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Rückenschmerzen – woher kommen die Schmerzen im Rücken?

Auf einen Blick – Rückenschmerzen

Was unterscheidet spezifische und unspezifische Schmerzen im Rücken?

  • unspezifische Rückenschmerzen weisen keine Veränderungen der Wirbelsäule auf, keine offensichtlichen Gründe für den Schmerz
  • oftmals Verspannungen der Muskulatur
  • spezifische Rückenschmerzen weisen Veränderungen auf, die den Schmerz erklären, bspw. ein Bandscheibenvorfall

Wer ist gefährdet für Rückenschmerzen?

  • vielseitige Risiken, kaum vermeidbar
  • kein Teil der Bevölkerung besonders gefährdet, aber höheres Risiko bei körperlich schwerer Arbeit
  • das Heben von schweren Gegenständen in falscher Haltung ist besonders schädlich für den Rücken

Symptome (Auszug)

  • unspezifische Rückenschmerzen:
    • (starke) Schmerzen
    • Bewegungseinschränkung
    • Druckempfindlichkeit
  • spezifische Rückenschmerzen:
    • degenerative Veränderungen der Wirbelsäule
    • Haltungsschäden
    • Versteifung/Verkrümmung der Wirbelsäule
    • ebenfalls Schmerzen und Bewegungseinschränkung

Behandlung (Auszug)

  • bei unspezifischen Schmerzen konservative Therapie, in seltenen Fällen Operation
  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation
  • Bewegungs- und Sporttherapie
  • Manuelle Therapie wie Chirotherapie und Manipulation
  • Wärmetherapie

Tipps zur Prävention

  • schwere Lasten nicht einseitig tragen, Belastung auf den Körper möglichst gleichmäßig verteilen
  • Kisten o. ä. mit der richtigen Technik anheben – aus den Beinen und nicht aus dem Rücken
  • viele Rückenbeschwerden können durch regelmäßiges Training gelindert oder sogar vermieden werden

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Rückenschmerzen gelten mittlerweile als Volkskrankheit Nr. 1 in Deutschland. Sie können vielfältige Ursachen haben, häufig zwickt der Rücken nach ungewohnter Belastung oder einer falschen Bewegung. Einen wirklichen Grund für die Schmerzen im Rücken kann man meistens nicht ausmachen. Allen Fällen gemein ist, dass der Schmerz zwischen Gesäß und unterem Rand des Nackens lokalisiert werden kann. Die Behandlung hängt von der Diagnose ab, in vielen Fällen ist überhaupt keine medizinische Versorgung vonnöten. Zeit und der normale Bewegungsablauf bestimmen, wie schnell Sie wieder schmerzfrei sind. Oftmals verschwinden die Schmerzen sogar von alleine. Dennoch muss ein Arzt aufgesucht werden, falls diese chronisch zu werden drohen.

In diesem Artikel erfahren Sie alles über Schmerzen im Rücken, was Sie dagegen tun können und welche Behandlungsmöglichkeiten existieren, wenn der Rücken doch einmal zwickt und schmerzt.

Wie ist der Rücken aufgebaut?

Der menschliche Rücken besteht aus Muskelpartien und der Wirbelsäule, durch die das Rückenmark läuft. Darüber hinaus stützt sie den Körper und federt Stöße ab. Dies ist möglich durch die s-förmige Krümmung. Der Rücken bildet den hinteren Rumpf des Menschen und erstreckt sich von der oberen Halswirbelsäule im Nacken bis hinunter zum Steißbein.

Die Wirbelsäule

Die Wirbelsäule besteht aus unterschiedlichen Segmenten. Die 24 Wirbelknochen (sog. ‚Vertebae‘) sind untereinander mit kleinen Gelenken verbunden. Jeder einzelne Wirbelknochen besteht aus einem Wirbelbogen (sog. ‚Arcus vertebrae‘), einem Wirbelkörper (sog. ‚Corpus vertebrae‘) und einem Wirbelloch (sog. ‚Foramen vertebrale‘). Durch letzteres läuft das Rückenmark, welches den zentralen Nervenkanal des menschlichen Körpers darstellt. Über das Rückenmark sind alle Organe und Extremitäten mit dem Gehirn verbunden.

An den Wirbelknochen befinden sich knöcherne Ansätze, über die die Wirbelknochen mit Muskelsträngen verbunden sind. Zwischen den einzelnen Wirbelknochen sitzen – außer zwischen den ersten beiden Halswirbeln – Bandscheiben. Diese wirken wie Stoßdämpfer in einem Auto und federn Stöße ab. Bandscheiben (sog. ‚Discus intervertebralis‘) bestehen aus zwei Teilen: dem Kern (sog. ‚Nucleus polpusus‘), welcher aus einer gallertartigen Masse besteht und mit Flüssigkeit angereichert ist, und dem Ring (sog. ‚Anulus fibrosus‘), der aus Faserknorpeln bestehend den Kern umschließt.

Detailliertere Informationen zum Aufbau unseres Rückens und der Wirbelsäule finden Sie in folgendem Artikel: „Die Bestandteile unseres Rückens und unserer Wirbelsäule – Ursache für Rückenschmerzen“.

„Was sind die Ursachen von Rückenschmerzen? Man weiß, dass ca. 80 Prozent aller Schmerzen im Rücken unspezifische Ursachen haben. Oftmals ausgelöst durch Verspannungen in der Muskulatur oder eine Überdehnung der Sehnen im Rücken.“ —… Klick um zu Tweeten

Die Frage aller Fragen: Wie werde ich meine Rückenschmerzen los? Dr. Dr. Tobias ist sich dieses Volksleidens bewusst und befasst sich daher in einem Video mit 7 wissenschaftlichen Fakten, die nachgewiesen gegen den Rückenschmerz helfen.

Rückenschmerzen: So besiegen Sie Ihren Rückenschmerz 👆 7 Fakten & Wissen zu Schmerzen im Rücken

Unspezifische Schmerzen im Rücken

Der Großteil – ca. 80 Prozent – der Beschwerden im unteren Rückenbereich zwischen Gesäß und unteren Rippen (sog. ‚lumbale Rückenschmerzen‘) ist nicht auf spezifische Ursachen zurückzuführen. Diese unspezifischen Ursachen können einfach nur Verspannungen der Muskeln oder eine Überdehnung der Sehnen sein.

Ausgehend von muskulären Ursachen spielen vor allem psychosoziale Faktoren eine Rolle in der Entstehung der Beschwerden. Solche Faktoren wären beispielsweise mangelnde Fitness und Mobilität sowie die Ernährung (physiologisch-organischer Faktor), erhöhte Empfindsamkeit, wenn es um körpereigene Signale geht (kognitiv-emotionaler Faktor) sowie Probleme am Arbeitsplatz und im Beruf (sozialer Faktor). All diese Einflüsse spielen bei dem Auftreten von Rückenschmerzen eine Rolle.

Wann ist es passiert?

Oftmals ist es schwierig, den Zeitpunkt der Verletzung genau festzulegen. In einigen Fällen schmerzt der Rücken erst am Tag nach der Belastung, manchmal merkt man aber schon direkt nach einer falschen Bewegung, dass der Rücken gerade in Mitleidenschaft gezogen wurde. Gängige Risikofaktoren sind Bewegungen beim Sport und das Helfen bei Umzügen. Aber sogar das simple Anheben einer Wasserkiste kann den Rücken verletzen und für eine Zwangspause sorgen.

In den meisten Fällen verschwinden die Schmerzen ohne ärztliche Behandlung innerhalb von einigen Tagen. Sollten die Schmerzen aber länger als drei Monate anhalten, so spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Dieser Zustand sollte dringend von einem Arzt untersucht werden.

Spezifische Schmerzen im Rücken

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen. Nur in 20 Prozent aller Fälle gibt es spezifische Ursachen, auf die der Schmerz zurückzuführen ist. Welche sind die bekanntesten? Wir haben für Sie eine kleine Liste der häufigsten spezifischen Ursachen für Rückenbeschwerden zusammengestellt.

Bandscheibenvorfall (sog. ‚Diskusprolaps‘)

Die Bandscheiben liegen in der menschlichen Wirbelsäule zwischen den Wirbelelementen. Bei einem sogenannten Bandscheibenvorfall kommt es zu einer Zerstörung des Anulus fibrosus der Bandscheibe. Teile des Kerns befinden sich dadurch außerhalb des Rings aus Faserknorpel. Der kurze, stechende Schmerz, der plötzlich eintreten kann, entsteht dadurch, dass der hinausgelangte Kern auf die Nerven drückt. Daneben strahlt der Schmerz oft in das linke oder rechte Bein aus.

Betroffen sind vor allem Menschen zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr. Allerdings gehören Schwangere und Menschen mit dauerhafter Fehlbelastung und Übergewicht ebenso zur Risikogruppe.

Sind Rückenschmerzen das sichere Zeichen für einen Bandscheibenvorfall? Wie Sie einen Bandscheibenvorfall erkennen können und welche Behandlungsmöglichkeiten Ihnen dann zur Verfügung stehen, erklärt Ihnen Dr. Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Prolaps: Rückenschmerzen durch Bandscheibenvorfall in HWS/ LWS ⚡ Symptome, Gefahren & Therapie

Degenerative Veränderungen (sog. ‚Spondylosis deformans‘)

Durch altersbedingten Verschleiß der Wirbelknochen kann es zu einer Degeneration dieser kommen. Eine Folge der degenerativen Veränderungen ist die Entstehung knöcherner Kanten oder Randzacken (sog. ‚Spondylophyt‘) an den Wirbelknochen. Bei einer Spondylarthrose hingegen kommt es zu einem Verschleiß der Wirbelgelenke.

Zusätzlich kann eine weitere Folge der Degeneration der Wirbelsäule eine Verengung des Wirbelkanals sein (sog. ‚Spinalstenose‘). Auch hier spielt das Alter eine entscheidende Rolle.

Morbus Bechterew

Die Autoimmunkrankheit, die meist ab dem 25. Lebensjahr auftritt, betrifft die einzelnen Wirbelgelenke, die chronisch entzündet sind. Die chronischen Entzündungen führen zu einer Versteifung der Wirbelsäule. Tiefsitzende Schmerzen im Rücken sind ein Anzeichen für diese Krankheit, Bewegung schafft Linderung. Morbus Bechterew ist ein Beispiel für eine Veränderung der Wirbelsäule aufgrund von Entzündungen.

Viele weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie in unserem detaillierten Artikel „Morbus Bechterew/Spondylitis ankylosans – Ursachen, Symptome und Behandlung“.

Skoliose

Besonders in der Periode zwischen dem 10. und dem 12. Lebensjahr kann es zu einer seitlichen Verkrümmung der Wirbelsäule kommen (sog. ‚idiopathische Skoliose‘). Forsche gehen davon aus, dass diese Verkrümmung durch unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten der Wirbelknochen entsteht: Wächst beispielsweise die linke Seite schneller als die rechte, krümmt sich die Wirbelsäule insgesamt nach rechts. Frauen sind sechs Mal häufiger betroffen als Männer. Betroffene spüren zunächst kaum Schmerzen, allerdings fällt die schiefe Körperhaltung auf.

Welche Beschwerden konnten Sie bisher bei Verletzungen des Rückens feststellen? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihren Angaben helfen Sie anderen Patienten dabei, ihre Beschwerden richtig einschätzen zu können.
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Wer ist davon betroffen?

Rückenschmerzen sind für viele Menschen unabhängig vom Alter oder der beruflichen Tätigkeit ein Ärgernis. Der Einblick in die unterschiedlichen Krankheitsbilder zeigt, dass Schmerzen im Rücken ein durchaus vielschichtiges Problem darstellen. Aufgrund der verschiedenen Ursachen kann keine bestimmte Gruppe, beispielsweise aufgrund des Alters oder des Geschlechts, als besonders gefährdet betrachtet werden.

Allerdings kann ein Zusammenhang zwischen einer körperlich schwereren Arbeit und der Entstehung von Rückenschmerzen hergestellt werden: Wer öfter hebt und schwere Gegenstände trägt, trägt ein höheres Risiko, an Rückenschmerzen zu leiden. Viele Rückenerkrankungen wie der Diskusprolaps gehören zur Liste der anerkannten Berufskrankheiten.

Wenig Bewegung schadet dem Rücken

Gleichzeitig können aber auch eintönige Bürotätigkeiten für Schäden am Rücken sorgen. Langes Sitzen und fehlende Bewegung führen zu einer Unterbelastung der Muskeln, die daraufhin plötzlichen Belastungen nicht mehr gewachsen sind. In letzter Zeit verschiebt sich der Fokus auch beim Arbeitgeber immer mehr auf rückenschonendes und ergonomisches Arbeiten, denn die Ausfallzeiten der Arbeitnehmer sind nicht nur für die Betroffenen selbst ein großes Problem. Hier kann schon regelmäßiges Aufstehen und Strecken helfen, den Schmerzen im Rücken vorzubeugen.

Mit Irrtümern aufräumen!

Neben häufigen Patientenfragen werden Ärzte wie Dr. Dr. Tobias Weigl mit einigen Vorurteilen und Mythen zum Thema Rückenschmerzen konfrontiert. Ist ein Hexenschuss ein anderes Wort für Bandscheibenvorfall? Je weniger Bewegung, desto besser bei Beschwerden? Dr. Dr. Tobias Weigl räumt in einem weiteren Video mit den sieben häufigsten Rücken-Irrtümern auf.

7 schlimme Rücken Irrtümer & Rückenschmerz Mythen - Fakten statt Fiktionen um Schmerzen zu lindern

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Dabei ist das klare Ziel herauszufinden, wo der Schmerz sitzt, was für eine Art von Schmerz vorliegt, wie lange die Beschwerden schon anhalten und was deren Auslöser sein könnte.

Vor allem die Dauer der Beschwerden ist relevant für die Diagnose. Denn je länger die Schmerzen bereits auftreten, desto dringender sollte eine Untersuchung erfolgen. Wenn langanhaltende Schmerzen im Rücken nicht behandelt werden, können Sie chronisch werden.

Weitere Untersuchungen

Um bei der Diagnostik in die Tiefe zu gehen, bedarf es weiterer Untersuchungen. Denn gerade bei Rückenbeschwerden lohnt sich zunächst die Betrachtung des Rückens selbst: Ist eine schiefe oder gekrümmte Haltung mit dem bloßen Auge zu erkennen? Der Finger-Boden-Abstand gibt Einblick in die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Dafür beugt man bei ausgestreckten Beinen den Oberkörper nach vorne. Ziel ist es, mit den ausgestreckten Armen so nah an den Boden zu kommen wie möglich. Ein Abstand von mehr als 10 cm zwischen Boden und Fingerkuppen weist auf eine steife Wirbelsäule hin.

Eine Messung der Blutwerte kann ebenfalls nützlich sein. So können erhöhte Parameter Hinweise für Entzündungen geben.

Letztendlich geben erst radiologische Verfahren Gewissheit, ob es zu Veränderungen an der Wirbelsäule gekommen ist. Im Rahmen einer Computertomographie kann ein Arzt erkennen, ob beispielsweise der Spinalkanal verengt ist (sog. ‚Spinalstenose’). Anhand einer Kernspintomographie kann erkannt werden, ob die Bandscheibe verrutscht ist (sog. ‚Diskusprolaps‘).

Fakten-Box: Rückenschmerzen

Symptome

  • lokalisiert zwischen Gesäß und Halswirbelsäule
  • Schmerzepisoden
  • lnspezifische Schmerzen treten in einem Zeitraum von bis zu sechs Wochen auf

Behandlung

  • oftmals keine Behandlung notwendig, Besserung nach kurzer Zeit
  • bei unspezifischen Schmerzen konservative Therapie, in seltenen Fällen Operation
  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation
  • Bewegungs- und Sporttherapie
  • Manuelle Therapie wie Chirotherapie und Manipulation
  • Wärmetherapie

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Wie bereits angedeutet, ist die Behandlung von Rückenschmerzen aufgrund der Diversität der Erkrankungsmöglichkeiten gar nicht so einfach. Die jeweilige Behandlungsmethode hängt natürlich von der Diagnose des Arztes ab.

Bei unspezifischen Schmerzen – das bedeutet, dass die Schmerzursache nicht auszumachen ist – sollte zunächst auf eine konservative Behandlung vertraut werden. In den wenigsten Fällen ist eine Operation überhaupt vonnöten.

Keine Schonhaltung einnehmen

Zunächst sollte der Patient seine normalen Bewegungsabläufe beibehalten. Das bedeutet: keine Schonung und keine Bettruhe! Dies sollten Sie jedoch immer in dem Ihnen möglichen Rahmen tun und soweit es die Beschwerden erlauben. Auch wenn es manchmal zwickt, Bewegung und Einsatz der Muskeln tut dem Rücken generell gut, sofern sie im passenden Rahmen stattfinden. Ihr Arzt kann Ihnen genau sagen, welche Bewegungen Sie in Ihrer Situation vermeiden sollten.

Therapiemöglichkeiten

Daneben können Sie nicht-medikamentöse Therapien und Behandlungen ausprobieren. Bei nicht-chronischen Schmerzen bieten sich mehrere Verfahren an:

  • Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation
  • Bewegungs- und Sporttherapie
  • Manuelle Therapie wie Chirotherapie und Manipulation
  • Wärmetherapie

Medikamente

Begleitend können Sie Schmerzmittel wie Paracetamol und Ibuprofen nehmen, damit sich Schmerzen nicht festsetzen und alltägliche Bewegungsabläufe schmerzfrei durchgeführt werden können. Halten Sie sich dabei an die Vorgaben der Packungsbeilage oder die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes.

Exkurs: Rückenschmerzen selber therapieren?

Natürlich ersetzt nichts die begleitende und unterstützende Therapie eines kompetenten Physio- oder Ergotherapeuten oder eines Arztes. Dennoch können auch Sie selbst aktiv werden und mit einfachen Übungen Zuhause dem Rücken etwas Gutes tun. In einem kurzen Video erklärt Dr. Dr. Tobias Weigl, welche Übungen für die eigenen vier Wände besonders gut geeignet sind.

Schmerzen im unteren Rücken - Rückenschmerzen was tun: Schmerzmittel, Übungen, Tipps

Außerdem ist Yoga hervorragend geeignet, um Ihren Rücken zu stärken! In unserem Artikel „Yoga bei Rückenschmerzen – die Top 5 der Übungen für einen starken Rücken“ vermitteln wir Ihnen die 5 besten Übungen, die Ihren Rücken stärken und Rückenschmerzen vorbeugen!

Aktuelle Forschung – Helfen nur opioidhaltige Schmerzmittel bei Rückenschmerzen?

Die Rückenschmerzen vieler Patienten zwingen sie dazu, eine Schonhaltung einzunehmen. Genau diese Schonhaltung macht die Beschwerden häufig aber noch schlimmer und sollte möglichst vermieden werden. In einer Studie aus dem Jahr 2018 beschäftigen sich amerikanische Forscher um Erin E. Krebs damit, ob opioidhaltige Schmerzmittel besser für diese Situationen geeignet sind als nicht-opioidhaltige.

Dafür wurden 240 Patienten mit Rückenschmerzen über ein Jahr lang beobachtet. Mithilfe einer Schmerz-Skala wurde eine Verbesserung der subjektiven Schmerzeinschätzung nach dem Einsatz der Schmerzmittel verglichen.

Relevanz für die Forschung

Das amerikanische Gesundheitssystem setzt sehr stark auf den Einsatz opioidhaltiger Schmerzmittel, obwohl die Überlegenheit dieser Schmerzmittel nicht ausreichend gesichert ist. Diese Studie zielt darauf ab, neue Erkenntnisse zum Einsatz der Schmerzmittel zu erlangen, damit mögliche Gewöhnungs- und Abhängigkeitsprobleme der Opioide besser eingeschätzt werden können.

Die Ergebnisse

Nach einem Jahr Beobachtung während der Studie konnten die Forscher keine verbesserte Schmerzstillfunktion der opioidhaltigen Schmerzmittel feststellen. Die Teilnehmergruppe, die Opioide verabreicht bekam, konnte eine Verbesserung von 3,4 Punkten aufweisen, während die andere Gruppe eine Verbesserung von 3,3 Punkten aufwies. Das führt für Krebs und ihre Kollegen zu dem Ergebnis, dass opioidhaltige Schmerzmittel gegen Rückenschmerzen die höheren Risiken nicht wert sind und Mediziner besser auf nicht-opioidhaltige Medikamente zurückgreifen sollten.

Quelle: Erin E. Krebs u. a. (2018): Effect of Opioid vs Nonopioid Medications on Pain-Related Function in Patients With Chronic Back Pain or Hip or Knee Osteoarthritis Pain. JAMA. 219/9, S: 872–882.

Häufige Patientenfragen

Sind Rückenschmerzen immer Folgen zerschlissener Bandscheiben?

Dr. Dr. T. Weigl
Der Glaube hält sich hartnäckig, doch 80 Prozent aller Rückenschmerzen haben keine spezifischen Ursachen wie zum Beispiel Erkrankungen als Ursache. Grund für die Beschwerden ist häufig eine Verspannung von Muskeln, Sehnen und Bändern.

Reicht es, wenn ich bei leichten Rückenschmerzen abwarte, bis sie verschwinden?

Dr. Dr. T. Weigl
Rückenschmerzen bedeuten nicht sofort den Arztbesuch. Allerdings können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die Beschwerden nach einigen Tagen von selbst verschwinden. Wichtig ist, dass Sie sich keine Bettruhe verordnen und Bewegungen auf keinen Fall vermeiden. Dehnungen der Muskulatur sind Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu vermeiden!

Wie kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?

Dr. Dr. T. Weigl
Da bei unspezifischen Rückenschmerzen die Ursachen nicht immer klar sind, gibt es keine gezielten Präventionsmaßnahmen.
Eine gute Fitness und ausreichend Bewegung sind jedoch ein grundsätzlich guter Ausgangspunkt. Neben gezieltem Muskeltraining in der Freizeit können Sie auch im Berufsalltag für ausreichend Bewegung sorgen. Nehmen Sie beim nächsten Mal im Büro anstelle des Aufzugs die Treppe oder nehmen Sie das Fahrrad zum kleinen Einkauf beim Discounter um die Ecke.

Wo finde ich Hilfe, wenn ich meinen Rücken stärken möchte?

Dr. Dr. T. Weigl
Ihr Arzt ist ein möglicher Ansprechpartner für die Vorbeugung von Rückenschmerzen. Da viele Arztpraxen aber ohnehin oftmals überlastet sind, sollten Sie ohne Beschwerden nicht bei Ihrem Arzt vorstellig werden. Die Krankenkassen bieten Möglichkeiten, sich im Rahmen von Rücken-Fit-Kursen von ausgewiesenen Rückenexperten trainieren zu lassen. Zusätzlich können auch Fitnessstudios mit speziell ausgebildeten Trainern dabei helfen, Trainingspläne zu erstellen und Ihnen die richtige Haltung beim Heben unter Belastung zu vermitteln.

Typisches Patientenbeispiel

„Autsch!“, zischt Martha und lässt beinahe die Kiste Wasser fallen. Ein unangenehmer Schmerz ist ihr in den Rücken geschossen. Genau genommen in den unteren Bereich ihres Rückens. Ist das etwa ein Bandscheibenvorfall? Sie ist doch noch keine 40! Martha hat in der Zeitung gelesen, dass Rückenschmerzen die Volkskrankheit Nummer 1 seien. Oder sind es vielleicht doch nur die Muskeln? Sie beschließt bei ihrer Ärztin anzurufen.

Dort wird sie vertröstet, Rückenschmerzen erledigen sich normalerweise innerhalb von wenigen Tagen, sie soll bei starken Schmerzen zu Ibuprofen greifen und ansonsten weiterhin alle Bewegungen ausführen, die sie schafft.

Zeit heilt nicht alle Wunden

Vier Wochen später: Die Schmerzen sind noch da und Martha weiß leider auch immer noch nicht, was genau die Ursachen für ihre Rückenschmerzen gewesen sind. Eine Untersuchung kann auch keine erkennbaren Ursachen zu Tage fördern. Sie ist wohl eine der 80 Prozent, die unspezifische Rückenschmerzen haben. Die von ihrer Hausärztin verschriebene Wärmetherapie, in Kombination mit zusätzlichen Schmerzmittelchen wie Paracetamol, haben Martha tatsächlich geholfen. Nun, einige Wochen später, kann sie wieder ohne Schmerzen die Wasserkiste in ihre Wohnung tragen. Sie nimmt sich jetzt aber fest vor, im Fitnessstudio den Rücken zu stärken.

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Haben auch Sie mit Rückenschmerzen zu kämpfen oder hatten damit in Ihrer Vergangenheit zu tun? Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Redaktion: Schajan Salahijekta, Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 15.05.2018, zuletzt aktualisiert: 16.02.2020

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Wolfram Karges, Sascha Al Dahouk (2009): Innere Medizin … in 5 Tagen, Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Erin E. Krebs u. a. (2018): Effect of Opioid vs Nonopioid Medications on Pain-Related Function in Patients With Chronic Back Pain or Hip or Knee Osteoarthritis Pain. JAMA. 219/9, S: 872-882.
  • Wolfgang Piper (2013): Innere Medizin. Springer-Verlag, Berlin/ Heidelberg.
  • Christian Prinz (2012): Basiswissen Innere Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Robert-Koch-Institut (Hg.)(2013): Rückenschmerzen. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 53. RKI, Berlin.

Buchtipp

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