gelenkinstabilität“)
  • Schwellungen oder Blutergüsse
  • pulsierender Druck bei Bänderriss

Die häufigste Bänderverletzung ist die Verstauchung. Diese leichte Verletzung ist besonders bei Sportlern gängig und erfordert außer Ruhigstellung und Kühlung keine medizinische Behandlung, um auszuheilen. Sollten Merkmale von Entzündungen – also Wärmeentwicklung und pochende bzw. pulsierende Schmerzen – auftreten, kann ein Band auch an- oder vollständig gerissen sein. Blutergüsse sind ebenfalls Zeichen für einen Bänderriss, der dringend mithilfe eines MRTs untersucht werden sollte. Bei einem vollständigen Abriss kann unter Umständen eine Operation nötig sein, um das Band wieder „zu flicken“.

Weitere Informationen zur Unterscheidung von Bänderdehnungen und Bänderrissen erfahren Sie in dem Artikel „Fuß umgeknickt – Bänderriss oder Bänderdehnung: Was tun?“. Vorrangig beschäftigt sich der Artikel mit dem Sprunggelenk, Sie können die Informationen aber auch für die Einordnung Ihrer Handgelenksverletzung nutzen.

Diskusverletzungen

Symptome:

  • Belastungsschmerz (insbesondere beim Öffnen eines Drehverschlusses oder einhändigem Tragen)
  • Entzündungszeichen im Handgelenk (Wärme, Schwellung)
  • Bewegungseinschränkung

Nicht nur in der Wirbelsäule, sondern auch im Handgelenk kann es zu einer Diskusverletzung kommen. Insbesondere Stürze auf das Handgelenk oder Überbelastungen führen zu Einrissen dieser Bindegewebsstruktur. Bei einer solchen Verletzung führen insbesondere Drehbewegungen des Handgelenks zu Schmerzen.

Karpaltunnelsyndrom

Symptome:

  • das Gefühl eingeschlafener Hände oder Finger
  • ständiges Kribbeln in den Fingern
  • Taubheitsgefühl
  • Schmerzen und Schwellungen in den Fingern
  • „schnappende“ Finger

Der Karpaltunnel wird von den Handwurzelknochen und einem der Bänder gebildet und führt vom Arm bis in die Hand. In diesem Tunnel verlaufen die Beugesehnen der Finger und der Mittelhandnerv N. medianus. Der Tunnel kann von Geburt an zu eng für die darin verlaufenden Sehnen und den Nerv sein, woraufhin dann ein Druck auf diesen Nerv ausgeübt wird. Daraus entwickeln sich einige Problemfelder, von „eingeschlafenen Händen“ bis hin zu schmerzenden, geschwollenen und sogar „schnellenden“ Fingern.

Ganglion

Symptome:

  • Schmerzen bei Belastung
  • runde, elastische Neubildung im Handgelenksbereich

Ganglien werden im Volksmund auch Überbeine genannt und sind harmlose cystische Neubildungen, die sich mit Gelenksflüssigkeit gefüllt haben. Durch einen kleinen „Strohhalm“ gelangt diese Flüssigkeit aus der Gelenkkapsel heraus und bildet unter der Haut eine elastische Kugel, die im Verlauf der Zeit härter wird. Entgegen der landläufigen Meinung handelt es sich nicht um einen Knochen, der dort sichtbar wird.

Die Gründe für diese Neubildungen sind nicht abschließend erforscht. Da es sich um eine gutartige Neubildung handelt, besteht schlicht nicht die Notwendigkeit nach einer schlüssigen Erklärung zu forschen. Bei auftretenden Problemen oder falls sich das Ganglion nicht von selbst zurückbildet, kann es durch eine Cortisoninjektion (vorübergehend) behandelt werden oder es wird in einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernt.

Lunatummalazie

Symptome:

  • zu Beginn: Schwellungen des Handgelenks bei Belastung
  • Schmerzen mittig auf dem Handgelenk bzw. der Handwurzel
  • abnehmende Beweglichkeit der Hand
  • am Ende: Arthroseschmerz und Versteifungen

Bei der Lunatummalazie stirbt das Mondbein – ein Knochen des Handgelenks – schrittweise ab. Dieser Knochen ist einer der Verbindungspunkte zur Speiche und das Absterben führt zu den vielseitigen Problemen, die oben beschrieben werden. Die Ursache ist auch hier nicht abschließend geklärt, es wird ein Durchblutungsproblem vermutet, das durch genetische Veranlagung begünstigt werden kann. Dieses Auftreten wird als idiopathisch bezeichnet, ist also ungeklärten Ursprungs. Es kann aber ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass ein Trauma (z. B. durch einen Fahrradunfall), eine Viruserkrankung, die Folgen einer Cortisontherapie oder Herzerkrankungen die Ursache sind.

Gut zu wissen!
Das Wort „Idiopathie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet, dass eine Krankheit nicht auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden kann. Sie existiert dann als „selbständiger Krankheitszustand“. Beispielsweise 15 % der Fälle bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung passieren plötzlich und ohne klar erkennbare Ursache, man spricht von idiopathischer Pankreatitis. Kranheiten wie Arthritis, Pneumonien, Nesselsucht oder sogar Epilepsie können ebenfalls idiopathisch auftreten.

Komplexes regionales Schmerzsyndrom

Symptome:

  • starke, anhaltende Schmerzen im Handgelenk
  • selten Bewegungs- oder Funktionsstörungen
  • kann im Anschluss an Operationen oder Verletzungen auftreten

Diese Krankheit wird auch Morbus Sudeck oder aus dem Englischen CRPS genannt. Nach Unfällen mit Knochenbrüchen können dauerhafte Schmerzen sowie motorische und sensorische Störungen auftreten. In einigen Fällen sind auch Operationen die Ursache für die plötzlich auftretenden Schmerzen. Die Ursache wird in einer Fehlfunktion des sympathischen Nervensystems vermutet. Der Sympathikus ist für den Umgang des Körpers mit Stress oder Gefahren zuständig. Grundsätzlich kann CRPS an jeder verletzten oder operierten Stelle auftreten, das Handgelenk ist durch die erhöhte Bruchwahrscheinlichkeit bei Stürzen aber besonders gefährdet.

Weitere Informationen zum komplexen regionalen Schmerzsyndrom finden Sie in unserem Artikel „CRPS – Komplexes Regionales Schmerzsyndrom | Symptome, Ursachen, Behandlung.“

Im folgenden Video gibt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl zusätzliche Informationen zum Umgang und den Folgen von CRPS und stellt Ihnen vor, wie Sie dieses Schmerzsyndrom behandeln können.

CRPS | Morbus Sudeck | Nervenschmerzen | CRPS Fuß, CRPS Hand | CRPS Behandlung | Schmerzsyndrom

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Schmerzen im Handgelenk

Gespräche bringen die ersten Hinweise

Genauso vielfältig wie die Erkrankungen des Handgelenks sind auch die Diagnosemöglichkeiten. Während beim Karpaltunnelsyndrom häufig schon die Information „eingeschlafene Hände“ für einen Mediziner ausreichen kann, um die Krankheit zu diagnostizieren, sind andere Krankheiten schwieriger zu erkennen und zu unterscheiden. In diesen Fällen hilft ein Gespräch mit dem Patienten, um eine detaillierte Anamnese aufzustellen. Dabei werden wichtige Grundfragen geklärt, die den genauen Charakter der Verletzung oder Erkrankung eingrenzen und am Ende bei der Diagnosefindung helfen.
Häufige Fragen sind beispielsweise:

  • Haben sie Schmerzen im Handgelenk? Sind das stechende oder ziehende Schmerzen?
  • Haben Sie durchgängig Schmerzen? Wann lassen die Schmerzen nach?
  • Beschränken sich die Schmerzen nur auf das Handgelenk/die Hand oder strahlen sie aus?
  • Sind die Schmerzen plötzlich aufgetreten? Können Sie ein Ereignis ausmachen, das diese Schmerzen ausgelöst hat?
  • Wie lange leiden Sie schon unter diesen Schmerzen?
  • Sind Ihnen Grunderkrankungen, wie beispielsweise Rheuma oder Diabetes (Zuckerkrankheit) bei Ihnen oder Ihrer Familie bekannt?
  • Haben Sie diese Schmerzen, wenn sie die Hand bewegen oder aufstützen? Haben Sie auch Schmerzen, wenn Sie die Hand normal halten?
  • Waren Ihre Handgelenke in letzter Zeit besonderen Belastungen ausgesetzt? Arbeiten Sie viel am Computer?
  • Haben Sie noch zusätzliche Beschwerden? Taubheitsgefühl, Funktionseinschränkungen oder Fehlstellungen?

Vieles kann ein Arzt erfühlen

Durch eine Abtastuntersuchung kann Ihr Arzt weitere Krankheitssymptome ertasten. Schwellungen oder eine Wärmeentwicklung, die auf Entzündungen hinweist, werden ebenso registriert wie Rötungen oder geringfügige Fehlstellungen der Knochen, die Sie selbst noch nicht wahrgenommen haben.

Im gleichen Untersuchungsschritt wird auch überprüft, ob Sie ihre Hände vollständig und frei bewegen können. Viele Verletzungen wie CRPS oder Arthrose verursachen Funktionsstörungen der Hände. Folgt aus diesem Test, dass bestimmte Gelenke nicht mehr gebeugt oder vollständig gestreckt werden können, grenzt dies die Anzahl der Diagnosen ein. Ein besonderer Test ist der Phalen-Test. Dabei werden die Handrücken für bis zu eine Minute aneinander gedrückt um eine Reaktion der Handgelenke zu provozieren. Verursacht oder verstärkt dies die Beschwerden, liegt im Normalfall ein Karpaltunnelsyndrom vor.

Weitere Untersuchungsmethoden bei Schmerzen im Handgelenk

Bei einigen Krankheiten sind die ertasteten und erfragten Symptome nicht eindeutig. In diesen Fällen bieten sich weitere Untersuchungen an. Bei dem Verdacht auf Knochenbrüche ist eine Röntgenuntersuchung die bevorzugte Methode um Veränderungen der Knochenstruktur sichtbar zu machen. Auf diesen Bildern zeigt sich jede Verletzung der Knochen.

Vermutet Ihr Arzt eine Beteiligung der Nerven, so kann mithilfe einer sogenannten Elektromyografie gemessen werden, ob die Nerven alle Impulse schnell und vollständig weiterleiten. Damit lassen sich Ausfälle in der Hand feststellen und der Arzt erhält Informationen über den Ort der Schädigung.

Bänderverletzungen, im Speziellen Bänderrisse, werden mithilfe von MRT-Untersuchungen diagnostiziert. Bei einer MRT-Untersuchung werden mithilfe von Magnetwellen Veränderungen im Körperinneren sichtbar gemacht. Diese strahlungslose Methode der Diagnostik bietet sich für Bänderverletzungen an, da diese sonst nur schwer sichtbar gemacht werden können. Insbesondere der Grad der Bänderverletzung ist für die Behandlung wichtig und kann mithilfe einer MRT-Untersuchung genau eingeschätzt werden.

Durch seine Lage und Form ist es für Mediziner schwierig, einen Kahnbeinbruch auf dem Röntgenbild zu erkennen. Erst weitere Aufnahmen in einem speziellen Winkel machen den Bruch sichtbar. Diese Aufnahmen werden häufig erst gemacht, wenn sich über Wochen keine Besserung einstellt.

Wesentlich effektiver ist hier eine Computertomographie (CT). Bei diesem Verfahren erzeugen Röntgenstrahlen sehr dünne Schnittbilder eines Körperteils. Mithilfe eines Computerprogramms wird daraufhin ein Modell des gescannten Bereichs erstellt, aus dem Veränderungen der Knochen ersichtlich werden.

Fakten-Box Schmerzen im Handgelenk

Schmerzen im Handgelenk

  • Vielzahl an Ursachen
  • das Handgelenk ist gefährdet für Brüche und Verletzungen durch Stürze und Unfälle: „Abwehrhaltung“
  • bei Wärmeentwicklung häufig Entzündung
  • Blutergüsse weisen auf schwere Bänderverletzung hin
  • Stärke der Schmerzen oftmals Indikator, ob medizinische Behandlung nötig ist

Mögliche Symptome

  • Schmerzen im Ruhezustand
  • Schmerzen bei Belastung
  • Schwellungen
  • Rötungen/Wärmeentwicklung
  • Blutergüsse
  • Funktionseinschränkungen
  • Taubheitsgefühl
  • Steifigkeit der Hand
  • Fehlstellungen der Hand und Finger

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlungsmethoden bei Schmerzen im Handgelenk

Eine generelle Behandlungsmethode bei Handgelenksschmerzen zu nennen, ist nicht möglich, da die Vielzahl an möglichen Erkrankungen ein individuelles Vorgehen nötig macht. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die unten beschriebene PECH-Regel für eine Vielzahl der leichten Schmerzereignisse ausreicht und die Erkrankungen häufig auf Überbeanspruchung oder leichten Verletzungen beruhen. Diese bessern sich schnell und heilen im Regelfall ohne ärztliche Hilfe in wenigen Tagen oder Wochen aus.

Im folgenden Kapitel zeigen wir Behandlungsmethoden für ausgewählte häufige Handgelenksbeschwerden auf. Diese Aufzählung ist nicht vollständig und Sie sollten nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie langanhaltende Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Funktionsstörungen in den Händen verspüren.

Knochenbrüche

Knochenbrüche erfordern eine lange Ruhezeit, um den gebrochenen Knochenteilen die Zeit zu geben, wieder richtig zusammenzuwachsen. Dafür wird für mindestens 4 Wochen eine Gipsschiene angebracht, die die absolute Ruhigstellung des Bereichs sichert. In einigen Fällen müssen die Knochen vorher wieder in die richtige Position gebracht werden. Diesen Vorgang nennt man Reposition. In komplizierten Fällen kann eine Operation dafür nötig sein. Dies ist häufig der Fall, wenn Gelenke oder benachbarte Bänder und Nerven beteiligt sind. Dann trifft der Arzt die Entscheidung, dass operativ werden muss.

Tipp: Um Schwellungen durch den Gipsverband zu vermeiden, sollte der eingegipste Arm hoch gelagert werden. Im Alltag sollte der Arm aber möglichst normal belastet werden, um durch die Bewegung eine Rückbildung der Muskeln im eingegipsten Arm zu verhindern.

Bänderverletzungen & Diskusverletzungen

Bei Bänderverletzungen ist es wichtig, den genauen Grad der Verletzung zu kennen. Es wird unterschieden zwischen Verstauchungen (Grad 1), Bänderanrissen (Grad 2) und kompletten Bänderrissen (Grad 3). Während Verstauchungen – schmerzhafte Überdehnungen der Bänder – oftmals mithilfe der PECH-Regel behandelt werden und selbständig heilen, müssen Bänderrisse mitunter sogar operativ korrigiert werden. Ein lediglich verstauchtes Handgelenk kann zusätzlich mithilfe einer Bandage oder Taping stabilisiert werden.

Bei Bänderrissen nutzen Mediziner verschiedene Methoden. Die konservative Methode sieht einen Gipsverband zur Ruhigstellung vor. Bei Bänderanrissen reicht meistens auch schon eine leichte Schiene oder Taping. Operationen werden, soweit möglich, vermieden. In Fällen, in denen mit dem Band zusätzlich ein Knochenfragment abreißt, sind sie unumgänglich. Außerdem wird operiert, wenn die Gefahr droht, dass Schmerzen chronisch werden oder die Gelenkfunktion dauerhaft eingeschränkt werden könnte.

Diskusverletzungen am Handgelenk werden mithilfe einer Handgelenksarthroskopie behandelt. Dabei wird eine Kamera in das Handgelenk eingeführt und die verletzten Ränder des Diskus repariert. Bei einem Komplettabriss des Diskus triangularis wird dieser bei einer Arthroskopie ebenfalls wieder angenäht.

Entzündungen

Entzündungen sind oftmals die Folge von Überbeanspruchung der Handgelenke. Die Behandlung verläuft in diesen Fällen immer ähnlich. Cortison hilft dabei, die Entzündung zu lindern, während gleichzeitig die Schmerzen gestillt werden. Zwei besonders häufige Formen der Entzündung sind die Sehnenscheidenentzündung und rheumatoide Arthrose. Sehnenscheidenentzündungen sind häufige Erkrankungen der Handgelenke und dienen als gutes Anschauungsbeispiel für die typische Behandlung einer Entzündung am Handgelenk.

Sehnenscheidenentzündung

Die wichtigste Maßnahme zur Behandlung einer Sehnenscheidenentzündung ist die Ruhigstellung des entzündeten Handgelenks. Mithilfe einer Schiene oder sogar eines Gipsverbandes kann sichergestellt werden, dass das Handgelenk über einen längeren Zeitraum nicht belastet wird.

Bei Schwellungen sollte die betroffene Stelle gekühlt werden. Die Kühlung hilft gegen akute Schmerzen und sollte im Stundentakt wiederholt werden. Die Kühlpacks sollten SIe dabei nie direkt auf die geschwollene Stelle legen. Besser ist es, sie in ein dünnes Tuch zu wickeln, um einen zusätzlichen Schaden durch übermäßige Kälteeinwirkung zu vermeiden. Leicht zu merken und von vielen Medizinern empfohlen bei Entzündungen und bei Prellungen: die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagern.

Zusätzlich zur Ruhigstellung und Kühlung helfen eine entzündungs- und schmerzhemmende Creme und Schmerztabletten dabei, schneller wieder fit zu sein. Bei schweren Fällen kann ein Arzt auch Cortison direkt neben die Sehne spritzen um die Entzündung zu stoppen. Dabei ist aber viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Sehne nimmt zusätzlichen Schaden, wenn das Cortison direkt in sie gespritzt wird.

Als letzte Möglichkeit bietet sich eine operative Behebung der Probleme an. Bei einer chronischen Entzündung kann die Sehnenscheide aufgetrennt und so entlastet werden.

Rheumatoide Arthritis

Bei der rheumatoiden Arthritis ist es wichtig, die Krankheit so früh wie möglich zu behandeln. Rheumatoide Arthritis kann mit Medikamenten verlangsamt oder sogar vollständig aufgehalten werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto geringer sind die Gelenkschäden. Diese können nicht mehr umgekehrt werden. Da es sich auch hier um eine Entzündung handelt, hilft hier ebenfalls Cortison. Neben der entzündungshemmenden Wirkung hilft es auch gegen die Schmerzen. Ebenso können nichtsteroidale Antirheumatika (Diclofenac, Naproxen, Ibuprofen) eingesetzt werden. Beide Medikamente können den Fortschritt der Krankheit allerdings nicht beeinflussen.

Um den Krankheitsverlauf zu beeinflussen, ist eine sogenannte Basistherapie nötig. Für diese Basistherapie können entweder synthetische oder biologische (Biologika) krankheitsmodifizierende Medikamente eingesetzt werden. Methotrexat (MTX) und Sulfasalazin sind die gängigsten Medikamente, mit denen der Fortschritt der Krankheit aufgehalten werden kann.

Um die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, greifen viele Patienten auf die Physiotherapie zurück. Mögliche Maßnahmen dafür sind:

  • Krankengymnastik zur Korrektur von Fehlstellungen, besserer Beweglichkeit und Stabilisierung der Gelenke
  • Bewegungsübungen, die selbständig zuhause ausgeführt werden können
  • Bewegungsbäder, sog. Rheumabäder und Kältebehandlungen

Von Wärmebehandlungen sollte allerdings abgesehen werden, da sie zwar kurzfristig die Schmerzen lindern, langfristig aber die entzündeten Gelenke belasten. Zusätzlich kann mithilfe der Ergotherapie erlernt werden, wie man trotz der Bewegungseinschränkung im Alltag leben kann.

Karpaltunnelsyndrom

Die Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms sieht die Ruhigstellung der Hand vor. Dafür bietet sich eine leichte Schiene an, die die Bewegung gezielt beschränkt, ohne den Alltag zu sehr zu behindern. Falls sich die Schmerzen verstärken, eventuell sogar Taubheitsgefühle oder Funktionseinstellungen einstellen, kann mithilfe eines kleinen Eingriffs geholfen werden. In seltenen Fällen kann Cortison in den Handgelenkstunnel gespritzt werden. Da dabei aber leicht Nervenschäden auftreten können, sollte diese Behandlung nur von erfahrenen Medizinern durchgeführt werden. Eine ausschließlich medikamentöse Behandlung ist bei dieser Erkrankung nicht erfolgsversprechend.

Arthrose

Das Hauptziel bei der Behandlung von Arthrose ist das Herauszögern einer Operation. Patienten können mithilfe eines multimodalen Ansatzes versuchen, die Funktion ihrer Gelenke so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Medikamente zur Schmerzlinderung, Ergo- und Physiotherapie und eine Ernährungsumstellung sind nur einige Maßnahmen.

In unserem Artikel „Die 7 Eckpfeiler einer ganzheitlichen Arthrosetherapie“ erläutern wir detailliert, welche Möglichkeiten es gibt und wie erfolgsversprechend ein multimodale Therapieansatz ist.

Exkurs: Nahrungsergänzungsmittel gegen Arthrose
Es ist mittlerweile erwiesen, dass eine lacto-vegetarische Ernährung und Lebensmittel wie beispielsweise Dinkel, Lachs oder Linsen förderlich bei Arthrose sind. Weniger bekannt ist allerdings die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Krankheit. Wie viel Wahrheit steckt hinter den vollmundigen Versprechen, dass es das Heilmittel in Pillenform gibt?Generell lässt sich feststellen, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Heilmittel sind und auch nicht als Medikamente beworben werden dürfen. Es handelt sich um hochdosierte Wirkstoffe, wie Vitamine oder Mineralien, aber nicht um Arzneimittel. Bei einer ausgewogenen Ernährung muss niemand auf diese Ergänzungen zurückgreifen, da genug Nährstoffe über die Nahrung aufgenommen werden.Die Wirkung bei Arthrose ist bestenfalls umstritten. In keiner Studie konnte die Wirksamkeit ausreichend belegt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit lehnte in der Vergangenheit die Zulassung zahlreicher Nahrungsergänzungsmittel bereits ab, da keine Wirkung wissenschaftlich nachweisbar war.

Nähere Informationen zur Wirksamkeit dieser Mittel erhalten Sie zusätzlich in unseren zahlreichen Artikeln zu Haifischknorpeln, Glucosamin und Chondroitin oder Bor/Borax gegen Arthrose.

Aktuelle Forschung – Risikosportart Snowboarden?

In einer jüngst erschienenen Studie befassen sich Forscher mit dem Snowboarden als Risikosportart. Insbesondere die Handgelenke, das Steißbein und die Schultern wurden als gefährdete Körperteile gekennzeichnet. Durch die Fixierung der Beine auf dem Brett kommt es überproportional oft zu Stürzen, bei denen das volle Körpergewicht auf eine Stelle einwirkt. Während dadurch die unteren Extremitäten weniger gefährdet sind, zeigen sich insbesondere bei den fragilen Handgelenken hohe Verletzungszahlen. Gerade Anfänger ohne adäquate Sturztechnik erleiden beim Abfangreflex der Arme eine Handgelenksverletzung.

Häufige Verletzungen

Frakturen des Handgelenks sind die häufigsten Bruchverletzungen beim Snowboarden. Insgesamt entfallen 45 % aller Verletzungen auf die oberen Extremitäten und obwohl auch die Ellenbogen und Schultern dazu gezählt werden, ist das Handgelenk das mit weitem Abstand am meisten verletzte Körperteil.

Besonders besorgniserregend kommt hinzu, dass bis zu 20 % der Frakturen nicht zufriedenstellend verheilen. Selbst nach einer langwierigen Behandlung mit einem Gipsverband kommt es in über einem Fünftel der Fälle zu unbefriedigenden Heilergebnissen. In einigen Fällen muss sogar operativ korrigiert werden, was für die Patienten zu einer weiteren Ausfallzeit führt.

Vorbeugung

Die Studie konnte einen klaren Zusammenhang zwischen Fahrerfahrung und Verletzungsanfälligkeit ausmachen. Erfahrene Snowboarder stürzen zwar nur unwesentlich seltener, können sich aber durch die langjährige Erfahrung besser auf den Sturz vorbereiten und damit schwere Folgen abwenden. Auch der Gebrauch von Schutzausrüstung ist entscheidend. Während Hobbyfahrer oftmals darauf verzichten, greift ein Großteil der Vielfahrer mindestens auf Helm und Ellbogenschoner zurück. Interessanterweise raten mehrere Studien von der Benutzung von Handgelenkschonern ab, da diese den Aufprall nicht abfangen, sondern die Wucht weiter in den Arm leiten und dort für teilweise schwerere Verletzungen sorgen.

Quelle: Lukas Ulmer u. a. (2018): Verletzungsprofil und aktuelle Präventionsansätze im Snowboarden. In: Sports Orthopaedics and Traumatology. Volume 34, Issue 3: S. 287–294.

Häufige Patientenfragen

Ich habe nachts das Problem, dass meine Hand „einschläft“, ich selbst aber durch das Kribbeln wachliege und nicht schlafen kann. Zusätzlich fühlt sich die Hand in letzter Zeit etwas taub an. Was könnte das sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Das Gefühl der „eingeschlafenen Hand“ ist ein starkes Anzeichen für ein Karpaltunnelsyndrom. Zudem zeigen die wahrgenommenen Taubheitsgefühle, dass bereits Nervenschäden vorliegen und ihr Karpaltunnelsyndrom schnellstmöglich operiert werden sollte. Viele Patienten gehen aus Angst vor einer Operation nicht oder zu spät zum Arzt und riskieren damit dauerhafte Nervenschmerzen und -schäden. Dabei ist lediglich ein kleiner Eingriff nötig, um die Beschwerden zu lindern. Übrigens, auch zeitweise Besserung nach Schonung ist kein Anzeichen für eine Genesung. Je früher dieser Routineeingriff vorgenommen wird, desto weniger Nervenschäden bleiben zurück.

Bei mir wurde Arthrose diagnostiziert. Ich habe gehört, dass Nahrungsergänzungsmittel die Arthrose heilen können, stimmt das? Welche Nahrungsergänzungsmittel empfehlen Sie?

Dr. Dr. T. Weigl
In der aktuellen Forschung finden sich keine wissenschaftlichen Belege für die heilende Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln. Richtig ist, dass eine Ernährungsumstellung den Fortschritt der Arthrose bremsen kann. Ich habe auf dieser Homepage mehrere Artikel zur Wirkung verschiedener Nahrungsergänzungsmitteln, darunter Haifischknorpel, Glucosamin und Bor. Ich informiere in eigenen Artikeln zusätzlich über verschiedene Therapieansätze wie die Elektro – oder Thermotherapie bei Arthrose.

Ich bin mit dem Fahrrad gestürzt und habe seitdem Schmerzen im Handgelenk. Wie unterscheide ich eine Verstauchung von einem Bruch?

Dr. Dr. T. Weigl
Bei der Verstauchung handelt es sich um eine Bänderdehnung. Sie kann sehr schmerzhaft sein, manchmal sogar schmerzhafter als ein Bruch. Zudem zeigen sich Schwellungen und Blutergüsse. Diese Symptome können allerdings auch alle bei einem Handgelenksbruch auftreten. Sichere Unterscheidungsmerkmale sind allerdings Fehlstellungen des Handgelenks, die durch den Bruch der Knochen entstanden sind. Wenn Sie ihre Hand noch bewegen können, handelt es sich in der Regel nicht um einen Bruch. Im Zweifelsfall sollten Sie aber nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen, denn nur dort erhalten Sie anhand eines Röntgenbilds eine eindeutige Diagnose.

Sie haben mehrfach erwähnt, dass zu viel Arbeit am Computer schädlich für das Handgelenk ist. Wie kann ich da vorsorgen?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn für Sie die Arbeit am Computer unumgänglich ist, kann es schon helfen, regelmäßige Pausen einzulegen. Schon eine kurze Entspannung der Handgelenke wirkt der Abnutzung entgegen. Zusätzlich helfen Handgelenksauflagen für die Tastaturen und oftmals bringt es auch etwas, die Füße der Tastatur einzuklappen, um sie nicht so steil zu stellen. Je angewinkelter („pronierter“) das Handgelenk ist, desto anstrengender ist es auch.

Typisches Patientenbeispiel

Der Fahrradunfall

Sport ist Mord. Das wusste Thomas schon immer. Warum er sich trotzdem immer wieder von seiner Freundin Anne zu einer Fahrradtour überreden ließ, konnte er selbst nicht sagen. Jetzt hat er den Beweis für seine These aber schwarz auf weiß. Oder eher rot auf weiß. Seit dem Fahrradunfall, als er am Samstag auf dem feuchten Waldweg mit dem Vorderrad weggerutschte und schmerzhaft „auf der Nase“ landete. Seitdem hat er Schmerzen im Handgelenk: Ein dunkelblauer Bluterguss schmückt sein Handgelenk. Trotz seiner Schmerzen hielt er Anne davon ab, einen Krankenwagen für ihn zu rufen. Das fehlte noch, dass er sich mit dem Ding ins Krankenhaus fahren ließe. Mittlerweile beschleichen ihn aber Zweifel. Zum Bluterguss und den schlimmen Schmerzen kommt mittlerweile eine ansehnliche Schwellung und von dem Gedanken, den Arm noch benutzen zu können, hat er sich sowieso verabschiedet.

Eine professionelle Meinung

Da er so auf keinen Fall arbeitsfähig ist, begibt er sich Montag früh zum Arzt. Dort angekommen, wird er direkt ins Behandlungszimmer geleitet. Kurz darauf erscheint Dr. Hermann und beginnt sofort mit der Befragung. Jede von Thomas‘ Antworten wird von einem Nicken begleitet und nach einem kurzen Abtasten wendet sich Dr. Hermann an Thomas: „Ich vermute, dass Sie sich einen Bänderriss zugezogen haben. Ich werde Sie zur Überprüfung an einen Radiologen überweisen. Mithilfe einer MRT sollte der sich ein klareres Bild davon machen können. Ich kann Ihnen aber jetzt schon zusichern, dass Sie mit dem Arm in den nächsten Wochen keinen Sport mehr machen werden.“

Im Magnetresonanztomographen

Thomas lässt die kurze Untersuchung im MRT über sich ergehen und erhält wenige Zeit später das Ergebnis: Bänderanriss im Handgelenk. Nicht ganz so schlimm wie erwartet, aber Dr. Hermann hatte Recht, er wird dieses Jahr nicht mehr auf sein Fahrrad steigen können. Dafür schmückt jetzt ein weißer Gipsverband seinen Arm. Sein Radiologe meinte aber, er könne den eventuell in drei Wochen gegen eine Schiene austauschen, falls die Heilung gut verläuft.

Wenigstens kann er den Herbst jetzt ganz in Ruhe bei einem guten Buch vor dem Kamin verbringen. Zumindest, bis Anne entdeckt, dass gemeinsame Spaziergänge und Shoppingausflüge mit Thomas immer noch möglich sind. Immerhin bleibt ihm das Fahrrad erspart.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt. Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Timo Hülsmann
Lektorat: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht am: 08.12.2019

Quellen

  • Sudhi Ankarath (2006): Chronic wrist pain: Diagnosis and management. In: Current Orthopaedics. Volume 20: S. 141-151.
  • Hans Assmus u. a. (2015): Karpaltunnel-, Kubitaltunnel- und seltene Nerven­kompressions­syndrome. In: Deutsches Ärzteblatt. Volume 112: S. 14-26.
  • Nicole Kamber, Esther Vögelin (2019): Karpaltunnelsyndrom: Sinnvolle Abklärung und Therapie. Allgemeinarzt-online.de.
  • Keith T. Palmer (2003): Pain in the forearm, wrist and hand. In: Best Practice & Research Clinical Rheumatology. Volume 17, Issue 1: S. 113-135.
  • Roland Rüth (1984): Das schmerzhafte Handgelenk. In: Akt. Rheumatol. Volume 9, Issue 5: S. 149-155.
  • Christian Spies u. a. (2019): Hand- und Handgelenkfrakturen. In: Operative Orthopädie und Traumatologie. Volume 31, Issue 5.
  • Lukas Ulmer u. a. (2018): Verletzungsprofil und aktuelle Präventionsansätze im Snowboarden. In: Sports Orthopaedics and Traumatology. Volume 34, Issue 3: S. 287-294.
  • Marco Zanetti u. a. (2006): Role of MR imaging in chronic wrist pain. In: Eur Radiol. Volume 17: S. 927-938.
[Gesamt: 6   Durchschnitt:  5/5]
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