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Sport bei gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen

Bewegung ist in vielen Fällen die beste Medizin. Allerdings kommt es auf die Art und Intensität der sportlichen Aktivität an – vor allem, wenn bereits gesundheitliche Beschwerden bestehen.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Welche Sportarten können ohne Bedenken auch bei körperlichen Beschwerden ausgeführt werden? Welche Risiken gibt es? Auf was muss beim Sporttreiben besonders geachtet werden? Im nachfolgenden Artikel widmen wir uns der Wirkung von Sport im Allgemeinen und beleuchten vor allem die Aspekte, die mit bestimmten Erkrankungen in Verbindung stehen. So gelten bspw. für Arthrose-Patienten und Diabetiker besondere Regeln, wenn sie Sport treiben möchten.

Dominik hat sich schon zum x-ten Mal vorgenommen, wieder regelmäßig Sport zu treiben. Bis vor ein paar Jahren war er im Fußballverein aktiv, aber nachdem er sich im Skiurlaub mal heftig das Knie verdreht hatte, wurden die Kickschuhe an den Nagel gehängt. Seitdem hat er nicht nur an Gewicht zugelegt, sondern fühlt sich einfach insgesamt weniger fit und leistungsfähig. Im Gespräch mit seinem Kollegen Klaus wird ihm klar, dass er nicht der einzige ist, der sich fragt, welchen Sport er überhaupt ausführen könnte. Denn Klaus leidet seit einer Weile an Asthma und musste das Joggen aufgeben. Sie fragen sich, ob sie einfach mal bei ihrem Arzt nachhaken sollten – zu welcher Disziplin würde dieser wohl raten? Oder sind sie bereits ein Fall für Rehasport?

Vielen Menschen geht es so wie Dominik und Klaus, vielleicht zählen auch Sie dazu. Ihnen ist bewusst, dass Sport und regelmäßige Bewegung die Gesundheit fördern. Aber körperliche Einschränkungen und Probleme sorgen auch für Unsicherheit. Vielleicht ist Ihnen zudem nicht klar, ob bestehende Beschwerden beim Sporttreiben nicht noch schlimmer werden. Oder Sie befürchten Schmerzen bei der körperlichen Belastung.
Ihren Arzt aufzusuchen, kann auf jeden Fall mehr Aufschluss bringen. Er kennt in der Regel Ihre Vorgeschichte und die aktuelle Situation. Sicherlich wird auch er Ihnen zu mehr Bewegung raten. Denn die gesundheitlichen Vorteile überwiegen meist die Nachteile, vor allem, wenn Sie sich für eine geeignete Disziplin entscheiden.

Die positiven Auswirkungen von Sport

Unser ganzer Körperbau und auch der Organismus mit seinen verschiedenen Abläufen sind im Prinzip auf Bewegung ausgerichtet. Bei zu wenig körperlicher Aktivität können deshalb Beschwerden auftreten, die sich im Umkehrschluss durch Sport bekämpfen lassen.
In einem Interview bekräftigte die diplomierte Sportwissenschaftlerin Dr. Simone Becker die Bedeutung von Bewegung für unsere Gesundheit:

„Bewegung ist für uns essentiell. (…) Das bedeutet, unsere Körper sind immer dazu da gewesen, dass wir uns bewegen. Beispielsweise auch, um die Stresshormone wieder auf Normalniveau herunterzuregulieren. Jedes Mal, wenn wir unsere Muskulatur betätigen, werden Botenstoffe ausgeschüttet, die einen ungeahnt breitbandigen Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Dies gilt z. B. für das Herz-Kreislauf-System, aber auch für das Gehirn.“

So wirkt Sport auf Körper und Organismus

Glücklicherweise gibt es heute unzählige verschiedene Disziplinen und sportliche Betätigungsmöglichkeiten. So ist mit Sicherheit für jeden etwas Passendes dabei, das die jeweiligen Einschränkungen berücksichtigt und gleichzeitig auch noch Spaß macht.

Schwerpunkte der einzelnen Sportarten

Grundsätzlich können die verschiedenen Sportarten in drei grobe Gruppen eingeteilt werden. Sie unterscheiden sich dadurch, auf welche Weise der Körper dabei schwerpunktmäßig belastet, gefordert und gefördert wird.

Ausdauersport

Die Disziplinen zeichnen sich durch eine moderate und gleichmäßige Belastung über einen längeren Zeitraum aus und wirken besonders positiv auf das Herz-Kreislauf-System.

  • Förderung der Durchblutung
  • Verbesserung der Herzleistung
  • langfristige Senkung zu hohen Blutdrucks
  • Verringerung der Thrombosegefahr

Kraftsport

Durch die gezielten Impulse und kurzzeitig erhöhte Belastung wird verstärkt Muskelmasse aufgebaut.

  • Erhöhung des Fettstoffwechsels
  • langfristige Erhöhung des Grundumsatzes
  • Entlastung der Gelenke
  • Schutz vor Osteoporose und Arthrose

Gymnastik

Bei gymnastischen Disziplinen wie Yoga oder Turnen wird der gesamte Körper gefordert und es werden somit sowohl Ausdauer und Kraft als auch Beweglichkeit und Koordination gefördert.

  • Verbesserung der Mobilität
  • Stärkung des gesamten Bewegungsapparates und der Skelettmuskulatur
  • Verbesserung des Körperbewusstseins

Eine Kombination der verschiedenen Schwerpunkte bringt meist die besten Ergebnisse und wird in den einzelnen Bereichen auch zur Bedingung. Mit einer Stärkung der Muskulatur können Sie beispielsweise beim Joggen mehr Kraftleistung abrufen.

Positive Auswirkungen auf die Psyche

Was ebenfalls nicht unterschätzt werden darf, sind die positiven Auswirkungen auf die Psyche. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass regelmäßige sportliche Aktivitäten die Gefahr für psychische Erkrankungen senken können.
Verantwortlich für die stimmungsaufhellende Wirkung sind die verschiedenen Hormone, die der Körper bei Sport verstärkt ausschüttet. Bei einigen Patienten konnten gar die Symptome von Alzheimer gelindert werden. Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile:

  • Sport kann gezielt zur Reduktion von Stress eingesetzt werden.
  • Sport sorgt für besseren Schlaf.
  • Sport kann die kognitive Leistungsfähigkeit erhöhen.
  • Sport kann dabei helfen, Ängste abzubauen.
  • Gemeinsames Sporttreiben stärkt soziale Kontakte.

Sport und Ernährung

Körperliche Bewegung und der Stoffwechsel hängen sehr eng miteinander zusammen. Wenn Sie sich dazu entschließen, (mehr) Sport zu machen, regt dies den Stoffwechsel an. Durch die Belastung werden mehr Kalorien verbrannt, was vor allem gewünscht ist, wenn Gewicht reduziert werden soll.
Gleichzeitig steigt aber auch der Verbrauch von Nährstoffen. Je nach Sportart gibt es auch hier große Unterschiede:

  • Beim Ausdauersport werden vermehrt Kohlenhydrate verbrannt. Sie versorgen den Körper während der Belastung mit Energie und können den Bedarf an dieser vor allem über einen längeren Zeitraum decken.
  • Bei Kraftsport besteht zudem ein erhöhter Bedarf an Proteinen. Sie unterstützen den Erhalt und die Neubildung von (Muskel-)Zellen. Proteine sind besonders gut dazu geeignet, einen kurzfristigen und hohen Energiebedarf zu decken und unterstützen die Regenerationsfähigkeit des Körpers.

Für die verschiedenen anderen Stoffwechselprozesse kann durch die Belastung auch der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Mikronährstoffen steigen. Wenn Sie gleichzeitig eine bestimmte Diät verfolgen, kann es durch die sportliche Belastung gegebenenfalls zu Mangelerscheinungen kommen.
Wer beispielweise Muskelmasse aufbauen möchte, konzentriert sich dabei oft auf eine erhöhte Proteinzufuhr oder ernährt sich nach der Low-Carb-Diät. Dennoch zeigen Studien, dass auch die Kohlenhydrate eine wichtige Rolle spielen. Zwar wird nicht jeder gleich zum Hochleistungssportler mutieren, doch es lohnt sich, die Zusammenhänge und Wirkungsweisen der einzelnen Nährstoffe besser zu kennen und zu verstehen.

Sport auf Rezept?

Tatsächlich kann ein Arzt unter bestimmten Umständen Sport verschreiben. Bekannt ist vor allem die Möglichkeit des Rehasports. Er dient der weiteren Rehabilitation im Anschluss an eine Verletzung, bspw. nach einem Bruch oder bestimmten Erkrankungen wie:

  • Wirbelsäulenbeschwerden
  • Arthrose oder Rheuma
  • bestimmte Gelenkschädigungen
  • Osteoporose
  • Atemwegserkrankungen
  • bestimmte Krebserkrankungen

Bei akuten Beschwerden oder kurz nach medizinischen Eingriffen wie einer Operation müssen die betroffenen Körperstellen zunächst soweit abheilen, bis sie wieder belastet werden können. Erst danach darf mit dem Rehasport begonnen werden. Bei chronischen Beschwerden können Sie meist gleich loslegen.
Der Rehasport berücksichtigt detailliert die individuellen Einschränkungen und zielt darauf ab, den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern oder die Mobilität zu erhöhen. Er stellt einen guten Einstieg dar, um wieder fitter zu werden und anschließend selbstständig Sport treiben zu können.
Eine weitere Option ist das sogenannte Rezept für Bewegung. Zahlreiche Bundesländer haben sich der vom Deutschen Olympischen Sportbund, der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und der Bundesärztekammer gemeinsam erarbeiteten Möglichkeit angeschlossen. Zertifizierte Angebote (SPORT PRO GESUNDHEIT) können einerseits zur Vorbeugung eingesetzt werden oder bestimmte therapeutische Maßnahmen vorteilhaft unterstützen.

Ein Check vor dem Sport

Wenn Sie Bedenken haben, ob eine Sportart geeignet ist oder ob sie dabei auf bestimmte Dinge achten sollten, kann ein erster Check beim Arzt weiterhelfen. Dabei wird im Rahmen einer Eingangsuntersuchung die allgemeine Leistungsfähigkeit untersucht.
Der sportmedizinische Check besteht aus mehreren Teilen:

  • Bei einer Eingangsuntersuchung werden die allgemeine Leistungsfähigkeit beurteilt sowie der aktuelle Gesundheitszustand und Vorerkrankungen festgehalten.
  • Eine Belastungsprüfung checkt weitere Parameter. Dabei werden ein Belastungs-EKG erstellt, der Blutdruck gemessen und gegebenenfalls die Lungenfunktion überprüft.
  • Ergänzend kann eine Blutuntersuchung Hinweise zum Zuckerstoffwechsel geben.
  • Gegebenenfalls wird zudem die Lungen- oder Herzfunktion überprüft.
  • Bei Einschränkungen und Beschwerden des Bewegungsapparates sorgen unter Umständen Röntgenbilder für mehr Aufschluss.

Beim Belastungs-EKG können verschiedene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems erkannt werden. Es gibt Aufschluss über die individuelle Fitness des Patienten.

© pixelaway, fotolia.com

Die sportmedizinische Untersuchung ist eine gute Basis für die Erstellung eines persönlichen Trainingsplans oder die Empfehlung geeigneter Sportarten.
In seriösen Fitnessclubs und Vereinen können zudem in Absprache mit ausgebildeten Trainern individuelle Trainingspläne erarbeitet werden. Damit wird ebenfalls sichergestellt, dass die Anstrengung anfangs nicht zu groß ist und mögliche Überbelastungen ausgeschlossen werden.

Sporttreiben an der frischen Luft – Aufpassen bei Asthma, Allergien und Atemwegserkrankungen

Sport ist gesund und Bewegung an der frischen Luft dann erst recht. Wenn Sie allerdings an Asthma, verschiedenen anderen Atemwegserkrankungen oder bestimmten Allergien leiden, ist dies nicht immer der Fall.
Dennoch ist auch hier grundsätzlich eine sportliche Betätigung möglich und sinnvoll. Bei Asthmatikern kann Sport gezielt dabei helfen, die Lungenleistung zu verbessern und die Atemmuskulatur zu stärken. Vor allem Ausdauersportarten eignen sich gut dazu. Auf folgende Punkte sollten Sie besonders achten:

  • Überprüfen Sie (ggf. durch einen Lungenfunktionstest) Ihre Belastbarkeit und sprechen Sie über mögliche Medikation, um ein Belastungsasthma zu vermeiden.
  • Meiden Sie Sport im Freien bei zu kalten Temperaturen. Dies kann das Bronchialsystem zusätzlich belasten und einen Asthmaanfall begünstigen. Auch bei Entzündungen der Atemwege ist es gesünder, das Training nach drinnen zu verlagern.
  • Trainieren Sie möglichst im anaeroben Bereich – also bei moderater Herzfrequenz.

Zusätzlich kann das Erlernen spezieller Entspannungstechniken durch Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation dabei helfen, Asthmaanfällen vorzubeugen und in Situationen akuter Atemnot wieder zur Ruhe zu kommen.
Wenn Sie in einem städtischen Umfeld leben oder dort im freien Sport treiben möchten, sollten Sie übrigens besonders auf tatsächlich „frische Luft“ achten. Dort kann die Belastung mit Schadstoffen in der Luft bisweilen sehr hoch sein und die gesundheitlichen Vorteile aufheben.
Eine britische Studie zeigte, dass bei einer sportlichen Aktivität in einem solchen Umfeld die gesundheitlichen Vorteile verloren gehen können. Besser ist es dann, auf grüne Stadtparks oder weniger belastete Gebiete abseits der vielbefahrenen Zentren oder von Industriezonen auszuweichen.
Achten Sie beim Sporttreiben im Freien zudem auf erhöhte Ozonwerte, gerade in den warmen Sommermonaten. Das Ozon sammelt sich vor allem bei schwülem, windstillem Wetter in Bodennähe und gelangt beim tiefen Einatmen verstärkt in die Lungen. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen stellt dies ein zusätzliches Risiko dar.
Informieren Sie sich vor dem Sporttreiben über die aktuellen Werte. Sind sie zu hoch, können Sie Ihr Training alternativ nach drinnen verlagern. Auch bei Heuschnupfen oder anderen Pollenallergien sollten Sie auf Sport in geschlossenen Räumen ausweichen.

© rawpixel, unsplash.com

Sport bei Arthrose – Balance zwischen Schonung und Bewegung

Gerade bei Arthrose stellen die damit verbundenen Schmerzen oft ein Hemmnis dar, gar keinen Sport zu machen. Dabei ist gerade hier Bewegung besonders wichtig. Die betroffenen Körperstellen sollten dabei so gut wie möglich geschont werden. Hier gibt es dennoch genügend Möglichkeiten und sicher werden auch Sie eine gelenkschonende Bewegungsform finden, die Ihnen Spaß macht. Grundsätzlich gilt: Der richtige Sport im richtigen Maß und viel bewegen, aber wenig belasten. Einige Sportarten, die sich gut für Arthrose-Patienten eignen, sind bspw.:

  • Radfahren
  • Nordic Walking
  • Skilanglauf
  • Schwimmen
  • Aqua-Jogging und Wassergymnastik
  • Rudern
  • Aerobic
  • Cross-Trainer
  • Krafttraining

Weniger geeignet sind dagegen unter anderem die nachfolgenden Sportarten, da diese mit einer erhöhten Gelenkbelastungen einhergehen:

  • Handball
  • Squash
  • Fußball
  • Volleyball
  • Joggen
  • Reiten
  • Ski Alpin
  • Tennis
Sind Sie von Arthrose betroffen, treiben aber trotzdem Sport? Welcher eher gelenkschonenden Sportart gehen Sie nach? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Betroffenen, besser mit ihrer Erkrankung umgehen zu können.
 
Videobeitrag: Mehr Informationen zum Thema Sport und Arthrose in diesem Video!

Dr. Weigl zeigt in diesem Video ausführlich die Besonderheiten der Arthrose auf und erklärt, welche positiven Auswirkungen der richtige Sport bei einer solchen Erkrankung mit sich bringen kann. Denn am schlimmsten ist nach wie vor Inaktivität – der Knorpel wird zunehmend spröder, der Verschleiß des Gelenks schreitet fort und es kommt zu nur noch mehr Schmerzen.

Diabetes und Sport – Unterzuckerung und Übersäuerung vermeiden

Hier gilt es zunächst, einen Unterschied zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes zu machen. Diabetiker, die an Typ 1 erkrankt sind, können diese autoimmunologisch bedingte Störung durch Sport nicht abstellen. Dennoch können sie natürlich von den vielen Vorteilen der körperlichen Bewegung profitieren.
Wichtig ist es bei beiden Diabetesformen, stets Ihren HbA1c-Wert im Auge zu behalten und Ihre Blutzuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren und zu dokumentieren. Mit der sportlichen Aktivität sollten Sie langsam beginnen und die Ausdauer und/oder Intensität langsam steigern. In jedem Fall sollten die Insulinwerte beobachtet werden.

Achtung!
In den meisten Fällen müssen die Insulinmenge und auch die Ernährung an die veränderte Aktivität angepasst werden. Für die genaue Abstimmung kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein Sporttagebuch zu führen.

Typ-2-Diabetes hängt häufig mit Bewegungsmangel, Übergewicht und anderen Lebensumständen zusammen. Nicht nur um Gewicht zu reduzieren, sondern auch um die allgemeine Fitness zu erhöhen, ist Sport neben einer Ernährungsumstellung deshalb ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Zwei Punkte sind für alle Diabetiker wichtig:

Beim Sport ist auf eine mögliche Unterzuckerung zu achten: Durch die Belastung wird nämlich vermehrt Glucose zur Energiegewinnung verbraucht, die sich der Körper auch aus dem Blut holt. Hinweise auf eine Hypoglykämie sind:

Auch Übersäuerung ist ein besonderes Problem bei aktiven Diabetikern. Bei einem niedrigen Insulinspiegel wird es für den Körper zunehmend schwieriger, Glucose in die Muskelzellen zu transportieren. Deshalb wird verstärkt auf Fett und Eiweiß zur Energiegewinnung zurückgegriffen, was zu einer Übersäuerung (sog. ‚Ketoazidose‘) führen kann. Symptome, die sich auch erst nach einigen Stunden zeigen können und darauf hindeuten, sind:

Im Rahmen spezieller Patientenschulungen lernen Diabetiker, diese Warnsignale zu deuten und auch beim Sport stets auf ihren Körper zu hören. Mit etwas Übung kann dann genau eingeschätzt werden, wie die Insulinmenge anzupassen ist oder wie mit der Ernährung auf die Belastung reagiert werden kann, um Blutzuckerentgleisungen entgegenzuwirken.

Auch spezielle Sportgruppen sind eine Möglichkeit, um als Diabetiker aktiver zu werden, ohne dabei ein Risiko einzugehen. Das Training wird von qualifizierten Trainern geleitet und ist speziell auf die Bedürfnisse der Patienten ausgerichtet.

Häufige Patientenfragen

Wie kann ich sicherstellen, mich nicht zu überanstrengen?

Dr. T. Weigl
Zum einen ist ein individueller Trainingsplan, der an die persönliche Leistungsform angepasst ist und die jeweiligen Einschränkungen berücksichtigt, ein wichtiger Anhaltspunkt. Zum anderen sollten Sie immer auch auf Ihren Körper und mögliche Warnsignale hören. Schmerzen, Atemnot oder ein zu hoher Puls sind immer Anzeichen dafür, lieber einen Gang zurückzuschalten.
Des Weiteren können sogenannte Fitnesstracker oder Wearables dabei helfen, den Puls zu überwachen und beim Trainieren eine bestimmte Schwelle nicht zu überschreiten. Weitere Funktionen wie ein Schrittzähler oder Bewegungsmesser können zudem Aufschluss über zurückgelegte Strecken oder auch verbrauchte Kalorien geben.

Kann ich betroffene Körperbereiche irgendwie stützen und entlasten?

Dr. T. Weigl
Vor allem die Gelenke sind bei vielen sportlichen Aktivitäten besonders gefordert. Bestehen hier bereits Beschwerden, können Sie die betroffenen Gelenke mit passenden Bandagen oder Orthesen unterstützen.
Die besonderen Hilfsmittel können verschiedene Funktionen übernehmen:

  • Entlastung und Stabilisierung bei der Bewegung
  • Unterstützung der Bewegungsführung
  • Förderung der Durchblutung
  • Gezielte Massage bestimmter Bereiche

Auch das sogenannte Kinesio-Taping ist in diesem Zusammenhang immer wieder im Gespräch. Gezielt positionierte spezielle Pflasterklebebänder sollen durch Kompression und Schienung die jeweiligen Körperpartien unterstützen. Allerdings konnte die Wirksamkeit bislang nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Unter Umständen kann das Kinesio-Taping jedoch zu einer gewissen Reduzierung der Schmerzen bei der Bewegung beitragen.

Dominik hat sich mittlerweile aufgerafft und seinen Arzt konsultiert. Nach einem grundlegenden Check zeigte sich, dass sich bei ihm erste Anzeichen von Arthrose bemerkbar machen. Beide Kniegelenke sind bei ihm davon betroffen. Um der weiteren Degeneration entgegenzuwirken, hat der Arzt ihm empfohlen, es einmal mit Schwimmen zu versuchen. Da Dominik sich eher nicht zu den Wasserratten zählt, hat er nach zwei Ausflügen ins Schwimmbad das Handtuch geworfen. Allerdings hat ihn jetzt der Ehrgeiz gepackt und er hat sich in einem Fitnessstudio angemeldet. Vor allem das Krafttraining macht ihm Spaß. Zum Aufwärmen nutzt er den Ellipsentrainer, der ihm als besonders gelenkschonend ans Herz gelegt wurde.

Auch Klaus hat sich im Fitnessstudio angemeldet. Dort trainiert er jetzt regelmäßig gemeinsam mit Dominik. Das motiviert die Beiden zusätzlich. Ein Trainer hilft Klaus dabei, währen der Übungen seine Pulsfrequenz im Auge zu behalten. Somit bleibt er vor Atemnot verschont. Beide fühlen sich nach zweieinhalb Monaten bereits fitter und wohler in ihrem Körper.

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Haben auch Sie mit körperlichen Einschränkungen zu kämpfen? Haben Sie Fragen zum Thema oder Beschwerden, die hier nicht aufgeführt sind? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autor: Dr. Tobias Weigl
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 27.02.2019

Quellen

  • Arbeitsgemeinschaft Diabetes, Sport & Bewegung der DDG e. V.: Diabetikerrehasport – der sanfte Weg in ein bewegteres Leben. In: diabetes-bewegung.de.
  • John S.Y. Chan, Guanmin Liu, Danxia Liang, Kanfeng Deng, Jiamin Wu, Jin H. Yan (2018): Therapeutic Benefits of Physical Activity for Mood – A Systematic Review on the Effects of Exercise Intensity, Duration, and Modality. The Journal of Psychology 2018, Special Issue.
  • Deutscher Olympischer Sportbund e. V.: Das „Rezept für Bewegung“. In: sportprogesundheit.dosb.de.
  • diabetesinformationsdienst-muenchen.de: Sporttagebuch.
  • EuPD Research Sustainable Management (Hrsg.) (2018): Interview mit Dr. Simone Becker, Geschäftsführerin, Sportsforbusiness. In: corporate-health-award.de.
  • Holger Gugg (2018): Low-Carb – Freund oder Feind von Krafttraining und Muskelaufbau? – Teil 1. In: peak.ag.
  • Landessportbund Nordrhein-Westfalen e. V. (2012): Sport bei Ozonbelastung und Hitze. In: vibss.de.
  • Elena von der Lippe, Angela Fehr, Cornelia Lange (2017): Gesundheitsbedingte Einschränkungen bei alltäglichen Aktivitäten in Deutschland. Journal of Health Monitoring 2017.
  • Herbert Löllgen, Jürgen Wismach, Wilfried Kunstmann (2013): Das Rezept für Bewegung – Einsatzmöglichkeiten für Arzt und Patient. Klinikarzt 2013; 42: 416–420, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Ioannis D. Morres, Antonis Hatzigeorgiadis, Afroditi Stathi, Nikos Comoutos, Chantal Arpin-Cribbie, Charalampos Krommidas, Yannis Theodorakis (2018): Aerobic exercise for adult patients with major depressive disorder in mental health services: A systematic review and meta‐analysis. In: Depression & Anxiety 2018.
  • Katharina Alexandra Moser (2010): Die Effekte des Sporttreibens auf die kognitive Leistungsfähigkeit im schulischen Kontext. Inaugural Dissertation, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
  • reha-sport-bildung.de: So erhalten Sie eine Verordnung für Rehasport und stellen den richtigen Antrag für Ihre Krankenkasse.
  • Rudy Sinharay u. a. (2017): Respiratory and cardiovascular responses to walking down a traffic-polluted road compared with walking in a traffic-free area in participants aged 60 years and older with chronic lung or heart disease and age-matched healthy controls: a randomized, crossover study. In: The Lancet 391/10118, S. 339–349.
[Gesamt:4    Durchschnitt: 5/5]

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